Tics, Tourette und ADHS: Warum Medikamentenangst keine gute Behandlungsstrategie ist
Willkommen im Spektrum.
„Bei einer Tic-Störung darf man keine Stimulanzien geben.“
Dieser Satz gehört zu den erstaunlich langlebigen Mythen der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Er klingt vorsichtig, führt in der Praxis aber nicht selten dazu, dass eine deutlich beeinträchtigende ADHS gar nicht oder nur halbherzig behandelt wird.
Dabei müsste die entscheidende Frage ganz anders lauten:
Was beeinträchtigt das Kind oder den Jugendlichen tatsächlich stärker – die Tics, die ADHS oder die Kombination aus beidem?
Eine aktuelle Auswertung der europäischen EMTICS-Kohorte zeigt, wie stark die medikamentöse Behandlung chronischer Tic-Störungen von den Begleiterkrankungen bestimmt wird. Sie zeigt aber auch eine auffällige Lücke: Medikamente, die sowohl ADHS-Symptome als auch Tics beeinflussen können, wurden erstaunlich selten eingesetzt.
Tics müssen nicht automatisch behandelt werden
Tics sind plötzliche, rasche und wiederkehrende Bewegungen oder Lautäußerungen. Typisch ist, dass sie zumindest zeitweise unterdrückt werden können und häufig von einer sogenannten prämonitorischen Empfindung angekündigt werden: einem inneren Druck, Kribbeln, Ziehen oder Spannungsgefühl, das sich durch den Tic kurzzeitig entlädt.
Viele Tics schwanken erheblich. Sie nehmen bei Stress, Aufregung, Erschöpfung oder erhöhter Selbstbeobachtung zu und können über Wochen oder Monate auch wieder deutlich abnehmen.
Deshalb gilt zunächst:
Nicht jeder Tic braucht eine medikamentöse Behandlung.
Entscheidend ist weniger, wie auffällig ein Tic von außen wirkt, sondern welche funktionelle Bedeutung er hat:
Verursacht er Schmerzen oder Verletzungen?
Beeinträchtigt er Schreiben, Sprechen, Essen oder Einschlafen?
Führt er zu Hänseleien, sozialem Rückzug oder Beschämung?
Muss das Kind ständig Energie aufwenden, um ihn in der Schule zu unterdrücken?
Entsteht ein erheblicher Leidensdruck?
Oder sind die Erwachsenen eigentlich stärker beunruhigt als das Kind selbst?
Gerade der letzte Punkt ist wichtig. Ein sichtbarer Tic kann Eltern und Lehrkräfte erheblich alarmieren, ohne dass das Kind ihn selbst als sein Hauptproblem erlebt.
Psychoedukation und Verhaltenstherapie bleiben zentral
Die europäischen Leitlinien setzen nicht automatisch ein Medikament an die erste Stelle. Zunächst gehören Psychoedukation und – bei entsprechender Beeinträchtigung – ticbezogene verhaltenstherapeutische Verfahren zum Behandlungskonzept.
Dazu gehören insbesondere Habit Reversal Training und CBIT, die Comprehensive Behavioral Intervention for Tics. Dabei lernen Betroffene unter anderem, Vorboten eines Tics wahrzunehmen, Auslöser zu erkennen und alternative Reaktionen einzusetzen.
Auch Expositionsverfahren können helfen, den prämonitorischen Drang auszuhalten, ohne sofort mit dem Tic reagieren zu müssen.
Medikamente können die motorische oder vokale Tic-Ausprägung reduzieren. Sie beseitigen aber nicht zwingend die innere Drangempfindung. Genau das zeigte auch die EMTICS-Auswertung: Die Intensität der prämonitorischen Empfindungen unterschied sich nicht relevant zwischen den medikamentös ticbehandelten und den nicht entsprechend behandelten Gruppen.
Das ist klinisch bedeutsam. Weniger sichtbare Tics bedeuten nicht automatisch, dass der innere Druck verschwunden ist.
