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    <title>Christina</title>
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    <description>Ein Text, ein Meme, eine Idee – monatlich in das Email-Postfach deiner Wahl. Unabhängig, clever und da, um dich zu inspirieren.</description>
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      <title>Christina</title>
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      <title><![CDATA[Was ich als Teenager gelesen habe]]></title>
      <description><![CDATA[und ob’s mir geschadet hat.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Was ich als Teenager gelesen habe…</h1><p><strong>…und ob’s mir geschadet hat.</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3db16dc2-8698-4b74-ba0f-f8498604e020/uploads/images/hvln4ckaul/Teenage_Bucher.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Als ich letztens mein Bücherregal sortiert habe, gab es eine Handvoll Bücher, die direkt nach ganz unten kamen. Ich wünschte, ich hätte einen besseren Grund — aber sie sind mir nicht intellektuell genug und ich möchte, dass mich Menschen, wenn sie auf mein Bücherregal schauen, mit anderen Büchern in Verbindung bringen. So, jetzt ist es raus.</p><p>Unter den versteckten Büchern sind vor allem solche, die ich als Teenager und junge Erwachsene gelesen habe. Bücher über Jungs, Kinder-Thriller und Definitiv-nichts-für-Kinder-Thriller. Was mich zu der Frage bringt: Sind meine Lieblingsbücher von damals eigentlich gut gealtert?</p><p>Ich habe sie nochmal gelesen, um zu sehen, ob sie mir immer noch das geben, was ich als Teenager in ihnen gesehen habe. Kann man überhaupt zwei Erfahrungen miteinander vergleichen, wenn dazwischen 20 Jahre liegen? Wir probieren’s:</p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/3db16dc2-8698-4b74-ba0f-f8498604e020">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
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      <pubDate>Tue, 03 Nov 2026 06:01:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Bingo]]></title>
      <description><![CDATA[Über Musik-Samples, unterschätzte Fabelwesen, Kokain und Gothic-Horror-Herbst-Bingo.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Über Musik-Samples, unterschätzte Fabelwesen, Kokain und Gothic-Horror-Herbst-Bingo.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b10cd36a-48e8-437a-a1d5-79702641f9e7/uploads/images/k5t4fubyl2/Design_ohne_Titel.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><h3>Willkommen im Spooktober</h3><p>Um diesen Herbst das meiste aus unserem Medienkonsum zu holen, habe ich für uns ein kleines Bingo designt. Darin sind insgesamt 16 kleine Aufgaben, die zum großen Teil aus meinen persönlichen Horror-, Gothic-, Grusel- und Herbst-Vibes bestehen. Manche Felder haben eine kleine Forschungsfrage, die ihr weiter unten findet, um a) den Fokus zu lenken und etwas mit neuen Augen zu betrachten und b) unsere Medienkompetenz zu trainieren. Sogenanntes aktives rezipieren.</p><p>Ihr könnt das Bild herunterladen, Aufgaben machen und streichen und in den Kommentaren erzählen, auf welcher Linie ihr ein Bingo habt: waagerecht, senkrecht oder diagonal.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b10cd36a-48e8-437a-a1d5-79702641f9e7/uploads/images/ig4ve7fluo/Beige_Gradient_Autumn_Fall_Bingo_Instagram_Post.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><ul><li><p>Alien: Wie wird durch Sound und Kamera vermittelt, wofür das Alien steht?</p></li><li><p>Please Answer Carefully <a href="https://litrouke.itch.io/please-answer-carefully">hier im Browser spielen</a></p></li><li><p>Vampir: Gibt es Vampir-Geschichten auch ohne Bezug auf Bram Stokers Dracula?</p></li><li><p>Udolpho: Was ist Gothic?</p></li><li><p>IT: Wie wird hier Grusel generiert?</p></li><li><p>Hexen: Was ist hier das Verhältnis zwischen Weiblichkeit und Hexen?</p></li><li><p>Das verräterische Herz: Hätte die Geschichte auch anders ausgehen können?</p></li><li><p>Gespenst von Canterville: Worum geht es in dieser Geschichte <em>wirklich</em>?</p></li></ul><h3>Es gibt keinen ethischen Drogenkonsum</h3><p>Letztens habe ich über Kokain nachgedacht. Im Aufzug mit mir war ein Mitte-20-jähriger Mann, Typ angehender Politiker, angedeutetes Aggressionspotenzial, der den kleinen Raum auditiv und olfaktorisch vollkommen einnahm und sich über irgendwas aufregte.</p><p>“Weil der zugekokst ist”, erklärte mir meine Begleitung. Nun habe ich wenig Erfahrungen damit, wie sich Menschen auf Koks verhalten (die Antwort ist immer “unangenehm”), aber die größere Frage war eh: Das macht noch jemand? Ist das nicht out?</p><p>Nein, wie sich herausstellt. Dabei gehen die Zahlen in Hamburg zurück. Zumindest, wenn man dem Zoll vertraut, der im letzten Jahr <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/zoll-bilanz-kokain-funde-im-hamburger-hafen-deutlich-ruecklaeufig,zollbilanz-104.html">deutlich weniger Drogenfunde im Hamburger Hafen</a> machte. Nun ist fraglich, ob das daran liegt, dass weniger Kokain hergestellt bzw. nachgefragt wird, Hamburg als Umschlagsort nicht mehr interessant ist oder der Zoll schlechtere Arbeit gemacht hat.</p><p>Was mich zu der Frage bringt: Wie sieht die Wertschöpfungskette aus? Den Handel und Schmuggel mit Drogen hat <a href="https://www.youtube.com/results?search_query=vice+coke">Vice hinreichend dokumentiert</a> (auch wenn die Meinungen auseinandergehen, wie viel Wahrhaftigkeit und Unterhaltung in diesen Reportagen steckt). Am Ende der Kette, das gerade <a href="https://fink.hamburg/2025/07/die-unsichtbaren-frauen-am-hauptbahnhof-hamburg/">in Hamburg heiß diskutiert</a> wird, können wir festhalten, dass die Ausbeutung von Suchtkranken nicht nur illegal ist, sondern auch schäbig. Die Reise von Kokain beginnt und endet mit Leid.</p><p>Hinzu kommt: Ökologisch betrachtet ist die Herstellung von Kokain katastrophal. Verarmte Menschen stellen die Drogen unter Lebensgefahr her, Abfallprodukte verschmutzen Gewässer. Zu den Zutaten gehören neben den Blättern selbst Bleiche, Benzin, Salzsäure, Alkohol und Aceton.</p><p>Wer sich das also reinzieht, ist okay damit, dass Menschen sterben. Wie man es dreht, Kokainkonsum kann nicht ethisch sein.</p><h3>Was es nicht alles gibt</h3><p>Ich bin immer wieder überrascht, was diese Welt zu bieten hat.</p><p>Erst letztens habe ich in einem Reel von Baauer (das ist der, der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=qV0LHCHf-pE">Harlem Shake</a> und diesen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=M5USD-Smthk">Flosstradamus-Remix</a> produziert hat; 2012 war für Musik, Internet und mich eine aufregende Zeit) gelernt, dass Butterfly von Crazy Town gar nicht von einer echten Band gespielt wird. Es ist eine <a href="https://www.instagram.com/reel/DYUqqO5BD05/?hl=de">“beautiful sample collage”</a>, wie Baauer sagt: Die Gitarre, die den ganzen Vibe ausmacht, stammt aus einem Red Hot Chilli Peppers (dieser Newsletter ist ein Anthony-Kiedis-<a href="https://www.youtube.com/watch?v=7i_22PrQsp8">Hate-Club</a>, nur dass ihr’s wisst) Lied aus dem Jahr 1989, die Drums sind von Skull Snaps von 1973 und werden zum Beispiel auch im <a href="https://www.youtube.com/watch?v=JlDBqvc7Mw0">Matrix-Soundtrack</a> verwendet.</p><p>Außerdem habe ich mir <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YisClQeXN18">diesen knapp einstündigen Crashkurs</a> gegeben und gelernt, wie “zufällig” die Kämpfe in Final Fantasy 7 sind. Es geht darum, wie einer der Moderatoren des Speedrun-Forums bei der Sichtung einer Einreichung anhand eines scheinbar zufälligen Encounters in der Welt darauf schließen konnte, dass der Spieler betrogen hat — und auch, wie er es gemacht hat. Ich betone nochmal, da ist ein Run, der fast acht Stunden dauert, und in dieser Zeit erkennt der Moderator anhand EINES kleinen Kampfes, von denen Sterbliche wie ich bisher dachten, sie seien zufällig und könnten nicht manipuliert werden, dass etwas faul ist. Faszinierend.</p><p>Vor einigen Wochen erfuhr ich von der Existenz des Rapserdflohs. Raps kenne ich nur als schöne gelbe Felder und Öl in meiner Küche. Was dazwischen passiert, hat mich bisher nie tangiert. Aber mir erzählte eine Freundin, die sich beruflich damit auseinandersetzt, dass dieser Floh großen Schaden anrichten kann und welche Lösungen sich Wissenschaftler:innen und Landwirt:innen ausdenken, um die Schädlinge im Raps zu verhindern oder zumindest ihren Schaden zu minimieren.</p><p>Last but not least habe ich gelernt, dass es einen Begriff für Hundewesen gibt, wie man sie aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kynokephale#/media/Datei:Cinocefalo_Weltchronik_12.jpg">mittelalterlichen Zeichnungen</a> kennt: Kynokephale. Das sind Fabelwesen mit menschlichem Körper und Hundekopf. Ihre Darstellungen reichen wohl viele Jahrtausende zurück. Ihr lest richtig, “-tausende”. Klar, Anubis. Als nächstes kam mir Beowulf in den Sinn, weil es ähnlich wie Werwolf klingt, aber in diesem Fall ist es der Name des Helden. Tolkien war übrigens einer der Übersetzer, die Beowulf aus dem Angelsächsischen in modernes Englisch übersetzten. Wenn man will, lassen sich in den Abenteuern gewisse Parallelen erkennen.</p><p>Auch der zweite Menschenhund (Hundsmensch?), der mir in den Sinn kommt, ist keiner. Bis eben dachte ich, Ripper Roo aus Crash Team Racing/Crash Bandicoot wäre ein verrückter, vage anthropomorpher Hund. Stellt sich raus, er ist ein Känguru.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56280f07-f714-42f7-aa21-c04f36fc1bc8/uploads/images/myppwusahn/ripperroo.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Ripper Roo auf seinem Kart"/><p>Wurden Kynokephale von Werwölfen abgelöst? Auch im Gegensatz zu Mantikoren, Greifen oder Chimäras sind Kynokephale weniger bekannt, vermutlich weil sie weniger spektakulär daher kommen. Was ist euer liebstes Mischwesen? Ich persönlich bin ja großer Fan von Meerjungfrauen und Sirenen.</p><p>Übrigens: Mein guter Freund und Podcast-/Magazin-Kollege Florian hat nun auch einen Newsletter (about time). Es geht um Tech, aber in sinnvoll, positiv und (dare I say) hoffnungsvoll. Ein Abo kostet nichts und die erste Ausgabe zum Thema Smart Glasses ist gerade frisch raus:</p><a href="https://www.derpatch.de/pervert-glasses-meta-ray-ban-xander-glasses-isee-one/">https://www.derpatch.de/pervert-glasses-meta-ray-ban-xander-glasses-isee-one/</a><h3>Meme der Woche</h3><p>Eines der witzigsten Artefakte deutscher Meme-Kultur ist dieser Ausschnitt aus NDR Info. Bei einer Straßenumfrage reagieren ältere Menschen auf die Information, dass die Kokainkonzentration im Abwasser in Güstrow, einem 30.000-Seelen-Ort, höher ist als in München. Die Damen und der Herr sind im Internet zum Symbolbild der Scheinheiligkeit avanciert.</p><a href="https://www.youtube.com/shorts/PeZuIrCiQGM">https://www.youtube.com/shorts/PeZuIrCiQGM</a><p>Die Möglichkeiten der Reproduktionen sind unendlich: “Deine Schwester stellt empört fest, dass das letzte Schokoeis verschwunden ist. — Das überrascht mich. Wie kann das sein?” “Dein Kollege erzählt, dass schon wieder jemand gekündigt hat und du musst so tun, als wüsstest du nicht, dass die Person seit Monaten davon geredet hat, diese Hölle zu verlassen. — Da bin ich sprachlos.”</p><h3>Danke</h3><p>Vielen Dank fürs Lesen, Abonnieren und deine Unterstützung!</p><p>Wenn dir diese Ausgabe gefallen hat, gib ihr gerne ein High Five und leite sie weiter. Du kannst sie auch auf den Plattformen deiner Wahl teilen. Dort erreichen mich auch Anmerkungen, Lob, Kritik und Themenwünsche:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li></ul><p>Wenn du noch mehr unterstützen magst und kannst, geht das mit einer Bonus-Mitgliedschaft oder einem <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Kaffee</a>.</p><p>💋<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 07 Oct 2026 18:04:46 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Lázár ist ein guter Roman, der gerne ein großartiger wäre]]></title>
      <description><![CDATA[Wie funktioniert dieses Buch?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie funktioniert dieses Buch?</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d0458c7a-547a-4a67-a5ac-859f7db78683/uploads/images/i7czs6z2if/jmhgdkhgd.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Triggerwarnung: Sexueller Missbrauch, Suizid, Krieg</em></p><p>Lázár erschien 2025 und war für einige direkt ein Liebling, ein Wunderwerk deutscher Literatur, für andere ein prätentiöser Versuch, bedeutsam und tiefgründig zu sein. Manchmal beides gleichzeitig.</p><p>Ich möchte eigentlich auch keine Rezension schreiben (ich fand das Buch gut, ich fühlte mich unterhalten und habe Neues gelernt, aber sehe Probleme darin), sondern den Roman analysieren und damit dekodieren: Was steht in dem Buch und welche Auswirkungen hat das auf (meine) Rezeption? Wie <em>funktioniert</em> es? Was dann zu der Frage führt, <em>ob</em> es funktioniert und vielleicht ist die Antwort darauf dann doch eine Rezension.</p><h2>Dioramen</h2><p>Lázár erzählt die Geschichte der namensgebenden Adelsfamilie, die untrennbar mit historischen Ereignissen verwoben ist. Wir lernen Mutter und Vater von Lázár kennen, als sie in ihrem Waldschloss im heutigen Ungarn leben. Irgendwann in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Gegend um Pécs schon seit mehreren Jahrhunderten zur Habsburger Monarchie gehört. Die Erzählung umfasst vier Generationen der Familie, hinzukommen (und gehen) zahlreiche Bedienstete, Angestellte, Freunde und Nachbarn.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d0458c7a-547a-4a67-a5ac-859f7db78683/uploads/images/tfjd3jxsen/image.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Familienstammbaum der Familie Lázár, Mutter und Vater, deren Kinder Imre und Sándor, der mit Mária liiert ist, deren Kinder Ilona und der uneheliche Lajos, der mit Lilly liiert ist und deren Kinder Pista und Eva"/><figcaption>Der Familienstammbaum der Lázárs, auf das absolute Minimum heruntergebrochen.</figcaption></figure><p>Wir begleiten die Familie durch das Ende der Habsburger Monarchie, die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, den ersten und zweiten Weltkrieg, bis in die 50er Jahre durch kaisertreue, faschistische und kommunistische Regimes. Aber anders als eine Familiengeschichte vermuten lässt, ist Lázár kein Epos. Es gibt keinen direkten Plot. Mitunter spielen sich Kapitel in Wien, Berlin und Budapest ab, denn jedes Kapitel ist im Grunde ein Diorama. Wie ein Blick in einen Schaukasten, der einen bestimmten Moment in der Zeit zeigt. Der Roman ist eine Aneinanderreihung dieser Momente, die sich zu Leben addieren – sollen.</p><p>Das spiegelt sich auch in der Erzählsituation. Der Erzähler ist omnipräsent und hängt nicht an einer Person, sondern streift sie alle mal. Das ergibt zwar Sinn bei so vielen Protagonist:innen, birgt aber auch die Gefahr, dass Figuren auf Stereotype reduziert und nicht ausreichend beleuchtet werden. Überschneidungen gibt es zum Beispiel bei Pista und seinem Vater Lajos, bei Ilona und ihrer Nichte Eva. Ganz zu schweigen von den Nebenfiguren, die einem Bild entsprechen, das man von Figuren zur Jahrhundertwende oder im 20. Jahrhundert hat, eben weil sie schon hunderte Male so beschrieben wurden und Charaktere sind, näher an der stereotypen Idee als echt anmutenden Personen.</p><p>Wegen der kurzen Kapitel fühlt es sich an, als rase man durch die Szenen, wodurch die historischen Schauplätze und Ereignisse auf dem Niveau einer Wikipedia-Zusammenfassung bleiben und zu Leinwänden im Hintergrund verkommen, die zwar irgendwo ein bisschen was mit den Figuren machen, aber eigentlich auch nicht. Denn es geht alles so schnell, dass den Figuren selten Gelegenheit zur Introspektion bleibt.</p><p>Der Vibe des Romans verändert sich im Laufe der Geschichte. Es wird grausamer und weniger träumerisch, wobei sich das nicht unbedingt ausschließen muss und gerade das Träumerische weiter erkundet hätte werden können. Eben, weil es am Anfang als größeres Thema angekündigt wird: In dem angrenzenden Wald scheinen immer wieder Menschen zu verschwinden oder den Verstand zu verlieren. Manchmal ist nicht klar, ob die Figur sich etwas einbildet oder tatsächlich existierende Dinge schlicht anders wahrnimmt und damit die Wirklichkeit verzerrt darstellt.</p><p>Dieser Eindruck hängt natürlich auch mit dem Setting zusammen. Weltkriege lassen sich nicht romantisieren, eine Monarchie hingegen schon. Flucht, Missbrauch und Faschismus sind zu real, als dass das vorher so privilegierte Leben der Familie träumerisch hätte bleiben können. Und doch finde ich, dass es einen Weg gegeben hätte, den Ton des Anfangs sinnvoll fortzuführen.</p><p>Der Anfang, in dem man noch seinen Weg in die Familie finden muss, hat etwas Fantastisches, das später verloren geht. Das erste Beispiel ist auf Seite 1: „Am Rand des dunklen Waldes lag noch der Schnee des verendeten Jahrhunderts, als Lajos von Lázár, das durchsichtige Kind mit den wasserblauen Augen, zum ersten Mal den Mann erblickt, den es bis über seinen Tod hinaus für seinen Vater halten wird.“ Ist das durchsichtige Kind eine Metapher? Ist er durschaubar, fremd, Projektionsfläche? Das wird nicht weiter erörtert und spielt in seinem Erwachsenenleben keine Rolle mehr. Das Träumerische wird angeteasert und hängt dann im Raum.</p><p>„Den es … für seinen Vater halten wird“ deutet ein Familiendrama an, das der Roman nicht ist. Stattdessen wird hier schon deutlich, dass die Lázárs eine klischeehafte Adelsfamilie sind, in der Gefühle unterdrückt werden und niemand mit niemanden spricht. Und sei es nur, um den Anschein aufrecht zu erhalten, denn „alles, was [Pistas Eltern] davon abgehalten hatte, ihn als Kind im Wald auszusetzen, waren die Konventionen der Gesellschaft” (S. 209).</p><p>Was diesen Roman für viele prätentiös macht, sind vermutlich die unzähligen Erwähnungen von klassischen Autoren (und zwei Autorinnen) oder Anspielungen auf sie in Form von verschachtelten Sätzen oder behandelten Motiven. Wäre Lázár ein Film, würden solche Referenzen nicht als affektiert interpretiert werden, da bin ich sicher.</p><h2>Lesekompetenzen am Limit</h2><p>Was mich zu einem größeren Punkt führt, denn ich habe letztens ein Straßeninterview von FM4 Radio gesehen, das mich wütend gemacht hat. Darin erzählen Menschen von Büchern, die sie abgebrochen haben. Einer nennt Kafka, denn der sei „pretentious“, eine nennt Orwell, weil Animal Farm auch ein Kleinkind hätte schreiben können.</p><p>Seit wann bewerten wir alles, was uns nicht gefällt, so radikal? Seit wann ist alles „pretentious“, was man nicht versteht? Bücher (Medien generell) dürfen anspruchsvoll sein. Es muss nicht immer alles gefällig und runtergebrochen sein. Nicht jedes Buch muss für alle zugänglich sein. Es ist ignorant zu behaupten, Literatur, die einem nicht gefällt oder die man nicht versteht, wäre prätentiös.</p><p>Ähnliche Kritik las ich auch zu Lázár. Da ist meine Frage: Sind es die Erwähnungen von Goethe, Hoffmann, Proust, die „pretentious“ sind, weil sie an die gymnasiale Mittelstufe erinnern, die, egal ob man da war oder nicht, mit einer bildungsbürgerlichen Erwartungshaltung und der ständigen Erinnerung verbunden ist, dass man nicht ausreicht, ausgedrückt als Schulnote? Das wäre dann ein you-problem.</p><h2>Motive und Motivation</h2><p>Vielleicht haben die vielen Erwähnungen einen altklugen Beigeschmack, ein „Guck, wie relevant ich bin und wie ich mich hier einreihe“-Gefühl, das sie vermitteln. Das seh ich, aber ich les sie anders. Was der Roman zeigen will, aber nur bedingt schafft, ist, dass die persönlichen Schicksale der Figuren immer unmittelbar mit ihrem Kontext zusammenhängen. Die Geschichte der Familie kann nicht von der Geschichte des Ortes und der Zeit gelöst werden: „alles, was [Lajos] wirklich kannte, war die Monarchie. Er kannte ihre Grenzen und Sprachen, ihre Völker und Flüsse, ihre Berge und Schlachten. All diese Dinge, die sein Land ausmachten, machten auch ihn aus, waren ein Teil seiner Familie und seiner Geschichte, ein Teil von ihm, ohne den er gar nicht denkbar gewesen wäre“ (S. 83).</p><p>Das unterstreichen die erwähnten Autoren, die hier teilweise als Menschen vorkommen, die gerade in den Zeiten stecken, über die sie später schreiben werden. Carl Zuckmayer erscheint zum Beispiel im Zug in die Schweiz, wo er davon erzählt, wie die Nazis die Familie an der Grenze durchsuchen werden. Später wird er zitiert, wie er den Boykott in Wien 1938 beschrieben hat. Jede dieser Erwähnungen ist in dem Roman nah an Zeit und Ort des Originals eingebettet. Denn die erwähnten Werke sind, ob sie fiktional sind oder nicht, vom Kontext beeinflusst, in dem sie entstanden sind. Von der Welt beeinflusst, die hier als Setting dient, in der diese fiktionale Geschichte der Familie Lázár erzählt wird.</p><p>Imre, der Nachtstücke von E.T.A. Hoffmann liest und sich darin verliert. Ilona, die die Traumnovelle von Arthur Schnitzler liest, kurz bevor sie ihre Sexualität entdeckt. Eva, die Das andere Geschlecht von Simone de Beauvoir liest und über ihr Verhältnis als Frau zur Literatur sinniert. Die Lektüre der Figuren steht stellvertretend für die Gedanken, die sie selbst nicht äußern.</p><p>Am Beispiel der Familie Lázár werden im Kleinen Fragen der Zeit gestellt, die alle nicht neu sind und an anderer Stelle ausführlicher bearbeitet werden. Hier sind sie manchmal nur ein Blatt im Wind, das vorbei rauscht und direkt wieder vergessen ist: „Pista hatte nie wirklich darüber nachgedacht, was sein Vater im Krieg getan hatte. Natürlich war ihm klar, in welche Richtung es ging, aber darüber gesprochen worden war nie. Außerdem hatte er es ja tun müssen, hatte gar keine andere Wahl gehabt. „Also dann, vielen Dank für die Gastfreundschaft“, sagte Lajos und erhob sich, während Pista noch über den Unterschied zwischen der Erklärung und der Entschuldigung seines Verhaltens nachdachte.“</p><p>Leider kommen solche Gedanken selten. Vielleicht liegt es an der Menge der behandelten Themen und Motive, von denen die meisten zu kurz kommen (müssen, mit 331 Seiten ist das Buch eher auf der mittel-kurzen Seite): Es geht um die Erscheinung und wie andere einen wahrnehmen, Konformität und damit einhergehend Akzeptanz und Aufgeben von Normen und Träumen. Es geht um Depression, Gefangenschaft und Zwang, (nicht) genug zu sein.</p><h2>Das Muster</h2><p>Hat man sich erstmal in die langen Sätze eingelesen, erscheint schnell ein Muster, dem die meisten Kapitel folgen. Eine Frage wird aufgeworfen und wenige Seiten später beantwortet. Das kann die Frage sein, wann und wo die Geschichte spielt. Zuerst lesen wir „Jahrhundertwende“ (aber welche?), „Gaslampen“ und „Gulaschsuppe“, was immerhin eine fundierte Vermutung erlaubt. Es kann aber auch die Frage sein, mit wem Imre seine Mutter nachts reden hört. Mit wem Pista den Hauslehrer sprechen hört, als er den belauscht. Das hat einerseits den Effekt, dass wir weiterlesen wollen, um zu wissen, was passiert. Weil wir dieses Geheimnis lüften wollen, denn andererseits verstärken diese Momente den Eindruck der Geheimniskrämerei der Familie. Wir wissen wenig, ahnen viel und sind dadurch aktive Leser:innen. Jedes Detail kann als potenzieller Hinweis, versteckte Metapher gelesen werden, die es dann vielleicht doch erlaubt tiefer in die Geschichte der Familie einzudringen und ihre Geheimnisse zu offenbaren.</p><p>Wenn Ilona in Kapitel 5 in ihrem Zimmer aufwacht und die gelbe Tapete betrachtet, ist das vielleicht eine Anspielung auf die gleichnamige Kurzgeschichte von Charlotte Perkins Gilman, in der eine Frau von ihrem Mann in das Zimmer mit der gelben Tapete gesperrt wird, um gesund zu werden, aber letztendlich weiter in die Depression sinkt, ihren Verstand aufgibt und sich am Ende über ihren Mann und ihre Unterdrückung, wortwörtlich und sinngemäß, hinwegsetzt.</p><p>Manchmal geschieht es andersrum. Objekte oder Informationen kehren wieder und erlauben uns Leser:innen einen Blick in die Zukunft. Wir wissen schon, was passieren wird, bevor die Figuren es wissen. In einem Moment masturbiert Ilona mit einer weißen Kerze. Ein Detail, das an dieser Stelle so auffällig ist, dass man es schon für später abspeichert. Dieses Später ist dann, wenn Lajos auf dem Internat von anderen Jungen in eine Ruine geführt wird, wo einer schon steht und eine weiße Kerze in der Hand hat. Der Missbrauch wird erst viele Seiten später explizit erwähnt, als Lajos seinem Therapeuten davon erzählt.</p><p>Ähnlich funktioniert die Zusammensetzung von Kapiteln: Während Pista und sein Vater in dem einen noch durch das zerstörte Budapest gehen, der Nachbar von den Ermordungen und Hinrichtungen berichtet und Pista sich fragt, was genau sein Vater während des Kriegs getan hat, ist er im nächsten Kapitel auf der Suche nach seiner jüdischen Freundin. Wir wissen schon, dass sie Jüdin war und wissen deshalb, dass seine Suche nur ein trauriges Ende nehmen kann. Wir spüren das Leid der Figuren schon vor ihnen. Das ist ein verbreitetes Stilmittel, um Erwartungen zu steigern, denn was, wenn es alles doch ganz anders käme, wie groß wäre die Erleichterung!</p><h2>Gute Formen, schlechte Formen</h2><p>An manchen Stellen bricht der Autor mit der klassischen Erzählstruktur. Dort spiegelt die Form den Inhalt. Das ist erfrischend. Wie Ilona allein in den Wald läuft, wird zum Beispiel als Gedicht beschrieben: sechs Mal drei Zeilen, die meisten im Jambus, sowohl Paar- als auch Kreuzreim und generell macht das Gedicht den Eindruck alles und nichts zu sein. Als Stilmittel, als Unterbrechung der bisherigen Erzählung, funktioniert es okay. Leser:innen verstehen, dass hier gerade etwas Ungewöhnliches passiert.</p><p>Einige Kapitel später hat der Hauslehrer Jonathan einen Traum, der uns mit wenigen Worten, vielen Absätzen und ohne Satzzeichen erzählt wird – so wie man sich nach dem Aufwachen an einen Traum erinnert, abgehakt und fast wirr.</p><p>Das Kapitel, in dem Mária im Morgengrauen aufsteht, sich Steine in die Jackentasche legt und in den See geht, ist ein einziger Satz. Auch hier entspricht die Form dem Inhalt. Ihr Suizid ist ein einziger, langer Moment, in dem vieles gleichzeitig passiert, ohne dass sie innehält.</p><p>Die Machtergreifung der Nazis und der zweite Weltkrieg sind der historische Hintergrund für das zweite Drittel des Romans. Da Ungarn Verbündeter der Nazis war, ist von vornherein klar, welche Rolle die Lázárs spielen werden. Nach der Kriegserklärung Ungarns gegen die Sowjetunion heißt es, blieb Lajos in Pécs und <em>kümmerte sich um Organisatorisches</em>. Es hätte gar nicht die ständige Wiederholung dieses Satzes gebraucht, um die Bedeutung hinter dem Euphemismus zu verstehen. Aber sie funktioniert ganz hervorragend, um a) die Eintönigkeit der bürokratischen Arbeit zu illustrieren, die einen großen Kontrast zu dem bildet, was sie letztendlich bedeutet, und b) Spannung zu erzeugen, bis später geschrieben steht, dass Lajos die Deportation der in Pécs lebenden Juden nach Auschwitz organisierte.</p><p>Als einige Wochen später die Gestapo vor der Tür steht, um den geistlichen Hauslehrer Pontiller festzunehmen, der mit seiner Kritik an Hitler nie zurückhielt, beschreibt Lajos, dass einer der Polizisten eine Brille trage, „was Lajos irritierte, so als schließe eine Brille Brutalität und Sadismus aus“. Ein Bild, das oft verwendet wird, um barbarische Bösewichte von den vermeintlich intelligenten Sadisten zu unterscheiden. Die, die animalischen Trieben folgen und die, die einen durchschauen. Soweit zumindest die Stereotype, in die mordende Antagonisten oft eingeordnet werden. Durch den Kontrast zwischen der Brille und der gleichgültigen Brutalität soll eine Dissonanz entstehen, ein Unwohlsein, das noch zu dem Unwohlsein hinzukommt, das allein schon der Inhalt des Textes aufbaut. Weil es aber ein Klischee ist, wird der Effekt gemindert.</p><p>Die Flucht der Lázárs vor der Roten Armee ist eines der längsten Kapitel. Obwohl sie nach nur einem Tag eingeholt werden und dann umkehren, zieht sich dieser eine Tag, wie das Kapitel. Pista denkt an all die Dinge, die sie im Waldschloss zurücklassen mussten: „Der Hirschkopf mit den vierzehn Enden über dem Kamin, den sein Großvater geschossen hatte. Das rotgold-gestreifte Seidensofa im Salon. Die Nachttischlampe mit dem chinaroten Lampenschirm. Die schritteschluckenden Teppiche in den Fluren und auf den Treppen“ (S. 208). Alles Gegenstände und Möbelstücke, die kurz vor prägenden Momenten der Familiengeschichte beschrieben wurden. An die wir uns hier erinnern und denken, sie seien der Inbegriff der Familie. Tatsächlich ist es das, was Pista kurz danach denkt, als er sich erinnert, wie sehr seine kleine Schwester in der Nacht davor geweint hat und dass er sie nicht getröstet hat, denn: „So etwas tat man in dieser Familie nicht“ (S. 209). Das ist es, was die Lázárs ausmacht, nicht das Geld oder der Name, sondern die Verdrängung und unausgesprochene Gefühle. Wie bei vielen anderen Familien, deren Mitglieder die Weltkriege noch selbst erlebt haben. Eine Generation an Schweigenden.</p><p>Während dieser Flucht beobachtet Eva eine Frau, die ihren Kinderwagen durch den Schnee schiebt. Sie traut sich nicht sie anzusprechen, genau wie ihr Vater, der sich nicht traute, die Jüdinnen und Juden anzusprechen oder ihnen überhaupt in die Augen zu sehen. Beide Momente sind im Buch nicht weit voneinander entfernt und diese Nähe schafft eine inhaltliche Verbindung. Wir sehen Eva als Mitläuferin, wie ihren Vater als rückgratlose und gefrorene Gestalt, die dank ihrer Privilegien überleben kann.</p><p>Auch Kapitel 46 und 48 sind besonders. Anstatt einem Familienmitglied zu folgen, lesen wir von Stalins letztem Abend – aus der Sicht von Stalin und dessen Bediensteten. Wieso? Wenn es nur um die Info geht, dass er stirbt, hätte das weitaus passender vermittelt werden können. Wenn es darum geht, sein Lieblingsbuch zu nennen, um einen weiteren Autoren zu erwähnen und damit Bezüge zwischen unserer Wirklichkeit und der Realität der Fiktion herzustellen, hätte man ihn auch einfach weglassen können. Der gesamte Roman ist ein namedropping-Fest, was ich eigentlich angenehm finde, weil es das Buch weiter in der sehr realen Zeit verankert. Was nun aber diese beiden Kapitel sollen, weiß ich nicht.</p><p>In den 50er Jahren wird Ungarn kommunistisch und die Lázárs verlieren alles. Die Momente der Enteignungen aus ihrer Sicht zu lesen und nun, nach fast 300 Seiten, selbst eine Verbindung zu dem Waldschloss und der Stadtvilla aufgebaut zu haben, löst widersprüchliche Gefühle aus. Auf der einen Seite ertappt man sich fast selbst dabei die guten, alten Zeiten zu vermissen, als Reichtum und Privilegien selbstverständlich, weil allgegenwärtig waren und niemand daran dachte, sie zu reflektieren. Auf der anderen Seite wird hier nochmal deutlich, wie groß der Unterschied zwischen den Lázárs ist, die während des Krieges die meisten ihrer Besitztümer und vor allem ihr Leben und ihre Würde behalten konnten, und allen anderen Menschen.</p><h2>Die Meta-Ebene</h2><p>Je mehr Seiten vergehen, desto selbstbezogener wird der Roman. Auf Seite 211 sinniert jemand über Schriftsteller und ihren „Zwang, das ganze Leben und jeden noch so persönlichen Gedanken ihrer Figuren auszuformulieren … Er verstand nicht, wie sie die Rücksichtslosigkeit aufbringen konnten, ihre Figuren in eine erdachte Wirklichkeit hineinzuschreiben und sie dort vor aller Augen zu sezieren.“ Und es geht weiter: „Was tut ein Schriftsteller anderes, dachte Eva, als seinen Figuren das Recht auf Selbstbestimmung zu nehmen. Er legt ihnen Kriege in den Weg, schreibt ihnen Depressionen ins Gemüt oder entreißt ihnen ihre erste Liebe. Ein Machtgefälle wie zwischen Täter und Opfer, wenn auch nur in der Fiktion. Die Figuren können sich nicht wehren, der Schriftsteller macht mit ihnen, was er will, lässt sie leiden und vergeblich hoffen, um sich seiner Überlegenheit zu vergewissern“ (S. 289).</p><p>Wie passt das zum Rest des Romans? Ist es ein Hinweis auf semi-autobiografische Inhalte? Es ist so offensichtlich, aber wieso ist es da? Es scheint ein unzusammenhängender Punkt zu sein, der nur gemacht wird, um gemacht zu werden.</p><p>An anderer Stelle ist der Roman aus Versehen selbstreferenziell. Eva, die Vermeer mag, weil er seine Frauen nicht nackt darstellt, denkt an die Frauen, die bei anderen Malern Modell stehen mussten und vergleicht ihren eigenen Körper mit der Darstellung eines Frauenkörpers, den ein Mann gemalt hat. Das greift aktuelle Debatten auf, in denen von Männern geschriebene Frauenfiguren für ihre Einseitigkeit und Oberflächlichkeit kritisiert werden. Und leider ist es auch in diesem Roman so, dass die männlichen Figuren mehr Tiefe haben, allein schon, weil sie mehr Seiten in Anspruch nehmen und darin auch nicht auf „weibliche“ Themen reduziert werden, wie die Reflektion des eigenen Geschlechts und den dazugehörigen Erwartungen und Ansprüchen.</p><p>Kapitel 39 ist der Versuch, einer eindimensionalen Figur den Anschein von Komplexität zu verleihen. Es geht um die letzten Gedanken, die der geistliche Hauslehrer Pontiller vor seiner Hinrichtung hat. „Er legte sich auf den Bauch und dachte an Eva, … anders als die meisten hatte sie ihn als Menschen gesehen, nicht als eindimensionale Figur, die vergeblich gegen ihre Zeit kämpft.“ Dieser Moment der Selbstreflexion, dass Pontiller genau das geblieben ist, wirkt mehr wie das Aufsammeln loser Enden als bedeutungsvoller Beitrag zur Geschichte. Wie nachträglich reingeschoben, um die Grausamkeit des Kriegs hervorzuheben und einer Nebenfigur in ihren letzten Momenten doch noch sowas wie Leben und originelle Gedanken einzuhauchen.</p><p>Mit manchen Andeutungen ist Lázár extrem offensichtlich. Während der Flucht erzählt der alte, blinde Butler eine Geschichte, in der der blinde Bruder von seiner Familie misshandelt und am Ende im Winter ausgesetzt wird und auf dem Weg nach Hause erfriert. „Wenn Béla diese Geschichte erzählte, schämte sich Eva dafür, ein Mensch zu sein“ (S. 216). Hier bezieht sich der Roman wieder auf sich selbst, nimmt Interpretationen vorweg und zeigt direkt mit dem Finger drauf: <em>Die jüngste Generation der Lázárs würde gerne reflektieren, tut es aber nicht. Die Familie Lázár ist komplizierter, als die kurzen Einblicke zeigen. Wir lernen sie als Kinder, Opfer, Schüler, Sehnsüchtige kennen, aber dahinter verbirgt sich mehr, Obacht!</em></p><p>Es wäre eindrucksvoller, könnten Leser:innen selbst darauf kommen, und das kämen sie. An dieser Stelle liest sich der Roman so, als hätte er eine ganz klare Intention, die nicht verpasst werden dürfte, weshalb sie so deutlich aufgeschrieben wird.</p><p>Wobei ich mich nach wie vor schwer damit tue, die Frage zu beantworten, was das alles soll. Lázár bespricht Themen des Menschseins, die Verbindung zwischen Person und ihrer Umwelt, bettet beides in literarische Geschichte und hat am Ende nicht so richtig etwas Neues gemacht. Oder?</p><p>Ich möchte nochmal betonen, was ich eingangs schrieb: Ich habe das Buch gerne gelesen. Ich fand es sogar gut. Bestimmt gibt es für meine Kritikpunkte auch Gegenargumente. Vielleicht ergibt sich für andere Leser:innen Sinn, wo ich keinen gefunden habe. Ich glaube, Lázár ist ein guter Roman, der gerne ein großartiger wäre, weshalb ich ihn empfehle. Auf jeden Fall.</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 22 Sep 2026 12:10:41 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Mein Matrix rewatch stream of consciousness]]></title>
      <description><![CDATA[Die Ausgabe, die 20 Jahre  zu spät ist.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Ausgabe, die 20 Jahre zu spät ist.</strong></p><p>Matrix ist einer der wichtigsten Filme, die jemals gedreht wurden. Eine Verfilmung diverser philosophischer bis verschwörungsmythischer Narrative mit religiösen Untertönen und Actionszenen, die man nicht vergisst.</p><p>Ich bin bei jeder Interpretation von Matrix voreingenommen.</p><p><em>Die Handlung in Kürze: Die Matrix ist unsere Realität. Es ist die Welt, in der wir leben, die aber in Wirklichkeit als Simulation von den Maschinen in unseren Köpfen aufrecht erhalten wird, damit die Maschinen uns weiter als Batterien nutzen können, denn eigentlich leben wir schon längst in der Zukunft und die Maschinen haben die Macht übernommen. Morpheus und Trinity gehören zu einer Gruppe Menschen, die aus der Matrix gestöpselt wurden und nun gegen die Maschinen kämpfen. Sie warten auf den Auserwählten, das soll Neo sein.</em></p><p>Eine kursorische Suche im Internet (auf Reddit) ergab nur die zu erwartbaren Ergebnisse: Neo ist Jesus und Trinity eine bl0ße Anspielung auf die Dreifaltigkeit der christlichen Glaubenslehre, in deren Mittelpunkt Morpheus als Allwissender steht.</p><p>Bei der ersten Annahme gehe ich mit: Sowohl auf narrativer als auch visueller Ebene wird Neo mit Jesus gleichgesetzt, von der Wiedergeburt bis zum Heiligenschein. Dieser Logik folgend, müsste man aber unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass Morpheus sein Apostel ist. Der an die Prophezeiung vom Erlöser glaubt und ihm bedenkenlos folgt.</p><p>Die Prophezeiung besagt, dass der, der die Matrix nach seinen Vorstellungen formen kann, zurückkommt und die Menschen von den Maschinen befreit. Das ist in der Exekutive Neo — als Teil von Trinity.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cfb9c723-1278-4db3-91d0-5e5e06966b69/uploads/images/jk7kzlw22g/AUFMERKSAMKEIT_%282%29.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Trinity ist Gott. Sie ist nicht zwangsläufig die Auserwählte, aber eben das ist Dreifaltigkeit: Sie ist ein Teil davon und gleichzeitig das Ganze.</p><p>Es gibt mehrere Indizien: Neo hat eine Erkenntnis und sagt “Gott”, als einfachen Ausruf des Erstaunens. Trinity antwortet. Mit dem Schnitt wird hier eine inhaltliche Verbindung suggeriert.</p><p>Trinity stoppt den Amoklauf des Spions, Cypher, der lieber seine Ruhe in der Matrix haben will anstatt Teil des Widerstands zu sein und deshalb anfängt seine Kameraden den Programmen in der Matrix auszuliefern. Das gelingt ihr, indem sie zugibt zu glauben, Neo sei der Auserwählte. Genau das ist der Moment, in dem sie die Matrix formt, ihn zum Auserwählten <em>macht</em>.</p><p>Besagte Programme, die die Ordnung in der Matrix aufrechterhalten sollen, erscheinen dort in Form von Agenten. Niemand habe bisher einen getötet, wird Neo erklärt, deshalb sei Flucht immer besser als Kampf. Wenige Minuten später erschießt Trinity einen Agenten. Oder schießt ihn zumindest aus seiner menschlichen Hülle. So oder so eine Errungenschaft.</p><p>Als Neo in der Matrix gegen Agenten kämpft und zu sterben droht, ist sie es, die ihn in der Wirklichkeit wachküsst.</p><p>Als Maschinen angreifen und Neo als einziger in der Matrix verbleibt, hört er ihre Stimme aus der Wirklichkeit. Wieder und wieder verändert Trinity die Matrix und schafft als Einzige eine Verbindung zwischen Matrix und Wirklichkeit.</p><p>Denn sie ist Gott. Und Neo ihr Jesus-Auserwählter. Beides kann nicht ohne das andere existieren, was bestimmt im vierten Teil erörtert wird, den ich, wenn ich diesen Mini-Newsletter verschickt habe, nochmal gucken muss. In den zweiten Film habe ich nur hineingeschaut, um den ersten Stunt zu sehen: Trinity fährt ihr Motorrad in ein Wachhäuschen. Eine überlebende Wache sieht das Feuer, sagt “Oh my god” und das nächste Bild ist Trinity, die ihren Helm abnimmt.</p><p>I rest my case.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Werbeblock</h3><p>Bleiben wir bei Dingen, die im letzten Jahrhundert erschienen sind.</p><p><a href="https://www.debuff.de/tag/003/"><strong>Unser 3. Heft ist raus!</strong></a></p><p>Das selbst ist brandneu, aber das Spiel, über das ich schrieb, ist alt.</p><a href="https://www.debuff.de/der-erfolg-von-age-of-empires-2-ist-ein-community-projekt/">https://www.debuff.de/der-erfolg-von-age-of-empires-2-ist-ein-community-projekt/</a><p>Genau wie Resident Evil 0, das ich drüben bei Youtube spielte. Was ein wilder Ritt, mein lieber Scholli.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=wpt4Pb36d1w">https://www.youtube.com/watch?v=wpt4Pb36d1w</a><hr aria-hidden="true"/><p>Im gleichen Jahr wie Resident Evil 0 erschien auch The Wire. Zumindest in den USA, hierzulande musste man sechs Jahre warten, um dann eine sprachlich weichgespülte, um nicht zu sagen verfälschte Fassung der Serie gucken zu können.</p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social/post/3mt7min6wmk2c">https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social/post/3mt7min6wmk2c</a><p>Auch im Jahre des Herrn 2026 darf man The Wire durchaus empfehlen. Alles ist trostlos und bedrückend, jedes Fünkchen Hoffnung keimt in der Gewissheit auf, dass es nicht lange bleibt.</p><p>In der letzten Ausgabe habe ich Fringe empfohlen, was wohl sowas wie eine The-Wire-Reunion gewesen zu sein scheint. Lance Reddick spielt basically den gleichen Charakter, Andre Royo auch, Chris Bauer hat immerhin einen Gastaufrtitt.</p><p>The Wire ist ein gesellschaftskritischer Höhepunkt, der nur dadurch erträglich wird, dass er eine Aneinanderreihung herausragender Performances ist. Wood Harris, Michael K. Williams, Idris Elba, Wendell Pierce, CHEF’S KISS!</p><p>Es wurde schon alles über The Wire gesagt, bitte guckt es einfach.</p><h3>Danke</h3><p>Vielen Dank fürs Lesen, Abonnieren und deine Unterstützung!</p><p>Wenn dir diese Ausgabe gefallen hat, gib ihr gerne ein High Five und leite sie weiter. Du kannst sie auch auf den Plattformen deiner Wahl teilen. Dort erreichen mich auch Anmerkungen, Lob, Kritik und Themenwünsche:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li></ul><p>Wenn du noch mehr unterstützen magst und kannst, geht das mit einer Bonus-Mitgliedschaft oder einem <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Kaffee</a>.</p><p>💋<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 31 Aug 2026 12:22:06 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Das große Klicken]]></title>
      <description><![CDATA[Wer seit geraumer Zeit Zugang zum Internet hat und den Großteil seiner Hobbies dort verortet, hat einen Backlog. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wer seit geraumer Zeit Zugang zum Internet hat und den Großteil seiner Hobbies dort verortet, hat einen Backlog. Eine Sammlung an Filmen, Spielen, Videos, Texten, die wir rezipieren wollen, das aber nicht tun.</p><p>Gespeicherte Links, eine Youtube-Playlist fürs “Später Ansehen”, eine Steam-Bibliothek voller bereits gekaufter und nie installierter Spiele. Guilty as charged.</p><p>Auch wenn ich beim Kaufen und Speichern jede Intention habe, ein bestimmt tolles Produkt irgendwann zu konsumieren, passiert das nie. Es gibt immer etwas Neueres da draußen. Etwas, das meine Aufmerksamkeit verlangt, dem ich sie dann schenke und keinen Gedanken mehr an das verschwende, was ich vor 10 Minuten angeklickt habe.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p>Also habe ich auf dieses Video geklickt.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=JdatH4vRQFc">https://www.youtube.com/watch?v=JdatH4vRQFc</a><p>Darin sind einige Weisheiten verpackt, hinter dem Clickbait, Herrin meines Backlogs werden zu können, die praktischerweise in Social-Media-große Portionen verpackt sind, damit mein reizüberflutetes Gehirn sie verarbeiten kann.</p><p>8BITJOYSTICK spricht von der distraction machine. Wir haben irgendwann vor 10-15 Jahren Facebook, Instagram und Co. installiert, um mit Freund:innen in Kontakt zu bleiben. Um zu sehen, was die gerade machen. Um uns verbunden zu fühlen und auszutauschen.</p><p>Von den über 600 Kanälen, denen ich bei Instagram folge, sind nur ein Bruchteil Menschen, die ich kenne. Der Großteil sind Unternehmen oder Content Creator, deren Inhalte ich unter dem Deckmantel der <em>Inspiration </em>ansehe.</p><p>Besonders short form content ist darauf ausgelegt schnell Aufmerksamkeit zu generieren. Immer und immer wieder. Es ist wie ein Treibsand, der mich mit jedem Scrollen, jedem Trend, jedem Ragebait, jeder Sekunde weiter rein und nach unten zieht.</p><p>Ich habe diese Apps deinstalliert. Sie haben mich aktiv unglücklich gemacht und mir meine Lebenszeit geraubt.</p><p>Ich will nicht sagen, dass nicht noch wunderbare Dinge auf diesen Plattformen passieren. Aber wir müssen gleichzeitig realisieren, wie sie sich verändern und damit unser Nutzungsverhalten und Leben.</p><p>Mir ist die Ironie bewusst, dass dies hier ein Newsletter ist, der bei nicht wenigen Menschen auf einem “Lese ich später”-Stapel landen wird und eure Aufmerksamkeit verlangt. Ich gebe mir Mühe Überschriften zu finden, die nach etwas klingen, das ihr lesen wollt.</p><p>Und mir ist auch bewusst, dass alles, was ich gerade mache, im Internet stattfindet und ich auf Plattformen Werbung dafür mache, weil ich es für lesens- und hörenswert halte.</p><p>Das ist wie mit antikapitalistischer Kritik: Du bist Teil des Systems, daran lässt sich wenig ändern, aber du kannst es dennoch kritisieren.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Werbeblock</h3><p>Hier wollte ich mir eine clevere Hook überlegen, die euer Interesse weckt.</p><p>Schenkt eure Aufmerksamkeit stattdessen doch dem Hook, den Steve-O sich durch die Wange jagt.</p><p>Daniel und ich sprechen in unserem Podcast über die Jackass-Folge, in der sich Steve-O als Köder für Haie in den Ozean wirft. Und die Folge, in der Rachel Wolfson Scorpion Botox erhält. Und die Folge, in der Johnny Knoxville einen Unfall in einem Golf Cart auf einem Minigolfplatz hat und ohnmächtig wird.</p><p><a href="https://donttrythisathome.letscast.fm/">Wir haben schon ein kleines Archiv</a>, machen jetzt aber eine kurze Urlaubspause.</p><a href="https://donttrythisathome.letscast.fm/">https://donttrythisathome.letscast.fm/</a><p><a href="https://lostlevels.de/episode/200-folgen-lost-levels">200 Folgen Lost Levels!</a></p><p>Florian und ich feiern mit einer Sonderfolge und sprechen (mit euch!) über unsere liebsten Spiele der letzten 100 Folgen und welche Spiele auf unseren Wishlists sind.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=JImP-3Rlvho&amp;list=PLV96aoSE4RTgVnY57I4JxLTxLAad1lnjZ">https://www.youtube.com/watch?v=JImP-3Rlvho&amp;list=PLV96aoSE4RTgVnY57I4JxLTxLAad1lnjZ</a><p>Mit genau diesen beiden, Florian und Daniel, mache ich Debuff. <em>(Ich erzähl euch da nichts Neues, aber es kommen ja immer wieder neue Menschen zu diesem Newsletter.)</em></p><p>In der aktuellen Ausgabe unseres #teamdebuff-Newsletters erklärt Florian unsere Technik. Denn mit Google und Co. wollen wir NIX zu tun haben. Aber das ist nicht ganz so leicht umzusetzen…</p><p>Außerdem lohnt sich genau jetzt eine <a href="https://www.debuff.de/#/portal/signup">kostenlose Anmeldung auf Debuff</a>, dann erhaltet ihr ganz bald (!!!) die neue Ausgabe unseres Magazins. Es ist schon die Dritte! Ich las bereits Texte und kann euch sagen, das wird toll.</p><a href="https://www.debuff.de/#/portal/signup">https://www.debuff.de/#/portal/signup</a><hr aria-hidden="true"/><p>Gerade arbeite ich außerdem an einigen Texten, die erst in einigen Monaten erscheinen werden. Ich freu mich sehr, es geht in allen entfernt um Videospiele, aber eigentlich um die Bedeutung, die wir aus ihnen ziehen.</p><p>Beim Schreiben höre ich meist Musik. Abhängig davon, wie eilig ich es habe und wie schnell ich schreiben und denken muss, habe ich die — ich würde fast meinen perfekte — Playlist konzipiert.</p><h5><a href="https://www.youtube.com/watch?v=sw07BhtMwTY">Für das entspannte Arbeiten</a></h5><a href="https://www.youtube.com/watch?v=sw07BhtMwTY">https://www.youtube.com/watch?v=sw07BhtMwTY</a><h5><a href="https://www.youtube.com/watch?v=N5rOh4Pps10">Für das konzentrierte Arbeiten</a></h5><a href="https://www.youtube.com/watch?v=N5rOh4Pps10">https://www.youtube.com/watch?v=N5rOh4Pps10</a><h5><a href="https://www.youtube.com/watch?v=3xHttYIwocY&amp;list=PLhPt7n-ALrSCaTaJdHaypsJh8bT6CXQt6&amp;index=2">Für das schnelle Arbeiten</a></h5><a href="https://www.youtube.com/watch?v=3xHttYIwocY&amp;list=PLhPt7n-ALrSCaTaJdHaypsJh8bT6CXQt6&amp;index=1">https://www.youtube.com/watch?v=3xHttYIwocY&amp;list=PLhPt7n-ALrSCaTaJdHaypsJh8bT6CXQt6&amp;index=1</a><h5><a href="https://www.youtube.com/watch?v=-sLRtsRazDQ">Für das inspirierte Arbeiten</a></h5><a href="https://www.youtube.com/watch?v=-sLRtsRazDQ">https://www.youtube.com/watch?v=-sLRtsRazDQ</a><h5><a href="https://www.youtube.com/watch?v=vknjVXisOgk">Für das nächtliche Arbeiten</a></h5><a href="https://www.youtube.com/watch?v=vknjVXisOgk">https://www.youtube.com/watch?v=vknjVXisOgk</a><p>Wenn ich nicht arbeite, gucke ich gerade viel Fringe. Die Serie lief hier ab 2009 und ist am besten als Mischung aus Akte X und Supernatural zu beschreiben. Die späteren Staffeln werden ein wenig wirr und ich würde so gerne darüber schreiben — aber ich habe nichts zu sagen.</p><p>Shoutout an dieser Stelle an meinen Professor, der uns damals erklärte: Schreib nicht über etwas, das dir gefällt, sondern über etwas, zu dem du was zu sagen hast.</p><p>Gilt für Hausarbeiten und das Leben.</p><p>Ich mag Fringe auch deshalb, weil es größtenteils in Massachusetts spielt. Ein faszinierender US-Bundesstaat, den viele zuerst mit Hexenprozessen und Salem verbinden.</p><p>Hexenprozesse gab es auch in Deutschland und Heinrich Kramer war derjenige, der <a href="https://www.geo.de/wissen/weltgeschichte/der-hexenhammer-wie-ein-grausamer-bestseller-die-hexenjagd-vorantrieb-30174880.html">im “Hexenhammer” Strategien dafür vorstellte</a>. Noch ein Jahrhundert später wurden in Deutschland Menschen der Hexerei bezichtigt und verurteilt. Einer ihrer Inquisitoren war <a href="https://plus.rtl.de/verbrechen-der-vergangenheit-p_67721/audio/hexenwahn-der-fall-dietrich-flade-c_1399672">Dietrich Flade, der ironischerweise selbst als Hexenmeister angeklagt</a> und zum Tode verurteilt wurde.</p><h3>Meme der Woche</h3><a href="https://www.instagram.com/p/DbGdBxSMpu3/">https://www.instagram.com/p/DbGdBxSMpu3/</a><p>Für mich ist <a href="https://www.instagram.com/p/DbGdBxSMpu3/">spätestens jetzt</a> der Punkt erreicht, an dem ich mich von Memes distanziere. Like, what the fuck.</p><p>Nicht von allen Memes natürlich (ich gebe im Herbst wieder ein Seminar an einer Uni zu Memes, also yay Memes), aber ICH BITTE EUCH.</p><p>Wenn ihr jetzt denkt, ihr seid zu alt dafür: Bitte hört auf sowas zu sagen, man ist für nichts zu alt, wir sind einfach nicht Teil der (Sub-)Kultur, die das in Schulen singt und toll findet. Das ist bedingt ein Altersthema und das ist mein hot take der Woche.</p><h3>Danke</h3><p>Vielen Dank fürs Lesen und Abonnieren, deine Unterstützung!</p><p>Wenn dir diese Ausgabe gefallen hat, gib ihr gerne ein High Five und leite sie weiter. Du kannst sie auch auf den Plattformen deiner Wahl teilen. Dort erreichen mich auch Anmerkungen, Lob, Kritik und Themenwünsche:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li></ul><p>Wenn du noch mehr unterstützen magst und kannst, geht das mit einer Bonus-Mitgliedschaft oder einem <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Kaffee</a>.</p><p>💋<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 28 Jul 2026 14:49:34 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Waren Männer jemals okay?]]></title>
      <description><![CDATA[Wieso gucken wir Jackass und was sagt es über Männlichkeit, dass Männer ihre Körper dem Vergnügen der Massen zur Verfügung stellen?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wieso gucken wir erwachsenen Männern dabei zu, wie sie sich gegenseitig in die Geschlechtsteile treten, von Rampen springen, mit Haien schwimmen und in Einkaufswägen die Straße herunter rasen. Seit 25 Jahren.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4aef60e4-b0fc-4486-9a6b-d3b1f3d0203f/uploads/images/bh4w2yotjg/jacjk.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Jackass-Fans Daniel und Christina besprechen in diesem Podcast die Faszination Jackass, erklären euch, wie die Stunts entstanden sind und sinnieren, was es über Männlichkeit sagt, dass diese Männer ihre Körper dem Vergnügen der Massen zur Verfügung stellen.</p><p>Die erste Folge hört ihr hier:</p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/4aef60e4-b0fc-4486-9a6b-d3b1f3d0203f">Auf Steady anhören</a></p><p></p><p>Abonniert uns hier:</p><ul><li><p><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/dont-try-this-at-home/id6783218860">Apple Podcast</a></p></li><li><p><a href="https://open.spotify.com/episode/7gFNaS4AnaTLHPpkvbgO7L?si=4i5zuCUcR42POpPWCBRrBQ">Spotify</a></p></li><li><p><a href="https://letscast.fm/podcasts/don-t-try-this-at-home-5ca9a479/feed">RSS Feed</a></p></li></ul><p>… und schickt uns eure Gedanken und Lieblings-Stunts, über die wir sprechen sollen an <a href="mailto:leserbrief@raummaschine.de">leserbrief@raummaschine.de</a>.</p><p>Fragen, Lob, Kritik sonst auch an unsere Socials. Daniel findet ihr <a href="https://bsky.app/profile/danielziegener.de">hier</a> und mich <a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">hier</a>.</p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Podcast]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/4aef60e4-b0fc-4486-9a6b-d3b1f3d0203f/uploads/images/bh4w2yotjg/jacjk.png?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Tue, 23 Jun 2026 14:24:30 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ocean’s Eleven ist mein Wohlfühlfim — wieso?]]></title>
