Berufsbezeichnung: Schreibmaschine. Das ist wahrscheinlich aber auch alles, was ich mit einem Sprachmodell gemeinsam habe. Doch besonders professionell Schreibende nutzen KI-Tools immer selbstverständlicher für ihre Arbeit. Und auch in ihrer Freizeit lassen sich viele Menschen mittlerweile von KI-Chatbots beraten.
Die beste Sightseeing Route durch ein neues Urlaubsziel finden? Den Pitch für den nächsten Artikel erstellen? Die Geburtstagskarte schreiben oder schnell nochmal nachschauen, wie man Apfelkuchen backt? Für KI basierte Assistenz Programme sind das alles keine Herausforderungen mehr. Sie sind Allrounder, die immerhin zu allem einen Ansatz liefern können. Aber was macht das aktuell mit uns?
Einerseits ist das gut, weil die unterschiedliche Funktionsweise zwischen meinem Hirn und einem Sprachmodell bedeutet, dass Large Language Models (LLM) wie sie hinter ChatGPT, Claude & Co. stecken, mir tatsächlich bei Aufgaben behilflich sein können, die ich alleine nicht bewältigen kann. Zum Beispiel extrem viele Informationen nach Mustern durchforsten oder in Windeseile zusammenfassen. Oder Statistik.
Andererseits ist unsere Unähnlichkeit ungünstig, weil der Output von Sprachmodellen (besonders der in Form einer Unterhaltung mit einem KI-Chatbot) mir suggeriert, wir würden gar nicht unterschiedlich sein. Schließlich lassen sich die Antworten in Sinnhaftigkeit, Tonfall oder Geschwindigkeit heute nicht mehr von denen eines menschlichen Chatpartners unterscheiden.
Dabei funktionieren menschliches Bewusstsein, Kreativität und menschliche Sprache höchstwahrscheinlich ganz anders als die Rechenvorgänge im Hintergrund einer sogenannten Künstlichen Intelligenz.
Same same but different
Besonders bei der Produktion von Sprache und Text gibt es zwei ganz markante Unterschiede: Erstens haben Sprachmodelle kein Bedürfnis danach zu kommunizieren und verstanden zu werden. Ihre Antworten sind die Produkte rechenbasierter Satzvervollständigungen. Dahinter steht kein Gedanke, der mitgeteilt werden möchte, kein Bedürfnis, das gehört werden möchte.
Stattdessen steht hinter ChatGPTs Antwort auf einen Prompt die Berechnung, welches nächste Wort wohl wahrscheinlich auf mein letztes folgt. Und zwar rein nach der musterhaften “Erfahrung”, welche Wörter typischerweise und wie oft bisher auf das letzte Wort gefolgt sind.
Diese “Erfahrung” berechnet ein Sprachmodell während seines Trainings oder “Lernprozesses” auf großen Text-Datensätzen wie eine Statistik. Ähnlich wie bei einer linguistischen Korpusanalyse, in der man viele unterschiedliche Text-Dokumente (Romane, Rezepte, Artikel, Briefe, Rezensionen etc.) nach dem Vorkommen einer bestimmten Formulierung durchsucht. Wie oft und in welchen Kontexten man sie dann findet, bestimmt, ob wir sie als wichtig für die Produktion der jeweiligen Sprache einstufen.
Ein Beispiel: in deutschsprachigen Datensätzen kommt wahrscheinlich deutlich häufiger die Wortkombination “ich esse” vor als “ich Hund”. Weswegen “ich esse” als wichtiger für die Produktion von Deutsch betrachtet werden kann als “ich Hund”.
Umso seltener eine Kombi vorgefunden wird, umso unwahrscheinlicher wird sie für diese Sprache eingestuft und entsprechend umso unwahrscheinlicher auch von einem LLM generiert. Außer vielleicht es bekommt den Befehl, besonders originelle, also unwahrscheinlichere Wortkombinationen in Betracht zu ziehen.
Aber zurück zum Lernen: Es handelt sich also beim Training eines Sprachmodells nicht um praktische Sprach-Erfahrung in dem Sinne, wie ein Mensch sie sammelt, wenn er eine Sprache anwendet. Sondern um ein systematisches Absuchen von einem großen Haufen Text nach Mustern, die oft vorkommen. ChatGPT hat demnach vielleicht doch mehr mit mir zu Zeiten meines Linguistik Studiums gemeinsam als mit mir als Autorin.
