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Warum es “hey Doreen” gibt

Anfang 2024 hat sich mein Leben auf den Kopf gestellt. Alles, was sich mal irgendwie sicher angefühlt hat, war plötzlich nicht mehr da. Meinen Lebensentwurf gab es nicht mehr.

Von heute auf morgen war ich mit zwei Kindern alleinerziehend. Mein großer Sohn war damals elf, der Kleine fünf. Und mit „alleinerziehend“ meine ich wirklich alleinerziehend: Die Kinder leben komplett bei mir. 24/7. Ich musste mich neu aufstellen. Emotional. Organisatorisch. Finanziell.

Wobei ich ehrlich sagen muss: Ganz neu war vieles davon eigentlich gar nicht. Schon während der Ehe habe ich den Großteil des Familienalltags alleine organisiert. Für die Karriere meines Mannes habe ich beruflich vieles zurückgestellt und auch damals schon vieles aufgefangen — vor allem an den Wochenenden, an denen der Papa berufsbedingt fast immer unterwegs war.

Damals hat sich dieses Modell für uns richtig angefühlt. Aus heutiger Sicht würde ich es nicht mehr tun. Eines von vielen Themen, auf die ich hier irgendwann noch intensiver eingehen werde.

Was nach der Trennung neu dazu kam, war die komplette finanzielle Verantwortung. Und genau diese Kombination hat mich anfangs ehrlich gesagt völlig überfordert: Vollzeitjob. Zwei Kinder, die ihre Mama gerade mehr brauchen als zuvor in ihrem Leben. Keine Familie in der Nähe. Keine spontanen Entlastungen. Keine echte Pause. Und gleichzeitig die Erkenntnis, dass Teilzeit finanziell einfach keine Option ist.

Ich weiß noch, wie ich oft nachts wach lag und mich gefragt habe: Wie soll das eigentlich alles funktionieren? Wie schafft man es, morgens stark zu wirken, wenn man nachts kaum geschlafen hat? Wie organisiert man ein ganzes Familienleben alleine? Wie trifft man ständig Entscheidungen, obwohl man selbst völlig erschöpft ist? Arbeiten. Organisieren. Funktionieren. Für die Kinder stark bleiben, obwohl man es selbst oft gar nicht ist.

Die ersten Monate waren hart. Wirklich hart. Nicht nur finanziell oder organisatorisch. Sondern vor allem mental. Dieses Gefühl, plötzlich für alles allein verantwortlich zu sein. Für jedes Problem. Jede Entscheidung. Jede Rechnung. Jede Krankmeldung. Jeden Elternabend. Jede Angst.

Inzwischen ist dieses Leben unser Alltag geworden. Nicht perfekt. Aber stabil. Wir haben Routinen gefunden. Ich habe mir ein Netzwerk aufgebaut, gelernt um Hilfe zu fragen. Und wir haben gelernt, dass nicht immer alles perfekt laufen muss — und auch gar nicht kann.

Auch finanziell musste ich mich komplett neu sortieren. Die Lernkurve rund um Trennung, Scheidung, Kinder, Unterhalt, Behörden, mentale Gesundheit und all die organisatorischen Dinge war bei mir extrem steil. Und natürlich habe ich Fehler gemacht. Viele sogar. Aber wahrscheinlich gehört genau das dazu.

Ich habe “hey Doreen” gestartet, weil ich gemerkt habe, wie viele Frauen sich mit all diesen Themen wahnsinnig allein fühlen. Unzählige Nachrichten bei Instagram fingen genau gleich an:

„Hey Doreen… darf ich dich mal was fragen?“

Und dahinter steckte oft so viel mehr als nur eine Frage: Unsicherheit. Überforderung. Einsamkeit. Unzählige Zweifel. Meistens an sich selbst. Angst, etwas falsch zu machen. Weil es zwar unendlich viele Informationen gibt — aber erstaunlich wenig ehrliche Orientierung.

Und manchmal reicht es schon, sich ein kleines bisschen weniger allein zu fühlen. An anderen Tagen braucht man ganz konkrete Hilfe: Welche Anträge stehen mir eigentlich zu? Wie funktioniert das mit Unterhalt? Mit Steuerklasse, Elterngeld, Bildungspaket und all diesen Dingen, die plötzlich existenziell werden? Wie organisiert man Betreuung, wenn niemand da ist? Wird man irgendwann wieder glücklich sein (Spoiler: JA!)?

Genau dafür gibt es diesen Blog. Nicht als perfekten Ratgeber. Sondern als ehrlichen Ort für all diese Themen.

Kategorie Übermich

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