      <description><![CDATA[Immer wenn ich diesen Film gucke, geht es mir besser. Und ich weiß jetzt, wie er das macht. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Immer wenn ich diesen Film gucke, geht es mir besser. Und ich weiß jetzt, wie er das macht.</strong></p><p>Wie kann ein Männerfilm, der 0 Punkte beim <a href="https://bechdeltest.com/">Bechdel-Test</a> erreicht, der Verbrechen, Glücksspiel und die USA in den 2000ern romantisiert, 25 Jahre nach Release Teil meiner kulturellen Identität sein? Lange habe ich das nie hinterfragt, letztens dann doch und jetzt weiß ich, was diesen Film (für mich) so außergewöhnlich macht.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6d3dc3a0-56e2-46d7-8a22-92498c74a8b6/uploads/images/cd62mu3xoa/oceans.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="&quot;Ich liebe Ocean&#39;s 11&quot; als Las Vegas Americana Postkarte"/><h3><strong>Wie man einen Wohlfühlfilm macht</strong></h3><p>Genauso wie es Comfort Food gibt, gibt es auch Comfort Filme. Nennen wir sie Wohlfühlfilme, das klingt schöner. Filme, die man schon mitsprechen kann, so oft hat man sie gesehen. Die häufig mit Kindheitserinnerungen verbunden sind, Unbeschwertheit und fantastischen Welten, in denen man sich verlieren kann. Wenn die Welt zu kompliziert, zu schnell, zu überwältigend wird, guckt man also einen Wohlfühlfilm und holt sich damit ein kleines Stück Wohlbefinden zurück. Ein Wohlfühlfilm ist überschaubar und absolut überraschungsfrei.</p><p>Mein Wohlfühlfilm ist Ocean’s Eleven, auf den all das zutrifft. Aber es ist mehr als Nostalgie für die 2000er (in denen ich ein Kind und größtenteils sorgenfrei war). Ich würde sogar behaupten, dass Ocean’s Eleven der perfekte Wohlfühlfilm ist, weil er Zuschauende erst als Außenseiter positioniert und sie dann Teil der Gang werden lässt, denen die Genugtuung von Wissen vergönnt ist.</p><h3><strong>Worum geht’s?</strong></h3><p>Ocean’s Eleven ist ein Remake des 1960 erschienenen Films Frankie und seine Spießgesellen, in dem Mitglieder des Rat Pack Rollen übernahmen. Dieser Film wiederum basierte auf der Romanvorlage von George Clayton Johnson, der auch die erste Folge von Raumschiff Enterprise und mehrere Folgen Twilight Zone schrieb. Schon hier zeigt sich die <em>Amerika-heit</em> des Films, dazu gleich mehr.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6d3dc3a0-56e2-46d7-8a22-92498c74a8b6/uploads/images/xmsyqavhe5/bgrswn.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Danny Ocean ist professioneller Dieb und wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen. Er plant bereits den nächsten Coup und weiht, off screen, seinen besten Freund Rusty ein. Die Crew wird zusammengestellt und gemeinsam planen sie, drei Casinos gleichzeitig auszurauben. Spannung entsteht, weil uns im Detail die angeblich unüberwindbaren Sicherheitsvorkehrungen erklärt werden. Weitere Spannung entsteht, weil wir erfahren, dass Casinobesitzer Terry Benedict mit Tess zusammen ist, die vorher mit Danny liiert war. Noch mehr Spannung entsteht, weil die ersten Ideen scheinbar fehlschlagen und improvisiert werden muss. Erleichterung entsteht am Ende, als wir sehen, dass jedes scheinbare Hindernis einkalkuliert war, dass jedes Problem, das spontan aufzutauchen schien, berechnet war und der Crew letztendlich zum Sieg verhalf. Wir sind die meiste Zeit fast so ahnungslos wie Terry Benedict und am Ende ebenso erfreut wie beeindruckt — und verwirrt, denn so wirklich Sinn ergibt der Film erst beim zweiten Mal ansehen.</p><h3><strong>Dabei sein ist alles</strong></h3><p>Rusty und Danny verstehen sich ohne Worte, Sätze gehen in vielsagenden Blicken unter. Das fördert einerseits die Coolness, beide geben sich nonchalant und selbstsicher. Andererseits schließt es Zuschauende aus. Gleiches gilt für die aneinandergereihten Szenen, in denen zwar Korrelation, aber keine Kausalität zu erkennen ist. Während ein Teil der Gruppe gerade einen Lieferwagen kauft, wird dem anderen ein Anzug maßgeschneidert. Wieso? Wir wissen es nicht.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6d3dc3a0-56e2-46d7-8a22-92498c74a8b6/uploads/images/vl7y5vuizx/MV5BMTA1OTE1OTA2NjReQTJeQWpwZ15BbWU3MDQzOTk0Mjc_._V1_.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">Dieser Text ist für alle lesbar. Wenn Du ein Bonus-Mitglied werden und </mark></em><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">alle </mark><em><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">Texte lesen möchtest, stehen Dir ab sofort zwei Pakete zur Auswahl. Das neue </mark></em><a href="https://steady.page/de/plans/fc53f6bd-fe51-4f04-aa9c-e26f1cf2d7e8"><em><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">Super Bonus-Paket</mark></em></a><em><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit"> kostet ein wenig mehr, beinhaltet bei jährlicher Abrechnung aber einen Rabatt. Mit dem kostet es zwar immer noch mehr, aber no hard feelings, wenn du dich für weder noch entscheidest.</mark></em></p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Erst ab dem zweiten Schauen sind wir als Zuschauende Teil der Gruppe. Eingeweihte, die die Szenen in ihrer Gesamtheit zuordnen können und wissen, wieso etwas passiert. Zusammenhänge erschließen sich und in dem Moment, in dem der Groschen fällt, fühlen wir uns ein bisschen schlauer als vorher.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6d3dc3a0-56e2-46d7-8a22-92498c74a8b6/uploads/images/2ltu42kylb/RRRRRRRRR.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wenn wir nun zum Beispiel sehen, wie Danny Ocean gefangen genommen und von Benedicts Handlangern verprügelt wird, bangen wir nicht mehr, sondern lehnen uns in freudiger Erwartung zurück, fast schon feixend. Denn es ist ja alles Teil des Plans. So viel wissen wir und außerdem, was als nächstes passiert.</p><p>Wir dürfen uns freuen, Teil der schelmischen Ausführung zu sein, die ein nunmehr imaginäres Publikum genauso hinters Licht führt wie Terry Benedict.</p><h3><strong>Subversiv oder faul?</strong></h3><p>Das Ding ist aber nun: Das ist nichts Besonderes. Kein nie vorher gesehener Kniff des Filmemachens, kein Meilenstein der Filmgeschichte. Ocean’s Elven ist ein Hollywood-Popcorn-Film, kein Geniestreich. Damit der Film aber als Massenprodukt funktioniert, braucht er Elemente, die Zuschauende wiedererkennen — wie eine traditionelle Spannungskurve.</p><p>Eine Spannungskurve beschreibt Meilensteine eines Plots, die in ihrer Gesamtheit und Anordnung Spannung erzeugen:</p><ul><li><p>Exposition: Wir lernen Danny und die Crew kennen, erfahren von ihrem Vorhaben.</p></li><li><p>Intensivierung: Wir sehen die Vorbereitungen (Lastwagen, Maßanzug), erfahren von Hindernissen und Motivation.</p></li><li><p>Höhepunkt: Der Plan wird umgesetzt und weitere Probleme tauchen auf.</p></li><li><p>Retardierendes Moment: Die Lage spitzt sich zu.</p></li><li><p>Auflösung: Der Plan geht auf und das Geheimnis wird gelüftet.</p></li></ul><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6d3dc3a0-56e2-46d7-8a22-92498c74a8b6/uploads/images/xzdxbiwtnc/MV5BMTcwMjk1NDY5N15BMl5BanBnXkFtZTcwMjM5OTQyNw__._V1_.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Was in Oceans’s Eleven den überraschenden Unterschied macht, ist, dass in jedem Akt die Hälfte der Informationen ausgelassen und zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt wird. Dass Danny Benedict wegen seiner Ex-Frau ausrauben will. Dass die vermeintliche Umsetzung nur ein Schauspiel und Ablenkung ist. Wofür es Lastwagen und Maßanzug braucht. All das erfahren wir nicht dann, wenn es gezeigt wird, wodurch uns die Struktur des Films bekannt vorkommt — was wichtig ist, weil man Zuschauende sonst überfordern und verlieren würde — dabei jedoch so weit zerstückelt wird, dass wir noch überrascht werden können.</p><p>Diesen Effekt verstärken die Übergänge und Schnitte. Manchmal sehen wir mehrere Bilder nebeneinander von parallel stattfindenden Ereignissen. Kleine Informationsstücke, die zusätzlich den Eindruck von Großartigkeit erwecken, einer geölten Maschine mit elf Zahnrädern, dessen Ingenieur Danny Ocean ist. </p><p>Was uns hilft, nicht vollkommen den Überblick zu verlieren, ist ein überschaubarer Cast, in dem die Rollen klar verteilt sind: Danny ist der Drahtzieher, Rusty der Anführer, Tess das Objekt der Begierde, Terry der Antagonist, Ruben der Unterstützer/Gönner/Mentor, Linus der Lehrling. Alle Figuren sind so überspitzt, dass sie in Erinnerung bleiben, auch wenn sie manchmal Gefahr laufen auf Karikaturen reduziert zu werden. </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6d3dc3a0-56e2-46d7-8a22-92498c74a8b6/uploads/images/qywn53ppuy/aff75acdb17b4773b96fafa73ded91e3_b-w-970.jpg.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ein weiteres Modell, dem viele Geschichten folgen, das leider im Laufe der Jahre und dank tausender Essays, die mithilfe von Zusammenfassungen entstanden sind, verwässert und falsch dargestellt wurde, ist die Heldenreise. </p><p>Spannender als ihre Einzelteile ist aber die grobe Einteilung der Heldenreise in Aufbruch, Initiierung und Wiederkehr. Eigentlich beschreibt das den Weg, den der Held geht, aber in diesem Fall passt er vielmehr auf uns als Zuschauende. Beim ersten Schauen des Films begeben wir uns planlos auf die Reise. Beim zweiten Schauen fügen sich die ersten Puzzleteile und Szenen ergeben Sinn. Das ist unsere Initiierung als unsichtbares Mitglied der Crew. Ab dem dritten Schauen ist es wie nach Hause kommen.</p><p>Ich mach nur Spaß, das ist eine kleine Quatsch-Interpretation, die stark von meiner eigenen Rezeption abhängt. Ebenso valide ist es, die Filme als banales Unterhaltungsprodukt zu sehen, das amerikanischen Glamour aus der Versenkung holen möchte.</p><h3><strong>Geld = Leben</strong></h3><p>Das Leben ist erst lebenswert, wenn man reich ist. Oder <a href="https://www.infosperber.ch/freiheit-recht/menschenrechte/was-am-kapitalismus-so-schlimm-ist-kurz-erklaert/">verstehe</a> ich den Kapitalismus da <a href="https://www.youtube.com/watch?v=vdxJbca4hoA">falsch</a>?! Ocean’s Eleven zeigt eine Fantasie, die Narnia in wenig nachsteht. Wohlstand für alle, ohne dass der Hauch sozialer Ungerechtigkeit in Erscheinung tritt. Stattdessen gibt es diese grandiose Freundschaft und Loyalität, die ohne Worte auskommt. Teamwork makes the dream work. Ein Leben in einer Blase, in der überall bunte Lichter leuchten und jederzeit Selbstverwirklichung und Spaß zur Verfügung stehen. Alle sehen gut aus, die Anzüge sitzen und selbst eine Drohung trieft vor Respekt und Anmut. </p><p>Las Vegas ist Spielplatz dieser Männer, die damit aber keinen Schaden anrichten. Das kann man kritisieren, aber man kann sich auch produktiveren Dingen widmen. </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6d3dc3a0-56e2-46d7-8a22-92498c74a8b6/uploads/images/xr6vqaz4qw/hzzzz.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ocean’s Eleven suggeriert die Existenz dieser Welt, nach der wir uns vielleicht sehnen, und wenn nicht, dann ist sie immerhin schön anzusehen. Und genau das ist ein wichtiger Teil des Films, wie die Macher im Making Of betonen. Der Film will den Glamour eines Frank-Sinatra-Las-Vegas reproduzieren, das schon damals mehr Schein als Sein war. Dank der schönen Menschen in teuren Klamotten und einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=llRmyRgmshM&amp;list=PLohYzz4btpaRZZdW_wc3xEAQX1_TT69DY">jazzy Soundtrack, der irgendwie frech klingt</a>, gelingt das aber.</p><p>Ocean’s Eleven kostete 85 Millionen US-Dollar und erspielte bis heute knapp über 450 Millionen US-Dollar. Man könnte von Erfolg sprechen. Die gleiche Besetzung produzierte zwei Sequels, 2018 erschien mit Ocean’s 8 ein Spin-Off. <em>(Ich wünschte, ich hätte hier einen Fehler gemacht und die Zahl einmal ausgeschrieben, einmal nicht — aber das hier sind die offiziellen und inakzeptabel uneinheitlichen Schreibweisen der Filme.)</em></p><p>Ich freu mich schon aufs nächste gucken und auf die Details, die ich dann zum ersten Mal entdecken werde. Auf eine Welt voller Selbstbewusstsein (und einem Hauch Selbstgefälligkeit). </p><h3>Danke</h3><p>Danke fürs Lesen, Abonnieren und deine Unterstützung!</p><p>Wenn dir diese Ausgabe gefallen hat, gib ihr gerne ein High Five und leite sie weiter. Auf den Plattformen deiner Wahl erreichen mich Anmerkungen, Lob, Kritik und Themenwünsche:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li></ul><p>Wenn du noch mehr unterstützen magst und kannst, geht das mit einer Bonus-Mitgliedschaft oder einem <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Kaffee</a> — beides natürlich kein Muss! Dieser Newsletter bleibt free for all :)</p><p>💋<br/>Christina</p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 22 Jun 2026 03:31:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zehn Jahre Spielejournalismus für das]]></title>
      <description><![CDATA[Ich schreibe seit zehn Jahren über Indie-Spiele— diese sind mir in Erinnerung geblieben.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ich schreibe seit zehn Jahren über Indie-Spiele— diese sind mir in Erinnerung geblieben.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/8e73be1a-28b9-48f0-ac45-d6201488f8da/uploads/images/sp7d23cuiu/aesdrfgtjhkjj.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Ich in der Mitte, im Hintergrund steht mehrmals ich liebe indies"/><p>Vor elf Jahren habe ich erfahren, dass es Indie-Spiele gibt. Eher, dass sie so heißen. Für manche sind es Spiele, die keinen Publisher haben, für andere machen die Größe des Teams und/oder Budgets den Unterschied, für andere ist es eine Ästhetik. Die Liste lässt sich beliebig fortführen und eine endgültige Definition ist so flüchtig wie irrelevant.</p><p>Irgendwie hat es sich seitdem ergeben, dass Indie-Spiele ein Teil meines Lebens geworden sind. Ich mag sie spielen, ich mag über sie schreiben, <a href="https://lostlevels.de/">ich mag über sie reden</a>.</p><p>Natürlich habe ich viele dieser Indies gespielt, <em>die man mal gespielt haben muss</em> (muss man nicht). Wundervolle Spiele mit durchaus kommerziellem Erfolg.</p><p>Aber manchmal gibt es eben auch Spiele, von denen erwartet man gar nichts. Und doch bleiben sie unverhofft im Gedächtnis und schleichen sich dann ins Bewusstsein, wenn man am wenigsten damit rechnet.</p><p>Diese Liste enthält beide Sorten. Die, die sich in ihrer Nische einen Namen gemacht haben und solche, die ein Wölkchen am Himmel waren, dem niemand groß Beachtung schenkte.</p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/8e73be1a-28b9-48f0-ac45-d6201488f8da">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/8e73be1a-28b9-48f0-ac45-d6201488f8da/teaser_image/1779982967?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Thu, 28 May 2026 15:43:51 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was mich inspiriert]]></title>
      <description><![CDATA[Woran ich nicht aufhören kann zu denken ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Woran ich nicht aufhören kann zu denken</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56280f07-f714-42f7-aa21-c04f36fc1bc8/uploads/images/o26gijn5ad/headery.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Das Make-up aus Euphoria Staffel 3</h3><p>Gerade läuft noch diese Katastrophe von Sendung und wir können nur beten, dass Sam Levinson Euphoria endlich in Ruhe sterben lässt und wir mit der Zeit vergessen, was wir da sehen mussten.</p><p>Euphoria erschien zuerst 2019, die zweite Staffel erlangte 2022 dank der vielen daraus entstandenen Memes große Aufmerksamkeit. Zurecht.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=oZvSenzdGH0">https://www.youtube.com/watch?v=oZvSenzdGH0</a><p>Es geht um Rue, gespielt von Zendaya, die gerade ihren Abschluss macht und stark drogenabhängig ist. Wir verfolgen ihre Geschichte und die ihrer Klassenkamerad:innen, u.a. gespielt von Hunter Schafer, Alexa Demie, Jacob Elordie, die sich zwischen Trauma, Liebe, Sex und Drogen bewegen.</p><p>Zwischen den Staffeln hat sich der Cast zerstritten, Elordie hat Zendaya betrogen, <a href="https://steady.page/de/chrissikills/posts/fe9537f7-67cd-4671-8a3c-c16617feeabb">Sydney Sweeney ist hyper-Republikanerin geworden</a>, Künstler Labrinth, der der Sendung einen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=kwrYDTHKxiE&amp;list=PLPrkMAe2Oy0NMe_Uhbdies_Vp9Kcdvqe9&amp;index=28">unvergesslichen Soundtrack</a> verpasst hat, ist raus, Angus Cloud und Eric Dane sind verstorben, Petra Collins, die maßgeblich für die Ästhetik der Serie in Staffel 1 verantwortlich war, wirft Macher Levinson vor ihre Arbeit geklaut zu haben… Es war viel los.</p><a href="https://www.instagram.com/p/DWRrPN2CXYq/?hl=de&amp;img_index=1">https://www.instagram.com/p/DWRrPN2CXYq/?hl=de&amp;img_index=1</a><p>Staffel 3 enttäuscht vor allem, weil Levinson nun alleine dafür schreibt. Nichts bleibt subtil, was eine Entscheidung wäre, aber es ist eine Tragödie, dass Staffel 3 darüber hinaus schockieren will und degradierende Schimpfwörter im Minutentakt um sich wirft und Bilder zeigt, die niemand braucht, um zu verstehen, was die fadenscheinige und belanglose Aussage ist.</p><p>Das Licht am Ende dieses Tunnels aus Brüsten und Konföderiertenflaggen sind Fashion und Make-up. Für letzteres ist Alexandra French verantwortlich. Ihr Stil ist gleichzeitig extrem zeitgenössisch und wiedererkennbar: präzise Eyeliner, markante Lipliner und ein Vintage-<em>je ne sais quoi</em>-Blush, der in Haut und Bild aufgeht.</p><p>Hier sehen wir zum Beispiel Alexa Demie als Maddy Perez in einem Jean Paul Gaultier Set von 1995, gestylt von Natasha Newman-Thomas.</p><p>Beides macht mich unfassbar glücklich.</p><a href="https://www.instagram.com/p/DYcqhrUmEMm/?utm_source=ig_web_button_share_sheet&amp;igsh=ZDNlZDc0MzIxNw==">https://www.instagram.com/p/DYcqhrUmEMm/?utm_source=ig_web_button_share_sheet&amp;igsh=ZDNlZDc0MzIxNw==</a><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><h3>Slim Aarons</h3><p>George Aarons war amerikanischer Fotograf, der die Nachkriegswelt der Reichen und Schönen porträtiert hat. Oder wie <a href="https://www.vanityfair.com/style/2023/08/slim-aarons-new-book-captures-a-lost-world">Vanity Fair</a> schreibt:</p><blockquote><p>His sunny portraits of postwar affluence captured the habits and habitats of the elite—and of the wider stylish class, whose socialites commingled with bohemians and trendsetters.</p></blockquote><p>In mir lösen seine Bilder Neid (na klar) und Nostalgie aus. Was ich sehe, kommt mir bekannt vor, ich erkenne es wieder, auch wenn mein Leben nicht weiter von den hier dargestellten entfernt sein könnte.</p><p>Aber es sind Bilder, die ich als Kind in Filmen gesehen habe, die mir suggeriert haben, dass das das Leben sein kann, das mich erwartet, wenn ich erstmal erwachsen bin. Insofern wecken Bilder wie die von Aarons ein Verlangen nach Mehr und sehen dabei so ansprechend aus, für das Auge beruhigend.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56280f07-f714-42f7-aa21-c04f36fc1bc8/uploads/images/bccv3adtvt/Verbier_1964.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Im Vordergrund Menschen auf Sonnenstühlen im Schnee, im Hintergrund Berge"/><figcaption>Verbier, 1964</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56280f07-f714-42f7-aa21-c04f36fc1bc8/uploads/images/ndfend2o2h/Palm_Springs_1970.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Menschen an einem Pool, im Hintergrund Palmen und eine Villa"/><figcaption>Palm Springs, 1970</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56280f07-f714-42f7-aa21-c04f36fc1bc8/uploads/images/2t262lstcj/Marbella_1971.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Im Hintergrund Berge und eine weiße Villa, im Vordergrund sitzen Menschen an einem großen Pool"/><figcaption>Marbella, 1971</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56280f07-f714-42f7-aa21-c04f36fc1bc8/uploads/images/wpdbgwluav/Gstaad_1984.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Im Hintergrund Berge und Wälder, im Vordergrund junge Frauen in Pelzmänteln auf Stühlen"/><figcaption>Gstaad, 1984</figcaption></figure><h3>Vecna</h3><p>In Dungeons &amp; Dragons ist Vecna ein böser Zauberer, der zum Lich wurde. Einem, wenn ich das richtig verstanden habe, <em>untoten </em>bösen Zauberer. Das Multiplayerspiel Dead by Daylight hat vor einigen Jahren einen DLC in Kooperation mit DnD veröffentlicht, in dem Vecna selbstverständlich enthalten war. So sieht er aus:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56280f07-f714-42f7-aa21-c04f36fc1bc8/uploads/images/fjhnkng6z6/dbd_lich.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Je länger ich mir sein Design ansehe, desto mehr Fragen habe ich. Was hat es mit dem Kristall in der Hand auf sich? Wieso hat er Plugs in der Nasenscheidewand? Wieso ist er lila? Wieso hat er goldene Koteletten? Was für Schriftzeichen leuchten da rot auf dem Schlüsselbein?</p><p>Das Design des Charakters muss schon dessen Geschichte erzählen. Zumindest Fragen aufwerfen, die Tiefe ermöglichen. Gleich, was für Lore nun hinter all dem steckt, regt es doch immerhin die Fantasie an.</p><h3>Meine Freundin, die einen Triathlon geschafft hat</h3><p>Die ersten zehn Jahre meines Erwachsenenseins waren davon geprägt, dass ich mir nichts zugetraut habe und entsprechend mich nichts getraut habe. Für jeden Traum habe ich mir drei Szenarien ausgedacht, wieso er eh nicht in Erfüllung geht und weshalb ich es auf keinen Fall versuchen sollte.</p><p>Das ändert sich langsam, vor allem dank dieser Einsicht. Ein wichtiger Moment war eine Mittagspause mit einer Freundin. Wir haben mal im gleichen Team gearbeitet, weshalb da eine gewisse Nähe zwischen unseren Leben und Fähigkeiten ist. Diese Freundin erzählte mir in besagter Mittagspause, dass sie einen Triathlon gelaufen, geradelt, geschwommen ist. Einfach so.</p><p>Natürlich nicht <em>einfach so</em>. Sie hat trainiert, sich vorbereitet und, am aller wichtigsten, — sich getraut. Das hat was mit mir gemacht. Ich habe erkannt, dass man (ich) sich nicht selbst limitieren darf, dass einem (mir) immer noch alle Möglichkeiten offen stehen und kein Raum, keine Tätigkeit von vornherein verschlossen ist (oder bleiben muss).</p><h3>CDs</h3><p>Ich liebe CDs.</p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social/post/3mlbduhxivs2i">https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social/post/3mlbduhxivs2i</a><p>Den Mythos, dass man mit Zahnpasta die kleinen Kratzer rauspolieren kann. Musik zu besitzen. Musik zu sammeln, zu kuratieren und auf silberne Datenträger zu brennen und sich dabei jedes Mal über den besten Namen, den ein Produkt je hatte, freuen: nero burning ROM.</p><p>Der Ablauf war immer gleich: Ein Lied im Radio hören und dann mit ganz gespitzten Ohren darauf hoffen, dass jemand am Ende sagt, wie es heißt und dann darauf hoffen, dass man Titel und Interpret nicht vergisst. Oder unten im Fernseher MTV gucken, schnell hochlaufen und das Lied laden und wenn man 20 oder so hatte, eine CD daraus machen und mit Edding drauf schreiben, was für Lieder drauf sind.</p><p>Nicht nur das Brennen, auch das CD-Hören ist heute mit so viel Aufwand verbunden, den wir eigentlich wieder nötig hätten. Ich möchte nicht mehr Bequemlichkeit auf Kosten meiner und unserer digitalen Unabhängigkeit. Ich möchte einen CD-Ständer in meinem Wohnzimmer.</p><h3>1965/1–⚭</h3><p>1965/1–⚭ ist das Lebenswerk des französisch-polnischen Künstlers Roman Opalka. 1965 schrieb er links oben die Zahl 1 auf eine graue Leinwand. Er schrieb immer weiter. Ab 1972 hellte er jede Leinwand, auf der er weiterzählte, um ein Prozent auf. Die Zahlen wurden größer und die Leinwände heller. Er bemalte 233 Leinwände und kam bis zur Zahl 5.607.249. <a href="https://www.lenbachhaus.de/digital/sammlung-online/detail/aus-dem-zyklus-19651-unendlich-detail-4-832-244-4-848-049-30008918">Einige seiner Leinwände sind im Lenbachhaus in München</a>.</p><h3>Faux Fairies</h3><p>Glaubt ihr an Feen? Geisterwesen, Außerirdische, Andere? Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnten zwei Mädchen Hunderte davon überzeugen, dass sie mit Feen abhingen — und es mit Fotos beweisen. Die Geschichte erzählen Sarah Marshall und Chelsey Weber-Smith im Podcast You’re Wrong About.</p><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/youre-wrong-about/id1380008439?i=1000623726701">https://podcasts.apple.com/de/podcast/youre-wrong-about/id1380008439?i=1000623726701</a><h3>Hirstory</h3><p>Was ich zuerst für einen Tippfehler hielt, will ein cleveres Wortspiel sein, das mir zwar nicht ganz ein Lächeln abringen konnte, dessen Geschichte ich aber für teilenswert halte.</p><p>Der Musermeku-Newsletter rezensiert die Ausstellung „Trans Hirstory in 99 Objects“ des Museum of Trans Hirstory &amp; Art (MOTHA) und geht dabei auf die Relevanz und Geschichte von Trans History in der Kunst ein.</p><a href="https://musermeku.org/museum-trans-hirstory/">https://musermeku.org/museum-trans-hirstory/</a><h3>Das Moschino Pianokleid aus Staffel 4, Folge 23 von The Nanny</h3><p>Es ist mir unbegreiflich, wie The Nanny und Sex and the City zur gleichen Zeit in der gleichen Stadt spielen und grundlegend dieselben Themen besprechen — und dann nicht unterschiedlicher sein könnten.</p><p>Was sie wieder eint: Fashion. Seit ich es vor einigen Tagen sah, denke ich jeden Tag an dieses Pianokleid von Moschino, ca. 1995, das Rosalía (die übrigens auch eine Rolle in Euphoria hat) letztes Jahr zum Dinner trug.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56280f07-f714-42f7-aa21-c04f36fc1bc8/uploads/images/wtzqowgd6o/nanny.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Menschen, die Cheater entlarven</h3><p>Für so ziemlich jedes Spiel gibt es Speed- und Challengerunner. Menschen, die ein Spiel entweder besonders schnell oder mit besonders großen, selbst auferlegten Herausforderungen spielen. Weil beides in den jeweiligen Nischen mit Prestige verbunden ist, gibt es immer wieder Menschen, die dabei betrügen.</p><p>Berüchtigt ist zum Beispiel ein Speedrunner, der sich sogar einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde ermogelte, und vorgab der weltschnellste Halo-Spieler zu sein. Aus welchen Gründen auch immer sagte er eine Teilnahme bei GDQ zu (kurz für Games Done Quick, ein zweijährliches Event, bei dem Menschen, naja, Spiele speedrunnen) und versagte dabei auf ganzer Strecke. Statt der geplanten 30 Minuten brauchte er über vier Stunden.</p><p>Spannender als diese vier Stunden sind Videos, in denen Menschen jeden Frame, Codes und Videodateien analysieren, wenn sie den Hauch eines Verdachts haben. Als dwangoAC ein Tool entwickeln wollte, das auf Groobos Diablo-Run aufbaute, der angeblich nur drei Minuten und zwölf Sekunden dauerte, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=N_1su-dOUNw">stellte er fest, dass sich der Run nicht replizieren ließ</a>. Was folgte, war eine lange Auseinandersetzung, in der Coder und Streamer versuchten herauszufinden, was genau geschehen war und Groobo auf Anschuldigungen reagierte.</p><p>Ein anderes Beispiel ist ein vermeintlicher Hitless-Run des Elden Ring DLC. Nur wenige Tage nach Release veröffentlichte jemand ein Video, in dem er das Spiel durchspielte ohne ein einziges Mal getroffen zu werden. Youtuber Htwo kamen einige Stellen komisch vor. Also analysierte er das Video <a href="https://www.youtube.com/watch?v=HGuRfLNvN38">GANZ genau, um zu beweisen, dass der Run ein Schwindel ist</a>.</p><p>Ein aktuelles Beispiel traf die Resident-Evil-Challenge-Run-Community. Um die Spiele auf ein lächerlich schweres Level zu bringen, nutzen Spieler*innen Mods wie Berserker oder Madhouse ++. Gegner haben damit mehr Gesundheit, sind schneller und tödlicher und werden darüber hinaus randomized. Das heißt, sie tauchen nicht dort auf, wo sie hingehören, sondern irgendwo anders. Ein Boss aus dem late game kann also der erste Gegner sein, auf den man trifft.</p><p>Ein junger Mann gab vor (genau genommen gibt er es Stand jetzt immer noch vor, er hat noch nicht reagiert) alle Resident Evil-Spiele mit solchen Mods durchgespielt zu haben. In einer Geschwindigkeit, mit der kein anderer Youtuber konkurrieren kann.</p><p>Weil alles gefälscht ist, wie euch dieses Video in einer kompakten Stunde aufschlüsselt.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=43dyoDAWrYA">https://www.youtube.com/watch?v=43dyoDAWrYA</a><p>Das zu konsumieren ist mein Hobby, I regret nothing.</p><p>Es ist so unterhaltend wie inspirierend Menschen dabei zuzusehen, wie sie all ihr Nischenwissen nutzen, um die Ehrlichkeit und Fairness ihrer Nische zu bewahren (und Content zu produzieren, aber lasst uns an dieser Stelle kurz romantisch sein).</p><h3>Meme der Woche</h3><p>Im Englischen gibt es den wunderschönen Ausdruck “benefit of hindsight”. Er beschreibt, dass wir erst im Nachhinein und mit der notwendigen Distanz Erkenntnisse erlagen können.</p><p>Wenn wir an das Internet und Leben damit vor 15 Jahren denken, fühlt es sich entweder gar nicht so weit an, weil wir die Entwicklungen in Echtzeit erlebt und durchlebt haben, oder es ist schon vom Schleier der Erinnerungen verhüllt und mehr romantische Vorstellung als alles andere.</p><p>In jedem Fall helfen Bilder auf die Sprünge, um besagten benefit of hindsight auch nutzen zu können.</p><p>Langer Rede kurzer Sinn: Guckt euch dieses Video von 2010 an, das damals wirklich JEDE und JEDER gesehen und anderen gezeigt hat. Es ist ein Best of des Internets, eine Sammlung von Ausschnitten, die damals alle kannten.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=LGOIzsNZaPQ">https://www.youtube.com/watch?v=LGOIzsNZaPQ</a><p>Ich versuche die ganze Zeit eine Verbindung zu heute herzustellen und frage mich, ob sich nicht nur unser Umgang mit dem Internet geändert hat (Stichwort alle haben Smartphones und können jederzeit alles streamen oder hochladen), sondern auch die Inhalte, die wir für sehenswert empfinden. Sicher, aber wie genau?</p><p>Meine subjektive Wahrnehmung ist, dass es heute mehr darum geht gesehen zu werden als zu sehen. Mehr darum etwas zu repräsentieren, was man für sehenswert hält. Im Gegensatz dazu sind die Clips aus dem Video unschuldig: Menschen, die mit Absicht oder aus Versehen beeindruckende oder lustige Dinge tun.</p><h3>Danke</h3><p>Danke, dass du meinen Mini-Newsletter abonniert hast und liest :) Wenn er dir gefällt, klick doch gerne auf das High Five. Oder schreib mir:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li></ul><p>Unterstützen kannst du mich mit einer Bonus-Mitgliedschaft, einem <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Kaffee</a> oder indem du diese Ausgabe teilst.</p><p>💋<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 20 May 2026 20:59:05 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Lanzen und links sein]]></title>
      <description><![CDATA[Wir untersuchen Dinge aus Büchern, Spielen, Filmen und gucken, was sie mit dem echten Leben zu tun haben. Game of Thrones, mittelalterliche Waffen und Memes. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir untersuchen Dinge aus Büchern, Spielen, Filmen und gucken, was sie mit dem echten Leben zu tun haben. Game of Thrones, mittelalterliche Waffen und Memes.</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f5db10f-95c3-47b7-8203-32fa908585f6/uploads/images/7tnlnezaot/left.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>People — wie geht es euch? Vielleicht ist euch aufgefallen, dass es im März und April jeweils zwei Newsletter gab. Einmal for free, einmal paid. Das ist ein kleines Experiment, das ich gewagt habe, damit mein Bonus-Content nicht untergeht und vielleicht sogar neue Bonus-Mitglieder (3 Euro pro Monat) inspiriert.</p><p>Beides hat geklappt, weil mich nun a) keine Nachrichten mehr von Bonus-Mitgliedern erreichen, die total überrascht sind, dass hier mehr passiert als versendet wird und b) mir Menschen schrieben, die gerne weitergelesen hätten als es die Paywall erlaubt. UND: der Mini-Newsletter ist auf einem all time high mit 117 Abonnent:innen und 5 Bonus-Mitgliedern. Danke 🎉</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Meine neu gefundene Zeit und Motivation (und einen Steam Sale) habe ich auch genutzt, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=CkslU2X0Ovc">um endlich Resident Evil 3 Nemesis zu spielen</a>. Die zentrale Frage: Ist es wirklich so schlimm, wie alle behaupten? Oder trafen hier überhöhte Erwartungen auf experimentelles Design?</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=CkslU2X0Ovc">https://www.youtube.com/watch?v=CkslU2X0Ovc</a><p>Bleiben wir kurz bei Youtube, das ich jetzt nämlich wieder mit Werbung schauen muss. (Ich habe Premium gekündigt.) Meistens sehe ich Werbung, die mir suggeriert, ich solle Kinder kriegen, meine Wohnung einrichten und mich mit Produkten verschönern. Es ist ein Trauerspiel.</p><h3>Alle wollen cool sein</h3><p>Dazwischen ist allerdings <a href="https://www.youtube.com/watch?v=mrFssHRoiUg">Werbung für Helldivers 2, im Hintergrund läuft “Boom” von P.O.D.</a> Als wären die letzten 25 nicht passiert. Die Zielgruppe scheint präzise kalkuliert, denn der deutsche Branchenverband hat in seinem <a href="https://www.game.de/publikationen/jahresreport-2025/">Jahresreport 2025</a> erklärt, dass das Durchschnittsalter der Spielenden bei 39,5 Jahren liegt. Dort steht auch, dass 20% aller über 60-jährigen spielen und damit den größten Anteil der Spieler:innen ausmachen.</p><p>Wer heute 40 ist, war 15 als “Boom” im Radio lief und fühlt sich beim Anblick des Trailers — idealerweise — daran erinnert, was der Gipfel der Coolness und ein Gefühl von Freiheit ist und versucht beides mit dem Kauf des Spiels zu reproduzieren. Mal wieder was spüren, sich als den Helden/die Heldin inszenieren, derer man im Alltag beraubt wird, weil man Druckerpatronen auffüllen muss.</p><p>Gleichzeitig reproduziert der Trailer Tropen, die ich <em>gefühlt </em>in Filmen der 2000er, maximal 2010er verorten würde, aber nicht in Trailern im Jahr des Herrn 2026: Kameradschaft in Kriegszeiten und cool guys walking away from explosions.</p><p>Lonely Island haben ein Lied daraus gemacht, diese <a href="https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/UnflinchingWalk">bestimmt super seriöse Quelle</a> erklärt den <em>unflinching walk</em> nochmal im Detail: Eine Explosion oder sonstiges Spektakel passiert, die Hauptfigur (öfter Männer als Frauen) <em>geht</em> davon weg<em> </em>und unterstreicht damit ihre Coolness, ihre Ruchlosigkeit und Kühnheit.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=PKlDAhOXMQA">https://www.youtube.com/watch?v=PKlDAhOXMQA</a><p>Es ist leicht von hier den Faden zu patriarchalen Strukturen zu spinnen. Selbst im Angesicht der Gefahr gilt es als erstrebenswert keine Gefühle zu zeigen. Keine Freude oder Erleichterung und erst recht keine Angst. Stattdessen muss man gleichgültig sein und das ist für mich immer mit Arroganz und herablassendem Verhalten verbunden. Wenn du nicht in touch mit dir bist, solltest du keine explosiven Gegenstände handhaben.</p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social/post/3mabtkinknc23">https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social/post/3mabtkinknc23</a><h3>Erdkunde, aber Europa und Amerika stehen nicht im Zentrum 🤯</h3><p>Ob Feuerlanzer vorher einem psychologischen Test unterzogen wurden, weiß ich nicht. Vermutlich nicht, sonst würden Waffen heute nicht semi-frei verkäuflich sein.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fstatic.wikia.nocookie.net%2Fageofempires%2Fimages%2F8%2F83%2FFire_Lancer_views_AoE2DE.png%2Frevision%2Flatest%3Fcb%3D20250413143538?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=21bf5dc1e64b4aa7bdf35cd85cb95eec" alt="Fire Lancer aus Age of Empires 2"/><p>Die Feuerlanze ist eine Stangenwaffe, die an einem Ende mit Schwarzpulver gefüllt war, das während des Kampfes entzündet wurde. Sie wurde erstmals im 10. Jahrhundert in chinesischen Schriften und Zeichnungen dargestellt und in einem Text von 1232 unter dem Namen flying-fire spears (Jei huo chhiang)¹ erwähnt. Die Stange war vermutlich aus Bambus, obwohl es dazu keine eindeutigen Quellen gibt. Vergleichbar ist sie mit heutigen Schrotflinten und Flammenwerfern. Ab dem 14. Jahrhundert wird sie auch in Europa beschrieben und als Waffe von Rittern gezeigt.</p><figure><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fupload.wikimedia.org%2Fwikipedia%2Fcommons%2Ff%2Ff0%2FFire_Lance_Knight.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=26aa60694a8a8d1b9e215986202c986d" alt=""/><figcaption>A knight wielding a fire lance ca. 1396. Aus: Science and Civilisation in China, Cambridge UP, 1986.</figcaption></figure><p>Das erste Mal gesehen habe ich Fire Lancers in Age of Empires 2, wo sie als Infanterie-Einheit für 45 Nahrung und 45 Gold gekauft werden kann und dann folgende Fähigkeiten hat:</p><blockquote><p>When fighting units (except siege weapons), Fire Lancers can shoot a volley of three projectiles with low accuracy in a range of 4 (thus being better vs groups of units). Each projectile deals 3 pierce attack (unaffected by armor) and +2 vs rams. The ability recharges in 30 seconds. — <a href="https://ageofempires.fandom.com/wiki/Fire_Lancer_(Age_of_Empires_II)">Aoe Wiki</a></p></blockquote><p>Age of Empires 2 ist ein mehr oder weniger historisch akkurates Spiel. Man gibt sich insbesondere bei den Kampagnen Mühe, aber im Multiplayer steht das Balancing im Vordergrund. Es gibt immer wieder Anpassungen, aber letzten Endes ist das Spiel ein Spiel und keine Simulation. Selbstverständlich gibt es trotzdem ein <a href="https://docs.google.com/document/d/1FXSOLEjL67vuXvoVloiPvVxxv1AnnZO43w5jQ5Dfhic/edit?tab=t.0">49 Seiten langes Google Doc</a>, das alle Ungenauigkeiten auflistet und erklärt. ❤️‍🔥</p><p>Nicht jede Zivilisation kann Fire Lancers produzieren. Die Einheit ist den Chinesen, Jurchen, Kitan, Koreanern und Vietnamesen vorbehalten. Beschränkt sich euer Geografie- und Geschichtswissen auf uns und alles, was westlich liegt, sagen euch Jurchen und Kitanen nichts. Ging mir auch so. Der Auflistung zufolge liegt zumindest eine geografische Nähe … nahe.</p><p>Jurchen und Kitan waren Völker im Nordosten Asiens, genauer der Mandschurei, die heute in China, Russland und der Mongolei liegt. Zwischen den Weltkriegen war die Mandschurei sogar ein eigener Staat und diente als Puffer zwischen China, Russland und Japan, die alle <a href="https://www.zeitklicks.de/weimarer-republik/weltgeschichte/asien-und-naher-osten/die-mandschurei-krise-mandschukuo-entsteht">Anspruch auf das Gebiet erhoben</a>.</p><figure><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mandschurei#/media/Datei:Manchuria.png"><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fupload.wikimedia.org%2Fwikipedia%2Fcommons%2Ff%2Ff9%2FManchuria.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=6ca0b44d50d7804f1e4fd4891971f728" alt="eine Karte, die das Gebiet der Mandschurei zeigt"/></a><figcaption>Wikimedia, gemeinfrei</figcaption></figure><p>Die Kitan lebten dort ab dem 5. Jahrhundert und errichteten im 10. Jahrhundert die Liao-Dynastie, die 200 Jahre später von den Jurchen erobert wurde, die dort ab dem 11. Jahrhundert existierten.</p><p>Apropos sich zu tief mit Dingen beschäftigen, die nicht so deep sein müssten. Als ich letztens nicht schlafen konnte, traf ich auf diesen mythical video pull (so oder so ähnlich sagen das die Kids heute, in Anlehnung an Sammelkarten, um zu suggerieren, dass ein Video besonders wertvoll ist und durch algorithmisch gelenkten Zufall auf der Startseite (die Kids sagen fyp, ein Akronym für for you page) erschienen ist; jedenfalls habe ich mir das so hergeleitet und fühle mich mit jedem Tag mehr out of touch, aber das ist ein me problem).</p><a href="https://youtu.be/bsCN0Yx2Vbs?is=2j0R8NcvN00SD6--">https://youtu.be/bsCN0Yx2Vbs?is=2j0R8NcvN00SD6--</a><h3>Womit ich mich beschäftigt habe</h3><p>Für den FM 4 Game Podcast habe ich ein paar Worte über den DACH-Spielejournalismus verloren. <a href="https://sound.orf.at/podcast/fm4/fm4-game-podcast/spezial-zu-games-journalismus/">Die ganze Folge gibt es hier</a>.</p><p>Wir arbeiten außerdem an Ausgabe 3 von Debuff (und haben sogar schon Ideen für Ausgabe 4) und verbessern die sogenannte User Experience auf unserer Seite. Sprich: Ihr seht jetzt und in Zukunft hoffentlich besser, was genau Debuff eigentlich ist. <a href="https://www.debuff.de/tag/002/">Lest doch außerdem gerne Ausgabe 2</a>.</p><h3>Meme der Woche</h3><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fstatic0.cbrimages.com%2Fwordpress%2Fwp-content%2Fuploads%2F2017%2F12%2F6-3.jpg%3Fq%3D50%26fit%3Dcrop%26w%3D825%26dpr%3D1.5?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=2bc456a54bf6e155486415e7aa6387d3" alt="Geoffrey aus Game of Thrones, dazu der Text If Monday was a person"/><p>In der <a href="https://steady.page/de/chrissikills/posts/e920e2e2-436f-4e2f-be2c-d74e42dabe71">letzten regulären Ausgabe</a> sprach ich über die “Das Lied von Eis und Feuer”-Hörbuch-Reise, die ich seit Jahren unternehme. Mittlerweile bin ich bei Buch 6: “Die Königin der Drachen”.</p><p>Meine Güte, was für ein Band das ist. Ein absoluter Kahlschlag, jede Figur ereilt ein schlimmeres Schicksal als die vorherige. Und es zeigt sich, aus welchem Holz die Figuren geschnitzt sind. Grob lassen sich alle in folgende Matrix einordnen:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f5db10f-95c3-47b7-8203-32fa908585f6/uploads/images/jowd6bzt7c/aewstrdtzfzguh.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="political compass Meme, oben link steht ist gut, tut gutes mit Ned Stark und Jon Snow, oben recht ist böse, tut böses mit Little Finger und Cersei, unten links ist böse, tut gutes mit Varys und Lady Tyrell, unten recht ist gut, tut böses mit Jaime und dem Bluthund"/><p>Das umschließt meine persönlichen Vorhersagen. Denn bei manchen Figuren ist es nur allzu deutlich, dass ihr redemption arc angeteasert werden soll. Andere sind absolut transparent und sollen es auch sein. Es braucht ein klares Ziel der Unterstützung und ein ebenso klares Ziel der Verachtung — in diesem Fall alles, was in der Tabelle oben ist. Dazwischen lassen sich Nuancen erkunden, die für Plottwists sorgen und die Leser:innen in eine Fragenspirale werfen: Wenn der/die doch gut/böse ist, wie muss ich alles, was vorher passiert ist, nun neu bewerten?</p><p>Wenn diese Fragen beantwortet werden, fühlen sich Leser:innen entweder bestätigt oder betrogen. Zwei starke Emotionen, die dafür sorgen, dass sich das Lesen aktiver anfühlt und die Geschichte an gefühltem Gehalt gewinnt. Man fiebert mit und freut sich, wenn man frühzeitig erkennt, worauf ein Handlungsstrang hinausläuft und übersieht dabei, auch um sich seiner eigenen Cleverness nicht zu berauben, dass die meisten Handlungsstränge klassische Narrative sind, die sich hinter ausufernden Beschreibungen und Nebenschauplätzen, Namen und Beziehungen verstecken, die für besagten gefühlten Gehalt sorgen. Aber letztendlich zählt, dass es funktioniert — und das tut es.</p><p>Das Template meiner Matrix ist das Politische-Kompass-Meme, das es bereits seit 2001 gibt.</p><blockquote><p>The <strong>Political Compass</strong> is a two-axis model of the political spectrum between libertarian/authoritarian and economic-left/economic-right. — <a href="https://knowyourmeme.com/memes/political-compass"><em>Know Your Meme</em></a></p></blockquote><p>Nach einem kleinen Test, der absolut haarsträubende Statements beinhaltet, zu denen man sich positionieren muss, kommt das Ergebnis. Ich bin links unten, wir sind alle überrascht.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f5db10f-95c3-47b7-8203-32fa908585f6/uploads/images/6usff6fgfh/vfdasj.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Der Test hält keiner ernsthaften Untersuchung stand, das wissen auch die Macher. Seit 2001 haben sich Terminologien und politische Machtgefüge so stark verändert, dass diese ohnehin viel zu vereinfachte Darstellung nicht mehr funktioniert. Außer halt als Meme.</p><p>Zu humoristischen Zwecken kann man alles mögliche darauf verorten und dann eine Pointe daraus machen. Reddit hat dem Meme sogar einen eigenen Subreddit gewidmet. Ich kann ihn nicht empfehlen.</p><p>Im Gegensatz zu Das Lied von Eis und Feuer.</p><p>Und was ich heute auch lernte: Matrix ist Latein für Muttertier und Gebärmutter. Wann dann matrix oder uterus benutzt wird, weiß ich nicht. Aber ich finde es heraus.</p><h3>Danke</h3><p>Danke, dass du meinen Mini-Newsletter abonniert hast und liest :) Wenn er dir gefällt, klick doch gerne auf das High Five. Oder schreib mir:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p></li></ul><p>Unterstützen kannst du mich mit einer Bonus-Mitgliedschaft, einem <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Kaffee</a> oder indem du diese Ausgabe teilst.</p><p>💋<br/>Christina</p><hr aria-hidden="true"/><p>[1] Needham, Joseph (1986). Science and Civilisation in China. Vol. 5, pt. 7: The Gunpowder Epic. Cambridge University Press.</p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f5db10f-95c3-47b7-8203-32fa908585f6/teaser_image/1777307843?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Mon, 27 Apr 2026 16:37:49 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was nicht in der Bibliothek von Blake Manor steht]]></title>
      <description><![CDATA[The Séance at Blake Manor ist ein Mystery-Detektivspiel, in dem Detektiv Declan Ward 1897 in einer abgelegenen Villa in Irland ermittelt — und sich weiterbildet.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>The Séance at Blake Manor ist ein Mystery-Detektivspiel, in dem Detektiv Declan Ward 1897 in einer abgelegenen Villa in Irland ermittelt — und sich weiterbildet.</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cbae43e6-c429-4f08-9b00-e338c90e7e3d/uploads/images/6o7wcnrdhy/Mini-Newsletter_Header.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Header der Ausgabe: Mythluster, in der Mitte Declan Ward, im Hintergrund ein Panel des Ros Teppichs, daneben Ausschnitte der nachfolgenden Bilder"/><p><em>Der </em><a href="https://www.youtube.com/watch?v=3et44axB2U0&amp;list=OLAK5uy_nbcfcAXwW7gh7JZlBGLvIQU7VhU0xFq-g&amp;index=6"><em>Soundtrack des Spiels von Clement Panchout</em></a><em>. Für die </em>ambiance<em>.</em></p><ul><li><p><strong>Die Wahrheit … 1</strong></p></li><li><p><strong>B wie Banshee … 2</strong></p></li><li><p><strong>S wie Sidhe … 3</strong></p></li><li><p><strong>Kelten, Wikinger, Römer … 4</strong></p></li><li><p><strong>N wie Nektanebos II. … 5</strong></p></li><li><p><strong>H wie Henochische Sprache … 6</strong></p></li></ul><p>Vor der Séance, die den Höhepunkt eines mehrtägigen Programms darstellt, verschwindet eine der Teilnehmerinnen. Detektiv Declan Ward wird von einer unbekannten Person in die abgelegene Villa berufen, um herauszufinden, ob die Dame tatsächlich abgereist ist oder doch mehr hinter ihrem plötzlichen Verschwinden steckt.</p><p>Viele der Teilnehmer:innen behaupten, übernatürliche Kräfte zu haben, mit den Verstorbenen zu sprechen, die Zukunft zu sehen oder Zauber zu wirken. Sie sind Teil einer Welt, die dem Detektiv fremd ist. Zwischen belauschten Gesprächen und durchsuchten Zimmer muss er sich also in der Bibliothek belesen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cbae43e6-c429-4f08-9b00-e338c90e7e3d/uploads/images/f4dlvzrtpn/2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Bild einer Bibliothek, dunkelbraune Regale, in der Mitte Tische mit kleinen grünen Lampen und Stühlen"/><figcaption>Die Bibliothek von Blake Manor. (Spooky Doorway/Raw Fury/eigener Screenshot)</figcaption></figure><h3>Die Wahrheit</h3><p>The Séance at Blake Manor ist eine fiktive Arbeit. Nichtsdestotrotz basiert vieles, was in dem Spiel dargestellt oder thematisiert wird, auf wahren Begebenheiten.</p><p>Mr. Callaghan zum Beispiel bietet den anderen Gästen einen besonderen Service: Er fotografiert sie und macht die Geister, die den Porträtierten folgen, damit sichtbar.</p><p>Ende des 19. Jahrhunderts war die Fotografie ein neues Medium und Menschen wussten nicht recht, wie es funktioniert, <a href="https://podcasts.apple.com/gb/podcast/ghosts-grief-and-the-paranormal/id256580326?i=1000733295016">erklärt Alice Vernon</a>. <a href="https://blog.scienceandmediamuseum.org.uk/photography-a-z-ghosts-spirit-photography/">Betrüger nutzen dieses Unwissen</a> aus und bearbeiteten Fotos, um leichtgläubigen Geistersuchern ihr Geld abzunehmen.</p><p>Wie Vernon erklärt, versuchten Magier wie Harry Houdini diese falschen Spiritualisten zu entblößen. Unter den Gläubigen, die sich auf die Suche nach den Geistern im Krieg oder an Krankheit verstorbener Geliebter machten, <a href="https://arthurconandoyle.co.uk/spiritualist">war auch Sir Arthur Conan Doyle</a> — der 1887 die erste Geschichte des vielleicht bekanntesten Detektivs veröffentlichte.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cbae43e6-c429-4f08-9b00-e338c90e7e3d/uploads/images/3gcsvq7p6i/vfsah.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Schwarz weiß Porträt von Arthur Conan Doyle, hinter ihm eine verschwommene Gestalt, die seinen Sohn darstellen soll"/><figcaption>Arthur Conan Doyle mit seinem verstorbenen Sohn (The Conan Doyle Estate)</figcaption></figure><p>Zehn Jahre später veröffentlicht sein irischer Kollege Bram Stoker Dracula und erschafft damit den bekanntesten Vampir. Doch auch er baut nur auf Mythen und Legenden auf.</p><h3>B wie Banshee</h3><p>Noch bevor Declan die Villa betritt, erscheint ihm eine Gestalt. Eine Waschfrau am Brunnen, die von den anderen Gästen schnell als Omen des Todes erkannt wird. Ihr gälischer Name ist Bean-nighe, bekannter ist sie jedoch unter ihrem anglisierten Namen: Banshee. Ihre Ursprünge können bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgt werden.</p><p>Die Séance findet in der irischen Provinz Connacht statt, wo die Banshee wiederum unter ihrem irischen Namen Bean Sídhe bekannt ist. Sie wird als kleine, alte Frau dargestellt, die an Flüssen ihre Wäsche wäscht, wahlweise auch die blutige Kleidung gefallener Soldaten. Aber nicht überall wird sie mit Krieg in Verbindung gebracht.</p><p>Mit ihrem Weinen und Wehklagen kündigt sie den Tod eines Menschen an. <a href="https://www.mythcloud.eu/compendium/the-banshee">Wie Patricia Lysaght erklärt</a>, erscheint sie Familien, folgt ihnen über Generationen und die Menschen aus der Gemeinschaft horchen auf ihre Rufe. Aber nicht jeder Familie folgt eine Banshee; nur solchen, die anglonormannischer Abstammung sind, die also nach der Eroberung durch die Normannen 1066 auf den heute britischen Inseln leben. Von einer Banshee verfolgt zu werden, ist etwas, worauf man stolz ist — anders als diese Illustration suggeriert.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cbae43e6-c429-4f08-9b00-e338c90e7e3d/uploads/images/kkvdsase2x/The_Banshee_Appears_%281862%29.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Eine Illustration, im Vordergrund zwei erschreckte Männer, im Hintergrund ein dunkles Haus und eine Frauenfigur, die die Arme nach oben streckt und aus dem Moor kommt"/><figcaption>R. Prowe, „The Banshee Appears“, 1862</figcaption></figure><p>“Die Frau aus der anderen Welt” ist zwar ein Omen des Todes, aber nicht bösartig. Vielmehr ist sie ein Ahnengeist, eine Schutzpatronin der Familie und spendet Trost. Sie begleitet die Sterbenden, die die Welt so nicht allein verlassen müssen. Bei dem Mythos geht es weniger um Okkultismus und Aberglaube als um Familien und Zusammenhalt, womit die Banshee neben christlichen Traditionen und Vorstellungen vom Leben nach dem Tod existiert. Anders als man es von heidnischen Bräuchen erwartet.</p><p>Wie viele andere Mythen, ist die Banshee Ausdruck von Sorge und Angst, während sie gleichzeitig eine Erklärung und kulturelle Praxis für die schwersten menschlichen Erfahrungen bietet. Auch in anderen Kulturen finden sich Erzählungen von weiblichen Todesomen, wie der <em>woman in white</em>. Mit ihren langen Haaren, die sie kämmt, schließt die Banshee auch an den Mythos der Meerjungfrau an. Im Laufe der Zeit vermischten sich also Darstellungen der Mythen. In modernen Interpretationen des japanischen Rachegeists Onryō, wie in Ringu aus dem Jahr 1998, wird dieser ebenfalls als Frau in Weiß mit langen Haaren dargestellt, der Menschen heimsucht, die bald darauf sterben.</p><h3>S wie Sidhe</h3><p>Es gibt eine mythische Geschichte Irlands, die im Lebor Gabala Erenn , <a href="https://www.maryjones.us/ctexts/leborgabala.html">dem Buch der Einnahmen Irlands</a>, erzählt wird. Dort heißt es, dass, bevor Sterbliche in Irland lebten, das Land von den Túatha Dé Danann regiert wurde — Götterwesen mit übernatürlichen Kräften.</p><p>Die Túatha Dé Danann verloren später den Kampf gegen die sterblichen Milesier und lebten fortan unter der Erde in kleinen Erdhügeln, síd genannt. Entsprechend <a href="https://thewickedgriffin.com/sidhe-meaning/?srsltid=AfmBOoqbZGVNFifiyGHInjFUIycpV0in3A9TXpu0U2u7nEfxUtpIZe5y">bezieht sich das Wort Sidhe sowohl</a> auf die Hügel als auch die Nachfahren der besiegten Götter, die in ihnen leben und mit der Christianisierung Irlands nicht mehr als Götter bezeichnet werden durften.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cbae43e6-c429-4f08-9b00-e338c90e7e3d/uploads/images/x4ublg6j63/_The_Riders_of_the_Sidhe__John_Duncan_1911_McManus_Galleries__Dundee_%282%29.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Vier prächtige, goldene Reiter auf Einhörnern, die von Vögeln und anderen Tieren umgeben sind"/><figcaption>John Duncan, &quot;The Riders of the Sidhe&quot;, 1911</figcaption></figure><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/cbae43e6-c429-4f08-9b00-e338c90e7e3d">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/cbae43e6-c429-4f08-9b00-e338c90e7e3d/teaser_image/1775742861?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sun, 12 Apr 2026 20:10:27 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ein Universum voller Inspiration]]></title>
      <description><![CDATA[“Eigentlich ist da eine ganze Menge Nichts.”]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>“Eigentlich ist da eine ganze Menge Nichts.”</strong></p><p>Da draußen gibt es ein Universum voller Inspiration. Auf Titan, einem Mond des Saturn, regnet es Methan. Es ist der erdähnlichste Himmelskörper unseres Sonnensystems – kaum auszumalen, was die Monde und Sterne jenseits davon zu bieten haben. Möglicherweise ist es aber diese Unbegreiflichkeit, die dafür sorgt, dass die meisten Planeten, die wir in Videospielen erkunden können, bloß Variationen unserer Erde sind.</p><p>In der Sternwarte nahe Hamburg forscht Dr. Jan-Torge Schindler an supermassereichen Schwarzen Löchern im frühen Universum. “Das Universum ist ca. 13,8 Milliarden Jahre alt und ich interessiere mich für die ersten 2 Milliarden Jahre”, erklärt er. Dabei beobachten er und sein Team nicht die Schwarzen Löcher selbst, sondern die Gase um sie herum. Denn ein solches supermassereiches Schwarzes Loch ist Millionen oder gar Milliarden Sonnenmassen groß, wobei schon eine Sonnenmasse 1,99 Quintillionen Kilogramm beträgt – mehr als 300.000 Erden. </p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/79316ace-0082-44b1-b065-d9967dd06725/uploads/images/73bcr64tkz/275850_11.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Ein Asteroidengürtel in No Man&#39;s Sky um einen Planeten, der von roten Gasen umgeben ist, im Hintergrund leuchtet eine Sonne."/><figcaption>Ein Asteroidengürtel in No Man&#39;s Sky stellt ein ernstzunehmendes Hindernis dar. (Quelle: eigener Screenshot/Hello Games, Sony Interactive)</figcaption></figure><p>Um diese unvorstellbaren Dimensionen für Unterhaltungszwecke zu adaptieren, braucht es Kompromisse. Zum Beispiel bei halsbrecherischen Flügen durch Asteroidengürtel, wie sie in No Man’s Sky oder Starfield erlebt werden können. Die Asteroiden bilden Hindernisse, der Weg wird zum Abenteuer. Doch realistisch ist das nicht. “Meistens wird der Weltraum viel voller dargestellt als er ist”, erläutert Schindler, “weil eigentlich ist da eine ganze Menge Nichts.” In einer Vorlesung haben Schindler und seine Studierenden ausgerechnet, wie lange man im Durchschnitt ohne zu kollidieren durch den Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter fliegen könnte. “Im Prinzip kommt man da gut durch”, sagt er. In Spielen werde zudem nicht nur die Masse, sondern auch die Dichte der Gesteinsbrocken oft zu groß dargestellt.</p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/79316ace-0082-44b1-b065-d9967dd06725">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/79316ace-0082-44b1-b065-d9967dd06725/uploads/images/73bcr64tkz/275850_11.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Wed, 18 Mar 2026 12:58:12 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ich liebe Zuckerwasser mit Geschmack]]></title>
      <description><![CDATA[Die ultimative Durstlöscher-Tier-List und über Aneignung black queeren Slangs durch Gen Z, Dubai-Influencer und was Jim Carrey mit den Sex Pistols zu tun hat]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die ultimative Durstlöscher-Tier-List und über Aneignung black queeren Slangs durch Gen Z, Dubai-Influencer und was Jim Carrey mit den Sex Pistols zu tun hat</strong></p><p>Hobbys sind wichtig und meines war in den letzten Wochen jeden Kiosk in meiner unmittelbaren Umgebung zu besuchen und jede verfügbare Sorte Durstlöscher zu probieren und zu bewerten.</p><p>Und damit herzlich willkommen an alle neuen Abonnent*innen ✨ Schön, dass ihr da seid, ich freu mich.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e920e2e2-436f-4e2f-be2c-d74e42dabe71/uploads/images/zkwap3iug3/durstloscher.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Durstlöscher Tier List. S: Waldmeister, Sauerkirsche Zitrone und KiBa. A: Orange, Eistee Zitrone, Eistee Mango. B: Apfel Orange Zitrone, Multi und Bubble Gum. C: Eistee Pfirsich und Wassermelone. D: Blaubeer-Vanille."/><p>Na jedenfalls ist so ein halber Liter Zuckerwasser ein echtes Abenteuer für meinen Ü30-Körper, aber ich habe auch gelernt, dass man Geschmäcker nicht für immer verschmähen darf, nur weil andere sie verhunzt haben. Looking at you, Waldmeister und Bubble Gum.</p><p>Spaßgetränke zu bewerten war in den letzten Wochen mein coping-Mechanismus — die Welt da draußen macht gerade keinen Spaß und es ist ein unfassbares Privileg, dass ich das ausblenden kann, wenn ich nicht mehr kann, das ist mir bewusst.</p><p>Wir reden gleich mehr darüber, aber erst:</p><hr/><p>Werbung</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Eine neue Ausgabe Debuff ist erschienen! Das halbjährlich erscheinende Online-Magazin habe ich miterfunden und habe für diese Ausgabe auch das <a href="https://www.debuff.de/was-sich-so-verandert-und-wieso-wir-daruber-schreiben/">Editorial</a> geschrieben:</p><a href="https://www.debuff.de/tag/002/">https://www.debuff.de/tag/002/</a><p>Ich habe ein <a href="https://www.instagram.com/p/DVoMnxiiGu0/">Reel</a> über feministische Literatur gedreht.</p><p>Und:</p><p>Laut deutscher Depressionshilfe fühlt sich jeder 4. Mensch in Deutschland einsam. Videospiele können das Gefühl sowohl verstärken als auch mindern – je nachdem. Über diese Ambivalenz habe ich in der neuen GEE geschrieben. Das sieht am Kiosk eures Vertrauens so aus:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e920e2e2-436f-4e2f-be2c-d74e42dabe71/uploads/images/3em2fftmjl/nfgsndafds.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Cover der GEE"/><hr aria-hidden="true"/><h3>Nach gerecht kommt selbstgerecht</h3><p>Letztens ging ein <a href="https://www.instagram.com/reel/DVRUeZpkQ_y/">Reel</a> viral und danach diverse Variationen davon, in dem eine Frau „Gen Z without personality“ nachahmt. Diese Nachahmung besteht aus diversen Worthülsen und Gesten, die alles, was tatsächlicher Inhalt sein könnte, verdrängen.</p><p><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">“Slay”, “queen”, “Yass”, “low key”, “clock it”, “tea”…</mark></p><p>Könnte man meinen. Auf der einen Seite ist das tatsächlich so. Denn der Ursprung dieser und anderer Begriffe ist für diesen neuen Kontext sowie Sender und Empfänger unerheblich — was sie auf Hülsen reduziert, die lediglich Marker einer Generation sind.</p><p>Auf der anderen Seite ist eine lange Geschichte queerer Räume und Schwarzer Communities, aus denen diese Begriffe kommen. Phrasen wie “Clock it” und die dazugehörige Geste, Mini-Applaus mit Daumen und Mittelfinger, stammen aus der Ballroom-Szene.</p><blockquote><p>But the trajectory “clock it” has taken also isn’t new; it’s a pipeline queer people — particularly Black and brown queer people in the ballroom community — have come to expect over decades of mainstream media taking and misusing phrases. From <a href="https://nmaahc.si.edu/explore/stories/brief-history-voguing">voguing</a> to “tea” and “it’s giving” to fashion aesthetics created in the scene, popular culture has <a href="https://www.them.us/story/ballroom-culture-rupaul-madonna-paris-is-burning">long borrowed from ballroom</a> without honoring the figures who coined them, like <a href="https://www.them.us/story/how-crystal-labeija-reinvented-ball-culture">Crystal LaBeija</a>, <a href="https://www.them.us/story/mother-queer-slang-meaning-origin-history-use">Dorian Corey</a>, and <a href="https://www.vogue.com/article/oral-history-ballroom-pride-2023">Angie Xtravaganza</a>. — <a href="https://www.them.us/story/clock-it-how-ballroom-coined-the-internets-new-catchphrase">Quispe López für them</a></p></blockquote><p>Auf diese Aneignung von Begriffen aus queeren und Schwarzen Bewegungen und deren Umdeutung als “Gen Z-Slang” haben diverse Creator*innen aufmerksam gemacht, die auf erstgenanntes Video reagiert haben. Anstatt die Begriffe als Abgrenzung zu einer Norm und Ermächtigung als marginalisierte Personen zu nutzen, signalisieren sie nun Zugehörigkeit zu einer Generation — oder versuchen es zumindest.</p><p>Same same, könnte man meinen. Aber nein. Denn die Aneignung durch Gen Z hat nur insofern etwas mit Eigenermächtigung zu tun, als dass sich eine Gruppe Menschen durch Sprache von anderen absetzt.</p><p>Die Diskussion zeigt: mehrere Dinge können gleichzeitig wahr sein.</p><p>Wenn die Zugehörigkeit zu einer Generation zum primären Persönlichkeitsmerkmal wird, kann man das kritisieren, wie es das erste Reel tut. Dass in Zeiten, in denen Bipocs und LGBTQ+-Menschen einmal mehr um ihr Leben fürchten müssen, Begriffe zweckentfremdet werden, die auf ihre struggle aufmerksam machen, kann (und muss) man ebenfalls kritisieren.</p><p>Beides ist wahr. Die Punkte, die jeweils gemacht werden, sind einfach unterschiedlich, nur das Thema ist gleich. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. Leider klickt Differenzierung nicht so gut, deshalb werden uns diese Infos als selbstgerechte Tiraden präsentiert.</p><h3>Schlimme Sachen sind nie schlimm genug</h3><p>Jim Carrey war Ende Februar bei einer Preisverleihung in Paris. Er erhielt den César-Ehrenpreis, die Rede hielt er auf französisch. Nichts davon wurde ansatzweise so viel diskutiert, wie sein Aussehen in einem <a href="https://www.youtube.com/shorts/ztwarSae8jQ">Interview</a> im Anschluss.</p><p>Für das veränderte Aussehen einer Person gibt es zig Gründe. Dass sie durch einen Klon ersetzt wurde, steht ganz unten auf dieser Liste. Aber genau das wird in den Kommentaren behauptet, in Reels und Tiktok, in Reactions weiter verbreitet, durch weitere Kommentare gepusht.</p><p>Verschwörungserzählungen haben dank der Epstein-Files und den weitreichenden und einflussreichen <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/epstein-akten-ueberblick-100.html">Verbindungen</a> des Straftäters Konjunktur. Da hilft auch nicht, dass es dank KI immer schwieriger wird zu erkennen, was echt ist und was nicht.</p><p>Zwischenzeitlich erklärte Make up-Artist Alex Stone, er sei als Jim Carrey vor Ort gewesen und hätte dieses Interview geführt. Der Publicist von Jim Carrey teilte letzte Woche mit, der Schauspieler persönlich sei es gewesen.</p><p>All das ist egal, weil die Tatsache, dass Jim Carrey nun ein Klon sei, weil er sich seit Jahren gegen Hollywood äußert und nun verschleppt worden sei, weil er etwas öffentlich gemacht habe (was genau das sein soll, bleibt unklar), scheint spannender.</p><p>Eine vernünftige Erklärung reicht nicht mehr. Es muss immer noch drastischer sein — nicht zuletzt, weil eben solche Inhalte mit Interaktionen belohnt werden, die die Reichweite erhöhen.</p><p>Wir sind nicht mehr geschockt.</p><p>Das wird besonders im Vergleich deutlich. Dieses Interview mit den Sex Pistols 1976 war ein Schocker! Hunderte wütende Anrufe und Briefe erreichten die BBC.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=boQGEyAcZwo">https://www.youtube.com/watch?v=boQGEyAcZwo</a><p>Heute schockt daran höchstens der eklige Kommentar des Moderators gegenüber Siouxsie Sioux.</p><p>Wir sind desensibilisiert.</p><p>Aber immerhin keine Dubai-Influencer, die aktuell in ihrer ganz eigenen delulu-Welt leben. Nachdem die USA vorletzten Samstag den Iran angriffen, waren einige der Gegenschläge aus Luftkratzern in Dubai sichtbar. Dubai-Influencer zeigten sich weinend und ängstlich, zeigten Raketen am Nachthimmel. Diese Videos wurden kurz danach gelöscht. </p><p>Stattdessen sehen wir seitdem Videos mit der Caption “Hast du keine Angst? Nein, denn er beschützt uns”, unterlegt mit einer KI-Version von Stromaes “Papaoutai” (das davon handelt, dass der Sänger seinen Vater während des Völkermords in Ruanda verloren hat, aber diese traurige Ironie scheint den Creator*innen zu entgehen) und Bildern von Muhammad bin Raschid Al Maktum. </p><p>Unter diesen Dubai-Influencer*innen sind auch Deutsche, die in ein und demselben Video Deutschland dafür kritisieren, dass es “seine Leute nicht zurückholt” und erklären Dubai habe das beste Abwehrsystem “hier fühl ich mich sicher”. Wie Fiona Erdmann, man kennt sie aus Germanys Next Topmodel, die in ihrer Story “Dubai beschützt uns” schreibt — und gleichzeitig erklärt, dass sie mit ihrer Familie in den Oman gereist ist. Hätte sie keine Kinder, wäre sie in Dubai geblieben, aber man kann nichts machen, es blieb nur die Ausreise. </p><p>Ahja.</p><h3>Meme der Woche</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e920e2e2-436f-4e2f-be2c-d74e42dabe71/uploads/images/vu523yevts/photo_2026-03-11_14-03-38.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wenn ihr mich fragt, waren die letzten Wochen das beste Argument für den Internet-Führerschein. </p><hr aria-hidden="true"/><h3>Ablenkung</h3><p>Schon 2020 schien alles schlimm (naja, war’s ja auch) und wir haben damals bei Creme de la Meme über das Doomer-Meme gesprochen. Das scheint mir hier passend.</p><a href="https://cremedelameme.letscast.fm/episode/ein-meme-fuer-menschen-am-ende-der-welt">https://cremedelameme.letscast.fm/episode/ein-meme-fuer-menschen-am-ende-der-welt</a><p>Um nicht zu doomscrollen, mache ich aktuell folgendes:</p><ul><li><p>Häkeln, unter anderem mit <a href="https://www.youtube.com/watch?v=sjY9wFO0sU8">dieser Anleitung</a>.</p></li><li><p>Slay the Spire 2 spielen, das gerade im Early Access erschien. In der <a href="https://lostlevels.de/episode/fleischklops-mit-fischkanone">aktuellen Folge Lost Levels</a> erzähle ich davon. Und hiervon:</p></li></ul><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e920e2e2-436f-4e2f-be2c-d74e42dabe71/uploads/images/lrcwavdmqv/waesdhrf.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="ein Klumpen voller toter Fische, der in einer Mundhähle rollt, in der Luftballons den Weg zu einem Geburtstagskuchen zeigen, neben dem ein weiterer Fisch liegt"/><ul><li><p>Convenience Store Woman lesen, das für mich erst ab Seite 100 kickte, aber wirklich lustig ist und genau das überspitzt, was einen stört.</p></li><li><p>Game of Thrones 5 hören. Auch wenn zwischendrin der Sprecher wechselte und mit ihm Stimmen der Charaktere, von denen es so viele gibt, dass man eh nicht folgen kann, und die Aussprachen von Namen, wenn die nicht eh komplett anders übersetzt wurden, ganz zu schweigen davon, dass die Bücher in der deutschen Fassung nun doch nicht mehr geteilt sind und ich drei Stunden Teil 9 gehört habe, obwohl ich erst bei Teil 5 bin, mich erst ein riesiger Spoiler darauf aufmerksam machte und ich bestimmt eine ganze Stunde damit beschäftigt war zu verstehen, dass ich zwar acht Bücher gehärt habe, die aber jetzt nur noch als vier zählen. Naja, es war ein langer Weg, aber ich hör’s gerne. </p></li></ul><h3>Danke</h3><p>Vielen Dank fürs Lesen und Abonnieren. Wenn dir diese Ausgabe gefallen hat, leite sie gerne weiter. Unterstützen kannst du mich außerdem mit Abos, <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Kaffee </a>oder Interaktionen auf den folgenden Plattformen, wo du mir auch Anmerkungen, Lob, Kritik und Themenwünsche mitteilen kannst:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p><p></p></li></ul><p>💋<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 11 Mar 2026 13:45:29 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Dan Browns neues Buch ist anstrengend]]></title>
