Einführung: Die Betreuung älterer Menschen stellt Einrichtungen der Altenhilfe, ambulante Pflegedienste und Angehörige täglich vor vielfältige Herausforderungen. Gruppenangebote sind ein zentraler Bestandteil der sozialen Betreuung, jedoch gibt es zahlreiche Situationen, in denen die Einzelbetreuung für Senioren unverzichtbar ist. Gerade bei Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Demenz oder starker Introvertiertheit kann die Arbeit in der Gruppe überfordern oder sogar zu Rückzug und Isolation führen. Hier setzt die Einzelbetreuung an, die gezielt auf die individuellen Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten des Einzelnen eingeht.
Einzelbetreuung bietet die Möglichkeit, einen geschützten Raum für persönliche Gespräche, biografische Arbeit, geistige und körperliche Aktivierungen sowie kreative oder musische Beschäftigungen zu schaffen. Diese Form der Betreuung stärkt das Selbstwertgefühl, vermittelt Sicherheit und sorgt für eine gezielte Förderung, die sich nicht am Gruppentempo orientieren muss.
Die Bedeutung der Einzelbetreuung hat in den letzten Jahren zugenommen, nicht zuletzt aufgrund der steigenden Zahl an Menschen mit Demenz und der zunehmenden Individualisierung im Alter. Gleichzeitig stellt sie Fachkräfte vor besondere Herausforderungen, da sie eine intensive Planung, hohe Empathie und Flexibilität erfordert. (Hinweis: Das Lexikon - Inhaltsverzeichnis (Öffnet in neuem Fenster))
Zielsetzung der Einzelbetreuung
Die Einzelbetreuung verfolgt unterschiedliche Ziele, die je nach Bewohner, Krankheitsbild und Lebenssituation variieren können. Grundsätzlich lassen sich folgende Hauptziele festhalten:
Erhalt und Förderung der Selbstständigkeit
Senioren sollen durch individuell abgestimmte Angebote ihre Fähigkeiten möglichst lange bewahren und trainieren.
Stärkung der Lebensqualität
Einzelbetreuung vermittelt Aufmerksamkeit und Zuwendung, wodurch das emotionale Wohlbefinden gestärkt wird.
Vermeidung von Isolation
Besonders bei Menschen, die nicht (mehr) an Gruppenangeboten teilnehmen können, bietet Einzelbetreuung soziale Kontakte.
Förderung der Biografiearbeit
Persönliche Gespräche und gezielte Angebote orientieren sich an den Lebensgeschichten und Interessen der Senioren.
Aktivierung von Körper und Geist
Individuelle Beschäftigungen wie Gedächtnistraining, leichte Bewegung oder kreative Tätigkeiten fördern die kognitive und körperliche Aktivität.
Unterstützung in Krisensituationen
Einzelgespräche können dazu beitragen, Ängste abzubauen, Trauer zu verarbeiten oder Einsamkeit zu mildern.
Vor- und Nachteile der Einzelbetreuung
Vorteile
Individuelle Förderung: Angebote können exakt auf den jeweiligen Bewohner zugeschnitten werden.
Flexibilität: Anpassung an Tagesform, Stimmung und Bedürfnisse des Senioren.
Intensive Beziehungsgestaltung: Vertrauensvolle Gespräche und ein enger Kontakt sind leichter möglich.
Förderung schwer erreichbarer Personen: Auch stark zurückgezogene oder bettlägerige Menschen können erreicht werden.
Schnelle Erfolgserlebnisse: Motivation und positive Rückmeldungen können direkt vermittelt werden.
Nachteile
Hoher Zeitaufwand: Einzelbetreuung erfordert viel personelle Kapazität.
Geringere Reichweite: Im Vergleich zu Gruppenangeboten profitieren weniger Personen gleichzeitig.
Hohe Anforderungen an Fachkräfte: Empathie, Kreativität und Einfühlungsvermögen sind unverzichtbar.
Mögliche Abhängigkeit: Bewohner könnten sich zu sehr an bestimmte Betreuungspersonen binden.
