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Bewegungsinsel im Foyer

Eine Bewegungsinsel im Foyer einer stationären Pflegeeinrichtung ist ein fest eingerichteter Aktivitätsbereich im Eingangs- oder Empfangsbereich, der Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeitenden und Besuchern spontan Bewegungsanreize bietet. In dieser Einführung soll zunächst die allgemeine Bedeutung von Bewegung im Alltag älterer Menschen erläutert werden. Anschließend wird die spezifische Rolle des Foyers als zentraler Begegnungs- und Aktivierungsraum in Pflegeeinrichtungen betrachtet.

Bewegung ist für ältere Menschen von herausragender Bedeutung. Regelmäßige körperliche Aktivität trägt dazu bei, die Muskelmasse und die Beweglichkeit zu erhalten sowie den Stoffwechsel anzukurbeln. Durch Bewegungsübungen bleiben Knochen und Gelenke belastbar, und Bewegungsmangel kann aktiv vermieden werden. Dies beugt altersbedingten Gesundheitsproblemen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes oder Osteoporose vor. Gleichzeitig stärkt Bewegung das Gehirn: Studien zeigen, dass sportlich aktive Menschen seltener an Demenz erkranken. Die Durchblutung wird gesteigert, was zu einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit führen kann. Darüber hinaus setzen Bewegung und körperliche Aktivität Endorphine frei, die Stress abbauen und das allgemeine Wohlbefinden verbessern. Gerade in stationären Einrichtungen, wo Bewohnerinnen und Bewohner oft viel Zeit drinnen verbringen, bietet Bewegung an der frischen Luft oder in hellen Innenräumen eine wichtige Abwechslung vom Pflegealltag.

Neben den körperlichen Effekten hat Bewegung auch psychische und soziale Wirkungen. Mit zunehmendem Alter sinkt oft die Aktivität natürlicherweise ab, was jedoch negative Folgen hat: Bewegungsmangel kann Muskelschwund und eingeschränkte Mobilität verursachen, was wiederum Stürze und Probleme bei Alltagsaufgaben begünstigt. Umgekehrt fördert jede Bewegung – ob Treppensteigen oder Spaziergang – die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Mobilität ermöglicht es älteren Menschen, selbstständig im Haus unterwegs zu sein, soziale Kontakte wahrzunehmen und Isolation zu vermeiden. Wie es etwa Pro Senectute Schweiz ausdrückt, unterstützt eine bedürfnisgerechte Mobilität die aktive Teilhabe am Leben und beugt sozialer Isolation vor.

In diesem Kontext spielt der Foyerbereich einer Pflegeeinrichtung eine besondere Rolle. Das Foyer ist meist ein heller, großzügiger Raum im Erdgeschoss, in dem Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Mitarbeitende täglich zusammenkommen. Als Eingang und Durchgangsbereich fungiert das Foyer als zentrale Begegnungsstätte. Hier können sich Wege kreuzen, und Bewohnerinnen und Bewohner werden auf natürliche Weise zur Bewegung animiert. Durch gezielte Aktivitäten im Foyer lässt sich die dort ohnehin vorhandene Bewegungsfreude systematisch nutzen. Zugleich kann der Bereich mit Sitzgelegenheiten und Bewegungsangeboten so gestaltet werden, dass spontane Aktivitätsschübe entstehen – etwa indem man Rollatorfahrer dazu anregt, ein paar Schritte mehr zu gehen, während sie auf Angehörige warten. Pflegeheime profitieren insgesamt von einer motivierenden Umgebung: Gärten, Spazierwege oder spezielle Bewegungsräume steigern nachweislich die Lust der Bewohnerinnen und Bewohner, aktiv zu sein. Eine Bewegungsinsel im Foyer würde diese Idee aufnehmen, indem sie den Empfangsbereich in einen offenen Aktivitätsraum verwandelt.

