Nach ziemlich langer Zeit melde ich mich wieder in diesem Verteiler. Die Zeit habe ich benötigt, um mich zu sammeln, einige (Irr-)Wege auszuprobieren und wieder eigene Wörter zu finden. Nun kann ich dich wieder mitnehmen. So gut ich das kann.

Zur Ortsbestimmung
Der Newsletter heißt nun „KI, aber gut“. Das heißt: Vielleicht gibt es als hin und wieder einen Schwerpunkt auf „KI“ und manchmal einen auf „gut“ im Sinne von „menschlich“ und „lebenswert“. Im Idealfall spielt beides gut zusammen.
Das ist übrigens ein harter Kontrast zu anderer Berichterstattung: Während die KI-Bros in den USA mit irren Geldsummen ihre Börsengänge vorbereiten, die Gesundheit vieler Menschen dabei über die Klinge springen lassen (sagt man das so?) scheinen wir hierzulande nur die Wahl zwischen stiller Wut und Selbstaufgabe haben.
Kein Zweifel: Ungefähr alles verändert sich – und ganz sicher nicht nur zum Guten.
Allerdings sind in diesem Newsletter weder Alarmismus noch digitaler Gehorsam die Protagonisten. Deshalb schnell einige Themen, die du besser woanders liest:
“30 % mehr Effizienz durch KI-Einsatz”
“Wieso GEO das neue SEO ist (und was die llm.txt soll)”
In welchen Benchmarks ChatGPT 5.5 dem Opus-4.8-Modell überlegen ist
Wann endlich die AGI die Macht übernimmt
Ich denke, du siehst meinen Punkt: Das hier wird KEIN KI-Newsletter für aktuelle Modell-Tests oder N8N-Pipelines, und auch nicht für Doom-Szenarien.
Warum das hier also?
Ich denke ernsthaft, dass die Risiken der KI für eine gute Welt größer sind als ihr Nutzen. Das liegt auch daran, dass ich mich seit zwei Jahren beinahe mit nichts anderem beschäftige.
Doch „die KI“ ist nun mal da. Und auch, wenn sie (nicht nur) mir Angst macht, können wir sie zu unserem Wohl einsetzen. Das ist ja das Perfide an Claude & Co: Es macht irre Spaß, damit zu arbeiten. Trotz aller Bedenken.
Was ich sagen möchte: Wer sich nun nicht vom Newsletter abmeldet, kann mich dabei beobachten, wie ich mir das Nützliche zueigen mache und versuche, möglichen Schaden abzuwenden.
Aber, hey: Wer bin ich eigentlich?
Als “Head of AI” im Wort & Bild Verlag bin ich ziemlich nahe an allen Entwicklungen. Ich liebe den Verlag dafür, dass er mir diese Chance gibt. Und noch mehr liebe ich ihn dafür, dass ich nicht der einzige dort bin, der kritisch auf die Entwicklung von KI schaut.
Außerdem gehört zu mir, dass ich als Journalist und Autor viele Jahre Erfahrung mit der Content-Produktion habe, dass ich als Chef einer SEO-Agentur lange Zeit die Komplexität von Algorithmen geatmet habe und mich – nicht nur nebenbei – mit dem psychischen Wohlbefinden von Menschen beschäftig habe.
Ich selbst finde, dass dies ein günstiges Skillset ist, um über “KI, aber gut” zu schreiben. Und ich hoffe, das auch einlösen zu können.
Wie es hier weitergeht
Weil Vorhaben leichter umsetzbar sind, wenn sie einmal formuliert sind, hier der Rahmen, in dem ich mich bewegen werde – bis ich ihn ändere:
Ich schreibe so wöchentlich wie möglich und so freitags wie möglich. Ein Versprechen gebe ich allerdings nicht darauf.
Das Thema „KI“ spielt eine Hauptrolle, ebenso „aber gut“. Vermutlich schaffen es beide in jede Ausgabe.
Was ist mit praktischen Tipps & Tricks? Gebt mir etwas Zeit, das auszuprobieren.