Was die EMTICS-Studie untersucht hat
Peled und Kolleg:innen werteten die Ausgangsdaten von 709 Kindern und Jugendlichen mit chronischen Tic-Störungen aus. Die Teilnehmenden waren zwischen drei und 16 Jahre alt und stammten aus neun europäischen Ländern.
Die Daten wurden zwischen 2013 und 2015 erhoben; die Auswertung wurde 2026 veröffentlicht.
Von den 709 Teilnehmenden erhielten:
32 Prozent irgendeine psychotrope Medikation,
22 Prozent ein Antipsychotikum,
10 Prozent eine ADHS-Medikation,
knapp 3 Prozent einen α2-Adrenozeptor-Agonisten wie Guanfacin oder Clonidin.
Bei Kindern und Jugendlichen mit zusätzlicher ADHS lag die Wahrscheinlichkeit einer medikamentösen Behandlung bei etwa 53 bis 54 Prozent. Bei einer Tic-Störung ohne ADHS waren es lediglich 23 bis 27 Prozent.
Das überrascht nicht: Häufig ist nicht der Tic allein der Grund für die Behandlung. Die zusätzliche ADHS kann Schule, Familienleben, Selbststeuerung und soziale Teilhabe wesentlich stärker beeinträchtigen.
Wichtig ist jedoch, was die Studie nicht zeigen kann.
Es handelt sich um eine Querschnittsuntersuchung. Wir wissen nicht, wie stark die Symptome vor Beginn der jeweiligen Medikation waren. Wenn Kinder unter ticreduzierenden Medikamenten stärkere Tics hatten, bedeutet das nicht, dass die Medikamente die Tics verstärkt haben. Sehr wahrscheinlich wurden gerade die stärker beeinträchtigten Kinder häufiger medikamentös behandelt.
Das ist das klassische Problem der „Confounding by indication“: Die Schwere der Erkrankung beeinflusst die Auswahl der Behandlung.
Die Studie ist daher keine vergleichende Wirksamkeitsstudie. Sie beschreibt europäische Verschreibungsmuster.
Wenn die Tics das Hauptproblem darstellen
Bei deutlich beeinträchtigenden Tics wird in Europa häufig Aripiprazol eingesetzt. Es beeinflusst dopaminerge Signalwege, die unter anderem in den kortiko-striatalen Regelkreisen der Bewegungssteuerung eine Rolle spielen.
Aripiprazol gilt in den europäischen Leitlinien aufgrund seiner Wirksamkeit und seines im Vergleich zu älteren Antipsychotika günstigeren Nebenwirkungsprofils als häufig bevorzugte pharmakologische Option. „Günstiger“ bedeutet allerdings nicht „harmlos“.
Mögliche Belastungen sind unter anderem:
Müdigkeit oder innere Unruhe,
Gewichtszunahme und metabolische Veränderungen,
Übelkeit oder Kopfschmerzen,
extrapyramidal-motorische Nebenwirkungen,
bei einzelnen Betroffenen Impulskontrollprobleme.
Deshalb benötigt auch Aripiprazol ein klares Therapieziel und ein strukturiertes Monitoring. Die Frage ist nicht nur: „Sind die Tics weniger geworden?“ Ebenso wichtig ist:
Ist das Kind insgesamt freier, belastbarer und handlungsfähiger geworden?
Wenn ein Medikament die Tics reduziert, das Kind aber müde, antriebsgemindert oder deutlich schwerer wird, ist die Nutzen-Risiko-Bilanz möglicherweise nicht günstig.
Ältere Antipsychotika wie Haloperidol oder Pimozid können Tics ebenfalls reduzieren, spielen wegen ihres Nebenwirkungsprofils heute aber meist eine nachgeordnete Rolle. Risperidon ist wirksam, geht jedoch ebenfalls mit relevanten metabolischen und hormonellen Risiken einher.