Zielsetzung einer Bewegungsinsel

Eine Bewegungsinsel im Foyer verfolgt mehrere Ziele auf einmal – körperliche, kognitive und soziale – und richtet sich an alle Bewohnergruppen der Einrichtung. Ähnlich einem Bewegungsparcours zielt die Insel darauf ab, die Teilnehmenden in ihren körperlichen, geistigen und sozialen Fähigkeiten zu stärken. Körperlich betrachtet soll sie Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und vor allem das Gleichgewicht fördern. Durch einfache Übungen an verschiedenen Stationen können die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Bein- und Rumpfmuskulatur trainieren, die Gangsicherheit verbessern und tägliche Bewegungen wie Treppensteigen oder das Aufstehen aus dem Stuhl sicherer bewältigen. Viele Studien belegen, dass regelmäßiges Training im Alter zu messbaren Verbesserungen in Kraft und Balance führt. Damit trägt die Bewegungsinsel direkt dazu bei, die Mobilität der Bewohnerinnen und Bewohner zu erhalten und das Risiko von Stürzen zu reduzieren. Alltagsaktivitäten fallen leichter, und die Selbstständigkeit kann länger bewahrt werden.

Auch kognitive und geistige Effekte werden gezielt angesprochen. Bewegung wirkt sich positiv auf die Hirnfunktion und das psychische Wohlbefinden aus. Das Leitmotiv des Zentrums für Qualität in der Pflege lautet: Regelmäßige Bewegung hilft, nicht nur die Bewegungsfähigkeit, sondern auch die geistigen Fähigkeiten älterer Menschen zu erhalten und zu verbessern. Durch spielerische Übungen und orientierungsfördernde Elemente kann das Erinnerungsvermögen und die Konzentration unterstützt werden. Viele Teilnehmende berichten nach körperlichen Aktivitätsrunden von besserer Stimmung, weniger Ängsten und mehr geistiger Aktivität. Eine Bewegungsinsel mit einfach verständlichen Anleitungen kann auch Menschen mit Demenz ein Gefühl von Erfolg und Selbstwirksamkeit vermitteln. Durch visuelle Piktogramme oder Aufgaben, die biografisch an frühere Hobbys oder Berufe anknüpfen, werden zusätzlich kognitive Reize gesetzt.

Der soziale Aspekt ist für eine Bewegungsinsel im Foyer besonders wichtig. Bewegung wird hier bewusst als gemeinsames Erlebnis gefördert. Die Insel dient als Treffpunkt, an dem Bewohnerinnen und Bewohner sich verabreden oder zufällig begegnen und gemeinsam aktiv werden. Solche gruppenbasierten Aktivitäten stärken die Kommunikation und festigen soziale Beziehungen. In Beobachtungen wurde festgestellt, dass Teilnehmer untereinander offener interagieren, wenn sie gemeinsam am Parcours aktiv sind. Gerade anfangs scheue Personen trauen sich eher, mit anderen ins Gespräch zu kommen, wenn sie zusammen an einer Übung teilnehmen. Gemeinsame Bewegungseinheiten sorgen für ein Gefühl von Zusammengehörigkeit – ähnlich wie ein Spielplatz – und können Routine und Langeweile im Heimalltag aufbrechen. Durch einen solchen sozialen Anreiz werden auch sonst wenig Aktive motiviert, mitzumachen. Insgesamt soll die Bewegungsinsel also ganzheitlich zur Gesundheitsförderung beitragen: Sie fördert einzelne körperliche Funktionen, regt Denkprozesse an und unterstützt die Bewohnerinnen und Bewohner dabei, aktiver, selbstständiger und sozialer am Leben in der Einrichtung teilzunehmen.

