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Lebensglück nur mit Professur? Gegen die Verklärung eines kaum erreichbaren Ziels

Der Jackpot. Der tollste Job der Welt. Die Erlösung. Die Entschädigung für alle Entbehrungen. Die Rettung vor der Altersarmut. Der Schlüssel zum Lebensglück. All diese Dinge habe ich über viele Jahre mit der Professur auf Lebenszeit verbunden und war dementsprechend erpicht darauf, eine zu ergattern. Zugleich war und ist die Lebenszeitprofessur in Deutschland bekanntermaßen annähernd die einzige Möglichkeit, unbefristet als Wissenschaftler_in zu arbeiten — zum gerade Genannten tritt also noch ein weiterer Faktor hinzu, der mein Streben danach für viele Jahre gravierend verstärkt hat: Die Erkenntnis, dass ich ohne eine solche Professur meinen viele Jahre mit größtem Einsatz ausgeführten Beruf plötzlich nicht mehr weitermachen kann. Das machte das Professorinnendasein als berufliches Ziel für mich lange Zeit nicht nur überaus attraktiv, sondern auch schlicht alternativlos.

Inzwischen hat sich meine Sichtweise auf die Professur jedoch deutlich verändert — und ich glaube, das ist gut so. Denn wir neigen dazu, diese Position so stark zu verklären, dass wir bereit sind, übermäßig viel in Kauf zu nehmen, zu opfern und zu investieren, um sie zu erreichen. Wenn ich einen realistischeren Blick darauf werfe, was sich mit der Position tatsächlich verbindet, zeigt sich, dass sie jedenfalls meinen aktuellen Vorlieben, Wünschen und Bedürfnissen gar nicht mehr entspricht. Das zu verstehen war durchaus mit einem schmerzhaften Erkenntnisprozess verbunden — schließlich war es lange Zeit eine Art Lebenstraum von mir, Professorin auf Lebenszeit zu werden. Warum das inzwischen nicht mehr so ist, steht im heutigen Newsletter. Dabei geht es mir nicht allein darum, meine persönliche Sicht auf die Professur zu teilen. Mein Anliegen ist auch, zur Entzauberung einer Position beizutragen, deren Verklärung Generationen von Wissenschaftler_innen dazu treibt, sich bis zum Burnout zu verausgaben — wobei selbst die, die diese Position irgendwann erreichen, mitunter feststellen müssen, dass es das gar nicht wert war. Wir sollten deshalb auch über Nachteile und Herausforderungen des Professor_innendaseins sprechen — und damit meine ich besonders diejenigen, die Professuren auf Lebenszeit innehaben und hier realistische Einblicke geben können (die ersten haben zum Glück bereits damit angefangen, dazu später mehr). Allen nicht-professoralen Wissenschaftler_innen dürfte daran gelegen sein, zu wissen, was es in Deutschland tatsächlich bedeutet, eine Professur auf Lebenszeit zu bekleiden. Denn nur so lassen sich informierte Entscheidungen darüber treffen, was man individuell zu tun bereit ist, um diesem Ziel näher zu kommen — in dem Wissen darum, dass die meisten von uns es ohnehin nie erreichen.