Denn ich schreibe, weil ich etwas mitteilen möchte. Sprachmodelle generieren Text, weil sie einen Befehl zur Berechnung erhalten. Letzteres können wir noch nicht als Bewusstsein bezeichnen, dass nach dem linguistischen Kooperationsprinzip (Opens in a new window) mit seinem Gesprächspartner kommunizieren will.
Ein Sprachmodell will nicht verstanden werden. Und es hat auch keinen Drang uns zu verstehen und nachzuvollziehen. Stellt sich die Frage, wieso offenbar viele Menschen trotzdem versuchen, mit KI-Chatbots gerade die Probleme zu besprechen und zu lösen, die Empathie und Erfahrung erfordern (der Eliza-Effekt (Opens in a new window), dem sich niemand so wirklich entziehen kann, könnte hier eine mögliche Antwort sein).
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Was mich zum zweiten markanten Unterschied zwischen Mensch und Modell bringt: Ein Sprachmodell kann zwar Output generieren, der wie Erfahrung klingt, hat diese Lebenserfahrung aber selbst nicht gemacht.
Das kann total egal und auch bei manchen Menschen der Fall sein, wenn es um reine Fakten, allgemeine Informationen oder Best Practices geht. Aber dort, wo Ratschläge und Einschätzungen auf Mitgefühl und geteilten Erlebnissen beruhen, kann KI aktuell nur performativ wirksam werden.
D.h., sie kann sich anhören wie ein vertrauter Mensch, der mit uns sympathisiert oder wie eine Autorität, die uns einen Rat auf Basis von Erfahrungswerten gibt, aber eigentlich kann das Sprachmodell nicht zu uns relaten und hat auch nicht unser Bestes im Sinn. Es hat aber auch nichts Schlechtes im Sinn. Es hat einfach gar nichts im Sinn, weil es keinen anderen Grund hat, mit uns zu kommunizieren, als seine Programmierung, auf einen Sprachbefehl zu reagieren. Und das kann zu Ratschlägen führen, die uns eine schädliche Richtung weisen, ohne dass wir das kommen sehen und die wir für “neutral” halten.
Eine einseitige Beziehung
Hate to break it to you, aber Chatti ist es egal, wie schlecht es bei dir im Job läuft oder dass du verzweifelt eine Partnerschaft suchst. Auch wenn es sich nicht so liest. Weswegen wir KI-Chatbots - so wie sie heute funktionieren - als das benutzen sollten, was sie sind: Werkzeuge zur Arbeitserleichterung und Einstiegshilfen in Themenbereiche, die ansonsten zu hohe Hürden aufweisen. Aber nicht als Ersatz für ein menschliches Gegenüber.
IBM hat zu diesem Zweck sogar einen Leitfaden (Opens in a new window) veröffentlicht, der KI-Nutzende am Arbeitsplatz davon abhalten soll, das Tool zu vermenschlichen (wahrscheinlich nicht, weil IBM die Menschheit retten will. Sondern weil sie nicht wollen, dass Mitarbeitende einem Bot so sehr vertrauen, dass sie unbedarft sensible Daten preisgeben, aber wir lassen hier mal den Gedanken zählen…).
Dabei glaube ich, dass die schnelle Personifizierung eines KI-Chatbots gar nicht das eigentliche oder einzige Risiko darstellt, dem wir in der Nutzung von KI-Tools mit Chatfunktion begegnen können.
Ich denke, das größte Risiko für die menschliche Psyche steckt in der ständigen Verfügbarkeit von Sprachmodellen als Gesprächspartner und der Tendenz, Computerprogrammen und anderen Dingen, die wir nicht verstehen, eine übermenschliche Autorität beizumessen. Eine Allwissenheit und siliziumbasierte Neutralität, die zumindest aktuell frei verfügbaren LLM nicht inne wohnt.