Vor- und Nachteile

Beim Einrichten und Betreiben einer Bewegungsinsel im Foyer ergeben sich verschiedene Chancen und Herausforderungen. Zu den Chancen zählen vor allem gesundheitliche und soziale Vorteile: Die Bewegungsinsel ermöglicht eine ganzheitliche Gesundheitsförderung im Alltag. Durch die Kombination von Kraft-, Ausdauer- und Koordinationsübungen kann die Muskelkraft erhöht und die Gangsicherheit verbessert werden, was die Selbstständigkeit im Alltag enorm steigert. So wurde nach regelmäßigen Bewegungsangeboten in Altenheimen etwa eine Reduktion des Sturzrisikos festgestellt. Darüber hinaus steigert aktive Bewegung das Wohlbefinden spürbar. Die frische Luft im Foyer (oder ein heller, gut belüfteter Innenbereich) sowie das gemeinsame Tun sorgen für mehr Vitalität und Lebensfreude. Bewohnerinnen und Bewohner berichten oft von gesteigerter Lebensqualität, da Spaß und positive Stimmung mit körperlicher Aktivität einhergehen.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil liegt in der sozialen Aktivierung: Die Bewegungsinsel als Gruppenangebot bringt Routine und Langweile zum Verschwinden und fördert Gemeinschaftsgefühl. Gerne genannte Beispiele zeigen, dass besonders Personen, die sich sonst wenig für klassische Gymnastik interessieren, durch den spielerischen Charakter eines Parcours angesprochen werden. In Modellprojekten überwanden viele anfänglich ängstliche Teilnehmer ihre Hemmschwelle, trainierten selbstbewusster und kommunizierten fröhlich miteinander. Zudem ist ein solcher Parcours flexibel: Er kann je nach Größe des Foyers und Bedürfnissen sowohl im Außenbereich (wenn das Foyer über einen Zugang zum Garten verfügt) als auch mobil im Innenraum realisiert werden. Auch Alltagsgegenstände können unkompliziert zu Übungsstationen umfunktioniert werden, etwa Gymnastikbänder, Kegel, Hanteln oder kleinere Gewichte. Diese Variabilität ermöglicht es, das Angebot genau auf die Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner abzustimmen: Niemandem wird langweilig, und gezielt können etwa Gleichgewicht oder Greifkraft trainiert werden. Aus Sicht der Einrichtung fördert ein solches gesundheitsorientiertes Angebot zudem die stärkere Gesundheit der Bewohnerschaft insgesamt. Gesunde Bewohnerinnen und Bewohner bedeuten langfristig auch weniger Belastung für Pflegekräfte und damit Entlastung des Personals.

Trotz dieser Vorteile gibt es auch Nachteile und mögliche Probleme, die bedacht werden müssen. Vor allem das Risiko von Verletzungen muss im Blick sein. Jede Bewegungsübung birgt grundsätzlich eine Sturz- oder Verletzungsgefahr – gerade bei älteren Menschen kann Überforderung schnell zu Unfällen führen. Fachleute empfehlen, Übungen nur durchzuführen, wenn sie aus ärztlicher Sicht vertretbar sind, und stets darauf zu achten, dass das Tempo und die Schwierigkeit zu den Teilnehmenden passen. Nicht angepasste oder falsch ausgeführte Übungen können Muskelschmerzen oder sogar Stürze verursachen, wenn niemand im Raum fachgerecht überwacht. Für eine Bewegungsinsel bedeutet das, dass die Übungen möglichst einfach gehalten werden sollten und im Zweifelsfall immer jemand anwesend ist (zum Beispiel eine Pflegekraft oder Betreuerin), um einzugreifen. Eine Bewegungsinsel kann auch zusätzlichen Raumbedarf erzeugen und muss so geplant werden, dass Fluchtwege frei bleiben und der tägliche Betrieb nicht gestört wird. Eventuell müssen Möbel umgestellt oder Verkehrsbereiche angepasst werden.