Die aktuelle europäische Leitlinie gibt einen ausführlichen Überblick über die pharmakologische Behandlung von Tic-Störungen und betont die Notwendigkeit einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung. Europäische Leitlinie zur Pharmakotherapie von Tic-Störungen (Öffnet in neuem Fenster)
ADHS plus Tics: Die eigentliche Schaltstelle
Bei der Kombination aus ADHS und Tic-Störung wird die Behandlung anspruchsvoller – aber nicht automatisch komplizierter.
Zunächst muss geklärt werden, welche Symptomgruppe die größere funktionelle Beeinträchtigung verursacht.
Ein Kind kann sichtbare Tics haben, aber vor allem unter folgenden ADHS-Folgen leiden:
massiven Schulproblemen,
impulsiven Konflikten,
fehlender Handlungssteuerung,
emotionalen Eskalationen,
sozialer Ausgrenzung,
Unfällen und riskantem Verhalten,
einem zunehmend negativen Selbstbild.
In dieser Situation wäre es therapeutisch fragwürdig, die ADHS unbehandelt zu lassen, nur weil Tics vorhanden sind.
Manchmal reduzieren sich die Tics sogar indirekt, wenn die ADHS besser behandelt wird. Das Kind muss weniger kompensieren, erlebt weniger Konflikte und kann seine Aufmerksamkeit und Impulse besser regulieren.
Stimulanzien verschlechtern Tics nicht regelhaft
Die frühere Vorstellung, Methylphenidat sei bei Tic-Störungen grundsätzlich kontraindiziert, gilt als überholt.
Kontrollierte Studien und systematische Auswertungen sprechen nicht dafür, dass Stimulanzien Tics auf Gruppenebene regelhaft verstärken. In einigen Untersuchungen verbesserten sich die Tics sogar moderat – möglicherweise, weil eine bessere Selbststeuerung auch die Regulation der Tics erleichtert.
Auch in der EMTICS-Kohorte war die Behandlung mit ADHS-Medikamenten nicht mit einer höheren Tic-Schwere verbunden.
Das bedeutet nicht, dass niemals individuelle Tic-Zunahmen auftreten können. Tics schwanken ohnehin, sodass zeitliche Zusammenhänge sorgfältig geprüft werden müssen:
Begannen die Veränderungen unmittelbar nach einer Dosisanpassung?
Bleiben sie über mehrere Tage oder Wochen bestehen?
Gibt es gleichzeitig mehr Stress, Schlafmangel oder soziale Belastungen?
Handelt es sich tatsächlich um Tics – oder um stereotype Bewegungen, innere Unruhe, Rebound-Phänomene oder andere motorische Effekte?
Verbessert sich die Gesamtfunktion trotz einer vorübergehenden Tic-Veränderung?
Statt eines reflexhaften Absetzens braucht es eine Verlaufsperspektive.
Die klinische Aussage lautet daher nicht: „Stimulanzien machen nie Tics.“
Sie lautet:
Eine Tic-Störung ist kein ausreichender Grund, eine behandlungsbedürftige ADHS grundsätzlich nicht mit Stimulanzien zu behandeln.
Insbesondere Methylphenidat ist für diese Kombination gut untersucht. Bei Amphetaminpräparaten ist die Datenlage schmaler; sehr hohe Dosen können eher mit einer Tic-Zunahme verbunden sein. Auch deshalb sind individuelle Titration und Beobachtung wichtiger als pauschale Regeln.
Guanfacin und Clonidin: Zwei Symptome, ein möglicher Ansatz
α2-Adrenozeptor-Agonisten wie Guanfacin und Clonidin sind bei ADHS plus Tics besonders interessant. Sie beeinflussen noradrenerge Regulationssysteme und können sowohl ADHS-Symptome als auch Tics reduzieren.
Ihre Wirkung auf die ADHS ist im Durchschnitt weniger ausgeprägt als die von Stimulanzien. Dafür können sie bei bestimmten Profilen besonders sinnvoll sein, beispielsweise wenn zusätzlich vorliegen:
ausgeprägte Impulsivität,
motorische Übererregung,
Einschlafprobleme,
emotionale Überreaktivität,
Stimulanzienunverträglichkeit,
relevante Tics.
