Femke* schreibt mir: "Meine Tochter ist durch Krankheiten nicht oft in der Kita gewesen. Dann war der Lockdown und jetzt hat sie in die Ü3-Gruppe gewechselt. Sie weint, wenn ich sie abgebe. Ich weiß nicht, was ich tun kann, damit sie wieder gern geht."
Hier auf Steady beantworte ich einige eurer Fragen mit meinem Hintergrund eines Studiums der Neurowissenschaften und kognitiven Psychologie, einer Ausbildung zur Trageberaterin und Babykursleiterin, meinem gesammelten Wissen aus etwa 250 Büchern zum Thema Erziehung und meinen Erfahrungen, die ich in den letzten sieben Jahren als Mutter gesammelt habe. Ich bin keine Psychologin und kein Coach. Wenn euch eine Situation so sehr belastet, dass sie eure Gedanken den ganzen Tag über beeinflusst, möchte ich euch bitten, euch professionelle Hilfe zu suchen. Ich kann euch die innere Arbeit mit eurem Päckchen an Erfahrungen, Verletzungen und Traumata nicht abnehmen. Was ich aber versuchen kann, ist euch ein paar Gedanken und Impulse mitzugeben, die euch vielleicht helfen können, eure eigene Lösung zu finden. Und wenn ihr euch mit dem, was ich schreibe, überhaupt nicht identifizieren können solltet, dann ist auch das ein wichtiges Zeichen. Ich bin keine „Expertin“ und habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Was ich anbieten kann, ist eine (hoffentlich) empathische Antwort aus wissenschaftlichem und persönlichem Hintergrund.
Wer mir auch schreiben möchte, wendet sich bitte an anna.brachetti@posteo.de. Ich bearbeite dienstags und donnerstags eure Briefe. Schreibt bitte auch dazu, ob ich eure Nachricht und meine Antwort darauf anonymisiert (*Namen werden verändert) veröffentlichen kann.
Vielen Dank für das Vertrauen!
Bild: Anne Richard
Hallo liebe Anna,
Wir haben hier seit einigen Wochen ein Problem. Ich brauche einfach Hilfe und vertraue deiner Meinung.
Unsere Tochter (3,5) hat schon seit sie 2 ist immer wieder gesundheitliche Probleme. Obwohl sie also schon seitdem sie 1,5 ist im Kindergarten ist, ist sie tatsächlich nicht sehr oft dort. Seit Oktober 2019 war sie zum Beispiel nur ein Mal 4 Wochen am Stück, ansonsten höchstens 2 Wochen am Stück. Sie ist direkt vor Corona (also im Februar) intern von der Krippen-Gruppe in die Ü3-Gruppe gewechselt. Da war sie aber tatsächlich dann nur einen Tag, bevor ihre Schwester geboren wurde und sie direkt krank wurde. Dann war Corona. Dann sollte sie wieder in den Kindergarten, aber wurde wieder krank. Sie war dann 3 Wochen im Kindergarten vor den Ferien. Da ist ihr die Trennung schon sehr schwer gefallen (und das obwohl sie da aufgrund von Corona noch bei ihrer alten Erzieherin in der Gruppe (Krippe) war). Jetzt sollte sie eigentlich seit ein paar Wochen wieder in die Kiga Gruppe gehen, tut sich aber sehr sehr schwer. An vielen Tagen bekommen wir sie gar nicht aus dem Haus (schreiend wollen wir sie nicht raustragen) oder es scheitert an der Trennung im Kiga. Sie weint, schreit nach uns und sagt sie will nicht in den Kiga. Sie sagt, weil sie die Kinder nicht kennt (ihre beste Freundin, die in der Kiga Gruppe war hat jetzt auch noch in einen anderen Kiga gewechselt). Wir haben alles versucht. Wir wissen nicht mehr was wir noch machen sollen. Der Kiga zeigt sich leider nicht sehr kooperativ. Sie meinten zum Beispiel ein Mal, dass ich die Trennung durchziehen solle, als sie nach mir geschrien hat und sie sie festhalten mussten. Das kann und will ich einfach nicht. Ich verstehe, dass ein paar Tränen auch mal okay sind, aber nicht so was. Der Kiga zeigt irgendwie auch kein Verständnis für ihre Situation und tut es alles sehr ab.
Mein Mann und ich denken, dass eine neue Eingewöhnung ihr helfen könnte sich wieder sicherer zu fühlen, aber der Kiga meint das wäre nicht nötig.
Wir sind verzweifelt. Für mich ist das psychisch total anstrengend und ich bin auch körperlich echt am Ende langsam.
Mich würde einfach wirklich deine Meinung dazu interessieren. Natürlich sind wir auch mit anderen Eltern und unserer Familie im Gespräch über mögliche Lösungen, aber ich bin für jeden Input unglaublich dankbar!
Danke dir vielmals,
Femke*