      <description><![CDATA[Lieber nur im Sale kaufen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lieber nur im Sale kaufen.</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/dfd0d1e4-8c41-4808-9dca-39099e0bdd39/uploads/images/gqfgjquivb/210.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Wie immer gelten zwei Dinge:</em></p><ol><li><p><em>Wenn dir das Buch gefällt, soll dich nichts davon abbringen es zu mögen, auch nicht dieser Text.</em></p></li><li><p><em>Es gibt Spoiler.</em></p></li></ol><p><em>Diese Ausgabe hören:</em></p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/dfd0d1e4-8c41-4808-9dca-39099e0bdd39">Auf Steady anhören</a></p><p></p><p>Nach achtjähriger Pause erschien 2025 mit <em>The Secret of Secrets</em> ein neuer Robert-Langdon-Roman von Dan Brown.  Dieses Mal verschlägt es den Symbolwissenschaftler nach Prag, wo seine Kollegin Katherine Solomon einen Vortrag zu ihrer Forschung in der Noetik hält. Nachdem sie darin ihre bahnbrechenden Erkenntnisse über das menschliche Bewusstsein andeutet, verschwindet sie.</p><p>Bis hierhin klingt alles nach dem Dan Brown, den wir in nostalgischer Erinnerung haben und erwarten. Leider lesen sich die 800 Seiten wie eine endlose, besserwisserische Aneinanderreihung von Fun Facts, die Brown in den letzten acht Jahren gesammelt hat.</p><hr/><p>Werbung</p><p>Schon Ende dieses Monats erscheint die neue Ausgabe Debuff! Das ist das Online-Spielemagazin, das ich mich Daniel Ziegener und Florian Zandt gegründet habe.</p><p>Im aktuellen Newsletter für Mitglieder schrieb ich über das, was Leser:innen erwartet und die Struggle, die wir in den letzten Wochen damit hatten. Hier nochmal Ausgabe 1 nachlesen:</p><a href="https://www.debuff.de/">https://www.debuff.de/</a><p>Für Mitglieder dieses Mini-Newsletters</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">hier eines werden</a></p><p>verschickte ich diesen Monat 18 Mini-Rezensionen zu Büchern, die ich letztes Jahr gelesen habe. Horror, Sachbuch, Krimi, Fantasy, Novelle, Comic — alles dabei.</p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/posts/1818de15-e595-40a1-aa21-bd0d8184ff70">https://steady.page/de/chrissikills/posts/1818de15-e595-40a1-aa21-bd0d8184ff70</a><hr aria-hidden="true"/><h3>Die Thriller-Formel</h3><p>Dabei fängt alles vielversprechend an. Dan Brown weiß, wie ein Roman aufgebaut ist, wie man Spannung erzeugt und Expositionen schreibt. Die Formel dafür lautet wie folgt: Unvorstellbare Grausamkeiten und Geheimnisse müssen angeteasert werden. Eine Spur von Gewalt liegt in der Luft, aber nur ein zarter Hauch. Dann passiert ein Verbrechen, in diesem Fall das Verschwinden von Katherine Solomon. Von Anfang an wird angedeutet, dass zwischen ihr und Robert Langdon eine romantische Beziehung entstanden ist. Das sorgt für Fallhöhe; etwas steht auf dem Spiel. Das ist für den Protagonisten Motivation zu handeln und für uns Motivation zu lesen.</p><p>Dann wird ein unmittelbarer Gegner inszeniert. In diesem Fall, wie schon in <em>Sakrileg</em>, ist er ein Bauernopfer in einer größeren Intrige und unterliegt einer Illusion, die ihn unberechenbar wirken lässt. Er nennt sich Golem und sieht sich als Nachfolger der <a href="https://prague.eu/de/die-legende-vom-golem/">Prager Legende aus dem 16. Jahrhundert</a>.</p><p>Eine gute Exposition ist eine, bei der man gar nicht merkt, wo sie anfängt und wo sie aufhört. Das ist auch hier der Fall. Ehe man sich versieht, startet die Action, die Ereignisse überschlagen sich. Es bleibt keine Zeit Luft zu holen, wir folgen Langdon in seiner Hast und Not.</p><p>Dieser wird von einer Situation in die nächste katapultiert, ohne dass er in den meisten Fällen dazu beiträgt. Dadurch fühlt sich ein Großteil des Plots weniger nach der Schnitzeljagd an, die man von einem Robert-Langdon-Roman erwarten würde, als nach einer Verfolgungsjagd. Wobei weniger Langdon die Entführer jagt als die ihn.</p><p>Alle mächtigen Menschen, die in dem Roman vorkommen, scheinen Teil der Verschwörung zu sein, was das Unterfangen des Protagonisten auf den ersten Blick aussichtslos erscheinen lässt. Dadurch wirkt das (in einem Dan-Brown-Roman unausweichliche) Überleben von Langdon und dessen Auflösung der Intrige noch großartiger. Denn es gilt die Faustregel: je größer die Hürde, desto größer das Aufatmen am Ende.</p><h3>Textbuch</h3><p>Wir erleben nicht nur Langdons Perspektive, sondern auch die diverser Nebencharaktere. Allen ist hier und da ein eigenes Kapitel gewidmet. Es sind eindimensionale Charaktere mit einfacher Motivation. Da wäre der Hauptmann, der Rache üben will, die eifersüchtige Pressesprecherin, die Laborassistentin, eine Botschafterin, ein Rechtsattaché, ein Lektor... Das sorgt einerseits für ein Gefühl von Komplexität und andererseits für ein Gefühl von Übersicht innerhalb dieser Komplexität. Es sind viele Figuren beteiligt, das verleiht dem Komplott eine gewisse Grandeur, aber wir Leser:innen können dabei den Überblick behalten, eben weil ihre Motivationen vergleichsweise überschaubar sind.</p><p>Dass wir ihre Geschichten aus unmittelbarer Perspektive erleben, erfüllt noch einen weiteren Zweck: Wir sind unausweichlich an ihrem Überleben interessiert, zumal die dazugehörigen Schicksale kaum dramatischer sein könnten. Wenn solche Charaktere gar sterben sollten, vermittelt das den Eindruck, dass nicht einmal Hauptfiguren sicher sind.</p><p>Selbst Gegenspieler erhalten ihre eigenen Kapitel, was es noch schwieriger macht, herauszufinden, wer auf welcher Seite steht. Und: Diese fragmentierte Erzählung sorgt dafür, dass jeder Abschnitt mit einem Cliffhanger enden kann. So endet ein Kapitel sinngemäß mit: “Sie sagte ihm sechs Worte. Diese Worte sollten alles verändern”.</p><p>Neben dem Cliffhanger zählt der red herring zu den Klassikern der Spannungsmache. In diesem Fall ist es der Golem, der uns in seinem Kapitel erklärt, dass er eine Frau beschützen will. Zu diesem Zeitpunkt kennen wir nur eine Frau, die relevant für die Erzählung ist, und gehen deshalb davon aus, dass sie gemeint ist — ist sie aber nicht.</p><p>Red herrings führen bewusst in die Irre. Wie das Läuten der Kirchenglocken, das Langdon als „traurig“ bezeichnet, nachdem er ins Hotel zurückkehrt und Katherine Solomon verschwunden ist. Gerade erlebte er, wie ihr Traum Wirklichkeit zu werden schien und interpretiert das traurige Läuten als Omen. Oder zumindest wird uns das suggeriert. Wir sollen nicht nur miträtseln, sondern auch entscheiden, ob die Hinweise, die uns gegeben werden, wahrhaftig sind. Ob die offensichtliche Wahrheit tatsächlich wahr ist.</p><p>„Miträtseln“ ist bei solchen Romanen das Stichwort. Wir kennen dank der Perspektivwechsel zwischen den Kapiteln das “Wer” und das “Wie”. Nur das “Warum” entzieht sich (theoretisch) unserer Kenntnis. Das hat der Protagonist uns voraus, spielt mehrmals darauf an, gibt vage Hinweise, erlöst uns aber erst ganz zum Schluss. Bis dahin sollen wir die Puzzleteile verbinden und vorausahnen, was selbst der Protagonist nicht weiß, nämlich wie die Geschichte am Ende ausgeht.</p><p>Das ist alles Textbuch. Selbst Subversion und Wendungen sind in diesem Roman Textbuch. Der ITler zum Beispiel, der nachts unvermittelt im Büro des Lektors steht und sagt, sie seien gehackt worden und er müsse da nochmal was auf dem PC des Lektors prüfen, soll nach mühsam aufgebauter, unheilvoller Atmosphäre als Bedrohung wahrgenommen werden. Der Effekt ist schnell durchschaubar.</p><p>Dieses Textbuch-Format hat also einen Vorteil und einen gravierenden Nachteil. Der Vorteil ist, dass es grundsätzlich funktioniert. Der Nachteil ist, dass die Erzählung vorhersehbar wird, sobald man einen Blick hinter den Vorhang wagt und realisiert, wie sehr Brown an dem Skelett hängt. Wer zum Beispiel diese mächtige Organisation ist, die hinter allem steckt, ist klar, noch bevor sie in Buchstaben auf dem Blatt erscheint. Auflösungen werden zu Formalitäten. Es ist eben ein sehr schmaler Grat zwischen bewusst verzögerter Auflösung, um den Leser:innen die Genugtuung der vermeintlich frühzeitigen Erkenntnis zu lassen und vorhersagbaren Ereignissen, die dann, wenn sie endlich pompös enthüllt werden und einen Schockeffekt erzielen wollen, schlicht langweilig sind.</p><h3>Zwischen X-Faktor und Wikipedia</h3><p>Zum Miträtsel-Teil eines Robert-Langdon-Romans zählt in der Regel auch die Dechiffrierung irgendwelcher Rollen, Inschriften oder letzten Worte. Das Wissen des Professors über Symbole und religiöse Ikonologie hilft ihm dabei selbst jahrhundertealte Rätsel zu lösen. Die Lösung des ersten und letzten Rätsels dieser Art lesen wir in <em>The Secret of Secrets</em> auf Seite 149.  Die Lösung wird gleich drei Mal erklärt – <em>The Secret of Secrets</em> scheint wenig Vertrauen in seine Leserschaft zu haben.</p><p>Oder in sich selbst. Denn der Roman besteht nicht etwa nur aus Verfolgungs- oder Schnitzeljagden, einem Rätsel und Charakterisierungen. Nein, mitunter wird er zur X-Factor-Folge. In der Mystery-Sendung ging es um rätselhafte Begebenheiten, die am Ende von Jonathan Frakes „aufgelöst“ wurden. Genau von solchen Geschichten erfahren wir hier, denn die Forschungsergebnisse von Solomon bewegen sich an dieser Grenze zwischen Realität und gefühlter Realität.</p><p>Sie fragt: Wo ist unser Bewusstsein und was, wenn es nicht in unserem Gehirn stattfindet? Was, wenn es gar ein kollektives Bewusstsein gebe? Als Indiz dafür nennt sie paranormale Geschehnisse, die von der Wissenschaft bislang nicht erklärt werden können. Wie könne es sein, dass Morgan Robertson schon 1898 einen Roman über ein Schiff namens Titan verfasste, das im Nordatlantik nach einem Zusammenstoß mit einem Eisberg sinkt, 14 Jahre vor dem Untergang der Titanic?</p><p>Solomon (oder Brown?) begeht hier einen klassischen Fehler der wissenschaftlichen Arbeit: cherry picking. Sie nimmt nur die Ergebnisse an, die ihre eigene These unterstützen und ignoriert dabei alles, was sie widerlegen könnte. Dass zum Beispiel die Unterschiede zwischen der Titan und der Titanic die Gemeinsamkeiten überwiegen. Oder dass bereits 1880 ein Dampfschiff namens Titania nach einer Kollision mit einem Eisberg im Nordatlantik sank, wie so viele Schiffe zu dieser Zeit. Von solchen haltlosen Beispielen gibt es in diesem Roman zahlreiche.</p><p>Um dem mehr Gehalt zu verschaffen, ist das Buch zusätzlich gespickt mit „Fakten“. Als hätte Brown lieber ein Sachbuch geschrieben. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso ich einen Wikipedia-Artikel nach dem anderen lesen muss und ein Großteil der Seiten darauf verwendet wird, die neue Theorie zu erklären. Diese vermeintlich neurowissenschaftlichen Erkenntnisse, die die kunstgeschichtlichen Ausführungen und Anagramm-Entschlüsselungen aus <em>Sakrileg</em> oder <em>Illuminati</em> ersetzen, machen den Roman einerseits unerträglich nerdig und versuchen ihm andererseits einen relevanten Anstrich zu verleihen.</p><p>Es kommt der Verdacht auf, Brown hätte sich von Longevity inspirieren lassen. Ist es tatsächlich Forschung, ist es ein Trend? Es ist zumindest eine Bewegung, in die Peter Thiel (Palantir) oder Sam Altman (OpenAI, ChatGPT) <a href="https://www.forbes.com/sites/sindhyavalloppillil/2025/09/09/the-longevity-coup-where-vcs-fumbled-sovereigns-dynasties-and-billionaires-are-taking-the-lead/">massiv investieren</a> und die Bryan Johnson so unerbittlich <a href="https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/bryan-johnson-wie-ein-milliardaer-das-altern-besiegen-will,UYpKdFp">an sich selbst testet</a>, dass er täglich mehr als 50 Tabletten schlucken und sich Bluttransfusionen unterziehen soll. Sein Ziel: nicht zu sterben. Da fragt man sich, was für Menschen schlimmer ist: Alt zu werden oder nicht alles zu beherrschen. Katherine Solomons Theorie hat denselben Anstrich von Größenwahn und Aktualität.</p><h3>Problematisch</h3><p>Ihre Theorie, die das ganze Abenteuer überhaupt ins Rollen bringt, soll, ähnlich wie Charles Darwins <em>On the Origin of Species</em> ein Paradigmenwechsel sein. Sie bietet alternative Fakten für eine ganze Reihe an Phänomenen: Angefangen bei Visionen, wie oben beschrieben. Oder wenn Menschen plötzlich etwas sehr gut können, das sie vorher gar nicht konnten, eidetisches Gedächtnis oder Autismus. Ihr lest richtig.</p><p>Teil der Theorie ist die Annahme, dass das Gedächtnis wie ein Cloud-Speicher funktioniert. Auf dem Weg zu diesem Vergleich wird ungelenk mit Fachbegriffen um sich geworfen und es wirkt ein wenig so, als hätte Brown sich zu viel mit moderner Technologie befasst, sie nicht richtig verstanden und dann versucht eine neue Theorie über das Bewusstsein zu formen.</p><p>Ich kenne mich mit „nanoelektrischen Biofilamenten“ und „Supraleitenden magnetischen Energiespeichern“ nicht aus. Zumindest die Behauptungen über Gamma-Aminobuttersäure aus dem Buch <a href="https://www.psychologytoday.com/us/blog/the-science-of-self/202510/the-secret-of-secrets-is-the-science-accurate">widerlegt dieser Artikel aus Psychology Today</a>.</p><p>Das eigentliche Problem ist gar nicht die Theorie an sich, sondern dass sich das Buch dabei so ernst nimmt. So lautet das Vorwort: „Fakt: […] Alle Experimente, Technologien und wissenschaftlichen Erkenntnisse sind der Wirklichkeit entnommen. […]“. Zwischen Erklärungen, was VR ist und welche Experimente mit Gehirnimplantaten es bereits gibt, werden namentlich Firmen wie BlackRock und Neuralink genannt und deren Arbeit als Zukunft angepriesen. Am Ende wird auch noch der Imperialismus heraufbeschworen und Charaktere argumentieren, dass der militärische Einsatz von wissenschaftlichen Erkenntnissen notwendig für die eigene Sicherheit sei. Ein durch und durch amerikanischer Ansatz, der davon ausgeht, dass ausschließlich amerikanisches Leben und amerikanische Werte schützenswert seien.</p><p>Es geht neben der Theorie um das Bewusstsein um Fragen, für deren Diskussion dieser Roman 20 Jahre zu spät ist. Um doch noch die relevante Kurve zu kratzen, geht es schließlich um Terror-Management im Gehirn und Mortalitätssalienz, was tatsächlich so erwähnt wird. Denn letztendlich ist das gesamte Buch ein Namedropping von Fachbegriffen, an denen sich eine schwache Geschichte entlanghangelt.</p><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=15zXCuuSJZU">Janick Nolting fasst die Misere gut zusammen</a>: Es soll ein kurzweiliger Thriller sein, der irgendwie einen Wissensvorsprung suggeriert. Man soll sich danach schlauer fühlen. Wo Fiktion beginnt und Fakten enden, ist dabei nie eindeutig, was das Buch, zumindest in meinen Augen, problematisch macht. Denn niemand überprüft beim Lesen alle Fakten, mit denen die Leser:innen dieses Romans bombardiert werden. Verschwörungserzählungen und an Nationalismus grenzende Lobreden auf die Arbeit von Geheimdiensten werden hier mit medizinischen Begriffen und literarischem Werkzeug verwoben.</p><h3>Robert „Es gibt da ein Lateinisches Sprichwort, mit dem ich dir das nochmal mansplainen kann“ Langdon</h3><p>Dem Roman tun diese pseudowissenschaftlichen Ausschweifungen in zweierlei Hinsicht nicht gut. Erstens macht es keinen Spaß sie zu lesen. Zweitens wird der Protagonist zum Besserwisser und verharrt in einer Passivität, in der er zwar Fakten nennt, aber nicht handelt.</p><p>Als es darum geht, wie mit der Frau zu verfahren ist, die gleichzeitig Opfer und Täterin ist, die Beweise hat und gleichzeitig hilflos ist, treten andere Figuren schon in Aktion, während Langdon darüber sinniert, das Dilemma mit Apollo und Dionysus vergleicht. Er intellektualisiert die Situation, anstatt zur Lösung beizutragen oder anders ausgedrückt: er schwafelt und macht nichts. Das macht den Professor entbehrlich.</p><p>Um es noch schlimmer zu machen, ist <em>The Secret of Secrets</em> auch ein Boomer-Roman. Langdon kann nicht anders, als mit einem Seitenhieb auf „unsere neue Realität“ Menschen zu kritisieren, die für Instagram posieren. Die die Realität ignorierten, wie er sagt. Nichts schreit mehr Boomer als jemand, der nicht versteht, dass auch das Internet Teil der Realität ist. Langdon sagt, er verabscheue das implizierte Drängeln, das Textnachrichten mit sich brächten und bevorzuge deshalb E-Mail. Er macht sich darüber lustig, dass ein Influencer-Paar auf einem Turm Fotos für Social Media macht und kommentiert, dass der Wunsch nach Berühmtheit eigentlich nur beweise, dass wir alle Angst vor dem Tod, dem Sterben und Vergessenwerden hätten. Und lasst mich gar nicht erst davon erzählen, was er über <em>Halo</em> denkt.</p><p>Dan Brown liebt seine Hauptfigur – und das ist ein Problem. Denn Robert Langdon ist nahezu unfehlbar. Er stolpert hin und wieder, wenn es dramaturgisch sinnvoll ist, aber mehr als einmal wird erwähnt, wie athletisch (an einer Stelle wird explizit auf seine definierten Bauchmuskeln hingewiesen), intelligent, beliebt und erfolgreich er ist. Und er hat immer Recht. Niemand mag Leute, die immer Recht haben.</p><p>Jetzt könnte man meinen, dass seine Besessenheit von Rationalität die Schwachstelle ist, die ihn nahbar machen soll. Das Buch scheint da anderer Meinung zu sein. Immer wieder wird betont, wie logisch seine Schlussfolgerungen seien. Auf jede Frage hat er eine Antwort. Jedem Satz seiner Mitmenschen hat er zwei hinzuzufügen. Und dieses Besserwissertum macht selbst vor seinen inneren Monologen keinen Halt: Als er in einem Spiegelkabinett vor seinem Verfolger flieht, erklärt er, dass Rechtshänder statistisch gesehen den rechten Weg in einem Labyrinth nehmen würden, was Labyrinth-Bauer wüssten, weshalb der linke Weg hinausführe, wenn man ihm lange genug folge.</p><p>Wieder ist es ein schmaler Grat, in diesem Fall zwischen unterhaltsamen Fun Facts, die Teil der Charakterisierung sind, und nerviger Klugscheißerei, den Brown auf der falschen Seite überschreitet. Wenn der Professor bemerkt, dass fälschlicherweise der Hermesstab verwendet wird, obwohl doch der Äskulapstab das korrekte Symbol für Medizin ist, soll das seine weitreichende Kenntnis von Symbolen demonstrieren, lässt ihn aber – vor allem in der Masse solcher Anmerkungen – kleinlich und arrogant wirken.</p><p>Eine der unangenehmsten Eigenschaften, die ein Mensch haben kann, ist, dass er zuerst davon ausgeht, dass andere einen Fehler gemacht haben, bevor er alle anderen Möglichkeiten und vor allem die des <em>eigenen</em> Fehlers in Betracht zieht. Robert Langdon ist genau dieser Mensch, der sich erst ganz am Ende vorstellen kann, dass jemand etwas weiß, von dem er keine Ahnung hat.</p><p>Als er im inneren Monolog die sunk cost fallacy erklärt, denke ich mir, dass ich zwar gar keine Lust mehr habe, aber schon zu viele Seiten gelesen habe, um jetzt aufzuhören. Und ich dachte, das lateinische Sprichwort, das er zu einer Diskussion mit Solomon beiträgt, hätte mir den Rest gegeben, aber ich sollte eines besseren belehrt werden.</p><p>In einer der Rückblenden sitzen Langdon und Solomon mit ihrem Lektor beim Essen, verhandeln Katherines neues Buch. Sie versucht vereinfacht zu erklären, worum es geht, der Lektor ist dennoch verwirrt und Robert wirft ein, er solle froh sein: “Sie könnte das Mittagessen ruinieren, indem sie versucht, das triadisch dimensionale vortikale [Google sagt, es heißt “vertikale”] Paradigma zu erklären.” Sie kontert, dass ein Mann seines Intellekts in der Lage sein müsse, “eine neundimensionale quantisierte volumetrische Realität zu verstehen, die in ein unendliches Kontinuum eingebettet ist”.</p><p><em>Ich bitte dich.</em></p><h3>Ich mag nicht mehr</h3><p>Auch Langdons Partnerin muss intelligent und erfolgreich sein. Aber sie ist trotzdem nur eine Frau, deshalb sind Sätze wie “sie war zwar vier Jahre älter als Langdon, aber immer noch schön” obligatorisch. Denn 1. hat eine Protagonistin schön zu sein und 2. macht es sie besonders, dass sich bei ihr, im Gegensatz zu allen anderen Frauen auf der Welt, Alter und Schönheit nicht ausschließen.</p><p>Katherine soll Roberts Ausgleich sein. Sie widerspricht ihm, wenn er über Instagram lästert. Gleichzeitig ist auch Teil ihrer Persönlichkeit, dass sie nie eine irrationale Behauptung aufgestellt hat – etwas, das Langdon so an ihr liebt. <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Pickme_girl">Sie ist anders als alle anderen Frauen, die er kennt</a>. Hier wird deutlich: Sie ist eine Erweiterung Langdons, eine Illusion.</p><p>Die Fassade zerfällt spätestens dann, wenn Langdon ihr erklärt, wie Verschwiegenheitserklärungen funktionieren. Einer Frau von Welt, die führend auf ihrem Gebiet ist. Denn scheinbar gilt auch 2025 noch: Frauen, egal, wie kompetent sie sind, wie intelligent und mächtig, werden im Laufe einer Geschichte zu einer Jungfrau in Nöten, die von einem männlichen Charakter beschützt werden muss.</p><p>Und dann erwidert Langdon nicht mal, das „Ich liebe dich“. Nichtig, könnte man meinen. Aber im Zusammenhang mit all den anderen Dialogen wird hier noch mal deutlich, wie überlegen er sein soll, dass er sich nicht seinen Emotionen oder spontanen Gefühlen hingibt. Es kommt noch dicker. Am Ende dankt sie ihm und nicht umgekehrt, obwohl sie die Wissenschaftlerin ist, die alles erkannt hat und er nur dabei war. Dieses vollkommen unbegründete Machtungleichgewicht wird verstärkt, ach, was sage ich, einbetoniert, durch die Tatsache, dass Langdon Solomons Arbeit den Titel gibt. Denselben Titel wie dieser Roman: <em>The Secret of Secrets</em>.</p><p>Das Ergebnis all dieser Kleinigkeiten, die sich zu einem großen Augenrollen summieren, ist ein Protagonist, der unsympathischer nicht sein könnte. Wobei man sich fragen muss, ob es nur der Protagonist oder nicht doch das ganze Buch ist.</p><h3>Eine Frage des Erwartungsmanagements</h3><p>Die gedachte Zielgruppe von <em>The Secret of Secrets</em> sind Menschen, die sich clever fühlen wollen. Die, wenn das geozentrische Weltbild erwähnt wird, wissen, was das ist. Die ein Bild vor Augen haben, wenn die Felsgrottenmadonna erwähnt wird.</p><p>Die tatsächliche Zielgruppe sind Menschen, die sich clever fühlen <em>und</em> ein Abenteuer voller Rätsel und Intrigen erleben wollen. Leider unternimmt der Roman alles Mögliche, um seinen Leser:innen keinen der beiden Wünsche zu erfüllen. Rätsel sind auf ein Minimum (1) begrenzt und die Intrigen gehen in langatmigen Schwafeleien unter, die man fast nicht gewillt ist zu ertragen, um wieder zum spannenden Teil des Buches zu gelangen.</p><p>Die besserwisserische Art der Hauptfigur ist geradezu beleidigend. Die pseudowissenschaftliche Theorie knüpft an Verschwörungserzählungen an, um ihre provokante und kontroverse Natur zu unterstreichen und reiht sich damit direkt in eben diese ein. Der Roman versucht sich mit Bezügen auf tatsächlich existierende Bücher, egal ob Sachbuch oder Fiktion, in unserer Welt zu verorten und damit einen Hauch von Legitimation zu erlangen. Dabei weiß er scheinbar nicht, ob er eine billige Black-Mirror-Dystopie oder Sachbuch sein will.</p><p>Das <a href="https://slate.com/culture/2025/09/dan-brown-the-secret-of-secrets-book-review-robert-langdon-da-vinci-code.html">Liebäugeln mit der Idee von etwas Nicht-Fiktivem</a>, also der Idee, dass da eine tiefere Wahrheit ist, die darauf wartet erschlossen zu werden, macht die Robert-Langdon-Romane aus. Mit <em>The Secret of Secrets</em> schießt Brown aber den Vogel ab.</p><p>Für casual reading okay.</p><p>2/10.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Vielen Dank fürs Lesen und Abonnieren. Wenn dir diese Ausgabe gefallen hat, leite sie gerne weiter. Unterstützen kannst du mich außerdem mit Abos, <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Kaffee </a>oder Interaktionen auf den folgenden Plattformen, wo du mir auch Anmerkungen, Lob, Kritik und Themenwünsche mitteilen kannst:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p><p></p></li></ul><p>💋<br/>Christina</p><hr aria-hidden="true"/><p><em>Introsong: </em><a href="https://freemusicarchive.org/music/the-what-now/smells-like-the-bronx-in-here-the-lamaas-collection/keep-it-down/"><em>Keep it Down von Untimely Dosage via Free Music Archive, CC BY 4.0 DEED</em></a></p><p><em>Jingle: </em><a href="https://freemusicarchive.org/music/Jesse_Spillane/The_Maddening_Parade/Jesse_Spillane_-_The_Maddening_Parade_-_08_Booth/"><em>Booth von Jesse Spillane via Free Music Archive, CC BY 4.0 DEED</em></a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Podcast]]></category>
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      <pubDate>Wed, 18 Feb 2026 15:57:25 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was ich 2025 gelesen habe]]></title>
      <description><![CDATA[18 Mal Prosa für das Wohlbefinden.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>18 Mal Prosa für das Wohlbefinden.</p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/1818de15-e595-40a1-aa21-bd0d8184ff70">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/1818de15-e595-40a1-aa21-bd0d8184ff70/teaser_image/1771189505?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sun, 15 Feb 2026 21:03:09 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zu real, um wahr zu sein]]></title>
      <description><![CDATA[Nach post truth kommt hyper truth.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach post truth kommt hyper truth.</strong></p><p>Wir kennen post truth. Zu Deutsch “postfaktisch”, das formschöne Wort des Jahres 2016, das bedeutet, “dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen eine Entwicklung von der Wahrheit zur ‚gefühlten Wahrheit‘ gibt”, wie der <a href="https://www.deutschlandfunk.de/die-gefuehlte-wahrheit-postfaktisch-wort-des-jahres-100.html">Deutschlandfunk</a> erklärt.</p><p>Davon sind wir nicht so weit weggekommen, obwohl ein Jahrzehnt vergangen ist. Vielleicht ist das, was Fankulturen entwickelt haben, deshalb eine Art Überkompensierung, die ich hyper truth nenne.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5d054570-6472-4c72-af35-d40de78b9166/uploads/images/s5q5tcwawt/jan.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong>Fall A</strong>: Auf Instagram und Tiktok zeigt eine junge Frau ihren Alltag als persönliche Assistentin. Sie geht shoppen, erledigt den Einkauf und filmt sich dabei, wie sie Entscheidungen trifft und erzählt später, ob ihre Auswahl ihrer Chefin gefiel. In den Kommentaren ist regelmäßig zu lesen, sie hätte gar keine Chefin, würde ihren Job faken und für sich — oder noch schlimmer: gar nicht shoppen. Meine Frage jetzt: Was für einen Unterschied macht das?</p><p><strong>Fall B</strong>: Spätestens seit Taylor Swift die Schnitzeljagd erfunden hat, suchen Fans in Songtexten nach Brotkrümeln, um ihre parasoziale Beziehung zu nähren. Alles scheint ein Hinweis zu sein. In der Regel drehen sich diese Indizien um Männer und wie es um die Beziehung zu diesem oder jenem steht. Durch vermeintlich kryptische Nachrichten in Lyrics wird Nähe suggeriert, die Fans erfahren scheinbar Details von ihrem Idol höchstpersönlich.</p><p>In Sabrina Carpenters <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KEG7b851Ric">Taste</a> erfahren wir von ihren ironisch verpackten Gefühlen, nachdem ihr Ex zurück zu seiner Ex gegangen ist. Das dazugehörige Video schließt alle anderen Interpretationen aus, was es zum Marketing-Hit gemacht hat. In Bed Chem erfahren wir, wie der Sex mit Barry Keoghan war.</p><p>Das sind Informationen, die eigentlich niemand braucht. Aber offenbar bringen sie Klicks, weshalb es von beiden Frauen, Carpenter und Swift, ausführliche Dating-Historien in unterschiedlichsten Magazinen gibt.</p><p><strong>Fall C</strong>: Songtexte <em>können </em>von wahren Begebenheiten handeln, müssen aber nicht. Eine Info, die an denen vorbei gegangen zu sein scheint, die letztes Jahr der Sängerin Pink vorwarfen eine glückliche Kindheit gehabt zu haben, obwohl sie in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=hSjIz8oQuko">Family Portrait</a> Gegenteiliges andeute. Spüren wir uns noch?!</p><p>Erstmal ist das Lied von 2001, wer hat das bitte ausgegraben? Viel wichtiger aber: Menschen dürfen von Dingen sprechen (oder in diesem Fall singen), die sie nicht selbst erfahren haben. Die Grenze ist, anderen zu erklären, was sie (nicht) erlebt haben.</p><p><strong>Fall D</strong>, wo sich auf jeden Fall niemand mehr spürt: Justin Bieber, der während der (PR-)Geburtstagsfeier seiner Frau Hailey Bieber Aufnahmen eines neuen Songs live streamte und dabei angeblich den Namen seiner Ex-Freundin Selena Gomez flüsterte — während eines Lieds, in dem es darum geht in der falschen Beziehung gefangen zu sein.</p><p>Regelmäßig machen Nachrichten über dieses Trio die Runde. “News for the unemployed”, wie es dann immer heißt. Die Dynamik ist immer gleich: Hailey und ihre mindestens genauso berühmten Freundinnen machen sich angeblich über Selena lustig. Es erinnert an Aschenputtel und die bösen Stiefschwestern. Und das liegt nicht an den Protagonistinnen selbst, sondern dem Framing der Fans in den Kommentaren.</p><p><em>Lasse man sie doch allein.</em></p><p>Was diese Beispiele eint, ist die Suche von Nutzer:innen nach einer vermeintlichen Wahrheit. Der einzigen und richtigen Wahrheit.</p><p>Manche Nutzer:innen sind so von Wahrheit (TM) besessen, dass sie keine Nuancen zulassen, keine Doppeldeutigkeiten, keine Ungewissheit. Wenn es in Text und Kontext nicht genug Anhaltspunkte gibt, wird im Zweifel eine Wahrheit konstruiert, die in den meisten Fällen einem übergeordneten Narrativ dient. Nicht selten profilieren sich Nutzer:innen über das Finden und Interpretieren von angeblichen Hinweisen, sehen sich als Verfechter:innen der Wahrheit in einer Welt voller Lügen und PR, bestätigen damit ihre eigenen Annahmen und irgendwo auch ihr eigens Bild von sich selbst.</p><p>Ich denke, das ist ein Schutzmechanismus. Wenn alles kompliziert und undurchsichtig wird, möchte man umso dringender eine Beschäftigung ohne klar definierten Endpunkt, die das Leben (er-)füllt und einfache Antworten, die das Leben beherrschbar machen. Solche, die “echt” sind. Und da ist es wie mit emotionally unavailable F-boys: je mehr man versucht sie bei sich zu halten, desto weiter gehen sie weg. Je mehr man hinter den Vorhang blicken möchte, desto weiter driftet man von der Realität weg.</p><h3>Memes (?) der Woche</h3><p>Wisst ihr, wer <em>richtig</em> weit weg von der Realität ist? White-supremacy-Menschen, die auf einer rassistischen Dating-Plattform nach der weißen Liebe suchen.</p><p>Seit einigen Monaten war eine Dating-Plattform für eben solche Menschen, die aus dem beschaulichen Kiel betrieben wurde, auf dem Radar der Öffentlichkeit; Publikationen wie der Stern berichteten. Im Dezember 2025 dann löschte die Hackerin Martha Root am Ende ihres Talks beim <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Szdz_R-LKNY">39C3</a> die Plattform und machte alle Daten für Journalist:innen verfügbar.</p><p>Auch weil sie dabei ein pinkes Power-Ranger-Kostüm trug, ging der Moment viral. Was genau sie gemacht hat, wie sie die Plattform mit Bots infiltrieren konnte und letztendlich die Betreiberin ausfindig machte, erklärt sie nun in zwei Videos, von denen das erste gerade online ging:</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=lJsS8lqCpwU">https://www.youtube.com/watch?v=lJsS8lqCpwU</a><p>Alles daran ist gleichzeitig wahnsinnig lustig und beängstigend. Der <a href="https://dictionary.cambridge.org/de/worterbuch/englisch/self-own">self own</a>, dass auf der Plattform nur 12% Frauen waren, wird nur von der Ironie übertroffen, dass im Bürokratie-Endboss-Land Deutschland gravierende Sicherheitslücken solche Leaks ermöglichen.</p><blockquote><p>The site felt like someone installed Wordpress in 2012 and then decided that security was a left-wing concept.</p></blockquote><p>Die selbsternannte Krönung der Schöpfung und ihre öffentlich zugänglichen Daten können nun unter <a href="http://okstupid.lol/">okstupid.lol</a> begutachtet werden.</p><p>Was im Internet außerdem zu begutachten ist, ist das Jahr 2016 (in dem uns die Welt mit “postfaktisch” segnete, der Kreis schließt sich). Anlässlich seines 10-jährigen Jubiläums posten Menschen ihre persönlichen Highlights aus dem Jahr, das uns außerdem das Kylie Jenner Lip Kit, Pokémon GO und die Einigung zwischen Youtube und der Gema brachte.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fwww.lto.de%2Ffileadmin%2F_processed_%2F1%2F9%2Fcsm_youtube_535_mini_a518bfe7d4.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=9a93f82b5c6579511eacd053033bbc77" alt="Screenshot von Youtube, dass das Video aufgrund der Gema nicht in Deutschland verfügbar sei"/><p>Ich fühle mich eigentlich sehr jung, aber wenn Content Creator Bilder posten, die ich damals schon gesehen habe, spüre ich den Tod im Nacken.</p><p>Einerseits ist das Zelebrieren eines willkürlichen Jahres ein coping-Mechanismus. Damals schien alles einfacher, besser, unbeschwerter. Und mit Blick auf die schon damals konstruierten und selektierten Ausschnitte aus unseren Leben scheint diese Annahme bestätigt. Dass das womöglich fake ist, negiert den positiven Effekt heute nicht. Andererseits dient der Rückblick vielen als Anlass zur Reflektion — wie weit man es geschafft hat, wie viel man doch überstanden hat, auch wenn es sich in dem Moment ganz anders anfühlte.</p><p>Ich will gar nicht versuchen diesem Trend etwas Negatives anzuheften. Mir gefällt er.</p><p>Ich war 2016 ein <em>komplett </em>anderer Mensch und ich muss sagen, ich bin heute weitaus zufriedener mit mir als damals und auch ein wenig beeindruckt von mir. 2016-Christina wäre stolz (und entsetzt, dass alles ganz anders kam als geplant). 2016-Christina postete das hier:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5d054570-6472-4c72-af35-d40de78b9166/uploads/images/o4migl6fzr/photo_2026-01-18_22-48-05.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Camera Roll von mir, 2016"/><h3>Danke</h3><p>Wenn dir diese Ausgabe gefallen hat, leite sie gerne weiter. Unterstützen kannst du mich außerdem mit Abos,</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p><a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Kaffee </a>oder Interaktionen auf den folgenden Plattformen:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p><p></p></li></ul><p>💋<br/>Christina</p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/5d054570-6472-4c72-af35-d40de78b9166/teaser_image/1768769128?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/5d054570-6472-4c72-af35-d40de78b9166</link>
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      <pubDate>Mon, 19 Jan 2026 05:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gaming Wrapped 2025]]></title>
      <description><![CDATA[Spiele, die ich gespielt habe und ob ich sie empfehle. Frohes Neues 🎇]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Spiele, die ich gespielt habe und ob ich sie empfehle.</strong></p><p>Frohes Neues 🎇</p><p>Für Jahresrückblicke ist es fast zu spät. Was letztes Jahr war, ist vergessen und jede FYP ist voller Vorsätze und Ideen, wie es mit den Vorsätzen klappt — dieses Jahr aber wirklich. Dazu kommen wir gleich, zuerst werden wir einen kurzen Excel-Blick zurück auf mein Spielejahr 2026.</p><p>Wenn ihr Mini-Newsie-Ultras seid, wisst ihr, dass ich seit einigen Jahren <a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social/post/3lwqs4kj4ys2j">dokumentiere</a>, was ich gespielt habe — und in diesem Jahr zusätzlich, wie viel Geld und Zeit ich investiert habe. Was folgt, kann ich also mit hübschen Zahlen in meiner hübschen Tabelle belegen. 💖</p><p><strong>Von 43 gespielten Spielen waren 31 neu, also 72,09%.</strong></p><p>5, also 11,63%, zählen zu meinen Dauerbrennern: The Binding of Isaac, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ay9nmc-ZBiE">Stardew Valley</a>, Dead by Daylight, Mario Kart 8 und Dark Souls 3. Die klickt man mal so an, die gehen immer.</p><p>Der Großteil meiner tatsächlich <em>durch</em>gespielten Spiele waren Horrorspiele. Wir sind alle ganz überrascht und schockiert.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/77eae635-162f-4fd4-9c79-4f6fbca48ae9/uploads/images/adrbd7o2s3/begfah.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Was als durchgespielt zählt, ist nicht immer klar. Muss ich alle Enden erreicht haben? Muss ich jedes Szenario gespielt haben? Ich denke, nein. Und so habe ich 29 Spiele tatsächlich durchgespielt, 5 spiele ich weiterhin in Endlosschleife (wie z.B. Nightreign oder Isaac), während ich 9 nicht beendet habe.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/77eae635-162f-4fd4-9c79-4f6fbca48ae9/uploads/images/lxoqrebpq4/nbgrswjns.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>NOCH nicht, behaupte ich im Fall von RV There Yet (wir sind ganz kurz vorm Ende), Silksong, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=hkyby1Pi6-s">Tormented Souls 2</a> und The Séance of Blake Manor. </p><h4>Money money money💸💸💸</h4><p>Anfang des Jahres habe ich geschätzt, dass ich ca. 500 Stunden und 350 Euro in Videospiele investiere. Naja.</p><p><strong>Es waren tatsächlich über 500 Stunden und um die 470 Euro. Yikes.</strong></p><p>Anders als im Lost-Levels-Jahresrückblick behauptet, denn da zählte ich alles, nur die Dauerbrenner nicht und es kamen seit der Aufnahme einige Stunden hinzu. Im Podcast haben wir in-depth über unsere Lieblingsspiele gesprochen und Katzen gestreichelt: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=dSX84SU2Sh8">hier</a>.</p><p>Meine <strong>teuersten </strong>Spiele in diesem Jahr waren</p><ul><li><p>Hello Kitty Island Adventure,</p></li></ul><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/77eae635-162f-4fd4-9c79-4f6fbca48ae9/uploads/images/czrmp3qqrk/ewfdsgf.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><ul><li><p>Sherlock Holmes: The Awakened,</p></li><li><p>und Nightreign</p></li></ul><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/77eae635-162f-4fd4-9c79-4f6fbca48ae9/uploads/images/rdwqjbt2mt/oiopoopo.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>mit jeweils etwa 40 Euro. Sie waren ihr Geld wert, ich hatte außerordentlich viel Spaß mit ihnen — außer Sherlock Holmes, das ich bis heute nicht gespielt habe.</p><p>Am <strong>günstigsten</strong>, weil kostenlos, waren:</p><ul><li><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=IgE8UwaliZE">CloverPit Demo</a>,</p></li><li><p>ENA: Dream BBQ,</p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=16dUplooB2U">Vile: Exhumed</a>,</p></li><li><p>URLate,</p></li><li><p>Poco,</p></li><li><p>und Aurora Hills Chapter 1.</p></li></ul><p>Im Durchschnitt habe ich 12,85 Euro für ein Spiel ausgegeben und damit sogenannte Schnapper gemacht.</p><h4>Shortlist</h4><p>RV There Yet</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/77eae635-162f-4fd4-9c79-4f6fbca48ae9/uploads/images/3uuc5xec5q/20251224220811_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Look Outside</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/77eae635-162f-4fd4-9c79-4f6fbca48ae9/uploads/images/277v3gde6u/20250331180536_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Dispatch</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/77eae635-162f-4fd4-9c79-4f6fbca48ae9/uploads/images/pfstlq7mtn/20251208214405_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>The Roottrees Are Dead</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/77eae635-162f-4fd4-9c79-4f6fbca48ae9/uploads/images/vb2czez4oy/20250405202444_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h4>Die besten Casual Games</h4><p>Casual hat seit Wordle eine neue Bedeutung. Eine ganze Armada von Klonen hat das Netz geflutet, Spiele wie Connections der New York Times boomen. Das sind die Normie-Picks. Ich mochte diese hier:</p><p><a href="https://www.minutecryptic.com/">Minute Cryptic</a>: ergibt mehr Sinn, wenn man sich einige Tutorials ansieht, aber wenn es klickt, fühlt es sich richtig gut an.</p><p><a href="https://www.pastpuzzle.de/#/">Past Puzzle</a>: Jahreszahlen raten, entweder mit Geschichtswissen oder per Ausschlussprinzip.</p><p><a href="https://steam5.org/review-guesser/1">Steam5</a>: Es geht ums Erraten von Steam Rezensionen, klingt leichter als es ist.</p><p><a href="https://isaacle.net/classic/">Isaacle</a>: ist leichter, wenn man alle 719 Items aus The Binding of Isaac kennt.</p><p><a href="https://bandle.app/menu">Bandle</a>: Songs erraten und jede Runde wird ein weiteres Instrument aufgedeckt.</p><p><a href="https://www.merriam-webster.com/games/quordle/#/">Quordle</a>: wie Wordle, aber mit vier Wörtern gleichzeitig.</p><h4>Vorsätze</h4><p>Zu Beginn des Newsletters sprachen wir kurz darüber und ich habe ganz eigene Ideen, wie 2026 ein besseres (Spiele-)Jahr wird.</p><p>Weniger ist mehr. Ein ganz lauwarmer Take, der mir noch viel zu selten beherzigt wird. Lieber etwas Besonderes richtig gut machen als Vieles richtig bescheiden.</p><p>Spielende nicht an der Hand halten. Lasst mich verzweifeln und notfalls im Internet nachgucken. Ich brauche keine ausführlichen Tutorials, keine Dialoge, die das Offensichtliche kundtun, keine Marker auf der Karte. Die Blaupausen für dieses Design sind Tunic (eines der besten Spiele dieser Welt) und Drova (das ich gestern anfing und das mich viel Irren lässt, ich liebe es). Erkunden muss sich wieder lohnen. Was bleiben kann, sind die viel diskutierten (gelben) Markierungen, die zeigen, mit welchen Objekten interagiert werden kann. Die sind notwendig, wenn die Welt groß ist und es keinen anderen visuellen Hinweis darauf gibt, mit was man interagieren kann und mit was nicht.</p><p>Und für mich persönlich gilt: Kein gekauftes Spiel ungespielt lassen und mal wieder mehr gucken, was auf itch.io so los ist.</p><h3>Danke</h3><p>Wenn dir diese Ausgabe gefallen hat, leite sie gerne weiter. Unterstützen kannst du mich außerdem mit Abos, </p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p><a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Kaffee </a>oder Interaktionen auf den folgenden Plattformen:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p></li></ul><p>Stresst euch nicht im neuen Jahr!</p><p>Bis baldi,<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/77eae635-162f-4fd4-9c79-4f6fbca48ae9/uploads/images/adrbd7o2s3/begfah.png?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/77eae635-162f-4fd4-9c79-4f6fbca48ae9</link>
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      <pubDate>Thu, 01 Jan 2026 22:08:52 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Fantastisch]]></title>
      <description><![CDATA[Es geht um postmoderne Phantastik, den ohne Zahlen belegten Fakt, dass Fantasy in ist und ganz schlimme KI-Werbung.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Das Arbeitsdokument dieser Newsletter-Ausgabe trug noch den Titel “November”. Das hat wohl nicht geklappt. Bitte entschuldigt.</em></p><p>Ich hatte in meiner (unserer) Newsletterfreien Zeit einige Ideen, die ich nun nach und nach recherchiere und aufschreibe. Deshalb erscheinen im Dezember gleich mehrere Digi-Briefe für euch und zwar mit folgendem Inhalt:</p><h5>Heute</h5><ul><li><p>Die erste Besprechung des Not-Quite-A-Book-Clubs. Es geht um postmoderne Phantastik, yay ✨.</p></li><li><p>Ohne Zahlen belegter Fakt, dass Fantasy in ist.</p></li><li><p>Ganz schlimme KI-Werbung (aber nicht die, an die ihr jetzt denkt).</p></li><li><p>Museums-Tipp.</p></li></ul><h5>Nächstes Mal</h5><ul><li><p>Neue Formen der Wahrheit und was Pop-Sängerinnen damit zu tun haben.</p></li><li><p>Video-Tipp.</p></li><li><p>Meme der Woche.</p></li></ul><h5>Außerdem</h5><ul><li><p>Wie ist es, ein Jahr lang (fast) nur Frauen gelesen zu haben? Oder: Was ich 2025 gelesen habe und wie es mir gefiel.</p></li><li><p>Wie ist es, kein einziges Spiel gespielt zu haben, das mich vom Hocker gehauen hat? Oder: Was ich 2025 gespielt habe und wieso es mir nicht gefiel.</p></li></ul><h3>Not-Quite-A-Book-Club</h3><p>In der <a href="https://steady.page/de/chrissikills/posts/3cd424ff-3838-40bb-938f-ef2ad4f0186f">September-Ausgabe</a> habe ich ein Curriculum vorgeschlagen, das sich diesen Herbst und Winter der Frage widmet: Was bedeutet es ein Mensch zu sein?</p><p>Something Wicked This Way Comes ist der erste und vermutlich ambitionierteste Eintrag in der Liste. Ewig lag es in meinem Regal, ein vermeintlicher Klassiker, Stephen King lobt es in seinem Blurb (das ist ein Zitat auf dem Cover) sehr.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fcdn.waterstones.com%2Fbookjackets%2Flarge%2F9781%2F4732%2F9781473212046.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=e980f8ac2d1eadc3265cf9b70a437057" alt="Something Wicked This Way Comes - Cover, ein Karusellpferd"/><p>Mich hat es gleichzeitig verzaubert und fertig gemacht. Es fiel mir unfassbar schwer einen Weg in die Geschichte zu finden, die poetisch anmutet, weil sie Informationen und Satzteile weglässt. Worum es eigentlich geht, wird erst nach einem Drittel Exposition klar, aber ab dann wird es ein wilder Ritt.</p><p>Zwei Jungs, Will und Jim, beobachten den Karneval, der eines Nachts auf der Wiese neben der Kleinstadt, in der sie leben, ankommt. Sie beobachten die Erwachsenen, die sich am nächsten Tag die Geschäfte ansehen und nach Einbruch der Dämmerung sehen sie, wie das Karussell zum Leben erwacht und Menschen Jahre nimmt oder gibt.</p><p>Es geht um Herzenswünsche und eine Sehnsucht nach Jugend. Nach dem Leben, das man sich vorstellte, dann aber nicht lebte. Das sind melancholische Themen, die genau so immer wieder durchscheinen. Aber getragen werden sie von einer Sammlung in jeder Hinsicht fantastischer Charaktere. Auf jeder Seite gibt es eine neue unfassbare Wendung, eine neue klitzekleine Erkenntnis, was es mit dem Karneval auf sich haben könnte.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/64b4011a-1c27-4b04-b6ed-b64e4c755f05/uploads/images/g7vunzttao/bgfrwswheg.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Zwei Eulen in Winterkleidung, die Schlittschuh laufen"/><p>Im Deutschen heißt es Das Böse kommt auf leisen Sohlen, was ich ebenfalls unfassbar finde, aber leider unfassbar kacke. Das englische Original erschien 1962 — und ist damit zeitlich in der Postmoderne verankert, die aber auch ohne diese Jahreszahl aus allen Poren des Buchs strömt.</p><p>Teile lesen sich wie ein Pastiche, eine Nachahmung, von Goethes Faust, das sogar namentlich erwähnt wird. Der Titel selbst ist ein Zitat aus Shakespeare’s Macbeth und damit wieder ein Bezug auf die Frage, welchen Preis wir gewillt sind zu zahlen, um unsere Träume wahr werden zu lassen. Auch über direkte Bezüge zu anderen Werken hinaus wird klar, dass hier der ewige Kampf zwischen Gut und Böse neu inszeniert wird. Mit all der Paranoia und Akzeptanz, die dazu gehört.</p><p>Dass das aus dem Text deutlich wird, ermöglichen uns unsere Vorkenntnisse ähnlicher Geschichten. Darauf baut ein Text wie dieser, der sich sehr bewusst ist, dass er von Menschen gelesen wird. Dieser Fokus auf Leser:innen kommt in der Postmoderne erst einige Jahre später, die damit verbundene Verspieltheit lässt sich hier aber schon erkennen.</p><p>Ebenso die Krise des Charakters und der Verlust von Identität. Was uns wieder zum Thema des Curriculums bringt: Was bedeutet es ein Mensch zu sein? Träume zu haben, die von der Realität eingeholt werden? Auf Autopilot durch das eigene Leben zu existieren und im Moment einer von extern herbeigeführten (oder mit bunten Zelten in die Stadt gefahrenen) Krise innezuhalten und zu erkennen, dass man gar nicht weiß, wer man ist oder wie man ist.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/64b4011a-1c27-4b04-b6ed-b64e4c755f05/uploads/images/jg35ulyxth/vfeahg.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Dass zwei Jungs im Mittelpunkt des Geschehens stehen, macht es uns Lesenden leichter diese Fragen anhand der Eltern und Nachbarn zu beleuchten. Wir sind entspannt distanziert und sehen durch die Augen der Jungs, wie die Erkenntnis die Erwachsenen einholt.</p><p>Postmoderne Literatur zu interpretieren ist ein zweischneidiges Schwert. Bedeutung ist flüchtig, Sprache mehrdeutig. Wenn wir das akzeptieren, ist es am einfachsten zu sagen, dass der Text keine Bedeutung hat, außer der, die wir ihm beimessen. Ich finde, das torpediert jegliche Intertextualität, die immer einen Grund hat. Oberflächlich ist Something Wicked This Way Comes ein Coming-of-Age-Roman, passender wäre vielleicht Coming-off-youth.</p><p>🔮🐲🎪🧚🦄🌈</p><p>Something Wicked This Way Comes zählt laut Internet zur Phantastik. Was da der Unterschied zu Fantasy ist, weiß ich nicht, es klingt aber spannend und ich habs mir als nächsten deep dive markiert.</p><p>Ich komm drauf, weil ich meine, in den letzten Monaten vermehrt Fantasy wahrgenommen zu haben. Das Internet gibt mir recht — zumindest ein bisschen. Climate Fiction als Subgenre der Science Fiction soll wohl groß sein, Romantasy hat Krimi und Thriller eingeholt, Young und New Adult boomen, schon seit letztem Jahr. Eine richtige Statistik konnte ich nicht finden (zumindest nicht ohne dafür bezahlen zu müssen), deshalb vertrauen wir auf meinen kursorischen Blick auf die Ladentische und Berichte im Internet.</p><p>Mein eigenes Leseverhalten bestätigt es mir auch: Fantasy ist populär. Ist <em>meine </em>neu gefundene Affinität für Fantasy-Romane das unausweichliche Ergebnis meiner Harry-Potter-Erziehung Anfang der 00er-Jahre, die nun auf mein unprätentiöses post-20er Ich trifft, das sich nicht mehr darum schert, was zu lesen “cool” ist? Geht es allen late-millenial-Lesenden so? Lesen wir es jetzt, weil es cool <em>geworden </em>ist und Booktok voll von Drachensex und Zauberinternatsgschichten ist? Da können wir jetzt alle in uns gehen und unsere eigenen Antworten auf die Fragen finden.</p><p><em>An der Stelle sei euch wieder </em><a href="https://steady.page/de/chrissikills/posts/c5eb3664-e41d-4ac3-92e8-b59355ccc258"><em>diese </em></a><em>Podcastfolge ans Herz gelegt, in der ich mit meiner Schwester über Dark Romance spreche und ob es ok ist, das zu lesen.</em></p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/posts/c5eb3664-e41d-4ac3-92e8-b59355ccc258">https://steady.page/de/chrissikills/posts/c5eb3664-e41d-4ac3-92e8-b59355ccc258</a><p>Zur Wahrheit gehört: diese Genres, auf die noch vor Jahren so verächtlich geguckt wurde (und bestimmt immer noch wird, aber wen interessieren schrumpelige Feuilleton-Eliten), haben das Buch aus dem Dornröschen-Schlaf geholt.</p><h3>Das Objekt als Fun Fact</h3><p>Um mal wieder was zu spüren, habe ich die letzten Tage meiner Mitgliedschaft bei einem nicht weiter zu nennenden Streaming-Anbieter genutzt. Nicht ohne neuen Grund mich aufzuregen, denn a) muss ich trotz bezahltem Abo Werbung erdulden und b) regt mich diese Werbung auf.</p><p>Ich kann gut konstruierter, gut erzählter Werbung als Kunstform durchaus etwas abgewinnen. Wenn mir KI-Eichhörnchen Cola aufdrängen oder der Erzähler von “Vanillje”-Telefonen spricht, inklusive j, dann hört der Spaß aber auf.</p><p>Was dem ganzen die Krone aufsetzt, ist die aktuelle Werbung für Google’s KI Gemini. Die ist so obszön, dass ich sie gar nicht verlinken mag.</p><p>In dem Werbespot ist ein Paar in einem Museum. Weil sie nur eine Stunde haben (wer macht sowas?!) bitten sie die KI eine Tour durch das Museum zu planen. Vor einem Objekt bleiben sie stehen, der Mann bestaunt das augenscheinliche Buch, die KI erklärt: das ist ein Dachziegel. Noch während die KI weitere Infos über diesen Dachziegel zum besten gibt, geht das Paar lachend weiter.</p><p>It ⚙️ grinds ⚙️ my ⚙️ gears!</p><p>Reden wir gar nicht erst davon, dass ein historisches Objekt hier zum Fun Fact degradiert wird oder der Tatsache, dass in jedem Museum in jedem Land neben jedem Objekt eine kleine Tafel erklärt, was man sieht. Museumspädagog:innen weltweit zerbrechen sich die Köpfe, wie die Geschichte hinter den Objekten dargestellt werden kann, wie gezeigt werden kann, dass sie nicht nur cool aussehen, sondern etwas bedeuten. In welcher Reihenfolge sie stehen, mit welcher Hintergrundfarbe, wo das große Plakat ist, das den Kontext aller Objekte herleitet, und wie genau das formuliert wird.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/64b4011a-1c27-4b04-b6ed-b64e4c755f05/uploads/images/izpxygkin3/k_hjmgnbfdvs.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Man kann natürlich auch in ein Museum gehen, weil man sich gerne Neues anguckt. Klar. Aber im besten Fall greift die Vermittlung unterschwellig und Menschen gehen mit neuem Wissen, neuen Perspektiven wieder raus. Der Gemini-Spot ist ein weiteres Indiz, dass kulturgeschichtliche Vermittlung in der Hierarchie weit unter technologischem Fortschritt und Effizienzsteigerung steht. Dass wir uns nicht nur Emails, sondern auch Geschichte zusammenfassen lassen.</p><p>Ich sage dazu Nein!</p><p>Falls ihr das auch so seht und die Tage zufällig in Kopenhagen seid, geht doch mal ins Statens Museum for Kunst. Das Kunstmuseum ist nicht nur in einem wunderschönen Park mitten in der Stadt, sondern auch von innen beeindruckend. Es gibt einen großen Teil über dänischen Surrealismus, wie sich dieser von anderen seiner Art in Europa abhebt und welchen Einfluss die Geschichte Dänemarks dabei hatte. Es wird auch zeitgenössische dänische Kunst gezeigt sowie Alte Meister aus Flamen, Frankreich, Deutschland, Italien…</p><p>Die Bilder in dieser Ausgabe habe ich in eben jenem Museum gemacht.</p><ul><li><p>Adriaen van de Venne, How Well We Go Together (1614-1662) </p></li><li><p>Wilhelm Freddie, Young Man and Woman Reading in a Book at a Round Table in a Garden (1929–1936) </p></li><li><p>Asger Jorn, Springtime (1939) </p></li></ul><h3>Danke</h3><p>Während meiner Pause sind einige von euch neu dazu gekommen. Wir sind jetzt über 100! :) Vielen Dank, es freut mich so sehr!</p><p>Wenn dir diese Ausgabe gefallen hat, leite sie gerne weiter. Unterstützen kannst du mich außerdem mit Abos, <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Kaffee </a>oder Interaktionen auf den folgenden Plattformen:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p></li></ul><p>💋<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/64b4011a-1c27-4b04-b6ed-b64e4c755f05/teaser_image/1765483472?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Thu, 11 Dec 2025 20:21:46 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Pause]]></title>