Guanfacin wirkt relativ selektiv an α2A-Rezeptoren und wird vor allem zur Behandlung der ADHS eingesetzt. Clonidin wirkt weniger selektiv und häufig stärker sedierend.
Zu den wichtigen Nebenwirkungen gehören:
Müdigkeit und Benommenheit,
niedriger Blutdruck,
Schwindel,
verlangsamter Puls,
gelegentlich Kopfschmerzen oder gastrointestinale Beschwerden.
Blutdruck und Puls sollten deshalb kontrolliert werden. Beide Wirkstoffe dürfen nicht unkontrolliert abrupt abgesetzt werden, da es insbesondere bei Clonidin zu einem Blutdruckanstieg im Sinne eines Rebound-Phänomens kommen kann.
In der EMTICS-Kohorte erhielten lediglich 20 von 709 Kindern und Jugendlichen einen α2-Agonisten. Selbst unter den 195 Teilnehmenden mit ADHS waren es nur neun.
Die Autor:innen sprechen deshalb von einer Unterrepräsentation dieser Wirkstoffgruppe im Verhältnis zu ihrer Leitlinienrelevanz.
Allerdings muss man die historische Situation berücksichtigen. Die Daten stammen aus den Jahren 2013 bis 2015. Guanfacin war damals in vielen europäischen Ländern noch nicht regulär für die ADHS-Behandlung verfügbar oder zugelassen. Hinzu kamen Unterschiede bei Erstattung, Erfahrung und Verschreibungskultur.
Die Studie beweist also keine heutige flächendeckende Unterversorgung. Sie macht aber sichtbar, wie stark die europäische Praxis lange von Antipsychotika geprägt war.
Atomoxetin als weitere Möglichkeit
Auch Atomoxetin kann bei ADHS und komorbiden Tics erwogen werden. Es verbessert die ADHS-Symptomatik und führt nach der bisherigen Evidenz nicht regelhaft zu einer Tic-Verschlechterung.
Es kann insbesondere dann interessant sein, wenn:
Stimulanzien nicht ausreichend wirken,
sie nicht vertragen werden,
eine sehr gleichmäßige Wirkung über den Tag gewünscht wird,
zusätzliche Sorgen bezüglich Missbrauch oder Weitergabe bestehen.
Atomoxetin ist allerdings kein Akutmedikament. Die Wirkung entwickelt sich langsamer als bei Stimulanzien. Mögliche Nebenwirkungen betreffen unter anderem Appetit, Magen-Darm-System, Müdigkeit, Schlaf, Puls und Blutdruck. Auch hier gilt: Nicht der Name der Wirkstoffklasse entscheidet, sondern das individuelle Funktionsprofil.
Wenn Tics und ADHS beide stark beeinträchtigen
Manchmal reicht ein Wirkstoff nicht aus.
Eine Kombination kann sinnvoll sein, wenn eine Behandlung die ADHS deutlich verbessert, die Tics aber weiterhin stark beeinträchtigen – oder umgekehrt.
Mögliche Strategien sind beispielsweise:
Stimulanz plus α2-Agonist,
Stimulanz plus ticreduzierende Medikation,
α2-Agonist als gemeinsamer Behandlungsversuch für beide Bereiche,
ticbezogene Verhaltenstherapie plus ADHS-Medikation.
Wichtig ist, nicht mehrere Medikamente gleichzeitig zu verändern. Sonst lässt sich kaum noch erkennen, welches Präparat welche Wirkung oder Nebenwirkung verursacht.
Eine sinnvolle Regel lautet:
Ein Ziel, eine Veränderung, eine ausreichende Beobachtungszeit.
Polypharmazie sollte nicht daraus entstehen, dass jede sichtbare Abweichung ein eigenes Medikament erhält.
Was sollte im Verlauf gemessen werden?