Weiterhin können Zeit- und Personalressourcen eine Herausforderung sein. Betreuungskräfte müssen in der Lage sein, das Angebot vorzubereiten, anzuleiten oder zu beaufsichtigen. Das erfordert Schulung und Abstimmung im Team. Finanziell können zunächst Anschaffungskosten für Geräte und Materialien anfallen. Insgesamt ist es also wichtig, die Bewegungsinsel von Anfang an als langfristiges Projekt anzulegen und mögliche Risiken (durch Hilfsmittel, altersgerechte Übungen und ständige Kontrolle) zu minimieren. Wird dies sorgfältig beachtet, überwiegen jedoch meist die Chancen: In einem eingehenden Projektbericht stellte sich heraus, dass teilnehmende Bewohnerinnen und Bewohner sich nach der Einführung eines Bewegungsangebots deutlich sicherer fühlten und ihren Bewegungsradius innerhalb der Einrichtung erweiterten. Auch zeigten sich bei ihnen stabile, teils verbesserte psychische Befindlichkeiten, während bei Nichtteilnehmenden eine Verschlechterung sichtbar wurde. Dieses Beispiel macht deutlich, dass gut gemachte Aktivierungsmaßnahmen die Lebensqualität nachhaltig fördern können – allerdings nur, wenn die Sicherheit konsequent gewährleistet wird.

Anleitung zur Umsetzung einer Bewegungsinsel

Die Einrichtung einer Bewegungsinsel im Foyer erfordert sorgfältige Planung. Im Folgenden werden praktische Schritte und Überlegungen genannt, die dabei helfen, ein wirkungsvolles und sicheres Konzept zu realisieren.

Standortwahl im Haus: Ideal ist ein zentral gelegener Platz im Foyer, der gut einsehbar und leicht zugänglich ist. Das bedeutet: kein Durchgangsweg darf komplett versperrt werden, wichtige Flucht- und Feuerwehrwege müssen jederzeit frei bleiben. Gleichzeitig sollte die Insel aber an einer Stelle liegen, die Bewohnerinnen und Bewohner von ihren Wohngruppen oder Aufenthaltsräumen gut erreichen können. Häufig bietet sich eine Ecke oder ein etwas abgegrenzter Bereich im Foyer an, der durch Polster, Matten oder Raumteiler grob definiert ist. Eine gute Beleuchtung ist wichtig, um Orientierungsprobleme zu vermeiden. Falls das Foyer groß ist, kann man auch mehrere kleine Inseln mit verschiedenen Schwerpunkten planen (etwa einen Kraftbereich und eine Koordinationsstrecke). Generell sollte der Bereich barrierefrei gestaltet sein, mit rutschfestem Bodenbelag und möglichst ohne Stolperfallen (keine losen Kabel, unebene Übergänge, offene Kanten). Pflegeeinrichtungen empfehlen als Bodenbelag meist fugenlose Vinylböden oder Teppichfliesen, da diese rutschhemmend sind und Sturzrisiken senken. Wartebereiche oder Sitzgruppen im Foyer können durch kleine Balancierstrecken verbunden werden, etwa mit markierten Pfeilen auf dem Boden, die Besucher und Bewohner einladen, einen kleinen Gang zu laufen, bevor sie Platz nehmen. So wird jede Bewegung zum kleinen Training.

Gestaltung der Bewegungsinsel: Entscheidend ist eine ansprechende und zum Mitmachen einladende Gestaltung. Farbenfrohe Markierungen auf dem Boden oder auf Bodenmatten können Wege oder Stationen kenntlich machen. Zusätzlich helfen Piktogramme oder leicht verständliche Schaubilder, in denen einfache Übungen oder Aufgaben für jede Station erklärt werden. Da in Foyers oft Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zusammentreffen, sollte die Beschilderung einfach gehalten werden – Bilder oder Symbole sind hier oft hilfreicher als Text. Je nach Einrichtungskonzept kann man thematisch vorgehen, etwa Musik- oder Jahreszeitenmotive. So könnten im Frühling Blumengirlanden den Bereich schmücken und an Wachstumsübungen erinnern, im Winter erinnern Schneeflocken-Symbole an Atem- und Gleichgewichtsübungen. Der Ideen sind hier keine Grenzen gesetzt, wichtig ist nur, dass die Dekoration nicht störend wirkt und gerade bei Menschen mit Demenz kein Verwirrungspotential birgt (kontrastreiche Farben und große Schrift/Piktogramme sind empfehlenswert). Pflanzen oder ein kleiner Indoor-Garten-Einsatz im Foyer können zusätzlich zur Wohlfühlatmosphäre beitragen und zum Beispiel als Anschlagspflanzen für Balancieraufgaben dienen (mittels aufgelegter schmale Holzbretter auf Blumenkästen etc.).

