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Du trägst keine Schuld!

Über die Wanderausstellung  „Was ich anhatte...“

Redaktion free.fem.minds Magazin

Frauen werden nicht vergewaltigt, weil sie Minirock und Netzstrumpfhose tragen. Das beweist die Wanderausstellung
 „Was ich anhatte...“ auch 2026 eindrucksvoll.

Diese Wanderausstellung  „Was ich anhatte...“ macht die Erfahrungen von Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, anonym öffentlich. Kein voyeuristischer Blick auf die Tat, sondern eine vielschichtige Installation persönlicher Kleidungsstücke und Aussagen entschlossener Frauen.

Sie zeigt: Schuld ist nie das Opfer! (www.wasichanhatte.de)

Die 12 Teilnehmerinnen der Ausstellung rund um Beatrix Wilmes, Autorin und Dokumentarfilmerin zeigen, wie allgegenwärtig sexualisierte Gewalt an Frauen ist. Und wie sie nichts damit zu tun hat, wie jede Frau zum Tatzeitpunkt gekleidet war. Gesucht wurden die Frauen über einen Aufruf bei Instagram. Gefunden haben sich mutige Frauen, die nicht nur ihre Kleidung, die sie zum Tatzeitpunkt trugen, zur Verfügung stellten, sondern auch ihre Gedanken und Worte zum Übergriff.

12 Kleidungsstücke und Texte wurden ausgewählt. Intime Gedanken, stellvertretend für jede Frau mit ihrer Geschichte.

Bei den Exponaten der Wanderausstellung handelt es sich um überwiegend um Originale. Wo diese Originale nach der Tat nicht mehr existierten, wurden diese Second Hand möglichst nah an
der Vorgabe nachgekauft. Die Berichte der Frauen in Textform werden unverändert gezeigt. Besucher:innen finden sich in den Erzählungen wieder und in der überwältigenden Erkenntnis,
dass sie möglicherweise eins der Kleidungsstücke selbst im Schrank haben.

Die Kleidung zeigt: Es gibt kein Muster. Männer attackieren Frauen. Egal, was sie tragen.

Die Ausstellung legt auf schmerzhafte und zugleich befreiende Weise den Finger in die Wunde und klärt den Mythos, dass die richtige Kleidung vermeintlich vor einer Vergewaltigung schützt. Sie verdeutlicht erschreckend klar: Frauen können sich nicht richtig oder falsch kleiden. Diese Erkenntnis macht Angst und befreit. Denn Schuld tragen nie die Frauen.

Gewalt gegen Frauen ist kein Problem einzelner Frauen und ihrer Verhaltensweisen. Sie ist ein strukturelles Problem, das noch immer nicht gesamtverantwortlich gelöst wird.

Gründe für eine Mitschuld wie Kleidung, Aussehen oder Verhalten sind irrelevant, da es nicht um Sex, sondern um Unterdrückung geht. Vergewaltigung hat in erster Linie mit Gewalt zu tun.  Sex ist hier die Waffe, aber nicht die erste Motivation bei einer Vergewaltigung. Sie ist ein reines Gewaltverbrechen, ein Angriff auf die körperliche Unversehrtheit. Durch Victim blaming wird die Frau zur Täterin - war sie doch aufreizend angezogen - und der Mann ist das Opfer - er konnte nicht widerstehen -. Diese falsche Opferschuld macht die Ausstellung deutlich. (www.wasichanhatte.de)

Die 12 erzählten Geschichten zeigen vor allem die Innensicht von Frauen, die kein Opfer mehr sein wollen. Die das Stigma ablegen, das nie ihres war. Die Protagonistinnen erzählen in ihren Texten, was ihnen geholfen hat, ihr Trauma zu bewältigen. Zu überleben. Die Ausstellung braucht keine Gesichter, um zu berühren. Sie macht Mut und schenkt Zuversicht.

Auch 2026 tourt die Ausstellung wieder durch Deutschland und ist im Frühjahr in den folgenden Orten zu sehen.

Januar 2026 Emden Landesmuseum
Februar 2026 Wuppertal
Februar 2026 Ravensburg
März 2026 Schwabmünchen MUGS
März 2026 Burghausen
März 2026 Ludwigsburg

Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung kann von Gemeinden und anderen Interessierten zur Ausstellung angefragt werden. Die Möglichkeit zur Bestellung des Ausstellungskatalogs und alle Informationen zur Wanderausstellung „Was ich anhatte...“ unter www.wasichanhatte.de.

Kategorie Wegbereiterinnen

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