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Eisdielen-Ausflug

Ein gemeinsamer Eisdielen-Ausflug im Sommer bietet Bewohnern einer stationären Einrichtung eine willkommene Abwechslung und Aktivierung. Solche Ausflüge finden meist ein- bis zweimal jährlich statt und sind keine regelmäßig wiederkehrende Beschäftigung, sondern ein besonderes Event in der warmen Jahreszeit. Betreuungskräfte können den Ausflug individuell auf die Vorlieben der Bewohner abstimmen (z. B. Wahl der Lieblingssorte) und so Freude und Lebensqualität fördern. Beispiele zeigen, dass Bewohner durch einen solchen Ausflug „eine genussreiche Abwechslung“ erleben – sogar jene, die nicht mitfahren, erhalten häufig nachträglich Eis und Teilhabe. In jedem Fall soll der Ausflug in den Sommermonaten oder bei stabilem Wetter stattfinden und vorher gut vorbereitet werden.

Zielsetzungen und Nutzen

Der Eisdielen-Ausflug verfolgt mehrere Betreuungsziele: Er fördert die soziale Teilhabe und das Gemeinschaftsgefühl, aktiviert Sinne und Alltagserleben und weckt Erinnerungen an persönliche Biografie. Beim gemeinsamen Eisessen an einem sonnigen Ort treten Bewohner in Austausch, genießen gesellschaftliche Nähe und stärken soziale Kontakte. Regelmäßige Unternehmungen wie Besuche in Cafés oder Eisdielen gelten als „angenehme Abwechslung“ im Alltag und ermöglichen es älteren Menschen, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zudem bietet der Ausflug die Chance auf Lebensfreude und Genuss: Der Geschmack von frischem Eis, die Düfte des Sommers und die angenehme Atmosphäre steigern das Wohlbefinden. Wie ein Beispiel aus der Praxis zeigt, konnten Bewohner „noch einmal zartschmelzende Eiscreme löffeln mit Soßen, Toppings und Co.“, was ihnen viel Vergnügen bereitete.

Darüber hinaus kann ein Eisdielen-Ausflug biografiebezogene Erinnerungen anregen. Pflegefachleute empfehlen, bei der Zielwahl auf frühere Gewohnheiten zu achten: War ein Bewohner früher gern in der Eisdiele oder in einer Eisdiele am Wasser, kann diese Erfahrung anschaulicher werden. Die Betreuungskraft kann das Gespräch über Kindheitserinnerungen oder Lieblingssorten fördern und so biografische Aspekte einbeziehen. Insgesamt steigert der Ausflug das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität der Bewohner, indem er den Alltag erlebbar macht und Abwechslung bietet.

Vor- und Nachteile

Vorteile: Eisdielen-Ausflüge sind kostengünstig und bringen der Meisten Freude: Sie regen Gespräche und Gemeinschaft an, stimulieren vielfältige Sinneseindrücke (Geschmack, Geruch, Farben) und ermöglichen Bewegung (Spaziergang). Die fröhliche Atmosphäre trägt zur Stimmungsaufhellung bei – Bewohner sind danach oft begeistert und aktivierter als zuvor. Auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen können vom routinierten Ablauf und dem vertrauten Rahmen profitieren: Ein bekannter Ort und Ablauf reduziert Ängste, und das gemeinsame Essen kann der Tagesstruktur Halt geben. Angehörige und Mitarbeiter erleben dadurch den Zusammenhalt des Teams und die glücklichen Reaktionen der Bewohner.

Nachteile/Risiken: Ein solcher Ausflug erfordert organisatorischen Aufwand und ausreichend Personal. Betreuungskräfte müssen Termine mit Pflege- oder Therapieeinrichtungen abstimmen, Reisewege prüfen und Transportmittel organisieren. Bei eingeschränkter Mobilität ist die Planung aufwändiger (zum Beispiel Rampe, Aufzug, Toiletten am Zielort). Vor der Fahrt sind zudem medizinische und technische Dinge zu beachten: Batteriezustand für Rollstuhl, eventuell notwendige Medikamente oder Inkontinenzmaterial. Bei chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetes) muss man Vorsorge treffen (BZ-Messgerät, Traubenzucker). Auch die Wetterlage kann zum Risiko werden: Starker Sonnenschein oder Regen können den Komfort beeinträchtigen (Sonnenschutzcreme und Regenschutz sind Pflicht). Letztlich könnten einige Bewohner Eis nicht vertragen (Zucker, Kälteempfindlichkeit) oder es besteht ein Sturzrisiko beim Gehen. Diese Aspekte müssen die Betreuungskräfte mit einkalkulieren – doch die möglichen pädagogischen und emotionalen Erträge überwiegen in der Regel.