Abgrenzungsschwierigkeiten: Die intensive Nähe kann für Fachkräfte emotional belastend sein.
Anleitung und Umsetzung in der Praxis
Die Durchführung von Einzelbetreuung erfordert eine strukturierte Planung sowie eine sensible Anpassung an die jeweilige Situation.
Bedarfsermittlung
Beobachtung des Bewohners im Alltag.
Gespräche mit Pflegepersonal und Angehörigen.
Dokumentation der Ressourcen, Interessen und Einschränkungen.
Zieldefinition
Soll die Einzelbetreuung beruhigen, aktivieren oder motivieren?
Gibt es konkrete Trainingsziele (z. B. Gedächtnisstützung, Förderung der Feinmotorik)?
Auswahl der Methoden
Biografiearbeit, Gesprächsangebote, kreative Tätigkeiten, Musik, Bewegung oder spielerische Elemente.
Rahmenbedingungen
Zeit: 20–60 Minuten je nach Aufmerksamkeitsspanne.
Ort: ruhiger Raum oder Zimmer des Bewohners.
Atmosphäre: respektvoll, ruhig und auf Augenhöhe.
Durchführung
Begrüßung und Orientierung (z. B. Datum nennen, Tagesstruktur ansprechen).
Durchführung der Aktivierung in angepasstem Tempo.
Positive Rückmeldung und Wertschätzung.
Nachbereitung
Dokumentation der Aktivität, Reaktionen und Erfolge.
Reflexion zur Anpassung der nächsten Einheit.
Aktivierungen für die Einzelbetreuung
Biografie-Interview — Lebensstationen
Materialliste: Aufnahmegerät/Smartphone, Liste mit Leitfragen, Fotoalben, Schreibblock.
Umsetzung:
(1) Termin vereinbaren, ruhigen Raum wählen.
(2) Leitfragen stellen (Kindheit, Beruf, Lieblingsereignis).
(3) Antworten aufnehmen und bei Bedarf nachhaken.
(4) Aufnahme transkribieren, Kurzfassung in Akte legen.
Praxisbeispiel: Bewohner erzählt vom ersten Arbeitstag — Aufnahme wird der Familie angeboten.
Fotoalbum gemeinsam gestalten
Materialliste: Ausdrucke, Fotoalbum/klebbares Album, Kleber, Stifte, Beschriftungsaufkleber.
Umsetzung:
(1) Fotos auswählen; Thema (Urlaub, Familie) klären.
(2) Seite layouten, Texte diktieren oder selbst schreiben.
(3) Album binden und datieren.
(4) Ergebnis präsentieren.
Praxisbeispiel: „Meine Jugend“-Album entsteht; Bewohner kommentiert jedes Foto.
Erinnerungskiste öffnen (multisensorisch)
Materialliste: Kleine Requisiten (Muschel, Stofffetzen, Münze), Handschuhe, Desinfektionstücher.
Umsetzung:
(1) Objekt zeigen, erklären.
(2) Bewohner berührt/riecht, erzählt Assoziationen.
(3) Notizen zu Story machen.
(4) Objekt wieder sichern.
Praxisbeispiel: Muschel löst Urlaubs- und Familiengeschichten aus.
Musik-Playlist nach Lebensphasen
Materialliste: Tablet/MP3-Player, Lautsprecher/Kopfhörer, Notizblatt für Songwünsche.
Umsetzung:
(1) Lieblingsjahre erfragen.
(2) Songs suchen und Playlist erstellen.
(3) Anhören, Mitsingen oder Erinnern anregen.
(4) Datei speichern.
Praxisbeispiel: Schlager aus den 50ern weckt Tanz- und Liebesgeschichten.
Klangschalen- oder Entspannungs-Session
Materialliste: Klangschale oder ruhige Musik, Augenmaske, bequemer Stuhl.
Umsetzung:
(1) Einführung (Zweck, Dauer).
(2) 8–12 Minuten Klang/Leitwort.
(3) Nachgespräch: Empfindungen erfragen.
(4) Wiederholungen planen.
Praxisbeispiel: Kurze Klangpause reduziert Unruhe vor der Abendruhe.