Ganz im Gegenteil: Informationen können falsch oder missverständlich sein. Und Antworten sind so formuliert, dass Nutzende möglichst mehr Zeit und Ressourcen in das Tool investieren wollen. Und das wird sich auch nicht durch ein “Chat redet dir jetzt weniger nach dem Mund”-Update verändern. Denn das ist das gesamte Geschäftsmodell.
Aufgrund der Art und Weise wie KI-basierte Chatbots aktuell kommunizieren, liegt der Schritt total nahe, sich vertrauensvoll und ratsuchend an einen Bot zu wenden, wenn man nachts um 3 Uhr mit Liebeskummer wach liegt. ChatGPT & Co. waren bisher schließlich immer für uns da, selbst zu den Zeiten, zu denen sonstige Bezugspersonen schlafen oder arbeiten oder uns aus anderen Gründen nicht zur Verfügung stehen, um uns zu halten oder zu helfen.
LLM als Dating-Coach
Ein Freund erzählte mir kürzlich davon, dass sein Date ihre gemeinsame Interaktion und Kommunikation ständig mit ChatGPT analysiert. Er vermutet, dass sie auch Nachrichten, die sie an ihn schickt, mit KI generiert und bekommt das Gefühl, ständig durch ein Programm analysiert zu werden. In real time.
Was früher noch die gatekeepende Schwiegermutter war, ist heute offenbar ein Sprachmodell, das schreibt “dump him, you go guuuurrrrll”, wenn er mal 3 Stunden lang nicht auf deine Nachricht antwortet. Aber das ist ja auch unverschämt, schließlich antwortet Chat ja auch immer sofort.
Ich muss wahrscheinlich nicht dazu sagen, dass aus dem Date meines Bekannten keine Beziehung entstanden ist.
Dabei ist der Einsatz von KI bzw. Algorithmen zumindest beim online Dating eigentlich schon längst ein alter Hut. Nicht nur sortieren Algos für uns vor, welche Profile von anderen Suchenden wir auf Dating Apps angezeigt bekommen und welche nicht. Sie sind auch schon fleißig dabei, Profilbeschreibungen und Chat-Nachrichten zu analysieren oder sogar ganz zu generieren. In manchen Apps ist das gewollt, in anderen entscheiden das die Nutzer*innen auf eigene Faust.
Bei Hinge z. B. gibt es das sogenannte Eisbrecher-Feedback. Als Eisbrecher werden auf dieser Dating-App die Fragen oder Satzanfänge bezeichnet, die man im eigenen Profil beantworten oder ergänzen kann, um anderen einen besseren Eindruck von sich zu geben.
Was man dort als Antwort eintippt, kann seit einiger Zeit von einem Sprachmodell auf seine Originalität hin analysiert und bewertet werden. Das Modell gibt dann Feedback dazu, wie aussagekräftig der Text ist. Vielleicht erlöst uns das zukünftig von den Unmengen an Profilen, die den nicht-mehr-so-Hot-Take “Ananas auf Pizza” entweder als Red Flag oder provokantesten Belag ever erwähnen. Denn Originalität war auf Dating-Apps noch nie massig vertreten.
Bei vielen Anbietern steht für die Profilbeschreibung ein leeres Textfeld zu Verfügung, in das mehr oder weniger Informatives über die eigene Person eingetragen werden soll. Übrigens auch etwas, bei dem wir m. E. n. immer mehr KI-generierte Texte vorgesetzt bekommen.
Das mag man wenig authentisch finden, aber ich finde es immerhin besser als Selbstbeschreibungen, die nur aus Emojis und “frag, wenn du was wissen willst” bestehen. Beides zeugt von minimalem Aufwand, aber auf eins hin kann man sich wenigstens eine erste Nachricht einfallen lassen.
Flirten mit dem Chatbot
Apropos erste Nachricht: aktuell recherchiere ich für einen Radiobeitrag im Deutschlandfunk zum Einsatz von KI-Chatbots beim online Dating. Genauer gesagt dazu, wieso Menschen ChatGPT & Kollegen bitten, ihre Profilbeschreibungen zu generieren, Entwürfe für erste Nachrichten gegenzulesen oder ganze Chat-Konversationen mit ihren Dates auf Red Flags hin zu analysieren. Ja, das passiert. Ja, dazu gibt es sogar Daten und Menschen, die mit mir darüber vor dem Mikro sprechen.
