von Bernd Schwickerath und Christoph Fetzer
In der Kolumne „Best-of-seven“ blicken wir auf die Highlights der Eishockey-Woche.
Thema der Woche: Der beeindruckende Lauf des ERC Ingolstadt

41 Tore in den letzten sechs Spielen. Fast sieben pro Partie. Siege mit zehn, acht und zuletzt zweimal sechs eigenen Toren. Der beste DEL-Scorer und -Torschütze (und nebenbei CHL-Topscorer) liefert und liefert. Fünf Siege in Serie in der Liga, in der Champions Hockey League das Viertelfinale vor Augen. Läuft beim ERC Ingolstadt.
Der Hauptrunden-Erste der vergangenen Saison ist nach schleppendem Saisonstart voll da. Vor der Deutschland-Cup-Pause überrollte der ERC die Kölner Haie (10:3) und die Löwen Frankfurt (8:0). Im CHL-Achtelfinale gegen Salzburg (6:2) und in der DEL gegen Iserlohn (6:5 n.V.) lieferte die Offensive gleich wieder. Riley Barber steht nach 18 Ligaspielen bei 16 (!) Toren. Hochgerechnet wären das auf die ganze Hauptrunde 46. Das sind Sphären, die nur Sergei Berezin (50 Tore) und Robert Reichel (47) in der Saison 1995/96 erreichten.

War vor ein paar Wochen aus Fan-Kreisen noch zu hören, Mark French würde langweilig spielen lassen, weil die Ingolstädter sich nach Führungen aufs Verteidigen konzentrierten, zieht die Offensive aktuell komplett durch und schießt die Gegner reihenweise vom Eis. Der DEL-Trainer des Jahres 2022/23 und 2024/25 scheint die optimale Balance zwischen Defensive und Offensive gefunden zu haben. Die defensiven Statistiken sind zwar nicht so überragend wie die offensiven. Aber Ingolstadt schafft es, immer mindestens ein Tor mehr zu schießen als der Gegner. Und manchmal eben sieben oder acht.