VfB Stuttgart: Pokal-Drama in Braunschweig

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Unser Kolumnist Matthias Esch (Opens in a new window) war kürzlich beim BVB-Pokalspiel in Essen und wollte sich im Stadion an der Hafenstraße ins WLAN einloggen. Als er das passende Netzwerk suchte, fand er “BVB-Trainerbank”. Hinterher sinnierte er in einem Kurzvideo (Opens in a new window), wie das Passwort wohl lauten könnte, und lud das Reel bei Instagram und TikTok hoch.
Es passierte, was passieren musste: Das Video ging viral und sammelte inzwischen fast eine Million Zuseher ein. Die Passwort-Vorschläge: einfach köstlich! Ich kann mich nur wundern. Erstens: Wie kommt man auf so eine geile Idee? Zweitens: Wofür interessieren sich die Leute beim Fußball wirklich? Und drittens: Das Passwort lautet Kovac2027.
Einen albernen Mittwoch wünscht
Euer Pit Gottschalk

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++ DFB-Pokal aktuell ++
VfB Stuttgart siegt mit 12:11 nach Elfmeter-Drama gegen Braunschweig
Was für ein unglaublicher Pokalkampf: Titelverteidiger VfB Stuttgart quält sich im Elfmeterschießen beim Zweitligisten weiter!→ Weiterlesen (Opens in a new window)
Wilder Schlagabtausch mit Happy End: Der VfB Stuttgart um den erst spät eingewechselten Shootingstar Nick Woltemade hat sich im Nachsitzen in die zweite Runde des DFB-Pokals gequält. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß setzte sich 94 Tage nach dem Triumph von Berlin in einer turbulenten Begegnung erst im Elfmeterschießen mit 8:7 beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig durch. Nach der Verlängerung hatte es 4:4 (3:3, 1:1) gestanden. „Es sind diese Nächte, von denen man immer spricht. Für uns war es nervenaufreibend, anstrengend“, sagte Doppelpacker Ermedin Demirovic am ARD-Mikrofon: „Am Ende freut es uns, dass wir weitergekommen sind. Wir wollen lange im Pokal bleiben.“
Spannung bis zur letzten Minute
Demirovic (12., 60.) und Woltemade (89.) erzielten in einem wilden Pokal-Fight die Tore für die Schwaben (Opens in a new window), zudem unterlief Sanoussy Ba (92.) ein Eigentor. Kapitän Sven Köhler (8.) mit einem satten Distanzschuss, Fabio Di Michele Sanchez (77., 85.) und Christian Conteh (104.) trafen für den aufopferungsvoll kämpfenden Außenseiter. Im dramatischen Duell vom Punkt behielt dann der VfB die besseren Nerven.
Damit steht Stuttgart zum siebten Mal in Serie in der zweiten Runde des Pokals, zuletzt ist 2018 der Titelverteidiger bereits in der ersten Runde ausgeschieden – damals stolperte Eintracht Frankfurt beim Regionalligisten SSV Ulm (1:2). Eine solche Blamage konnten die Schwaben in Braunschweig gerade noch so verhindern – auch wenn Woltemade, dessen Wechsel zum FC Bayern zuletzt geplatzt ist, zunächst nur auf der Bank saß und erst in der 71. Minute eingewechselt wurde.
“Neue Geschichte schreiben”
„Der Pokalsieg war außergewöhnlich, gehört inzwischen jedoch der Vergangenheit an – wir möchten eine neue Geschichte schreiben und so lange wie möglich im Wettbewerb bleiben“, hatte Hoeneß vor der Partie gesagt. Das Team ließ den Worten des Chefs dann aber erst einmal wenig Taten folgen. Gegen bissige Löwen und ohne Woltemade fehlte es zunächst an Tempo und Ideen. Nach den Niederlagen im Supercup gegen den FC Bayern (1:2) und zum Ligastart bei Union Berlin (1:2) jubelten die mitgereisten Fans dann aber doch über den ersten Pflichtsieg der Saison.
Am Samstag will die Mannschaft nun gegen Borussia Mönchengladbach (Opens in a new window) (15.30 Uhr/Sky) auch in der Bundesliga nachlegen. Doch dann braucht Stuttgart einen besseren Start als in Braunschweig, wo Köhler den haushohen Favoriten aus rund 30 Metern erst einmal schockte – und Nübel eine alles andere als gute Figur machte. Der VfB-Keeper hatte aber Glück, dass sein Team direkt durch Demirovic per Kopf antworten konnte. Lange fehlte es Stuttgart auch einfach an der nötigen Präzision in den entscheidenden Momenten, mit zunehmender Spieldauer drehten die Gäste dann aber etwas auf und zeigten mehr Klasse. Und so entwickelte sich ein wilder Pokalabend in Braunschweig, es ging hin und her – mit dem glücklichen Ende im Elfmeterschießen für den Titelverteidiger.
⚽️ Heute im Fernsehen
20.45 Uhr, ZDF: DFB-Pokal, Wehen Wiesbaden - Bayern München