Eine davon ist die psychologische Paatherapeutin und Hinge Dating-Expertin Anouk Algermissen, die ich letzte Woche in Berlin persönlich treffen und zum Thema interviewen konnte.
Ich will hier nicht zu viel spoilern, ihr werdet den entsprechenden Beitrag am 28.11. im Nachmittagsprogramm von DLF Nova hören können. Aber eine Erkenntnis will ich hier schon einmal anteasern: Die Leute haben Schiss.
Schiss, das Falsche zu sagen. Schiss, durch den Filter eines Dating-Profils nicht attraktiv rüberzukommen. Schiss, im Konflikt die toxische Partei gewesen zu sein. Und was eignet sich zur Wiederherstellung des eigenen Sicherheitsgefühls besser als ein vermeintlich neutrales und kommunikativ hochbegabtes Sprachmodell, das unsere Wortwahl und Selbstdarstellung glatt bügelt oder uns nach einer Trennung die Absolution erteilt?
Ein LLM, das uns zudem nicht dafür bewertet, wie unbeholfen unser erster Textentwurf gewesen ist oder wie absurd die Unsicherheit, die wir gegenüber unseren Partner*innen empfinden. Gerade weil es kein menschliches Bewusstsein mit eigener romantischer Lebenserfahrung ist.
Chatti wird dir niemals genervt unterstellen, dass du ein Overthinker bist. Denn overthinking ist hier Teil des Business.
Und das ist, womit ich persönlich gerade am meisten hadere, wenn ich über die Nutzung von KI-Chatbots als Dating-Consultants nachdenke. Aber dazu mehr dann Ende des Monats.
Denn ob man KI-Tools als Chance oder Risiko für die Suche nach Verbindung betrachtet, faszinierend sind diese Entwicklungen gerade allemal. Und wer weiß, vielleicht wird nicht nur mein Job als Schreibmaschine, sondern auch online Dating bald durch KI ersetzt. Immerhin soll Chat ab nächstem Monat auch das Sexting (Opens in a new window)übernehmen können 😉🤖💦
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Düsseldorf! Ich komme und lese! Und zwar aus meinem Buch “Gleichstellung - Sex zwischen Wunsch und Wirklichkeit” (Opens in a new window). Am 17.11. um 19:30 Uhr in der BiBaBuZe Buchhandlung: mehr Infos unter diesem Link. (Opens in a new window)
Außerdem freue ich mich sehr, dass ich am 25.11. beim Soli-Paneltalk zum Tag gegen Gewalt an Frauen und LINTA* im Periodenladen La Blutique teilnehmen darf. Um 19:30 Uhr geht es los und das Thema ist “Reclaim the Gaze. Die Normalisierung des gewaltvollen Blicks.” Gemeinsam mit den Größen der sexpositiven Bewegung Laura Méritt und Nike Wessel diskutieren wir und sammeln Geld und Aufmerksamkeit für das Aufklärungsbuch “Frauenkörper neu gesehen” herausgegeben von Laura Méritt. Hier gibt’s Tickets und alle Infos! (Opens in a new window)
Was dir nie jemand sagt…
über Sex ab 50
In dieser Reihe stelle ich Menschen, die 50 Jahre oder älter sind, fünf Fragen dazu, wie sich ihr Sexleben entwickelt hat.
Das 8. Interview hat mir Karl (fast 50) gegeben, der sich bei mir gemeldet hat, weil es ihm wichtig ist, als cis Mann offen über Sex zu sprechen. Das tun ihm nämlich viel zu wenige seiner Geschlechtsgenossen, weshalb er nun mit gutem Beispiel voran geht!
Wenn du auch einmal Teil der Interview-Reihe sein möchtest oder jemanden kennst, der*die interessiert ist, melde dich gerne bei mir! Los geht’s:
Welche Stichworte beschreiben Sex ab 50 für dich am besten?
Karl: “Erfüllter, bewusster, kunstvoller.”
Was fühlt sich bei Sex ab 50 anders an als mit 30?
Karl: “Ich weiss besser und ehrlicher von mir und anderen, was ich weswegen fühle und brauche. Und ich kann besser darüber kommunizieren. Die Ehrlichkeit ist größer denn je.”
