Unsere Autorin ist verrückt geworden. Aber vielleicht muss das manchmal sein im Leben.

In meiner vorletzten Notiz schwärmte ich ja noch von diesem alten Häuschen im toskanischen Hinterland, verlassen, süß und viel zu weit weg vom Meer. Ich stellte mir vor, wie schön es wäre, es zu kaufen, zu renovieren, aber am Ende hielt die Leidenschaft nur für kurze Zeit. Zwei Wochen später, und schon hab ich ’ne neue Flamme. Diesmal ist es was Ernstes. Ich hab das im Gefühl.
Auch wenn ich immer wieder aufschrecke und mir selbst einen Vogel zeige: Ein Ferienhäuschen shoppen? Für all meine schreibenden Sommer? Hast du noch alle am Sträußchen? Du bist doch nur eine kleine mittellose Autorin mit einem ausgeprägten Hang zum Müßiggang. Dann lache ich laut über mein frivoles Vorhaben und ermahne mich selbst, mir diesen frommen Wunsch sofort wieder aus meinem durchgeknallten Köpfchen zu schlagen. Aber statt vernünftig zu sein und erstmal eine Buntwäsche anzuschmeißen, stöberte ich letzten Donnerstag mal wieder stundenlang im Immobilien-Kaufhaus herum, versank in meiner eigenen mediterranen Story und stellte mir folgende Frage: Was würdest du tun, wenn Geld und Zeit keine Rolle spielen würden? Na? Na? Naaa? Das ist deshalb eine so perfide Frage, weil man nie schneller herausfindet, wie es um einen bestellt ist. Es grenzt allerdings an Größenwahn, sich in diesen stürmischen Zeiten mit so einem Quark aufzuhalten.
Sehr witzig, sagte ich also zu mir selbst, während ich am Schreibtisch saß und mich durch Häuser in Italien scrollte wie andere durch Tinder. Immer in der Hoffnung auf ein Match. Draußen schneite es, ich wickelte mir den schwarzweißen Wollkimono noch ein bisschen enger um den Körper und fragte mich verwundert: War nicht eben noch Frühling? Saßen wir