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Wieso nicht wieder Tussi werden?

Unsere Autorin will in ihre eigenen Fußstapfen treten.

Immer, wenn ich das Haus in Highheels verlasse, habe ich einen Termin beim Bankberater oder beim Schuldirektor. Haha, ja, das sollte witzig sein. Die Revolverstiefel auf dem Foto oben hatte ich gefühlt seit hundert Jahren nicht mehr getragen, jedenfalls nicht an einem stinknormalen Tag. Ich glaube, das letzte Mal trug ich sie, als ich in Hamburg lebte, einen French Bob trug und hochschwanger bei Budnikowski in Eppendorf Müllbeutel einkaufte. Ich weiß das deshalb noch so genau, weil mich meine Freundin Iris bis heute damit aufzieht. Damals kam es mir keine Sekunde lang seltsam vor, meine pralle Babykugel auf Pfennigabsätzen durch mein Leben zu balancieren. Im Gegenteil: Höhenangst kannte ich nicht, jedenfalls nicht auf Schuhen. Während meine Freundin leichtfüßig in Ugg-Boots neben mir herlief, stolzierte ich zwischen den Regalen mit den Reiswaffeln in Prada auf und ab und fühlte mich anmutig und grazil dabei. Naja, jedem seine Story, sage ich immer. Mein modisches Konzept änderte sich erst nach der Geburt meiner Tochter. Fortan war ich eine Frau, die Pampers und Schnuffeltücher in ihrer Handtasche hortete und Prada gegen Birkenstock tauschte. Es war Frühling 2005 und ich sicher, nie wieder in zehn Zentimetern über den Asphalt zu stöckeln. Etwas tragen, das einen einengt? „Für wen denn, bitte, für wen?“, riefen wir emanzipatorisch.

Aber jetzt war 2026, die Töchter erwachsen, und einem modischen Rückfall in die frühen 2000er stand nichts mehr im Weg. Daran musste ich denken, als am

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