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Jetzt ist Zeit für Gefühle

… nicht für Verträge. Unsere Autorin traut sich trotzdem an Beides ran.

Ich weiß nicht, ob das jemand hören will, aber: Mir geht es so gut! Bin glücklich wie lange nicht mehr und entspannt wie nach einer tiefen Meditation. Es ist nichts Spektakuläres passiert, keine Gehaltserhöhung oder Steuerrückzahlung, kein Pulitzer Preis, Heiratsantrag, und nein, auch kein neuer Fummel, der einen hysterisch ausflippen lässt. Nicht mal eine neue Lesebrille besitze ich, damit ich endlich wieder die Speisekarte entziffern kann. Nein. Ich sitze einfach nur unter den Thujen vorm Haus, die Frühlingssonne scheint, das Licht ist grad so schön, und ich stelle erstaunt fest, wie soft die letzte Woche verlief, vor der ich erst so einen Respekt hatte. Wobei, Respekt klingt so harmlos. Nackte Panik hatte ich! Immer, wenn ich durch meinen schokobraunen Kalender blätterte, wurde mir ganz schlecht. So viele Termine! So viele Ausrufezeichen! So viele To-do’s, Hürden, Reminder und Verpflichtungen. Statt mich über mein aufregendes Leben zu freuen, machte es mich ganz nervös: Hoffentlich schaffe ich das alles! Hoffentlich kommt nichts dazwischen! Hoffentlich bin ich gut genug! Und hoffentlich habe ich auch ein bisschen Zeit, um aus dem Fenster oder wenigstens schlechte Filme aus den 2000ern zu gucken.

Mal ein Auszug aus meinem umtriebigen Alltag gefällig? Anfang der Woche turnte ich noch in Wien rum, half beim Umzug meiner Tochter, spielte Studentin und blätterte mich nach getaner Arbeit durch die Tageszeitungen im Café Prückel, was ich gefühlt seit hundert Jahren nicht mehr gemacht hatte. Am Dienstag erledigte ich die Buchhaltung, schrieb Rechnungen,

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