Lebensbaum-Gestaltung (biografisch)
Materialliste: großes Papier/Poster, Farbstifte, Fotos, Kleber.
Umsetzung:
(1) Lebensstationen besprechen.
(2) Gemeinsam Lebensbaum zeichnen und beschriften.
(3) Fotos an passenden Ästen einkleben.
(4) Poster ins Zimmer hängen.
Praxisbeispiel: Bewohner markiert Ausbildung, Hochzeit, Kinder als Äste.
Einfaches Fitnesstraining im Sitzen
Materialliste: Stabile Stuhl, Theraband evtl., Hygienehandtuch, Wasser.
Umsetzung:
(1) Kurz Gesundheitscheck/Einverständnis.
(2) 10–15 Minuten Übungen (Armkreisen, Beinheben).
(3) Pausen einbauen, Belastung anpassen.
(4) Ergebnisse protokollieren.
Praxisbeispiel: tägliche Kurzrunde verbessert Beweglichkeit des Schultergürtels.
Handmassagen zur Entspannung
Materialliste: Pflegende Lotion, warme Tücher, bequemer Sitzplatz.
Umsetzung:
(1) Zustimmung einholen.
(2) Hände wärmen, Lotion verwenden.
(3) Sanfte Massage in klarer Abfolge (Finger, Handfläche).
(4) Nachbesprechung.
Praxisbeispiel: Bewohner berichtet von angenehmer Erinnerung an eigene Gartenarbeit.
Koch- oder Backtätigkeit in kleiner Form
Materialliste: Einfaches Rezept, Zutaten, Schüssel, Löffel, Blech oder Mikrowelle.
Umsetzung:
(1) Rezept und Rollen klären.
(2) Bewohner einfache Schritte durchführen lassen (rühren, formen).
(3) Hygieneregeln beachten.
(4) Gemeinsames Probieren.
Praxisbeispiel: Kekse backen weckt Küchen- und Familienerinnerungen.
Puzzlen mit großformatigen Teilen
Materialliste: Großpuzzle (20–50 Teile), rutschfeste Unterlage, ggf. Vergrößerungslupe.
Umsetzung:
(1) Motiv besprechen.
(2) Gemeinsam Stücke sortieren (Rand, Farben).
(3) Zusammensetzen mit Unterstützung.
(4) Ergebnis fotografieren und einrahmen.
Praxisbeispiel: Landschaftspuzzle ruft Erinnerungen an Heimatorte hervor.
Brief- oder Postkarten schreiben
Materialliste: Karten/Briefpapier, Stifte, Umschläge, Briefmarken, ggf. Diktierhilfe.
Umsetzung:
(1) Empfänger/Anlass klären.
(2) Bewohner diktiert oder schreibt; bei Bedarf Formulierungen vorschlagen.
(3) Karte frankieren und abschicken.
(4) Antwort ggf. vorlesen.
Praxisbeispiel: Karte an Enkel mit Foto beigelegt — Reaktion der Familie bringt Freude.
Digitale Foto-Diashow individuell erstellen
Materialliste: Tablet/Laptop, Fotos digital, einfache Diashow-Software.
Umsetzung:
(1) Fotos auswählen.
(2) Reihenfolge und optional Musik festlegen.
(3) Diashow zeigen und kommentieren lassen.
(4) Datei speichern.
Praxisbeispiel: Diashow „Meine Arbeitszeit“ löst lebhafte Erzählungen aus.
Wahrnehmungsparcours (klein, im Zimmer)
Materialliste: Verschiedene Texturen (Tuch, Sandpapier), Duftproben, kleine Gegenstände.
Umsetzung:
(1) Objekte nacheinander vorstellen.
(2) Bewohner ertasten/riechen lassen.
(3) Assoziationen erfragen.
(4) Erinnerungen dokumentieren.
Praxisbeispiel: Sandpapier erinnert an Schuhmacherbetrieb — lange Erzählung folgt.
Bastelarbeit: Erinnerungsbox bauen
Materialliste: Kleine Holzkiste/Pappschachtel, Farben, Kleber, Fotos, Dekoelemente.