Auswahl geeigneter Materialien und Geräte: Die Ausstattung sollte robust, sicher und auf das Alter der Zielgruppe abgestimmt sein. In einem Bewegungsparcours für Senioren sind typischerweise folgende Elemente sinnvoll: Weichbodenmatten oder Turnmatten zum Sitzen oder Liegen; Therapiebälle und Sitzbälle, auf denen trainiert werden kann; Handtrainer (leichte Hanteln) oder Wasserflaschen als Gewichte; Gymnastikbänder und Balancepads; Gehstock oder Stöcke für Gehübungen; niedrigere Hocker oder Tritthocker mit Handgriffen zum Treppentraining; ein kleiner Fahrradtrainer (Pedalergometer) zum Aufstellen; ein Wobble-Kissen für Stand- und Gleichgewichtsübungen. Wichtig ist, dass jedes Gerät gut gesichert und kippsicher ist. Falls ein Pedalergometer angeschafft wird, muss es von Angehörigen oder Personal stabil gewartet werden. Ebenso kann man einfache Gegenstände des Alltags einsetzen: Bohnensäcke oder Sandsäckchen zum Werfen oder Heben (simuliert Kraftübungen), Ringe zum Durchsteigen oder Reifenwerfen (koordinativ), Kegel zum Slalom-Gehen oder Stapeln, Bälle und Luftballons für Ballübungen (Koordination, Atem). Wie das Lexikon der sozialen Betreuung betont, können Alltagsmaterialien ebenso gut zu Stationen umfunktioniert werden. So fördert schon ein mit Luft gefüllter Gymnastikball die Koordination, während ein Handtuch als Widerstandsband eingesetzt werden kann. Bei der Geräteauswahl ist es wichtig, verschiedene Schwierigkeitsgrade anzubieten: Manche Stationen können leicht durchzuführen sein (zum Beispiel Stuhl-Aktivierungen oder Tischübungen), andere anspruchsvoller (leichte Hanteln, Balanceaufgaben). So findet jede Bewohnerin und jeder Bewohner etwas Passendes.

Sicherheitsaspekte: Sicherheit hat oberste Priorität. Alle Geräte sollten TÜV-geprüft und für die Altersgruppe geeignet sein. Griffleisten oder Haltegriffe in Hüfthöhe bieten Halt beim Gehen und Trainieren, insbesondere für sturzgefährdete Menschen. Rutschfeste Bänder oder Matten verhindern ausgleiten. Bei Sitzübungen muss auf stabile Sitzmöbel geachtet werden; es eignen sich rückenstützende Stühle ohne Rollen. Ecken und Kanten sollten gepolstert sein, besonders in Bereichen, wo Senioren mit Gleichgewichtsschwäche aktiv sind. Die Bewegungsinsel darf niemals den Zugangsverkehr blockieren: Vor allem Rollatoren, Rollstühle und Krankenbetten müssen problemlos passieren können. Eine gute Beleuchtung ohne Reflexionen erleichtert die Orientierung – blendendes Licht oder dunkle Schatten können Unsicherheit erzeugen. Notrufknöpfe oder Gegensprechanlagen in der Nähe bieten zusätzliche Sicherheit. Vor Nutzung des Angebots sollten die gesundheitlichen Grenzen der Bewohnerinnen und Bewohner geprüft werden (idealerweise durch ärztliche Einverständnis, wenn intensive Übungen geplant sind). Dabei ist es wichtig, Übungen so anzuleiten, dass Überforderung ausgeschlossen ist. Schulungen des Personals für die korrekte Anleitung und Hilfestellung sind unerlässlich.