      <description><![CDATA[Ich höre das Mozart-Requiem und veröffentliche diesen Monat keinen Newsletter. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ich höre das Mozart-Requiem und veröffentliche diesen Monat keinen Newsletter.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3326a5e5-381b-4f0e-861a-eb633a71666e/uploads/images/cizrsz5syd/lmao.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ganz recht. Zum ersten Mal in fast drei Jahren (nächsten Monat hat der Mini-Newsletter Geburtstag 🎂) gibt es keine Ausgabe. Dafür gab es im September zwei. Außerdem habe ich an anderen Projekten gearbeitet, die ich euch als kleinen, aber feinen Ersatz aufliste.</p><p>(Der obige Schnitzer spielt auf eine absurd lustige Situation an, die sich im Sommer vor dem Landgericht Hamburg im Rahmen eines sehr medienwirksam inszenierten und dramatischen Falls ereignete.)</p><hr aria-hidden="true"/><p>Die Frage, wie viel KI Journalismus braucht/verträgt, scheitert schon am Verb. Antworten darauf gibt es so viele wie Internetnutzer:innen, eine prophetischer als die andere. Für eine differenzierte und pragmatische Auseinandersetzung habe ich Kontext und Beweggründe von KI-Nutzung in Verlagen skizziert — und mit einem gesprochen, der mittendrin ist. Das Ergebnis könnt ihr in der aktuellen Ausgabe der HW lesen — im Heft, in der <a href="https://ausgaben.hamburger-wirtschaft.de/pdf/102025/28-29/">digitalen Ausgabe</a> oder <a href="https://hamburger-wirtschaft.de/schwerpunkt/nachrichten-aus-der-maschine/">hier</a>.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3326a5e5-381b-4f0e-861a-eb633a71666e/uploads/images/gdgjozgfuj/1759400428996.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><p>Aufmerksame Leser:innen erinnern sich vielleicht an die <a href="https://steady.page/de/chrissikills/posts/b90d6492-a84d-4dfc-90a6-c695a5411411">Juli-Ausgabe</a>, in der ich unter anderem über Kommunikation in Nightreign schrieb. Den Text habe ich für <a href="https://languageatplay.de/2025/09/25/wie-spielerinnen-das-beste-aus-nightreigns-non-verbaler-kommunikation-herausholen/">Language at Play</a> ergänzt und überarbeitet, dort könnt ihr ihn nun auch lesen.</p><a href="https://languageatplay.de/2025/09/25/wie-spielerinnen-das-beste-aus-nightreigns-non-verbaler-kommunikation-herausholen/">https://languageatplay.de/2025/09/25/wie-spielerinnen-das-beste-aus-nightreigns-non-verbaler-kommunikation-herausholen/</a><hr aria-hidden="true"/><p>Für unser Online-Magazin Debuff sind wir gerade ganz tief in die Planungen für Ausgabe Nummer 2 eingestiegen. Was mit lockeren Ideen und Pitches anfing, hat sehr schnell Form angenommen. Ihr müsst euch allerdings noch ein paar Monate gedulden — so ist das mit halbjährlichen Releases.</p><p>Sachstand, Ankündigungen und Shoutouts findet ihr bis dahin im Debuff-Newsletter, den dieses Mal ich verfasse. Klickt euch <a href="https://debuff.de/#/portal/signup">hier</a> eine (kostenfreie oder bezahlte, your choice) Mitgliedschaft und ihr erhaltet digitale Post von uns.</p><a href="https://debuff.de/#/portal/signup">https://debuff.de/#/portal/signup</a><hr aria-hidden="true"/><p>Wir alle wissen, dass Stardew Valley, vordergründig Farm- und Dating-Simulation, eigentlich kein cozy game ist, sondern ausbeuterische Kapitalismussimulation, deren Ziel unendliche Akkumulation in Folge endloser Effizienzsteigerung ist.</p><p>Da fragt man sich als geneigte Spielerin, womit man im ersten Monat des Spiels mehr Geld machen kann: Farmarbeit, Angeln oder in der Mine buddeln? Welche dieser Tätigkeiten am meisten Spaß macht, ist ja klar (immer Angeln). Welche am lukrativsten ist, habe ich ganz entspannt <a href="https://youtu.be/ay9nmc-ZBiE">hier</a> getestet:</p><a href="https://youtu.be/ay9nmc-ZBiE">https://youtu.be/ay9nmc-ZBiE</a><hr aria-hidden="true"/><p>Wir lesen uns im November wieder.</p><p>Danke, tschüss! 💖</p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/3326a5e5-381b-4f0e-861a-eb633a71666e/uploads/images/cizrsz5syd/lmao.png?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Wed, 08 Oct 2025 05:09:25 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Weapons ist ein Detektivfilm über Unnatürliches]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du denkst, Weapons ist ein schlechter Film, verstehst du Filme nicht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Mir wurde in einer Kommentarspalte mal gesagt, ich würde sehr kontroverse Meinungen vertreten. (Kein Spaß, der Mensch schrieb “sehr”.)</p><p>Um dem gerecht zu werden, hier meine These: Wenn du denkst, Weapons ist ein schlechter Film, verstehst du Filme nicht.</p><p>Und eine Tatsache: Eine Analyse, die nicht spoilert, ist keine gute Analyse.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Weapons handelt von einer Stadt, in der 17 Kinder nachts spurlos verschwinden. Sie haben ihr Bett und das Haus verlassen, sind in die Nacht gelaufen und wurden nie wieder gesehen. Wir erleben die Tage danach aus sechs Perspektiven: Justine, die Lehrerin der Kinder, die verdächtigt wird. Archer, der Vater eines verschwundenen Kindes. Paul, ein Polizist, der vor lauter eigenen Problemen kaum das größte vor sich erkennt. James, ein drogenabhängiger Jugendlicher, der zufällig ins Verderben stolpert. Marcus, der Direktor der Schule. Und Alex, der einzige aus seiner Klasse, der nicht verschwunden ist.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fcdn.thetab.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2025%2F08%2F11123903%2Fdownload.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=143e1f2327f72d86774c1583b651a661" alt="Ein Kind läuft im Dunkeln über eine leere Straße"/><p>Der Film spielt in einem kurzen Zeitraum, den wir immer wieder aus diesen unterschiedlichen Perspektiven erleben. Das Pacing des Films widerspricht damit oberflächlich dem eines Standards, bei dem sich der Plot chronologisch entwickelt und es permanent weitergeht. Stattdessen haben wir hier sechs Stränge, die sich chronologisch überschneiden, aber nacheinander erzählt werden. Immer wieder in der Zeit zurückzugehen kann sich langatmig anfühlen.</p><p>Ich habe anders empfunden: Jede neue Perspektive brachte neue Erkenntnisse. Es ist ein bisschen wie Zeugen vernehmen: die Geschichten sind unterschiedlich, der Grund für sie gleich. Weapons ist damit, wenn man will, Detektivarbeit. Und Arbeit und Film? Das verträgt sich für manche nicht.</p><p>Wer darüber hinaus einen Film, insbesondere einen Horrorfilm, einzig auf den Plot reduziert, wird nicht glücklich. Zwei Sachen sind mindestens genauso wichtig, wenn nicht wichtiger: die Art und Weise, wie der Film gemacht ist — Kamera, Ton etc. — und das, worum es geht — nicht, was wann passiert, sondern die dahinter liegenden Bedeutungen und Diskurse.</p><h3>Still und unsichtbar</h3><p>In Filmen gibt es Techniken, die dafür sorgen, dass die Kamera unsichtbar ist. Dass man gar nicht merkt, dass jemand filmt. Dass wir eigentlich gar nicht dabei sind. Eine dieser Techniken ist das Eyeline Match: Wir sehen einen Charakter, der etwas ansieht, was außerhalb des Bildausschnitts liegt. Im nächsten Bild sehen wir das, was der Charakter ansah und zwar aus einer Perspektive, die uns wissen lässt, dass genau das gerade angeguckt wurde. So erzeugt ein Film Kontinuität.</p><p>In Horrorfilmen wie Weapons wird diese Technik mit einer weiteren verbunden. Wir sehen zum Beispiel James, wie er ein Haus durchsucht und dabei etwas ansieht, das wir nicht sehen können. Die Kamera lenkt langsam unseren Blick vom Charakter auf den Hintergrund und suggeriert damit, dass dort gleich etwas passiert. Das sind “Dreh dich um, es steht direkt hinter dir!”-Momente.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fwww.film-rezensionen.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2025%2F08%2FWeapons-Szene-4.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=ec405c3adcdaccc40ef9f2e99488c76c" alt="Ein Jugendlicher sitzt erschrocken in seinem Zelt und ist mit einer Spritze bewaffnet"/><p>Wo Weapons mit solchen Konventionen bricht, entsteht Dissonanz. Etwas fühlt sich nicht richtig an, wenn die Kamera sich plötzlich mechanisch dreht anstatt den Blick von Beistehenden zu imitieren. Wenn sich beispielsweise ein Charakter erschrickt, aber die Kamera sich nur langsam dorthin dreht, wo etwas passiert, passen ihre Bewegungen nicht zum Pacing der Szene. Das vermittelt Unnatürlichkeit. Die Kamera wird quasi sichtbar und macht uns deutlich, dass das Geschehene konstruiert ist. In solchen Momenten macht der Film auf einer Meta-Ebene auf sein Genre aufmerksam — vermittelt aber gleichzeitig ein wichtiges Element der Geschichte.</p><p>Der Sound im Film funktioniert ähnlich. Es gibt viele Orchester-Synthi-Sounds, die Spannungsbogen unterstreichen und für einen Jump Scare einen lauten Ton produzieren, der auf auditiver Ebene erschreckt. Dem gegenüber stehen Szenen, in denen absolut nichts zu hören ist: kein Atmen, keine Schritte, keine Insekten, kein Wind, keine Uhr. So eine Stille existiert nicht, sie ist unnatürlich. Sie ist laut und auffallend, sie reißt uns aus dem gewohnten Beobachten und suggeriert, dass in dem Moment etwas falsch ist. Wie die Kamera, die nicht recht zur Szene passen will, fühlt sich der Moment der absoluten Stille unbehaglich an.</p><h3>Ich sehe was, was du nicht siehst</h3><p>Kamerafahrten und Stille sind subtile Wege, um etwas mitzuteilen. Auffälliger ist Foreshadowing. Das sind Momente, die oft erst im Nachhinein Sinn ergeben. Etwas war die ganze Zeit vor unserer Nase, aber wir konnten seine Bedeutung nicht erkennen:</p><p>Verärgerte Eltern schmieren “Hexe” auf das Auto der Lehrerin. Marcus sieht sich zuhause eine Dokumentation über einen Parasiten an, der Ameisen kontrollieren und sie in den unfreiwilligen Selbstmord treiben kann. Justine träumt von ihrem Klassenzimmer , in dem alle Schüler:innen auf den Tischen schlafen, nur Alex erwacht mit Clown-Make-up.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fstatic0.srcdn.com%2Fwordpress%2Fwp-content%2Fuploads%2F2025%2F08%2Falex-smiling-in-overdone-makeup-as-classmates-sleep-on-their-desks-in-weapons.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=d925bd523e9cfcce2c6c6d49cdfd4a7c" alt="Weapons Ending Explained: What Really Happened To The Missing Kids"/><p>Wie sich herausstellt, wurden die Kinder von einer Hexe namens Gladys gestohlen — Alex’ Tante, die den Jungen erpresst und als Marionette missbraucht. Daher das Clownsgesicht, das ihn als Puppe und jemanden, der sich hinter einer Maske versteckt, entlarvt. Gladys (der tantigste Name ever) kann Menschen in Zombie-artige Zustände versetzen, sodass sie ihrem Willen gehorchen und solange den Menschen jagen, auf den sie angesetzt worden, bis sie ihn aufgegessen haben.</p><p>Im ersten Moment sieht es so aus, als würden die Menschen ganz natürlich weiter existieren. Wie unnatürlich und ferngesteuert ihre Bewegungen und Gesichtsausdrücke sind, wird erst auf den zweiten Blick deutlich. Und genau dieses Unnatürliche und Ferngesteuerte simulieren Kamera und Ton lange bevor wir die Hexe selbst sehen. Ihre Aura des Falschen, wenn man so will, eilt ihr voraus. Sie ist spürbar, aber noch nicht sichtbar — oder zu verstehen, immerhin fehlt uns zu diesen Zeitpunkt noch die Auflösung.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fdallas.culturemap.com%2Fmedia-library%2Fjulia-garner-in-weapons.jpg%3Fid%3D61440445%26width%3D2000%26height%3D1500%26coordinates%3D0%252C0%252C0%252C0?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=94325637ea4c6e4db59ea55edb217d4d" alt="Gripping horror film Weapons puts school kids in peril - CultureMap Dallas"/><p>Hinzu kommt, dass die erste Verdächtige, die uns präsentiert wird, sofort entlastet wird. Justine ist die Protagonistin der ersten Minuten und wir erfahren wie sehr sie unter dem Unrecht leidet. Das ist der erste Moment, in dem wir uns mit einer Figur aus der Stadt identifizieren und ebenso hilflos und starr vor Ungerechtigkeit und Ungewissheit sind. Wir sehen die Trauer der Eltern und die Verzweiflung von Justine. Gefühle, die durch Foreshadowing verstärkt werden: Wir erahnen die Signifikanz vermeintlich nebensächlicher Informationen, die Erlösung für alle versprechen, können das Puzzle aber noch nicht zusammenfügen.</p><h3>Die Beweislast</h3><p>Um der Misere einen Sinn zu entlocken, braucht es einen Blick auf Details. Gehen wir einige davon durch:</p><ul><li><p>Die Hexe nutzt Äste für ihr Ritual; ein bisschen wie Zauberstäbe. Vielleicht eine Eibe. Der Baum wird in vielen Kulturen und Mythen mit der Unterwelt und Tod, aber auch Unsterblichkeit in Verbindung gebracht. Manche vermuten eine Stechpalme, auch diese hat rote, giftige Beeren und wird als immergrüner Baum mit Unsterblichkeit in Verbindung gebracht. Bäume, die genutzt werden, um anderen ihre Lebenskraft zu entziehen, gibt es in vielen Geschichten, zum Beispiel Deadly Premonition. Es ist eine kleine Perversion, dass lebensspendende Natur zum Töten eingesetzt wird. Und das wiederum ein klassisches Horrorelement: Nimm etwas Unschuldiges, Gutes und verdirb es. Das erzeugt ein universelles Gefühl der Ungerechtigkeit und vereint Zuschauer:innen in ihrer Verachtung für das Verderbende.</p></li><li><p>Gladys behauptet, Alex’ Eltern hätten Schwindsucht. Heute nennen wir die Krankheit Tuberkulose. Diese kuriose Wortwahl fällt auch Marcus auf, der Gladys daraufhin fragt, ob das nicht eine ausgerottete Seuche aus der Gründerzeit sei. Im Original spricht er von den Siedlern auf dem Oregon Trail (ein Detail, das deutschem Publikum in der Synchronisation nicht zugemutet werden konnte), einer der Routen, auf der die Siedler im 19, Jahrhundert gen Nordwesten zogen. Nach Oregon. Ob das wohl ein Hinweis auf Gladys’ wirkliches Alter ist?</p></li><li><p>Viel älter als das sind die Märchen und Sagen, die hier referenziert werden. Für mich persönlich hat Weapons Hänsel-und-Gretel-Vibes, was ich bis auf die Hexe und den Kannibalismus nicht weiter belegen kann. GANZ anders sieht es da mit dem Rattenfänger von Hameln aus. Der Sage nach kam im 13. Jahrhundert ein buntgekleideter Mann in die niedersächsische Stadt und befreite sie von Ratten. Da man ihm seinen Lohn verweigerte, kam er wieder und nahm auch noch 130 Kinder mit. Seine Waffe der Wahl war eine Flöte, Gladys hat ihren Ast. Exzentrisch sind beide:</p></li></ul><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fbloody-disgusting.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2025%2F08%2FGx9HTu9WAAIfaxL-1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=dbf7226c28bda6a3f96a6c7f8e99a9dd" alt="Weapons&#39; - Warner Bros. Reportedly Considering an Aunt Gladys Prequel Movie  - Bloody Disgusting"/><ul><li><p>Als Archer im Alptraum seinem Sohn hinterherjagt, erscheint über seinem Haus eine AR-15. Diese und ähnliche Schusswaffen wurden in der Vergangenheit häufig bei Amokläufen genutzt — unter anderem an der Sandy Hook Elementary School 2012. Das in Verbindung mit dem Verschwinden der Kinder lässt den Schluss zu, dass der Film (zumindest an dieser Stelle) ein Kommentar zu school shootings ist. Und dann ist da noch der Titel…</p></li><li><p>Die Waffe zeigt 217 an. Die Kinder sind um 2:17 Uhr verschwunden. In Stephen King’s The Shining ist Raum 217 verflucht.</p></li><li><p>Während des Finales wird Alex von seinen Zombie-Eltern gejagt. Seine Mutter zerstört die Tür zum Zimmer und steckt ihren Kopf hindurch — noch eine Shining-Referenz. Der Film ist sich seines Genres bewusst, spielt auf Klassiker besagten Genres an und lässt uns damit wissen, dass Konventionen und deren Brüche absichtlich sind. Was uns zum letzten Punkt bringt:</p></li></ul><h3>Katharsis</h3><p>Nichts, aber auch gar nichts, ist so klassisch wie ein kathartisches Ende. Sie ist das Ende der Tragödie, die Erlösung, die Läuterung. Sie ist mit Leid verbunden, denn es muss erstmal etwas Schreckliches passieren, damit am Ende ein trauriger, vielleicht auch blutiger Stein vom Herzen fallen kann.</p><p>Dass Gladys von den Kindern, die sie entführte, durch die Stadt gejagt und dann gegessen wird, ist eine Katharsis, wie sie ab jetzt im Buche stehen sollte. Es ist so albern, dass trotz Ekel alle Anspannung abfällt. Man kann gar nicht anders als lachen. Am Ende eines Horrorfilms zu lachen ist für mich purer Konventionsbruch. Womit wir wieder am Anfang wären.</p><p>Der Monolog zu Beginn erklärt, dass die Ereignisse, die sich in der Stadt zutrugen, unter den Teppich gekehrt wurden. Das Ende lässt entsprechend vieles offen. Gibt es mehr Hexen? Ist Gladys wirklich die Tante? Wieso kam sie in diese Stadt? Wer ist sie? Woher kam sie? Geht es den Menschen, die sie verhexte, wieder gut? Wissen sie, was passiert ist? Erfährt Justine Wiedergutmachung? Worum genau geht es in dem Film nun?</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fwww.dreadcentral.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2025%2F07%2Fweapons1-edited-1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=cea72fdd8ed65e44fcfb74fdef33579e" alt="Weapons&#39; Review: A Shocking &amp; Satisfying Instant Horror Classic"/><p>Letzteres hängt von jeder und jedem Einzelnen ab. Vorwissen und Erwartungen beeinflussen, wie wir den Film (jeden Film) wahrnehmen. Für mich geht es darum, die Elemente eines Horrorfilms zu nehmen und die aus dem Wiedererkennen resultierenden Erwartungen zu subvertieren — doppelt. Man könnte fast sagen, dass Subversion selbst zur Konvention geworden ist. Weapons wäre ein 08/15-Horrorfilm, wenn er uns nicht sagen würde, dass er das weiß. Um seine Wirkung zu entfalten, nutzt der Film die Motive der Unnatürlichkeit und Ungerechtigkeit.</p><p>Auf der Suche nach Bedeutung darf man sich nicht verlieren. Es ist leicht Symbole zu sehen, wo Zufälle sind. Informationen an Thesen anzupassen statt andersrum. Wir könnten ewig nach Attentaten suchen, bei denen “217” eine Rolle spielte und eine Verbindung herstellen. Wir könnten gucken, welche Personen Gladys heißen und eine Verbindung herstellen. Wir könnten das Aussehen der Zombies mit dem anderer Zombies vergleichen und eine Verbindung herstellen. Zielführend wäre nichts von dem. Ebenso wenig darf man annehmen, dass die eigene Interpretation der Intention der Macher:innen entspricht.</p><p>Wo ich Unnatürliches, Ungerechtigkeit und Subversion sehe, siehst du vielleicht etwas anderes. Dem Macher des Films ging es vermutlich wieder um andere <a href="https://thetab.com/2025/08/11/the-weapons-director-just-explained-the-origins-of-aunt-gladys-the-films-ending-never-tells-you">Dinge</a>. Das ist doch das Schöne an der Interpretation und dem Austausch. Wir haben den gleichen Film gesehen, aber haben wir auch das gleiche gesehen? Detektivarbeit besteht aus Abwägen und Argumentieren, Thesen aufstellen und verwerfen. Weapons fordert diese Aufgaben von Zuschauer:innen. Wer sich der Arbeit verweigert, findet den Film womöglich albern oder langweilig. Und offenbart damit, keine Ahnung zu haben.</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 15 Sep 2025 20:05:05 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Götter, die Verbrechen begehen]]></title>
      <description><![CDATA[Über die weniger lauten Verbindungen zwischen Videospielen und griechischer Mythologie und den Not-Quite-A-Book-Club. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3cd424ff-3838-40bb-938f-ef2ad4f0186f/uploads/images/7aufima6lo/gfdsrhwrhtrw.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Die Verführten"/><p><strong>Über die weniger lauten Verbindungen zwischen Videospielen und griechischer Mythologie und den Not-Quite-A-Book-Club.</strong></p><p>Aktuell höre ich <em>Heroes </em>von Stephen Fry. Nachdem mir das 2017 erschienene <em>Mythos </em>von ihm so gut gefiel, weil es die Mythen mit kontemporären Elementen aus Fiktion und Drama erzählt und immer wieder Querverweise in die Gegenwart herstellt (woher dieser oder jener Ort seinen Namen hat, dass Museen intersexuelle Figuren, wie sie in den Mythen vorkommen, lange nicht gezeigt haben oder wie Dichter wie Shakespeare die Erzählungen adaptierten), schien <em>Heroes </em>eine logische und vor allem niedrigschwellige Sommerlektüre.</p><h3>Trauerspiele</h3><p>Wie der Name vermuten lässt, geht es um die Heldinnen und Helden der griechischen Mythologie. Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen unmenschliche Aufgaben überwinden müssen.</p><p>Wie Herkules: Er hieß bei seiner Geburt eigentlich anders. Zu Ehren der Göttin Hera wurde er Herakles (oder eben Herkules) genannt. Das half wenig, denn Hera hatte ihn seit seiner Zeugung auf dem Kieker. Ihr Mann Zeus hatte sich, wie er das so tat, als andere Person ausgegeben und mit der Frau geschlafen, die Baby Herkules gebären sollte. Die Geburt allein ist schon ein Drama, das mehrere Seiten umfasst.</p><p>Was ich nicht wusste: Herkules lebte am Anfang glücklich. Verheiratet, zwei Kinder. Die er alle tötete, weil Hera sie für seine Augen in Drachen verwandelte. Verwandte zu töten war für die antiken Griechen das schlimmste, was man machen konnte und so musste Herkules Buße tun — indem er die berühmten zwölf Aufgaben erledigte.</p><p>Die Erzählungen sind nicht einheitlich überliefert. Fry versucht sein Bestes zwischen Homer (8. oder 7. Jhd. v. Chr. ), Ovid (43 v. Chr. bis 17 n. Chr.), Nonnos (5. Jhd.) und den anderen zu vermitteln und <em>eine</em>, nicht <em>die </em>Erzählung zu liefern. Und wusstet ihr, dass Homer “Gatte” oder “Geisel” bedeutet? Da ergibt Homer Simpson nochmal ganz anders Sinn.</p><p>Was die Erzählungen gemein haben, ist das Schicksal von Frauen. <em>Wenn </em>sie eine Rolle spielen, die über “sie ist gestorben und deshalb begibt sich ein Mann auf die Reise” hinaus geht (was Laura Mulvey hervorragend, wenn auch in ganz anderem Kontext mit “bearer of meaning, not maker of meaning” zusammengefasst hat), dann sind sie böse und deshalb Schuld an etwas oder werden von einem Gott vergewaltigt, wofür sie ebenfalls sühnen sollen.</p><p>Ein Beispiel für ersteres ist Medea, die Frau von Jason (Argonauten, Goldenes Vlies). Weil ich ja nun aber das Hörbuch höre und bis gerade eben nicht wusste, wie man Medea schreibt und Stephen Fry einen extrem britischen Akzent hat, dachte ich beim Zuhören stundenlang an Midir — den Drachen aus Dark Souls 3. Und es passt: Beide sind der mehr oder weniger dunklen Magie mächtig, tun schreckliche Dinge und sind ein pain in the 🍑.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fstatic.wikia.nocookie.net%2Fdarksouls%2Fimages%2F7%2F71%2FClose_dragon_%25282%2529.jpg%2Frevision%2Flatest%2Fscale-to-width-down%2F1000%3Fcb%3D20170406185604?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=112cafa9893c18c852de4c865eb27eec" alt="Ein Drache, scharz und riesig."/><h3>Tarnung und Täuschung</h3><p>Ein Beispiel für zweiteres ist Medusa. Sie war eine junge Frau, bis sie von Poseidon in einem Tempel von Athene missbraucht wurde. Es macht mich rasend, dass die Schuld für das Sakrileg auf sie geladen und sie von Athene in eine Gorgone verwandelt wurde — ein Monster mit Hauern und Klauen. Doch damit nicht genug der Ungerechtigkeit! Wie sie also friedlich, aber vermutlich erbittert und wutschäumend (verständlicherweise) auf einer Insel mit ihren Monsterschwestern schläft, kommt Perseus, trickst ihren versteinernden Blick und ihre Schlangenhaare mit einem verspiegelten Schild aus (von keiner anderen als Athene, dem Paradebeispiel internalisierten Frauenhasses) und schlägt Medusa den Kopf ab. Es ist an Misere und Misogynie nicht zu übertreffen. Ich hasse diese Geschichte.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Mit dem gleichen Akt der Gewalt beginnt auch die Geschichte von Helena von Troja. Ihrer Mutter, Leda, der späteren Königin von Sparta, erschien Zeus als Schwan und sie hatten Sex. Mangels Einverständnis auch hier wieder strafrechtlich relevant. Es gibt zahlreiche Darstellungen dieses Zusammenkommens — die berühmtesten von Männern, hier zum Beispiel Paul Cézanne.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fupload.wikimedia.org%2Fwikipedia%2Fcommons%2Fthumb%2F5%2F54%2FPaul_C%25C3%25A9zanne%252C_Leda_and_the_Swan_%2528L%25C3%25A9da_au_cygne%2529%252C_c._1880_%2528possibly_later%2529%252C_BF36%252C_Barnes_Foundation.jpg%2F1280px-Paul_C%25C3%25A9zanne%252C_Leda_and_the_Swan_%2528L%25C3%25A9da_au_cygne%2529%252C_c._1880_%2528possibly_later%2529%252C_BF36%252C_Barnes_Foundation.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=78c9e70d36246422ab50f6ea93f474ba" alt="Gemälde, das eine nackte Frau mit einem Schwan zeigt"/><p>Ihre Geschichte, ebenso wie ihr Name, erinnern an einen NPC aus Shadow of the Erdtree: Kneedle Night Leda. Die Frauen eint die Verführung durch eine manipulative, eigennützige Gottheit (oder einen Bub auf dem Weg dorthin): Zeus, respektive Miquella.</p><p>In einer anderen Version der Geschichte geht es um die Rachegöttin Nemesis. Sie steht für ausgleichende Gerechtigkeit und bestraft vor allem Hybris — das zweitschlimmste Vergehen im antiken Griechenland.</p><p>Wenn ihr im Wörterbuch nun “Ironie” nachschlagt, findet ihr dort ein Bild von diesem Kollegen aus Resident Evil 3.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3cd424ff-3838-40bb-938f-ef2ad4f0186f/uploads/images/yr3bobtgwg/re3.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Nemesis, ein Monster mit vager humanoider Form, mit Flammenwerfer"/><p>Dieses Monstrum ist eine Biowaffe, ein Produkt von Experimenten der Umbrella Corporation. Dieselbe Corporation, die für die Zombies in allen zehn Spielen und sieben Filmen verantwortlich ist. Jedenfalls ist es der absolute Gipfel an Überheblichkeit und trägt den Namen Nemesis.</p><h3>Not-Quite-A-Book-Club</h3><p>Bleiben wir kurz bei Ironie. Seit geraumer Zeit ist mein persönliches Ziel ohne Ziel mehr zu wagen und mehr zu lernen. Für mich ist ein Teil davon weniger zu doomscrollen. Bei ausgerechnet solch einer Session traf ich auf <a href="https://www.instagram.com/classicallyclare/">classicallyclare</a>. Sie schrieb sich ein eigenes Curriculum, um sich den Rest des Jahres mit Literatur zu einem bestimmten Thema auseinanderzusetzen.</p><p>Curriculums zu erstellen ist eine der coolsten Aufgaben der Welt, die hier dankenswerterweise mit meinem kleinen Ziel zusammenfällt.</p><p>Wir starten HEUTE. Naja, ich starte heute. Falls du dabei sein möchtest, fühl dich herzlich in diesen Not-Quite-A-Book-Club eingeladen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3cd424ff-3838-40bb-938f-ef2ad4f0186f/uploads/images/wdxhwtlks3/Curriculum_Herbst.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Curriculum Herbst Winter 2025. Was bedeutet es ein mensch zu sein? September: Ray Bradbury, Something Wicked this way comes, 1962. oktober: Horace Walpole, The Castle of Otranto, 1764, Future Cat, OneShot, 2016. November: Silvia Moreno-Garcia, Mexican Gothic, 2019. Dezember: Team Salvato, Doki Doki Literature Club, 2017, Emily Dickinson, „I&#39;m Nobody! Who are you?”, 1891, Emily Dickinson, „I heard a Fly buzz - when I died”, 1896"/><p>Ich habe nur Bücher gewählt, die ich schon daheim, aber noch nicht gelesen habe. Außerdem hat es einen anglistischen/amerikanistischen Fokus — das ist nunmal mein Fachgebiet. Die Fragestellung hätte sonst eine Reihe russischer Autoren verlangt, aber die schreiben nur Schinken und ich wollte dieses Curriculum so realistisch wie möglich halten. Um das Feld noch weiter einzugrenzen, gehen wir in Richtung Gothic. Entsprechende Werke im Herbst und Winter zu lesen ist eine Erfahrung, die jede:r gemacht haben sollte. Spiele gibt es auf der Liste auch, denn ich habe mir eine kleine Bonusfrage überlegt. Dazu später mehr.</p><h3>Meme der Woche</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3cd424ff-3838-40bb-938f-ef2ad4f0186f/uploads/images/l2dkm6o2uj/startrek.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Dieses Fundstück von /r/Memes (das ich echt nur wegen euch und diesem wiederkehrendem Newsletter-Element konsultiere) stellt eine Frage, die wir <a href="https://steady.page/de/chrissikills/posts/b460d115-4a3d-443e-a5b9-f0aefc521378">hier</a> schon einmal anrissen: In welchem Verhältnis stehen Bildqualität und Meme?</p><p>In diesem Fall des Star-Trek-Memes wird das Original zwar referenziert — es ist aber ein anderer Ausschnitt. Die praktische Antwort lautet also: Weil der exakte Frame, der das Meme ist, nur in schlechter Qualität vorliegt. Wieso die Mühe eines neuen Screenshots auf sich nehmen?</p><p>Es ist aber auch eine Frage der Authentizität: Memes sind handgemacht. Memes sind die Stimme des Internetvolkes. Als solche sind sie besonders dann kredibel, wenn die Qualität des Witzes vor der Qualität des Bildes steht und erkennbar ist, dass es sich um ein DIY-Projekt handelt — wie in diesem Beispiel am grauen und nicht sauber ausgeschnittenen rechten Rand erkennbar.</p><h3>Danke</h3><p>Mensch, wieder eine Ausgabe um. Vielen Dank, dass du dabei warst!</p><p>Wenn dir gefällt, was ich mache, leite diesen Newsletter gerne an Freund:innen weiter. Unterstützen kannst du mich außerdem mit Abos, <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Kaffee </a>oder Interaktionen auf den folgenden Plattformen:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p></li></ul><p>Tschüssli mit Küssli,<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/3cd424ff-3838-40bb-938f-ef2ad4f0186f/teaser_image/1756756264?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Mon, 01 Sep 2025 19:51:04 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Ab wann habe ich eigentlich genug Projekte?]]></title>
      <description><![CDATA[Über schöne Gespräche mit Kollegen und Beschäftigungen für eure Sommerferien.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über schöne Gespräche mit Kollegen und Beschäftigungen für eure Sommerferien.</strong></p><h3>Ein Magazin über Spiele, in this economy?!</h3><p>Falls ihr mir irgendwo anders als hier auf Steady folgt, habt ihr es mitbekommen: Wir haben ein Magazin gegründet.</p><h4><strong>✨</strong><a href="https://debuff.de/"><strong>Debuff</strong></a><strong>✨</strong></h4><p>Das Wie, Wieso, Wer und Was haben wir ausführlich an anderen Stellen besprochen, das muss ich hier nicht wiederholen. Lest und hört dazu mehr bei den Kollegen:</p><ul><li><p><a href="https://www.spielvertiefung.de/post/%C3%BCber-das-spielen-wenn-die-welt-untergeht"><strong>Spielvertiefung</strong></a><strong> von Jörg Luibl</strong>. Wir sprachen über das Motto der ersten Ausgabe Debuff: Wieso beschäftigen wir uns überhaupt mit Spielen, wenn die Welt da draußen gerade auf den Abgrund zurast? Es war ein entspanntes Gespräch über Kindheiten und das Erwachsenwerden mit Spielen.</p></li><li><p><a href="https://okcool.space/ok-cool-3000-08-25/"><strong>OK Cool 3000</strong></a><strong> von Dom Schott</strong>. Für sein PDF-Magazin stellte Dom mir fünf Fragen — zu meinem Blick auf deutschen Spielejournalismus, wieso ich so viel freie Zeit in diese Arbeit stecke und ab wann wir Debuff als erfolgreich betrachten.</p></li></ul><p>Ganz besonders ans Herz legen möchte ich euch die Spielempfehlungen in unserem Magazin. Wir haben die Autor:innen der Ausgabe gefragt, was sie gerade spielen — und wieso. Daniel, Florian und ich haben als Redakteure ebenfalls unsere aktuellen Lieblinge aufgeschrieben. Das Ergebnis ist ein wilder (thematischer und zeitlicher) Querschnitt aktueller Spiele. Allerdings ist dieser Teil des Magazins hinter der Paywall — denn Journalismus kostet nunmal.</p><h3>Noch einmal Sommerferien haben</h3><p>Der Launch war jedenfalls ganz aufregend — und grenzte passenderweise an meinen Urlaub. Vermutlich seid ihr nicht mehr in der Schule und kommt nicht in den Genuss von sechs Wochen Freizeit. Ich auch nicht. Aber was für ein Konzept!!</p><p>Damals wie heute ist Sommerzeit vor allem Erwartungszeit: Freudige Erwartung auf Urlaub und sei es nur Zuhause. Erwartungen an mich selbst so auszusehen, dass ich mich in Sommerkleidung wohlfühle (aus mehreren Gründen ein Unterfangen, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist). Erwartungen an lange Tage, die mit allem gefüllt sind, was den Sommer ausmacht. Keine Sekunde darf verschwendet werden, das wird DER Sommer.</p><p>Bisher kann ich von keinem Sommer, den ich erleben durfte, behaupten, er wäre mir besonders in Erinnerung geblieben. Nicht, dass ich mich nicht gerne an die ein oder andere Reise zurückerinnere — aber zu oft hängt zu viel an diesen gefühlt immer weniger werdenden freien Tagen im Sommer. Teil des Problems ist das Lobby-Narrativ von Sommer-Fanatikern, die alles unter 25 Grad für nicht lebenswert halten und ein Image des Sommers propagieren, das Lebensfreude, Möglichkeiten und Freizeit suggeriert anstatt das zu vermitteln, was es wirklich ist: Schweiß in Bahn und Büro, keine Ahnung, wann der richtige Zeitpunkt zum Lüften ist, Tage wie alle anderen auch.</p><p>Es ist natürlich Quatsch so viel Hoffnung in Tage zu stecken, die zwangsgenossen werden sollen, anstatt sie einfach zu leben. “Das Leben ist das, was passiert, wenn du dabei bist Pläne zu machen” oder wie geht das Sprichwort? Carpe diem dies das.</p><p>Dieses Sommer-Bewusstsein noch im Kopf habend, bin ich letztens aufgewacht und war unzufrieden mit meinem Leben. Bin ich da, wo ich sein wollte? Bin ich erfolgreich? Bin ich präsent? Lebe ich mein Leben richtig? Werde ich später etwas bereuen? Hätte ich früher mit x oder y anfangen soll? Wann ist es zu spät für z?</p><p>Diese Gedanken halte ich nicht für valide, weil sie einer Leistungsgesellschaft entspringen, in der du deine Existenzberechtigung beweisen musst. Alles wird zum Produkt, jede Aktion monetarisiert. Du musst der Welt zeigen, dass du da sein darfst. Du musst deinen Platz in ihr durch einen wie auch immer gearteten Beitrag legitimieren.</p><p>Wie soll man das jemals schaffen ohne daran kaputt zu gehen?</p><p>Eine Antwort, falls es eine gibt, habe ich für mich (noch) nicht gefunden. Ich weiß aber, dass ich mich nicht über meine Arbeit und das, was ich als Erfolg betrachte, definieren möchte. Und sagen wir mal so, it’s a process, der keine Gerade ist. Ich erinnere nochmal an den Anfang dieses Newsletters.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Um dem Druck zumindest etwas entgegenzusetzen, habe ich — wie soll es anders sein — gespielt, gelesen, gesehen und gehört. Und zwar folgendes:</p><p><strong>Demon Copperhead</strong></p><p>Oder: Das Buch, das mich zurückgeholt hat. Zurück ins Lesen. Zurück in eine Welt, in der ich vor Büchern mit mehr als 200 Seiten nicht zurückschrecke. Denn genau soweit war es gekommen. Um zumindest Bücher <em>durch</em>lesen zu können, habe ich immer kürzere Werke gekauft (und dann meistens doch nicht gelesen). Demon Copperhead von Barabara Kingsolver sprach die Amerikanistin in mir an, die Leseratte, die “Ich will die Welt erkunden”-Frau — trotz stolzer 800 Seiten.</p><p>Demon Copperhead ist der Spitzname eines Jungen, der in den Appalachen aufwächst. “Die in den Appalachen lebenden Amerikaner haben eine eigene Identität entwickelt und werden in den USA als <em>Mountain People</em> (oder <em>Mountainmen</em>) bezeichnet. Kennzeichnend für die Mountain People ist ein eigener Dialekt, eigene Musik, ein eigenes Selbstbewusstsein und niedriges Einkommen”, weiß Wikipedia. In Demons Leben geht praktisch schon vor seiner Geburt alles schief. Drogen, Armut und die ewige Suche nach einem Zuhause sind die zentralen Konflikte.</p><p>Das Buch folgt Demons Leben und erzählt es dabei so mühelos, dass auch das Lesen mühelos ist. Titel und Charaktere sind an David Copperfield von Charles Dickens angelehnt. Das brauche ich nun nicht mehr lesen, Demon Copperhead ist unser zeitgenössisches Äquivalent. Kingsolver erhielt dafür den Pulitzer-Preis. Ich bitte euch, lest es.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fimageservice.ecom-api.beck-shop.de%2Fapi%2Fgetimage%3FproductId%3D36621794%26width%3D260%26format%3Dwebp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=c1738b97957beb5f21106dbaab1cccbd" alt="Cover des Buchs, rote und orangene Schrift vor lila Hintergrund"/><p><strong>Heartworm</strong></p><p>Ich habe eine Schwäche für Spiele, die Survival-Horror-PS1-Spiele nachahmen. Das ist seit geraumer Zeit ein Trend und mit Crow Country oder The Hotel gab es sogar einige wirklich gute Spiele in dieser Kategorie. Kürzlich erschien Heartworm, das Ästhetik und Mechanik von Project Zero, Silent Hill, Resident Evil simuliert — diese janky-ness, das etwas Behäbige und Schrille, das Spiele Ende der 90er, Anfang der 2000er hatten.</p><p>Wir spielen Sam, die den Tod ihres Großvaters nie verkraftet hat. Sie reist an einen Ort, von dem man sagt, dass dort eine Schwelle ins Jenseits sei. Mit begrenzten Inventarplatz müssen Rätsel gelöst werden, die alle auf traumatische Ereignisse in Sams Leben oder derer, die ihr nahestehen, hinweisen. Ängste und Sorgen manifestieren sich als Gegner oder unüberwindbare Hindernisse. Es ist also eines der Spiele, die durchaus ernste Themen ansprechen, diese aber hinter Metaphern versteckt, die als Spielmechanik umgesetzt werden. Wenn wir also ein taktisches Schachrätsel lösen oder ein Wappen einsetzen, um eine Tür zu öffnen, ist das jedes Mal auch eine Beschäftigung mit dem Trauma, das Sam überhaupt erst in diese albtraumhafte Welt gebracht hat.</p><p>Spiele sind dafür prädestiniert Spielende einzuladen sich aus sicherer Entfernung und ohne direkt persönliche Involviertheit mit den eigenen Schrecken zu beschäftigen. Denn erstmal passiert das alles nur Sam und wir müssen das Design des Spiels nicht als Metapher für Existenzangst und Depression interpretieren, um das Spiel zu beenden. Aber wir können. Aus der Sicherheit und Geborgenheit unseres Zuhauses heraus ist das Spiel eine Einladung sich die Fragen zu stellen, die Sam quälen.</p><p>Das Ende des Spiels liefert eine Antwort, von der man halten kann, was man mag. Glücklicherweise dauert das Spiel nur um die sechs Stunde, was einerseits leicht(er) in einen Erwachsenen-Alltag zu integrieren ist und andererseits dem Spiel gut tut, das doch recht linear ist und nicht länger hätte sein dürfen. Ansonsten ist Heartworm ein spaßiges Spiel. <a href="https://youtu.be/ZlDH3mJp4tA">Ich hatte eine gute Zeit</a>:</p><a href="https://youtu.be/ZlDH3mJp4tA">https://youtu.be/ZlDH3mJp4tA</a><p><strong>The Rise and (Inevitable) Fall of VShojo</strong></p><p>VTubing. Sagt dir das was? VTuber sind Streamer:innen, die nicht mit ihren echten Namen und Gesichtern im Internet auftreten, sondern mit Anime-ähnlichen Avataren. Auf Twitch, der mittlerweile einzig relevanten Streaming-Plattform (don’t quote me), brach VTuberin Ironmouse letztes Jahr den Rekord für den Account mit den meisten Subs, also zahlenden Unterstützer:innen.</p><p>VTubing kommt aus Japan, wo auch heute noch viele der großen Agenturen sitzen, die sogenannte Talents wie Ironmouse vertreten. 2020 gründete sich in den USA VShojo und wollte den namhaften japanischen Unternehmen Konkurrenz machen. Das funktionierte auch — bis Ironmouse diesen Sommer ein Video veröffentlichte, in dem sie nicht nur mitteilte, die Agentur zu verlassen, die zu dem Zeitpunkt eh schon viele Talente und Mitarbeitende verloren hatte, sondern auch erklärte, dass die Agentur sie seit einiger Zeit nicht mehr bezahle und Spenden unterschlagen habe, die die Creatorin für einen gemeinnützigen Zweck sammelte. Eine halbe Million US-Dollar.</p><p>VTubing als Nische zu bezeichnen, fühlt sich gleichzeitig richtig und falsch an. Creator Mujin schlüsselt das gesamte Drama um Ironmouse und VShojo in seinem Video auf. Und beginnt mit der Dotcom-Bubble, womit er diese vermeintliche Nische in einen größeren Kontext einbettet, was besonders dann spannend wird, wenn er am Ende über die Personen hinter VShojo spricht und wie sie mit Menschen und deren Geld umgehen, was sich, traurigerweise, auf viele anderen Beispiele anwenden lässt. Das Internet ist und bleibt ein wundersamer Ort und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=M5HV-e14Esw">das hier</a> ein exemplarisches Stück Netzgeschichte:</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=M5HV-e14Esw">https://www.youtube.com/watch?v=M5HV-e14Esw</a><p><strong>Unsainted von Slipknot</strong></p><p>Ich bin kein Mensch, der sich Alben am Stück anhört und das letzte Mal, dass ich mich auf den Release von Musik gefreut habe, war Minutes to Midnight von Linkin Park 2007. Meine Playlists sind Vibe-basiert und überschreiten Genre-Grenzen. Aber einmal alle Jubeljahre finde ich ein Lied, das ich rauf unter runter höre. Bis zum bitteren Ende.</p><p>Dieses Mal ist es Unsainted von Slipknot, von denen ich bis dahin exakt sechs Lieder in meiner Playlist hatte — die gleichen sechs, die ich mit 15 entdeckt habe, als mir Vincent in der großen Pause den linken Ohrstöpsel seines MP3-Players reichte.</p><p>Das Video zu Unsainted ist genauso mysteriös-dramatisch wie ich mit 15 (sein wollte).</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=VpATBBRajP8">https://www.youtube.com/watch?v=VpATBBRajP8</a><h3>Meme der Woche</h3><p>Sidney Sweeney macht Werbung für Jeans und verherrlicht dabei Nazi-Ideologie.</p><p>Sidney Sweeney wird von Liberalen gehetzt.</p><p>So oder so ähnlich betiteln manche aktuell das PR-Desaster um die Schauspielerin und ihren Auftritt in einem Werbespot der Marke American Eagle. Darin sagt Sweeney, dass Gene (im Englischen genes) in der Familie weitervererbt werden und Merkmale wie Haarfarbe, Augenfarbe etc. bestimmen. Der Spot endet mit “My jeans are blue” und dem Slogan der Kampagne: “Sidney Sweeney has great jeans”.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fe9537f7-67cd-4671-8a3c-c16617feeabb/uploads/images/33uduwsujp/bfdswh.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Screenshot von CBS News: Sydney Sweeney has great jeans in großen Buchstaben vor dem Gesicht der Schauspielerin"/><p>Das Wortspiel basiert auf den Homophonen “jeans” und “genes”. Was nun kritisiert wird, ist die Tatsache, dass ihr Aussehen — blond, weiß, blauäugig — ebenso wie die Wahl ihrer Jeans in dieser Werbung als erstrebenswert und “great”, also großartig dargestellt werden. Weitervererbenswert.</p><p>Durch das Wortspiel mit den Genen ist der Gedanke zur Eugenik nicht weit, einer pseudowissenschaftlichen Idee, den Gen-Pool einer Population so zu verändern, dass wünschenswerte Merkmale öfter vorkommen und andere nicht. Die Nationalsozialisten rechtfertigten damit zum Beispiel Morde an Kranken, behinderten Kindern und Experimente in Konzentrationslagern. Dass diese Werbung nun suggeriert, dass Sweeneys Gene wünschenswert sind, ignoriert zum einen diese Geschichte. Sie relativiert.</p><p>Zum anderen propagiert sie ein Schönheitsideal, das mindestens euro- und amerikazentrisch, eigentlich kolonialistisch ist, aber als universell dargestellt wird. Abgesehen von der problematischen Geschichte dieses genetischen Ideals, muss man sich als Marketingmensch bei American Eagle doch fragen, ob Sidney Sweeney wirklich Schönheit für die gesamte Menschheit repräsentiert — oder ob hier weiß (und blond und blauäugig) als überlegen inszeniert wird und die Werbung sich somit in einen rassistischen Diskurs einreiht, in dem Ästhetik, egal wie vehement geleugnet, nie unpolitisch sein kann.</p><p>In meinen Augen hat jemand diese Werbung verzapft, der komplett blind für gesellschaftliche Diskurse und andere Realitäten als die eigene ist. Die Person, an der sich die Empörung entlädt, ist Sidney Sweeney.</p><p>Das Internet hat in der Regel keine Schwierigkeiten damit zwischen den Personen in der Werbung und den dahinter stehenden Unternehmen zu differenzieren. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=uwvAgDCOdU4">Über Kendall Jenner machte man sich lustig, zog aber größtenteils Pepsi zur Rechenschaft.</a> Wieso ist es hier andersrum? Meine These dazu lautet: Weil Sidney Sweeney die Personifizierung dessen ist, was das Patriarchat verlangt, ein Ideal, das unermüdlich nachverfolgt und doch nie erreicht wird, das von der Unterdrückung ablenkt und eine Strohmann bietet, auf den man wütend sein kann, anstatt das dahinter liegende System zu hinterfragen. Neid greift hier zu kurz. Vielmehr trifft geübte Misogynie, vor der auch Frauen und weiblich gelesene Personen nicht gefeit sind, auf Frustration angesichts dessen, was Sweeney verkörpert: attraktiv UND erfolgreich sein. Sweeney nutzt aus, dass sie als attraktiv gilt, einem gängigen Schönheitsideal entspricht. Und wieso auch nicht?!</p><p>Dass sie nun im Auge des Shitstorms steht, nutzen rechte Medien vor allem in den USA <a href="https://www.mediamatters.org/fox-news/fox-news-monday-85-minutes-talking-about-sydney-sweeney-3-minutes-talking-about-epstein?utm_source=substack&amp;utm_medium=email">für ihr eigenes Narrativ</a>. Sie berichten von einem regelrechten Mob, der es nun aus augenscheinlich fadenscheinigen Gründen auf die Schauspielerin abgesehen habe à la “Linke regen sich wieder einmal über Schwachsinn auf, jetzt darf man nichtmal mehr hübsch sein.” Hier zeigt sich schließlich die dritte Facette der Causa Jeans: Aus vereinzelter, berechtigter Kritik wird ein Shitstorm konstruiert. Dabei ist die eigentliche Frage: Wie viel Aufmerksamkeit wird von wem zu welchem Zweck auf diesen Werbespot gegeben?</p><p>Insbesondere FOX News konstruiert mit der sogenannten “Berichterstattung” das Feinbild “Liberals”, wo vermutlich gar kein Shitstorm ist. Aufmerksamkeitsökonomie im Internet ist eine fantastische Sache, in wahrsten Sinne des Wortes. Man kann wenige plakative Beispiele herauspicken und daraus eine vermeintliche, laute Masse ableiten — und diese dann für den politischen kulturellen Diskurs instrumentalisieren. Das legitimiert die eigene Lautstärke und untermauert die Ideologie. Mit dieser Strategie fahren Rechte (Medien) seit Jahren sehr gut und erschaffen Feindbilder, wo keine sind, um ihre hetzerische politische Ideologie zu verbreiten.</p><h3>Danke</h3><p>Gratias ago, wie der Lateiner sagt!</p><p>Feedback, Lob, Kritik erreicht mich über die Kommentarfunktion (nur für Bonus-Mitglieder, an die wie immer mein extra Dank geht) oder folgende Kanäle:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p></li><li><p><a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Ko-Fi</a></p></li></ul><p>Das Titelbild dieser Ausgabe ist von <a href="https://unsplash.com/de/@ciagould?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Cia Gould</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/ein-pool-mit-klarem-blauem-wasser-und-blasen-5-WsIPUwhlI?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Unsplash</a>.</p><p>Fühlt euch umarmt.</p><p>Valete!<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/fe9537f7-67cd-4671-8a3c-c16617feeabb/teaser_image/1753813926?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sun, 17 Aug 2025 04:16:00 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Conni hört Coldplay]]></title>
      <description><![CDATA[Radikale Ideen, Springen für Freude und Memekunde]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Radikale Ideen, Springen für Freude und Memekunde</strong></p><ol><li><p>Geld abschaffen.</p></li><li><p>Leere-Taschen-Abkommen: Wer in die Politik möchte, bekommt bedingungsloses Grundeinkommen und darf keine anderen Einnahmen haben. Keine Immobilienvermietung, keine Aktien an und entsprechend keine <a href="https://visualjournalism.de/magazin/macht-und-kontrolle/friedrich-merz-zwischen-blackrock-und-kanzleramt/">Dividenden</a> von Unternehmen.</p></li><li><p>Internet-Führerschein für alle. Muss jährlich wiederholt werden.</p></li><li><p>Werte-Ausgleich: Wer 5.000 Euro oder mehr im Monat verdient (oder sonst wie zur Verfügung hat), leistet einmal in der Woche Sozialdienst oder räumt den Park um die Ecke auf.</p></li><li><p>Mut zur Schönheit: Schmuckbuchstaben zuerst, danach wird der Rest der Welt verziert.</p></li><li><p>Jede 2. U-Bahn transportiert nicht Menschen, sondern Güter. Wo es keine Tunnel gibt, werden Drohnen eingesetzt, die dann von Laden zu Laden, von Dorf zu Dorf schweben. LKWs existieren nicht mehr. Ist mal etwas leer, muss man eben warten.</p></li><li><p>Was heute Natur ist, muss es für immer bleiben.</p></li><li><p>Alles unterhalb zehn Kilometer unter dem Meeresspiegel ist für Menschen verboten.</p></li></ol><h3>Meine inoffizielle neunte Idee ist, dass wir nur noch in Nightreign miteinander sprechen.</h3><p>Nightreign ist ein Videospiel aus dem Elden-Ring-Universum, das man mit zwei Freunden oder zwei Fremden spielt. Auf einer Insel tötet man Monster, bekommt dadurch Punkte zum leveln und bessere Waffen. Zwei Tage geht das so (die aber nur etwa 30 Minuten andauern). Der Kreis, in dem es sicher ist, wird immer kleiner. Überlebt man diese zwei Tage, steht ein Endgegner bevor.</p><p>Um das Maximum aus diesen zwei Tagen zu holen, muss man sich koordinieren. Es nützt wenig sich aufzuteilen, alleine ist man schwach. Aber in Nightreign gibt es keinen Chat und schon gar keinen Voice Chat. Kommunikation findet also auf alternativen Wegen statt:</p><ul><li><p><strong>Springen, drehen, Waffe ziehen</strong>: Die Charaktere haben Animationen für ihre einzigen Aufgaben: Kämpfen und Fortbewegung. Genau die werden zweckentfremdet: Ziehe ich ganz oft hintereinander meine Waffe, sodass mein Charakter mehr zuckt als dass er sich wirklich bewegt, signalisiert das Bereitschaft. Als Zeichen der Freude und Erleichterung nach einem besonders schwierigen Kampf springt man oder dreht sich schnell im Kreis. Fängt eine:r an, machen die anderen schnell mit. Und das ist so schön &lt;3</p></li></ul><ul><li><p><strong>Auf der Karte</strong>: Spielende können Orte markieren und damit zeigen, dass sie dorthin wollen. Andere können diesen Marker bestätigen. Weil es aber mindestens genauso wichtig ist schon den zweiten, dritten, vierten Ort ins Visier zu nehmen, markieren viele in der Reihenfolge, die sie vorschlagen wollen. Um das zu verstehen, müssen die anderen allerdings gerade auf die Karte gucken, ansonsten verpufft das dazugehörige Audiosignal als potenzielle Drohung. Denn wer den gleichen Ort mehrfach markiert, signalisiert Ungeduld: “Kommt ran hier, ich hab’s eilig und einen Plan, wo es lang geht.”</p></li></ul><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b90d6492-a84d-4dfc-90a6-c695a5411411/uploads/images/enrj3m3ezg/photo_2025-07-16_20-45-15.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Screenshot aus Elden Ring: Die Karte zeigt mehrere Marker."/><p>Etabliert haben sich diese Kommunikationsmittel über Kontext. Sie sind für alle verständlich, unabhängig von existierenden Sprachen, weil sie auf Emotionen und Bewegungen basieren.</p><p>Ähnliches lässt sich in Dead by Daylight beobachten. Dort stehen Spielenden genau zwei Gesten zur Verfügung: in die Ferne zeigen auf der 1 und “Komm her” auf der 2. Beides hat, ebenso wie das eigentlich nicht für die Kommunikation gedachte Ducken (oder häufiges Ducken, das sogenannte teabagging, googelt bitte selbst, wieso das so heißt) sehr spezifische Funktionen innerhalb des Spiels: Teabagging ist ein Hohn, singuläres Ducken kann Lob und Bewunderung ausdrücken. Wer sich vor einem Killer mit Schweinsmaske duckt und 1 drückt, presst ihm auf die Nase (boop the snoot). Wer sich hinter einen Charakter duckt und die 2 drückt, haut dem Charakter auf den Po.</p><p>Habt ihr Beispiele, wie Communities in Spielen die limitierten Mittel nutzen, um mehr oder weniger komplex zu kommunizieren? Über ein besonders schönes Erlebnis in Nightreign mit den Usern “NiveaForWomen” und “IGot6DUIs” habe ich im <a href="https://lostlevels.de/episode/nach-der-mauer-ist-vor-der-mauer">Lost Levels Podcast</a> gesprochen.</p><p>Für mich sind das Momente, in denen ich mich als Teil der Menschheit fühle. Die Freude über etwas eigentlich banales verbindet. Man feiert den gemeinsamen Erfolg.</p><p>Ich mag meinen Kontakt mit fremden Menschen wie Hitzewellen: sporadisch. Nightreign filtert für mich und lässt Menschen nur beschränkt Kontakt zu mir haben — love it! Zu der Wahrheit gehört allerdings auch, dass die eingeschränkten Kommunikationskanäle schlicht wenig Möglichkeiten für Hassbotschaften lassen. Jede Interaktion kann als nett interpretiert werden — auch das: love it!</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Werbeblock</h3><p>Letztes Jahr, nachdem ich todesmutig meinen eigenen Namen in den Ring geworfen hatte, landete eine Anfrage von der Bundeszentrale für politische Bildung in meinem Postfach. Ein paar Wochen später stand fest: Ich mache das Lektorat für einen über 300 Seiten langen Sammelband wissenschaftlicher Texte über Gaming und Rechtsextremismus.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b90d6492-a84d-4dfc-90a6-c695a5411411/uploads/images/2qofd4s4sr/gfdager.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich bin ehrlich, ich habe nicht ganz so rechtzeitig angefangen, wie ich es in einer idealen Welt getan hätte. Und es war auch nicht immer schön — das Thema selbst ist belastend, manche Erkenntnisse erdrückend.</p><p>Aber ich bin so froh, dass ich es gemacht habe! Und weil ich jeden einzelnen Text sehr genau und mehrfach gelesen habe, kann ich euch ruhigen Gewissens sagen:</p><p><a href="https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/563171/handbuch-gaming-rechtsextremismus/">KAUFT DIESES BUCH! Oder ladet es für 0 Euro unter diesem Link.</a></p><p>Der Band geht das Thema ohne “Ach herrje, die Jugend, sollten wir Spiele verbieten” an und zeigt vielfältige Perspektiven auf das Thema auf. Wichtige Arbeit! Es waren beeindruckende Personen daran beteiligt und ich bin sehr dankbar für das Vertrauen in mich.</p><p>In diesem Zuge: der Mini-Newsletter wird profesh. Wir (ihr lieben Lesenden und ich) haben einen Slogan (<em>Lies was, das dich spannend macht</em>), einen Header, den ich für euch in Powerpoint gezaubert habe — sogar der Podcast hat ein Logo. Mit einer anderen Font als der Header. Diese Tatsache gefällt mir nicht, aber ich mache das hier als Hobby und das muss so ok sein. 💐</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Komm in den Club</a></p><p>Außerdem spielte ich ein fantastisches Indie-Horrorspiel, was ihr <a href="https://youtu.be/XKwMvJ_2r1Q">auf Youtube</a> gucken könnt:</p><a href="https://youtu.be/XKwMvJ_2r1Q">https://youtu.be/XKwMvJ_2r1Q</a><hr aria-hidden="true"/><h3>Memes (!) der Woche</h3><p>Ich bin mit Conni aufgewachsen. “Conni lernt reiten” habe ich so oft gelesen, dass ich es irgendwann für meine eigene Erinnerung hielt. 20 Jahre später weiß ich: Conni ist nicht die feminist icon, für die ich sie hielt. Genau wie Bibi. Beides ist peak weiße <a href="https://diversity-arts-culture.berlin/woerterbuch/heteronormativitaet">Heteronormativität</a>, aber darum soll es heute nicht gehen.</p><p>Conni-Memes haben in den letzten Monaten an Popularität gewonnen. Die Formel ist einfach: Conni-Cover plus eine Tätigkeit, die das Gegenteil von dem beschreibt, was kleine Mädchen so machen — aber genau das ist, womit wir uns beim Teilen und Erstellen des Memes identifizieren wollen.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fpbs.twimg.com%2Fmedia%2FFCvKWstXMAcNiqL%3Fformat%3Djpg%26name%3D4096x4096?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=b597affbbc5885925bc6d86411fb6f15" alt="Conni und Mama gehen Nazis aufs Maul hauen"/><p>Die Memes sind aus zwei Gründen erfolgreich:</p><p>1. Sie schaffen enorm viel Dissonanz. Die heile und harmlose Conni-Welt trifft auf Lebensrealitäten der Nutzer:innen. Der Kontrast zwischen dem braven Mädchen und “Nazis aufs Maul hauen” ist so groß, dass er immer witzig ist.</p><p>2. Pixi-Bücher lagen früher in so gut wie jedem Kinderzimmer, jeder Apotheke, jeder Buchhandlung. Die Marke “Conni” ist bekannt, sodass die Memes auch für Menschen ohne meme literacy eine Bedeutung haben. Sie sind auch ohne nennenswerte popkulturelle Kenntnisse lesbar.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fpbs.twimg.com%2Fmedia%2FGr3FCWtWYAAQrQH.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=acd578746f452ded3ce4cc544d969d9c" alt="Conni entdeckt Arbeitszeitbetrug"/><p>Die eben genannte Lebensrealität der Nutzenden besteht im Spätkapitalismus, wenn man den Social-Media-Accounts der Kolleg:innen trauen darf, aus Arbeitszeitbetrug. Das Konzept selbst ist gerade zum Meme geworden.</p><p>Hier geht es um möglichst kreatives Vortäuschen von Produktivität bis hin zu antikapitalistischer Kritik und dem individuellen Widerstand gegen ausbeuterische Lohnarbeit — mit der man sich heute eh kein Eigenheim mehr leisten kann, also wieso nicht?!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b90d6492-a84d-4dfc-90a6-c695a5411411/uploads/images/zolvx23cbt/Bild1.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Spongebob: Wie ich mir mit meinem aus Arbeitszeitbetrug stammenden Plusstunden Zeitausgleich nehme"/><p>Conni gesellt sich dazu. Nicht unbedingt zur Freude des Carlsen-Verlags, der die Conni-Bücher publiziert. In einer Stellungnahme und der folgenden <a href="https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7349427163013517313/">Klarstellung</a>, versehen mit einem “Conni will da mal was klarstellen”-Meme, heißt es, man wolle gegen “Nutzungen von Conni-Memes zu kommerziellen, werblichen, Marketing- und ähnlichen Zwecken” vorgehen und diese löschen lassen. Heißt: Wer die Memes benutzt, um damit Geld zu machen, soll dies lassen.</p><p>“Uns freut es, dass die Figur Conni so bekannt und beliebt ist, dass sie sehr viele Menschen zu verspielten und lustigen Beiträgen im Internet inspiriert”, heißt es, doch bei rassistischen oder pornografischen Inhalten wäre eine Grenze überschritten.</p><p>Auch die Frage des Urheberrechts kommt in diesem Post auf. Schließlich verdienen die Autorin und Illustratorin mit Conni ihren Lebensunterhalt. Diese Frage ist bei Memes eine ebenso spannende wie größtenteils ungeklärte.</p><p>Johannes Franzen setzt in seinem Newsletter <a href="https://kulturundkontroverse859.substack.com/p/conni-macht-keine-memes-mehr">Kultur &amp; Kontroverse</a> dort an und arbeitet den Fall unter dem Konzept der Werkherrschaft auf:</p><p>“Auch im Fall der Conni-Memes geht es das Konzept der <em>Werkherrschaft</em>, das im digitalen Zeitalter vor neue Herausforderungen gestellt wird, die jetzt durch den Aufstieg von K.I. noch einmal eskalieren. Das Erstellen der Memes wurde durch Bildgeneratoren extrem einfach, erfordert nun - außer einer Idee - wirklich gar keine Eigenleistung mehr. Bereits die Tatsache, dass im “vermeintlich rechtsfreien Social-Media-Raum” (Blome) mit geschütztem Bildmaterial gespielt wird, ist ein Angriff auf die Werkherrschaft der Urheber. Hier kann man die Kontrolle über eigene Bilder und Texte schnell verlieren. Ein <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Pepe_the_Frog">Beispiel</a> für eine katastrophale ästhetische Enteignung ist die Figur “Pepe the Frog”, die gegen den Willen des Künstlers zu einem Erkennungszeichen des zeitgenössischen Rechtsradikalismus wurde.”</p><p>Neben dem Urheberrecht spielen zunehmend andere Rechte eine wichtige Rolle in unserer Auseinandersetzung mit Memes: Persönlichkeitsrechte.</p><p>Wir sahen es letzten Frühling beim Video aus Sylt, in dem mehrere junge Menschen einen rechtsradikalen Text singen und verfassungswidrige Symbole zeigen. Die Internet-Community brauchte nicht lange, um Twitter-, Instagram-, LinkedIn-Profile der Gezeigten zu finden — und das Video an die Arbeitgeber zu senden.</p><p>Ein Lied von der grenzenlosen Schnelligkeit und Schadenfreude des Internet kann auch Andy singen — Coldplay wird er in nächster Zeit bestimmt nicht mitsingen wollen. Bei einem Konzert der Band offenbarte die Kiss Cam seine Affäre mit Kristin. Beide sind verheiratet. Beide arbeiten im gleichen Tech-Unternehmen — er als CEO, sie als Head of HR. BRISANT, möchte man sagen.</p><p>Das Video der beiden, die sich schnell wegdrehen als die Kamera sie zeigt und denen es sichtlich unangenehm ist, ist ein Paradebeispiel für den Streisand-Effekt. Je mehr Mühe man sich gibt, etwas zu verheimlichen, desto mehr Aufmerksamkeit lenkt man darauf. Das Internet ist an diesem Wochenende voller Memes.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b90d6492-a84d-4dfc-90a6-c695a5411411/uploads/images/v7x3chcv2i/photo_2025-07-19_17-10-16.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Meme der Erwischten mit Sam und Frodo aus Herr der Ringe"/><p>“Selbst Schuld”, mag man meinen, “geschieht ihnen recht”. Das Urteil hat das Internet schnell gefällt, von Mitgefühl keine Spur. Auf der anderen Seite ist es erstaunlich, dass die scheinbare Mehrheit derjenigen, die den Vorfall kommentieren, einen eindeutigen moralischen Kompass haben, der Ehebruch und Korruption vehement verurteilt.</p><p>Die Memes stellen indirekt aber auch die Frage: Wie schnell könnten wir selbst ungewollt zum Meme werden? Wie sicher sind wir in öffentlichen Räumen vor dem Internet? Auch hier tut sich eine Schere auf: Der drohende Pranger im Internet in Form von Memes und Kommentaren sorgt für mehr Verantwortungsbewusstsein, aus Angst vor Konsequenzen. Gleichzeitig urteilen Fremde über Fremde, meist ohne Kontext oder Spielraum. Lieber über andere urteilen als selbst zum Mittelpunkt der Musterung zu werden.</p><p>Fehler zu machen, das menschlichste auf der Welt, wird zum Skandal. Zu differenzieren wird optional. That being said, in diesem Fall ist mein Fazit: “Play stupid games, win stupid prizes.”</p><h3>Danke</h3><p>Danke, dass du auf diese Ausgabe geklickt und sie gelesen hast. Wie hat sie dir gefallen? Anregungen, Lob, Kritik können Bonus-Mitglieder als Kommentar hinterlassen, alle anderen wählen die Plattform ihrer Wahl:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p></li></ul><p>Leitet den Newsletter auch gerne an Freund:innen, Kolleg:innen oder Verwandte weiter.</p><p>Das Titelbild dieser Ausgabe ist von <a href="https://unsplash.com/de/@robzy_m?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Robyn Budlender</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/pile-of-assorted-title-books-3jRGSA2IH0c?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Unsplash</a>.</p><p>Ciao Miau 🐈<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 20 Jul 2025 04:31:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Wie Wirklichkeit wirklich wird]]></title>
