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“Wie gehe ich mit meinem willensstarken Kind um?”

Bild: Chiara Doveri

Hier auf Steady teile ich anonymisiert einige eurer langen E-Mails und meine ausführlichen, empathischen und recherchierten Antworten. Ich bin kein Coach und keine Psychotherapeutin und würde euch bei entsprechenden Fragen bitten, Fachpersonal zu konsultieren. Wenn es bei euch im Alltag an kleinen Dingen hakt und ihr gern meine Einschätzung hättet, schreibt mir gern an anna [punkt] brachetti [at] posteo [punkt| de.

Liebe Anna,

Wir sind vor etwas mehr als 3 Jahren Eltern einer Tochter geworden und ich muss zugeben, dass ich ziemlich naiv in das ganze Thema Elternschaft gegangen bin. Der Fokus lag wohl eher auf der langen Kinderwunschzeit, so dass ich mich kaum damit auseinander gesetzt habe, was passiert, wenn das Würmchen endlich da ist. Für mich war von Anfang klar, dass dieses kleine Wesen nun den Mittelpunkt darstellt. Ich wollte nicht schreien, nicht schimpfen, keine Strafen. Ihre Bedürfnisse kommen immer zuerst. Das war intuitiv schon immer so. Auch wenn ich immer mal so Sätze gehört habe, wie „nimm sie doch nicht immer gleich hoch“ etc.
Ich finde, sie ist inzwischen eine kleine interessante Charaktere geworden und im Großen und Ganzen kann ich nicht sagen, dass wir viele Wutanfälle o.ä. aushalten mussten - bisher. Sie weint allerdings seit Kurzem öfter mal wegen der kleinsten Kleinigkeiten und verlangt von uns, irreversible Dinge umzukehren („Du darfst die Erdbeeren nicht essen“ - wenn ich sie schon gegessen habe, oder „Nicht die Füsse im Brunnen abkühlen“ - wenn ich das bereits getan habe) Das ist das eine Problem, von dem ich hoffe, dass Du sagst „Das ist eine Phase, die geht vorbei“.
Das größere Problem ist aber inzwischen, dass das ganze bedürfnisorientierte Verhalten mir und auch meinem Mann aufs Gemüt schlägt. Unsere Tochter ist meistens sehr schlecht aus dem Haus zu kriegen. Spielplatz, Schwimmbad etc. ziehen nicht. Manchmal geht es mit Pommes oder Eis essen, aber das ist ja weder gesund noch funktioniert das für jedes Ziel. Gerade jetzt im Sommer würden mein Mann und ich gern mehr Zeit draußen verbringen und ins Schwimmbad gehen. Aber unsere Tochter ist nicht dazu zu kriegen. Und ich kann sie ja schlecht (bzw. will ich das nicht) schreiend aus dem Haus tragen. So langsam stellt sich mir die Frage, wie wir denn unsere Bedürfnisse hier durchsetzen können - und nach den vielen Monaten Doppelt-und Dreifachbelastung durch Corona fehlt mir wirklich die Energie für lange Diskussionen und Überredungszeremonien.

Vielen Dank auf jeden Fall für Dein tolles, wertvolles Input über Steady und Instagram!

Viele Grüße,
Juna*

Topic Elternschaft

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