Privilegien? Ja, aber …

Da die Feststellung, dass Professor_innen in Deutschland wahnsinnig privilegiert sind, nun mal auf der Hand liegt, möchte ich eingangs zunächst eines direkt klarstellen: Mir fiele nicht im Traum ein, das zu bestreiten, und darum geht es hier auch überhaupt nicht. Die beruflichen und finanziellen Sicherheiten, die sich mit einer Professur verbinden, sind mir — nicht zuletzt als Person mit bislang kümmerlichen Rentenansprüchen und überschaubaren Rücklagen — durchaus sehr bewusst. Auch viele andere Vorteile der Professur liegen auf der Hand, etwa die große Unabhängigkeit in vielerlei Hinsicht, wobei die bei näherem Hinsehen auch einige Einschränkungen erkennen lässt: Man kann als Professor_in Themen frei wählen, allerdings folgen Drittmittel- und Publikationswesen natürlich Trends, von denen man sich auch auf professoraler Ebene nicht immer ganz frei machen kann — und selbst die Lehrplanung ist in Teilen gebunden an Vorgaben in Modulhandbüchern usw. Man kann sich Arbeitszeiten recht frei einteilen — zumindest im Rahmen der Möglichkeiten, die angesichts von Gremienterminen o.ä., Raumknappheit usw. bestehen. Man hat keine direkten weisungsbefugten Vorgesetzten — allerdings kann man durch Zielvereinbarungen durchaus noch unter einem gewissen Druck stehen, bestimmte Sachen abzuliefern. Keine Frage: Die Vorzüge der Professur sind (all diesen kleineren Einschränkungen zum Trotz) eine ganze Menge wert. Nicht umsonst habe ich über viele Jahre alles mir Mögliche getan, um die Professur auf Lebenszeit als ultimativen Endpunkt meiner sogenannten akademischen ‚Karriere‘ zu erreichen (eine ‚Karriere‘, die damit gefühlt zumindest nachträglich diesen Namen verdient hätte, anders als die Verkettung von Befristungen, die bislang mein Dasein in der Wissenschaft prägt). Allerdings habe ich in letzter Zeit verstärkt darüber nachgedacht, ob der Traumjob Professur eigentlich immer noch meinTraumjob ist – und die Antwort lautet: nein.

Prestige und externe Validierung inmitten einer Kultur mangelnder Wertschätzung

Ich kann es nicht leugnen: Viele Jahre lang war die Professur für mich auch deshalb ein zentrales Ziel, weil ich mir selbst und dem Rest der Welt beweisen wollte, dass ich es wert bin, dass meine Arbeit gut genug und meine Opferbereitschaft ausreichend groß ist, um eine solche Position zu bekleiden. Wann immer mir jemand nahelegte, dass meine mit der wissenschaftsinternen Überarbeitungskultur kollidierenden Wünsche nach einem freien Wochenende, Urlaub ohne Arbeit o.ä. zeigten, dass ich das mit der Wissenschaft „nicht genug will“, war ich gern bereit, einer solchen Interpretation Glauben zu schenken. Dementsprechend waren die Jahre meiner wissenschaftlichen Tätigkeit seit Beginn der Promotion 2012 (und in Teilen schon als Studentin und Hilfskraft davor) geprägt von Erschöpfung und der Angst, nicht zu genügen. In diese Angst mischten sich immer auch riesige Existenzsorgen (vor allem während meiner Erwerbsarbeitslosigkeit in der Promotion), von denen ich glaubte, ausschließlich ein Ruf auf eine Lebenszeitprofessur könne sie endgültig kurieren.

Ich denke, alle, die in der Wissenschaft tätig sind, kennen diejenigen Professor_innen, die andere nur als fertige, Wertschätzung und Respekt verdienende Menschen behandeln, wenn sie ebenfalls Professor_innen sind. Diese Haltung ist mir in bald anderthalb Jahrzehnten Academia durchaus mehrfach begegnet und ich fand sie immer schon höchst befremdlich. Wann immer ich mit ihr konfrontiert wurde, säte das zunehmend Zweifel daran, dass ich dringend eine Professur erreichen muss, um mir die Anerkennung zu verdienen, die in meinem beruflichen Alltag so oft Mangelware war und ist: Anerkennung von Leuten, die mich nicht ernst nehmen, wenn ich vorm Namen kein „Prof.“ stehen habe, fand ich sogar zu Zeiten, in denen mein Selbstwertgefühl viel geringer war als heute, bereits vollständig verzichtbar.

