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Letzte Worte zum Einjährigen

Vor vielen Jahren, als man sich noch Briefe schrieb, gratulierte ich einem Freund zum Geburtstag. Neben warmen Worten fand auch eine Handvoll Konfetti den Weg in den Umschlag. Die Antwort – nicht minder herzlich – ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem mir buntes Papier um die Ohren geflogen war, las ich:

Recht schönen Dank für die Glückwünsche! Ich finde eine Woche später immer noch Fitzel, obwohl ich schon dreimal gesaugt habe. 🎊

Schau, und das bleibt dir heute erspart! Ist das nicht toll? Du kannst die Kurzgeschichte zum ersten Jahrestag der Piontextchen fein säuberlich am Bildschirm lesen. Dazu bekommst du noch ein virtuelles Gläschen Sekt und einen zu meinem Pulli passenden Blumenstrauß. Das Risiko der Streuverluste trage ich ganz allein.

Zweigeteiltes Bild, auf der einen Seite Christine Piontek mit einem Glas Sekt, auf der anderen farblich passend zum Pulli ein Blumenstrauß in Weiß, Rot und Rosa.
Danke, dass ich das Jubiläum mit dir feiern darf 🥰

Ich verschenke eine Jahresmitgliedschaft 💝

Es kommt aber noch besser! Schließlich hatte ich ja eine Überraschung angekündigt. 🥁🥁🥁 …

Ich verlose eine Jahresmitgliedschaft bei den Piontextchen. Damit hast du Zugriff auf alle bisherigen Geschichten auf der Plattform und bekommst die neuen bequem und ohne Paywall in dein Postfach geschickt. Extras inklusive. Mitmachen können alle, die meinen Newsletter neu abonnieren oder bereits abonniert haben.

Die 🎁 Geschenkmitgliedschaft (Opens in a new window) 🎁 endet nach einem Jahr automatisch. Im Fall des Gewinns musst du also nichts tun – außer einen kostenlosen Account bei Steady anlegen, falls du noch keinen hast. In der Mail von Steady, die du bekommst, wenn ich die Mitgliedschaft freigeschaltet habe, sind alle Infos dazu.

(Und solltest du jetzt denken: Ach, wie praktisch! Das wäre doch auch ein schönes Geburtstagsgeschenk für XY – nur zu!)

Die Teilnahmebedingungen

Du bist bereits Subscriber und möchtest dabei sein? Antworte einfach auf diesen Newsletter und gib mir Bescheid. Dann weiß ich, dass du auch wirklich Lust hast, Mitglied zu werden, und gehe niemandem ungewollt auf den Sack.

Wer sich im Aktionszeitraum neu zum Newsletter anmeldet (Opens in a new window) und mir eine entsprechende Rückmeldung auf die Willkommensmail gibt, landet ebenfalls im Lostopf.

Der Aktionszeitraum beginnt mit Erscheinen dieses Newsletters/Posts am 16. Mai. Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2026. Die Auslosung ist in KW 23 und findet aus Datenschutzgründen im stillen Kämmerlein statt.

Der/die Gewinner*in wird per E-Mail benachrichtigt. Dazu nutze ich die Adresse, die bei der Anmeldung angegeben wurde. Falls ich noch nicht weiß, wer hinter der Mailadresse steckt, werde ich bei der Gelegenheit auch den Namen abfragen. Den brauche ich, um bei Steady die Geschenkmitgliedschaft abzuschließen.

Meldet sich der/die Gewinner*in binnen 48 Stunden zurück, schalte ich die Mitgliedschaft frei. Ohne Rückmeldung innerhalb dieser Frist wird neu ausgelost.

Die Mitgliedschaft startet an dem Tag, wo ich sie abschließe, und endet wie gesagt automatisch nach einem Jahr. Sobald du dich bei Steady angemeldet hast, hast du Zugriff. Weitere Infos rund um die Geschenkmitgliedschaft gibt es hier (Opens in a new window).

Was noch?

Es besteht kein Anspruch auf Barauszahlung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die mir überlassenen personenbezogenen Daten nutze ich für die Auslosung, die Kommunikation per E-Mail im Gewinnfall und um die Mitgliedschaft bei Steady klarzumachen. Anschließend, spätestens jedoch nach sechs Monaten, werden die Daten bei mir gelöscht. Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO. Ferner gelten die Datenschutzbestimmungen von Steady (Opens in a new window).

Mögen die Spiele beginnen!

Apropos Subscriber …

Kurz vorm Jubiläum habe ich eine Zahl erreicht, die ganz wunderbar zu den Piontextchen passt:

Screenshot von dem Stand mit 42 Subscribern für die Piontextchen bei Steady. (Opens in a new window)
Wenn du dich fragst, warum das so gut passt: Klicke einfach aufs Bild ... 🚀

Zusammen mit derzeit 8 Mitgliedern hatte meine Steady-Community in dem Moment außerdem 50 Follower 🥳. Das ist doch ein tolles Geburtstagsgeschenk! Und während ich schreibe, lacht mir schon eine 43 entgegen. Ein schönes Gefühl.

