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Sollten Gesunde mit ASS Herzerkrankungen vorbeugen?

Eine Gruppe älterer Menschen steht im Kreis und schaut von oben gut gelaunt in die Kamera
Medikamente für Gesunde um Krankheiten vorzubeugen? Bild: ©PeopleImages/iStock

Patient:innen, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten oder bei denen ein Stent geschädigte Blutgefäße stabilisieren soll, bekommen in der Regel Acetylsalicylsäure (ASS) verschrieben. Stents sind meist aus Metall und werden über einen Katheter in verengte oder blockierte Gefäße eingesetzt, zum Beispiel Herzkranzgefäße. ASS kann das Verklumpen von Blutplättchen hemmen und soll das Risiko für eine Thrombose durch ASS reduzieren.

Bis vor einigen Jahren wurde aber ASS auch Personen verschrieben, die zwar ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, aber bisher davon nicht betroffen waren. Wie hoch das Risiko für gesunde Menschen für ein solches Ereignis ist, lässt sich durch Risikorechner ermitteln. Sie beziehen zum Beispiel mit ein, wie alt jemand ist, wie hoch der Blutdruck ist und ob die Person raucht.

Seit 2021 empfehlen Leitlinie diese Form der Primärprävention nicht mehr. Aber was bedeutet das für gesunde Menschen mit einem erhöhten Risiko, die bereits ASS zur Vorbeugung nehmen und es gut vertragen? Das ist das Thema eines Artikels aus unserem neuen Heft. Es erscheint in einigen Tagen.

Mit den Links in diesem Newsletter können Sie diesen und drei weitere Artikel der Mai/Juni-Ausgabe vorab lesen – einige davon sind ohne Paywall. Unsere Themen diesmal: Kollagen für die Schönheit?, Gewichtsveränderungen unter Antidepressiva und Versteckte Werbung für Abnehmspritzen.

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Nutzen von ASS ist bei Gesunden fraglich

Herzinfarkte und Schlaganfälle können durch Blutgerinnsel entstehen. Diesem Risiko lässt sich mit Medikamenten vorbeugen. Allerdings hat sich die prophylaktische Gabe von ASS bei Personen mit erhöhtem Risiko, aber ohne einen vorherigen Herzinfarkt oder Schlaganfall, als nicht vorteilhaft erwiesen. Diese Form der Primärprävention wurde in drei großen Studien getestet. Hierbei zeigte ASS bei gesunden Menschen mit erhöhtem Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall kaum Vorteile gegenüber einer Placeboeinnahme, auch nicht bei Menschen mit Diabetes, die zur Hochrisikogruppe gezählt werden. Gesunde Menschen, die schon länger ASS nehmen und sich fragen, ob das sicher ist, müssen sich keine großen Sorgen machen, sollten darüber aber mit Arzt oder Ärztin sprechen.

Aus unserem neuen Heft: Acetylsalicylsäure zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen (Öffnet in neuem Fenster) (€)

Was bewirkt Kollagen und wie sinnvoll ist es?

Weniger Falten, straffere Haut – Kollagen als Pulver, Kapseln und Co. versprechen Schönheit von innen. Kollagen ist ein körpereigenes Protein. Es verleiht dem Bindegewebe Struktur und Stabilität und ist ein wichtiger Baustein von Muskeln, Sehnen, Bändern, Knochen und Knorpel sowie anderen Geweben, auch der Haut. Das Kollagen besteht überwiegend aus den Aminosäuren Glycin, Prolin und Hydroxyprolin. Diese kann der Körper selbst herstellen und in Anwesenheit von Vitamin C zu Kollagen zusammensetzen. Der Mensch ist daher nicht auf die Zufuhr von Kollagen angewiesen. Trotzdem wächst das Angebot in Drogerien, Apotheken und Supermärkten rasant.

Aus unserem neuen Heft: Kollagen für die Schönheit? (Öffnet in neuem Fenster) (€)

Nimmt man mit Antidepressiva zu?

Antidepressiva werden aus vielerlei Gründen verordnet: bei Depressionen (Öffnet in neuem Fenster), chronischen Schmerzen, Schlafproblemen, Angstzuständen, Ess- und Somatisierungsstörungen. Etwa sechs bis neun Prozent der Deutschen erhalten mindestens einmal im Jahr ein Rezept für ein Antidepressivum, Frauen deutlich häufiger als Männer und Ältere häufiger als Jüngere. Über 30 Wirkstoffe sind als Antidepressivum zugelassen. Diese werden aufgrund ihrer pharmakologischen Eigenschaften in mehrere Gruppen unterterteilt. Am häufigsten werden die sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) verschrieben. Eine wichtige unerwünschte Wirkung von SSRI sind – wie auch bei vielen anderen Psychopharmaka – Veränderungen beim Körpergewicht. Genaue Zahlen hierzu sind aber nur schwer zu finden.

Aus unserem neuen Heft: Geichtsveränderungen unter Antidepressiva (Öffnet in neuem Fenster) (€)

Wie Hersteller der Abnehmspritze zum Medikamentengebrauch verlocken

Ob beim Ärztekongress, in einer Frauenzeitschrift oder an der Toilettentür eines Wiener Kaffeehauses, ein bestimmtes Werbemotiv fand sich an vielen Stellen. Nur ein Firmenlogo des Herstellers der Abnehmspritze Tirzepatid (Öffnet in neuem Fenster) deutet darauf hin, dass es sich um ein kommerzielles Angebot handelt. Doch eigentlich ist Werbung für rezeptpflichtige Arzneimittel verboten, deshalb wird der Name des Produkts nicht genannt. Und es gibt weitere Probleme mit dieser Anzeige.

Aus unserem neuen Heft, frei lesbar: Werbung – Aufgepasst! Versteckte Werbung zur Abnehmspritze (Öffnet in neuem Fenster)

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Viele Grüße, Silke Jäger

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