      <description><![CDATA[Sag das drei Mal schnell hintereinander ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sag das drei Mal schnell hintereinander</strong></p><p>Die erste Lektion in der Linguistik ist, dass Wörter arbiträr sind. Das Wort “blau” gibt keinen Aufschluss auf die tatsächliche Farbe. Das Wort “Katze” hat erstmal nichts mit einer Katze zu tun. Wir haben aber Bedeutungen an diese Buchstabenfolgen und Laute geknüpft, weshalb ich “blau” und “Katze” sagen kann und du weißt, was ich meine.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/298045da-48c3-4588-9c87-35fbf78e0ecf/uploads/images/ptovbl7vzt/brenda-carolina-ortiz-diaz-JNYyKyL4QEM-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Illustration des Gesichts einer blauen Sphinx-Katze"/><p>(Grafiken von <a href="https://unsplash.com/de/@brenortiz?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Brenda Carolina Ortiz Diaz</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/grafiken/eine-coole-blaue-illustration-des-gesichts-einer-sphynx-katze-JNYyKyL4QEM?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Unsplash</a>)</p><p>Zumindest zu einem gewissen Grad. Ob dein Blau eher türkis oder indigo ist, weiß ich nicht. Vielleicht ist für dich auch rot, was für mich blau ist. Doch wir haben uns irgendwann darauf geeinigt, dass wir bestimmte Wörter für bestimmte Konzepte verwenden, um dann mit noch mehr Worten im Detail beschreiben zu können, was wir meinen.</p><p>Das funktioniert im Allgemeinen sehr gut. Aber wie alles im Leben, verändert sich auch Sprache. “Googeln” steht im Duden und mit “Ohio” ist nicht mehr nur der US-Bundesstaat gemeint. Das ist normal und das ist ok. Unsere Welt entwickelt sich, insbesondere neue Technologien verlangen nach neuen Wörtern, damit wir uns innerhalb dieser neuen Welt verständigen können.</p><h3>Worte als Waffe</h3><p>Schon schwieriger als der gemeine Neologismus oder Jugendwörter ist eine Verschiebung der Bedeutung bestehender Wörter. In einer <a href="https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/behoerde-fuer-kultur-und-medien/themen/medienpolitik/hamburger-mediendialog">Rede</a> nannte der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher “konservativ” als Beispiel. Menschen, die sich so bezeichnen, seien oft gar nicht konservativ. Das Gegenteil sei der Fall, disruptiv, umwälzend, zerstörerisch.</p><p>Inszenieren sich Menschen als “Bewahrer”, — und nichts anderes bedeutet konservativ eigentlich — dient das ihrem Narrativ. Grundsätzlich wollen wir, dass alles so bleibt, Veränderungen sind beängstigend, vor allem, wenn man als privilegierte Person bisher vom System profitierte. In Wahrheit sind “Konservative” aber drauf und dran die Demokratie zu zerstören und aus der Freiheit, für die sie vermeintlich einstehen, wird die Indoktrination <em>ihrer </em>Version von richtig und falsch. Dem muss man irgendwie begegnen, darin sind sich alle einig. Nur in dem “wie”, da scheiden sich die Geister.</p><p>Vielleicht können wir uns zuerst darauf einigen: Sprache schafft Wirklichkeit. Für wen es kein Wort gibt, findet nicht statt. Kann nicht beschrieben, nicht erfasst werden. Das berühmte “mitdenken” beim generischen Maskulinum ist da nur ein Beispiel. Wenn du mir drei Sportler nennen sollst, sind die vermutlich alle männlich.</p><h3>Bilder konstruieren Wirklichkeiten</h3><p>Ähnlich verhält es sich mit visueller Repräsentation in den Medien, die wir konsumieren. In <em>Red Dead Redemption</em> spielen wir einen ehemaligen Outlaw, der in den USA Anfang des 20. Jahrhunderts Jagd auf seine frühere Gang macht. Das Spiel ist durchzogen von Mythen und Stereotypen, von denen einige dazu dienen, ohne viel Aufwand die Geschichte des Spiels zu vermitteln, andere hingegen diskriminierend sind und ein weiß-zentrisches Verständnis von Geschichte verbreiten. Wie genau, habe ich hier erklärt:</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=08XTXZpVrFA&amp;ab_channel=Christina">https://www.youtube.com/watch?v=08XTXZpVrFA&amp;ab_channel=Christina</a><p>Das Script lesen Bonus-Mitglieder <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/c64da8e3-1c4a-4da8-905c-1694c0daa657">hier</a>.</p><h3>Fotografie ist kein Beweismittel</h3><p>Auch Fotos formen die Wirklichkeit. Zumindest unsere Wahrnehmung davon. Dabei ist Fotografie kein Beweismittel. Ein Foto dokumentiert einen bestimmten Ausschnitt eines Raumes in einem bestimmten Zeitabschnitt. Das Festgehaltene ist keineswegs objektiv, das Foto immer von dem Subjekt hinter der Kamera beeinflusst.</p><p>Wir müssen uns also fragen, wer das Gezeigte aus welchen Gründen abgelichtet hat. Wieso das und nichts anderes? Welche Wirklichkeit soll mit dem Ausschnitt konstruiert werden und wie “echt” ist sie? Das mag Wortklauberei sein, aber führt uns zu Spannungsverhältnissen zwischen dem, was ist und dem, was wir wahrnehmen. Zwischen Wirklichkeiten, die konstruiert sind und solchen, die roh und real scheinen. Wieso das eine und nicht das andere?</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/298045da-48c3-4588-9c87-35fbf78e0ecf/uploads/images/u4xjeef4a4/photo_2025-05-27_18-58-51.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Foto aus der Ausstellung: Zwei Stellwände voller Fotos, davor verschwommen Personen."/><p>Die World Press Photos, anhand derer wir uns bei einer Führung solche Fragen gestellt haben, hingen im Altonaer Museum. Ihr findet einige Fotos auch auf der <a href="https://www.shmh.de/ausstellungen/world-press-photo-2025/">Website</a> (bitte beachtet die Trigger-Warnung).</p><h3>Sind Träume Nachrichten aus unserem Unterbewusstsein?</h3><p>Eine der vielen Fragen, die das ganz hervorragende Buch <em>DallerGut Dream Departmentstore</em> (<em>Das Kaufhaus der Träume</em>) von Lee Mi-ye stellt. Ich glaube, die englische Übersetzung von Sandy Joosun Lee behält genug der koreanischen Syntax, um das Buch für englischsprachige Leser:innen unerwartet wirken zu lassen. Zumindest war das beim Lesen mein Eindruck. Wenig war glatt gebügelt, über einige Formulierungen bin ich (positiv!) gestolpert. Das Cover (*chef’s kiss*) ist von <a href="https://www.instagram.com/tototatatu/?hl=de">Seoyoung Kwon</a>.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fwww.headline.co.uk%2Fwp-content%2Fuploads%2F2024%2F01%2Fhbg-title-dallergut-dream-department-store-2-14.jpg%3Fw%3D422?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=ce84c96c15c0adc53cd377d3ebe481ea" alt="DallerGut Dream Department Store"/><p>Worum geht’s?</p><p>Penny hat ein Vorstellungsgespräch beim besten Kaufhaus für Träume. Zu jeder Zeit kommen schlafende Kund:innen, um sich Träume zu kaufen, die sie nach dem Aufwachen mit ihren Emotionen bezahlen. Auf fünf Stockwerken gibt es Träume für den Mittagsschlaf, Träume, in denen man in die Rolle einer anderen Person schlüpft, als Adler über das Meer fliegt oder die verstorbene Oma zum Kaffee trifft.</p><p>Das Buch stellt die Annahme in Frage, dass unsere Träume uns etwas über unser Unterbewusstsein verraten. Stattdessen ist vielleicht wichtiger, wie wir mit dem umgehen, was wir im Schlaf erleben. Wieso schlechte Träume nicht immer schlecht sind.</p><p>Eine Kundin kauft jede Nacht einen Traum, in dem sie ihrem Schwarm begegnet. Am nächsten Morgen erinnert sie sich nicht an diese bewusste Kaufentscheidung, sondern fasst die Träume als Hinweise ihres Unterbewusstseins auf — und handelt entsprechend. Ein anderer Kunde kauft einen Alptraum, in dem er von der Armee eingezogen wird, obwohl er seit Jahren raus aus dem Verein ist. Er beschwert sich, unfähig sich daran zu erinnern, dass er den Traum selbst wählte, um mit seiner Vergangenheit abschließen zu können.</p><p>Diese Geschichten sind kurzweilig, schaffen es aber doch (oder vielleicht gerade wegen ihrer Kürze) Gedanken auszulösen. Wie es sich für ein gutes Buch gehört. Es werden einige Schlussfolgerungen vorweg genommen, ab Kapitelende ist man letztendlich doch mit den eigenen Gedanken allein.</p><p>Es ist ein Trip in eine fantastische Welt und eine Geschichte über das Menschsein, erzählt in einer reizenden Welt mit Charakteren, die Eindruck hinterlassen. Jede:r der fantastischen Traumcharaktere hat einen “Flaw”, etwas, das ihn oder sie nahbar macht. Penny lernt, wie mit Emotionen gehandelt wird, welche Kraft das Träumen hat und wann man das Schicksal einfach mal Schicksal sein lassen muss.</p><p>Empfehlung!</p><h3>Meme der Woche</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/298045da-48c3-4588-9c87-35fbf78e0ecf/uploads/images/4w4hhtaze5/photo_2025-05-27_18-52-20.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Meme: Der Sonnenkönig dazu der Text &quot;Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können.&quot;"/><p><a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/3c9ad5de-892c-4a9f-9dc8-e12e3422c189">Ich wiederhole mich ungern.</a></p><p>Bonusfrage: <em>Wessen </em>Wohlstand?</p><p>Gesendet aus dem 4-Tage-Woche-Büro (bei leider auch nur 4-Tage-Woche-Geld).</p><h3>Danke</h3><p>Ganz besonders herzlichen Dank an alle Bonus-Mitglieder!</p><p>Und an dich, dass du meinen Mini-Newsletter gelesen hast. Wenn du mich unterstützen magst, geht das über eine Bonus-Mitgliedschaft oder einen <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Ko-Fi</a>.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Oder aber, wenn du die frohe Kunde dieses Nachrichtenbriefs auf der Plattform deiner Wahl verbreitest:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p></li></ul><p>Das Titelbild dieser Ausgabe ist von <a href="https://unsplash.com/de/@24ameer?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Ameer Basheer</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/blaue-und-rote-tapete-gV6taBJuBTk?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Unsplash</a>.</p><p>Tschüsselchen<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 08 Jun 2025 17:15:36 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ist Red Dead Redemption problematisch?]]></title>
      <description><![CDATA[Ein Western, ein Klassiker, ein Problem? ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>In welcher Welt lebt John Marston?</strong></p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/c64da8e3-1c4a-4da8-905c-1694c0daa657">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
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      <pubDate>Sun, 08 Jun 2025 17:10:20 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Polnische Folklore in The Witcher 3]]></title>
      <description><![CDATA[Wie Motion Capturing die Welt von Hearts of Stone erzählt]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie Motion Capturing die Welt von Hearts of Stone erzählt</strong></p><p>In <em>The Witcher 3: Wild Hunt</em> spielen wir Hexer Geralt, der in einer mittelalterlich-anmutenden Fantasiewelt Monster erledigt. Das ist sein Beruf. In der Erweiterung Hearts of Stone nimmt Geralt den Auftrag eines Olgierd von Everec an. Er soll die Riesenkröte zur Strecke bringen, die sich in den Verliesen der Stadt versteckt. Doch dann stellt sich heraus, dass Olgierd das viel grausamere Monster ist.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/453e5eec-01bb-4908-be36-439f72d8e24f/uploads/images/xpxkzgzhbh/ss_608af6cfe0eab3f37265550b391732a3e88d1a4f.1920x1080.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Geralt auf seinem Pferd auf einer Lichtung, in der Ferne ist eine Stadt, zwischen den Bäumen ein Hirsch zu erkennen"/><p>Es gibt nur wenige Geheimnisse in der Welt von <em>The Witcher 3</em>, die noch unentdeckt sind. Während wir durch Wälder und Sümpfe voller Gefahren reisen, Mysterien in den mittelalterlichen Städten enthüllen und mit Charakteren Sex haben, verstecken sich tiefere Bedeutungen im Spiel.</p><p>Auf der <a href="https://emea01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fsesmails.steadyhq.com%2FCL0%2Fhttps%3A%252F%252Fwww.playfestival.de%252Fde%2F1%2F0107019716398345-f6270dac-1592-4b54-855c-9c913da5cbd3-000000%2FHQMdi9KWm8hfVij7LDMnr4BVsZdqWc9I3jNwf_MUeJ0%3D209&amp;data=05%7C02%7C%7Cf8f2fd25d78145966ff708dd9dca1ea2%7C84df9e7fe9f640afb435aaaaaaaaaaaa%7C1%7C0%7C638840213595082705%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=tmHtWXYGEzO8NcQ%2BMOX65ptWrADzEhaD4nAeMI8rM%2Bo%3D&amp;reserved=0">PLAY Conference</a> 2016 sprach Sebastian Kalemba, damals Animation Director bei CD Projekt RED, über das Motion Capturing der Kämpfe und Character Design – wie Bewegungen Storytelling sind, welche Ursprünge Olgierds Fechtkünste haben und was die Angriffe des Krötenprinzen über dessen Persönlichkeit sagen.</p><h3>Animationsdreck</h3><p>Um die Welt von <em>The Witcher 3 </em>zum Leben zu erwecken, arbeitete CD Projekt RED mit Motion Capturing. Hierbei werden die Bewegungen von Personen aufgezeichnet und die Daten genutzt, um realistische Bewegungen virtuell darstellen zu können. Laut Kalemba steckt in einem Spiel die Arbeit von 20 Filmen. Das liege an der Non-Linearität des Spiels, das für jede Entscheidung der Spielenden die passenden Animationen benötigt. Im Vergleich zu händisch animierten Szenen führe Motion Capturing schneller zu Ergebnissen. Hier gibt es direkt eine grobe Grundlage, die zu einem möglichst realistischen und passendem Bild gearbeitet wird. Die Animationsarbeit von fünf Tagen könne so auf eine Stunde reduziert werden. Zentral dafür seien Schauspieler:innen, die mit dem Prozess vertraut sind und die Rolle fühlen, “in character” sind.</p><p>Außerdem, so Kalemba, erlaube diese Technik zu experimentieren. Während Postproduktion nur wenig Raum für Fehler lässt, kann eine Szene mit Motion Capturing mehrfach gedreht werden – eine Vielfalt, die mit ausschließlich animierten Szenen nicht zu reproduzieren sei. Ein weiterer Vorteil ist das Vermeiden von „animation dirt“. Beim Animieren bestehe die Gefahr, das Gefühl für realistische Bewegungen zu verlieren. Bewegungen sind nie sauber. Sie sind unperfekt und inkonsistent. So sieht kein fallender Arm aus wie der andere. Beim Animieren bestehe die Gefahr zu sauber und perfekt zu arbeiten, was in unnatürlichen Bewegungen resultiere. Motion Capturing verhindert das, denn eine reale Person bewegt sich unsauber, eben realistisch.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/453e5eec-01bb-4908-be36-439f72d8e24f/uploads/images/yrkbw2mzcj/ss_07812c174bb6b96c29895ddc27404143df7aba6d.1920x1080.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Geralt in einem Waffengeschäft, Schweter auf dem Rücken, vor ihm der Verkäufer hinter dem Tresen"/><p>Für Schwertkämpfe gab es zu der Zeit keine Motion-Capture-Datenbank, auf die die Entwickler:innen hätten zurückgreifen können. Sie hätten es auch gar nicht gewollt. Denn das Ziel sei immer gewesen, besonders zu bleiben und neues Material zu produzieren. So unterscheiden sich die Kampfszene von <em>The Witcher 3</em> von anderen Spielen und deshalb braucht es für jedes neue Spiel neues Motion Capturing.  </p><h3>Der Hexer mit dem verschwindenden Hals</h3><p>Der Workflow für Animationen für Gameplay auf der einen und Dialoge oder Cutscenes auf der anderen Seite unterscheidet sich in einem wichtigen Detail: der Kameraperspektive. In jedem Fall beginnt die Arbeit mit der Idee, der Planung und dem Aufnehmen, Säubern und Bearbeiten der Keyframes. In Cutscenes oder während Dialogen ist die Kamera fest, was es leichter mache zu schummeln. Während Protagonist Geralt in einer bestimmten Szene von vorne perfekt aussehen kann, würde sein Hals verschwinden, sobald jemand die Kamera bewegt. In Szenen mit fester Kamera ist das egal. Im Rest des Spiels hingegen ist das nicht möglich, denn die Spielenden können die Kamera kontrollieren und das Geschehen aus fast jedem beliebigen Winkel beobachten. Hier muss Geralt Hals aus jedem Winkel zu sehen sein.</p><p>Neben solchen Herausforderungen waren für Kalemba und sein Team die „Motion Capturing Pushers“ von besonderer Bedeutung. Dazu zählen das Gravitationszentrum des Charakters, das zentral für einen realistischen Gang ist; die goldenen Posen, die zum Storytelling beitragen und daher besonders ansprechend sein sollen und von den Schauspieler:innen geradezu übertrieben werden müssen; und der Rhythmus, „texture in timing“, wie Kalemba es nennt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/453e5eec-01bb-4908-be36-439f72d8e24f/uploads/images/rkrsepa3wk/ss_6a77d7aedeaa9cac0c15efca8f921f293cfedc66.1920x1080.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Geralt spricht mit Olgierd, hinter dem sich seine Männer versammeln, dahinter ein brennendes Haus. Olgierd wirkt arrogant und selbstsicher"/><h3>Der polnische Krieger, der mit dem Teufel handelte</h3><p>Olgierd von Everec ist der Antagonist im DLC “Hearts of Stone”. Sein Charakter basiert auf einem polnischen Märchen, das die Geschichte eines Mannes erzählt, der für seine Unsterblichkeit einen Handel mit dem Teufel eingeht: <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Pan_Twardowski#:~:text=According%20to%20an%20old%20legend,great%20knowledge%20and%20magical%20powers.">Pan Twardowski</a>. Olgierd weckt die Abneigung und Empathie der Spielenden gleichermaßen. Sein Äußeres, insbesondere Kleidung, Bart und Haare, sind ukrainischen Kosaken und polnischen Adligen, Szlachta, nachempfunden. So ist die Figur nicht nur in der Welt des Spiels verankert, sondern weckt auch Assoziationen darüber hinaus.</p><p>Der Stuntman, der Olgierd seine Bewegungen verlieh, trainierte unter anderem polnische Säbelkampftechniken, um die Kämpfe möglichst authentisch aussehen zu lassen, erklärt Kalemba. Gleichzeitig musste er diese goldenen Posen, die Olgierd von anderen Charakteren abheben, unnatürlich verstärken, damit das Ergebnis effektvoll bleibt. Sie sind es, die die Geschichte des Charakters vermitteln, ohne dass dieser etwas sagen muss. Durch die Art und Weise, wie sich ein Charakter in einer bestimmten Situation gibt, erfahren Spielende etwas über ihn und die Welt, die ihn umgibt. Damit das nicht zu subtil ist und möglicherweise untergeht, braucht es übertriebene, goldene Posen.</p><a href="https://vimeo.com/73048232">https://vimeo.com/73048232</a><p>Während der Entwicklung eines Spiels werden nicht nur die Geschichte oder das Gameplay verändert, sondern auch die Animationen. Der Prolog, beispielsweise, wurde ständig überarbeitet – von kleineren Anpassungen der Animationen bis hin zum Einhorn – einer Idee des Creative Directors.</p><p>Auch das Character Design unterliegt ständigem Wechsel. Ciri sollte das exakte Gegenteil von Geralt darstellen. Sie wurde deshalb in eine feminine Figur gezwängt, die ihrer elfischen Magie entsprechen sollte. Obwohl das letztendlich zu einer Diskrepanz zwischen ihrem Charakter, ihrer Geschichte und ihrem Aussehen führte, blieb sie die fast hyperfeminine Kriegerin mit Superkräften.</p><h3>Krötenprinzen sind nicht zum Küssen da</h3><p>Nicht alle Kreaturen in<em> The Witcher 3: Wild Hunt</em> wurden mit Motion Capturing erschaffen. Mit dem Krötenprinz hätten sie es versucht und seien gescheitert. Die Entstehung von solchen Bestien, Nekrophagen und verfluchten Wesen begann also mit ihrem Artwork. Erst nachdem Fragen zur Umsetzung und Gameplay beantwortet und Änderungen vorgenommen wurden, folgte die Animation.</p><p>Auch hier müssen die Animationen zum Charakter passen. Die Fernangriffe des Krötenprinzen spiegeln seine Persönlichkeit wieder: nervig, eklig und mächtig. Er spuckt Gift und schlägt mit einer gigantischen Zunge um sich. Auf seiner Haut wachsen Blasen, die, wenn sie platzen, giftige Flüssigkeit über jeden gießen, der zu nahe kommt. Was bis dahin nur durch Dialoge oder das Bestiarium (eine intradiegetische Sammlung an Informationen über Monster der Welt) kommuniziert wurde, wird durch Aussehen und Animation weiter betont: Dass der Krötenprinz eine grausame Wendung des Froschkönigs ist.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/453e5eec-01bb-4908-be36-439f72d8e24f/uploads/images/erxo6qhea5/ss_3bf70eb9476903ed5022dee6b457f2da0e58056e.1920x1080.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Geralt steht vor einer gigantischen Kröte in einem Verlies"/><p>Viele Designer:innen arbeiteten an den Charakteren, deren Aussehen und Bewegung zur Spielwelt beitragen und Emotionen vermitteln können. Technologien wie Motion Capturing unterstützten sie dabei. Am Ende arbeiteten laut Kalemba drei Personen für drei Monate, um eine Figur zum Leben zu erwecken. An dem gesamten Spiel arbeiteten schlussendlich fünfzig Animatoren und viele weitere Künstler:innen, Technical Programmers, Software Engineers und Cinematic Designer. Entstanden sind Charaktere, die gleichzeitig realistisch und individuell wirken sollen. Die Teil des Storytelling sind, wenn sie sich bewegen, sprechen oder kämpfen und damit zeigen, dass die Erzählung eines Spiels nicht nur in Dialogen stattfindet.</p><hr aria-hidden="true"/><p><em>Dieser Text erschien zuerst auf meinem Blog, den es heute so nicht mehr gibt. Dies hier ist die übersetzte und überarbeitete Version.</em></p><p>Vielleicht interessiert dich auch <a href="https://www.youtube.com/watch?v=bcH3us9eDL0">mein Video über das World Building in <em>Dishonored</em></a><em> </em>oder <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/406e7c78-fe95-4579-980f-9b75bdd8db94">dieses Behind the Scenes zu <em>Life is Strange</em></a>.</p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/453e5eec-01bb-4908-be36-439f72d8e24f/teaser_image/1737309168?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/453e5eec-01bb-4908-be36-439f72d8e24f</link>
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      <pubDate>Wed, 28 May 2025 09:29:14 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Diesmal floss nichts]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Leser:innen, diese Ausgabe des Mini-Newsletters erreicht euch kurz vor knapp. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leser:innen,</p><p>diese Ausgabe des Mini-Newsletters erreicht euch kurz vor knapp. Als ich im Herbst 2022 (wow und danke an dieser Stelle für euren jahrelangen Support💖) die Beschreibung für meine Steady-Seite schrieb, schrieb ich, dieser Newsletter sei unregelmäßig. Das Gegenteil ist der Fall! Seitdem ist kein Monat ohne Ausgabe vergangen.</p><p>Aber dieses Mal ist es ein wenig anders. Ich hatte zwei Ideen, keine wollte so richtig funktionieren. Das eine war eine “Cosmic Horror Masterclass” am Beispiel von Look Outside — einem Spiel, das ich sehr liebe, obwohl es erst kürzlich erschien. Das andere war eine Art Tagebuch über meinen Selbstversuch, weniger am Telefon zu sein. Stand heute ist der erste Versuch gescheitert. Vielleicht wann anders.</p><p>Manchmal habe ich eine Idee für eine Ausgabe und verschwinde in meiner nächsten freien Minute in einem rabbit hole. Dann fließt alles, ich finde tausend Dinge, die ich teilen möchte und alles ist schön. Manchmal geht der Text in eine ganz andere Richtung als gedacht. Auch dann fließt alles und alles ist schön.</p><p>Diesen Monat floss nichts.</p><p>Das liegt an einer Erkältung, der erdrückenden Belanglosigkeit von Lohnarbeit und wenig Freizeit. Aber ich mag mich nicht beschweren und euch stattdessen ein paar Dinge zeigen, an denen ich stattdessen gearbeitet habe. Dazu einige schöne Dinge von klugen und kreativen Menschen.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><h3>Superlevel kommt zurück!</h3><p>Daniel und Florian haben vor einigen Jahren Superlevel gestartet. Neu gestartet, denn viele Jahre galt der Blog als DIE Anlaufstelle für höchst kreative Texte und Podcasts über höchst kreative Spiele. Ich war so unglaublich stolz, als ich dazu kommen durfte. Allein schon, weil mein Probetext mit mehr roten Korrekturen als Originaltext zurückkam. Aber man lernt ja nie aus und ich durfte von Menschen lernen, deren Texte ich bis heute bewundere.</p><p>Das hielt aber nicht lange, denn schon wenige Monate später kam das Ende. Daraus gründeten wir Lost Levels. Erst als Blog, mittlerweile sind wir ein Podcast, den ihr aber auch bei Youtube gucken könnt.</p><p>Und nun sind wir beim Neustart mit Florian und Daniel: Superlevel macht Journalismus über Spiele und die Kultur drumrum. Die Autor:innen werden von dem Geld bezahlt, das Unterstützer:innen über Steady und Co. geben. Letztes Jahr habe ich die beiden immer mal wieder im Redaktionsprozess unterstützt. Bis es für uns alle zu viel wurde und wir neben unserer eigentlichen Arbeit keine Zeit für diese unbezahlte Arbeit finden konnten.</p><p>Wir haben uns also etwas Neues ausgedacht und hinter den Kulissen wird fleißig geplant und organisiert! Die erste, neue Ausgabe erscheint am 1. August 2025. ✨</p><p><a href="https://www.superlevel.de/superlevel-2025/">Hier anmelden und ab der 1. Ausgabe dabei sein &lt;3</a></p><h3>50 Abos bei Youtube</h3><p>Nicht, dass ich jetzt noch eine Youtube-Karriere anstrebe. Aber ein paar Leute mögen meine Videos und das freut mich. Let’s Plays sind gering im Aufwand (zumindest so, wie ich sie mache), deshalb gibt es viele davon. Nach Dino Crisis 2 läuft aktuell Blue Prince. Und die <a href="https://youtu.be/IgE8UwaliZE">Demo von CloverPit</a> hat sich auch dazwischen gemogelt. :)</p><a href="https://youtu.be/2nHdW62GEQ8">https://youtu.be/2nHdW62GEQ8</a><h3>Wie wir gesellschaftliche Debatten spielen</h3><p>Das ist der Untertitel meines Seminars, das ich an der Uni Hamburg gebe. Als Lehrbeauftragte, also ein Job, den man nicht fürs Geld macht (100€ pro Sitzung, falls es interessiert, Vor- und Nachbereitung, Prüfungen und Korrekturen sind da schon drin).</p><p>Aber ich mach es gerne! Ich freu mich jede Woche drauf, weil ich klugscheißen kann, aber auch immer eine Diskussion entsteht und ich etwas lerne. Diese Woche sprachen wir über DEN Text von Laura Mulvey (Visual Pleasure and Narrative Cinema) und wie wir die formalen und narrativen Aspekte, mit denen im klassischen Hollywood-Kino patriarchale Strukturen reproduziert und verstärkt werden, auf Videospiele anwenden können. Die spannendere Frage ist dann allerdings, was wir mit unseren Erkenntnissen machen und zu was sie uns führen.</p><h3>“Arbeit” Arbeit</h3><p>Die führt mich nächsten Monat zu <a href="https://events.hk24.de/b?p=2025-1794">dieser </a>Veranstaltung. Das Mediensymposium organisiere ich seit Jahren mit und habe bisher immer was gelernt.</p><h3>Technologie, die weh tut</h3><p>Den Newsletter von Rachel Kowert, <a href="https://rachelkowert.substack.com/?utm_source=substack&amp;utm_medium=email">Psychgeist</a>, lese ich (zugegebenermaßen) nicht sehr aufmerksam. Folgende Studie fand ich jedoch spannend:</p><a href="https://www.cam.ac.uk/research/news/harmful-effects-of-digital-tech-the-science-needs-fixing-experts-argue?utm_campaign=research&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=linkedin">https://www.cam.ac.uk/research/news/harmful-effects-of-digital-tech-the-science-needs-fixing-experts-argue?utm_campaign=research&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=linkedin</a><p>Sie trifft bei mir einen Nerv. Seit einigen Monaten beobachte ich bei mir, dass Social Media schädlich ist. Unterschwellig und klammheimlich. Es fängt damit an, wessen Körper und Lifestyle ich sehe. Inszeniert, ich weiß. Aber ich kann nicht umhin mich zu vergleichen und immer schlechter dazustehen. Ganz unterbewusst.</p><p>Es macht auch süchtig, die kurzen Videos mit Pointe und winziger Katharsis zu konsumieren (wobei es einen kleinen Trend gibt, in dem dieser erlösende Moment nicht kommt und Nutzer:innen vergeblich auf einen Sinn im Video hoffen).</p><p>Ganz zu schweigen davon, dass wir immer weniger in der Lage sind a) komplexe Antworten zu verstehen, b) zuzulassen und c) zu formulieren. Alles muss schnell gehen, Erklärungen leicht bekömmlich sein, nach 3 Sekunden ist die Aufmerksamkeit weg. Dass das schädlich für eine Gesellschaft ist, die sich zunehmend dringender fragen muss, wie sie Faschismus und Klimakatastrophe bekämpfen will, muss ich euch nicht sagen.</p><blockquote><p>“We must urgently fix this science and policy ecosystem so we can better understand and manage the potential risks posed by our evolving digital society,” said Orben.</p></blockquote><p>Hinzu kommen ökonomische Fragen, die doch immer wieder bei der großen Frage enden: Wie wichtig ist uns Demokratie? Lokaljournalismus (der zuerst, mittlerweile sind alle von der Transformation betroffen) sieht sich in der Enge, ehemalige Kund:innen schalten ihre Anzeigen lieber bei Meta und Co. Dazu kommt immer weniger Vertrauen in die Medien.</p><h3>Technologie, die überraschenderweise nicht weh tut</h3><p>Kennt ihr das? Im Augenwinkel nehmt ihr eine Reflektion wahr und der nächste Gedanke gilt dem Telefon: Was ist passiert, wer will was? Dabei muss Technologie gar nicht die Sinne fluten. Und blaues LED-Licht ist gar nicht schädlich?</p><a href="https://t3n.de/news/calm-tech-institute-digitale-achtsamkeit-1674484/">https://t3n.de/news/calm-tech-institute-digitale-achtsamkeit-1674484/</a><h3>Popkultur eingeordnet</h3><p>Wer Lisa Ludwig nicht kennt, kennt sich in Deutschland nicht mit Medien und Popkultur aus. Ich finde ihren Newsletter erfrischend kurz. Aber dabei nicht weniger erkenntnisreich. Wenn es gerade etwas gibt, über das das ganze Internet redet und ihr eine einordnende Perspektive braucht — bitte sehr. Hier zum Beispiel über das Vergewaltigungsspiel, das sich selbst aus Steam gelöscht hat.</p><a href="https://lisaludwig.substack.com/p/vergewaltigungsspiel-no-mercy-fans">https://lisaludwig.substack.com/p/vergewaltigungsspiel-no-mercy-fans</a><h3>Wie man einen Roman analysiert</h3><p>Das erklärt Jessie Lethaby in einer Reihe ihres Substacks. Ich weiß das schon, deshalb interessiert mich eher ihre Leseliste und die schönen Besprechungen, die sie dazu verfasst. Man merkt, sie liebt Bücher und Geschichten. Und so eine Liebe (dare I say, Passion) für etwas zu haben, finde ich prinzipiell wunderschön und erstrebenswert.</p><a href="https://jesslethaby.substack.com/p/march-books">https://jesslethaby.substack.com/p/march-books</a><h3>Book Club Radio</h3><p>Jojo und Tinzo sind Geschwister aus Brooklyn, die ihre Hauspartys zu einer extrem erfolgreichen Sache gemacht haben. Die Policy ihres Book Club Radio ist: Nicht den DJ ansehen, neue Musik fühlen, tanzen. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=J9p6_aiSX-M&amp;t=483s&amp;ab_channel=DerrickGee">In diesem Podcast</a> sprechen sie darüber und werden mit dem Boiler Room verglichen.</p><p>Ich habe in den letzten Wochen dieses Set von Halloween rauf und runter gehört. Ich liebe es!</p><a href="https://youtu.be/2AwmwORrepc">https://youtu.be/2AwmwORrepc</a><h3>Meme der Woche</h3><a href="https://www.youtube.com/watch?v=WEE9hRTzHgk&amp;ab_channel=Punchy2nd">https://www.youtube.com/watch?v=WEE9hRTzHgk&amp;ab_channel=Punchy2nd</a><p>Ich liebe das Internet 🤍</p><h3>Danke</h3><p>Danke, dass du diesen Mini-Newsletter gelesen hast. Ich hoffe, es geht Dir gut (viele leiden ja aktuell unter Pollen) und du bist froher Dinge. Ich muss sagen, ich bin slightly negativ in diese Ausgabe gestartet, jetzt geht’s mir besser.</p><p>Feedback, Lob, Kritik erreicht mich über die Kommentarfunktion (nur für Bonus-Mitglieder, an die extra Dank geht) oder folgende Kanäle:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p></li><li><p><a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Ko-Fi</a></p></li></ul><p>Ciaoi<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 29 Apr 2025 20:53:05 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Manche Menschen sind gleicher als andere]]></title>
      <description><![CDATA[Lektüre, die zufällig eines gemein hat und Spiele, an dich ich noch denke, obwohl ich sie nicht spielen mag]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lektüre, die zufällig eines gemein hat und Spiele, an dich ich noch denke, obwohl ich sie nicht spielen mag</strong></p><p>Alle Bücher, die ich dieses Jahr hörte, haben eines gemein: Sie behandeln auf die ein oder andere Weise postkoloniale Themen — manchmal ohne, dass man es sofort merkt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b460d115-4a3d-443e-a5b9-f0aefc521378/uploads/images/jtdadweu6r/aus_Versehen.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Collage mit dem Text Aus Versehen postkolonial und Bildern von Mohn, einem Dampfer, Nashorn"/><p>Der Liste habe ich vier weitere Bücher hinzugefügt und bei <a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a> vorgestellt. Drei Minuten reichen aber nicht aus, um die unterschiedlichen Facetten zu beleuchten, die diese Bücher so wichtig und eindrucksvoll machen. Das bringt uns zur heutigen Ausgabe.</p><p><strong>Die Tochter des Dr. Moreau, </strong>Silvia Moreno-Garcia, 2023</p><p>Dr. Moreau erschafft Tiermenschen, die er für seinen Gönner zu Arbeitskräften erzieht. Den Namen teilt er sich mit dem Protagonisten aus “Die Insel des Dr. Moreau” (und einem Gegner aus Resident Evil 8), der Vorlage für diese Geschichte. Seine Tochter, Carlotta, und sein Verwalter, Montgomery, erzählen die Geschichte. Fast alle anderen (menschlichen) Charaktere wirken verdächtig und unheilverkündend, ohne dass man anfangs verorten könnte, woher diese Skepsis kommt. Carlotta und Montgomery erzählen häufig die gleiche Situation, eben aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Das ermutigt nicht nur zu Vertrauen, sondern bringt auch eine neue Ebene in die Erzählung: die Charaktere und wie sie die Situationen erleben stehen im Vordergrund, weniger die Handlung selbst.</p><p>Eines Tages besucht der Sohn des Gönners das Anwesen und das Unheil nimmt seinen Lauf. Im 19. Jahrhundert haben die Maya in Yucatán gegen die Autorität des Staats gekämpft, das ist hier der Schauplatz der Geschichte. Weiße empfinden dort das Gemälde einer nicht-weißen Eva in der Kirche als Blasphemie und generell ist die Meinung einer Frau weniger wert. Die Tier-Arbeiter:innen werden mit Alkohol und Predigten in einem Abhängigkeitsverhältnis gehalten. Im Kleinen spielt sich ab und macht dadurch greifbar, wie Kolonialmächte ihre Herrschaft rechtfertigen und etablieren. Der Roman erzählt von der Emanzipation aus diesem Verhältnis, hat aber auch einen “frenemies to lovers”-Teil. Kurz: Frankenstein trifft Pocahontas.</p><p><strong>Trophäe</strong>, Gaea Schoeters, 2024</p><p>Hunter jagt seit er ein kleiner Junge ist. Jetzt ist er reich und versucht in einem nicht weiter genannten Land in Afrika seine “Big Five” vollzumachen. Die Lizenz für das Nashorn hat er schon. Doch die Jagd geht schief und sein Jagdleiter macht ihm ein anderes Angebot.</p><p>Aus der Sicht von Hunter erleben wir die Jagd, die folgt, und alle Rechtfertigungen, die damit einhergehen. Er reduziert das Land auf Korruption und sieht darin gleichzeitig einen Sehnsuchtsort; seinen Freizeitpark, den Weiße wie er seit Jahrhunderten romantisieren und zerstören. Nur das, was einen wirtschaftlichen Wert hat, ist es für ihn wert geschützt zu werden. So argumentiert er, dass die Trophäenjagd auf vom Aussterben bedrohte Tiere Artenschutz sei, Trophäen hinter der Paywall.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b460d115-4a3d-443e-a5b9-f0aefc521378/uploads/images/aesaotnw4n/pauline-bernfeld-beA3oBzuaaM-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Nashorn"/><p>(Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@pizbern?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Pauline Bernfeld</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/braunes-nashorn-tagsuber-auf-braunem-rasen-beA3oBzuaaM?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Unsplash</a>)</p><p>Einem Absatz solcher Logik folgt ein entlarvender Satz. Hunter verachtet die “afrikanische Logik”, er kennt nur das Wort für “Weißer”, denn es bezieht sich auf ihn und über die Menschen und Kulturen vor Ort weiß er herzlich wenig, dafür umso mehr über das effiziente Jagen, das die Trophäe nicht beschädigt. Als er sein Nashorn nicht bekommt, verlangt er sein Geld nicht zurück. Mehrere Zeilen behauptet er damit Artenschutz zu betreiben, um schlussendlich doch zu verkünden, dass ihm die Behörden so noch ein Nashorn schulden würden und er doch noch bekäme, was er will.</p><p>Ein Scheinargument jagt das nächste. Jedes Argument dreht sich im Kreis und trägt sich ausschließlich durch sich selbst, es sind Zirkelschlüsse. Die Gegenüberstellung mit den Antworten der People of Color, denen Hunter begegnet, heben die Perversion seiner Egozentrik noch weiter hervor.</p><blockquote><p>Zirkelschluss, der. Beweisführung, in der das zu Beweisende bereits als Voraussetzung enthalten ist</p></blockquote><p>In der 2. Hälfte des Romans ist Hunter mit einem Fährtenleser unterwegs. Nach einer unheimlichen Nacht in der Schlucht erwacht er morgens und sieht das Land mit neuen Augen. Er hat das Gefühl der erste zu sein, ein “Entdecker” des “echten” Afrikas, nicht länger im “falschen” Jahrhundert geboren worden zu sein. Ein Verlangen, das er mit “Das ist es, was Männer zu Jungfrauen treibt” vergleicht. Dieses Paradoxon von unberührter Natur ist nur ein Beispiel für neokolonialistisches Anspruchsdenken. Dort leben ja schon Menschen, nur keine Weißen. Also zählt Hunter sie nicht mit.</p><p>Der Roman ist belastend. Er ist poetisch und ironisch. Dem “Thrill” der Jagd kann ich noch folgen. Minutiöse Planung, geduldige Ausführung. Das kenn ich, das mag ich. Nur, dass am Ende ein Tier tot sein muss, erschließt sich mir beim besten Willen nicht. Hunters absolut wilde Vorstellungen der Welt sind so abstrus, dass ich sie nicht ernst nehmen kann und doch weiß, dass ich solche Männer in meinem Umfeld habe und solche Männer die Welt regieren.</p><p><strong>Babel</strong>, Rebecca F. Kuang, 2022</p><p>Als ich dieses Buch angefangen habe, habe ich es als “linguistic fanfiction” beschrieben. Es geht vor allem um die Herkunft von Wörtern und ihre Bedeutung in diversen Sprachen, die sich über Jahrhundert verändert hat. Das ist nicht uninteressant, aber fühlt sich nach Klugscheißerei und Belanglosigkeit an. Das Magie-System im Roman basiert auf eben jenen Unterschieden zwischen Übersetzungen, denn der gleiche Begriff in zwei Sprachen hat selten dieselbe Konnotation.</p><p>Später habe ich den Roman als “woke Hogwarts” beschrieben. Er spielt Anfang des 19. Jahrhunderts, als England Handel mit China treiben wollte und das Land mit dem Verkauf von Opium versuchte fügig zu machen. Robin wird als kleiner Junge aus Kanton nach England gebracht, um am Institut von Babel Sprachen zu lernen und selbst die Magie wirken zu können. Dort lernt er drei Freunde kennen, von denen nur eine in England geboren wurde. Die anderen verbindet, dass sie von reichen Männern als sprachbegabte Sprösslinge nach England verschleppt wurden. Wir folgen ihrem Alltag, ihren Prüfungen und den Diskussionen, die untereinander entfachen — über die Weltlage, Privilegien, Übersetzungen und ihre Familien.</p><p>Für Robin ist die Lage schwer zu begreifen. Er genießt die Privilegien, die er als jemand hat, den viele für weiß halten. Als Student am wichtigsten Institut der Welt. Als zukünftiger Gelehrter, mit dessen Magie die Welt wortwörtlich am Laufen gehalten wird. Er ist ignorant und bequem, bis etwas geschieht und er sich radikalisiert. Die darauffolgenden Diskussionen sind repetitiv und anstrengend — wegen des Themas, aber auch wegen der Ignoranz der Figuren, die sich weigern Diskriminierung ihrer Mitmenschen wahrzunehmen. Damit ist das Buch überraschend realitätsnah — immer wieder müssen Grundlagen erklärt werden, die Repetition ist frustrierend und traurig.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b460d115-4a3d-443e-a5b9-f0aefc521378/uploads/images/hbv5uhd5sw/640px-Kunsthistorisches_Museum_Wien_Pieter_Bruegel_d.A._der_Turmbau_zu_Babel-500x360.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Bild vom Turmbau zu Babel"/><p>(Pieter Bruegel d.Ä., Der Turmbau zu Babel, 1563)</p><p>Robin blickt im Verlauf des Romans immer wieder auf sich selbst durch die Augen der Engländer:innen. Er ist dort aufgewachsen und Teil der Gesellschaft. Gleichzeitig ist er immer anders, was ihn seine Mitmenschen spüren lassen. Für sie ist er ein bisschen weniger englisch, ein bisschen weniger wert. Das führt zu einer Zwei-igkeit in ihm: Er ist Chinese und Engländer und doch in beiden Kulturen Außenstehender. Er sieht sich durch die Augen der einen Kultur als Teil der anderen. Er sieht sich selbst als Chinese und als Engländer. Beide Identitäten lassen sich nicht vereinen und sind trotzdem gleichzeitig Teil von ihm. Dieses Gefühl beschreibt W.E.B. Du Bois als “double consciousness”.</p><p>Die meiste Zeit gibt es in der Geschichte kein wirkliches Ziel, was den Plot ziehend und dröge macht. Keine Fallhöhe, kein Spannungsbogen, keine Gefahren oder Belohnungen. Alles passiert einfach und dann passiert etwas anderes. Den ersten großen Twist gibt es in der 2. Hälfte. Ich bin fast vor ein Auto gelaufen, so schockiert war ich beim Hören. Der zweite Twist kommt wenig später und ist die Art, die man vorhersehen kann, aber nicht wahrhaben will. Danach eskaliert der Plot schnell, wodurch das Ende zunächst nicht so recht seine Wirkung entfalten kann. Das passiert ein paar Tage nach dem Lesen.</p><p><strong>Identitti</strong>, Mithu Sanyal, 2021</p><p>Hierüber schrieb ich <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/46a1710b-84b6-4685-8aa5-00000d5e9c15">letztes Jahr schon</a>. Die Studentin Nivedita erfährt, dass ihre Dozentin gar keine Person of Color ist, wie sie vorgab. Das löst in Nivedita viele Gefühle und Fragen aus, aber auch bei ihren Freund:innen und in der Öffentlichkeit. Allein und gemeinsam wagen die Charaktere eine Aufdröselung der mitunter widersprüchlichen Fragen und suchen nach Antworten. Es geht nicht nur darum, wie die eigene Identität konstruiert wird, sondern auch wie andere sie mitgestalten, aufstülpen oder diskriminieren.</p><p><strong>Herz der Finsternis</strong>, Joseph Conrad, 1899</p><p>Auch das ist <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/ac55a942-bcab-46b0-a14e-1e3e8fb1c8bc">ein alter Hut</a>. In zweierlei Hinsicht, denn nicht nur habe ich diesem Werk mal zwei Ausgaben gewidmet, es ist auch mit Abstand das älteste in dieser Liste.</p><p>Marlow soll auf einem Dampfer den Kongo “entdecken”. Da leben natürlich schon Menschen, die aber ausgenutzt werden sollen, damit zuhause in Europa Männer mit Lineal und Kuli auf einer Karte Gebiete unter sich aufteilen können. Die Lage auf dem Dampfer wird immer dramatischer, denn die Natur dort ist für unbedarfte Reisende gefährlich. Und nicht nur die, wie sich später herausstellt.</p><p><strong>Wir Herrenmenschen</strong>, Bartholomäus Grill, 2019</p><p><strong>Why I’m No Longer Talking to White People About Race</strong>, Reni-Eddo-Lodge, 2017</p><p>Jede Sammlung von Fiktion braucht eine kontrastierende Erwähnung von Sachbüchern. Diese beiden erklären — sehr unterschiedlich, aber eindrücklich — wieso uns heute noch beschäftigen sollte, dass Deutschland (und europäische Nachbarn) Kolonien hatte. Was die oben genannten Bücher auf einer Gefühlsbasis erzählen, vermitteln diese beiden auf Datenbasis.</p><p>Wenn ihr diesen Newsletter sehr aufmerksam lest, kennt ihr beide Titel schon. Ich bin SEHR daran interessiert, eure Empfehlungen zu lesen, Fiktion oder Sachbuch.</p><h3>You are always on my mind</h3><p>Es gibt Spiele, über die denke ich immer wieder nach. Dabei sind es gerade nicht meine Lieblingsspiele oder -reihen. Nicht die Final Fantasy 9s, Resident Evils und Dark Souls dieser Welt. Sondern Spiele, an die ich mich wohlwollend erinnere ohne Lust zu haben sie noch einmal zu spielen.</p><ul><li><p><strong>Fallout 4 </strong>wegen seiner offenen Welt, die voller Abenteuer schien (im Gegensatz zu Assassin’s Creed-Welten, I said what I said)</p></li><li><p><strong>Get Even</strong>, weil es ein wilder Mix aus Outlast-artigem Horror und 7/10-Shooter ist</p></li><li><p><strong>Rayman Legends</strong> wegen seiner Musiklevel und weil die Lernkurve eine Gerade ist</p></li><li><p><strong>Tunic</strong>, weil es das perfekte Erkundungsspiel ist, das Rätsel und Lösung auf zwei diegetischen Ebenen hat: die tatsächlichen Hindernisse in der Welt werden mit einem Handbuch überwunden, dessen Sprache wir uns mit unseren Handlungen in der Welt erschließen müssen</p></li><li><p><strong>Deadly Premonition</strong>, weil es eine freche Twin Peaks-Kopie mit surrealen Figuren und janky Mechaniken ist</p></li><li><p><strong>Planet Mort</strong> wegen seiner absurden Items, Gegner und Minispielen in vertrauten N64-Leveln</p></li></ul><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fshared.cloudflare.steamstatic.com%2Fstore_item_assets%2Fsteam%2Fapps%2F299950%2Fss_dd611f1e3f40202e929e2f2d0c5731d2b2558a32.600x338.jpg%3Ft%3D1676289715?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=ff4edb1aa21ec863837bc3b29955bbd8" alt="Screenshot aus Get Even, ein Smartphone beleuchtet einen Tatort, Tape markiert, wo die Leiche lag"/><p>(Get Even)</p><p>Vermutlich liegt über allen wohligen Erinnerungen schon der Schleier des Vergessens. Vielleicht habe ich auch ein wenig Angst diese Spiele mit mehr Erfahrung nochmal zu spielen und enttäuscht zu werden. Or maybe it ain’t that deep.</p><h3>Meme der Woche</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b460d115-4a3d-443e-a5b9-f0aefc521378/uploads/images/4b3yzbfje2/photo_2025-03-14_19-13-27.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Whats wrong babe? You havent touched your Triceramisu."/><p>Eigentlich ist das Format “What’s wrong, babe? You barely touched your…” grausigen Essenskreationen vorbehalten, wie dem hyperrealistischen Mettigel oder dem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=VHiZnWDiFkI&amp;ab_channel=Erdbeere12">Haps Flip</a>. Dingen, die man lieber nicht essen möchte, deren alle Grenzen des Essbaren sprengende Kreativität und Hingabe aber anerkannt werden muss.</p><p>Das Pendant für alles (auch nicht theoretisch) essbare ist “XY isn’t real, he can’t hurt you.” XY steht beispielsweise für “Colgator”. Auch hier zeigt sich: die unheilige Verbindung zweier Dinge, die nicht verbunden werden sollte (Colgate und Aligator, Mett und Igel) ist immerhin guter Meme-Content.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b460d115-4a3d-443e-a5b9-f0aefc521378/uploads/images/tq6fgf6rgz/bfgdsh.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Ein Alogator mit riesigen menschlichen Zähnen. Colgator."/><p>Hier haben wir es nun mit einem Triceratops-Tiramisu zu tun. Oder “Triceramisu”. Sowohl der Dino als auch das Dessert erfreuen sich in der generellen Öffentlichkeit großer Beliebtheit und die Verbindung ist hier etwas wunderschönes, vermutlich sogar delikates. Der einzige Witz ist das Wortspiel aus Triceratops und Tiramisu. Zur Verbreitung des Memes ist sicherlich auch der Cuteness-Faktor zuträglich. Aber wieso ist dieses Meme dennoch ein eher schwacher Vertreter seines Genres?</p><p>Ein möglicher Hinweis könnte das Bild sein. Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber es gibt nur sehr wenige Menschen, die so ein Triceramisu backen könnten. Wahrscheinlicher ist der Einsatz einer KI.</p><p>Was uns zu der Frage bringt: Ist auch der Witz künstlichen Ursprungs? Werden wir in Zukunft weniger Paint-Kunstwerke, schlecht ausgeschnittene Bilder und Wasserzeichen sehen? Wollen sich Meme-Erschaffer:innen professionalisieren und ihren Memes ein weniger hingerotztes Aussehen verleihen? Wo führt uns das hin? Wie sehen Memes in 2, 10, 40 Jahren aus?</p><p>Dass auch mit Memes Geld zu machen ist, ist lange kein Geheimnis mehr. Und endlich werden die Memes besser! Bauhaus hat zum Beispiel einen absoluten <a href="https://www.tiktok.com/@bauhaus.karriere/video/7434868002123681057">Klassiker der deutschen Meme-Kultur witzig angewendet</a>. Auf Tiktok und Social Media tummeln sich seit Jahren Kanäle, die ausschließlich mehr oder weniger witzigen Content posten und in Kauf nehmen alle paar Monate schäbige Werbung zu machen und tausende Follower:innen zu verlieren. Die nächsten Tausend stehen schon an der Tür.</p><h3>Danke</h3><p>Vielen Dank, dass du meinen Mini-Newsletter gelesen hast. Wenn er dir gefällt, leite ihn gerne an Freund:innen weiter. Unterstützen kannst du mich außerdem mit Abos, Kaffee oder Interaktionen auf den folgenden Plattformen:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p></li><li><p><a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Ko-Fi</a></p></li></ul><p>Die Überschrift dieser Ausgabe ist eine Anspielung auf Animal Farn von George Orwell. Dort heißt es, dass alle Tiere gleich sind, aber manche sind gleicher als andere.</p><p>Tschüsli Müsli,<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 16 Mar 2025 20:53:10 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Guten Appetit]]></title>
      <description><![CDATA[Was der CEO-Mord über Memes und Machtstrukturen aussagt — und wieso das Thema 2025 nicht gegessen ist 👩‍🍳 ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was der CEO-Mord über Memes und Machtstrukturen aussagt — und wieso das Thema 2025 nicht gegessen ist 👩‍🍳</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/017543dc-1e9f-4f96-a624-00d6f702917c/uploads/images/rwrwxqolu6/Eat_the_Rich2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Collage mit Eat the Rich Schriftzug, Titanic, CEO-Meme, Geld, Rousseau"/><h3>Hat er nicht gesagt!</h3><p>Eat the Rich. Die Reichen essen. Das klingt so schön plakativ und provokativ. Das perfekte Bild für eine von tatsächlichen oder metaphorischen Hungersnöten gebeutelte Bevölkerung, in der Wenige viel haben.</p><p>Angeblich stammt das Zitat von Jean-Jacques Rousseau, der es im Kontext der Französischen Revolution gesagt haben soll. Er starb 1778, der Sturm auf die Bastille, die Geburtsstunde der Revolution, fand elf Jahre später, 1789, statt.</p><p>Gut, so eine Revolution ergibt sich nicht spontan. Das französische Volk litt seit Jahren unter der Dekadenz seiner Herrscher, die das Land zugrunde wirtschafteten. Es folgten Guillotinen, die Abschaffung des Absolutismus, eine Terrorherrschaft und später Napoleon (der sich dann doch nochmal zum Kaiser krönte, soviel dazu).</p><p>Als im Oktober 1789 noch der Duft von Freiheit in der Luft hing, hielt der Generalstaatsanwalt Pierre Gaspard Chaumette seine “Rede gegen die Kaufleute”, in der er Rousseau <a href="https://www.gutenberg.org/files/10953/10953-h/10953-h.htm">das berühmte Zitat in den Mund legte</a>.</p><blockquote><p>« Rousseau était peuple aussi, et il disait: Quand le peuple n&#39;aura plus rien à manger, il mangera le riche.»</p></blockquote><p>“Rousseau, selbst ein Mann des Volkes, sagte: Wenn das Volk nichts mehr zu essen hat, wird es die Reichen essen.” </p><p>Heute (wie damals) ist der Ausdruck selten wörtlich gemeint. Er macht auf die ungleiche Verteilung von Reichtum und damit einhergehende Privilegien auf der einen und sozioökonomische Probleme auf der anderen Seite aufmerksam. Wer reich ist, hat erstmal weniger Existenzängste und wer arm ist, hat weniger Möglichkeiten teilzuhaben — alles kostet Geld. Der Ausdruck fordert das Ende einer Zeit, in der wenige Menschen so unfassbar viel Geld haben, das sie niemals in ihrem Leben ausgeben könnten, selbst wenn sie wollten.</p><p>Hier ist nicht die Rede von Menschen, die sich in den 80ern ein Eigenheim leisten konnten. Oder Menschen, die 5000 Euro brutto verdienen. Oder dir — du bist höchstwahrscheinlich nicht mitgemeint.</p><p>Wenn ich “Eat the Rich” sage, meine ich “Milliardäre abschaffen”. Dazu einige kurze Einordnungen:</p><ul><li><p>Eine Milliarde sind tausend Millionen. Das sind neun Nullen und sieht so aus: 1.000.000.000.</p></li><li><p>Eine Million Sekunden sind 11 Tage. Eine Milliarde Sekunden hingegen <a href="https://praxistipps.chip.de/wie-viel-ist-eine-milliarde-einfach-anschaulich-erklaert_153863#:~:text=Um%20sich%20den%20Unterschied%20zwischen,Sekunden%20hingegen%2031%2C7%20Jahre.">31,7 Jahre</a>.</p></li><li><p>Als die Sonde “Mars Express” Bilder von der Erde machte, war der rote Planet nur <a href="https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2023/03/erde-und-mond-vom-mars-aus-gesehen#:~:text=Die%20Entfernung%20zwischen%20Erde%20und,Kilometer%20pro%20Bildpunkt%20(Pixel).">etwa 290 Millionen Kilometer</a> von uns entfernt. Um einen Abstand von einer Milliarde Kilometer zu erreichen, muss man <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/560632/umfrage/entfernungen-der-planeten-im-sonnensystem-zur-erde/">1-2 Planeten</a> weiter reisen.</p></li><li><p>Selbst wenn <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Nl_Qyk9DSUw&amp;ab_channel=heyitsadriann">eine Banane 10 Euro</a> kosten würde und ein Milliardär jeden Tag eine Banane bräuchte, hätte er genug Geld, um 273.973 Jahre Bananen zu essen.</p></li></ul><p>Wir sprechen hier nur von <strong>einer </strong>Milliarde. Die fünf reichsten Menschen der Welt haben <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/The_World%E2%80%99s_Billionaires">zusammen 940 Milliarden US-Dollar</a>.</p><p>Warum?</p><p>(Und wieso sind sie alle weiß und männlich, das ist eine rhetorische Frage).</p><p>Die Unterschiede zwischen sehr reichen und anderen Menschen (uns) können auf ganz unterschiedliche Weise sichtbar werden. Zum Beispiel anhand des gesunden Menschenverstands.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Werbeblock</h3><p>Für Bonus-Mitglieder gab es dieses Jahr schon reichlich Content!</p><ol><li><p>Meine 2024 reads: alles, was ich 2024 gelesen habe.</p></li></ol><a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/00989daf-44d3-4a10-9d74-6ccbf74e8727">https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/00989daf-44d3-4a10-9d74-6ccbf74e8727</a><ol start="2"><li><p>Ein Behind the Scenes zu Life is Strange anlässlich seines 10-jährigen Jubiläums.</p></li></ol><a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/406e7c78-fe95-4579-980f-9b75bdd8db94">https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/406e7c78-fe95-4579-980f-9b75bdd8db94</a><p>Später dieses Jahr hat ein weiteres Spiel 10-jähriges Jubiläum, zu dem ich mal ein Behind the Scenes schrieb. Den Text überarbeite ich gerade, er erscheint zum Geburtstag des Spiel für Bonus-Mitglieder.</p><p>(Wer mir bis dahin über die Plattform seiner/ihrer Wahl das Spiel nennt, bekommt in dem Monat eine Gratis-Mitgliedschaft und liest den Text for free).</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Außerdem habe ich endlich Sticky Business durchgespielt und ein neues Projekt drüben auf der Videoplattform gestartet.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=LxWixlS1JOk&amp;ab_channel=Christina">https://www.youtube.com/watch?v=LxWixlS1JOk&amp;ab_channel=Christina</a><hr aria-hidden="true"/><p>Wir erinnern uns zurück: Am 18. Juni 2023 verschwindet das Tiefsee-Tauchboot “Titan” mit fünf Personen an Bord. Darunter der Geschäftsführer des Unternehmens OceanGate, das diesen Tauchgang zum Wrack der 1912 gesunkenen Titanic für 250.000 US-Dollar anbot. Das Boot implodierte. Erst im Oktober 2023 wurden Trümmer und menschliche Überreste gefunden.</p><p>Eine Tragödie, die umfassend memisiert wurde.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/017543dc-1e9f-4f96-a624-00d6f702917c/uploads/images/v4xrbohbnk/titanic.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Meme, gekritzelte Grafik mit der Überschrift Titanic Annual Deaths, große Spitze 1912, kleine Spitze 2023"/><p>Diese Memes machen sich nicht über den Tod der Personen lustig. Sie heben die Absurdität hervor: Eine Viertel Million, um in eine mit einem Gaming-Controller gesteuerte Dose zu steigen, um sich ein Wrack anzusehen.</p><p>Auch abgesehen von ökonomischen Fragen, erscheint diese Entscheidung absurd .</p><p>Für dieses abhanden gekommene Gefühl zur Realität gibt es auch zahlreiche Beispiele von Promis. Gwyneth Paltrow <a href="https://www.youtube.com/watch?v=x--3QVSgBv0&amp;ab_channel=news.com.au">“lost half a day of skiing”</a> und Kim Kardashian verlor ihren Diamantohrring <a href="https://www.youtube.com/watch?v=UgyiQ9wP6i8&amp;ab_channel=FionaL.">“in the fucking ocean”</a>.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/017543dc-1e9f-4f96-a624-00d6f702917c/uploads/images/2lmtyjmwvz/omgwit.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="The billionaires when they see Kims diamond earring als Meme. ein Schiffswrack neben einem Diamantohrring"/><p>“Oh my god, what is that?!”</p><p>Das kann ich nicht nachvollziehen. Es ist zu weit entfernt von meiner Lebensrealität. Diese Nicht-Erfahrung verbindet allerdings Meme-Ersteller:innen und Meme-Rezipient:innen, die hier eine zu große Diskrepanz zwischen der (Eigen-)Wahrnehmung von Promis und ihrem Verständnis gesellschaftlicher Strukturen erkennen. Oder um es mit den Worten von Kourtney Kardashian zu sagen: “Kim, there’s people that are dying.”</p><p>Probleme anderer als lächerlich darzustellen, grenzt schnell an Whataboutism (ein Problem gegen ein anderes Problem zu rechnen und das eine als wichtig, das andere als egal anzusehen). Das machen wir hier nicht. Aber wir machen auf Unverhältnismäßigkeit aufmerksam und die Absurdität, dass sich das, was man als wichtig und richtig empfindet, in Relation zum eigenen Vermögen schnell ändern kann.</p><h3>Das Internet liebt einen Mörder</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/017543dc-1e9f-4f96-a624-00d6f702917c/uploads/images/d4qzr3kndo/Bild1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="&quot;Theyre the same picture&quot;-Meme, auf der einen Seite Titan sub memes, auf der anderen der CEO-Mord"/><p>Am 4. Dezember 2024 wurde Brian Thompson, CEO von United Healthcare, auf der Straße erschossen. UHC ist die größte Krankenversicherung der USA und berüchtigt dafür Kostenübernahmen für lebensnotwendige Behandlungen zu verweigern.</p><p>Anstatt den Täter zu verurteilen, hat das Internet ihn gefeiert. So heißt es zumindest, aber “das Internet” ist eine heterogene Masse aus Meinungen und Memes, die ich hier nur für eine knackige Überschrift über einen Kamm schere.</p><p>Einer gefühlt breiten Masse jedenfalls geht es bei der Memifizierung des Mords nicht um Selbstjustiz, sondern das Aufdecken von Missständen. Endlich darauf aufmerksam zu machen, dass das Gesundheitssystem in den USA tödlich sein kann. Ein System zu entlarven, das gar nicht kaputt ist, sondern astrein den Status Quo erhält, der Menschenleben fordert, um den astronomischen Wohlstand anderer zu erhalten.</p><p>Gleichzeitig werden Parallelen zum Titan Tauchboot gezogen — die Milliardäre hätten es kommen sehen soll, sie seien selbst Schuld.</p><p>Erschwerend kam hinzu, dass der vermeintliche Täter wenige Tage später gefasst wurde und cute ist. Er wurde zur Mediensensation und ich habe seit Wochen einen Ohrwurm von dem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=s6b33PTbGxk&amp;ab_channel=BritneySpearsVEVO">Britney Spears Song</a> — 🎶 Mama, I’m in love with a criminal. 🎶</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/017543dc-1e9f-4f96-a624-00d6f702917c/uploads/images/iq6sivyxn5/Bild2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Das Bild einer Überwachungskamera, das den lächelnden Täter zeigt. Dazu viele bunte Herzen, Glitzer und Schriftzüge wie Thank you, 100% cute und babygirl."/><p>Das ist überhaupt nicht verwunderlich! Wir sind fasziniert von normschönen Menschen, deren Handlungen in einer moralischen Grau-bis-Schwarzzone liegen. Stichwort <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/c5eb3664-e41d-4ac3-92e8-b59355ccc258">Dark Romance</a> oder Colin Farrell in den 2000ern.</p><p>Doch es gibt auch reale Beispiele: Auf Instagram gibt es zahlreiche Kanäle, die “mugshot hotties” oder “mugshawties” heißen. Letztes Jahr wurde Wade Wilson wegen Mordes an zwei Frauen zur Todesstrafe verurteilt. Kommentare unter Posts von Nachrichtenmagazinen hoben stattdessen seine “hotness” hervor.</p><p>(Ich konnte mich nicht an den Namen erinnern und diesen bestimmten Fall zu finden, ist gar nicht so leicht. Ihr glaubt nicht, wie viele Männer letztes Jahr Frauen umgebracht haben).</p><p>Die CEO-Mord-Memes sind nur die aktuellsten in einer langen Reihe gesellschaftskritischer Auseinandersetzungen. Ja, Memes sind lustig und manche davon <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Brain_rot">brain rot</a>. Aber sie können eben auch politisch sein. Eine niedrigschwellige und kreative Möglichkeit, sich mit Ereignissen auseinanderzusetzen.</p><h3>“There’s people that are dying”</h3><p>Irgendwann hat sich ein Neandertaler vor eine Höhle gestellt und Eintritt verlangt (oder so ähnlich) und deshalb müssen wir heute für Grundbedürfnisse wie Nahrung und Obdach Geld zahlen.</p><p>Das lässt sich erstmal nicht ändern. Was sich aber ändern ließe, ist die irrsinnige Verteilung von enormem Wohlstand, der immer auf der Ausbeutung anderer beruht. (<a href="https://www.vanityfair.com/news/story/richest-german-nazi-billions?srsltid=AfmBOoquf3xRIbNdKzt1yTLAmF9Yne3fyHFDdjB0facvrkMymd1we_0V">Dazu empfehle ich diesen Artikel über den reichsten Mann Deutschlands, der z.B. in Hamburg Geld auf Kulturprojekte wirft.</a>) Nichts anderes meint “Eat the Rich”. Reiche vernichten, aber nicht die Menschen, sondern die Möglichkeit solch überproportionalen Reichtum anhäufen zu können.</p><p>Wohlstand für alle. Faire Bezahlung für alle. Faire Lebensbedingungen für alle. Gleichberechtigung. Vor dem Gesetz, auf der Straße, bei der Arbeit, Zuhause.</p><h3>Geh wählen!</h3><p>Wenn auch du etwas ändern möchtest, geh wählen. <strong>Am 23. Februar ist Bundestagswahl.</strong> Wenn du Hamburger:in bist, geht’s am Sonntag drauf direkt nochmal zur Wahlurne.</p><p>Wahlprogramme zu lesen ist anstrengend, deshalb hier ein Highlight. Oder Lowlight, wie man’s nimmt.</p><p><a href="https://de.statista.com/infografik/33786/veraenderung-des-verfuegbaren-jahreseinkommens-eines-musterhaushaltes-nach-parteiprogramm/">Wem helfen die Steuerpläne am meisten?</a> Was genau die Parteien planen, <a href="https://www.deutschlandfunk.de/bundestagswahl-2025-wahlprogramme-steuerpolitik-100.html">wird außerdem hier zusammengefasst</a>.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/017543dc-1e9f-4f96-a624-00d6f702917c/uploads/images/skpbhyvlg3/33786.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Grafik, die zeigt, wen die Steuerpläne der Parteien entlasten, aufgeschlüsselt nach Bruttojahreseinkommen. Siehe dazu auch beistehende Links."/><p>Nach Themen oder Parteien könnt ihr außerdem an folgenden Stellen filtern:</p><ul><li><p>Programmvergleich der <a href="https://www.tagesschau.de/inland/btw21/programmvergleich">Tagesschau</a></p></li><li><p>oder der <a href="https://www.politische-bildung-brandenburg.de/bundestagswahl-2025-wahlprogramme-im-vergleich">Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung</a></p></li></ul><p>An Stelle des Wahl-O-Mat probiert’s mal hiermit: Der <a href="https://real-o-mat.de/">Real-O-Mat</a> vergleicht eure Angaben mit tatsächlichen Abstimmungsergebnissen der aktuellen Regierung.</p><h3>Meme der Woche</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/017543dc-1e9f-4f96-a624-00d6f702917c/uploads/images/xxo5s3styq/chicken.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Ein Chicken Nugget, ebenso beschriftet. Daneben ein größeres Stück frittiertes Hähnchenfleisch, beschriftet mit Chicken Inglot. Ein Blech voller Chicken beschriftet mit Block of Chicken und ein Stein, auf den Chicken gephotoshopt wurde mit der Überschrift Chicken Ore."/><p>Ein herrliches Beispiel für Meme-Genese: Rekontextualisierung und Überraschung.</p><h3>Danke</h3><p>Danke, wenn du am 23. gegen rechts wählst. Und natürlich für dein Abo, das dir diesen Newsie ins Postfach geschickt hat &lt;3</p><p>Das war nicht die leichteste Ausgabe zu recherchieren und schreiben. Nächsten Monat wieder was entspanntes, ok?!</p><p>Bis dahin folgt oder schreibt mir hier:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p></li><li><p><a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Ko-Fi</a></p></li></ul><p>Auf Wiedersehen!<br/>Christina</p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 20 Feb 2025 13:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was ich 2024 gelesen habe]]></title>