Umsetzung:
(1) Design und Inhalte besprechen.
(2) Kiste bemalen und dekorieren.
(3) Persönliche Gegenstände hineinlegen.
(4) Box im Zimmer platzieren.
Praxisbeispiel: Box enthält Eintrittskarte, Foto, Stoffstück – wird stolz gezeigt.
Lebensgeschichten in kurzen Episoden aufschreiben
Materialliste: Schreibblock, Stift, Aufnahmegerät.
Umsetzung:
(1) Thema pro Sitzung (z. B. „erster Beruf“).
(2) Bewohner erzählt; Moderator schreibt oder nimmt auf.
(3) Textedit & Ausdruck.
(4) Sammelheft erstellen.
Praxisbeispiel: Kurzbiografie „Meine ersten Jahre“ wird als Heft gedruckt.
Gärtnern im Topf (wiederkehrend)
Materialliste: Blumentopf, Erde, Samen oder Pflanzen, Gießkanne.
Umsetzung:
(1) Pflanze auswählen.
(2) Gemeinsames Einpflanzen, Pflegeplan erstellen.
(3) Regelmäßiges Gießen als Ritual.
(4) Entwicklung dokumentieren.
Praxisbeispiel: Kräutertopf auf Fensterbank gibt Gesprächsstoff und Kochideen.
Atem- und Stimmübungen (Stimmbildung)
Materialliste: Atemübungsanleitung, Glas Wasser, evtl. Stimmtrainer-App.
Umsetzung:
(1) Kurze Einführung (Sicherheitscheck).
(2) Atemübungen (Bauchatmung).
(3) Einfache Summ- und Tonübungen.
(4) Dokumentation von Wohlbefinden.
Praxisbeispiel: Regelmäßige Übungen verbessern Artikulation beim Vorlesen.
Memory mit persönlichen Fotos
Materialliste: Paare von Foto-Kärtchen, Laminiergerät (optional).
Umsetzung:
(1) Fotos ausdrucken und paarweise aufbereiten.
(2) Memory spielen, bei Aufdecken Geschichten sammeln.
(3) Erfolgserlebnisse loben.
Praxisbeispiel: Foto von Hochzeitspaar als Paar — Erinnerungen fließen.
Kleine Schreibaufgabe: Haikus oder kurze Verse
Materialliste: Papier, Stifte, Beispiele für einfache Gedichte.
Umsetzung: (1) Form erklären (kurze Zeilen). (2) Mit Bildern/Reizen helfen (z. B. Foto). (3) Bewohner formuliert, Betreuer schreibt. (4) Sammlung erstellen.
Praxisbeispiel: Kurzes Gedicht über den Garten wird vorgelesen.
Sinnesbox für Demenzarbeit
Materialliste: Textilien, Düfte, kleine Spielzeuge, Karten mit Fragen.
Umsetzung:
(1) Box präsentieren, ein Objekt pro Sitzung.
(2) Bewohner berührt/riecht; Erinnerungsfragen stellen.
(3) Reaktionen beobachten und dokumentieren.
Praxisbeispiel: Duft Seife löst Bad- und Familiengeschichten aus.
Spaziergang mit gezielten Gesprächsimpulsen
Materialliste: Gehstütze/Rollator prüfen, wetterangepasste Kleidung, Fotoapparat.
Umsetzung:
(1) Route kurz planen.
(2) An bestimmten Punkten Fragen stellen (z. B. „Erinnert Sie dieser Platz an…?“).
(3) Pausen einbauen.
(4) Rückkehr, Protokoll.
Praxisbeispiel: Bank am Teich erinnert an Picknick mit Kindern — lange Erzählung.
Kreatives Gestalten mit Ton (lufttrocknend)
Materialliste: Lufttrocknender Ton, Werkzeug, Unterlage, Farben.
Umsetzung:
(1) Einfaches Motiv vorschlagen (Herz, Schale).
(2) Schrittweise formen, Hände führen, Feinmotorik fördern.
(3) Trocknen lassen und ggf. bemalen.
Praxisbeispiel: Kleine Schale für Schmuck wird gefertigt und verschenkt.
