Hallo und herzlich willkommen!
Ich bin Björn Göttlicher – bei RiffReporter bekannt als der „Fotograf der Fragen“. Dort betreue ich die beiden Themenseiten Fotoreportage (Öffnet in neuem Fenster) und Multimedia (Öffnet in neuem Fenster), auf denen Sie viele spannende Geschichten rund um Fotografie entdecken können.
Einige davon werde ich Ihnen in kommenden Newslettern besonders ans Herz legen. In diesem Video-Newsletter möchte ich in Zukunft regelmäßig über Bücher sprechen, die mich persönlich beeindruckt haben.
Den Anfang macht heute: „Denken wie ein Künstler“ von Will Gompertz. Zu sehen hier im Video:
https://youtu.be/i89qLVJ0YMk?si=_SywmUivTlQJ2cA2 (Öffnet in neuem Fenster)Will Gompertz sagt: Das wertvollste Gut für kreative Arbeit ist Zeit. Und Zeit muss man sich leisten können. Ein Künstler braucht dafür entweder einen Mentor, einen starken Partner – oder schlichtweg Geld. Wer ständig ums Überleben kämpft, hat es deutlich schwerer, sich ganz auf seine Kunst zu konzentrieren.
Doch genau darum geht es: sich der Welt zu entziehen, um etwas Eigenes zu schaffen. Das ist die große Herausforderung – für jeden Künstler, für jeden kreativ arbeitenden Menschen.
Und: Auf diesem Weg ist Scheitern unvermeidlich. Aber Gompertz sieht Scheitern nicht als Niederlage – sondern als eine notwendige Station auf dem kreativen Weg. Es gehört dazu, und wer nicht bereit ist, es zuzulassen, wird auch nicht wirklich vorankommen.
Deshalb sagt er: „Künstler flirten mit dem Scheitern.“ Der künstlerische Prozess ist langsam. Man tastet sich vor, macht Fehler, denkt nach. So entsteht Kunst. Und am Ende geht es darum, etwas zu finden – nicht aus dem Nichts zu erschaffen, sondern etwas bereits Existierendes neu zu sehen, neu zu deuten.
Denn, so Gompertz: Kreativität bedeutet, vorhandene Ideen durch die eigene Wahrnehmung und Emotion zu filtern.
Der wichtigste Satz aber ist vielleicht dieser:
„Die einzige Person, die dir die Erlaubnis geben kann, Künstler zu sein, bist du selbst.“
Gompertz ermutigt dazu, dabei Werte wie Integrität zu entwickeln – denn wer integer ist, ist stark. Und wer stark ist, kann seinen eigenen Weg gehen.
Will Gompertz gibt in seinem Buch viele konkrete Impulse – auch für uns Fotograf:innen.
Ein Ratschlag: Beschäftige dich mit Caravaggio. Sie mehr dazu im Video (Öffnet in neuem Fenster)!
Kreativität bedeutet auch:
Reduzieren,
Vereinfachen,
Fokussieren,
Dinge miteinander verbinden.
Und das alles ist ein Prozess. Es braucht Zeit, Reflexion, auch Zweifel.
Gompertz greift dafür Sokrates auf:
Kritisches Denken – alles hinterfragen – ist der Kern kreativer Arbeit.
Ideen müssen auf einem logischen, tragfähigen Fundament stehen. Nur wer die richtigen Fragen stellt, kommt zu relevanten Antworten.
Der größte Feind der Kreativität? Denkfaulheit.
Gute kreative Arbeit ist wie Schachspielen: Wer viele Züge vorausdenken kann, ist im Vorteil.
Aber kreative Entscheidungen entstehen oft inmitten von Widersprüchen, Unsicherheiten, Fehlurteilen – und, ja: Geldmangel.
Auch das wusste schon Sokrates.
Im Laufe der Zeit entwickeln wir daraus unseren eigenen Standpunkt – unser persönliches Markenzeichen.
Das wünsche ich mir auch für mein eigenes Buch, das ich mit Guido Walter geschrieben habe:
„Barcelona Eiskalt, im Moment ist Band zwei ist Arbeit.“
Und das ist ein langsamer Prozess. Denn wir sind keine Roboter. Kreativität heißt außerdem:
Eine eigene Meinung haben. Selbst denken. Entscheidungen treffen.
Zum Schluss zitiere ich nochmal Gompertz:
„Die mutigste Handlung ist: selbst zu denken.“
Deshalb: Lesen. Reflektieren. Die Arbeiten anderer studieren.
Am Schluß lege ich Ihnen noch einmal die Themenseiten Fotoreportage (Öffnet in neuem Fenster) und Multimedia (Öffnet in neuem Fenster) ans Herz.