      <description><![CDATA[Selbstverwirklichung, Ritter und Landkarten]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Selbstverwirklichung, Ritter und Landkarten</strong></p><p>In dieser Bonus-Ausgabe geht es um die Bücher, die ich 2024 zum Spaß gelesen oder gehört habe. Das ist eine kleine, aber (wie ich meine) feine Liste. Ein Großteil meiner Medienzeit ging nämlich für Spiele, Serien und Podcasts drauf. Und das ist vollkommen ok.</p><p>Hier sind meine 2024 reads, wie man so sagt.</p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/00989daf-44d3-4a10-9d74-6ccbf74e8727">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
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      <pubDate>Sat, 08 Feb 2025 05:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Behind the Scenes: Life is Strange]]></title>
      <description><![CDATA[Die Entwickler von Life is Strange darüber, wie Gefühle ein Spiel beeinflussen und wie Spieler:innen darauf reagieren.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Entwickler von Life is Strange darüber, wie Gefühle ein Spiel beeinflussen und wie Spieler:innen darauf reagieren.</strong></p><p>Vor zehn Jahren erschien die erste Episode von Life is Strange. Im gleichen Jahr sprachen Michel Koch und Raoul Barbet, Co-Game Directors bei DONTNOD, auf dem <a href="https://www.playfestival.de/de">PLAY-Festival</a> über ihre Inspirationen und Ansätze. Hier lest ihr die neu veröffentlichte Version meines Textes dazu.</p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/406e7c78-fe95-4579-980f-9b75bdd8db94">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
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      <pubDate>Sat, 01 Feb 2025 14:23:46 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Verlangen und Melancholie: Nosferatu]]></title>
      <description><![CDATA[Eine feministische Interpretation voller Spoiler]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Robert Eggers Nosferatu (2024) steht am Ende <a href="https://www.youtube.com/watch?v=O9JHgvsuTvA">einer langen Reihe</a> von Adaptionen und Remakes. Als Neuverfilmung von Friedrich Wilhelm Murnaus Nosferatu (1922) ist es eine angepasste Darstellung von Bram Stokers Roman Dracula (1897).</p><p>In einer fiktiven deutschen Hansestadt verabschiedet sich Thomas von seiner Frau Ellen, die bei Freunden unterkommt, solange er nach Rumänien reist, um dort Graf Orlok ein Anwesen zu verkaufen. Während Thomas im Schloss des Grafen gefangen ist, wird Ellen von Alpträumen geplagt. Kein Arzt weiß Rat, bis der Okkultist Professor von Franz hinzugezogen wird. Er erkennt, dass Ellen von einer übernatürlichen Macht namens Nosferatu heimgesucht wird, die vom Grafen verkörpert wird, schließlich in die Stadt einfällt und sie verseucht. Thomas schafft es zurück, der Graf verlangt Ellen, Menschen sterben — und am Ende geht es doch nur um Scham und Sex.</p><h3>“Ich bin Verlangen”</h3><p>Graf Orlok sucht Ellen heim, lange bevor er Deutschland erreicht. Schon die allererste Szene spielt darauf an, als Ellen nachts durch den Garten streift und sich voller Ekstase im Mondschein räkelt. Jahre später steht er tatsächlich in ihrem Schlafzimmer und verlangt, dass sie Ja zu ihm sagt.</p><p>“Ich bin Verlangen”, sagt er und zeigt damit, dass es nicht um einen Untoten als Monster geht, sondern die Metapher. Sie soll sich ihm ergeben, mit Geist und Körper ihm erliegen. So suggeriert es auch das Filmposter, betitelt mit “Succumb to the Darkness”, unterliege der Dunkelheit.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/884fe7f1-684a-42a7-95db-6d341d83cc41/uploads/images/khchje3g3c/Bild1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Nun ist es kein Zufall, dass das englische Verb “to succumb” und die mythologische Figur des Sukkubus den gleichen lateinischen Wortstamm haben. Der Sukkubus ist ein weiblicher Dämon, der Sex mit schlafenden Männern hat. Das Gegenstück, der Inkubus, gilt als Vertreter des Teufels und Variation des Alptraums. Nosferatu ist genau das: Versuchung und Alptraum in einem. Mit dem Teufel im Bunde, der ihm ewiges Leben gab.</p><p>Nosferatu steht für unterdrückte weibliche Lust. Für die Scham, die damit verbunden ist, die auch Zuschauer:innen empfinden, wenn Orlok von Ellen Besitz ergreift und mit Thomas wütenden Sex hat, kurz nachdem sie ihrem Gemahl erklärt hat, wie ihr Vater sie einmal nackt fand und “Schande&quot;!” ausrief.</p><p>Schon im Original war Dracula eine Metapher für Sex, Vampirismus eine für Syphilis. Die Befreiung von Frauen, die sich nach seinem Biss anzüglich verhielten, “animalisch” und “unkeusch”, galt es mit phallischen Pfählen zu vernichten. Freiheit und Unabhängigkeit, Überschreitungen der etablierten Geschlechterrollen waren ebenso unerwünscht wie der Graf aus dem fernen Land.</p><p>In Dracula verschafft sich die Protagonistin Mina durch das Schreiben eines Tagesbuchs Autonomie. In Nosferatu widersetzt sich Ellen gesellschaftlichen Zwängen und sucht kein Substitut. Sie gibt sich hin. Nosferatu bedeutet im weitesten Sinne also auch Masturbation.</p><h3>Eine Hohepriesterin</h3><p>Ellens Leiden wird lange missinterpretiert. Korsett und Äther dienen als Behandlung für ihre vermeintliche Hysterie — ein wiederkehrendes Motiv im 19. Jahrhundert. Sie wird nicht ernst genommen. Erst Professor von Franz hört ihr zu, versteht, dass sie tatsächlich in ihren Träumen ihren Körper verlässt und als Astralprojektion mit Nosferatu kommuniziert.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fbutwhytho.net%2Fwp-content%2Fuploads%2F2024%2F12%2FNosferatu-2024-But-Why-Tho-1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=5129f12bce0325ebb0cbc574b305195a" alt=""/><p>Er ist es auch, der ihr erklärt, dass sie in einer anderen Kultur als Hohepriesterin der Isis gepriesen worden wäre anstatt als verrücktes, närrisches Mädchen eingesperrt und betäubt zu werden. In der ägyptischen Mythologie ist Isis die Göttin der Geburt und Wiedergeburt und Herrin der Unterwelt.</p><p>Ihre Entsprechung in der griechischen Mythologie ist Persephone, die von Hades in die Unterwelt entführt wird — Ellens Schicksal nicht unähnlich. Persephones Mutter Demeter ist die Göttin der fruchtbaren Erde und gleichzeitig Namensgeberin des Schiffes, auf dem Dracula nach England reist.</p><p>Die Geschichte einer viertausend Jahre alten mesopotamischen Gottheit passt ebenfalls. Ištar wurde als Göttin der Liebe, des Kriegs und der Fruchtbarkeit verehrt. Als der Gärtner Shukaletuda sie schlafend unter einem Baum findet, missbraucht er sie. Daraufhin verfolgt sie ihn und richtet ihn schließlich hin.</p><p>Repräsentiert Ellen diese Göttinnen der Fruchtbarkeit und Geburt, ist Nosferatu das Gegenstück, ihr Widersacher: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=8R4XMmnKIIc&amp;t=134s&amp;ab_channel=Book%26Hearth">der Tod</a>.</p><h3>“Er ist meine Melancholie”</h3><p>“Er ist meine Melancholie”, sagt Ellen und impliziert eine zweite Interpretation des Films. Nosferatu als Metapher für Depression, die ihr Glück verzerrt und verzehrt.</p><p>Ihre Angst vor Thomas Abreise lähmt sie und alles wird von dieser dunklen Macht überschattet. Als Schatten sehen wir Nosferatu, wie er Ellen greifen will und selbst nicht greifbar ist.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/884fe7f1-684a-42a7-95db-6d341d83cc41/uploads/images/eu75jvodar/Bild4.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Das Ende des Films, ihre Selbstaufgabe zur Rettung der Stadt, kann auch als Suizid gelesen werden, den sie als letzten Ausweg sieht.</p><p>Verbinden wir beide Interpretationen, ist Ellens Ende die einzig mögliche Flucht aus dem unterdrückenden gesellschaftlichen System und einer Ehe, die, mag sie noch so glücklich scheinen, ein patriarchales Instrument war, das Frauen wie ihr Selbstverwirklichung versagte. Eine Flucht, für die sich viele weibliche Romanfiguren im 19. Jahrhundert entschließen.</p><p>Dass die Ehe kein gutes Ende nimmt, wird schon früh klar. Als Abschiedsgeschenk bringt Thomas seiner Frau einen Strauß Flieder. Die Blumen gelten als <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZGSMQ4MRCic&amp;ab_channel=GothicJungle">Symbol für Unschuld und junge Liebe</a>. Sie bedauert seine Geste, dass er die Blumen gepflückt hat und sie nun vergehen werden wie ihre Ehe.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fkino-intimes.de%2Fprogramm%2F2024%2FNosferatu-2024-Film-06.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=599c849459ef400eeb79bb2996fd952f" alt=""/><h3>Graue Charaktere</h3><p>Gesellschaftskritische Aspekte fanden sich schon in der literarischen Vorlage. In Dracula geht es nicht nur um übernatürliche, sondern auch ökonomische Macht. Gleichsam mag Thomas Aufbruch einem Gefühl der Minderwertigkeit geschuldet sein, immerhin ist sein Freund Friedrich ein wohlhabender Reeder.</p><p>Die Charaktere in Nosferatu sind so grau wie die auf -99 gedrehte Sättigung des Films sie erscheinen lässt. Sie sind weder schwarz noch weiß, sondern beides gleichzeitig. Sie entsprechen einem Klischee und widersprechen gleichzeitig einem anderen.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fm.media-amazon.com%2Fimages%2FM%2FMV5BOTI4NzIxMmUtZDViYS00NmE3LWFlNjUtYTU2Y2IzNjJjZjA5XkEyXkFqcGc%40._V1_.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=4b9aaec593b045ab3ad1939cd9e18adf" alt=""/><p>Friedrich Harding, Freund der Protagonisten und ihr Gastgeber, ist nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsmann und fürsorglicher Patriarch. Wo aber in Dracula tapfere Männer die Ehre einer Frau verteidigen wollen, glänzt Friedrich durch Überheblichkeit. Er verliert seinen Kopf und versucht hysterisch das Leben, das er kennt, aufrechtzuhalten. Dabei ignoriert er die Bitten aller, als sie nicht mehr seiner Weltanschauung entsprechen. Ein Barbie-esker Monolog von Ellen verschafft Zuschauenden einen kurzen kathartischen Moment, kommt für Friedrich aber zu spät.</p><p>Seine Frau Anna ist Hausfrau, Mutter und hat in ihrem Haus wenig zu sagen. Sie scheint das Idealbild einer Frau des 19. Jahrhunderts zu sein. Gleichzeitig beweist sie große Willensstärke und ist der Fels in der Brandung, die Vernunft für ihre zunehmend verzweifelten Mitmenschen.</p><h3>Fin de Siècle</h3><p>In Dracula ging es schon immer um Sex. Zum einen nutzt Horror gerne sexuelle Elemente, weil Scham ein starkes Gefühl ist und Horror Verborgenes offen legt, was wir lieber versteckt wüssten. Zum anderen liegt der Grund im historischen Kontext des Romans.</p><p>Mit dem Ende des Jahrhunderts wuchs auch die Angst vor dem, was das neue Jahrhundert bringen würde. “Fin de siècle” (franz. für Ende des Jahrhunderts) beschreibt diese Angst vor der Degeneration einer Gesellschaft, die Dracula verkörpert. Er ist ein Symbol für Konsequenzen und Veränderung und gleichzeitig ihr Katalysator. Vampirismus steht für sexuell übertragbare Krankheiten, der Graf für alles unchristliche, unwissenschaftliche, unmoderne aus fernen Ländern. Deshalb stirbt er, stirbt die von ihm gebissene und freiheitsliebende Lucy, stirbt der Amerikaner.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fwww.film-rezensionen.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2024%2F12%2FNosferatu-2024-Frontpage.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=7f2e9ac8696b7ecfd08b7c9b0e1b91d8" alt=""/><p>Zur Jahrhundertwende war das viktorianische England, in dem Dracula spielt und wo es veröffentlicht wurde, noch kein vereinigtes Königreich, die Industrialisierung hatte die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen gerade grundlegend verändert, die überall auf dem Kontinent verstreuten Kolonien verlangten ihre Unabhängigkeit, ebenso wie Frauen.</p><p>Es gab nur wenig respektable Möglichkeiten im Leben einer Frau: Hausfrau und Mutter, vielleicht Lehrerin und Kindermädchen, Dienstmädchen oder Farmerin, Krankenschwester oder Nonne. Verdientes Geld verwaltete ein Ehemann oder Vater.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fmedia.vogue.co.uk%2Fphotos%2F668567d6fb383617aa713c05%2F4%3A3%2Fw_4000%2Ch_3000%2Cc_limit%2F4193_D035_00267_R3.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=6a76f587be0e137b9526ba4ac8f97732" alt=""/><p>Ein Spaziergang ohne Mann wurde zum revolutionären Akt, was auch Ellen erfahren muss, als Friedrich ihr verbietet allein nach Hause zu gehen. Weibliche Lust war weniger ein Tabuthema als überhaupt nicht vorstellbar. Der britische Arzt William Acton war sich sicher: Die Mehrheit der Frauen bewege sexuelle Gefühle jeglicher Art überhaupt nicht. Was Männer gewohnheitsmäßig täten, würden Frauen nur ausnahmsweise tun — zum Glück für die Gesellschaft, wie er 1875 schrieb. Gegenteiliges Verhalten wurde mit einer Diagnose gestraft: Hysterie.</p><p>Für manche Frauen blieb nur die Prostitution. Kriminalisierung und Diskriminierung folgten. Denn während diese Dienstleistung für die daran beteiligten Männer, ob verheiratet oder nicht, geduldet wurde, führten spätestens die Contagious Disease Acts 1864-1886 zu drastischen Konsequenzen für Frauen. Polizisten durften Frauen, die sie der Prostitution bezichtigten, verhaften, ihre Körper untersuchen und sie in Anstalten einweisen.</p><p>Feministische Schriftstellerinnen und Frauenrechtsaktivistinnen wie Sarah Grand und Josephine Butler plädierten gegen die erniedrigenden Maßnahmen. Grand trennte sich 1890 von ihrem Mann und schrieb in ihrem Roman <em>The Heavenly Twins</em> (1893): “Withholding education from women was the original sin of man.”</p><h3>“Muss ich jetzt Feminist:in sein, um Horrorfilme gucken zu dürfen?”</h3><p>Nein, aber besser wär’s.</p><p>Nosferatu kann ein Kommentar über Scham, Sexualität, Gesellschaften und Depressionen sein. Es kann auch ein Kommentar über Abhängigkeit sein — ohne Blut, seine Erde und die Nacht kann selbst Nosferatu nicht bestehen. Auch die okkulten Symbole und Figuren sind einen genauen Blick wert. Dies hier ist die Interpretation, die der literarischen Vorlage am nächsten kommt. Eine von vielen. Aber man kann Filme natürlich auch konsumieren ohne sich dabei etwas zu denken.</p><h3>Meme der Woche</h3><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Jr58Uf1srfo&amp;ab_channel=BrendanDonnelly">https://www.youtube.com/watch?v=Jr58Uf1srfo&amp;ab_channel=BrendanDonnelly</a><h3>Danke</h3><p>Danke, dass du diesen Newsletter gelesen hast. Ich hoffe, er hat dir gefallen. Wenn ja, leite ihn gerne an Freund:innen weiter. Ich bin sehr stolz, dass wir 79 Personen sind, aber die Zahl stagniert seit einiger Zeit. Imagine 100!</p><p>Ich freue mich auch über Unterstützung in Form <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">eines Ko-fis</a> oder einer Bonus-Mitgliedschaft.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Wir sehen uns schon ganz bald an dieser Stelle wieder. &lt;3</p><p>Bis dahin<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fkino-intimes.de%2Fprogramm%2F2024%2FNosferatu-2024-Film-08.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces&amp;s=f4cd057bccb2445ccc2aeaaf7aa637e6" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/884fe7f1-684a-42a7-95db-6d341d83cc41</link>
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      <pubDate>Wed, 22 Jan 2025 19:53:12 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[14 Podcasts für jede Lebenslage]]></title>
      <description><![CDATA[Podcasts über Geschichte, Fashion, True Crime, Gaming, DDR, Kunst, Bücher und Wirtschaft. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Die Anzahl der Podcasthörer:innen <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/876487/umfrage/nutzung-von-podcasts-in-deutschland/">steigt seit Jahren stetig</a>. Entsprechend gibt es auch jedes Jahr Unmengen neuer Angebote. Die meisten Podcasts bleiben unter 1000 Downloads pro Folge, die erfolgreichsten hingegen <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1308898/umfrage/podcasts-mit-den-meisten-downloads/">erreichen sogar über 5 Million</a>.</p><p>Ich liebe Podcasts. Deswegen mache ich sie auch. Für diesen Newsletter sind bereits zwei Folgen erschienen: <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/853e7611-d28b-48bb-bc66-30e59a26e414">mit Daniel über den Barbie-Film</a> und <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/c5eb3664-e41d-4ac3-92e8-b59355ccc258">mit Verena über Dark Romance</a>. <a href="https://lostlevels.de/">Lost Levels</a> erscheint alle zwei Wochen.</p><p>Hier sind 12 weitere Podcasts für jede Lebenslage:</p><h3>Every Outfit: Politically Erect</h3><p>Chelsea und Lauren leben in L.A. und New York City, arbeiten in der Mode- und Filmbranche und sind ebenso chronically online wie ich. Sie sezieren regelmäßig aktuelle Geschehnisse, die das Internet (und damit mich) bewegen.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fis1-ssl.mzstatic.com%2Fimage%2Fthumb%2FPodcasts126%2Fv4%2F42%2F8c%2F26%2F428c26f4-64ce-b78e-1ad7-c3783f399367%2Fmza_5422853777428393036.jpg%2F1200x1200bf-60.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=1393ebbd4fbf8bfa2f8e4d9dc1f86f0c" alt="Every Outfit Podcast - Apple Podcasts"/><p>Viel wichtiger sind mir aber die Folgen, die mit der Entstehungsgeschichte dieses Podcasts zusammenhängen. Every Outfit ist auch ein Instagram-Account, der (vor allem, aber nicht nur) Sex and the City-Fashion erklärt. Einmal im Monat besprechen die Hosts eine Folge der Serie, geben Backstage-Informationen und verordnen die Themen der Serie im kontemporären Zeitgeist. Und natürlich geht es um Fashion. In dieser Folge um Wahlkampf-Carrie, Golden Showers und ob Beziehungen politisch sind.</p><h4><a href="https://www.everyoutfitinc.com/">Zum Podcast</a></h4><h3>Father Wants Us Dead</h3><p>True Crime ist ein Genre, in dessen Zielgruppe ich zwar falle (über 90% aller Hörer:innen des Genres in Deutschland <a href="https://www.seven.one/documents/20182/6304763/Seven.One_Audio_True-Crime-Studie_2022.pdf">sind weiblich, Achtung die Quelle öffnet sich als pdf</a>), das mich aber abstößt. Zumindest wenn es besonders grausam sein will und sich ausschließlich darauf beschränkt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6ba47c7b-d229-4d09-98f1-0f699cd95d5c/uploads/images/wjiuntsena/bngrdsjners.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Father Wants Us Dead ist eine Ausnahme. Der Podcast nimmt sich Zeit die Geschichte zu erzählen und setzt seinen Fokus auf die Hinterbliebenen — und wie das Verbrechen ihre Leben beeinflusst hat. Darüber hinaus ist die Geschichte so faszinierend wie unglaublich: Ein Familienvater löscht seine gesamte Familie aus und als er Jahrzehnte später gefasst wird, kann seine neue Frau es kaum glauben und wird Opfer einer gnadenlosen Sensationslust.</p><h4><a href="https://fatherwantsusdead.com/">Zum Podcast</a></h4><h3>Verbrechen der Vergangenheit: Die Osage-Morde</h3><p>Die zweite Ausnahme meiner No True Crime-Regel, denn hier handelt es sich um historische Verbrechen. Die Moderatorin lädt Kolleg:innen der Geo Epoche-Redaktion zu einem Vorgespräch, in dem nicht nur alles besprochen wird, was es nicht in den Text geschafft hat (was in der Regel viel ist), sondern auch die Arbeit von Faktenchecker:innen oder Autor:innen. Im zweiten Teil wird besagter Text vorgelesen. Mit dem entsprechenden Geo Epoche-Heft in der Hand könnte man mitlesen.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fmedia.plus.rtl.de%2Fpodcast%2Fverbrechen-der-vergangenheit-6nkjan4u5ay8f.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=e960118e75cfd6901e452af3d951a72d" alt=""/><p>In dieser Folge geht es um die Osage-Morde. Es geht aber auch um die Bedeutung von Öl für die USA im 19. Jahrhundert und die ganze Welt im 21. Jahrhundert. Es geht um indigene Völker in Amerika und einen Ort in Oklahoma, in dem mehrere Menschen auf verdächtige Art und Weise zu Tode kommen.</p><h4><a href="https://plus.rtl.de/podcast/verbrechen-der-vergangenheit-5eyh7jmt2v3ee/osage-morde-der-fluch-des-oelgelds-guz2t5bhx9hy4">Zum Podcast</a></h4><h3>Judging Amanda Knox</h3><p>Das beste Storytelling in Podcasts hat Undone. Hier haben sie sich mit dem Spiegel zusammengetan, um die Geschichte von Amanda Knox neu zu erzählen. Knox selbst kommt zu Wort, aber auch Journalist:innen, Anwälte und Polizeibeamte.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fimages.podigee-cdn.net%2F1400x%2CsyuOzTvfEep2w5pDPJXd4zRzif2f5o6Yb6r3RyQjNVng%3D%2Fhttps%3A%2F%2Fmain.podigee-cdn.net%2Fuploads%2Fu31374%2F4dfabf49-ecf4-4b02-acae-a7e920cb29cc.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=6ef4c81faf93ec0d581afb8eb2c9d119" alt="Judging Amanda Knox"/><p>Denn es geht hier nicht um die Frage, ob Knox schuldig ist. Sondern um die Folgen dieses Gerichtsprozesses, der um die Welt ging. Wie die Justiz unter diesen Umständen arbeitete und deshalb geht es natürlich auch um True Crime und dessen Folgen.</p><h4><a href="https://judging-amanda-knox.podigee.io/">Zum Podcast</a></h4><h3>If Books Could Kill: The Art of the Deal</h3><p>Diesen Podcast empfehle ich nicht zum ersten Mal, denn ich halte ihn für wichtig. Peter und Michael lesen abwechselnd Bücher, die mitunter überraschend populär sind, die dennoch niemand zur Gänze gelesen zu haben scheint. Solche Bücher, in denen Menschen extrem zwielichtige Weltanschauungen kundtun und daraus gefährliche Weisheiten ableiten.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fi.scdn.co%2Fimage%2Fab6765630000ba8a10cd4bdfe0e165d9aa3e1349?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=e7d09a89b0a5066b19b72e38c9368f86" alt="If Books Could Kill | Podcast on Spotify"/><p>In dieser Folge besprechen die Hosts das Buch von Donald Trump: The Art of the Deal. Denn bevor die Welt ihn als orangenen Moral-Despoten kannte, kannte sie ihn als Wannabe-Immobilienmogul, der fragwürdige Business-Tipps gab.</p><h4><a href="https://open.spotify.com/episode/1b1DbAwwB6fdfMmJwmVutA">Zum Podcast</a></h4><h3>BBC History Extra: The Six Wives</h3><p>Hier wird alles besprochen: von den kleinen und kurzen Kämpfen vor Jahrhunderten bis hin zu globalen Bewegungen — aber immer in Bezug auf die Geschichte Großbritanniens. Genug aufzuarbeiten gibt es ja.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6ba47c7b-d229-4d09-98f1-0f699cd95d5c/uploads/images/2zfue6erli/bdrfgrsbnrsw.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Heinrich VIII. kennt man. Der, mit den vielen Frauen, von denen die meisten starben. In sechs Folgen werden genau diese sechs Frauen und ihre Leben behandelt. Wie sie Königinnen wurden, wie und weshalb sie später keine Königinnen mehr waren und wie sie unsere Wahrnehmung von Frauen in der Geschichte verdeutlichen. Jede Folge hat eine:n andere:n Expert:in dabei, um so richtig deep diven zu können.</p><h4><a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/six-wives-1-catherine-of-aragon/id256580326?i=1000609456602">Zum Podcast</a></h4><h3>Imaginary Worlds: Ursula K. Le Guin</h3><p>Kaum jemand hat so viel für Speculative Fiction getan, wie Ursula K. Le Guin. In dieser Folge geht es um ihr Leben und wie diverse Ereignisse ihre Geschichten inspiriert haben. Besonders spannend ist die Arbeit ihres Vaters, eines Anthropologen, und wie Le Guin von dieser Arbeit beeinflusst wurde.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fimages.squarespace-cdn.com%2Fcontent%2Fv1%2F5f9f06c44dd1ed19b7080797%2F0fba3865-4394-4bd7-bad9-f863bcd7c2bd%2FImaginaryWorlds_Artwork_MediumResolution.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=14f155db364284d5211e24012853e84f" alt="Imaginary Worlds"/><p>In anderen Folgen behandelt der Podcast, wie der Name schon sagt, imaginäre Welten und beleuchtet Hintergründe, Fandoms und Charaktere. In einer Folge geht es zum Beispiel über die Inspirationen für One Piece.</p><h4><a href="https://www.imaginaryworldspodcast.org/episodes/prologue-to-ursula-k-le-guin">Zum Podcast</a></h4><h3>Diagnose: Unangepasst — Der Albtraum Tripperburg</h3><p>In der DDR gab es für Frauen, die sich nicht dem System anpassen wollten, Einrichtungen, um sie gefügig zu machen. Der mdr hat für diesen Podcast mit Frauen gesprochen, die nicht das von der Diktatur vorgeschriebene Leben führen wollten und dafür einen hohen Preis zahlen mussten.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fapi.ardmediathek.de%2Fimage-service%2Fimages%2Furn%3Aard%3Aimage%3A77f449827c09df45%3Fw%3D1280%26ch%3D8ba80195bcba106f?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=ba08bb79d4f27210f39f9b59b41e2c4a" alt="Diagnose: Unangepasst - Der Albtraum Tripperburg · Neue Folgen - Jetzt  Podcast anhören!"/><p>Ich finde DDR-Podcasts wichtig. Ich selbst habe nur peripher Verbindungen dazu — als ich geboren wurde, gab es die Mauer schon nicht mehr und ich wuchs im Nordwesten des Landes auf. Aber die Trennung zwischen Ost und West kann ich selbst heute spüren.</p><h4><a href="https://www.mdr.de/next/podcast/tripperburg/index.html">Zum Podcast</a></h4><h3>Wendehausen — Heimat im Todesstreifen</h3><p>Passend dazu haben sich der mdr und hr zusammengetan, um über einen Ort zu sprechen, der im Grenzgebiet der DDR lag. Sie haben Anwohner:innen interviewt, die viele Jahre dort lebten und in drei von vier Himmelsrichtungen einen Zaun sahen. Sie sprachen auch mit jungen Menschen, die dort heute wohnen und mit denen, die an der Grenze Schießbefehle ausführten.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fapi.ardmediathek.de%2Fimage-service%2Fimages%2Furn%3Aard%3Aimage%3Af2ee2eb24ab4c44a%3Fw%3D448%26ch%3Da9e276b6a9be1728?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=662381c2dfc64ebfd30a386fe19e9da7" alt="Wendehausen – Heimat im Todesstreifen · Neue Folgen - Jetzt Podcast anhören!"/><p>Ich fand diesen Podcast schwierig zu hören, aber das macht ihn nur noch wichtiger.</p><h4><a href="https://www.ardaudiothek.de/sendung/wendehausen-heimat-im-todesstreifen/13704179/">Zum Podcast</a></h4><h3>NDA Podcast: Die Akte Kasia Lenhardt</h3><p>Gleiches gilt für diesen Podcast. Kasia Lenhardt wurde 2021 tot in ihrer Wohnung in Berlin gefunden. Noch heute läuft ein Prozess, in dem sich ihr Ex-Freund, Jérôme Boateng, wegen Körperverletzung verantworten muss. Diese beiden Ereignisse hängen zusammen, auch wenn der Großteil der Wahrheit noch im Dunkeln liegt.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fi.scdn.co%2Fimage%2Fab6765630000ba8a6e789574815afa787d983acb?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=e2ee646a986de0d8ca6c28b3bcc0caaf" alt="NDA: Geschichten, die nicht erzählt werden sollen | Podcast on Spotify"/><p>Der Spiegel hat alles, was bisher bekannt ist, in diesem Podcast aufgearbeitet. Es geht um die Beziehung und wie Medienberichte den Prozess beeinflussen. Dafür haben die Redakteurinnen unfassbar viele (Sprach-)Nachrichten gesichtet und versuchen nun ein möglichst vollständiges Bild zu zeichnen. Dabei erklären sie auch, wie journalistische Arbeit funktioniert und welche rechtlichen Grenzen sie einhalten müssen.</p><h4><a href="https://www.spiegel.de/thema/nda-die-akte-kasia-lenhardt/">Zum Podcast</a></h4><h3>Tatort Kunst</h3><p>Der Deutschlandfunk ging in diesem Jahr in die 2. Staffel. Die Hosts besprechen wieder in mehreren Folgen mehrere Verbrechen aus der Kunstwelt. Sie lassen sich dabei nun mehr Zeit, um wirklich alle Ecken und Kanten zu untersuchen und jede Perspektive darzustellen. Denn natürlich kann man sofort von Unrecht sprechen, wenn gegen Gesetze verstoßen wird. Oft sind die Umstände aber viel komplexer.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fapi.ardmediathek.de%2Fimage-service%2Fimages%2Furn%3Aard%3Aimage%3A6042f324cd5466a8%3Fw%3D1280%26ch%3D323c36c5ef098ef4?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=b2a3c17adc2703e2072378f313e65a46" alt="Tatort Kunst · Neue Folgen - Jetzt Podcast anhören!"/><p>Wem zum Beispiel gehört chinesisches Porzellan, das vor Jahrhunderten während kolonialistischer Kriege in europäische Museen gebracht und nun von dort entwendet wurde?</p><h4><a href="https://www.deutschlandfunk.de/tatort-kunst-102.html">Zum Podcast</a></h4><h3>Meme-Playlist</h3><p>Vielleicht weißt du schon, dass ich selbst mal Teil eines Meme-Podcasts war. Gerade gebe ich an der Universität ein Seminar zur Meme-Forschung und habe dafür eine Playlist mit Podcasts zu dem Thema zusammengestellt. Crème de la Meme ist natürlich dabei.</p><a href="https://open.spotify.com/playlist/3DMysCuzSuN8w4esobQuVe?si=hVF2rVbhQiynMJM3w6bM_A&amp;pi=e-2_C022g7TrGV&amp;nd=1&amp;dlsi=9ffb0b953c1f45ae">https://open.spotify.com/playlist/3DMysCuzSuN8w4esobQuVe?si=hVF2rVbhQiynMJM3w6bM_A&amp;pi=e-2_C022g7TrGV&amp;nd=1&amp;dlsi=9ffb0b953c1f45ae</a><hr aria-hidden="true"/><p>Dich interessieren auch 14 Spiele für alle Lebenslagen? <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/bd96628f-8f02-4890-a974-005fc3072f2f"><em>Hier</em></a><em> </em>kommst du zur letzten Ausgabe des Mini-Newsletters, in dem ich alle Spiele auswerte, die ich 2024 gespielt habe und erkläre, welches davon du gewesen wärst.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Titelbild von <a href="https://unsplash.com/de/@fottolok?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Yevgeniy Mironov</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/rot-weisses-rauchverbotsschild-9kRfwVHSsH0?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Unsplash</a></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/6ba47c7b-d229-4d09-98f1-0f699cd95d5c/teaser_image/1734458535?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Fri, 20 Dec 2024 05:31:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Welches Spiel wäre ich 2024 gewesen?]]></title>
      <description><![CDATA[Spiele, die ich durchgespielt habe und ob ich sie empfehle. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Spiele, die ich durchgespielt habe und ob ich sie empfehle.</strong></p><h4>📈 Diagramme 📈</h4><p>Seit vier Jahren notiere ich, was ich spielte und ob ich es empfehlen würde. Aber hat sich meine Empfehlungsquote verändert? Initiativ empfehle ich fast alles — das spricht bestimmt für meine exzellente Vorauswahl oder mein nettes und friedliebendes Gemüt. 🙂</p><p>Aber bin ich über die Jahre kritischer und zynischer geworden?</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bd96628f-8f02-4890-a974-005fc3072f2f/uploads/images/xh7x4j63zm/Bild1.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Diagramm, das die Anzahl der gespielten und davon empfohlenen Spiele zeigt. 2021 18 von 19, 2022 20 von 22, 2023 23 von 30, 2024 33 von 39"/><p>Scheinbar kaum.</p><p>In diesem Jahr hat mich außerdem interessiert, aus welchen Jahren die Spiele stammen, die ich bis zum Ende spielte. Podcast-bedingt sind natürlich viele aktuelle Titel dabei und zeitbedingt nur eine Handvoll Spiele, die mehr als 10 Stunden dauern.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bd96628f-8f02-4890-a974-005fc3072f2f/uploads/images/gjwnogp3w3/hntzgfednet.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Zusammengefasst habe ich 39 Spiele beendet, davon 33 (84,62%) empfohlen und 24 (61,54%) waren aus diesem Jahr.</p><h4>🚒 Dauerbrenner 🚒</h4><p>Elden Ring schafft es dank seinem DLC Shadow of the Erdtree wieder in diese Liste und ist mein meistgespieltes Konsolenspiel. Aber auch Stardew Valley und Dead by Daylight habe ich immer wieder gestartet.</p><p>Dredge</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bd96628f-8f02-4890-a974-005fc3072f2f/uploads/images/bn66be5xtu/20241125213533_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Screenshot von Dredge, ein Schiff auf dem Meer"/><p>Besonders viel Zeit habe ich mit Dredge verbracht. Beide DLCs habe ich <a href="https://www.youtube.com/watch?v=EqnWbA6x9sM&amp;ab_channel=Christina">für Youtube</a> gespielt und für eine 6,5/10 befunden. Die Angelmechanik konstrastiert das cosmic ocean horror-Setting, nicht immer zum Vorteil des Spiels. Es braucht Geduld (vielleicht ein Geniestreich des Spiels, Angeln ist ja nicht gerade als rasanter Sport bekannt) und vor allem Wohlwollen, sich in der Welt zu verlieren. Mich zumindest hat es gecatcht. 🎣</p><p>Laut dem Youtube Gaming Recap ist Age of Empires 2 mein “top game”. Dafür gibt es drei Gründe.</p><ol><li><p>Dieses 25 Jahre alte Spiel hat eine kleine, aber sehr aktive Spielerschaft und immer noch Turniere. Zum morgendlichen Heißgetränk im Bett habe ich mir regelmäßig genau diese angesehen. Jeder so begonnene Tag war ein guter.</p></li><li><p>Ich will mir nicht anmaßen zu wissen, wie genau Youtube zu diesem Ergebnis kam. Aber dass ich <a href="https://www.youtube.com/watch?v=-sLRtsRazDQ&amp;t=428s&amp;ab_channel=bits%26hits">das hier</a> zum arbeiten höre, wird ein Faktor gewesen sein.</p></li><li><p>Ich versuche mich in Ranglistenspielen. Das heißt, ich spiele nicht nur gegen die KI, sondern echte Menschen. Der Weg zu meinem unterdurchschnittlichen Rating war ein harter, den ich ohne das ein oder andere Inspirationsvideo nicht geschafft hätte, siehe Symbolbild:</p></li></ol><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bd96628f-8f02-4890-a974-005fc3072f2f/uploads/images/ykxnzjom54/20240422213411_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Screenshot Age of Empires, ein kleines eingemauertes Dorf, davor wird eine Burg errichtet"/><p>(Der Gegner, rot, baut direkt neben meiner Mauer eine Burg, die binnen kürzester Zeit alle meine Gebäude in Reichweite zerstören wird und let’s be real, ich habe dem nicht wirklich etwas entgegenzusetzen. Was hier geschieht, nennt sich Castle Drop.)</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Der Games-Psychotest</h3><p>Welches 2024 erschienene Spiel bist du? Beantworte sieben Fragen und finde es heraus:</p><a href="https://lostlevels.itch.io/welches-spiel-waere-ich-2024-gewesen">https://lostlevels.itch.io/welches-spiel-waere-ich-2024-gewesen</a><p>Das Quiz habe ich mit Twine programmiert. Zu jeder Auflösung gibt es vier bis fünf Spielempfehlungen. Einige davon habe ich <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/cbe84e30-1291-4b69-bcc9-2712002394bc">für Bonus-Mitglieder schon in der aktuellen Kuration</a> gesammelt.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><hr aria-hidden="true"/><h4>🚨 Abbruch 🚨</h4><p>Habe ich alle Spiele beendet, die ich <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/e77b828a-3954-4394-b9f0-8e7173e9bd40">letztes Jahr</a> mit “Beende ich auf jeden Fall!!” überschrieben habe? Nein. Lediglich A Little to the Left habe ich durchgespielt und war am Ende underwhelmed. Die Idee, Gegenstände zu sortieren, sodass alles seinen richtigen Platz hat, ist fantastisch. Für mich hat sie sich aber nicht bis zum Ende getragen.</p><p>Der Endboss in Lies of P war mir zu schwer und nun ist zu viel Zeit vergangen, um es noch einmal zu probieren. Sollte irgendwann ein DLC erscheinen, würde ich das Spiel aber durchaus von vorne starten — denn es ist sehr gut.</p><p>Alan Wake 2 war mir zu gruselig.</p><p>Ich habe noch weitere Spiele abgebrochen, von denen ich das Jahr über im Lost Levels Podcast erzählte. Welche und weshalb, erkläre ich in der allerersten Folge des nächsten Jahres. <a href="https://lostlevels.de/">Sie erscheint am 1. Januar</a>.</p><h4>🔮 To be played 🔮</h4><p>Von vier Spielen kann ich mich allerdings noch nicht trennen — vielleicht muss wieder erst ein Jahr vergehen. Dark Souls 3 spiele ich aktuell. Ebenso ~theoretisch~ <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/b297511b-53ca-47a8-960d-c01e9da7794b">Banishers</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=kMoupIcuG2Q">Octopath Traveller 2</a> und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=vHRmpDUWkoA">Hauntii</a>. Mit ~theoretisch~ meine ich, dass es bisher immer andere Spiele gab, die ich löschen konnte, um Speicherplatz zu finden. Und installiert ist fast gespielt.</p><p>Banishers: Ghosts of New Eden</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fshared.fastly.steamstatic.com%2Fstore_item_assets%2Fsteam%2Fapps%2F1493640%2Fss_4ce3c5217250ebc8327e0095e568b38821720514.1920x1080.jpg%3Ft%3D1729167959?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=930bb7356fbcd600027e4bdb367f4d62" alt="Screenshot Banishers, ein mann stellt sich einem Monster"/><p>Octopath Traveller 2</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Ffyre.cdn.sewest.net%2Foctopath-traveler-2%2F63972f8b6e89ab5aebb50c76%2Fot2_202209_pub01_ss009-eusCNdyn-.jpg%3Fquality%3D85%26width%3D1024?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=925daea3008328e8eed722138db23b3d" alt="Screenshot Octopath Traveller 2, kleine Figuren stehen in einer Pixelstadt"/><p>Hanutii</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fshared.fastly.steamstatic.com%2Fstore_item_assets%2Fsteam%2Fapps%2F2060790%2Fss_63c9e455a084f4f52efbfb2fc7a3abfa4c698d3e.1920x1080.jpg%3Ft%3D1734069141?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=56e15aea840d5154f6250db03f570a1e" alt="Screenshot Hauntii, ein Medium erklärt, dass die Karten den Tod der Spielfigur vorhersagen, die Spielfigur ist ein Geist"/><p>Mich interessiert jeweils, wie es ausgeht. Ob noch eine unerwartete Wendung folgt. Ob die Spiele noch 2, 10, 30 weitere Stunden Spaß machen oder die Erinnerung an sie schon im Ether der Konsumgesellschaft verschwunden ist, sodass ich den Einstieg nicht wiederfinde. Spätestens beim Recap 2025 werden wir mehr wissen.</p><h4>🏆 GOTY Shortlist 🏆</h4><p>Bleiben wir vorerst in diesem Jahr. Wer sagt, 2024 war kein gutes Spielejahr, hat keine Ahnung. Folgende Spiele (aus diesem Jahr, wenn nicht anders angegeben) waren hervorragend. Unwirklich, fesselnd, bewegend, inspirierend, spannend, lustig. Auf allen Ebenen eine sehr gute Zeitinvestition. Meine Games of the Year in keiner bestimmten Reihenfolge sind:</p><p>The Hotel (2022)</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fshared.fastly.steamstatic.com%2Fstore_item_assets%2Fsteam%2Fapps%2F2134970%2Fss_ce856df0e3ec2dad77fa0a6cf53814ee052d2dbb.1920x1080.jpg%3Ft%3D1677743849?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=303f37abc13a56b6d0290a6f30781eb2" alt="Screenshot The Hotel, ein Mann zielt mit der Pistole auf etwas außerhalb des Bildausschnitts"/><p>Indika</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fshared.fastly.steamstatic.com%2Fstore_item_assets%2Fsteam%2Fapps%2F1373960%2Fss_e55bd23c8d96290d948d8b7ff4436084829ad6ee.1920x1080.jpg%3Ft%3D1733750846?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=744e46057b56bc7b2a0cd5d62dc07cae" alt="Screenshot Indika, eine Nonne vor einem Heiligenbild"/><p>Midnight Scenes: A Safe Place</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bd96628f-8f02-4890-a974-005fc3072f2f/uploads/images/p53ioteetz/20240322214634_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Screenshot Midnight Scenes, ein junger Mann sitzt auf dem Boden seines Zimmer, hält sich die Ohren zu, sagt, dass ihn Stimmen terrorisieren"/><p>Shadow of the Erdtree</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fshared.fastly.steamstatic.com%2Fstore_item_assets%2Fsteam%2Fapps%2F2778580%2Fss_c97bcad291f4f45d4be4594f34bd78921d961099.1920x1080.jpg%3Ft%3D1721683108?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=28c4b1440a1ab3abaa37fd125fc43152" alt="Screenshot Shadow of the Erdtree, ein Reiter mit Schwert in einem Feld voller Grabsteine, im Hintergrund ein dunkles Schloss"/><p>Mouthole</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bd96628f-8f02-4890-a974-005fc3072f2f/uploads/images/kih4hk27u7/20240418215457_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Screenshot Mouthole, durch einen verpixelten Mund sieht man eine geisterhafte Figur"/><p>Decarnation (2023)</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bd96628f-8f02-4890-a974-005fc3072f2f/uploads/images/exze4gmsnx/20240812182838_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Screenshot Decarnation eine junge Frau irrt durch eine bizarre Traumstadt"/><p>The Crimson Diamond</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bd96628f-8f02-4890-a974-005fc3072f2f/uploads/images/omxb6rkmo7/20240823203516_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Screenshot zwei Männer stehen in einer grellen Pixelhütte"/><p>Rauniot</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bd96628f-8f02-4890-a974-005fc3072f2f/uploads/images/tfteub3in5/20240429225307_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Screenshot Rauniot eine Frau repariert einen Generator, die Werkstatt ist überwuchert"/><p>Arctic Eggs</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bd96628f-8f02-4890-a974-005fc3072f2f/uploads/images/kt2mblq3dg/20240618225437_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Screenshot Arctic Eggs, eine Person sagt government fucks me everyday"/><p>Mouthwashing</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bd96628f-8f02-4890-a974-005fc3072f2f/uploads/images/qj2scmp772/20241003140418_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Screenshot Mouthwashing, ein Mann sagt Mann, die Chefs des Pony-Express sind echt nicht locker drauf was"/><p>30 Birds</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bd96628f-8f02-4890-a974-005fc3072f2f/uploads/images/x3zn3artq6/20241206191643_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Screenshot 30 Birds, eine bunte 2d Stadt, eine Frau steht in einem Gang, hinter ihr an der Wand steht ACAB"/><h3>Danke</h3><p>Danke, dass du diese Ausgabe des Mini-Newsletters gelesen hast. Wie hat sie dir gefallen? Lob, Kritik und jegliches anderes Feedback erreicht mich über die Kommentare, wenn du eine Bonus-Mitgliedschaft hast. Alle anderen schreiben hier:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p></li></ul><p>Cheerio<br/>Christina</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 17 Dec 2024 22:11:52 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Kuration: Jetzt schon Ausschau halten]]></title>
      <description><![CDATA[Die “Gaming Wrapped 2024” Artikel stehen schon in den Startlöchern, da werfen wir einen Blick auf aktuelle Titel und Ankündigungen, um sie schon jetzt zu speichern.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die “Gaming Wrapped 2024” Artikel stehen schon in den Startlöchern, da werfen wir einen Blick auf HYPERaktuelle Titel und Ankündigungen, um sie schon jetzt für nächstes Jahr zu speichern. </strong></p><p>Sind Spiele dabei, von denen du noch nie gehört hast? Let me know und hinterlasse einen Kommentar. &lt;3</p><p>Einige dieser Spiele sind übrigens Empfehlungen, die am Ende meines “Welches Spiel wäre ich 2024 gewesen?”-Quiz genannt werden. Bonus-Mitglieder erhalten sie hiermit vor allen anderen. Das Quiz selbst erscheint später diesen Monat.</p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/cbe84e30-1291-4b69-bcc9-2712002394bc">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
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      <pubDate>Sun, 01 Dec 2024 13:07:42 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gibt es nur ein Spiel auf dieser Welt?]]></title>
      <description><![CDATA[Das Spiel des Theseus, eine Liebeserklärung an  Menü-Sounddesign und Best of Finanzminister-Memes.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Spiel des Theseus</strong></p><p>Ein Freund von mir (<a href="https://okcool.space/">ihr kennt ihn vielleicht</a>) schickte mir <a href="https://www.instagram.com/reel/C9_XaZgszWs/?igsh=MXF6Y29hdHptZG1udA==">dieses Reel</a>. Es geht um das Theseus-Paradoxon. Ist ein Gegenstand auch dann noch derselbe, wenn Einzelteile nach und nach ausgetauscht werden? Das Beispiel aus der Antike ist das Schiff des Theseus. Wenn man über die Zeit alle Planken ersetzt, ist das Schiff nach Jahren noch dasselbe?</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9424c22b-e897-4197-b64d-ce7cdce25929/uploads/images/xdt2g5xhij/theo-bickel-9ufuW9Yr3jg-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Wrack eines Schiffes"/><p>(Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@walloftheo?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Theo Bickel</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/ein-boot-das-auf-einem-holzstapel-sitzt-9ufuW9Yr3jg?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Unsplash</a>)</p><p>Das warf bei mir die Frage auf: Ist jedes Spiel dasselbe Spiel? Gibt es nur ein Spiel auf dieser Welt?</p><p><strong>Beweisstück A: Soulslikes</strong></p><p>Über die Jahre habe ich meine Meinung zu diesem Begriff x-Mal geändert. Mittlerweile hat er keine Bedeutung mehr für mich (was nicht heißt, dass <a href="https://www.superlevel.de/dark-souls-erschuf-ein-genre-in-das-niemand-will/">dieser Text</a> nicht trotzdem lesenswert wäre, allein wegen der Sicht der Entwickler).</p><p>Die Kriterien für das Genre werden immer wieder geändert, Konsens gibt es keinen. Was dazu führt, dass die Masse an Spielen, die sich als Soulslikes bezeichnen, schier unendlich ist und es schwer fällt Gemeinsamkeiten zwischen einigen von ihnen zu erkennen:</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fshared.fastly.steamstatic.com%2Fstore_item_assets%2Fsteam%2Fapps%2F367520%2Fss_d5b6edd94e77ba6db31c44d8a3c09d807ab27751.1920x1080.jpg%3Ft%3D1695270428?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=ef937eb0042cb53ac769b51bc60f1c30" alt="Screenshot eines Spiels, 2D, Hollow Knight"/><p>(Hollow Knight)</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fshared.fastly.steamstatic.com%2Fstore_item_assets%2Fsteam%2Fapps%2F1745510%2Fss_2481e2130f4a9145d64f2e5481385b5173fba245.1920x1080.jpg%3Ft%3D1727654240?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=69095d1c6ab1e97295c7b6cd31d431fa" alt="Screenshot eines Spiels, 3D Lunacid, eine Pixelbraut wird angegriffen"/><p>(Lunacid)</p><p><strong>Beweisstück B: (The Legend of) Zelda-Likes</strong></p><p>Never change a gewinnbringendes system. Ich kann nicht mehr sagen, wie oft ich “inspiriert von Zelda” in Beschreibungen von Indiespielen gelesen habe, die dann weit hinter dieser Erwartung zurückblieben. Auch hier muss man fragen: Was soll die Referenz bedeuten?</p><p><strong>Beweisstück C: Twin Peaks</strong></p><p>Exakt der obige Absatz, nur dass ihr “Zelda” durch “Twin Peaks” ersetzen könnt.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Es ist nachvollziehbar: Dark Souls, Zelda und Twin Peaks sind erfolgreiche Serien, die scheinbar etwas gemacht haben, das davor niemand und danach wenige geschafft haben. Deren Ruhm und Glanz durch die bloße Benennung auf Andere übergehen sollen. Doch jedes dieser Produkte ist am Ende auch nicht mehr als eine besonders gelungene Zusammenstellung von Elementen, die es vorher schon gab. Zerteilt man sie in ihre Einzelteile, gibt es da nichts, was andere nicht vorher auch schon gemacht hätten.</p><p>Was uns wieder zu Theseus bringt. Angenommen, das 🚢 ist noch immer dasselbe, auch wenn Einzelteile nach und nach ersetzt wurden. Es bleibt das gleiche Objekt mit der gleichen Funktion. Dann ist ein Spiel, das die gleiche Formel, den gleichen Gameplay-Loop, die gleichen Elemente wie Zelda einsetzt, auch Zelda.</p><p>Wenn jedes Spiel, das von dieser heiligen “Souls-Zelda-Twin-Peaks”-Dreifaltigkeit inspiriert ist, am Ende nur eine neue Zusammensetzung der gleichen, bereits existierenden Einzelteile ist, ist es dann wirklich ein neues Spiel?</p><p>Meine These ist, dass wir in einem intertextuellen hellhole sind. Kein Spiel existiert im Vakuum und alles ist von allem beeinflusst. Kann es dann überhaupt Spiele im Plural geben? Oder spielen wir am Ende Iterationen ein und desselben Spiels?</p><p>Die Krux solcher Theorien ist natürlich, dass sie nur funktionieren, wenn man Inhalte bis auf die Knochen runterbricht. Sobald man alles relativiert, quasi die Kirschen und Sahne auf der Torte gleichsetzt, weil nur der Schokoboden zur These passt, funktioniert die These nicht mehr. Sie zerfällt zu einem netten Gedankenexperiment, mehr nicht.</p><p>Aber wisst ihr, welches Experiment nicht vergebens war? <a href="https://www.youtube.com/watch?v=-0wU7skWW4c&amp;ab_channel=SkiJumpingUploads">RTL Skispringen 2002</a> für die Playstation.</p><h3>Sorry, Sven</h3><p>Ich kann nicht sagen, ob Werbepartnerschaften früher authentischer waren, ob ich zu jung war oder wieso ich sonst Milka-Fangirl wurde, nur weil Skispringer Martin Schmitt von der lila Schokolade gesponsert wurde. Es war ein match made in heaven: Erst im Schnee Höchstleistung bringen und dann mit einer heißen Schokolade das alpine Panorama genießen.</p><p>Eben jener deutscher Skispringer zierte das Cover von RTL Skispringen 2002 und war als einziger Profi mit seinem echten Namen darin vertreten. Wäre an seiner Stelle Sven Hannawald gewesen, Freunde, ich hätte mir die Plastikpackung eingerahmt. Auch das kann ich mir heute nicht erklären. Als Kind wurde ich komplett random Fan von Dingen und Personen — meist hielt meine Treue nicht. Sorry, Sven.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Werbeblock</h3><p>Mein Text über Demakes, der letztes Jahr in der GEE erschien, ist nun bei Superlevel verfügbar. Darin erzählt Fraser Brumley, Entwickler von Dead Space Demake, wieso Demakes funktionieren und was er alles lernen musste, damit dieses spezielle Demake funktioniert.</p><a href="https://www.superlevel.de/playstation-demake-dead-space/">https://www.superlevel.de/playstation-demake-dead-space/</a><p>Und natürlich darf kein Newsletter versendet werden, ohne dass ich Lost Levels erwähne. Unser Podcast ist ein Hobby- und Herzensprojekt, in das wir über die Jahre viel Zeit und Geld gesteckt haben. I wouldn’t want it any other way, aber Flori und ich sind auch nur Menschen, eitle dazu, und deshalb freuen wir uns über jeden neuen Kommentar unter den Videos, jedes neue Abo und jeden neuen Gast auf unserem Discord. Wenn ihr Videospiele mögt, <a href="https://lostlevels.de/">hört</a> oder <a href="https://www.youtube.com/watch?v=kDVz6Ulv4Pk&amp;t=3578s&amp;ab_channel=LostLevels">guckt</a> doch mal rein 💖</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Hoffnungsträger Lizenzspiele</h3><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=BoaCcVcRbZk&amp;ab_channel=PSXHeaven">RTL Skispringen 2002</a> war seiner Zeit voraus. Verantwortlich waren RTL Playtainment (ja, das Kölner Medienunternehmen, das heute zu Bertelsmann zählt und letztes Jahr Gruner + Jahr schluckte, hatte seinerzeit, als man noch Hoffnung in diesen Wirtschaftszweig setzte, einen eigenen Games-Publisher) und VCC Entertainment (eine Hamburger Postproduktionsfirma, die 2001 gegründet wurde und nach mehreren Umfirmierungen 2012 Insolvenz anmeldete).</p><p>Unser Wohnzimmer war nicht das einzige, in dem sich die CD-ROM drehte: Allein in Deutschland wurde das Spiel <a href="https://retrovideospiele.com/rtl-skispringen-2002-zeigt-wo-die-cd-der-playstation-dem-modul-des-n64-voraus-war/">150.000 Mal</a> gekauft. Bei 120 Mark pro Stück kommt da eine Stange Geld zusammen, ganz zu Schweigen von den Lizenzgebühren.</p><p>Jedenfalls fand ich das Spiel toll. Dass ich das Wachs an die Wetterbedingungen der nächsten Schanze anpassen muss, dass die Outfits nicht nur nach Farbe ausgewählt werden sollten oder die Trainer:innen danach, wie sympathisch sie auf dem Bilchen aussahen, entging mir vollkommen. Aber das macht gar nichts!</p><p>Nach jedem Sprung, bei dem man irgendeinen Pfeil gerade halten muss und irgendwie am Ende den Knicks in der Landung brauchte, freute ich mich auf das Menü, mein Zuhause. Manchmal gab es Nachrichten wie “Eine Eiscrememarke möchte dich mit 10.000 Euro sponsern” oder “Du wurdest nach einer Kneipentour gesehen, -2 Fitness”. Das gewonnene Geld wurde sofort wieder investiert — komplett willkürlich in alles mögliche.</p><p>Das beste, mit Abstand allerbeste an diesem Spiel ist aber das Sounddesign. Das Klicken im Menü ist unbeschreiblich befriedigend, ich warte seitdem darauf, dass ein Stück Software mich noch einmal so abholt. Dazu dudelte ein damals extrem futuristisch wirkender Soundtrack, der das mindestens genauso futuristische Silbergrau des Menüs unterstrich.</p><h3>Meme der Woche</h3><p>Fast ist mir nicht nach Memen, aber es hilft ja alles nix. Als wär’ ich ein Orakel, haben wir am 6. November vermehrt das Captain-Meme gesehen, <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/f5687bf3-83ed-4580-8152-c67823d56669">über das ich in der letzten Ausgabe schrieb</a>.</p><p>Weil die US-Wahl nicht genug war, kam am Abend noch der Knaller: Die Koalition ist beendet, Lindner entlassen. Nachfolgend das Best Of der Lindner-Memes:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9424c22b-e897-4197-b64d-ce7cdce25929/uploads/images/lxtcw65p5l/1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Meme: Bus (Trump gewinnt die Wahl), der von Zug (Scholz feuert Lindner) überrollt wird"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9424c22b-e897-4197-b64d-ce7cdce25929/uploads/images/or6bksntum/2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Tweet: Es muss so unglaublich befriedigend gewesen sein Christian Lindner rauszuwerfen, dafür hätte ich auch den Kanzlerposten weggeworfen."/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9424c22b-e897-4197-b64d-ce7cdce25929/uploads/images/vshgqp2jth/3.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Meme: Lindner auf die Website des Arbeitsamts unter Bürgergeld beantragen montiert"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9424c22b-e897-4197-b64d-ce7cdce25929/uploads/images/hn5keal6sj/4.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Bild von Lindner in der taz mit der Überschrift Deutschlands frechster Arbeitsloser"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9424c22b-e897-4197-b64d-ce7cdce25929/uploads/images/tk3d2damg2/5.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Montage Lindner bei Snapchat mit der Caption alles scheiße gerade, kann wer reden"/><h3>Danke</h3><p>Danke, dass Du meinen Mini-Newsletter diesen Monat gelesen hast. Und danke auch fürs Abonnieren &lt;3</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p>Wenn er Dir gefällt, leite ihn an Freund:innen oder Bekannte weiter. Wenn nicht, erreicht mich Kritik <s>gar nicht</s> über die üblichen Kanäle unter @chrissikills.</p><p>Viele Grüße<br/>Christina</p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/9424c22b-e897-4197-b64d-ce7cdce25929/uploads/images/xdt2g5xhij/theo-bickel-9ufuW9Yr3jg-unsplash.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Fri, 08 Nov 2024 14:36:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Das Prinzip “Dragon Ball Z”]]></title>
