Die 30-jährige Regisseurin Olga Kosanović ist in Wien geboren und aufgewachsen - und wartet noch immer auf die österreichische Staatsbürgerschaft. In ihrem neuen Film „Noch lange keine Lipizzaner” macht sie die absurden Hindernisse, beim Versuch, österreichische Staatsbürgerin zu werden, sichtbar.
Die Chefredaktion: Wie schaut es aktuell mit deiner österreichischen Staatsbürgerschaft aus?
Olga Kosanović: Aktuell befinde ich mich noch im Prozess. Mir wurde die Staatsbürgerschaft zwar zugesichert, aber ich muss zuerst aus meiner ursprünglichen austreten und bis dahin alle Kriterien weiterhin erfüllen – dazu zählen die Auslandsaufenthalte aber vor allem auch die Verwaltungsstrafen.
Die Chefredaktion: Dein erster Antrag, österreichische Staatsbürgerin zu werden, wurde abgelehnt.
Olga Kosanović: Damals war es so, dass ich zu viele Tage im Ausland verbracht habe. Mein Auslandsstudium und Erasmus wurden mitgezählt, weil der Verdacht bestand, dass ich die Grenze überschritten habe. Da gilt die Regel, dass höchstens 20 Prozent des vorgeschriebenen Aufenthaltszeitraums im Ausland verbracht werden dürfen – also je nach Fall von sechs, 15 oder 30 Jahren. Mir war überhaupt nicht bewusst, dass das wichtig ist. Es geht wirklich um jeden einzelnen Tag im Ausland, egal ob Studium, Job, Urlaub oder Maturareise.
Die Chefredaktion: Wie hat sich dein Aufwachsen in Österreich im Gegensatz, zu dem von Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft unterschieden?