Filmliche Erinnerung: Kurzclip gemeinsam ansehen
Materialliste: Kurzer Filmclip/Heimatfilm, Tablet/TV, Lautsprecher.
Umsetzung:
(1) Clip auswählen (2–5 Min).
(2) Zeigen, anschließend Fragen stellen.
(3) Assoziationen aufnehmen.
Praxisbeispiel: Kurzer Clip vom Markttag löst Beschreibung von Marktständen aus.
Karten- und Brettspiele in Einzelversion
Materialliste: Domino großformatig, Solitärspiele, Kartendeck mit großen Zahlen.
Umsetzung:
(1) Spielregeln erklären, anpassen.
(2) Gemeinsam spielen, Erfolge betonen.
(3) Wiederholungen anbieten.
Praxisbeispiel: Domino im Sitzen fördert Konzentration und Freude.
Tagesstruktur stabilisieren: Gemeinsame Tagesplanung
Materialliste: Großer Tagesplaner, Marker, Haftnotizen.
Umsetzung:
(1) Morgenritual: Tagesplan durchgehen.
(2) Wünsche und Bedürfnisse aufnehmen.
(3) Aktivitäten individuell timen.
(4) Abgleich am Abend.
Praxisbeispiel: Bewohner wünscht Ruhezeit nach dem Mittag → Plan angepasst.
Koch-ABC: Zutaten erraten (Geruch/Glas Test)
Materialliste: Kleine Proben in blickdichten Gläsern (Gewürze, Tee), Löffel, Hygienetücher.
Umsetzung:
(1) Duftproben nacheinander vorstellen.
(2) Erraten lassen, Erinnerungen abfragen.
(3) Notizen für Rezepte sammeln.
Praxisbeispiel: Zimtduft löst Back- und Feiertagserinnerungen aus.
Nagelpflege (nicht medizinisch)
Materialliste: Nagelfeile, Handcreme, weiche Bürste, Nagellack (optional).
Umsetzung:
(1) Zustimmung einholen, Hände reinigen.
(2) Nägel feilen, Creme auftragen, Massage integrieren.
(3) Optional dezenter Nagellack.
Praxisbeispiel: Bewohnerin freut sich über gepflegte Hände; Gespräch über Mode folgt.
Mini-Vorlesung zu einem Wunschartikel (z. B. Technik)
Materialliste: Infoblatt, Tablet, Bilder, Notizen.
Umsetzung:
(1) Thema wählen (z. B. erste Radios).
(2) Kurze Bilder/Geschichten vorstellen.
(3) Fragen zulassen, biografische Verknüpfung.
Praxisbeispiel: Vortrag über erstes Radio führt zu Erzählungen über Familienabende.
Gemeinsames Ausmalen großer Motive
Materialliste: Große Ausmalbilder, dicke Filzstifte, Tischschutz.
Umsetzung:
(1) Motiv auswählen.
(2) Farbvorschläge geben, Hand führen bei Bedarf.
(3) Ergebnis laminieren und aufhängen.
Praxisbeispiel: Ausgemaltes Blumenbild verschönert Zimmer.
Einfache Musikbegleitung (Trommel, Rassel)
Materialliste: Rassel, kleine Trommel oder Klangstäbe.
Umsetzung:
(1) Grundrhythmus vormachen.
(2) Bewohner mit Instrument begleiten lassen.
(3) Rhythmusvariationen anbieten.
Praxisbeispiel: Bewohner klatscht zum Takt, Erinnerungen an Festmusik erscheinen.
Lebensmittelkunde: Zutaten-Ratespiel
Materialliste: Stoffbeutel mit Lebensmitteln (nicht verderblich), Karteikarten.
Umsetzung:
(1) Gegenstand ertasten oder riechen lassen.
(2) Raten lassen, bei Unsicherheit Hilfen geben.
(3) Gespräche über Lieblingsgerichte.
Praxisbeispiel: Erkennen von Kaffeebohnen führt zu Kaffeegeschichten.
Sinnesgarten im Miniformat (Fensterbank)
Materialliste: Kleine Pflanzen (Lavendel, Minze), Beschriftungen, Gießkanne.