      <description><![CDATA[Wieso die Hälfte aller Serien zu viele Staffeln hat und wieso wir problematische Figuren lieben. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wieso die Hälfte aller Serien zu viele Staffeln hat und wieso wir problematische Figuren lieben .</strong></p><p>Die meisten Serien lassen sich in eine von zwei Kategorien einteilen: mit oder ohne Reihenfolge.</p><p>Sitcoms zum Beispiel funktionieren ohne, also in jedweder Reihenfolge. Man kann immer irgendwo einsteigen und weiß trotzdem, worum es geht. Die Konflikte sind in sich geschlossen und auf eine Folge begrenzt.</p><p>Dramen zum Beispiel sind strikt chronologisch. Es gibt einen besonders ausgearbeiteten Handlungsstrang, der in jeder Folge weitererzählt wird. Dass diese Unterteilung nicht immer trennscharf ist, ist ja klar. Auch Dramen haben Ausreißer-Folgen, auch Sitcoms haben übergeordnete Erzählungen. Die Menschen sollen schließlich jede Woche einschalten und nicht nur jede zweite.</p><h3>Die Vater-Apokalypse-Pipeline</h3><p>Das Problem des chronologischen Modells ist, dass der Konflikt am Ende einer Staffel gelöst — oder noch besser: übertrumpft — werden muss. Supernatural ist ein gutes Beispiel:</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fvariety.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2017%2F09%2Fsupernatural-cw.jpg%3Fw%3D1000%26h%3D563%26crop%3D1?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=4ab421fb591095f94d1f66c89f37a481" alt="Brüder Dean und Sam aus Supernatural"/><p>(Copyright Dean Buscher/The CW)</p><p>In der Serie folgen wir den Brüdern Sam und Dean, die Geister und andere übernatürliche Gefahren jagen. Während es in der ersten Staffel nur darum geht den Vater zu finden, stehen sie bald einer Scheußlichkeit nach der anderen gegenüber. Die Apokalypse, die Dunkelheit (die wohl schlimmer ist als die Apokalypse), Fegefeuer, Leviathane und kurz vor Ende der Serie beschließt Gott selbst die Geschichte zu beenden und startet die dritte (?) Apokalypse im Supernatural-Universum.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Ein konkretes Beispiel: In der fünften Staffel erscheinen die vier Reiter der Apokalypse. Tod wird besonders <a href="https://www.youtube.com/watch?v=5EcsBgxXDqc&amp;ab_channel=WaqarMurtaza">imposant vorgestellt</a>, als unantastbarer Widersacher dargestellt. Doch fünf Staffeln später hat niemand mehr Angst vor ihm und die Brüder durchtrennen den Tod mit seiner eigenen Sense.</p><p>Analog zu den immer dramatischeren Ereignissen, die die Brüder verhindern müssen, werden auch ihre Möglichkeiten immer größer, mächtiger — und lächerlicher. Die Serie weiß darum und macht es zum Asset. Mein Vorschlag wäre trotzdem ein Drittel der Staffeln zu streichen.</p><p>Perfektioniert hat dieses Prinzip der ausufernden Konflikte Dragon Ball Z. Hier kämpfen Anime-Helden gegen Monster — ganz grob gesagt.Es dauert ewig, bis die aktuelle Gefahr für die Menschheit besiegt ist. Dann gibt es zwei, drei Folgen, in denen Son Goku z.B. seinen Führerschein macht und es folgt ein noch viel grausamer Gegner, von dem wieder niemand weiß, wie um Himmels willen er nur besiegt werden soll. Bis er dann besiegt wird.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fm.media-amazon.com%2Fimages%2FS%2Fpv-target-images%2F26dbd02c9e243dc568bc26b242c3c5aad664233b86a50c42bb7d97f42eb8885e._SX1080_FMjpg_.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=62d04fe73a863f992f36398ef1391d75" alt="Charaktere aus Dragon Ball Z auf einem fremdartigen Planeten"/><hr aria-hidden="true"/><h3>Werbeblock</h3><p>Ich war mit meiner Schwester Verena in Frankfurt! In einer Podcastfolge sprechen wir darüber und fragen: Darf man fiktive sexuelle Gewalt gut finden?</p><p>Dark Romance ist das Love Child (😉) von Thrillern und Romanzen. Es ist spicy — der Internetbegriff für alles, was mit Sex(arbeit) zu tun hat — und aktuell der heiße (😉😉) Scheiß.</p><p>Textauszüge, Zusammenfassungen, meine Fragen, ihre Antworten und unsere Gedanken gibt es hier:</p><a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/c5eb3664-e41d-4ac3-92e8-b59355ccc258">https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/c5eb3664-e41d-4ac3-92e8-b59355ccc258</a><p>Etwas anderes düsteres ist The Iron Rig, der neue Dredge DLC. Der hat die “Verrückter Wissenschaftler”-Figur, wunderschöne neue Fisch-Designs und das würde ich auch sagen, wenn ich digitale Fische nur halb so spannend fände. <a href="https://youtu.be/EqnWbA6x9sM">Für Youtube</a> habe ich gute 95% des DLC erkundet.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Auch die erfolgreiche BBC-Serie Sherlock — in jungen Jahren das Zentrum meiner Wunschidentität — verfolgt das Prinzip “Dragon Ball Z”. Während die ersten Folgen moderne Adaptionen der Kurzgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle sind, braucht es spätestens ab der zweiten Folge trotzdem einen wiederkehrenden, unbesiegbar scheinenden Gegner. Und als der sein Ende findet, braucht es einen noch mächtigeren. Mit der letzten Staffel werden Sinn, Ordnung und die literarische Vorlage völlig aus dem Fenster geworfen.</p><h3>Wisst ihr, wer auch in Haus 221 B wohnt?</h3><p>Dr. House. Ich binge die Serie gerade und die Parallelen zwischen dem britischen Detektiv und verbitterten Arzt drängen sich geradezu auf. Ehrlich gesagt ist es schwer, Unterschieden zwischen ihnen zu finden.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fresizer.glanacion.com%2Fresizer%2Fv2%2F-QGJJA5C6A5GAVEHRGXUTENLYGE.jpg%3Fauth%3D5654c3723cffbe996d60d3b51f51a682a0f69a10b99a00c508cf4f38bfc87171%26width%3D1920%26height%3D1280%26quality%3D70%26smart%3Dtrue?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=5c8983618b89e38815f4134a4ed3921c" alt="Dr. House und sein Team"/><p>H. ist ein weißer Mann zwischen 35 und 50. Ebenso angesehen wie berüchtigt in seinem Metier. Unhöflich bis respektlos, was ihm alle verzeihen, eben weil er so schlau ist. Denn schlaue Menschen dürfen alles. Einzige Ausnahme bildet der Sidekick, das Gewissen: Dr. W. Hinzu kommt eine slow-burn Romanze mit einer dunkelhaarigen, ebenso intelligenten Frau, selbstzerstörerische Tendenzen, ein Drogenproblem und die nicht minder große Sucht Fälle zu lösen und anderen zu zeigen, wie viel besser er ist.</p><p>Einfach ein liebenswürdiger Charakter. Brauchen wir als Zuschauer:innen solche problematischen, überkomplexen Figuren? Ist es eine Art Katharsis? Ein Ausleben nie erfüllter Träume? Ein “Es ist okay, dass du Fehler hast, denn dieser fiktive Charakter hat größere Fehler” oder ein “Auch du warst an der Auflösung beteiligt, konntest folgen und bist deshalb fast genauso schlau”?</p><p>Ein weibliches Äquivalent dieses, ich will fast sagen, Archetypen, ist Beth Harmon aus Queen’s Gambit: unfassbar schlau, suchtkrank, unhöflich, aber loveable.</p><h3>Meme der Woche</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f5687bf3-83ed-4580-8152-c67823d56669/uploads/images/gblsldhn2v/2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Ein Mashup des &quot;Captain it&#39;s Wednesday&quot; und &#39;Its is wednesday, my dud&quot; Memes"/><p>Die Genese dieses Memes ist ein perfekter Querschnitt des Internets.</p><p>Das Panel stammt aus einem 1941 veröffentlichten Comic von Tim &amp; Struppi. Es zeigt das erste Treffen zwischen Tim und Kapitän Haddock. Tim bezichtigt den Kapitän des Drogenschmuggels, weil er Opium auf dessen Schiff fand. Der Kapitän weiß von nichts, ist am Ende wohl auch unschuldig.</p><p>Der Text stammt aus der Sitcom 30 Rock, wo 2009 der Charakter von Tina Fey sagte: “What a week, huh?”, und der Charakter von Alec Baldwin antwortete: “Lemon, it’s Wednesday.”</p><p>Die beiden brachte 2017 Tumblr-User:in Incorrectintin zusammen. So richtig viral ging das Meme allerdings erst 2020 auf Twitter. Ein Jahr nachdem @whataweekhuh erstellt wurde und anfing jeden Mittwoch dieses Meme zu posten.</p><p>Diese spezielle Version hier ist aber ein Mix aus “What a week, huh” und “It is Wednesday, my dudes”. Letzteres begann als Bild eines Frosches 2014 auf Tumblr, man sieht das Tier links über dem Kopf von Tim.</p><p>Internetnutzer Jimmy Here fand das Bild und den Text dazu so lustig, dass er es vertonte und 2015 bei Vine hochlud.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=du-TY1GUFGk&amp;ab_channel=JimmyHere">https://www.youtube.com/watch?v=du-TY1GUFGk&amp;ab_channel=JimmyHere</a><p>Das Originalmeme selbst ist schon aus mehreren Gründen witzig: es ist relatable, vermittelt ein globales Lebensgefühl der Müdigkeit und passt mindestens 1x pro Woche, was es unabhängig von Mikrotrends macht. Vielleicht deutet es aber auch auf einen größeren Trend. Fatigue einer Generation, Unmut, Ermüdungserscheinungen im Spätkapitalismus, das Ende der Hustle-Culture?</p><p>Die Kombination mit dem Frosch ist für Kenner:innen, die hier gleichzeitig einen Moment des Wiedererkennens und der Überraschung erleben. Und was ist Humor schon, als eine unerwartete Wendung?</p><h3>Danke</h3><p>Vielen Dank, dass Du diese Ausgabe des Mini-Newsletters gelesen hast. Wie fandest du sie? Anregungen, Lob, Kritik erreichen mich über die üblichen Kanäle.</p><p>Teile den Newsletter auch gerne mit Freund:innen, ich freue mich immer sehr, wenn jemand Neues abonniert. :)</p><p>Happy Halloween 👻🧛‍♀️🎃🕸️⚰️🕯️</p><p>Eure Christina</p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 31 Oct 2024 16:47:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Make Consent Sexy Again]]></title>
      <description><![CDATA[Dark Romance ist das Love Child (😉) von Thrillern und Romanzen. Es ist spicy und der heiße (😉😉) Scheiß. Das wurde besonders auf der Frankfurter Buchmesse deutlich.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Dark Romance ist das Love Child (😉) von Thrillern und Romanzen. Es ist spicy — der Internetbegriff für alles, was mit Sex(arbeit) zu tun hat — und ist der heiße (😉😉) Scheiß. Das wurde besonders auf der Frankfurter Buchmesse deutlich.</p><p>Verena und ich waren dort. Eine von uns hat Tausende Seiten Dark Romance gelesen, die andere hatte nach der Buchmesse Fragen. Also haben wir uns zusammengesetzt und unsere Erlebnisse erörtert:</p><p>Wie war die Frankfurter Buchmesse? Ist Synchronstöhnen Sexarbeit? Sollten Bücher ab 18 sein? Ist Consent sexy? Was hat Booktok mit dem Dark-Romance-Hype zu tun? Wie war die Leserparty einer der erfolgreichsten deutschen Dark-Romance-Autorinnen? Darf man Unterdrückung unterhaltend finden?</p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/c5eb3664-e41d-4ac3-92e8-b59355ccc258">Auf Steady anhören</a></p><p><em>Introsong: Keep it Down von Untimely Dosage via Free Music Archive, CC BY 4.0 DEED</em></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Podcast]]></category>
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      <pubDate>Sat, 26 Oct 2024 17:36:04 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gepinkeltes Blau]]></title>
      <description><![CDATA[Yves Klein erfand ein Blau. Doch bei seiner ersten Ausstellung waren die Wände weiß und das Blau woanders. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Yves Klein erfand ein Blau. Doch bei seiner Ausstellung waren die Wände weiß und das Blau woanders.</strong></p><p>Mit einer Postkarte lud Kunstkritiker Pierre Restany im Frühjahr 1958 zu einem ekstatischen Spektakel in der Pariser Galerie Iris Clert, das die Sinne auf den Kopf stellen sollte. Gäste könnten der “Manifestation einer Wahrnehmungssynthese” beiwohnen, die das Ende der malerischen Suche des Künstlers begründete.</p><p><em>Iris Clert invites you to honor, with all your affective presence, the lucid and positive event of a certain reign of the sensible. This demonstration of perceptive synthesis sanctions the pictorial quest of Yves Klein for an ecstatic and immediately communicable emotion. (Opening, 3, rue des Beaux-Arts, Monday, April 28, 9 p.m.–12:00). Pierre Restany</em></p><h3>Neue Realisten</h3><p>Die Ausstellung sollte später zu den bekanntesten Hinterlassenschaften des Künstlers Yves Klein zählen. Restany war dessen größter Fürsprecher und 1960 Gründungsmitglied einer Künstlervereinigung, die sich dem Nouveau Réalisme verschrieben hatten, dem neuen Realismus. Künstlerisch unterschieden sich die Mitglieder, doch der Bezug zum Alltäglichen einte ihre Ideen. Aus Müll wurde Kunst, aus einem Happening wurde Gesellschaftskritik. Anstatt sich auf das Bild zu konzentrieren, wurden Objekt und Aktion zum Mittelpunkt der Kunst.</p><p>Auch Yves Klein war Mitglied dieser Vereinigung. Der 1928 in Nizza geborene Künstler soll schon als junger Mann den Himmel für sich beansprucht haben. Er wolle die Vögel erschießen, die es wagten ihn zu kreuzen, heißt es. Mit Ende 20 beschloss er, nur noch monochrom arbeiten zu wollen. Im Mittelpunkt standen die Farben Blau, Pink und Gold.</p><p>Doch sein künstlerisches Leben sollte fortan vor allem einer Farbe gewidmet sein. Die dünne Schrift in Ultramarin, mit der die Einladung zur Vernissage in Paris geschrieben war, kündigte den Fokus seiner Ausstellung an: das International Klein Blau.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/64cd33e3-bc58-4a4a-b1fe-032fc5a4a4d2/uploads/images/4zkxqvn77c/IKB_191.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Blau"/><p><em>(IKB 191</em> (1962), Yves Klein — Yves Klein, Weitemeier, Taschen 1994. Public Domain, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19313447">https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19313447</a>)</p><h3>Eine Farbe zum Verlieren</h3><p>Die Farbe selbst hat Klein wohl nur bedingt selbst erschaffen. Auch die Legende, er habe sich die Formel patentieren lassen, um sie als Einziger nutzen zu können, dementieren viele Quellen.</p><p>Vielmehr beanspruchte Klein das Blau für sich, was schon ein signifikanter performativer Akt an sich ist. Er mischte das Ultramarinpigment mit einem neuen Kunstharz als Bindemittel, wodurch es nach dem Trocknen matt blieb.</p><p>Kleins Korrespondenz mit dem Patentamt diente wohl vor allem dem Zweck, den Zeitpunkt seiner Innovation festzuhalten. Für den Künstler gleichten Linien, Formen und Kompositionen Gitterstäben, Gemälde bezeichnete er als Gefängnisfenster. Seine monochromen Bilder wurden zu viel mehr als einer persönlichen Vendetta gegen das Herkömmliche.</p><p>Sie bildeten den Beginn eines veränderten Schaffungs- und Rezeptionsverhalten. Denn monochrome Bilder erfüllten nicht länger die Erwartungen, die Besucher:innen an bildende Kunst hatten. Anstatt eine Szene zu zeigen, zeigten sie nur sich selbst. Die Menschen sollten sich im Blau verlieren.</p><h3>Die Leere</h3><p>Die Vernissage in der Galerie Iris Clert an Kleins 30. Geburtstag zählte fast 3000 Gäste. Sie versammelten sich vor dem einzigen offenen Eingang der Galerie, über den ein blauer Vorhang drapiert war. Nur in kleinen Gruppen durften sie eintreten. Sie fanden jedoch keine Gemälde oder Skulpturen vor — nicht einmal Farbe.</p><p>Die Ausstellung <em>La spécialisation de la sensibilité à l’état matière première en sensibilité picturale stabilisée, Le Vide</em> (<em>The Specialization of Sensibility in the Raw Material State into Stabilized Pictorial Sensibility, The Void</em>) fand in der leer geräumten 20qm großen Galerie statt. Klein hatte zuvor alles weiß gestrichen — <a href="https://www.yvesklein.com/en/archives/index?r[]=exhibition&amp;r[]=photo&amp;r[]=document&amp;r[]=artwork&amp;r[]=article&amp;k[]=40&amp;k[]=30&amp;sb=item_type&amp;sd=asc&amp;r[]=film#/en/archives/view/film/88/yves-klein-s-exhibition-la-specialisation-de-la-sensibilite-a-l-etat-de-matiere-premiere-the-specialization-of-sensibilite-in-the-raw-material-state-of-stabilized-pictorial-sensibilite?r[]=exhibition&amp;r[]=photo&amp;r[]=document&amp;r[]=artwork&amp;r[]=article&amp;r[]=film&amp;k[]=40&amp;k[]=30&amp;sb=item_type&amp;sd=asc">von den Wänden bis hin zu Vorhängen</a>.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/64cd33e3-bc58-4a4a-b1fe-032fc5a4a4d2/uploads/images/bga42m7y4j/Unbenannt2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Ein Mann geht durch einen blauen drapierten Vorhang in die Galerie."/><p>(© The Estate of Yves Klein c/o ADAGP, Paris)</p><p>Als Aperitif wurde den Gästen ein blaues Getränk gereicht, das aus Gin, Cointreau und Methylenblau bestand. Methylenblau kommt in Form dunkelgrüner Kristalle vor, die sich, in Wasser aufgelöst, in ein strahlendes Blau verwandeln. Es wird in der Botanik, Geologie und Chemie eingesetzt, hilft bei Fischen gegen die Weißpünktchenkrankheit, dient bei Nitritvergiftungen als Gegengift und bei Malaria als Antiseptikum. In hohen Dosen wird es zum Neurotoxin, das zum Serotoninsyndrom führen kann. Doch es genügen bereits kleine Mengen, um den Urin blau zu färben.</p><p>Auf der Toilette fanden die Besucher:innen der Ausstellung schließlich das Blau, das sie nach Betreten der Galerie vergeblich suchten.</p><h3>Der Himmel als Leinwand</h3><p>Kleins Ausstellungen bewegten sich zwischen Genie und Scharlaten, wie sein Wegbegleiter Restany attestierte. 1957 ließ Klein 1001 blaue Ballons in den Pariser Himmel steigen, um seine “Blaue Periode” einzuläuten. Der Himmel war seine Leinwand. Die Aktion wiederholten seitdem mehrere Museen für moderne Kunst als Andenken an den Künstler.</p><p>Obwohl IKB Kleins Vermächtnis am nachhaltigsten prägte, war er auch für seine Experimente mit Material und Werkzeugen bekannt. So malte er unter anderem mit Feuer oder Menschen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/64cd33e3-bc58-4a4a-b1fe-032fc5a4a4d2/uploads/images/gxel4sdgbz/photo_file_3637.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="eine Frau, die wie ein Pinsel in einer Kurve über die Leinwand gezogen wird"/><p>(© Jacques Fleurant/MNAM, © The Estate of Yves Klein c/o ADAGP, Paris)</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/64cd33e3-bc58-4a4a-b1fe-032fc5a4a4d2/uploads/images/4pqckyclwg/picture_file_1700.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="eine blaue Kurve"/><p>(© The Estate of Yves Klein c/o ADAGP, Paris)</p><p>Heute steht er also für ein leuchtendes, fast erdrückendes Blau und seine Aktionen, die das Kunstverständnis seiner Zeitgenossen und uns gleichermaßen herausfordern. Klein starb mit 34 zwei Monate vor der Geburt seines Sohnes nach einer Reihe an Herzinfarkten.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Werbeblock</h3><p>Ach Freunde, ihr kennt den Drill. Ich war wieder in Podcasts — einmal meinem eigenen und einmal bei einem anderen zu Gast.</p><p>Mit Florian sprach ich für <a href="https://lostlevels.de/">Lost Levels</a> über Indiespiele und Essen. Unseren Podcast gibt es seit Folge 150 übrigens auch als Video.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=TwCqmP-0IwE">https://www.youtube.com/watch?v=TwCqmP-0IwE</a><p>Mit Dom sprach ich über meine Reportage für die aktuelle GEE. Es geht um widersprüchliche Gefühle, wie ich versucht habe meine zahllosen Eindrücke auf wenige Zeichen zu reduzieren und meine Ansprüche an Reportagen. <a href="https://okcool.space/ok-cool-schmoekert-20-jubilaeumsausgabe-der-gee-mit-star-wars-raketenbohnen/">Den Podcast findet ihr hier</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Wohin nun?</h3><p>Bald wird mein Newsletter 2. Das ist Grund zur Freude, aber stimmt mich auch nachdenklich. Ich schwanke zwischen dem lowest effort possible und 50 Millionen Ideen, für die ich nur bedingt Zeit habe.</p><p>Einerseits schätze ich mich glücklich schreiben zu können und dass es fast 100 Menschen interessiert, ist wild. Es fühlt sich an wie Akku aufladen. Also gut!</p><p>Andererseits: wie geht es weiter? Wohin entwickeln wir uns hier? Das hängt alles mit Fragen zusammen, die ihr nicht beantworten könnt, wie: Was will ich in meinem Leben eigentlich machen?</p><p><strong>Trotzdem hier eine Frage und ein paar Mitteilungen:</strong></p><p>Wenn Du mich Steady unterstützt (erstmal danke &lt;3), was interessiert Dich? Was willst Du lesen/hören/sehen? Unabhängig jeglicher Antworten (die mich über die Steady-Kommentarfunktion, Discord, Bluesky, Mastodon und Instagram erreichen, jeweils @chrissikills):</p><ul><li><p>Wir (mein geheimer Gast und ich) planen eine neue Podcastfolge. Es wird um Dark Romance und Frankfurt gehen. Die erste Folge des Podcasts könnt ihr <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/853e7611-d28b-48bb-bc66-30e59a26e414">hier nachhören</a>.</p></li><li><p>Dieser Newsletter als Podcast: ja/nein? Ich bin unschlüssig.</p></li><li><p>Seit ewig und drei Tagen trage ich eine Videoidee mit mir herum. Jetzt geht es tatsächlich in die Produktionsphase. Es geht in eine ähnliche Richtung wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=bcH3us9eDL0&amp;ab_channel=Christina">mein Dishonored-Video</a>, allerdings steht Resident Evil 4 exemplarisch im Fokus.</p></li><li><p>Dredge hat einen neuen DLC und ich will ihn spielen. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=urYlduLNhK4&amp;ab_channel=Christina">Wie schon den alten</a>.</p></li><li><p>Im Dezember gibt es wieder eine Abschlussausgabe. Eine Mischung aus <a href="https://lostlevels.itch.io/welches-spiel-waere-ich-2019-gewesen">sowas</a> und <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/e77b828a-3954-4394-b9f0-8e7173e9bd40">sowas</a>.</p><p></p></li></ul><h3>Meme der Woche</h3><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=LAxCqlU-OAo">Hoa hoa hoa hoa…..</a></p><p>Erkannt? Drei Buchstaben (oder zwölf…), die beweisen, dass Sounds wie herkömmliche Memes funktionieren. Denn die meisten von ihnen lassen sich auch ohne Kenntnis des Ursprungs oder gängiger Adaptionen ganz ok verstehen. Genau das können wir hier beobachten, denn mittlerweile ist der Sound synonym für schön-schauriges Wetter und das Ende des Sommers.</p><p>Was dieses Meme darüber hinaus besonders macht, ist sein Medium. Es ist, wie schon erwähnt, ein Sound. Diese drei bis zwölf Buchstaben sind entsprechend Onomatopoesie. (Lautmalerei, aber das hat nicht die “Poesie” im Namen &lt;3)</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/64cd33e3-bc58-4a4a-b1fe-032fc5a4a4d2/uploads/images/3m44awfjxg/a9ca3188-adb8-4a8f-9d54-cc9e49a36998_1201x628.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Bella in Twilight"/><p>Das dazugehörige Lied heißt “Eyes on Fire” von Blue Foundation und ist Teil des Twilight-Soundtracks und löst damit den bisher bekanntesten Song aus dem Soundtrack ab: “Supermassive Black Hole” von Muse.</p><hr aria-hidden="true"/><p>(Wer den Recap überspringen möchte, sucht den zweiten Strich und liest ab da weiter)</p><p>Bella ist neu in einem kleinen Ort in Washington. Es ist kalt, post production hat einen HEFTIGEN blau-grünen Filter auf alles gelegt, damit das klar wird. In der Schule trifft sie Edward, er kann sie aber riechen (weil Vampir), hat deshalb Komplexe und kommt erstmal nicht mehr zur Schule. (Wieso er, über 100 Jahre alt, überhaupt zur Schule geht, ist nicht so ganz stichfest argumentiert). Jedenfalls will Bella ihn zur Rede stellen und wartet an ihrem Auto (weil da offenbar alle mit dem eigenen Auto zur Schule fahren, Murica, I guess). Er taucht nicht auf, ihre neuen Freunde versuchen vergeblich ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen und in genau dieser Szene läuft hoa hoa hoa hoa.</p><p>“Supermassive Black Hole” läuft wenig später, Bella und Edward sind ein Paar und sie gehen mit dem Rest der Vampirfamilie Baseball spielen. Das geht nur bei Gewitter, damit die Baseballschläge im Donner untergehen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/64cd33e3-bc58-4a4a-b1fe-032fc5a4a4d2/uploads/images/6qeh2bzrlx/not-impressed.gif?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="unimpressed meme"/><hr aria-hidden="true"/><p>Schon in der Szene suggeriert der Song Nachdenklichkeit, eine Zurückgezogenheit. Das, zusammen mit der herbstlichen Atmosphäre des Films, hat nun dafür gesorgt, dass hoa hoa hoa hoa zum Soundtrack dieses Herbstes wurde. Zimt, Kakao, Kerzen, Kuscheldecken. Dieses Jahr scheint sich das Internet verabredet zu haben nicht mehr Harry Potter zu gucken, sondern Twilight.</p><p>Twilight-Memes generell sind vor allem deshalb witzig, weil sie die Absurdität des Films hervorheben. Ich sag nur eins:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/64cd33e3-bc58-4a4a-b1fe-032fc5a4a4d2/uploads/images/gkifyg3yub/e02fba739b257cf70bcc496081e70a24.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="this is the skin of a killer, bella"/><h3>Danke</h3><p>Danke, dass Du diese Ausgabe gelesen hast. Wie hat sie dir gefallen? Feedback, Kritik und Lob erreichen mich über die oben genannten und unten verlinkten Kanäle:</p><ul><li><p><a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Discord</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Youtube</a></p></li><li><p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social">Bluesky</a></p></li><li><p><a href="https://norden.social/@chrissikills">Mastodon</a></p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/chrissikills/">Instagram</a></p></li></ul><p>Wenn Du meine Arbeit unterstützen möchtest, leite diesen Newsletter an Freund:innen deiner Wahl weiter. Wenn Du auch finanzielle unterstützen magst (kein Muss!!), ist ein <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Ko-fi</a> oder eine Bonus-Mitgliedschaft die beste Wahl.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Dieser Newsletter bleibt kostenlos :)</p><p>Bis Baldrian,</p><p>Christina</p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/64cd33e3-bc58-4a4a-b1fe-032fc5a4a4d2/teaser_image/1727256308?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Wed, 25 Sep 2024 15:41:23 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Out of Office, Out of Space]]></title>
      <description><![CDATA[Was sind meine Olympia-Erfahrungen, wieso rufe ich die Astro-Wochen aus und was hat das JBB damit zu tun? ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was sind meine Olympia-Erfahrungen, wieso rufe ich die Astro-Wochen aus und was hat das JBB damit zu tun?</strong></p><p>Dieses wunderschöne Titelbild ist eine relativ neue (2017, Quelle: NASA) Aufnahme des Jupiter — meinem neuen Lieblingsplaneten. Er ist ein Gasriese, hat also keine nennenswerte Oberfläche. Wieso das relevant ist, besprechen wir gleich.</p><p>Zuerst geht es um meine durchaus nennenswerte Leichtathletik-Karriere. Sie begann etwa 2002, als wir das acht Jahre zuvor erschienene International Track &amp; Field in die Playstation legten. In Japan erschien es unter dem fabelhaften Titel Hyper Olympic in Atlanta.</p><p>Männer aus zwölf Nationen beweisen ihre Athletik in elf Disziplinen. Weil der Name des eigenen Charakters auf sieben Zeichen begrenzt war, trat ich als CHRISTI an. Das Gameplay für jede Disziplin ist einfach: So schnell wie möglich X und O drücken und im richtigen Moment mit □ abspringen oder werfen.</p><p>Bis auf drei Ausnahmen sind die angegebenen Weltrekorde im Spiel tatsächlich die zu der Zeit gültigen. Unser Haushalt gab keine Ruhe, bis nicht wirklich jeder von ihnen gebrochen war. Dafür perfektionierten wir das Button Mashing: Ein Labello muss so in die Hand genommen werden, dass die weiße Seite unangenehm in die Handfläche drückt. Mit dem hervorstehenden blauen, abgerundeten Rest des Pflegestifts werden die beiden Tasten dann wie ein Rubbellos malträtiert. Hält man den Labello verkehrt, färbt das weiße auf den Controller und zerkratzt ihn – we live and learn. Die freie Hand stützt dabei den Controller. An dieser Stelle kommt Teamwork ins Spiel: Die zweite Person drückt den dritten Knopf.</p><p>In der Praxis lief es bei uns immer gleich: Jonny (shoutout &lt;3) bediente den Labello, während ich meinen kleinen Zeigefinger auf das □ schob und den Fernseher beobachtete, um genau dann zu drücken, wenn unser Athlet über eine Hürde springen oder den Diskus werfen sollte.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=SvwHUteTvhk&amp;ab_channel=NintendoComplete">https://www.youtube.com/watch?v=SvwHUteTvhk&amp;ab_channel=NintendoComplete</a><p>Eine ähnlich fulminante Karriere startete ich wenig später im Skispringen. Davon erzähle ich euch im Winter.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Astro-Wochen</h3><p>Zufälligerweise hatten meine letzten Auftragsarbeiten mit Weltraum zu tun. Was ist also logischer, als die Astro-Wochen auszurufen?! Und ich möchte alles mit euch teilen, weil ich EXCITED bin! :)</p><p><strong>Wie verdienen Rocket Beans ihr Geld, denken sie ans Aufhören und was machen die zahlreichen Kontroversen mit ihnen?</strong></p><p>Für die <a href="https://www.geemag.de/">aktuelle Ausgabe der GEE</a> habe ich über Rocket Beans geschrieben (die die Rakete zumindest im Namen tragen). Es geht um die Entstehung des Senders und seine Veränderungen, Stress, Hass und Sexismus, und wie es ist mehr als 20 Jahre vor der Kamera zu stehen. Ich konnte mit Heiko Gogolin, Etienne Gardé und Esther Kerkhoff sprechen. Vielen Dank an sie. Ich fand es sehr erhellend und ich bin mehr denn je fasziniert von diesem Unternehmen.</p><p><em>Das Heft erscheint am 29. August.</em></p><p><strong>Ein Astrophysiker erklärt, wie realistisch der Weltraum in Spielen ist</strong></p><p>Was hält er von Spielen, die im All spielen? Wie realistisch ist es, wenn wir mit peng peng und piu piu durch einen Asteroidengürtel fliegen? Wieso wäre die Venus als Schauplatz ungeeignet? Es war wie eine Folge Terra X, nur eben über das Universum, fremde Galaxien und unser Sonnensystem. Der Text liest sich hoffentlich genauso spannend.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Sterbende Planeten und die hypothetische Kometenwolke</h3><p>Aus diesem Interview stammt auch mein neuster Lieblings-Final Fantasy-Fun Fact, der es nicht in den Text schaffte:</p><p>Als man erkannte, dass die Nebel am Himmel gar nicht Teil unserer Galaxie sind, hat man begonnen sie nach Formen zu kategorisieren. Was wir nur als Nebel sahen, sind eigene Galaxien, die aus Sternen bestehen, von denen man immer nur einige wenige sieht. Später fing man an auch Anteil und Masse der Sterne als Merkmale der Galaxien aufzuzeichnen. Junge Sterne sind besonders blau, ältere besonders rot – ”rot und tot”.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/66cc13aa-e31e-47f7-9b45-d76f1227bd5b/uploads/images/vycpzm2wkb/planeten.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Zidane in Final Fantasy 9 in Oeil Vert vor Abbildungen der zwei Planeten."/><p>In <a href="https://www.youtube.com/watch?v=gCBkRP023A8&amp;ab_channel=Christina">Final Fantasy 9</a> lernen wir irgendwann, dass es neben unserem Heimatplaneten Gaia (altgriech. für Erde) noch einen weiteren gibt, Terra (latein. für Erde). Terra stirbt und so plant der Bösewicht dort den Transfer der Seelen Terras nach Gaia. Eine feindliche Übernahme, wenn man so will. Der eine Planet stirbt und will sich den anderen einverleiben, um weiter existieren zu können. Und jetzt ratet, welcher Planet welche Farbe hat.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/66cc13aa-e31e-47f7-9b45-d76f1227bd5b/uploads/images/4horc5p3tm/ganapathy-kumar-FZRDvAsgEy8-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Komet"/><p>Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@gkumar2175?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Ganapathy Kumar</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/schwarze-und-weisse-sterne-wahrend-der-nachtzeit-FZRDvAsgEy8?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Unsplash</a></p><p>Ähnlich wie Asteroiden sind Kometen Überreste von der Entstehung unseres Sonnensystems. Es wird vermutet, dass sie ihren Ursprung in der Oortschen Wolke haben. Sie liegt jenseits des Neptun und kann daher nicht direkt erforscht werden – zu weit weg. Kometen bestehen hauptsächlich aus Eis und Staub. Wenn sie sich in ihrem Orbit der Sonne nähern, interagieren sie mit dem Sonnenwind. Teilchen lösen sich und werden zum Kometenschweif.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Aliens Inspirationen aus Kunst, Psychologie und Biologie</strong></p><p>Diesen Monat erscheint ein neuer Alien-Film. Für Horrorzeit habe ich mir den ersten Teil von 1979 nochmal ganz genau angeguckt und darüber geschrieben, was die Macher inspiriert hat, wieso mich der Personenkult um Giger skeptisch stimmt, wie sie das Alien so schleimig bekommen haben, welche psychoanalytischen und kunsthistorischen Inspirationen dahinter stecken, dass sie Ameisensäure auf einem Komet gefunden haben, dass der Facehugger aus Austern bestand und so weiter…</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=WSlGekLTK5E&amp;ab_channel=Horrorzeit">https://www.youtube.com/watch?v=WSlGekLTK5E&amp;ab_channel=Horrorzeit</a><p><strong>Kuration: Alternative Planeten</strong></p><p>Für alle Bonus-Mitglieder gibt es passend zu den Astro-Wochen eine Zusammenstellung von Spielen, die sich mit alternativen Planeten beschäftigen. Mit dabei sind:</p><ul><li><p>ein Astronaut auf einem bevölkerten Gedankenexperiment-Mond</p></li><li><p>ein Astronautenschwein auf der Suche nach “etwas”</p></li><li><p>das beste Roboterspiel der Welt</p></li><li><p>ein N64-Like mit Bratwürsten</p></li><li><p>Zeitmanagement in der Rakete</p></li><li><p>eine Verteidigungssimulation gegen Weltraum-Räuber</p></li><li><p>ein Planeten-Generator</p></li></ul><a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/07958b39-7ac8-4647-960b-85f420d6345c">https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/07958b39-7ac8-4647-960b-85f420d6345c</a><hr aria-hidden="true"/><h3>Meme der Woche</h3><p>Wenn ihr Anfang der 2010er als Teenies auf Youtube unterwegs wart, wurde euch bestimmt mal ein Video von Juliensblog vorgeschlagen. Ich persönlich war eher VBT-Fan.</p><p>Hä?, fragen sich einige von euch. Die Antwort ist deutscher Battle Rap.</p><p>Auch aus unserer Kleinstadt kam ein Teilnehmer, der sich durch mehrere Runden kämpfen wollte. Man schreibt ein paar Takte über den Gegner, produziert dazu ein freshes Video und schickt das Ganze ein. Zuschauer:innen entschieden dann, wer eine Runde weiter sollte. Während das VBT (Videobattleturnier) noch einen pseudo-lyrischen Ansatz verfolgte, ging es beim JBB (Juliensblog Battle) um möglichst viele “Ich fick deine Mutter”-Lines.</p><p>Jedenfalls war Julien gar nicht so unbekannt in der Szene und sorgte dafür, dass eine ganze Hip Hop-Generation Autotune scheiße fand. Wobei man schon früher hätte ahnen können, dass seine Meinung schnurzpiepegal ist und der Typ der letzte Abfuck.</p><p>Denn Julien beleidigte nicht nur Rapper, sondern auch Zuschauer:innen, manipulierte das Turnier, damit sein Freund gewann, lud ein “Frauen schlagen”-Tutorial hoch, wurde wegen Volksverhetzung verurteilt, nannte sein eigenes Album “ANALyse” und das alles mit Mitte 20, um Teenager zu beeindrucken und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.</p><p>Wieso krame ich die alten Kamellen raus?</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=zANMD6ocE9c&amp;ab_channel=bologna4329">https://www.youtube.com/watch?v=zANMD6ocE9c&amp;ab_channel=bologna4329</a><p>Ein sehr engagierter Youtuber, der zum Zeitpunkt des Uploads 23 Abonnent:innen hatte, lud dies hier hoch. Darin erklärt er den “Julien-Eisberg” und rollt jede Kontroverse, jede Entwicklung von vorne auf.</p><p>Das allein ist schon unterhaltsam. Spannender ist aber, dass bologna4329 so ganz nebenbei erklärt, wie das deutsche Youtube der 2010er funktionierte, Trends setzte und die nachfolgenden Creator:innen beeinflusste. Er erwähnt die mangelnde Aufarbeitung von verbrecherischen ärztlichen Praktiken während der NS-Zeit. Und er fordert Reflexion, weil wir alle früher oder später das hinter uns lassen müssen, was mit 12 unser einziges Persönlichkeitsmerkmal zu sein schien.</p><p>Ja, das Video ist drei Stunden lang.</p><h3>Danke</h3><p>Danke, dass du diese Ausgabe des Mini-Newsletters gelesen hast. Wenn du ihn und damit mich unterstützen magst, leite ihn gerne weiter. Eine Bonus-Mitgliedschaft oder ein <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Ko-fi</a> sind zwei Möglichkeiten meine Arbeit finanziell zu unterstützen. Beides selbstverständlich optional. Dieser Newsletter bleibt so oder so kostenlos :)</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Ansonsten freue ich mich über Nachrichten via Discord oder Bluesky, ein <a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Abo hier</a> oder wo auch immer du mich sonst findest.</p><p>Grüße, Genossen</p><p>Christina</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 05 Aug 2024 14:08:33 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Kuration: Alternative Planeten]]></title>
      <description><![CDATA[Jede Liste mit Spielen im Weltall liest sich gleich. Das ist der Gegenentwurf]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jede Liste mit Spielen im Weltall liest sich gleich. Das ist der Gegenentwurf:</strong></p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/07958b39-7ac8-4647-960b-85f420d6345c">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
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      <pubDate>Mon, 05 Aug 2024 13:53:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Immersion ist eine Illusion]]></title>
      <description><![CDATA[Ein Spiel ist kein Gelee]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Spiel ist kein Gelee.</strong></p><p>Seit 2023 ist <a href="https://www.ihk.de/hamburg/ausbildung-weiterbildung/ausbildung/ausbildungsberatung/ausbildungsberufsbilder-und-ansprechpartner/papier-druck-medien-werbung/mediengestalter-immersive-medien-5681752">Gestalter:in für immersive Medien</a> ein anerkannter Ausbildungsberuf. Die Definition von “immersive Medien” scheint aber nicht allen klar zu sein. Manche behaupten, der Begriff bezeichne hauptsächlich Virtual Reality. Andere verstehen darunter digitale Kommunikation, die die Rezipient:innen besonders geschickt umwickelt.</p><h3>Immer…was?</h3><p>Immersion ist einer dieser Begriffe, die umso häufiger verwendet werden, je weniger Leute sie verstehen. Ich würde behaupten, dem liegt eine Faszination zugrunde, die einen Namen brauchte und dieser bot sich an. Ein Wort, das das beschreibt, was man erlebt, wenn man sich all diesen Neuerungen des rasanten technologischen Fortschritts aussetzt, während die Reflektion dieses Erlebnisses nicht hinterherkommt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0b6addb2-179f-495f-bd95-f91f52cea9f0/uploads/images/2qwgfpzkoe/lorenzo-herrera-p0j-mE6mGo4-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Computer, Tastatur, Gameboy, Kassetten auf einem Bild"/><p>Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@lorenzoherrera?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Lorenzo Herrera auf Unsplash</a></p><p>In der Spielebranche wird Immersion inflationär als Gütesiegel benutzt. In den Game Studies findet sich wiederum eine der ersten und brauchbarsten Definitionen:</p><p>“[immersion] is the pleasure of being transported to another place, of losing our sense of normal reality and extending ourselves into a seemingly limitless, enclosing, other realm, where we move and act under different and often magical rules.” (Janet Murray &amp; Henry Jenkins. <a href="https://web.mit.edu/~21fms/People/henry3/holodeck.html">“Before the Holodeck. Translating Star Trek into Digital Media”</a>. <em>On a Silver Platter</em>. New York UP, 1998.)</p><p>Darauf haben unzählige Forscher:innen aufgebaut, zum Beispiel Laura Ermi und Frans Mäyrä, die ein <a href="https://www.researchgate.net/publication/221217389_Fundamental_Components_of_the_Gameplay_Experience_Analysing_Immersion">“gameplay experience model”</a> erstellten. Sie beschreiben unter anderem, welche Mechanismen und Aspekte einen Einfluss darauf haben, <a href="https://www.researchgate.net/publication/221217389_Fundamental_Components_of_the_Gameplay_Experience_Analysing_Immersion/figures">wie immersiv wir etwas wahrnehmen</a>.</p><p>Es ist nicht bloß die Tatsache, dass wir interaktiv eine Welt mitgestalten können (oder uns das zumindest vorgegaukelt wird). Immersion braucht auch den richtigen Grad an Herausforderung, ein Zusammenspiel von auditiven und visuellen Impulsen, einen Zusammenhang zwischen unseren tatsächlichen Aktionen und deren Darstellung im Spiel und so weiter…</p><h3>Du bist keine Murmel</h3><p>Das einfachste Bild, um Immersion zu beschreiben, ist eine Murmel in einem Glas voller Gelee. Im Idealfall sind wir die Murmel, die vollkommen von dieser anderen, dargestellten Welt umgeben ist und voll und ganz in ihr aufgeht. Das Bild ist so einfach wie es falsch ist.</p><p>Immersion ist ein nie zu erreichender Zustand. Eine Illusion. Ein Begriff, den wir nutzen, wenn wir kurz verdrängen, dass wir nicht selbst das Schwert schwingen, sondern nur Knöpfchen drücken. Diese Verdrängung ist aber immer beschränkt und immer temporär.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0b6addb2-179f-495f-bd95-f91f52cea9f0/uploads/images/4hevcvjdql/nick-fewings-ApvcvrkWCaw-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Murmeln"/><p>Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@jannerboy62?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Nick Fewings auf Unsplash</a></p><p>Wir können uns Immersion höchstens annähern. In der Definition oben wird das angedeutet (“losing our sense of normal reality” <em>könnte </em>als Prozess verstanden werden, weil das -ing Indikator für das present progressive ist und etwas beschreibt, das gerade passiert, also nicht unbedingt einen Start- oder Endpunkt haben muss. Das ist aber Wortknusperei.).</p><p>Immersion ist wie <a href="https://www.kapiert.de/mathematik/klasse-9-10/funktionen/exponentielles-wachstum/exponentielle-abnahme/">exponentieller Zerfall</a>: Etwas reduziert sich, sagen wir pro Jahr, um, sagen wir 10%. Das geht immer so weiter und es ist immer weniger da, das sich um 10% reduzieren kann. Aber es ist nie nichts. Der Wert wird nie die Null erreichen, sondern sich ihr nur annähern. Genauso werden wir nie Immersion erreichen, sondern stetig neue Wege finden Unterhaltungsmedien noch unterhaltsamer zu machen. Aber, und das ist meine These: Wir werden nie vergessen, dass wir gerade etwas spielen und nicht selbst in der fiktiven Welt unterwegs sind.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>(Ich würde so gerne Mathe können, wie geil ist es bitte, dass da ein System ist, das dir literally alles erklären kann, aber ich V E R S T E H E es einfach nicht.)</p><h3>Ergo-Empathie</h3><p>Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass wir Empathie nur bedingt durch den Konsum digitaler Spiele lernen können. Wenn überhaupt. Let me explain:</p><p>Mitte der 2010er, als die ersten Virtual Reality-Angebote für viel Geld massenhaft in heimischen Wohnzimmern stattfinden konnten, kam jemand auf die schlaue Idee, Empathie ins Spiel zu bringen. Metaphorisch gesprochen. Verkürzt lautete das Argument der “empathy machine”: “Du hast den totalen Perspektivwechsel, denn <em>du bist</em> die Spielfigur und deshalb fördert VR Empathie”.</p><p>Das gleiche Argument funktioniert theoretisch mit Immersion: Du bist umgeben von einer anderen Welt, <em>du existierst</em> in dieser anderen Welt und <em>vergisst </em>deine eigene. Das ist wieder ein totaler Perspektivwechsel, der dich zur Empathie befähigt. <strong>Ludo ergo sentio </strong>(oder so ähnlich).</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0b6addb2-179f-495f-bd95-f91f52cea9f0/uploads/images/ytfreb676p/an_vision-5SN5N5-JM3c-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Ein Glas Milch"/><p>Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@anvision?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">an_visionauf Unspl</a><a href="https://unsplash.com/de/fotos/weisse-flussigkeit-im-klaren-trinkglas-5SN5N5-JM3c?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">ash</a></p><p><a href="https://unsplash.com/de/fotos/weisse-flussigkeit-im-klaren-trinkglas-5SN5N5-JM3c?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Absolut</a>er Quark, <a href="https://www.ngv.vic.gov.au/exhibition_post/if-you-walk-in-someone-elses-shoes-then-youve-taken-their-shoes-empathy-machines-as-appropriation-machines/">wie Robert Yang schon herausstellte</a>. Wenn du erst Technologie brauchst, um andere Meinungen zu verstehen, deine Perspektive zu wechseln und dich in andere hineinversetzen zu können, ist Technologie nicht die Lösung. (Sondern du das Problem).</p><p>Die Darstellung anderer Lebensrealitäten kann bestimmt einen Perspektivwechsel anregen. Aber wenn ich immer meine eigenen Erfahrungen und Assoziationen mit ins Spiel nehme und was ich weiß, denke und fühle immer Einfluss auf meine Wahrnehmung des Spiels hat, weil ich eben nicht komplett immersed sein kann, dann ist auch das Ausmaß begrenzt, in dem ich mich in andere hineinversetzen kann.</p><p>Sprich: Beim Spielen ist zu viel von mir selbst dabei, als dass ich tatsächlich eine andere Lebensrealität <em>erfahren </em>könnte.</p><p>Und hier kommen wir zu meinem Lieblingsthema:</p><p><strong>✨ </strong><a href="https://www.superlevel.de/reportage-terra-nil-alba-klimaschutz/">Kontextualisierung</a><strong>✨</strong></p><p>Denn wir können ja durchaus das, was wir sehen, verarbeiten. Wir können es reflektieren und Schlüsse daraus ziehen. Letzteres funktioniert am eigenen Beispiel immer am besten. <em>Was wäre, wenn ich in dieser Situation wäre? Was wäre, wenn meiner Freundin das passiert? Was wäre, wenn so etwas in unserem Ort passiert?</em></p><p>Solche Fragen kann man sich selbst stellen. Wenn es um die Vermittlung von etwas konkretem geht, helfen pädagogische Konzepte. Im Museum werden zum Beispiel Spiele oder generell interaktive Formate genutzt, um einen anderen Zugang zum Thema zu ermöglichen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0b6addb2-179f-495f-bd95-f91f52cea9f0/uploads/images/7hggfjwkyd/photo_2024-07-12_23-00-10.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Eingangshalle des Kunsthistorischen Museums Wien"/><h3>Da ist der Wurm drin</h3><p>Ich war vor einigen Wochen im Kunsthistorischen Museum in Wien. Das ist generell eine GANZ große Empfehlung. Für die Ausstellung “Holbein. Burgkmair. Dürer. Renaissance im Norden” gab es ein hervorragendes digitales Angebot. In einem Raum abseits der Ausstellung standen viele gemütliche Sofas, vor jedem ein Tablet <a href="https://renaissance-im-norden.khm.at/menue/">mit diesem Inhalt</a>.</p><p>Ein Kapitel ist ein Spiel für Kinder, die in einem der Gemälde der Ausstellung einen Wurm finden müssen. Wenn sie ihn finden, zoomt die App heran, erklärt, was in dem Bildausschnitt zu sehen ist und verbindet es mit dem, was Kinder kennen.</p><p>Ich finde das alles ganz zauberhaft und wünsche mir mehr davon.</p><h3>Meme der Woche</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0b6addb2-179f-495f-bd95-f91f52cea9f0/uploads/images/ueeqxwwcgg/fewa.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Wartender Mann und der Text when you order food online and keep checkinf if it&#39;s arrived"/><p>Ist das hier lustig? Oder einfach relatable? Wird ein Meme lustiger, wenn es relatable ist? Was ist eine sinnvolle Übersetzung für relatable?</p><p>Memes sind eine gemeinsame Sprache im Internet. Schon durch das simple Verstehen eines Memes ist man zugehörig. Weshalb also die extra Schippe Zugehörigkeit, indem man eine Alltagssituation darstellt, mit der sich viele identifizieren können?</p><p>Sind wir am Ende doch alle einsam und Memes ein globaler Versuch Zustimmung, Anerkennung und Zugehörigkeit zu finden?</p><h3>Danke</h3><p>Danke, dass du auch heute wieder eine Email von mir geöffnet hast. Ich freue mich, dass wir schon über 70 sind! :)</p><p>Fragen, Anregungen, Lob und Kritik verschickst Du am besten über das Kommentarfeld, Discord oder die Social Media-Plattform deiner Wahl an @chrissikills.</p><p>Wir sehen uns nächsten Monat an gewohnter Stelle.</p><p>Ciaovapcici,</p><p>Christina</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 15 Jul 2024 10:50:31 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Vom Scarlet Rot zum Spark]]></title>
      <description><![CDATA[Nerven wie Elden Ring-Resistenzen ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nerven wie Elden Ring-Resistenzen</strong></p><p>Letzte Woche war ich überfordert. Alles kam auf einmal. Arbeit, Familie, Weltschmerz.</p><p>Aber it is what it is.</p><p>Die Aussicht auf viele Stunden Elden Ring-DLC (Shadow of the Erdtree) haben Hoffnung gemacht. Zur Vorbereitung habe ich ein NG+ gestartet und dabei eine Parallele zwischen den Statuseffekten und Nerven entdeckt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4c4eadd6-dc7e-4fa0-a44f-d867b37513ac/uploads/images/yuz4ux7ysk/er2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(Elden Ring)</p><p>Ein <a href="https://eldenring.wiki.fextralife.com/Status+Effects">Statuseffekt</a> ist ein Malus, der sich aufbaut und in Form von zum Beispiel Frost, Gift oder Scarlet Rot die Lebenspunkte von Charakteren und Gegnern beeinflusst.</p><p>Eine einzelne Frost-, Gift- oder Scarlet Rot-Attacke kann man leicht wegstecken. Eine zweite vielleicht auch. Jeder Hieb füllt aber eine Leiste und wenn diese voll ist, greift der jeweilige Effekt und eine bestimmte Prozentzahl Leben wird abgezogen.</p><p>Lässt man genug Zeit zwischen den Attacken, leert sich diese Leiste immer wieder von allein. Hier und da eine vergiftete Attacke ist also kein Problem, solange dazwischen genug Erholung liegt. Die jeweiligen Resistenzen können mit dem passenden Talisman verbessert werden.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4c4eadd6-dc7e-4fa0-a44f-d867b37513ac/uploads/images/kttmjkvjgu/er1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(Elden Ring) </p><p>So stelle ich mir Resilienz vor. Passiert hier und da was unangenehmes, trauriges, einschneidendes, ist das erstmal kein Problem. Man kann damit umgehen, es verarbeiten. Wenn aber alles auf einmal kommt, bleibt kein Raum für diese Erholung und jeder weitere Hit potenziert den Stress. Und wenn die Leiste voll ist, schaltet der Körper ab.</p><p>Ich erlag keinem Gift oder Scarlet Rot, aber die Woche war anstrengend genug, um mir Gedanken zu machen, wie ich meine Nervosität reduzieren kann.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Bonus-Inhalt</h3><a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/d5772c36-bb79-44f5-924f-bcca623e874e">https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/d5772c36-bb79-44f5-924f-bcca623e874e</a><p>Für Bonus-Mitglieder habe ich die erste von hoffentlich vielen Listen zusammengestellt. Darin sind acht Indiespiele enthalten, dieses Mal unter dem Motte “skurril und weird”.</p><p>Es geht um Killerdelfine, gleich mehrere Kreaturen, die Besitz von Menschen ergreifen, Blumen-Pinball, Trump, Eier und rauchen. </p><hr aria-hidden="true"/><h3>Schritt 1: Bunte Projektmanagement-Kärtchen</h3><p>Auf einer Skala von 1 (hot mess) bis 10 (so organisiert wie der Kleingartenverein von nebenan) bin ich eine 9,8. Was also fehlt, ist keine Ordnung, sondern eine Visualisierung.</p><p>In diesem Fall sah das so aus:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4c4eadd6-dc7e-4fa0-a44f-d867b37513ac/uploads/images/l6ck5uoykv/Unbenannt.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Schritt 2: Mehr Zeit für Schönes</h3><p>Und zwar explizit schön! Nicht stundenlang Insta scrollen, nicht das nächste große Projekt starten, keine retail therapy. Hier eine unvollständige Liste mit Vorschlägen, die ich getestet habe:</p><ul><li><p>Gegen meinen Willen socializen</p></li></ul><p>Der Drang ist groß sich zu verkriechen. Gerade, wenn man jemand ist, dem Gruppen und Events mehr Energie ziehen als geben. Aber sich mit guten Freund:innen treffen und Kaffee trinken, ist Gold wert! ❤️</p><ul><li><p>Elden Ring spielen</p></li></ul><p>Ich halte Elden Ring für Entspannung, weil die Dungeons schnell durchgespielt sind (to be fair, ich bin unnormal überlevelt). Sie sind ein schnelles Erfolgserlebnis und vor allem ein abgegrenzter, übersichtlicher Bereich, in dem (oder über den) man die Kontrolle erlangen kann. Und nichts, aber auch gar nichts, schlägt die Schönheit dieses Spiels.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4c4eadd6-dc7e-4fa0-a44f-d867b37513ac/uploads/images/omwfrtmumk/22.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(Elden Ring)</p><ul><li><p>Yoga und Spazieren</p></li></ul><p>Ich schäme mich fast dafür solche Klischees rauszuhauen. Nur ändert das auch nichts an der Tatsache, dass Bewegung und Natur helfen. </p><p>Mir hat mal jemand erzählt, dass Silberpappeln besonders gerne gepflanzt würden, weil ihre kleinen flittrigen Blätter schon bei wenig Wind Geräusche erzeugen und das das Wohlbefinden steigere. Dafür konnte ich keine direkten Belege finden, aber ich fühls. </p><p>Die Silberpappel wächst hier im Norden eigentlich nicht, sie kommt aus Südeuropa, <a href="https://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/staatliches-bauamt-ingolstadt-schuetzt-die-gefaehrdete-silberpappel-14406500">steht in Bayern auf der roten Liste</a> und ist schon für den Klimawandel gewappnet. Sie dreht nämlich ihre silbrigen Blattunterseiten nach oben, wenn die Sonne ballert und reflektiert die Hitze damit.</p><p>Egal welcher Baum, selbst ohne Rauschen können Bäume in Städten dafür sorgen, <a href="https://greenleaf.de/baeume-als-laermschutz/">dass der (wahrgenommene) Lärm reduziert wird</a>. Ganz davon zu schweigen, dass sie im Sommer angenehmen Schatten spenden, was uns wieder zum Shadow of the Erdtree bringt :)</p><h3>Schritt 3: Herausforderung</h3><p>Apropos From Soft-Spiele…</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4c4eadd6-dc7e-4fa0-a44f-d867b37513ac/uploads/images/t2i66eeoro/33.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(Elden Ring)</p><p>Spaß!</p><p>Manchmal kann der Alltag beklemmend werden und was ich mit Herausforderung meine, ist der aktive Versuch sich etwas auszusetzen, was neu oder anders ist. Das kann ein Ort sein, der eigentlich nicht Teil der Routine ist.  Eine neue Perspektive, über die man sich erlaubt nachzudenken. Ein neues Genre, das man liest, spielt, guckt, hört.</p><p>Oder einfach mal telefonieren.</p><h3>Erfolgreiche Frau larpen</h3><p>Zu den klassischen Zillenial-Ängsten zählt die Angst vor dem Telefon. Das ging mir auch so, also ich meinen ersten Bürojob startete. Ich telefoniere nicht, ich schreibe. Auch weil ich es frech finde jemanden zu unterbrechen. Das ist aber ein anderer Schnack.</p><p>Jedenfalls kann ich nach fast fünf Jahren Bürojob nun auch telefonieren, aber es gibt nach wie vor genug Momente dort, die mir nicht gefallen. Wenn ich zum Beispiel bei Events Menschen ansprechen muss, die mich gar nicht kennen, denen ich aber jemanden vorstellen oder etwas pitchen muss. Wenn ich spontan in einer großen Runde von etwas erzählen soll, von dem ich keine Ahnung habe. Solche Momente.</p><p>Der Trick ist Dissoziation. Oder larpen, das klingt weniger gefährlich. Arbeits-Christina übernimmt dann. Die hat wenig mit mir zu tun, die identifiziert sich vorbildlich mit dem Arbeitgeber, die denkt nicht nach, sondern macht, die kann Sachen machen, dir mir unangenehm wären. Quasi fake it till you make it, but make it cute and never actually make it, weil wir in einem postkapitalistischen hellhole leben.</p><h3>Meme der Woche</h3><p>Ich habe mal ein paar Monate in Cork, Irland gelebt. Da habe ich in einem Callcenter für eine Hotelkette gearbeitet und, oh boy, musste ich da larpen jemand zu sein, der telefonieren mag.</p><p>Aus genau dieser wunderschönen, idyllischen Stadt (und der Grafschaft Clare) kam das Meme, das letzte Woche viral ging, diese Woche schon wieder verschwunden zu sein scheint. Das wirft grundsätzlich die Frage auf, was “viral” überhaupt noch bedeutet.</p><p>So viel Inhalt wird tagtäglich gepostet und angesehen, dass ein Video mit 3 Million Views viral geht und trotzdem niemand in meinem Umfeld jemals davon gehört hat. Hinzu kommt, dass die Sounds adaptiert werden. Der Ursprung ist mitunter nicht mehr erkennbar. Wie bei jedem Meme, verändert sich mit der Zeit der Kontext, in dem es benutzt wird.</p><p>Es bedürfte empirischer Untersuchungen, die ich an dieser Stelle weder leisten kann noch mag. Als These würde ich aber in den Raum werfen, dass “echte” Viralität nur mit Kontinuität erreichbar ist.</p><p>Die besagten Kinder aus Cork haben bisher ein One-Hit-Wonder. Es heißt “The Spark”:</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZgtL1pWdbYA&amp;ab_channel=CreativeIreland">https://www.youtube.com/watch?v=ZgtL1pWdbYA&amp;ab_channel=CreativeIreland</a><p>Der Drum and Bass-Beat und die Anglerhüte (beides based) machen mir Hoffnung. The kids are alright. Der <a href="https://www.theguardian.com/world/article/2024/may/20/the-spark-irish-childrens-rap-video-goes-viral">Guardian </a>erklärt außerdem:</p><blockquote><p>The Spark was created on a shoestring budget by Rhyme Island, a youth rap project based at Kabin Studio, a non-profit at Knocknaheeny, a suburb of Cork, in collaboration with Creative Ireland, a government initiative that funds Cruinniú na nÓg, an annual celebration of youthful creativity.</p></blockquote><h3>Danke</h3><p>Danke fürs Lesen! Wir lesen uns an genau dieser Stelle wieder (entweder in deinem Postfach oder direkt auf Steady).</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Wenn du mich unterstützen magst, leite den Mini-Newsletter gerne weiter. Eine Bonus-Mitgliedschaft oder <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">ein Ko-fi</a> sind finanzielle Unterstützung<a href="https://ko-fi.com/chrissikills">.</a> Feedback erreicht mich am besten via Discord oder Bluesky unter @chrissikills. Außerdem <a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">hier</a>.</p><p>Tschö mit ö</p><p>Christina</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 22 Jun 2024 13:32:57 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Kuration: Skurril und weird]]></title>