Ich werde ehrlich sein. Das ist das einzige Versprechen, das ich dir gebe.
Was ich auf keinen Fall weiß: Wie es in der großen KI-Welt weitergeht. Ich habe allerdings ein paar Thesen…
Das wollte ich mal loswerden. Und vielleicht noch eine Herausforderung, die das letzte Argument war, warum ich hier weiter mache: Diesen Newsletter schreibe ich ohne KI. Versprochen!
Zum Schluss noch etwas Praxis
In den vergangenen Monaten bin ich verschiedene Wege auf der KI-Landkarte gelaufen – natürlich auch in Richtung Vibe Coding. Ich habe mit Claude dies und das programmiert und häufig lauthals über die neuen Möglichkeiten gejuchzt. Zunächst war das nur so ein Für-Mich-Zeugs, mit dem ich mir Tools baue, die ich woanders nicht bekomme.
Doch dann hatte ich Spaß an dem Gedanken, die Ergebnisse anderen zur Verfügung zu stellen. Herausgekommen sind unter anderem diese beiden Apps, die meiner Meinung nach eine seelische Grundlage von „KI, aber gut“ ermöglichen.
In beiden Apps geht um Meditation, aber nicht nur. Warum Meditation? Weil ich denke, dass diese stille Zeit der Selbstbetrachtung mir und anderen das Gehirn retten kann. Bis vor einigen Jahren war Meditation für mich eine Option. Heute ist gehört sie für mich zum (Über-)Leben.
Mein erstes Projekt war Stille I, eine simple App für meine Meditationspraxis: einfach, ohne Streak und mit der Möglichkeit, einige Gedanken danach zu notieren. Der Test war, ob ich es in den App Store schaffe und den Brückenschlag zu Apple Health schaffe. Das Ergebnis findest du hier (Öffnet in neuem Fenster).
Und weil ich ein aufgeregtes Gehirn habe, war das nächste Projekt eine umfangreichere App mit (moderatem) Preis: StilleFokus. Diese begleitet mich nun durch den Tag und hilft mir, die guten Dinge darin zu strukturieren. StilleFokus organisiert nicht meinen Job, sondern trägt den Wunsch nach „guten Aktivitäten“. Ebenso ohne Zwang und Streak, dafür mit einigen kleinen Hilfen und netten Tools für einen, der am digitalen Wahnsinn manchmal nur verzweifeln will. Schau hier (Öffnet in neuem Fenster).
Mehr zu beiden Apps, findest du hier (Öffnet in neuem Fenster). Für das nächste Projekt habe ich schon eine Feature-Liste, die ich demnächst mit Claude durchgehen werde.
Ich freue mich sehr auf dein Feedback, das ich gerne in die nächsten Versionen dieser Apps integriere. Und ich freue mich natürlich auch über ein paar Sternchen im App Store.
lesen / anschauen / hören / ausprobieren
Hier 3 Links, die dir helfen, weniger durch Social Media zu scrollen:
Die Enzyklika von Papst Leo XIV (Öffnet in neuem Fenster): Im Ernst, ich hätte niemals gedacht, dass ein so gutes, durchdachtes und modernes Papier an der Spitze der Katholischen Kirche entsteht.
Whisper Notes (Öffnet in neuem Fenster) ist eine kleine App für das iPhone (ja, nur das habe ich), dass dir ohne Datenschutzproblem gesprochene Sprache (per Mic aber auch von vorhandenen Dateien) transkribiert. Ich nutze das mittlerweile häufig.
Die OpenAi Story (Öffnet in neuem Fenster), von den Machern der Peter Thiel Story im Deutschlandfunk hat mir wieder einige Erkenntnisse über den Irrsinn geliefert, wie das Silicon Valley derzeit funktioniert.
Am Ende
Über vieles, was ich durch die Arbeit mit KI gelernt habe, werde ich in den nächsten Ausgaben berichten. Doch manches bleibt mir rätselhaft.
Ich bin jedenfalls gespannt. Und ich hoffe, es geht dir auch so.
Und jetzt gehe ich raus und fasse im Garten das Gras an :-)
Eric