Verschiedene Bewohnerprofile berücksichtigen: Nicht alle Bewohnerinnen und Bewohner können die Bewegungsinsel gleichermaßen nutzen. Daher sollte das Angebot vielfältig sein. Für mobilitätseingeschränkte Personen etwa sind hauptsächlich sitzende Übungen vorgesehen – zum Beispiel Sitzgymnastik am Tisch, Pedaltrenaer, Arm- und Handübungen mit Bällen. Sitzgelegenheiten am Parcours ermöglichen es, zwischendurch auszuruhen. Für Personen mit Rollstuhlzugang kann die Insel barrierefrei so angelegt werden, dass ein Rollstuhl bis an eine Station heranfahren kann. Im Gegensatz dazu können rüstige und gehfähige Personen durch Standübungen und Balanceaufgaben gefordert werden. Für Menschen mit Demenz sollten Anleitungen besonders einfach und klar sein – idealerweise mit optischen Hinweisen oder einer Begleitperson, die die Aufgabe motivierend erklärt. Sinnesaktivierung kann hilfreich sein: Beispielsweise kann eine Aufgabe sein, bunte Tücher nach Farbe zu sortieren oder mit Duftkugeln (zitronig, lavendel) bestimmte Bewegungsübungen zu verknüpfen. Wichtig ist hierbei, dass die Übungen nicht überfordernd sind und ein Erfolgserlebnis vermitteln. Für stark seh- oder hörbehinderte Menschen können taktile oder akustische Elemente eingebaut werden (z. B. klingende Gehegenstände, fühlbare Bodenstrukturen). Die Insel sollte auch die Option für gemütliche Aufwärmübungen bieten – zum Beispiel durch sanfte Musik zum Mitbewegen oder durch Atemübungen am Fenster. Grundsätzlich folgt der Gedanke: Je niedriger die Einstiegshürde und je individualisierter die Übung, desto mehr Bewohnerinnen und Bewohner können davon profitieren.

Einbindung von Personal und Angehörigen: Eine Bewegungsinsel entfaltet ihre Wirkung nur, wenn Betreuungskräfte sie aktiv unterstützen. Das Personal wird geschult, die Geräte zu erklären und zu motivieren. Regelmäßige kurze Einweisungen im Team stellen sicher, dass jede Pflegekraft oder Betreuerin weiß, wie die Geräte funktionieren und wie Personen unterschiedlicher Fähigkeiten angeleitet werden. Angehörige können einbezogen werden, indem man sie über das Angebot informiert und sie ermuntert, gemeinsam mit ihren Verwandten ein paar Übungen zu machen. Zum Beispiel könnten Besucher nach dem Frühstück gemeinsam eine Runde auf der Bewegungsinsel drehen. Dies fördert das Miteinander zwischen Jung und Alt und macht die Aktivität zum selbstverständlichen Teil des Tages. Hausinterne Multiplikatorinnen oder Sporttherapeuten können ein kleines Betreuungsteam bilden, das Angebote koordiniert und mit den Pflegekräften eng zusammenarbeitet. Erfolgserlebnisse von Bewohnerinnen und Bewohnern werden im Team besprochen – so entsteht ein Gemeinschaftsgefühl um die Bewegungsinsel.