Ende gut, alles gut?

Und damit kommen wir zum Jubiläums-Piontextchen. Im April-Rückblick standen 8 Sätze für das Ende meiner Kurzgeschichte zur Auswahl (Opens in a new window). Du hattest wieder die Möglichkeit, deinen Favoriten per Abstimmung zu wählen. Hier ist das Ergebnis:

Das Ergebnis der Abstimmung fürs Jubiläums-Piontextchen. Gewonnen hat Satz 1.

Satz Nummer 1 hat gewonnen. Er lautet:

Also, das werde ich sicher nicht noch einmal machen! 🔚

Glückwünsche gehen raus an mein Mitglied Verena, der ich diese letzten Worte zu verdanken habe. Nicht nur, weil ihr Vorschlag das Rennen gemacht hat – sie hat außerdem Geburtstag. Liebe Verena, hier kommt dein Piontextchen:

Gitti geht aufs Ganze

Die Verzweiflung im Blick meiner Großmutter werde ich nie vergessen. “Das ganze Geld ist weg”, sagte sie. “Alles, was ich nach Opas Tod gespart hatte, für den Fall der Fälle …”

“Über wie viel reden wir genau?”, fragte ich nach einer Pause. Diese Nachricht musste auch ich erst einmal verdauen.
“30.000 Euro. Der Anlageberater hat mir versprochen, es sei absolut risikofrei und krisenfest. Dazu noch mit hoher Rendite.”

Das klang viel zu schön, um wahr zu sein. Und es wollte so gar nicht zu Herrn Meier passen, dem langjährigen Berater bei der Hausbank meiner Familie. Als Kind hatte ich dort ein Sparbuch gehabt, auf das meine Großeltern zu jedem Geburtstag einen Betrag einzahlten. Zur Volljährigkeit hatte mir der Direktor höchstpersönlich ein Startguthaben für ein Girokonto überreicht. Vor sechs Jahren hatte ich die Bank nur ungern gewechselt, weil ich umzog. Und jetzt das. “Du meinst, Herr Meier hat dir das aufgeschwatzt?”, hakte ich sicherheitshalber nach.

“Nein, nein”, erwiderte Oma. “Der ist vor vier Jahren in Rente gegangen. Jetzt sitzt da so ein Jungspund. Albrecht ist sein Name. Benny Albrecht. Eigentlich ganz sympathisch.” Sie wich meinem Blick aus und zupfte an ihrem Taschentuch. Es war ihr deutlich anzusehen, dass sie sich schämte.
“Ich kümmere mich darum”, versprach ich und nahm Oma fest in die Arme. Und du solltest wissen: Wenn ich etwas verspreche, dann halte ich es auch. Ich fasste einen Plan …

Phase 1: Sondierung

Zwei Wochen später betrat ich die Bank. Ich hatte einen Beratungstermin bei Herrn Albrecht vereinbart und mich online über sämtliche Sparangebote informiert. Genau wie über ihn. Mitgliedschaften in diversen Vereinen, Genießertyp, Autofreund. Auf Social Media hatte er die Renovierung seines 70er-Jahre-Bungalows zur Schau gestellt. Alles vom Feinsten …

Mit ausgestreckter Hand und Zahnpastalächeln kam Albrecht mir nun entgegen. Ende 30, schätzte ich. Die dunkelblonden, welligen Haare hatte er sorgfältig nach hinten frisiert. Sein Jackett kaschierte einen Bauchansatz, doch insgesamt wirkte er sportlich. Und nicht unsympathisch, da musste ich Oma recht geben.

Ich knipste nun ebenfalls mein strahlendstes Lächeln an, passend zum gelben Sommerkleid, und gab mich unbedarft. Erklärte, dass ich eine Erbschaft gemacht hätte, die ich nun gewinnbringend anzulegen gedachte. Was er mir empfehlen würde?

Nachdem Benny Albrecht die Optionen mit mir durchgegangen war und dabei ganz nebenbei meine Risikobereitschaft ausgelotet hatte, deutete ich Entschlusslosigkeit an. Das sei ja eine wichtige Entscheidung, da müsse ich mir sicher sein, aufs richtige Pferd zu setzen – sagte ich und schürzte die Lippen zum Schmollmund.

Phase 2: Angebot

“Warten Sie!”, sagte Albrecht plötzlich. “Es gibt da noch eine andere Möglichkeit.” Er zog die Schreibtischschublade auf und griff nach einem Tablet. Hab ich dich!, schoss es mir durch den Kopf. Das war garantiert sein eigenes Gerät. Schließlich hatte er mir bis jetzt alle Angebote am Bildschirm seines Bankcomputers gezeigt. Albrecht tippte auf dem Touchscreen herum. Es wirkte routiniert. “Haben Sie schon mal an Kryptowährungen gedacht?”, fragte er dann und drehte das Tablet zu mir.

