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Protest gegen Lesung von Susann Witt-Stahl in Dresden

Nun ist Zeit, Schluß zu machen mit der Moskauer Tragikomödie.

(aus: Ketty Guttmann: Los von Moskau!)

Am Samstag haben unter dem Motto „Gegen russische Kriegspropaganda. Solidarität mit der Ukraine!“ rund 50 Menschen in Dresden gegen eine Lesung von Susann Witt-Stahl im Deutsch-Russischen Kulturinstitut DRKI1 demonstriert. Organisiert hatte diese Lesung die Kommunistische Organisation – Hardcore-Anti-Imps, die neben dem Putin-Regime auch das iranische Mullah-Regime unterstützen.2

Schild Those who march with authoritarians will never arrive in a liberated society

#florableibt unverträglich

Unter beachtlicher Polizeipräsenz versammelten sich die etwa 50 Gegendemonstrant*innen auf der gegenüberliegenden Straßenseite: Mit Artyom Stassyuk hielt ein Mitglied der Dresdner Linkspartei sowie der Ukrainischen Linken Initiative (Öffnet in neuem Fenster) eine engagierte Rede, in welcher er Solidarität mit der Ukraine in ihrem Abwehrkampf forderte. Zudem sprach mit Konstantin Kosow ein ehemaliger Lokalpolitiker in St. Petersburg, der nun in Deutschland im Exil lebt und sich als Vorstand im Verein Russischsprachige Demokratinnen und Demokraten (Öffnet in neuem Fenster) einbringt. In seiner Ansprache analysierte er das System Putin.3

Demonstrant_innen auf der Strasse in der Nacht

Währenddessen betrieb Susann Witt-Stahl im Gebäude des Deutsch-Russischen Kulturinstituts Kriegspropaganda im Sinne Putins. Der exilrussische Journalist Vasily Krestianinov, der sich unter das Publikum gemischt hatte, wurde nach eigenen Angaben vom Vorsitzenden des DRKI aus dem Saal befördert und begab sich dann Richtung Gegenkundgebung.

Dort hielten Demonstrant*innen zwei Schilder mit Bezug nach Hamburg hoch: „Those who march with authoritarians will never arrive in a liberated society. #florableibtunverträglich“ und „TAN, ‚Flora für alle‘, KO, Junge Welt: Alles derselbe autoritäre Mist.“

Pappschild TAN, Flora für alle, KO, Junge Welt: Alles derselbe autoritäre Mist

TAN/„Flora für alle“: Täterschutz und Antisemitismus

Wer sich mit der Vita Susann Witt-Stahls beschäftigt, landet unweigerlich in Hamburg. Witt-Stahl war ein führendes Mitglied der Tierrechts-Aktion-Nord TAN, gegen die es ab Mitte der 2000er massive Täterschutzvorwürfe gab4 und die 2009 bei der gewaltsam verhinderten Filmvorführung von Claude Lanzmanns „Warum Israel“ in der Brigittenstraße beteiligt war.5 Die Debatte über die Täterschutzvorwürfe beschäftigte die linke Szene Hamburgs über einen langen Zeitraum, die antisemitische Aktion in der Brigittenstraße sorgte für ein bundesweites Echo.6 Beides hielt eine Dresdner Tierrechtsgruppe nicht davon ab, Susann Witt-Stahl 2010 im Rahmen der Libertären Tage zu einem Vortrag in die Luther33 einzuladen.7

Demonstrant_innen und Transpis. Unter anderem Gegen den autoritären Schulterschluss. Stoppt den russischen Imperialismus.

Während der Bandera-Komplex von Susann Witt-Stahl herbeifantasiert ist, bleibt das TAN-Netzwerk real und weiter aktiv. Witt-Stahls TAN-Mitstreiter Guido Zehl geht mit der von ihm federführend initiierten Kampagne „Flora für alle“ seit 2024 aggressiv gegen die Rote Flora vor.8 Er schreckt dabei nicht vor Querfronten zurück, so arbeitet „Flora für alle“ mit rechtsoffenen bis rechten Querdenker*innen wie Nina Maleika und Umehr e.V. zusammen.9 Wesentliche Mittel von Guido Zehl und Co. sind Diffamierungen und Bedrohungen. Vor allem Frauen nehmen sie ins Visier: Die misogyne Kampagne gegen die Wissenschaftlerin und Autorin Veronika Kracher – gipfelnd in einem heimlichen Audio-Mitschnitt von einer Flora-Veranstaltung, gepaart mit Falschbehauptungen und Hetze – hat überregional für Aufmerksamkeit gesorgt.1011

Demonstrant_innen mit Schuldern, Blick auf das Gebäude des Deutsch-Russischen Kulturinstituts.