Wartung und Kontrolle: Damit das Angebot langfristig bestehen bleibt, braucht es klare Zuständigkeiten für Pflege und Instandhaltung. Regelmäßig sollten alle Geräte auf Funktionstüchtigkeit überprüft werden: Schrauben nachgezogen, Verschleißteile ersetzt und Hygienereinigung durchgeführt (insbesondere gemeinsam genutzte Handgriffe und Matten). Ein Wartungsplan hilft dabei, Intervalle festzulegen (z. B. wöchentliche Sichtprüfung durch einen Techniker, tägliche Sichtkontrolle durch Pflegekräfte auf lose Teile). Ständige Nutzerdokumentation kann Aufschluss darüber geben, welche Geräte besonders genutzt werden oder möglicherweise fehl genutzt werden – woraufhin Anpassungen (z. B. Anbringung zusätzlicher Handgriffe) folgen können. Zusätzlich sollte in Sitzungen oder Supervisionen diskutiert werden, ob neue Übungen ergänzt werden und ob bestimmte Übungen aus Alters- oder Sicherheitsgründen herausgenommen werden müssen. Gerade bei saisonalen Anpassungen (siehe unten) kann es sinnvoll sein, die Stationen zu rotieren. Eine ordnungsgemäße Dokumentation aller Vorkommnisse (Unfälle, Beschwerden, Erfolgserlebnisse) ist ebenfalls Teil der Betreuungspflicht.

Umsetzung in der Praxis

Um die Bewegungsinsel lebendig zu machen, sollte sie in den Alltag der Einrichtung eingebunden werden. Das heißt: es werden Bewegungsanlässe geschaffen und kleine Aktivierungseinheiten (oft auch Mikroaktivierungen genannt) geplant. Solche Angebote können sowohl spontan als auch ritualisiert stattfinden.

Beispielsweise kann täglich eine Morgenrunde im Foyer etabliert werden: Nach dem Frühstück versammeln sich Bewohnerinnen und Bewohner zu einem kurzen Mobilitätszirkel. Dies könnte lockeres Dehnen an den Wänden sein (Hände über den Kopf, Wandsitzen, kurze Beinheber am Hocker) oder eine kleine Gymnastik mit bunten Tüchern. Ergänzt wird das Ganze durch Aktivitäten im Sitzen: Wer nicht mehr stehen kann, bleibt einfach auf einem Stuhl sitzen und hebt abwechselnd Arme und Beine. Anschließend geht die Gruppe gemeinsam zum Foyer und absolviert dort eine Runde um die Säulen, begleitet von anregender Musik (auch Rollatoren können hier als „Fahrradtrainer“ genutzt werden: Man kann die Griffe greifen und so tun, als würde man in die Pedale treten). Nach dieser Bewegung folgt ein gemeinsames Ritual wie das Verteilen von Kaffee oder Wasser – durch den Ablauf wird die Bewegungsinsel fest in den Tagesablauf eingebettet.

Für Menschen mit Demenz sind häufig kurze, spaßorientierte Aktionen sinnvoll. Bewegungsgeschichten etwa erzählen einen kurzen Ablauf (z. B. „Wir gehen jetzt spazieren zum Markt: Achte darauf, die bunten Waren anzuschauen, wenn wir um die Tische herumlaufen“). Dabei können Elemente wie Sammeln (Leg emisen kleine Zahlen auf einem Spielfeld an), Erinnern (eine Melodie summen) oder Finden (ein Bild auf der Wand suchen) kombiniert werden. Auch Jahreszeitenthemen eignen sich: Im Herbst zum Beispiel ein „Laubwerf-Spiel“, bei dem ein geflochtener Korb (oder Luftballon) von Hand zu Hand weitergegeben wird und dabei mit leichten Drehbewegungen geworfen wird. Bei kälteren Temperaturen kann man in der Bewegungsinsel ein Schneegestöber simulieren – leichtes Hinfallenlassen weißer Stoffreste aus dem Fenster, um Gleichgewicht auszugleichen. Im Sommer kann die Insel mit frischer Luft durch Öffnen der Türen ergänzt werden und auf der Terrasse weitergehen (etwa mit kleineren Gartenspielen wie Boccia oder Boccia-artigen Rollen). So sorgen jahreszeitliche Anpassungen dafür, dass das Angebot abwechslungsreich bleibt und auch wetterbedingten Vorlieben Rechnung getragen wird.