⚽️ Klick gemacht
https://youtu.be/l1hLSDae5eQ?si=ryIjl5v7Ad0LGZV8 (Opens in a new window)Ein Weltmeister in Eklärungsnot
Der schlechteste Zweitliga-Start in der Historie des 1. FC Nürnberg ist perfekt. Nach der Niederlage in Münster stellte sich Sportvorstand Joti Chatzialexiou - mit Rückendeckung für seinen Trainer. "Das darf uns nicht passieren. Wenn du nicht 90 Minuten 100 Prozent gibst, sondern nur 45, wirst du bestraft", kritisierte Sportvorstand Chatzialexiou bei Sky die Mannschaftsleistung. Was heißt das für Trainer Miro Klose? Zum Video: Hier klicken! (Opens in a new window)
⚽️ Kloppo und Boris - die Nacht der glänzenden Augen
Emotionale Rede von Jürgen Klopp für Sport-Legende
Boris Becker wird beim SpoBi-Award 2025 für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Jürgen Klopp hält die bewegende Laudatio. → Weiterlesen (Opens in a new window)
Von Alex Steudel
Ich wollte hier schon immer einmal eine Kolumne über Boris Becker schreiben, aber er hatte ja leider nie was mit Fußball zu tun. Und jetzt ist es doch so weit. Am Montagabend hat nämlich der Fußballer Jürgen Klopp beim Sport-Bild-Award eine Laudatio auf Boris gehalten. Endlich fanden meine Welten zueinander. Ich war vor Ort und durchgehend glücklich, denn Boris ist natürlich mein Held.
Klopp ist auch ein Held, aber eben nicht meiner, was damit zu tun hat, dass er als 17-Jähriger viel zu jung war, um Champions-League-Sieger mit Liverpool zu werden. Verglichen mit Bobbele ist er wie wir alle ein ganz normaler Spätentwickler.
Am Montag drehte Klopp aber an der Uhr. Er redete über Boris. Über früher. Er war witzig und bewegend (Opens in a new window), ich wurde in die 80er und 90er-Jahre zurückversetzt, als es noch völlig normal war, an einem stinknormalen Dienstagmittag viereinhalb Stunden lang ein komplettes Zweitrundentennismatch auf Sand in Paris anzugucken und keinen Ballwechsel zu verpassen, weil man das einfach nicht bringen konnte - also Ballwechsel von Boris zu verpassen.
Jürgen Klopp wollte wie Boris Becker sein
"Ich wollte damals nichts mehr als du sein. Ich war genauso alt", sagte Klopp, und das hätte wie alles andere, was er sagte, auch von mir kommen können. Boris saß da und hatte glänzende Augen. Ich stand irgendwo hinten im Publikum und hatte auch glänzende Augen.
Neben mir standen Ex-Stars wie Christian Nerlinger und René Adler, aber in Anwesenheit von Becker waren wir alle eine halbe Stunde lang identisch unberühmt.
Wie oft hat man im Leben schon die Gelegenheit, seinen Jugendhelden zu treffen?
Becker ist 57, Klopp ist 58, ich bin 59. In der Mathematik spricht man von einer arithmetischen Folge mit der Differenz d = 1. In der Gefühlswelt gibt es keine Formeln, nur Beschreibungen.

Als Becker am ersten Sonntag im Juli 1985 Wimbledon gewann, war ich gerade eingezogen worden. Ich, Panzerschütze Steudel. Wir mussten damals gleich übers erste Wochenende in der Kaserne auf der Schwäbischen Alb bleiben, es war schlimm. Aber Boris zog mich mit seinen Siegen durch.
Das Wimbledon-Finale durfte unser Zug dann ansehen, es stand sogar auf dem Dienstplan, das muss man sich mal vorstellen. Anzugsordnung im Fernsehzimmer: blauer Trainingsanzug, schwarze Turnschuhe. Alle hatten wir, Bobbeles Soldaten, dasselbe an. Die Schuhe hatten eine Qualität, dass er darin das Finale gegen Kevin Curren 0:6, 0:6, 0:6 verloren hätte.
Aber Boris gewann, und ich war glücklich. Und als Nebenerscheinung änderte sich alles im deutschen Sport. Das Spielfeld der Nation war plötzlich nicht mehr 100 mal 70 Meter groß.
"Hättest du 1985 Wimbledon nicht gewonnen, würde ich heute nicht hier stehen", sagte Kloppo am Montag. Ich glaube, dass auch ich nicht in der Fischauktionshalle gestanden hätte, denn in all den Jahren, in denen ich mit Boris triumphierte und mit ihm litt und im Geiste mit ihm an seiner Rückhand arbeitete, ohne dass er davon wusste, hatte sich in mir der Wunsch verfestigt, Sportreporter zu werden.
Bobbele, Bumm-Bumm-Boris oder Borrris
Ich habe später nie über Tennis geschrieben, aber vielleicht ist das ja auch gut so: Vielleicht wollte ich meine romantischen Vorstellungen von diesem Sport nicht kaputtrecherchieren. Beim Fußball habe ich das manchmal getan.
Boris, Bobbele, Bumm-Bumm-Boris - oder: Borrris, wie manche ihn aussprechen, hat eine tiefe Furche in die deutsche Sportgeschichte gezogen. Und in mich sowieso. Er hat Dinge hinbekommen, die bis dahin undenkbar schienen.
Einmal schrie ich nachts um vier das ganze schlafende Haus zusammen, nur weil in New York ein Tennisball von der Netzkante auf die richtige Seite, nämlich auf die von Ivan Lendl, kullerte.
Boris hat damals etwas geschafft, das niemand für möglich gehalten hatte: Er wurde berühmter als Fußball.
Steudel-Kolumnenbuch signiert
Steudel-Kolumnen gibt es auch als Buch. Titel: Alarmstufe Bayern! Die 120 besten Geschichten eines kuriosen Fußballjahres. 319 Seiten, 15,99 Euro: Hier bestellen! (Opens in a new window) Wer fürs gleiche Geld ein signiertes Exemplar bevorzugt: Einfach eine Mail schreiben – an post@alexsteudel.de (Opens in a new window)
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