Hi! Dennis von Indie Fresse hier.
Zwischen unseren Podcast-Folgen gibt’s kluge Gedanken zu schönen Spielen in eurem Postfach.
Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt:
Ein kluger (?) Gedanke: Seid ihr OK, AAA Games?

Neulich hat mich ein guter Freund gefragt, ob wir uns zusammen nicht die Coop-Kampagne im neuen Call of Duty anschauen wollen.
Und warum auch nicht? Ja, Call of Duty ist der Teufel, es ist eine Macho-Ballerorgie mit Waffenfetisch, das inzwischen die “Kampfbereitschaft” des britischen Militärs (Öffnet in neuem Fenster) steigern soll.
Auf der anderen Seite: Die Singleplayer-Kampagnen sind immer irgendwie auch ein großer Spaß mit grafisch beeindruckenden Szenen (die Atombombe (Öffnet in neuem Fenster)! Das Raid Level (Öffnet in neuem Fenster)!) und Levels, die es schaffen Debatten anzustoßen (Öffnet in neuem Fenster).
Darauf habe ich mich wirklich gefreut. Womit ich aber nicht gerechnet habe: Wie sehr sich Call of Duty inzwischen verändert hat.

Damit meine ich nicht, dass man inzwischen gegen Roboter, Zombies und Dämonen kämpft, sondern, dass die Herausforderung des Spiels ist, das Spiel überhaupt zum Laufen zu kriegen?
Bevor wir auch nur die erste Mission spielen konnten, musste ich:
über 150GB Spiel runterladen (noch mehr wenn ich am Multiplayer interessiert wäre)
ins Windows BIOS gehen, um dort die “Secure Boot”-Option (Öffnet in neuem Fenster) zu aktivieren, die von der Anti-Cheat-Software von Call of Duty benötigt wird, um sicherzugehen, dass ich im Spiel nicht schummele (ja, auch nicht im Einzelspieler-Modus)
akzeptieren, dass die Anti-Cheat-Software jetzt umfassenden Zugriff auf unsere Rechner (Öffnet in neuem Fenster) erhält
meinen Rechner mehrfach neustarten
eine Warnung darüber lesen, dass ich nun ein weiteres BIOS-Update brauche, um Call of Duty zu spielen
diese Warnung wegklicken und Call of Duty trotzdem spielen (???)
2 Intro-Filme wegklicken, deren Inhalt ich wirklich nicht verstehe
rausfinden, wie mein Freund und ich uns in eine Gruppe einladen können (es gibt friend codes, aber auch Xbox-Gruppen, und Call of Duty Freundeslisten und nichts davon funktioniert so richtig gut)
den Spielstart-Button finden
Aha, sagt ihr jetzt. Das sollte jetzt aber wirklich trivial sein.
Falsch gedacht!
Im Menü des Spiels findet man Optionen, um Schalldämpfer und Fernrohre an Waffen zu schrauben (sofern man das entsprechende Spieler-Level erreicht hat), um im Battlepass neue Skins zu erwerben oder um in andere Spielmodi zu wechseln.
Nur einen Button, um einfach die Koop-Kampagne zu starten, konnten wir nicht finden. Ohne Mist: Wir haben mehrere Minuten danach gesucht. Ich habe parallel gegoogelt, wie man das Spiel startet als wäre ich so ein Boomer.
Irgendwann ging’s. Wie? Kein Plan.Im Spiel waren auf einmal zwei weitere Menschen, die automatisch in unsere Gruppe geworfen wurden, weil wir die Option, die Party auf Privat zu stellen, nicht gesehen haben.
Und das bringt mich zu meiner großen Frage:
Ist AAA-Gaming OK? Wenn ihr diese Spiele spielt: Wie haltet ihr das aus?
Es gibt ja gerade diese Indie-Games-Kontroverse (Öffnet in neuem Fenster) rund um die Verleihung der Game Awards letzte Woche. Unser geliebtes französisches Rollenspiel Clair Obscur hat alle Preise abgeräumt, inklusive dem Indie-Award — und das, obwohl dieses Spiel einen Publisher hat, der die Entwicklung mit vielen Millionen Dollar (Öffnet in neuem Fenster) finanziert hat. Ist das noch indie?
Nach meinem Nachmittag mit Call of Duty würde ich jetzt sagen: Ja, klar. Clair Obscur braucht keine BIOS-Updates, will nicht beim Systemstart wissen, was ich alles auf dem PC installiert habe und wenn man das Spiel startet, gibt es einen großen Button, um das eigentliche Spiel zu starten.
Vielleicht haben wir damit ja eine brauchbare neue Definition von Indie!
Schamlose Selbstpromo und anderes Zeug
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Das neue Spiel von Robert Yang ist online (Öffnet in neuem Fenster): “RAINBOWS ARE CARNIVORES is a short gay fishing / aquaculture romance game in your web browser”
Was KI auch nicht kann: Die Connections Puzzles der NYT lösen (Öffnet in neuem Fenster).