Die Durchführung der Bewegungsangebote obliegt in der Regel den Betreuungskräften und (wenn vorhanden) Therapeuten. In der Praxis haben sich feste Rituale bewährt, damit die Insellaufbahn bekannt wird und genutzt wird. Zum Beispiel kann ein tägliches „Bewegungsheft“ führen: Darin vermerken die Mitarbeitenden, welche Stationen abgeschlossen wurden, wer teilgenommen hat und wie lange. Dies dient der Reflexion: Ließen sich bestimmte Bewohnerinnen oder Bewohner schwer motivieren? Traten gar Beschwerden auf? Die Dokumentation hilft auch, den Erfolg zu messen und ggf. den Plan anzupassen.

Oft werden Bewegungsübungen mit musikalischen oder spielerischen Elementen kombiniert, um die Motivation zu steigern. Ein klassischer Becherrhythmus nach dem Zähneputzen oder ein Lied, zu dem man leichte Taktbewegungen macht, kann schon Morgenroutine werden. Auch kleine Wettkämpfe zwischen Staffeln – beispielsweise zwei Gruppen balancieren mit einem Ball auf einem Löffel um einen Stuhl herum – bringen Spannung und Spaß (natürlich nur, wenn gesundheitlich vertretbar). Solche Spiele sollten aber immer so gestaltet sein, dass sich niemand überfordert fühlt. Ein wichtiges Prinzip ist daher: „So viel wie möglich, aber nie so viel, dass jemand überfordert wird.“

Die pädagogische Begleitung ist entscheidend: Betreuerinnen und Betreuer sollten vor Ort sein, die Übungen vormachen und die Teilnehmer ermutigen. Sie geben Anleitungen („Bitte streckt beide Arme aus, haltet die Hände über Schulterhöhe“), korrigieren bei Bedarf und passen Niveau sowie Tempo an. Einmal eingeübte Abläufe kann das Personal aber bald selbständig durchführen, so dass die Aktivierung auch in Tagesablauf und Wochenprogramm integriert wird. Inklusive Übungen, die Angehörige mitmachen können, erweitern zudem das Angebot – denkbar sind offene Nachmittage im Foyer, bei denen Enkel mit Oma und Opa turnen oder machen Zeit mit einer Übungsecke.

Dokumentation und Reflexion: Jede Bewohnerschaft ist anders, daher sollte fortlaufend überdacht werden, was gut läuft. Regelmäßige Besprechungen im Team (z. B. wöchentliche Stationskonferenzen) helfen, Erfolge und Schwierigkeiten zu bewerten. Typische Fragen: Ist die Bewegungsinsel gut angenommen? Gibt es Geräte, die kaum benutzt werden oder zu schwierig sind? Treten erhöhte Sturzraten auf? Wurde das Angebot von Menschen mit Demenz akzeptiert, oder müssen Piktogramme angepasst werden? Diese Reflexion dient der Qualitätssicherung. Ergebnisse können in das Pflegeberichtswesen und in Bewohnergespräche einfließen. So lässt sich nach und nach ein maßgeschneidertes Mobilitätsangebot entwickeln.

Zusammengefasst bietet eine Bewegungsinsel im Foyer ein niedrigschwelliges, ständig zugängliches Aktivierungsangebot. Sie ergänzt formale Sport- oder Gymnastikstunden, indem sie spontane Alltagsbewegung fördert. Mit durchdachter Planung – von Standortwahl über Gerätesicherheit bis hin zu regelmäßiger Evaluation – kann sie ein effektiver Baustein sein, um die Lebensqualität im Pflegeheim zu erhöhen. Die hierbei erzielten positiven Effekte auf Gesundheit, Stimmung und Gemeinschaft zeigen, dass sich der Aufwand für diese Maßnahme lohnt.

Kategorie Sport, Bewegung & Tanz

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