Sollte er drei Monatsgehälter kosten? Darf ich ihn meiner besten Freundin nachkaufen? An einer Kette tragen statt am Finger? Wie Sie einen Ring finden, der zu Ihrem Lieblingsmenschen passt. Und zu Ihnen selbst.
Ein SPIEGEL-Loveletter von Barbara Vorsamer (Opens in a new window)
Fußballstar Cristiano Ronaldo soll über 15 Millionen Euro im Monat verdienen. Insofern kann seine Zukünftige Georgina Rodríguez fast froh sein, dass er sich nicht an die oft behauptete Faustregel gehalten hat, für den Verlobungsring drei Monatsgehälter auszugeben. Die Sehnenscheidenentzündung wäre programmiert. Schon der hochkarätige Boller, mit dem der Sportler um die Hand seiner Langzeitfreundin angehalten hat, sieht unpraktisch aus, dabei soll er »nur« mehrere Millionen gekostet haben.
Ringe gelten in westlichen Gesellschaften als Symbol für die ewige Liebe, die passenden Narrative kennt jedes Kind, das schon mal im Kino war: Er hat ihr einen Antrag zu machen, auf Knien und gern an einem besonderen Ort (Strand, Fußballstadion, mindestens aber bei einem romantischen Dinner). Der Ring hat ein schmaler Reif aus Gold oder Weißgold zu sein, mit einem einzelnen Diamanten darauf, dessen Größe und Reinheit vom Budget des Bräutigams abhängt. Die Trauringe dann sind schlichte Bandringe, die ein süßes Blumenmädchen auf einem rosa Kissen zum Altar trägt. Es wird »Ja, ich will« gehaucht, die Ringe werden getauscht, alle weinen.
So ungefähr sieht aus, was viele für Tradition halten. Eine, an die sich viele anpassen. 82 Prozent der Männer machten einer Onlineumfrage zufolge ihrer Partnerin den Antrag, nur ganz wenige Paare drehten den Brauch um. Der Rest übersprang den Verlobungszinnober und heiratete einfach.
A diamond is forever
Kaum jemandem ist dabei bewusst, dass Letzteres bis vor wenigen Jahren die eigentlich übliche Vorgehensweise im deutschen Sprachraum war. Die Verlobung als Event ist eine moderne Erfindung, noch jünger als die Liebesheirat, erklärt Cornelie Holzach am Telefon. Davor wurden junge Menschen einander versprochen, in manchen Gegenden und Schichten das Ganze auch mit einem Ringtausch besiegelt. Mit Romantik hatte das wenig zu tun.