Während der #IchBinHanna-Jahre kristallisierte sich ohnehin eine Erkenntnis heraus, die vorher bereits in Grundzügen vorhanden war, aber noch nicht ganz präsent: dass es mir am Wichtigsten war, einfach meine Arbeit als Wissenschaftlerin weitermachen zu können — und das gar nicht zwingend auf einer Professur. Letztere blieb zunehmend vor allem deshalb mein Ziel, weil es in Deutschland so wenige unbefristete Alternativen gab und gibt, um diese Arbeit zu tun (und viele davon sind bekanntermaßen wenig attraktiv, ich sage nur: Hochdeputat). In Gesprächen, in denen mir Leute wünschten, ich möge doch eine Professur auf Lebenszeit erhalten, sagte ich immer häufiger: „Danke, aber das muss gar nicht sein — ich wäre mit einer unbefristeten Mittelbaustelle völlig zufrieden!“ Das führte nicht selten zu Verwunderung, Irritation oder gar Entsetzen: Hatte ich etwa die Professur als ultimatives Ziel einer jeden Wissenschaftler_innen-Karriere in Frage gestellt? Ein Sakrileg!

Aus verschiedenen Gründen — einer davon die Frage, durch wie viele Berufungsportale ich mich eigentlich noch quälen, wie viele Lehr- und Forschungskonzepte ich noch schreiben will usw. — habe ich zuletzt verstärkt darüber nachgedacht, ob die Professur für mich wirklich weiterhin das ultimative Ziel darstellt, das ich in meinem Leben unbedingt erreichen möchte. Warum ich zu dem Schluss gekommen bin, dass das nicht mehr der Fall ist? Nun, das hat zwei Gründe: Zum einen finde ich den Preis dafür zu hoch — zumal unklar ist, ob er sich auszahlt. Zum anderen ist das, was ich erhalte, falls er sich auszahlen sollte, gar nicht mehr das, was ich will. Aber der Reihe nach.

Was, wenn die Professur gar nicht das allergrößte Geschenk ist, sondern hinter den Erwartungen zurückbleibt?

Es ist ein Überbietungswettbewerb der Überarbeitung, den ich seit Jahren in der Academia beobachte, dessen Teil ich selber war und ein stückweit immer noch bin. Wir publizieren alle irrsinnig viel, investieren Zeit und Energie in Drittmittelanträge, wir machen Wissenschaftskommunikation (nicht immer nur aus reiner Freude oder weil wir glauben, dass die Öffentlichkeit von unserer Forschung erfahren sollte, sondern auch, weil es längst für die akademische Karriere vorausgesetzt wird). Wir bemühen uns, in Lehre und Betreuung einen guten Job zu machen. Wir sitzen in Gremien, schreiben Gutachten und tun andere überwiegend nicht entlohnte Dinge, die gerne als „service to the profession“ beschrieben werden, was selbstredend eine Menge moralischen Druck erzeugt, sie zu übernehmen. Wir übertrumpfen uns bei alledem ständig gegenseitig — und zwar oft auch mit expliziten Erklärungen, wie viel wir arbeiten; gerade letzte Woche hörte ich mal wieder von einer durchgearbeiteten Weihnachtspause mit Laptop unterm Tannenbaum. Ich sage es ganz offen: Ich habe darauf keine Lust mehr. Mir ist der (auch gesundheitliche) Preis dieser Selbstausbeutung aus eigener Anschauung bekannt und ich weiß inzwischen außerdem, dass sie ein Killer für Lebensfreude und soziale Beziehungen aller Art ist — jedenfalls in meinem Leben. Es mag Leute geben, die in diesem Setting aufblühen; ich selbst tue es gewiss nicht. Es kostet mich einfach zu viel, auf diese Weise weiterzuarbeiten, zumal ich das, was ich dafür im besten Fall bekomme, gar nicht mehr haben will.