Ein bisschen weiter als nötig beugte ich mich vor, um besser sehen zu können. “Nein”, sagte ich mit unschuldigem Augenaufschlag. “Ist das denn seriös?” Dann schaute ich demonstrativ auf die Uhr. Er bemerkte es und ich konnte förmlich sehen, wie es in seinem Kopf ratterte. Es schien ganz so, als überlege er, das Angenehme mit den Nützlichen zu verbinden. Offenbar witterte er das große Geschäft und wollte es sich auf keinen Fall entgehen lassen.

“Warum besprechen wir das nicht bei einem Abendessen?”, fragte er und legte dabei einen samtigen Klang in seine Stimme. Ich hatte mich also nicht getäuscht. “Ich lade Sie ein. Freitag, 19:30 Uhr?”

Ach, das passte mir wirklich ganz ausgezeichnet! Und ich liebte italienisches Essen. Natürlich.

Phase 3: Investment

“Nennen Sie mich doch Benny!”, sagte Benny um 20:17 Uhr zwischen Antipasto misto und einem Schluck teurem Rotwein.
Ich lächelte und hob meinerseits das Glas. “Birgitta. Aber du kannst Gitti sagen.”

Ansonsten hatte ich noch nicht viel von mir erzählt. Was einerseits sicherlich ganz gut war angesichts dessen, was ich vorhatte, andererseits aber auch anstrengend. Benny hatte bereits kurz nach der Bestellung die “mein Haus, mein Auto, mein Boot”-Nummer zum Besten gegeben. “Alles über Kryptowährungen finanziert!”

Natürlich, dachte ich, während er die Vorteile dieser Investmentstrategie aufzählte und ich mich bemühte, das Lächeln in meinen krampfenden Wangen zu fixieren. Und die Sprinkleranlage für deinen Rollrasen hast du vermutlich von meiner Oma … Glücklicherweise entschuldigte sich Benny kurz darauf, um eine Zigarette zu rauchen. Bereits die zweite. “Ich will es mir abgewöhnen”, sagte er. “Bin schon runter auf eine Packung.”

Um 21:42 Uhr stellte sich heraus, dass Kryptowährungen zwar auch Karibikurlaube, nicht aber unser opulentes Mahl finanzieren konnten. Er habe seine Brieftasche zu Hause vergessen, stellte Benny beim Griff ins Jackett fest. Normalerweise würde er mit dem Smartphone zahlen, aber nun sei dummerweise der Akku leer. Ob ich wohl so nett wäre …?

“Klar doch”, sagte ich. “Ich hab ja geerbt.” Still beschloss ich, es als Darlehen zu betrachten.

Phase 4: Verlustrisiko

Zum Abschied nahm Benny meine Hand, hauchte einen Kuss darauf und fragte, ob er an den wunderbaren Abend anknüpfen dürfe. Schließlich müsse er sich ja noch revanchieren. Wortreich entschuldigte er sich dafür, dass ich hatte aushelfen müssen. Ich glaubte kein Wort, rief ihm ein Taxi und bezahlte den Fahrer im Voraus. Prima! Jetzt kannte ich auch die Adresse.

Wie sich herausstellte, wohnte Benny am Ortsausgang. Gleich am nächsten Tag fuhr ich hin. Diesmal trug ich Klamotten in Tarnfarben. Sogar einen Hoodie hatte ich angezogen, obwohl er mich bei den sommerlichen Temperaturen ins Schwitzen brachte. Für Oma nahm ich das in Kauf. Mit einem Fernglas ging ich auf einem bewaldeten Hügel hinter Bennys Bungalow in Stellung.

Lange warten musste ich nicht. Der SUV, mit dem Benny beim Italiener geprahlt hatte, bog in die Auffahrt vor dem Haus. Benny stieg aus, eine Zigarette im Mundwinkel, und hielt kurz inne, um sie anzuzünden. So sah es also aus, wenn er sich das Rauchen abgewöhnte. Kurz nachdem er im Haus verschwunden war, nahm ich eine Bewegung hinter einem der Fenster wahr. Die Küche, wie ich feststellte. Benny machte sich einen Kaffee.

Sein Handy hatte auch wieder Strom, denn kurz darauf nahm er lachend einen Anruf entgegen. Fast zeitgleich rollte ein zweites, deutlich kleineres Auto in die Auffahrt. Ich sah, wie Benny aufstand, während eine Frau aus dem Wagen stieg. Blond, mit knappem Top und Minirock. Die Haustür schwang auf, Benny breitete lachend die Arme aus und die Frau flog hinein.

Arsch!, dachte ich, während sich die beiden leidenschaftlich küssten. Beim Abendessen hatte Benny nicht nur erzählt, er sei geschieden, sondern auch, dass er auf eine zweite Chance hoffte, die Frau fürs Leben zu finden. Nicht, dass ich beabsichtigt hätte, diesen Platz einzunehmen und mich nun betrogen fühlte. Aber für sie tat es mir leid – auch deshalb, weil ich ihr würde wehtun müssen …

Topic Piontextchen

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