Umsetzung:
(1) Pflanzen vorstellen, Namen erklären.
(2) Pflanzen anfassen, riechen, pflegen.
(3) Pflegeplan erstellen.
Praxisbeispiel: Duft von Minze ruft Sommer im Garten hervor.
Foto-Interview mit Enkel per Videochat vorbereiten
Materialliste: Tablet mit Videochat, Fotos, Stichwortzettel.
Umsetzung:
(1) Fragen für Enkel vorbereiten.
(2) Techniktest, Kamera ausrichten.
(3) Videochat durchführen und moderieren.
(4) Aufnahme speichern.
Praxisbeispiel: Enkel fragt nach Lieblingsspiel — lange Unterhaltung entsteht.
Mini-Handwerk: Schmuck aus Perlen
Materialliste: Große Perlen, elastisches Band, Schere, Auffangschale.
Umsetzung:
(1) Muster besprechen.
(2) Perlen auffädeln lassen (Handführung bei Bedarf).
(3) Knoten und Geschenkverpackung.
Praxisbeispiel: Armband wird für Besuchende als Geschenk gemacht.
Achtsamkeitsübung: 5–3–1 Methode
Materialliste: Ruhiger Raum, Stoppuhr.
Umsetzung:
(1) 5 Dinge sehen, 3 Dinge hören, 1 Sache fühlen benennen.
(2) Langsam durchführen, Nachbesprechung.
(3) Dokumentation.
Praxisbeispiel: Übung reduziert Unruhe nach lauter Mahlzeit.
Spielerisches Rechnen oder Buchstabierspiele
Materialliste: Große Buchstabenkarten, Rechenaufgaben-Karten, Stift.
Umsetzung:
(1) Schwierigkeitsgrad anpassen.
(2) Spielerisch Aufgaben stellen.
(3) Erfolg loben, ggf. Hilfestellungen geben.
Praxisbeispiel: Einfache Additionsaufgaben bringen Erfolgserlebnis.
Kleines Erinnerungsquiz (mit Belohnung)
Materialliste: Fragekarten zu persönlichen Themen, kleine Aufmerksamkeiten.
Umsetzung:
(1) Fragen vorbereiten (z. B. „Wie hieß Ihr Lieblingslehrer?“).
(2) Quiz durchführen, Antworten notieren.
(3) Belohnung und Lob.
Praxisbeispiel: Quiz weckt biografische Details; Bewohner strahlt bei Erinnerung.
Fotocollage für das Zimmer erstellen
Materialliste: Ausdrucke, Karton, Kleber, Rahmen.
Umsetzung:
(1) Fotos auswählen.
(2) Collage layouten und kleben.
(3) Rahmen und anbringen im Zimmer.
Praxisbeispiel: Collage zeigt Enkelkinder; Bewohner zeigt sie gern Besuchern.
Wochentage-Check (Orientierung)
Materialliste: Großes Datumsboard, Bildkarten für Aktivitäten.
Umsetzung:
(1) Datum und Wochentag benennen.
(2) Gemeinsame Aktivitäten der Woche durchgehen.
(3) Hinweise in Akte notieren (z. B. Termine).
Praxisbeispiel: Bewohner freut sich auf Friseurtermin — Erinnerung ist hilfreich.
Kochen nach Rezept: Schritt-für-Schritt
Materialliste: Einfaches Rezept, Zutaten, Küchenutensilien, Schutzschürze.
Umsetzung:
(1) Schritte erklären, Aufgaben vergeben.
(2) Bewohner führt einfache Schritte aus.
(3) Ergebnis gemeinsam verkosten.
Praxisbeispiel: Eierspeise gemeinsam zubereitet — Erinnerung an Sonntagmorgen.
Handarbeitsprojekt: Einfache Näharbeiten
Materialliste: Nadel mit großem Öhr, Stoffreste, Schere, Fäden.
Umsetzung:
(1) Einfache Übungen (Knopf annähen).
(2) Hand führen bei Bedarf.
(3) Kleine Werke sammeln.