Damit kommen wir zum schwierigsten Teil meines Nachdenkens über die Thematik Professur — nicht zuletzt, weil viele aus der Wissenschaft vermutlich an dieser Stelle gedanklich aussteigen werden. Klar: Vieles von dem, was ich als Lebenszeitprofessorin täte, würde mir durchaus Freude machen. Vor allem der inhaltliche Austausch mit anderen Menschen, auch in der Lehre. Aber apropos Lehre: An Unis haben Profs auf Lebenszeit in der Regel ein Deputat von neun Semesterwochenstunden. Das ist eine ganze Menge (vom HAW-Deputat fange ich hier gar nicht erst an; mit 18 Semesterwochenstunden ist es meist wahnsinnig hoch). Es handelt sich dabei also in der Regel um viereinhalb Lehrveranstaltungen. Selbst, wenn man über die Jahre Inhalte für die Lehre erarbeitet, die man wiederverwerten kann: Diese Veranstaltungen bedürfen einiger Vorbereitung. Sogar an Texten, die ich sehr gut kenne, sitze ich sicher eine Stunde, bevor ich sie in Seminaren bespreche — oft brauche ich länger, wenn die Texte mir weniger vertraut sind. Rechnen wir also sparsam, so kommen zur reinen Lehrzeit sicher nochmal etwa fünf Stunden Vorbereitung hinzu (ggf. auch, um Mails an Studierende zu schreiben und um Lernplattformen zu befüllen und zu pflegen, wenn man das nicht von studentischen Beschäftigten erledigen lässt). Macht bereits 14 Stunden Arbeit pro Woche nur für die Lehre. Wer viele Lehrveranstaltungen hat, hat oft auch viele Prüfungen und Abschlussarbeiten, sodass hier ebenfalls einiges zusammenkommt — auch in der vorlesungsfreien Zeit, in der Lehr- und Vorbereitungszeit geringer ausfallen (aber oft dennoch vorhanden sind, wenn man Blockseminare usw. anbietet). Mir macht all das Freude, das ist keine Frage. Was ich sagen will ist aber: Eine Menge Zeit ist bereits durch all diese Tätigkeiten gebunden. Und ich selbst habe nicht einmal Promovierende, die ich betreue, kann also nicht aus eigener Anschauung beurteilen, wie aufwendig das ist — aber wer gut betreuen will, wird hier auch einiges an Zeit investieren wollen und müssen.

Hinzu kommen dann noch allerlei Gremientätigkeiten und administrative Dinge, für Lebenszeitprofs sicherlich noch deutlich mehr als für mich als Juniorprofessorin. Dazu zählt oft auch, die Geschäftsführung des eigenen Instituts zu übernehmen, meist für zwei bis drei Jahre am Stück. Wer Mitarbeiter_innen hat, muss sich um deren Einstellung und Weiterbeschäftigung kümmern (je kürzer die Stellenlaufzeit, desto öfter, just saying …). Es gilt, Studiengänge für die (Re-)Akkreditierung zu überarbeiten, Studien- und Prüfungsordnungen zu ändern, Modulhandbücher zu konzipieren usw. Derartige Arbeiten sind nicht auf den aktuellen Arbeitsort beschränkt; wenn man etwa extern an Kommissionen mitwirkt oder für sie Gutachten erstellt, reichen sie auch darüber hinaus. All das kostet ebenfalls einiges an Arbeitszeit. Und dann sind da noch die Versuche der Drittmittelakquise, allein oder gemeinsam mit anderen (was Koordinationsaufwand bedeutet): Lebenszeitprofessor_innen, die ihre Mitarbeiter_innen weiterbeschäftigen möchten, kommen vielfach nicht umhin, sich hier sehr stark zu engagieren, denn ohne zusätzliches Geld gibt es oftmals nicht genügend Stellen für alle Leute im eigenen Arbeitsbereich. Auch hier gilt: Gerade Tätigkeiten in der akademischen Selbstverwaltung habe ich bereits in großem Umfang und meist extrem gern gemacht, und ich konnte mir phasenweise sogar die Drittmittelakquise schönreden. Aber ich sehe zugleich, dass all diese Dinge mit einer Professur auf Dauer im Vergleich zu meiner jetzigen Position als Juniorprofessorin nochmal stark zunehmen würden.