      <description><![CDATA[Absurditäten in maximal fünf Stunden]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Absurditäten in maximal fünf Stunden</strong></p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/d5772c36-bb79-44f5-924f-bcca623e874e">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
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      <pubDate>Sat, 22 Jun 2024 13:14:45 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Pressefreiheit auf Stufe gelb]]></title>
      <description><![CDATA[Über den Stand der Pressefreiheit, Asterix und Bot-Armeen. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über den Stand der Pressefreiheit, Asterix und Bot-Armeen.</strong></p><h3>Was machst Du am 9. Juni?</h3><p>Hoffentlich <a href="https://elections.europa.eu/de/">wählen</a> gehen. In den 27 EU-Mitgliedsstaaten werden an diesem Tag die Mitglieder des Europäischen Parlaments gewählt.</p><p>2024 ist weltweit Wahljahr. Die USA wählen im November ihren nächsten Präsidenten, unter anderem Indien, Kroatien, Südkorea und Togo haben Parlamentswahlen, in neun deutschen Bundesländern finden Kommunalwahlen statt.</p><p>Besonders unmittelbar vor und nach Wahlen würden pressefeindliche Tendenzen zunehmen. So attestiert es Reporter ohne Grenzen im diesjährigen Presseindex. Krisen und Kriege der vergangenen Jahre haben nicht nur im Einzelnen unsere Leben verändert, sondern auch unser Miteinander.</p><blockquote><p>Besonders vor und nach Abstimmungen sind Journalistinnen und Journalisten gefährdet. Es kommt zu Beschimpfungen, Gewalt und Festnahmen. Diese Entwicklung ist besonders besorgniserregend mit Blick auf das Superwahljahr 2024: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung wird in diesem Jahr an die Wahlurnen gebeten — <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/rangliste-2024">Reporter ohne Grenzen</a></p></blockquote><p>Das Vertrauen in den Journalismus <a href="https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/medien-vertrauen-studie-universitaet-mainz-100.html">ist gesunken</a>. Dabei sind die metaphorischen Gräben in der Gesellschaft gar nicht so tief, <a href="https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2023/fup_23_100-studie-soziologie-polarisierung/index.html">wie eine Studie</a> letztes Jahr ergab. Polarisierte Ränder erzeugen, zum Beispiel dank sozialer Medien, schlicht mehr Lärm als die stille Mitte. </p><p>Das deutliche Auftreten von starken bis hin zu extremistischen Meinungen führt wiederum zu einer Meinungsdichotomie: Es gibt zwei Seiten und nichts dazwischen. Man ist für die eine Seite oder die andere. Für oder gegen etwas. Für die Guten oder die Bösen.</p><p>Verbunden mit der Schnelligkeit des Internets führt das zu einer Art Zwang, eine Haltung zu entwickeln und sie dann zu verkünden. Und zwar möglichst sofort. Olaf Scholz wird sein Schweigen regelmäßig vorgeworfen. </p><p>Ich habe an dieser Stelle kein Interesse den Bundeskanzler zu verteidigen. Hier zeigt sich aber der feine Grat zwischen übereilter Empörung und Verurteilung auf der einen und dem Eindruck, man interessiere sich nicht, auf der anderen Seite. </p><p>Was gerade in sozialen Netzwerken, wo die emotionalisierende Kurznachricht die Währung der Aufmerksamkeit bringt, fehlt, sind differenzierte Auseinandersetzungen. Das meint nicht nur den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Sondern auch andere Meinungen auszuhalten. </p><p>Das fällt mir manchmal schwer. </p><p>Ganz unterschiedliche Gruppen protestierten Anfang des Jahres zum Beispiel <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Protestaktion-vor-dem-NDR-in-Hamburg-Lokstedt,blockade178.html">vor dem Gelände des NDR</a>. Eine Zufahrt zu einer Druckerei wurde blockiert, weil die Medien angeblich zu einseitig und tendenziös über die Bauernproteste berichten würden.</p><p>Keine Frage, Demonstrationen sind ein wichtiges Mittel in einer Demokratie, aber das ist auch die Pressefreiheit.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/7308f50c-c494-4979-a248-5125ce7d18b0/uploads/images/xeum6ukt4g/marjan-blan-AM-Tkk_dkNU-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Das Bild zeigt Zeitungen und Zeitschriften in einem Regal."/><p>(Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@marjan_blan?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Marjan Blanauf Unsplas</a><a href="https://unsplash.com/de/fotos/zeitschriften-mit-verschiedenen-titeln-die-auf-dem-stand-ausgestellt-sind-AM-Tkk_dkNU?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">h</a>)</p><p><a href="https://unsplash.com/de/fotos/zeitschriften-mit-verschiedenen-titeln-die-auf-dem-stand-ausgestellt-sind-AM-Tkk_dkNU?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Laut P</a><a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/rangliste-2024">resseindex</a> gehört Deutschland zu den Ländern, in denen die Lage zufriedenstellend, aber nicht gut sei. In diese Kategorie fallen 20,6% der Länder. Nur in acht Ländern wird die Situation als “gut” beschrieben, besonders verheerend ist die Lage in 36 Ländern — also in jedem fünften Land. Krieg und Terror machen journalistisches Arbeiten dort zu einer lebensbedrohlichen Aufgabe.</p><h3>Eine Bot-Armee gegen eine Frau</h3><p>Auch auf der Empfänger:innen-Seite ist Nachholbedarf: Nachrichtenkompetenz regnet nicht vom Himmel. Das Projekt <a href="https://www.jahrdernachricht.de/">“Jahr der Nachricht”</a> will seriöse Berichterstattung in den Vordergrund stellen und gegen Desinformation vorgehen.</p><p>Dabei sind Fake News schneller konsumiert als man auf Links klicken kann. Zumal es nicht mehr nur darum geht eine isolierte falsche Information zu verbreiten. Ganze Diskurse und Meinungsbildungsprozesse können untergraben werden, wie der Podcast “Who Trolled Amber” anschaulich darstellt.</p><a href="https://www.tortoisemedia.com/listen/who-trolled-amber/">https://www.tortoisemedia.com/listen/who-trolled-amber/</a><p>Es geht um den Prozess zwischen Amber Heard und Johnny Depp, die sich nach vorangegangenen Gerichtsprozessen gegenseitig verklagt hatten. Jede Minute des Prozesses wurde bei Youtube gestreamt, sodass die ganze Welt dabei sein konnte, als private Informationen öffentlich gemacht wurden.</p><p>Das Internet hatte damals schnell entschieden, wer im Recht ist. Memes diffamierten Heard, Depp wurde als Opfer geframed. Das mitgliederfinanzierte “slow news”-Magazin Tortoise erzählt in diesem Podcast, wie leicht es ist Bot-Armeen mit falschen Behauptungen zu bewaffnen und in einen digitalen Informationskrieg zu schicken.</p><h3>Warme Worte statt Zaubertrank</h3><p>Ausgerechnet Asterix beschäftigt sich in diesem Jahr mit (Des-)Informationskampagnen. Im aktuellen Band “Die weiße Iris” geht es um den Einfluss Einzelner (einem Römer) auf eine Gemeinschaft (die Gallier). Um die Kraft von populistischen Worthülsen (die weiße Iris) und dann um die Kraft von Gemeinschaften (wieder die Gallier), die sich gegen einen eindimensionalen Feind (wieder die Römer) stellen.</p><p>Ausgangspunkt der Geschichte ist, wie immer, einen Weg zu finden, die Gallier zu unterwerfen. Ein besonders gewiefter Rhetoriker will das erreichen, indem er seine Lehren der weißen Iris verbreitet: nichts anderes als Facebook-Boomer-Memes, Nettigkeiten und Pseudoweisheiten, die in so viel Schwulst verpackt sind, dass alle erstmal zustimmen, um sich nicht die Blöße zu geben. Das funktioniert in dem Dorf der Gallier ganz hervorragend, bis Asterix und Miraculix (wer sonst?!) die List durchschauen und den vermeintlichen Nettigkeiten ein Ende machen.</p><p>So weit, so vorhersehbar. Aber man liest Asterix nicht für die Plot Twists.</p><p>Mir kam beim Lesen noch ein ganz anderer Gedanke: Die Soldaten in Asterix sind die eigentlichen Opfer. Sie werden verprügelt , viele von ihnen wurden kolonialisiert und ihre einzige Alternative war der Zirkus in Rom.</p><p>Als Kind hat mir das Rebellentum der Gallier gefallen. Das Dorf der Unbeugsamen glorifiziert Gewalt als unumgängliches Mittel zum Zweck und schottet sich gleichzeitig vom Rest des Reiches und damit dem Rest der erreichbaren Welt ab. Es ist ein Auflehnen gegen die Obrigkeit, Unabhängigkeit statt Sicherheit, Individualität statt Unterdrückung und Konformität, egal um welchen Preis. In diesem Band zahlt ausgerechnet Gutemine den Preis, obwohl sie eigentlich nur Lutetia sehen und erleben wollte, von ihrem Mann aber zurück ins Dorf gebracht wird.</p><p>Nach über 20 Jahren Asterix-Konsum bin ich dieser binären Welt müde. Aber manche Geschichten brauchen eben verständliche, weil simple Gesellschaftskonstruktionen. Zum Beispiel Final Fantasy 12, wo Piraten die Guten sind (quasi Jack Sparrow, aber ohne die häusliche Gewalt) und die Machthabenden die Bösen (quasi die Römer).</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Werbeblock</h3><p>Ich liebe Final Fantasy 12 sehr und finde daher in unregelmäßigen Abständen meinen Weg zurück in die Welt von Ivalice. Vor zig Jahren habe ich mal einen Reiseführer dafür geschrieben. Analog zu meinem Reiseführer für <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/9ca98292-2181-4389-9ee5-387fdf605d4d">Silent Hill</a>. Beides ist übrigens zugänglich für Bonus-Mitglieder.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Jedenfalls habe ich meinen in der Retrospektive hyper-cringe Text überarbeitet und mit dem passenden Kapitel aus meinem <a href="https://shop.strato.de/epages/61236266.mobile/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61236266/Products/978-3-86488-152-7">Buch</a> ergänzt.</p><p>(Wer Kapitel daraus für die eigene Abschlussarbeit braucht, bestellt das Buch für die hiesige Unibibliothek oder schreibt mir eine Nachricht).</p><p>JEDENFALLS geht es um das Erhabene, wie die Welt von Final Fantasy 12 dieses Konzept erfahrbar macht und welchen Einfluss das auf unsere Rezeption der Story hat.</p><a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/65d434c3-c326-4d6b-bb76-1789093b4afc">https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/65d434c3-c326-4d6b-bb76-1789093b4afc</a><hr aria-hidden="true"/><h3>Meme der Woche…</h3><p>… gibt’s nicht, ich war anderweitig beschäftigt.</p><p>50% meiner letzten Woche sahen so aus:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/7308f50c-c494-4979-a248-5125ce7d18b0/uploads/images/y4hqisjr47/1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die anderen 50% so:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/7308f50c-c494-4979-a248-5125ce7d18b0/uploads/images/qo3tghm67o/2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Chaos. </p><h3>Danke</h3><p>Danke, dass du diese Ausgabe des Mini-Newsletters gelesen hast. Wenn Du ihn und damit mich unterstützen magst, leite ihn gerne an Freund:innen weiter. Eine Bonus-Mitgliedschaft oder ein <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Ko-fi</a> sind finanzielle Unterstützung. Ansonsten freue ich mich über Nachrichten via Discord oder Bluesky, ein <a href="https://www.youtube.com/channel/UCP1sP-9ebYoLNu16nJfCaRA">Abo hier</a> oder einen Handschlag auf dem nächsten Branchenevent. </p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=H7DpFOni0TM&amp;ab_channel=RedWolverine">https://www.youtube.com/watch?v=H7DpFOni0TM&amp;ab_channel=RedWolverine</a><p>Eure Christina</p><p>BONUS CAT CONTENT</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/7308f50c-c494-4979-a248-5125ce7d18b0/uploads/images/mborl5se4a/3.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/7308f50c-c494-4979-a248-5125ce7d18b0/uploads/images/xeum6ukt4g/marjan-blan-AM-Tkk_dkNU-unsplash.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Tue, 28 May 2024 22:37:16 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Urlaub in Ivalice: The Sublime in Final Fantasy 12]]></title>
      <description><![CDATA[Über die Rückkehr in eine Fantasywelt und das Erhabene in ihr.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über die Rückkehr in eine Fantasywelt und das Erhabene in ihr.</strong></p><p>Alle paar Jahre kehre ich zurück nach Ivalice. Die Welt aus Final Fantasy 12 beschäftigt mich nach über einem Jahrzehnt immer noch. Vor einigen Jahren habe ich deshalb einen Reiseführer geschrieben, die überarbeitete Version findet ihr hier.</p><p>Ich habe der Welt außerdem ein Kapitel in meiner Abschlussarbeit gewidmet und analysiert, wie die Welt das Erhabene inszeniert und wie das Konzept des “Sublime” unsere Rezeption der Welt und Story beeinflusst. Auch dieses Kapitel findet ihr in einer überarbeiteten und leicht gekürzten Version hier.</p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/65d434c3-c326-4d6b-bb76-1789093b4afc">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
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      <pubDate>Thu, 16 May 2024 13:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Eine bunte Tüte]]></title>
      <description><![CDATA[Eine Empfehlungssammlung von Fußball (ja, echt) über Erzählfiguren, Podcast, Newsletter und Spiele. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Empfehlungssammlung von Fußball (ja, echt) bis Erzählfiguren, Podcast, Newsletter und Spiele.</strong></p><p>Witzigerweise war die <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/77cb9b80-557d-434d-a150-364eb64b37e2">Ausgabe letzten April ebenfalls eine Sammlung an Empfehlungen</a>, eine Art eklektischer Newsletter — oder einfach bunte Tüte.</p><p>Denn was mich beschäftigt ist einerseits nur Content, den Andere erstellt haben, andererseits ergibt das ein Bild, das sich hervorragend in die bisherigen Thematiken meines Mini-Newsletters einreiht: Irgendwo zwischen Popkultur und Gesellschaftsbeobachtungen.</p><p>Aber ich bin ehrlich, so GANZ durchdrungen habe ich den Begriff Eklektizismus noch nicht. Genau wie Hermeneutik. One day…</p><h3>Vom Ausgegrenzten zum Nationalspieler und wieder zurück</h3><p>Als Mesut Özil 2010 das erste Mal für die deutsche Nationalmannschaft spielte, war ich in der Schule. Wichtiger als Tore war die Entscheidung, ob du Lahm, Podolski, Schweinsteiger oder Özil süß findest.</p><p>Meine restlichen Fußballerfahrungen beschränken sich auf einen Sieg und sonst ausschließlich Niederlagen in dem Dorfverein, in dem ich ein paar Jahre spielte.</p><p>Ich verstehe den selektiven Patriotismus nicht, ich verstehe Fan-tum nicht. Was ich bis vor Kurzem auch nicht verstand, war, dass die Unterstützung der Fans für die Spieler gar nicht so grenzenlos ist, nicht bedingungslos. Eine Grenze scheint Herkunft zu sein.</p><p>insert surprised pikachu meme</p><a href="https://schwarzrotgold.podigee.io/">https://schwarzrotgold.podigee.io/</a><p>In der achtteiligen Podcastreihe von Undone geht es um Mesut Özil, seinen Aufstieg als Fußballer, das Management hinter so einer Karriere, rassistische Diskriminierung und letztendlich das Bild, wegen dem er vor einigen Jahren endgültig von der deutschen Medienlandschaft abgeschrieben wurde.</p><p>Ich habe weder erwartet Verständnis noch ein Interesse für Fußball zu entwickeln. Ist aber passiert.</p><p>Aufmerksam gemacht hat mich <a href="https://ohmypod.de/">Oh My Pod</a>. Der Newsletter empfiehlt wöchentlich Podcasts. Ein guter Start, wenn man die eigene Perspektive herausfordern möchte.</p><h3>Darüber lohnt es sich nachzudenken</h3><p>Ganz nach dem Motto: Raus aus der Komfortzone, denn die Gedanken sind frei und es ist gleichzeitig so schwer und so leicht sich einzugestehen, dass man mal an etwas geglaubt hat, das man heute für Grütze hält. Überzeugungen ändern sich. Zumindest sollten sie sich weiterentwickeln, analog zur Welt.</p><p>Ich habe festgestellt, dass es zwei Stellschrauben dafür gibt:</p><p>1. Die Vielfalt der Lebensrealitäten, die man in den Blick nehmen kann, die, je nach Sozialisierung, Privilegiertheitsgrad und jeweiliger Kapazität variiert.</p><p>2. Die Art und Weise, <em>wie </em>man über Dinge nachdenkt.</p><p>Beispiel A ist die Veröffentlichung der Kriminalstatistik, ihr habt bestimmt davon gehört. Die Berichterstattung konzentrierte sich auf einen Punkt, der so hochgradig undifferenziert wiederholt wurde, dass mir die Augen bluteten. Und das Herz.</p><p>Folgender Beitrag ist in dem Zusammenhang besonders wichtig:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d940e167-1528-4735-a181-73736848a447/uploads/images/sxi5kbkhkk/IMG_7703.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Das ganze Interview könnt ihr <a href="https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2024-04/kriminalstatistik-kriminologie-tobias-singelstein-gewalt">hier lesen</a>.</p><p>Beispiel B ist ein Ausschnitt, den eine ehemalige Kommilitonin repostete:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d940e167-1528-4735-a181-73736848a447/uploads/images/pojoj2hvjg/IMG_7702.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>🤯</p><p>Diese Theorie (1983 veröffentlicht) erklärt u.a. das Phänomen, dass Frauen lügen, wenn sie von Männern angesprochen werden: “Ich habe einen Freund”. Denn der Freund, sei er nun anwesend oder nicht, existent oder nicht, wird meiner Erfahrung nach immer mehr respektiert als mein Nein.</p><p>Gleichzeitig kann ein kurzes Zitat als Erklärung nicht ausreichen. So einfach ist es meist doch nicht.</p><p>Auch wenn Social Media genau das suggeriert und regelmäßig einfache Antworten auf komplexe Fragen oder Erklärungen für Phänomene gibt, die bei genauerem Hinschauen schnell entlarvt werden können.</p><p>Im ersten Moment scheinen sie Sinn zu ergeben, was aber oft daran liegt, dass sie allgemeingültig formuliert sind und damit schlecht widerlegt werden können. Horoskope nutzen dasselbe Prinzip: den Barnum-Effekt, laut dem wir geneigt sind vagen Aussagen, meist positiven Zuschreibungen, zuzustimmen.</p><p>Ich vermute stark, dass darauf auch der Selbstdiagnose-Trend fußt.</p><h3>Was ist ein cozy game?</h3><p>Ein Gateway in die Gamerszene? Ein Rebranding eines Hobbies? Eine Farmingsimulation?</p><p>Für mich ist ein cozy game diese Font, dieses Farbschema und das sanfte Plop Plop einer mechanischen Tastatur.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d940e167-1528-4735-a181-73736848a447/uploads/images/alnhno2niw/cozy_games.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Spaß!</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Mitglied werden</a></p><p>Ich glaube, cozy games sind, im Gegensatz zu wholesome games, sehr individuell. Es geht nicht nur um das behandelte Thema oder das Characterdesign. Es muss nicht um eine bestimmte Ästhetik oder dieses und jenes Gameplay.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d940e167-1528-4735-a181-73736848a447/uploads/images/7gylvsvoli/20240322214634_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(Midnight Scenes: A Safe Place)</p><p>Es mag konterintuitiv wirken, aber für mich sind Terror at Oakheart und Midnight Scenes: A Safe Place cozy games. Kurz, prägnant, blieben noch ein wenig nach dem Ende bei mir. Beides sind <em>Pixel-2D-Sidescroller-Visual Novel-Adventure-Horrorspiele</em>. In depth Rezensionen habe ich für <a href="https://lostlevels.de/">Lost Levels gesprochen</a>, in den Folgen 139 und 140.</p><p>Ein ganz banales und offensichtliches Beispiel für ein cozy game ist Stardew Valley. Mit dem Update 1.6 habe ich ein neues Spiel begonnen und was soll ich sagen?! I love it.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d940e167-1528-4735-a181-73736848a447/uploads/images/hwo4d7q3nh/20240414140248_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(Stardew Valley)</p><p>Es beruhigt mich, es ist ein kompakter Ort, in dem ich viel zu tun habe, das mich ablenkt und das mich gleichzeitig nicht überfordert. Es gibt keine echten Konsequenzen, dafür viele süße Tiere und eine Gemeinschaft.</p><h3>Wer erzählt eine Geschichte, in der ich gerade bin?</h3><p>Wenn ich nicht Stardew Valley spiele, gehe ich meiner Lohnarbeit nach oder — ganz neu — lehre. In meinem Seminar geht es um Erzählfiguren in Videospielen.</p><p>Jetzt mag man sich fragen, was diese Instanz in Spielen zu suchen hat, wenn doch <em>ich </em>durch mein Spielen die Geschichte erzählen soll.</p><p>Einerseits kann man sich die Mechanismen angucken, mit denen Spiele die Illusion von Kontrolle, <em>agency</em>, erzeugen. Spielende sind Teil des Erzählens, nicht der Erzählung.</p><p>Andererseits gibt es durchaus Spiele mit Erzählfiguren. Hier gucken wir uns die Dynamik zwischen Spieler:in, Erzähler:in und Figur an.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d940e167-1528-4735-a181-73736848a447/uploads/images/cojzsa7ni4/ss_b28f3003aac31f59d469468c8c74bbe410279a21.1920x1080.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(The Stanley Parable)</p><p>Natürlich gibt es auch den übergeordneten Blick: Wie erzählen Spiele generell eine Geschichte, wie transportieren sie ein Narrativ und wie rezipieren wir das beim Spielen?</p><p>Der Seminarplan und die Literaturliste stehen schon, mich würde deine Meinung trotzdem interessieren. Welche Assoziationen hast du dazu? Was sind drängende Fragen, die einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung bedürfen?</p><p>Antworten erreichen mich über das soziale Netzwerk deiner Wahl oder den <a href="https://discord.com/invite/TgCdvzz">Lost Levels-Discord</a>.</p><p><a href="https://lostlevels.de/">Lost Levels ist ein Podcast</a>, den ich mit Freund:innen mache, es geht um Videospiele und Essen. Ich gehe immer davon aus, dass die Lesenden meines Newsletters über genau diesen Podcast hierher gefunden haben, aber muss ja nicht so sein.</p><h3>Meme der Woche</h3><p>Chipi chipi chapa chapa…</p><p>Wenn du letztes Jahr im Internet warst, hast du <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KM8rr3XJpZY&amp;ab_channel=WarnerM%C3%BAsica">dieses Lied</a> gehört. Meist in Verbindung mit dem verschwommenen Bild einer grauen Babykatze. Adaptionen gibt es zahlreiche, u.a. <a href="https://www.instagram.com/reel/C1umlMEohhw/?igsh=MW9ya2J4YnppZzBhdg==">diesen Mix</a> aus dem Lied und anderen Internetsounds.</p><p>Interpretin Christell ist ein chilenischer Kinderstar und performte den Song schon 2003. Mittlerweile ist sie 26 und hat drei Alben veröffentlicht. </p><p>Meme-technisch fällt “Dubidubidu” in die gleiche Kategorie wie “<a href="https://cremedelameme.letscast.fm/episode/4-gruende-mit-dieser-katze-zu-viben">Vibing Cat</a>” oder “<a href="https://www.nyan.cat/">Nyan Cat</a>”. </p><h3>Danke</h3><p>Mein Dank gilt den mittlerweile vier (WHAAAAT) Unterstützern und weiteren 63 Abonnent: innen dieses Mini-Newsletters.</p><p>Und dir. &lt;3</p><p>Wir lesen uns bald an dieser Stelle wieder, in der Zwischenzeit freue ich mich, wenn Du meinen Newsletter weiterempfiehlst. Anregungen, Lob, Kritik kannst du auf fast jeder Plattform an @chrissikills richten.</p><p>C U later, alligator, after ‘while, 🐊</p><p>Christina</p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/d940e167-1528-4735-a181-73736848a447/teaser_image/1713098822?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sun, 14 Apr 2024 13:19:14 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Who you gonna call?]]></title>
      <description><![CDATA[Ghost Banishers! ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ghost Banishers!</strong></p><p>Banishers: Ghosts of New Eden ist die Geschichte eines Geisterjäger-Paares, Red und Antea, das sich dem Schrecken der neuen Welt stellt. Vor dem Schauplatz des puritanischen Amerikas werden Geister gebannt und Geschichten über das Überleben erzählt. Die Geister sind Fiktion, die Geschichten (fast) real.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b297511b-53ca-47a8-960d-c01e9da7794b/uploads/images/yiibzm53q2/5.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(Banishers: Ghosts of New Eden)</p><p>Über das Zusammenspiel von Fiktion und Geschichte, dem besten Feature des Spiels, habe ich schon <a href="https://lostlevels.de/episode/nicht-ohne-meine-sonnencreme">bei Lost Levels</a> gesprochen.</p><p><strong>Die Kurzfassung</strong>: das Übernatürliches und der fiktive Überbau, den die Story liefert, geben Spieler:innen eine sichere Umgebung, um eine Haltung zu “echten” Problemen zu formen. Thematiken werden abstrahiert und hinter Geistergeschichten und Detektivmechanik versteckt, sodass eine Auseinandersetzung mit ihnen weniger einschüchternd wirkt.</p><h3>Ein Kontinent wird besetzt</h3><p>Das Setting des Spiels ist Amerika im 17. Jahrhundert mit all seinen kolonialistischen und religiösen Untertönen. Die dazugehörigen rassistischen und misogynen Stereotypen des Settings machen auch vor Banishers keinen Halt, wie könnten sie auch?! Native Americans als Wilde, Frauen als Hexen und damit beide jeweils als Antagonist:innen oder Opfer. Diese Stereotypen wurden bis in die Unendlichkeit reproduziert, es gibt sie gratis dazu, wenn man exakt dieses Setting möchte.</p><p>Zum Glück ist Banishers kein Imperialisten-Freudenfest und thematisiert immer wieder die Leiden, die die sogenannte neue Welt mit sich bringt. Neu ist die Welt natürlich nur aus eurozentrischer Perspektive, den Kontinent gab es ja schon eine Weile, bevor Europäer beschlossen ihn zu besetzen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b297511b-53ca-47a8-960d-c01e9da7794b/uploads/images/weloyj5yin/3.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Jane erklärt den Protagonisten, dass das Volk der Wabanaki schon längst die Gegend verlassen habe"/><p>(Banishers: Ghosts of New Eden)</p><p>Direkt im ersten Lager treffen die Protagonisten auf Jane. “Do you want to claim more land that isn’t yours”, stellt sie einen NPC zur Rede, der eine Karte der Gegend bei ihr kaufen möchte.</p><h3>Bis es wahr wird</h3><p>Solche Dialoge sind aus folgendem Grund wichtig: Repräsentation, Wahrnehmung und Konventionen formen einen Kreislauf.</p><p>Konventionen machen es leicht einen Inhalt zu verstehen, weil wir ihre Muster kennen und somit schon Informationen haben, mit denen wir Lücken füllen können. Sie helfen uns schneller zu begreifen, worum es geht. Sehen wir in einem Spiel einen dunklen Korridor und hören ein Streichquartett, vermuten wir, dass es sich um ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=r6NCC-nnvMU">Horrorspiel</a> handelt. </p><p>Wir formen eine entsprechende Erwartungshaltung, die wiederum dafür sorgt, dass wir sonst banale Dinge als gruselig(er) empfinden. Ein klingelndes Telefon, zum Beispiel. Konventionen sind also erstmal nichts schlimmes und helfen dem Spiel dabei Emotionen und Informationen möglichst effizient zu vermitteln.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b297511b-53ca-47a8-960d-c01e9da7794b/uploads/images/hkzuys65jf/4.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(Banishers: Ghosts of New Eden)</p><p>Eine Konvention des Settings von Banishers ist die diskriminierende und eindimensionale Darstellung von Native Americans. Das wäre im Einzelfall schon schlimm, aber die Krux an Konventionen ist ja, dass sie wiederholt werden.</p><p>Immer wieder diskriminierende Bilder zu zeigen, führt irgendwann dazu, dass wir sie als authentisch, als wahr wahrnehmen. Man sieht sie ja überall. Durch die ständigen Wiederholungen verinnerlichen wir die Verbindung zwischen dem, was wir sehen und wie das Spiel es wertet.</p><p>Das ist ein normaler und unbewusster Prozess, ähnlich wie (wiederkehrende) Sprache unsere Realität formt. Nutzen wir in unserem Alltag immer wieder Begriffe wie “Schulterschluss”, “Fronten schließen”, “schwere Geschütze auffahren”, “wie eine Bombe einschlagen”, beeinflusst das unser Miteinander. Aus Kooperation wird Krieg. Im Kopf, von ganz allein.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b297511b-53ca-47a8-960d-c01e9da7794b/uploads/images/iylz4f53vj/6.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(Banishers: Ghosts of New Eden)</p><p>Reproduziert ein Spiel einen Stereotypen und folgt damit einer Konvention, gilt das gleichzeitig als weiterer Beweis für die Authentizität. Die Konvention legitimiert sich selbst.</p><p>Daher ist es einerseits wichtig reflektiert zu konsumieren. Andererseits ist es Aufgabe der Entwickler:innen diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Sie haben die Deutungshoheit und können beeinflussen, wie wir Charaktere wahrnehmen, wie wir die Welt im Spiel wahrnehmen und letztendlich auch unsere eigene Welt.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Werbeblock</h3><p>Ich habe mein erstes Video Essay… erstellt, gesprochen, geschnitten…? Es ist jedenfalls dieses hier und ich bin sehr stolz:</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=bcH3us9eDL0">https://www.youtube.com/watch?v=bcH3us9eDL0</a><p>Den Text habe ich für Bonus-Mitglieder <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/c7a3baf7-7a6a-40a2-895b-1a5bf54e5af8">hier</a> gepostet. Eine Bonus-Mitgliedschaft ist einer der zwei Wege meine Arbeit, wie diesen Newsletter oder das Video, finanziell zu unterstützen. Also eine Option, aber kein Muss, um beides weiterhin konsumieren zu können.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Die bessere Bibel</h3><p>Banishers ist, wie gesagt, ganz gut darin solche Konventionen zu durchbrechen. Das Spiel macht es natürlich auch aus Eigennutz, denn was macht einen Plottwist effektiver als Subversion?!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b297511b-53ca-47a8-960d-c01e9da7794b/uploads/images/tudof2lrad/7.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Red und Antea blicken über das wolkenbehangene Tal"/><p>(Banishers: Ghosts of New Eden)</p><p>Wie der Mittelpunkt des Geschehens, New Eden. Der Name der fiktiven Stadt ist programmatisch: Paradies auf Erden, ein neues Reich für die Menschen in der neuen Welt, in dem das Christentum als einzig “richtige” Religion ausgeübt wird, eine endgültige Trennung von Europa. Blöd, dass man dann von einem rachsüchtigen Geist heimgesucht wird, aber auch hier folgt das Spiel einer <a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/winter-book-club-the-amityville-horror-part-1-with/id1380008439?i=1000545473416">amerikanischen Tradition</a>.</p><p>In Wirklichkeit hätten die Puritaner:innen ihre Siedlung niemals New Eden genannt, das wäre Blasphemie. Sie waren europäische Anglikaner:innen (das gehört zum Christentum), denen die Reformation der Kirche von England (die Henry VIII. in Gang brachte, nachdem er sich nicht von seiner Frau scheiden lassen durfte, ihr wisst, der König, <a href="https://podcasts.apple.com/no/podcast/six-wives-1-catherine-of-aragon/id256580326?i=1000609456602">der sechs Frauen hatte und zwei davon hat hinrichten lassen</a>, wobei die Geschichte der Kirche von England noch viel komplizierter ist) nicht weit genug ging. Sie wollten sich noch weiter vom Katholizismus entfernen und fanden überwiegend in Massachusetts an der Ostküste Amerikas eine neue Heimat. Eine ihrer bekanntesten Städte wurde Boston und Massachusetts eine der ersten <a href="https://www.history.com/topics/colonial-america/puritanism">13 Kolonien</a> Amerikas.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b297511b-53ca-47a8-960d-c01e9da7794b/uploads/images/lzx24makk7/1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(Banishers: Ghosts of New Eden)</p><p>Bosten taucht auch in Banishers immer wieder auf, genau wie die 1611 veröffentlichte King James Bible. Sie ist eine überarbeitete englische Version der Bibel und nur eines von vielen Beispielen, wie Banishers die amerikanische Kulturgeschichte referenziert. </p><h3>Der Teufel steckt im Detail</h3><p>Zur Legendenbildung Amerikas trugen über die Zeit viele Ereignisse bei. Das Land der Freiheit, der grenzenlosen Möglichkeiten hat scheinbar einen soft spot für Übernatürliches, das seine gefühlte Übermachtstellung in Frage stellt. Anspielungen darauf finden sich in Banishers überall. Dazu zählen:</p><ul><li><p><a href="https://www.smithsonianmag.com/history/a-brief-history-of-the-salem-witch-trials-175162489/#:~:text=The%20Salem%20witch%20trials%20occurred,accused%20and%20compensated%20their%20families.">Salem Witch Trials</a></p></li></ul><p>Nicht weit von Boston und damit New Eden liegt Salem, das vor allem durch seine Hexenprozesse 1692/93 berühmt wurde. Eine Mischung aus Fremdenhass, Frauenhass, religiösem Extremismus und den Folgen eines Krieges führten zum Tod von 20 Personen und der Verurteilung von über 200.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b297511b-53ca-47a8-960d-c01e9da7794b/uploads/images/vheqfkpo4a/2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Eine weißhaarige Hexe, die den Protagonisten erklärt, dass es sich bei einer hingerichteten Frau nicht um eine Hexe handelte"/><p>(Banishers: Ghosts of New Eden)</p><ul><li><p>Wendigo</p></li></ul><p>Man findet ihn in Until Dawn, Friedhof der Kuscheltiere, Witcher 3 oder Supernatural. Eine anthropomorphe Gestalt, die Menschen frisst, ihren Ursprung in Geschichten einiger Native American-Kulturen hat und oft als Synonym für den Verlust des Verstands genutzt wird.</p><p><em>“[Margaret] Atwood distinguishes three different ways of presenting the monster in relation to human characters: in the first kind of story, Wendigos can be considered spirits of places. In the second kind, the creature is somewhat connected with the human character so that if that character gets eaten, it will be his/her fault … The third type of story has to do with the concept of being driven mad in Canadian North, which also receives the name of &quot;getting bushed&quot; or &quot;cabin fever&quot;. In this specific case the supernatural creature represents a split-off element of the protagonist&#39;s psyche, developing a life of its own …” (Rosario Arias)</em></p><p>In Banishers übernimmt genau diese Rolle der “scourge”.</p><ul><li><p>Donner Party</p></li></ul><p>Im ersten richtigen Level des Spiels machen sich Spielende auf die Suche nach einer verschollenen Expedition. Sie haben den weiten Weg durch die verschneite Wildnis nicht überlebt. Eine Reihe von Fehlentscheidungen und der überraschend früh einsetzende Winter sorgen auch 1847 dafür, dass die Siedler:innen der Donner Party im Sierra Nevada verloren gehen und später dem Kannibalismus verfallen.</p><ul><li><p>Roanoke</p></li></ul><p>Im zweiten Level finden Red und Antea die Überreste eines verlassenen Forts. Zu den berühmtesten verlassenen Kolonien zählt zweifellos Roanoke. Eine Staffel American Horror Story wurde nach ihr benannt, ein kleiner Erzählstrang in Supernatural beschäftigt sich damit und auf Steam wird schon ein Spiel unter diesem Titel angekündigt. </p><a href="https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2020/11/raetsel-um-roanoke-neue-spuren-im-fall-der-verschwundenen-kolonie">https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2020/11/raetsel-um-roanoke-neue-spuren-im-fall-der-verschwundenen-kolonie</a><p>Roanoke war eine britische Kolonie, die scheinbar spurlos verschwand. Archäologische Hinweise auf den Verbleib der Siedler:innen gibt es einige, doch eine schlüssige Erklärung blieb bislang aus. </p><h3>Meme der Woche </h3><p>Wo ist Kate Middleton? Die Prinzessin von Wales wurde ein paar Tage nach Weihnachten nicht mehr gesehen, ein Bild sollte nun vermitteln: Alles ist OK: Das ging so krass nach hinten los, ich kann’s gar nicht in Worte fassen. Nur einige Stunden nach Veröffentlichung haben Menschen im Internet Hinweise gefunden, dass das Bild bearbeitet wurde. Ein Tweet mit dem Absender “C” vom Account des Kensington Palace konnte die Wogen auch nicht mehr glätten und nun sehen wir uns einer MASSE an Theorien, Gerüchten, Verschwörungsmythen ausgesetzt. Von einer Affäre, Diana 2.0, ein kosmetischer Eingriff, Krebs, OPs… keine Erklärung scheint unmöglich.</p><a href="https://www.zeit.de/2024/12/kate-middleton-royals-foto-verschwoerungstheorie">https://www.zeit.de/2024/12/kate-middleton-royals-foto-verschwoerungstheorie</a><p>Normalerweise halten sich seriöse Publikationen bei solchen Internetphänomenen zurück, aber selbst die ZEIT hat dieser Angelegenheit mittlerweile drei Artikel gewidmet. Daraus lernen wir 1., dass auch Journalismus dem Kapitalismus unterliegt und eine Website Klicks braucht, egal wie qualitativ hochwertig oder nicht die Inhalte sind. </p><p>2. Im Internet kann man nichts verstecken, außer die Wahrheit unter 100 Lügen, wenn man genug white noise mit Verschwörungsmythen kreiert. </p><p>3. Aufmerksamkeit ist ein wertvolles Gut und konzentriert sich gerade auf ein vermeintlich unwichtiges Thema. Dabei werden andere Ereignisse ausgeblendet, nicht alles kann in einer Welt voller Algorithmen exakt gleich viel Aufmerksamkeit bekommen. Die Relevanz eines Themas ist dabei zweitrangig. Vor allem, wenn Menschen glauben etwas beitragen zu können oder mögliche Erklärungen in die Debatte einstreuen und damit einen Diskurs konstruieren, geradezu aufbauschen, weil das Thema trotz seines überschaubaren Nachrichtengehalts überall zu sein scheint. </p><h3>Danke</h3><p>Vielen Dank, dass Du diese Ausgabe des Mini-Newsletters gelesen hast. Wenn sie dir gefallen hat, gib ihr ein High Five. Unterstützen kannst Du mich über einen der folgenden Wege:</p><ul><li><p>eine Bonus-Mitgliedschaft für 3 Euro im Monat </p></li><li><p>einen <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Ko-fi</a></p></li><li><p>oder durch teilen des Newsletters im sozialen Netzwerk deiner Wahl</p></li></ul><p>Ich bin im Internet auch an anderen Stellen zu finden, nämlich Mastodon, Bluesky, Twitter, Instagram und Discord unter @chrissikills oder bei Youtube :)</p><p>Wir lesen uns in ungefähr einem Monat genau an dieser Stelle wieder. </p><p>Bundesgartenciao</p><p>Christina</p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/b297511b-53ca-47a8-960d-c01e9da7794b/uploads/images/yiibzm53q2/5.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sat, 16 Mar 2024 19:39:14 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Muss man sich leisten können]]></title>
      <description><![CDATA[Menschen sind grundsätzlich bequem. Und daran ist grundsätzlich nichts falsch. Und doch: da ist ein Störgefühl, das ich zu verorten versuche. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Menschen sind grundsätzlich bequem. Und daran ist grundsätzlich nichts falsch. Und doch: da ist ein Störgefühl, das ich zu verorten versuche.</strong></p><p>Arbeitsbedingt verbringe ich aktuell mehr Zeit auf LinkedIn. Da gibt es viele spannende und noch mehr irrelevante <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/posts/3c9ad5de-892c-4a9f-9dc8-e12e3422c189">Takes zur Arbeitswelt</a>. Besonders empfehlenswert finde ich die Posts von Neue Narrative, die <a href="https://www.linkedin.com/posts/neue-narrative_es-gibt-verschiedene-faktoren-die-zu-einem-activity-7163456987324731392-0rIr?utm_source=share&amp;utm_medium=member_desktop">hier </a>zum Beispiel Vorschläge nennen, wie Arbeitgeber:innen Burnouts verhindern können. In was für einer Welt wir leben, in der Massenburnouts eine reelle Gefahr darstellen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/15c91816-3314-4b76-b13a-db0cf493e940/uploads/images/tz3lzoh7qp/bench-accounting-xxeAftHHq6E-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@benchaccounting?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Bench Accounting</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/drei-weisse-buroklammern-schwarzer-keramikbecher-schwarzer-bleistift-und-weisser-radiergummi-auf-weisser-oberflache-xxeAftHHq6E?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Unsplash</a></p><h3>Selfcare sollte im Kapitalismus nicht so radikal sein, wie es ist</h3><p>Es ist dieselbe Welt, in der wir chronisch Kranke beneiden, weil sie so viel zu Hause bleiben können. Margarete Stokowski und Visa Vie positionieren sich immer wieder auf ihren Kanälen dazu, wie man entweder nie krank genug erscheint und gleichzeitig sowas wie Ruheneid entsteht.</p><p>Da geht etwas in eine vollkommen falsche Richtung. Menschen zu sozialisieren, dass sie ihr Leben optimieren, um noch produktiver zu sein, scheint mir grundverkehrt.</p><p>Versteht mich nicht falsch: Ich bin eine große Freundin davon effizient zu arbeiten, ich mag meine Arbeitsphasen, wenn ich mich in etwas reinsteigern kann (aber in positiv und auf chill) und ich befürworte Prozesse zu kürzen und Wege zu finden, dass wir unsere Zeit sinnvoller, effizienter nutzen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/15c91816-3314-4b76-b13a-db0cf493e940/uploads/images/lj2iom2hvz/samantha-gades-BlIhVfXbi9s-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@srosinger3997?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Samantha Gades</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/weisse-schreibtischlampe-neben-gruner-pflanze-BlIhVfXbi9s?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Unsplash</a></p><p>Aber nicht auf Kosten meines restlichen Lebens. Dass Arbeit zum Lebensmittelpunkt wird, habe ich als Schülerin gefürchtet wie kaum etwas anderes. Und jetzt bin ich mittendrin. 40 Stunden. Jede Woche.</p><p>Auch gegen Arbeit prinzipiell habe ich wenig, kommt halt auf die Definition von Arbeit an. Es ist aber immer sinnvoll die Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Strukturen zu hinterfragen, die uns an den jetzigen Punkt gebracht haben. Und ich finde es auch sinnvoll, die Art und Weise seiner Arbeit zu hinterfragen. Genau da drückt bei mir aktuell ein Schuh. 40 Stunden. Jede Woche. Mache ich in der Zeit einen Unterschied? Mache ich etwas sinnvolles?</p><h3>Demokratie ist kein Naturgesetz</h3><p>Denn im aktuellen politischen Klima der hustle culture wegen zu arbeiten, muss man sich leisten können. Nicht zu wählen, nicht auf Demonstrationen zu gehen, sich nicht in Diskurse zu wagen, die undurchsichtig wirken, nicht den Status Quo zu hinterfragen und darauf hoffen, dass jemand anders es richten wird und der Wohlstand irgendwie erhalten bleibt oder irgendwie kommt— muss man sich leisten können.</p><p>Ich finde, wir, als Gesellschaft, du und ich und alle anderen, können uns das nicht mehr leisten. Demokratie ist kein Naturgesetz. Man muss sich für sie einsetzen und sie leben. Aber auch auf der kleineren Ebene frage ich mich, ob ich meine Entscheidungen in 40 Jahren noch genauso vertreten würde. Ob ich hier und heute zu bequem bin.</p><p>Ich bin in meinen 30ern und damit verbunden ist ein Anspruch an mich selbst besser zu reflektieren und keine Zeit zu verspielen. Wie kann ich das, was ich kann, sinnvoll(er) einbringen? Einerseits ist das mein Problem und ich muss meinen Platz in diesem kapitalistischen System immer wieder eruieren und versuchen nicht in den auf Maximum, Produktivität und Wachstum ausgelegten Strukturen unterzugehen. Andererseits muss man sich doch fragen, inwiefern man Teil des Problems ist und welche Hebel man selbst hat, um es zu verändern.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Werbeblock</h3><p>Mich hat Dredge ja sehr begeistert, auch wenn gegen Ende doch die Luft raus war. Vor einiger Zeit erschien ein DLC, The Pale Reach, über den ich im <a href="https://lostlevels.de/episode/zwiebeln-knoblauch-und-andere-boesewichte">Lost Levels Podcast</a> gesprochen habe, den ich aber auch für Youtube durchgespielt habe.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=urYlduLNhK4">https://www.youtube.com/watch?v=urYlduLNhK4</a><p>Für Superlevel habe ich über Musik in Mobile Games geschrieben. Wie viel Geld in dieser Teilbranche steckt, wie Innogames Musik in ihre Spiele bringt, was sie damit bezwecken und wie die Komponistin von Soundtracks für Angry Bird und Clash of Clans die Zukunft der Gaming Musik sieht.</p><a href="https://www.superlevel.de/mobilegames-soundtrack-angrybirds/">https://www.superlevel.de/mobilegames-soundtrack-angrybirds/</a><p>Für den Kanal von Alice, “Horrorzeit”, habe ich die Geschichte hinter dem Necronomicon recherchiert und aufgeschrieben. Es geht um Tanz der Teufel, die Inquisition, echte Bücher aus Menschenhaut, Mesopotamien und die Kassette (die ich als late Millenial nicht von einem Tonband unterscheiden konnte, aber wir werden das überleben).</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=RJCBvz9wtE0">https://www.youtube.com/watch?v=RJCBvz9wtE0</a><hr aria-hidden="true"/><h3>Neues Jahr, neue Sinnkrise</h3><p>Mich hat das in eine mittelschwere Sinnkrise gestürzt, die in der Form alle paar Jahre kommt, wenn ich das Gefühl habe, ich mache das, was ich gerade mache, lang genug und es wird Zeit sich neu zu erfinden, sich neu an die Welt anzupassen und neue Chancen zu nutzen statt in der immer gleichen Bubble zu versauern.</p><p>Erschwerend kommt hinzu, dass ich nicht passiv und bequem in meinem 10qm Büro sitzen und jeden Monat auf mein Gehalt warten will, nicht darauf hoffen, dass ich Ungerechtigkeit ausblenden kann und im Alter schon irgendwie Rente bekommen werde. Das muss man sich leisten können. Kann und will ich aber nicht.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/15c91816-3314-4b76-b13a-db0cf493e940/uploads/images/tywh5t7ia7/brands-people-RPPdQVp-nds-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@brandsandpeople?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Brands&amp;People</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/weissgruner-und-orangefarbener-kasten-RPPdQVp-nds?utm_content=creditCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=unsplash">Unsplash</a></p><p>Wir kommen hier heute zu keinem Ergebnis und manchmal ist es schon wertvoll Gedanken auf Papier zu bringen, um sie weiterdenken zu können. Was ich mit dem besagten Störgefühl meine, ist im Grunde das genaue Gegenteil von diesem <a href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/krankenstand-in-deutschland-das-bettkanten-dilemma-kolumne-a-2327f173-9174-4770-bba0-2db00d6efa41">Buchstabensalat </a>und weniger Bequemlichkeit, wenn es darum geht, eine Welt zu schaffen, in der alle leben möchten — und können.</p><h3>Perspektivwechsel</h3><p>Hier einige empfehlenswerte Dinge, die ich die letzten Wochen konsumiert habe:</p><ul><li><p><a href="https://www.br.de/mediathek/podcast/seelenfaenger/alle-staffeln/888">Seelenfänger</a>: Ein Podcast des br über den Anastasia-Kult, wo mir nochmal mehr die Verbindung zwischen Naturliebe, Esoterik, Öko und völkischem Gedankengut aufgefallen ist. Ein schmaler Grat zwischen “Ich mag den Harz” und “Der Harz nur für Deutsche”. Niemand ist rechts, nur weil er/sie gerne im Garten arbeitet. Aber es gibt eben diese Pipeline nach rechts.</p></li><li><p>Die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Xbl3o-F2YD0">fünf feministischen Gebote von Gillian Anderson</a></p></li><li><p><a href="https://www.deutschlandfunk.de/tatort-kunst-102.html">Tatort Kunst</a>: Dieser Podcast von Deutschlandfunk beschäftigt sich mit Verbrechen in der Kunstszene. Mal ist es der Verkauf von Nazi-Porzellan, mal ein zweites Bild, das auftaucht und in Frage stellt, welches Bild die Fälschung ist. </p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/@T90Official/streams">Hidden Cup V Qualifiers</a>. Wer Lost Levels hört, weiß Bescheid, ich bin in einem Age of Empires 2-Loch. Und T90 veranstaltet aktuell ein neues Turnier, Hidden Cup V. Zum 5. Mal treten die 16 besten AoE2-Spieler gegeneinander an, aber unter Pseudonymen, sodass bis zuletzt niemand weiß, wer wer ist. Die Qualifier fanden noch unter echten Namen statt, das Turnier selbst startet Anfang März. </p></li></ul><h3>Meme der Woche</h3><p>Taylor Swift hat einen Privatjet. Es gibt (leider) gute Gründe, wieso Staatsmenschen oder Prominente nicht mit uns in der 2. Klasse sitzen oder Bus fahren, sondern eben Privatjet fliegen.</p><p>Gleichzeitig machen solche Superreichen und ihre Mobilität <a href="https://time.com/6208632/celebrities-climate-impact-private-jets-yachts/">einen Großteil dessen aus</a>, was die Menschheit zur Erderwärmung beiträgt. Taylor Swift erlangte in dem Kontext Berühmtheit, weil sie 1. besonders viel und besonders kurze Strecken fliegt und 2. d<a href="https://www.washingtonpost.com/technology/2024/02/06/taylor-swift-jet-tracking-legal-threat/">en Inhaber eines Twitter-Accounts, der die dazu öffentlichen Daten gelistet hatte, zu verklagen droht</a>. </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/15c91816-3314-4b76-b13a-db0cf493e940/uploads/images/s6om4iujiq/photo_2024-02-14_17-38-18.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Taylor Swift datet außerdem Travis Kelce, einen Footballspieler. Er spielt für die Kansas City Chiefs, die vergangenes Wochenende den Superbowl gewannen. Parallel findet Swifts Eras Tour statt. Swifties fragten sich, ob sie es nach dem Konzert noch rechtzeitig zum großen Spiel ihres Freundes schafft. Dank Privatjet schon. </p><p>Als im Oktober 2023 die ersten Pressemeldungen zu Swifts Jet erschienen, und hier begeben wir uns in speculation territory, spielten die Kansas City Chiefs gegen die New York Jets. Swift schaute sich das Spiel vor Ort mit einer Reihe prominenter Freunde an. Entsprechend zeigten Suchen nach “Swift jet” nun Bilder vom Footballspiel statt Nachrichten über ihr Flugverhalten. </p><h3>Danke</h3><p>Danke, dass du meine Arbeit mit deinem Abo meines Mini-Newsletters unterstützt. Mehr Unterstützung geht zum Beispiel über eine Mitgliedschaft für 3 Euro (die Bonus-Inhalte findest Du <a href="https://steadyhq.com/de/chrissikills/topics/bonus">hier</a>), einen <a href="https://ko-fi.com/chrissikills">Ko-fi</a> oder durch teilen.</p><p><a href="https://steady.page/de/chrissikills/about">Bonus-Mitglied werden</a></p><p>Ich bin bei Mastodon, Twitter (pro forma), Discord oder Bluesky, immer unter @chrissikills</p><a href="https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social/post/3klcynwy3tc27">https://bsky.app/profile/chrissikills.bsky.social/post/3klcynwy3tc27</a><p>Bleibt gesund, der Winter ist fast vorbei</p><p>Christina</p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/15c91816-3314-4b76-b13a-db0cf493e940/uploads/images/tz3lzoh7qp/bench-accounting-xxeAftHHq6E-unsplash.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Wed, 14 Feb 2024 17:20:31 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Wie Plakate und Gebäude die Geschichte von Dunwall und…]]></title>
      <description><![CDATA[Dies ist der Text zu meinem Video "Story ohne Dialoge".]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Wie Plakate und Gebäude die Geschichte von Dunwall und Karnaca erzählen</h1><p>Dies ist der Text zu meinem Video “Story ohne Dialoge”.</p><p><a href="https://steady.page/b01ce489-820b-494a-8543-ba22b906c447/posts/c7a3baf7-7a6a-40a2-895b-1a5bf54e5af8">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
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      <pubDate>Mon, 12 Feb 2024 15:56:50 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Wie früher, nur anders]]></title>
      <description><![CDATA[Über Coming of Age, Echtzeitalter und Identitti, und das einzige Rezept für vegane Bratensauce, das du brauchst. ]]></description>
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      <pubDate>Wed, 10 Jan 2024 19:10:22 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Was ich 2023 gelesen habe]]></title>
      <description><![CDATA[Alles über die Bücher, Comics und Hörbücher, die ich letztes Jahr gelesen habe]]></description>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
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      <pubDate>Tue, 09 Jan 2024 20:20:57 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Excel-Glück]]></title>
      <description><![CDATA[Oder: Spiele, die ich durchgespielt habe und ob ich sie empfehle]]></description>
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      <pubDate>Wed, 20 Dec 2023 14:00:01 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Das Land der Verträumten]]></title>
      <description><![CDATA[Über die Anderen, den Amerikanischen Traum und Romantisierung. ]]></description>
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      <pubDate>Fri, 01 Dec 2023 22:09:28 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Wo ein Richter, da ein We. The Revolution]]></title>
      <description><![CDATA[Freiheit, Gleichheit, Kopf ab.]]></description>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
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      <pubDate>Fri, 01 Dec 2023 21:49:24 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Das Problem mit performativer Nettigkeit]]></title>
      <description><![CDATA[Wir müssen über Nice Guys und Genres reden. ]]></description>
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      <pubDate>Thu, 09 Nov 2023 17:18:22 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Come on Barbie, let's go make a podcast]]></title>
      <description><![CDATA[Daniel und ich schließen mit Barbie ab. ]]></description>
      <category><![CDATA[Podcast]]></category>
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      <pubDate>Sat, 21 Oct 2023 15:13:57 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[And it turns, turns, turns...]]></title>
      <description><![CDATA[...the Wheel of Fortune... ]]></description>
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      <pubDate>Sun, 15 Oct 2023 21:51:37 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Herz der Finsternis, Teil 2]]></title>
      <description><![CDATA[Es geht um eine Geschichte im Kongo und einen Kolonialisten im Elbpark.]]></description>
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      <pubDate>Tue, 19 Sep 2023 22:16:44 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Wie der Regenbogen auf die Flagge kam]]></title>
      <description><![CDATA[Die Regenbogenflagge ist seit 45 Jahren das Symbol der LGBTQ+-Community. Aber wieso eigentlich? ]]></description>
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      <pubDate>Mon, 21 Aug 2023 12:41:50 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Silent Hill Reiseführer]]></title>
      <description><![CDATA[Ein Besuch in Silent Hill ist Ihre Rettung, Ihre Katharsis und Befreiung. Was früher der Ablassbrief war, ist heute ein Ausflug in das beschauliche Städtchen in Maine.]]></description>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
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      <pubDate>Fri, 18 Aug 2023 22:22:38 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Herz der Finsternis, Teil 1]]></title>
      <description><![CDATA[Eine kuratierte Liste, Bildungslücken und ein Geständnis. ]]></description>
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      <pubDate>Mon, 24 Jul 2023 21:33:20 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ein Schriftsteller im Wald]]></title>
      <description><![CDATA[Welches Spiel hätte der Schriftsteller Henry David Thoreau gespielt, um sich der Zivilisation zu entziehen und ein bisschen Natur zu erleben? Und ist auch ein virtuelles…]]></description>
      <category><![CDATA[Bonus]]></category>
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      <pubDate>Tue, 18 Jul 2023 14:27:47 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[On Wednesdays We Wear Belts]]></title>
      <description><![CDATA[Wieso JRPG-Fashion Sinn ergibt, über Milchbubi-Pinocchio und die Meme-Timeline. ]]></description>
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      <pubDate>Thu, 06 Jul 2023 12:46:03 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Der beißende Gestank der Untoten]]></title>
      <description><![CDATA[Heute geht es in unserem Kommunikationsbereich um die Wechselwirkung zwischen Zombies und Rassismus und wieso virale Videos für die Gezeigten ungeil sind. ]]></description>
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      <pubDate>Wed, 10 May 2023 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wieso muss ich so arbeiten, wie es dir gefällt?]]></title>
      <description><![CDATA[Was Gen Z für quatschige Dinge fordert und wie die Beweislage aussieht. ]]></description>
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      <pubDate>Mon, 01 May 2023 07:31:00 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Mittel-neue Empfehlungen von mir für dich]]></title>
      <description><![CDATA[Für alle, die Neues suchen. Es geht um queere Literatur, wieso manifestieren gefährlich ist, Meerjungfrauen, Barbie und mehr. Sieben Kategorien, sieben Empfehlungen. ]]></description>
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      <pubDate>Wed, 05 Apr 2023 15:01:26 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Verlieben, verloren, vergessen, verraten]]></title>
      <description><![CDATA[Was haben U-Boote, Ödipus und Gewerkschaften gemein? Sie alle werden mindestens einmal hier erwähnt. Denn in dieser Ausgabe geht es um Streit und Streik.]]></description>
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      <pubDate>Tue, 28 Mar 2023 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Marmor der Überlegenheit]]></title>
      <description><![CDATA[Heute sprechen wir über rechtes Gedankengeut auf Twitter, wie antike Kunst dafür instrumentalisiert wird und was das mit den rassistischen Tiraden…]]></description>
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      <pubDate>Thu, 09 Feb 2023 18:22:37 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Der Nissan Skyline der Dark Fantasy]]></title>
      <description><![CDATA[Was ist cool und kann rollen? Richtig, ich in Dark Souls 2. Außerdem geht es heute um Autos (die zumindest rollen können), Tricks und Memes on fire.]]></description>
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      <pubDate>Tue, 17 Jan 2023 18:40:48 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[This is the End]]></title>
      <description><![CDATA[Das Jahresende ist typischerweise die Zeit für kritische Selbstreflektion und das Setzen neuer Ziele. Mir ist Selbstoptimierung jedoch nicht geheuer, deshalb schauen wir…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 12 Dec 2022 06:01:01 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Let's Play Kunstkenner:in]]></title>
      <description><![CDATA[Es geht los! Ich finde es aufregend. Diese Energie, die ein neues Projekt mit sich bringt. Toll! Heute geht es um Nachwuchskunst, Pentiment, Horror und Mansplaining.]]></description>
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      <pubDate>Tue, 29 Nov 2022 17:12:36 +0000</pubDate>
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