Die reine Tic-Zahl reicht nicht aus. Sinnvoll ist ein kleines, alltagstaugliches Monitoring über mehrere Wochen.
Tic-Bereich
Häufigkeit und Intensität
Schmerzen oder Verletzungen
Unterdrückungsaufwand
prämonitorischer Druck
soziale und schulische Beeinträchtigung
ADHS-Bereich
Beginn und Abschluss von Aufgaben
Impulsivität
Konflikthäufigkeit
emotionale Regulation
Schul- oder Arbeitsfähigkeit
Verkehrssicherheit und Risikoverhalten
Gesamtfunktion
Schlaf
Appetit und Gewicht
Müdigkeit
Stimmung
soziale Teilhabe
subjektive Lebensqualität
Die beste Medikation ist nicht zwingend diejenige, die den sichtbarsten Tic am stärksten reduziert. Es ist diejenige, die bei vertretbaren Nebenwirkungen die Gesamtfunktion verbessert.
Die eigentliche Gefahr ist nicht das falsche Medikament allein
Bei Tic-Störungen plus ADHS drohen zwei gegenläufige Fehler.
Der erste Fehler ist die Überbehandlung sichtbarer Tics. Das Kind erhält ein stark ticreduzierendes Medikament, obwohl es selbst vor allem unter der ADHS, Beschämung oder fehlender schulischer Unterstützung leidet.
Der zweite Fehler ist die Unterbehandlung der ADHS aus Angst vor einer möglichen Tic-Zunahme.
Beides entsteht, wenn die Diagnose die Behandlung führt – und nicht die tatsächliche Beeinträchtigung.
Die klinische Kernfrage sollte deshalb immer lauten:
Was müsste sich im Alltag verändern, damit wir diese Behandlung als Erfolg bezeichnen?
Erst danach entscheidet man über den Wirkstoff.
Mein Fazit
Tics und ADHS sind keine pharmakologischen Gegenspieler. Eine Tic-Störung verbietet keine wirksame ADHS-Behandlung.
Bei milden, wenig beeinträchtigenden Tics kann Beobachten vollkommen ausreichend sein.
Bei belastenden Tics stehen Psychoedukation, Verhaltenstherapie und gegebenenfalls ticreduzierende Medikamente zur Verfügung.
Bei ADHS plus Tics dürfen Stimulanzien nicht aus einem überholten Reflex heraus ausgeschlossen werden.
Guanfacin und Clonidin können besonders interessant sein, wenn beide Symptombereiche relevant sind.
Bei einer Kombinationstherapie braucht es klare Ziele und ein strukturiertes Monitoring.
Entscheidend ist nicht die maximale Symptomunterdrückung, sondern eine bessere Gesamtfunktion.
Keine Medikamentenangst. Keine Automatismen. Klare Therapieziele.
Wie war es bei dir oder deinem Kind? Wurde wegen der Tics zunächst von einer ADHS-Behandlung abgeraten? Und wie haben sich Tics, Aufmerksamkeit und Selbststeuerung unter der Behandlung tatsächlich entwickelt?
LG Martin 🧠💡🌈👥🗣️✨🔗🎨💬🚀
https://steadyhq.com/de/adhsspektrum/ (Öffnet in neuem Fenster)
Literatur
Peled O, Shoham D, Steinberg T et al. Medication use and treatment patterns in children and adolescents with chronic tic disorders: an EMTICS study. European Child & Adolescent Psychiatry. 2026. DOI: 10.1007/s00787-026-03120-5.
Roessner V, Eichele H, Stern JS et al. European clinical guidelines for Tourette syndrome and other tic disorders – version 2.0. Part III: pharmacological treatment. European Child & Adolescent Psychiatry. Volltext (Öffnet in neuem Fenster).
Pringsheim T, Okun MS, Müller-Vahl K et al. Practice guideline recommendations summary: Treatment of tics in people with Tourette syndrome and chronic tic disorders. Neurology. 2019.
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