Und dann ist da noch die Forschung, ein weiteres zentrales Element des Professor_innenberufs. Sie gilt regelmäßig als erfreulichste der damit verbundenen Tätigkeiten. Wer die Professur vor allem deshalb anstrebt, sei jedoch auf den Hashtag #ProfessurHaben auf Bluesky verwiesen, den Judith Beyer ins Leben gerufen hat (Abre numa nova janela) — ich empfehle, direkt alle #ProfessurHaben-Posts auf Bluesky zu lesen, sie sind sehr aufschlussreich. Dann zeigt sich auch: Forschen auf der Professur findet deutlich seltener statt als viele es sich erhoffen — u.a., weil Tätigkeiten wie die eben genannten die Arbeitszeit schon zu einem beachtlichen Teil auffressen und davon anschließend nur noch wenig übrig bleibt. Der Witz für mich ist aber außerdem: Ich forsche gar nicht so gern. There, I‘ve said it! Insbesondere der in den Geisteswissenschaften eng mit der Forschung verzahnte Teil des wissenschaftlichen Schreibens ist für mich wahrlich kein Vergnügen. Ich würde sogar sagen, dass ich wissenschaftliches Schreiben oft eher als Qual empfinde denn als Quell der Freude.

Insofern wäre es für mich persönlich halb so wild, wenn die Professur mir für Forschungstätigkeiten weniger Raum böte — nur: Auch die anderen Tätigkeiten in Lehre, Betreuung und Selbstverwaltung mache ich zwar ganz gern. Aber ich musste zwischenzeitlich erkennen: Mein Lebensglück hängt nicht daran. Was ich persönlich besonders gerne mache und auch noch gut kann, ist dies: Political Campaigning (s. #IchBinHanna, #LauteWissenschaft usw.). Vorträge halten vor einem Publikum, das nicht unbedingt aus meinem Fach kommt, ggf. auch gar nicht aus der Wissenschaft. Auf Podien zu spannenden Themen diskutieren (nicht nur über Wissenschaftspolitik). Nicht-wissenschaftliche Texte schreiben, etwa diesen Newsletter, aber auch Beiträge für Zeitungen und Radio. Meine Kenntnisse und Fähigkeiten in der Wissenschaftskommunikation an andere vermitteln. Wissenschaftler_innen empowern, indem ich ihnen zeige, wie sie Selbstwirksamkeit erhalten, Grenzen setzen und ihre Autonomie bewahren können (auch im Umgang mit Technologien wie KI). Was mir immer deutlicher wird, je länger ich darüber nachdenke: Diese Tätigkeiten zu verfolgen, wird mit einer Lebenszeitprofessur an einer Universität gewiss nicht unmöglich sein — aber es wird deutlich weniger Raum dafür geben, als ich es mir wünsche. Und deshalb habe ich für mich entschieden, dass die Lebenszeitprofessur für mich nicht mehr erstrebenswert ist. (Was ich stattdessen vorhabe, werde ich demnächst hier im Newsletter verraten — für heute sprengt das den Rahmen.)

Das ist sie also, meine sehr individuelle Antwort auf die Frage, ob die Professur auf Lebenszeit wirklich das berufliche Nonplusultra darstellt. Andere mögen zu anderen Schlüssen kommen — selbst, wenn sie die geringe Wahrscheinlichkeit einpreisen, überhaupt eine solche Professur zu ergattern, die auch noch in einem eklatanten Missverhältnis steht zur immensen Arbeitsbelastung, die es kostet, das zu versuchen. Gleichwohl kann ich allen, die die Lebenszeitprofessur anstreben, nur raten, realistisch zu überlegen, ob sie für sie persönlich wirklich so viel Erfüllung bedeuten würde, wie man es uns gern einzureden versucht. Manche mögen das bejahen — aber vielleicht nicht alle. Und die, die Zweifel haben, können so noch einmal abwägen, wie viel sie zu opfern bereit sind: für etwas, das möglicherweise tatsächlich weniger dem eigenen Traum und Ideal entspricht, als es nötig wäre, um die dafür geforderten Entbehrungen überhaupt auszuhalten.

 

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