Planung und Vorbereitung

Eine sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend. Terminwahl: Der Ausflug sollte terminiert sein, wenn das Wetter voraussichtlich stabil ist (idealerweise milder Sommertag). Dabei koordiniert die Betreuungskraft den Ausflug so, dass keine wichtigen Pflege- oder Therapie-Termine kollidieren. Sie sagt einen Tag vorher anderen Diensten Bescheid und informiert die Pflegeabteilung, dass der Bewohner an diesem Tag abwesend ist. Die Bewohner werden – vor allem bei kognitiv orientierten Personen – gemeinsam mit der Betreuungskraft in die Planung einbezogen (Auswahl der Eissorte, Ausflugszeit). Bei Demenzpatienten hingegen empfiehlt es sich, den Ausflug erst am Morgen des Tages anzukündigen, um unnötige Sorgen zu vermeiden.

Zielort auswählen: Die Eisdiele sollte gut erreichbar und behindertengerecht sein. Wichtig ist ein barrierefreier Zugang ohne Stufen und eine Rollstuhl-geeignete Toilette vor Ort. Ebenso sollte es Sitzgelegenheiten im Freien und im Schatten geben, falls die Bewohner empfindlich auf Hitze reagieren. Vorher erkundigen sich Betreuungskräfte gegebenenfalls telefonisch über Öffnungszeiten oder Gruppenangebote. Bei bekannten Bewohnerpräferenzen kann man auch spezielle Wünsche berücksichtigen (z. B. Traditions-Eisdiele mit bestimmten Sorten).

Organisation: Betreuungskräfte legen eine Packliste an. Typischerweise gehört dazu ein Rucksack mit Medikamenten und Medikamentenplan, Inkontinenzmaterial, Trinkflaschen und ggf. Snacks. Gerade Hörhilfen, Brillen und Sonnenschutz dürfen nicht vergessen werden. Am Ausflugstag laden Betreuungskräfte Rollstühle oder Rollatoren und packen notwendige Utensilien (große Löffel, Feuchttücher, Wechselkleidung) ein. Auch persönliche Vorlieben (Zuckerersatz, spezielle Toppings) werden bedacht. Die Verantwortung für diesen Prozess trägt immer die Betreuungskraft, oft in Absprache mit der Wohnbereichsleitung.

Personal und Budget: Die Betreuungskraft kalkuliert den Personalbedarf je nach Anzahl und Hilfebedarf der Teilnehmer. Für schwere Rollstuhlfahrer oder demenziell erkrankte Personen ist oft 1:1-Betreuung erforderlich. Ist der Ausflug in der Gruppe, können mehrere Bewohner mit einer Betreuungskraft fahren, ergänzt von eventuell einem zusätzlichen Pflegehelfer oder einem Fahrdienst. Für die Kosten des Eises sollte ein Budget bereitstehen; manchmal wird ein Pauschalbetrag vereinbart oder jeder Bewohner zahlt aus eigener Tasche (gesetzliche Pflege erlaubt dies in der Regel).

Checkliste für die Betreuungskraft:

  • Fahrtstrecke und Transportmittel klären (Auto, Bus, Kleinbus mit Rampe).

  • Wetterbericht prüfen; bei unklarer Prognose evtl. einen Ausweichtermin vorsehen.

  • Notfallnummern und ein Handy mitnehmen.

  • Tagesstruktur berücksichtigen: Mittagsschlaf und Essenszeiten mit einplanen.

  • Den Bewohnern passend zum Ausflugalltag Sonnenschutz und leichte Kleidung bereitstellen.

Durchführung des Ausflugs

Am Ausflugstag begleitet die Betreuungskraft die Bewohner aktiv. Nach dem Frühstück oder einer kleinen Stärkung werden alle Teilnehmer für den Ausflug zusammengestellt. Man versammelt sich in der Wohngruppe, die Ziele werden nochmals erklärt. Die Betreuungskraft überprüft, dass jeder Bewohner angemessen angezogen und gestützt ist (z. B. mit festem Schuhwerk, Sicherheit durch Gehstock oder Rollator). Anschließend erfolgt der Transport in die Eisdiele.