Susann Witt-Stahl begleitet diese Schmutzkampagne mit großer Sympathie – und hier schließt sich der Kreis: Im Mai 2024 kam es zu einer symbolischen Besetzung der Roten Flora12, das Medienkollektiv Red Media mit Verbindung nach Moskau hielt die Aktion als Video fest und streute es über seine Kanäle.13 Und wer besprach diese wenige Minuten andauernde Aktion positiv in der Jungen Welt? Susann Witt-Stahl.1415

  1. Einen aufschlussreichen Thread über das DRKI und dessen Leiter Wolfgang Schälike hat der Account Hoywoy auf BlueSky veröffentlicht: https://bsky.app/profile/aushoywoj.bsky.social/post/3m7f2uwj6jk2k (Öffnet in neuem Fenster)

  2. Kommunistische Organisation: Wieso der Iran einen antikolonialen Kampf führt …, 11.07.2025, https://kommunistische-organisation.de/klaerungunddebatte/wieso-der-iran-einen-antikolonialen-kampf-fuehrt/ (Öffnet in neuem Fenster)

  3. Felix Schilk hat auf BlueSky einen ausführlichen Bericht über die Gegenkundgebung veröffentlicht: https://bsky.app/profile/stillapossibility.bsky.social/post/3m7e7fcwvak2s (Öffnet in neuem Fenster)

  4. [a²], ag c-k, antirepressionsgruppe hamburg, gruppe commode, gruppe dunkelbunt, infoladen schwarzmarkt, sous la plage: Über den Umgang der TAN (Tierrechtsaktion Nord) mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt, mit Tätern und mit Kritik aus linksradikalen Zusammenhängen Wie sich die TAN aus linksradikaler Politik und Praxis verabschiedet, Hamburg 2008, http://www.gruppe-commode.org/pdf/TanFlugblatt.pdf (Öffnet in neuem Fenster)

  5. Plenum der Roten Flora: Erklärung zur Verhinderung und erneuten Vorführung des Films Warum Israel, Hamburg 2009, https://www.rote-flora.de/2009/erklaerung-zur-verhinderten-und-erneuten-vorfuehrung-des-films-warum-israel-2009/ (Öffnet in neuem Fenster)

  6. Exemplarisch für die bundesweite Berichterstattung: Spiegel-Online: Antisemitismus in Hamburg. Regisseur Lanzmann "schockiert" über Krawalle bei Israel-Film, 19.11.2009, https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/antisemitismus-in-hamburg-regisseur-lanzmann-schockiert-ueber-krawalle-bei-israel-film-a-661980.html (Öffnet in neuem Fenster)

  7. 7 (Öffnet in neuem Fenster) kollektiv tierbefreiung dresden: Vortrag Susann Witt-Stahl, 07.05.2010, https://tierbefreiung-dresden.org/vortrag-susann-witt-stahl/ (Öffnet in neuem Fenster)

  8. Guido Zehl und ‚Flora für alle‘ – autoritäre Kontinuitäten, 14.09.2025, https://tumulte.org/2025/09/articles/hh-guido-zehl-und-flora-f%C3%BCr-alle-autorit%C3%A4re-kontinuit%C3%A4ten/ (Öffnet in neuem Fenster)

  9. Siehe u.a. Insta-Video Nachtrag zur Querfront-Demo am 12.07.25 an der Roten Flora des Accounts still.loving.rote.flora, https://www.instagram.com/p/DMV4OMrgORw/ (Öffnet in neuem Fenster)

  10. Plenum der Roten Flora: Unseren Genossinnen* – Unterstützung, Kraft, Liebe, Solidarität!, 30.07.2025, https://www.rote-flora.de/2025/unseren-genossinnen-unterstuetzung-kraft-liebe-solidaritaet/ (Öffnet in neuem Fenster) inkl. verlinkten Statements

  11. Guido Zehl durfte seine Sicht der Dinge auf die Rote Flora und Veronika Kracher im linksautoritären Podcast 99zuEins ausbreiten - vermummt neben der Podcasterin Lena; Susanne Witt-Stahl bewarb die Podcast-Folge auf X, https://x.com/WittStahl/status/1959553753708740684 (Öffnet in neuem Fenster)

  12. HaGalil: Rote Flora - Feindliche Übernahme gescheitert, 26.06.2025, https://www.hagalil.com/2024/06/rote-flora-hamburg/ (Öffnet in neuem Fenster)

  13. 3 (Öffnet in neuem Fenster) Nicholas Potter in der taz: RT-nahes Medium „Red“. Hybrider Krieg in Berlin, 12.10.2024, https://taz.de/RT-nahes-Medium-Red/!6039623/ (Öffnet in neuem Fenster)

  14. Susann Witt-Stahl in der Jungen Welt: ‚Good Night, White Flora!‘. Kulturzentrum in Hamburg: Internationalisten protestieren mit symbolischer Wiederbesetzung, 16.05.2025, https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/475434.internationale-solidarit%C3%A4t-good-night-white-flora.html (Öffnet in neuem Fenster)

  15. Auch in weiteren Texten thematisiert und diffamiert Susann Witt-Stahl die Rote Flora, u.a. in Melodie & Rhythmus: Eiserne Staatsräson, https://www.melodieundrhythmus.com/online-spezial/eiserne-staatsraeson/ (Öffnet in neuem Fenster)

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