Praxisbeispiel: Bewohner repariert altes Taschentuch — Stolz auf Selbständigkeit.
Naturtagebuch: Kleine Beobachtungen festhalten
Materialliste: Notizbuch, Stift, Foto oder Skizzenmaterial.
Umsetzung:
(1) Kurzer Spaziergang oder Fensterbeobachtung.
(2) Eindrücke notieren oder skizzieren.
(3) Buch im Zimmer aufbewahren.
Praxisbeispiel: Vögel am Fenster beobachtet und notiert — Freude am Wiederfinden.
Virtuelle Museumsführung (einzeln geführt)
Materialliste: Tablet/PC, Link zu virtueller Tour, Kopfhörer.
Umsetzung:
(1) Themenwunsch klären.
(2) Virtuelle Tour steuern und erklären.
(3) Zwischenstopps für Gespräche einbauen.
Praxisbeispiel: Virtuelle Schlossführung weckt Erinnerungen an Ballbesuche.
Tageszeitung gemeinsam lesen und kommentieren
Materialliste: Tageszeitung oder Ausdrucke, Lesebrille, Notizblock.
Umsetzung:
(1) Schlagzeilen vorlesen.
(2) Bewohner kommentieren lassen.
(3) Diskussion moderieren.
Praxisbeispiel: Lokalteile regen zum Erinnern an städtische Veränderungen an.
Aromatische Teeverkostung mit Erinnerungen
Materialliste: Verschiedene Teesorten, Tassen, Wasserkocher, Duftkarten.
Umsetzung:
(1) Kleine Proben zubereiten.
(2) Bewohner probieren lassen, Geschmack beschreiben.
(3) Erinnerungen an Teerituale sammeln.
Praxisbeispiel: Schwarztee erinnert an Sonntag bei Verwandten.
Sprachspiele: Reimketten oder Wortassoziation
Materialliste: Karten mit Anfangswörtern, Stift.
Umsetzung:
(1) Startwort geben, Bewohner ergänzt Reim/Assoziation.
(2) Ketten bilden, bei Bedarf Hilfen geben.
(3) Spaß betonen, nicht Leistung.
Praxisbeispiel: Reimspiel bringt Lachen und Bewegung der Sprache.
Mini-Fotoprojekt: Selbstporträt gestalten
Materialliste: Kamera/Tablet, Accessoires (Hut, Schal), Drucker.
Umsetzung:
(1) Accessoires auswählen.
(2) Fotos machen, gemeinsam aussuchen.
(3) Ausdruck in Rahmen geben.
Praxisbeispiel: Bewohner posiert mit altem Hut — Erinnerungen an Reisen.
Erinnerungs-Quiz digital (Tablet-App, sehr einfach)
Materialliste: Tablet, vorinstallierte Quiz-App, große Schrift.
Umsetzung:
(1) Fragen für Thema erstellen.
(2) Bewohner per Touch oder Assistenz antworten lassen.
(3) Ergebnisse lobend kommentieren.
Praxisbeispiel: Quiz zu Filmklassikern — Freude über bekannte Titel.
Kleine Theaterübungen: Rollenspiel
Materialliste: Einfache Requisiten, Karteikarten mit Situationen.
Umsetzung:
(1) Szene auswählen (z. B. „Marktstand“).
(2) Rollen kurz durchspielen, Anleitung geben.
(3) Nachbesprechung, Gefühle erfragen.
Praxisbeispiel: Kurze Szene vom ersten Arbeitstag nachgespielt — Erinnerung intensiviert.
Quartalsprojekt starten: Mini-Dokumentation über Lebenswege
Materialliste: Aufnahmegerät, Kamera, Ordner, Fragenleitfaden.
Umsetzung:
(1) Grobes Konzept mit Bewohner entwickeln.
(2) Mehrere kurze Interviews aufnehmen (je 10–15 Min).
(3) Schnitt & Ausdruck als Heft oder Film.
(4) Präsentation im kleinen Kreis.
Praxisbeispiel: Kurzfilm „Mein Beruf“ zeigt verschiedene Lebensläufe und wird beim Familientreffen gezeigt.