Vor Ort helfen die Betreuungskräfte beim Bestellen: Ältere Menschen können dabei unterstützt werden, sich für eine Sorte zu entscheiden und den Eisbecher anschaulich gezeigt bekommen. Notwendigenfalls werden große Löffel oder Strohhalme bereitgelegt. Das Personal begleitet die Bewohner zum Tisch, verteilt Servietten und kümmert sich ggf. um den Bezahlvorgang. Während des Eisessens regen Betreuungskräfte Gespräche an – über Aromen, Früchte oder Lieblingsorte – um Gemeinschaft zu fördern. Eine ruhige Tischatmosphäre ist dabei wichtig; es wird darauf geachtet, dass niemand verschluckt oder sich übernimmt.

Ein kurzer Spaziergang um die Eisdiele herum kann den Verdauungsvorgang unterstützen und frische Luft bieten. Ist die Gruppe größer, sollten die Betreuungskräfte die Bewohner beim Gehen stützen oder einzelne Personen an die Hand nehmen. Rollstuhlfahrer werden sanft über abgesenkte Bordsteine geführt und an Ampeln oder bei schweren Türen unterstützt. Wichtig ist, auf Pausen und gegebenenfalls Toilettengänge zu achten: Die Begleitung stellt sicher, dass ein Bewohner nie alleine wegläuft oder überfordert wird.

Nachbereitung und Dokumentation

Nach dem Eisdielen-Besuch kehren die Bewohner in die Einrichtung zurück – meist mit guter Laune und erfrischt vom Ausflug. Nun folgt die Nachbereitung: Die Betreuungskraft sammelt Rückmeldungen ein („Wie hat es geschmeckt?“, „Welche Sorte war am besten?“) und beobachtet, wie es den Bewohnern gesundheitlich geht. Eventuelle Vorkommnisse (z. B. Unwohlsein, Unfälle) werden dokumentiert. Alle relevanten Daten werden im Betreuungsprotokoll festgehalten: Datum, Ausflugsziel, Teilnehmerzahl, begleitendes Personal und allgemeiner Verlauf des Ausflugs. Diese Dokumentation dient der Qualitätssicherung und Nachvollziehbarkeit für das Team.

Schließlich bedankt sich die Betreuungskraft bei allen Mitwirkenden (Pflege, Küche, Fahrer etc.) und plant möglicherweise, Fotos vom Ausflug ins Gruppenalbum zu heften. Eine Nachbesprechung im Team kann Erkenntnisse für künftige Ausflüge liefern (z. B. welche Eissorte beliebt war oder ob jemand erneut Hilfe benötigt). Gegebenenfalls werden Anregungen aus diesem Ausflug in das individuelle Pflegekonzept aufgenommen – etwa wenn ein Bewohner besonders lebhaft und zufrieden reagiert hat oder unerwartet erschöpft war.

Zielgruppenspezifische Hinweise

Mobilitätseingeschränkte Bewohner: Vor dem Ausflug prüft die Betreuungskraft genau die Wegstrecke. Es dürfen keine Hindernisse (Treppen, hohe Bordsteine) vorhanden sein. Steigungen und unebene Wege sollten vermieden werden. Unterwegs bietet die Betreuungskraft mehrere Ruhepausen an und stellt Hilfsmittel wie Gehstock oder Rollator griffbereit zur Verfügung. Für Rollstuhlfahrer gilt: Rollstuhl und Sitzgurt müssen sicher angebracht sein, Akkus und Reifen sind vorher zu kontrollieren. Am Zielort achten Betreuungskräfte darauf, dass der Rollstuhl an einen schattigen Platz kommt. Bei stark eingeschränkter Mobilität kann ein Fahrdienst (Taxi oder Spezialbus) in Betracht gezogen werden.

Bewohner mit Demenz: Hier ist besondere Vorsicht geboten. Die Betreuungskraft informiert diese Bewohner erst am Tag des Ausflugs über die Pläne, um lange Erwartungsängste zu vermeiden. Das Ziel sollte möglichst vertraut sein – am besten eine Eisdiele, die sie schon von früher kennen. Während des Ausflugs gibt die Betreuungskraft klare, einfache Anweisungen und begleitet die Person im Arm oder an der Hand. Routinen wie der Einstieg in das Fahrzeug oder das Herunterfahren des Rollstuhls werden vorher geübt. Bei Bedarf setzen Betreuungskräfte Angehörige oder bekannte Gesichter als zusätzliche Begleitung ein. Nach dem Besuch wird die Gemeinschaft gestärkt, indem man über das Erlebnis spricht, Fotos zeigt oder Eissorten schmeckt – so wird die Erinnerung spielerisch gefestigt.

Rollstuhlfahrer: Für Rollstuhlfahrer gelten alle oben genannten Mobilitätsregeln in besonderem Maße. Betreuungskräfte erkundigen sich im Voraus nach barrierefreien Eingängen und WC-Anlagen. Beim Eiskonsum kann die Betreuungskraft einen stabilen Tisch organisieren, an dem der Rollstuhl nahe an den Tisch fahren kann. Wenn mehrere Rollstuhlfahrer teilnehmen, müssen möglicherweise mehrere Helfer eingeteilt werden. Die Sicherheit steht dabei immer im Vordergrund – gerade auf glatten Platten oder bei wackeligen Gängen ist auf Festhalten und Bremsbereitschaft zu achten.

Einzel- und Gruppenbegleitung: Ein Einzel- oder Kleingruppenausflug ermöglicht individuellere Betreuung. Manche Bewohner profitieren mehr vom 1:1-Kontakt (z. B. bei hochgradiger Demenz oder Sturzangst), während andere in der Gruppe sozialen Austausch suchen. Die Betreuungskraft entscheidet situativ: Eine Gruppe bringt oft mehr Geselligkeit, erfordert aber mehr Personen. Bei einzelnen Ausflüglern kann ein Angehöriger mitgehen oder ein zusätzlicher Ehrenamtlicher hinzugezogen werden. In Gruppen sollte die Betreuungskraft darauf achten, dass jeder Bewohner aktiv eingebunden wird (z. B. beim Bestellen oder Bezahlen).

Angehörige: Auf Wunsch können auch Angehörige am Eisdielen-Ausflug teilnehmen. Das stärkt die Bindung und entlastet das Team. Die Beteiligung von Familienmitgliedern sollte mit der Einrichtung abgestimmt sein. Angehörige werden über das genaue Programm informiert und können Hilfe leisten, z. B. beim Fotografieren oder Begleiten einzelner Bewohner. Gleichzeitig klären Betreuungskräfte Erwartungen (Kostenbeteiligung, Verhaltensregeln).

Sonstige Besonderheiten: Bei Diabetikern oder Bewohnern mit Schluckbeschwerden bieten Betreuungskräfte zuckerarme Eissorten oder Alternativen (Eis am Stiel, Milchshakes) an. Menschen mit Intoleranzen bekommen entsprechende Ersatzprodukte. Bei sehr heißem Wetter wird gekühlt pausiert; regnet es plötzlich, kann kurzfristig ein Cafe oder schattiges Plätzchen aufgesucht werden. In allen Fällen dokumentiert die Betreuungskraft Besonderheiten und individuelles Verhalten zur weiteren Planung.

Rolle der Betreuungskraft in allen Phasen

Die Betreuungskraft ist das Herzstück der Ausflugsorganisation. In der Planungsphase klärt sie Termine, informiert das Team und bereitet alles vor. Am Ausflugstag führt sie die Bewohner heran, begleitet sie sicher, kommuniziert mit dem Eisdielen-Personal und schafft eine angenehme Atmosphäre. Sie übernimmt Hilfestellungen beim Essen, im Notfall auch Pflegeaufgaben (z. B. Verabreichen von Insulin) und behält den Überblick über das Gruppengeschehen. Nach dem Ausflug reflektiert sie den Ablauf, dokumentiert Beobachtungen und teilt Feedback mit dem Pflegeteam. Durch ihr verbindliches Engagement sorgt die Betreuungskraft dafür, dass der Eisdielen-Ausflug für alle Beteiligten ein Erfolg wird.

Fazit: Ein gut geplanter Eisdielen-Ausflug steigert die Lebensqualität der Bewohner durch gemeinsame, sinnliche Erlebnisse und soziale Teilhabe. Trotz des erforderlichen Aufwands überwiegen die positiven Effekte deutlich: Die Bewohner sind aktiv, erfreuen sich an neuen Eindrücken und tanken Lebensfreude – eine Bereicherung im Betreuungsalltag.

Kategorie Ausflüge, Garten & Natur

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