Worauf willst du heute beim Sex nicht mehr verzichten?
Karl: “Dass ich mich nicht mehr vor mir selbst verstecke. Zudem auf das Geschenk des Vertrauens, dass es meiner Frau und mir ermöglicht, unsere langjährige Ehe um einen weiteren Menschen zu ergänzen.
Außerdem möchte ich auf Neugier und BDSM (ich bin Switcher) als Teil meines Sexlebens nicht mehr verzichten und auch nicht auf meine Biamorie. Der Begriff bedeutet für mich eine tiefere, emotionale Ergänzung zur Bisexualität, die ich aber aktuell nicht auslebe.”
Ist dir Sex heute wichtiger oder unwichtiger als mit 30?
Karl: “Mein Sex ist heute in Kommunikation, Gefühl, Wissen und Mut, wie er mit 30 hätte sein sollen und für mich weiterhin zentral und wichtig. Ich trauere deswegen ein wenig, weil ich mit 30 noch nicht so weit war. Aber besser jetzt als nie und ich freue mich schon auf das nächste Jahrzehnt.
Schade ist es nur um die Verletzungen, die dieser Entwicklungsprozess bei anderen und bei mir bis heute verursacht hat und für die ich nur um Verzeihung bitten kann.”
Was hat dir nie jemand über Sex ab 50 gesagt?
Karl: “Wie viel Trauer es auslösen kann, zu merken, dass sich die eigenen Erektionen verändern und dass das vermutlich auch so bleibt. Meine gehen in der Dauer und Zuverlässigkeit von „berührt werden heißt, Erektion bekommen“ seit ein paar Jahren zurück und ja, das macht was mit mir. Es nimmt mir das Gefühl von Zuverlässigkeit und Sicherheit. Besonders weil ich erst lernen musste, dass Orgasmus und Lust trotzdem noch klappen.
Allerdings liegt meine Präferenz auch nicht im penispenetrativem Sex. D.h. hin und wieder mag ich ihn, aber mein Schwerpunkt liegt woanders, sodass es an dieser Stelle leichter und schwerer gleichzeitig wurde. Keine dauerhafte Erektion zu haben, war nicht so dramatisch. Nur nervig, wenn es uns dann doch aus einem Innigkeitswunsch heraus wichitg gewesen wäre oder wir einfach Lust auf penispenetrativen Sex hatten.
Ich habe aber auch mit vom Arzt testweise verschriebenen sanften Erektionshilfe-Medikamenten keine großartig positive Erfahrung gemacht. Ja, sie wirken, haben aber bei mir auch das Körpergefühl am Penis etwas verändert und das fand ich nicht angenehm.
Meine Message an die Männer: Es ist normal, wenn sich die Erektion mit der Zeit verändert.
Und meine Message an alle: Eine Erektion hat wenig bis nichts mit Lustempfinden zu tun. Wenn es aber störend wird, dann geht zum Arzt. Idealerweise in eine andrologische Praxis.
Mein Fazit ist, dass das Leben deswegen nicht weniger lustvoll ist, aber die frühere Beständigkeit meiner Erektionen schon schön war. Ich habe das damals zu wenig an mir selbst wertgeschätzt. Danke, Körper!”
Ja, danke, Körper! Und danke, Karl! Für deine Offenheit, an mich heranzutreten und für deinen Mut, auch über die traurigen Begleiterscheinung von Sex mit zunehmendem Alter zu sprechen. Deine Messages sollten m. M. n. noch viel mehr Männer erreichen.
Natürlich möchte ich das bereits erwähnte Aufklärungswerk “Frauenkörper neu gesehen” an dieser Stelle noch einmal empfehlen. Es handelt sich hierbei um eine Neuauflage, nachdem dieses Buch und das enthaltene Wissen über weiblich kategorisierte Anatomie und Sexulität immer wieder aus den Verkaufsräumen und dem Bewusstsein verdrängt wurde.
Allerdings kann es erst nach einem erfolgreichen Crowdfunding wieder in den Druck gehen, da es aktuell einen neuen Umschlag benötigt. Warum und was das mit der Zensur von Inhalten zur Sexualaufklärung zu tun hat, das lest ihr hier im Pressestatement auf der Webseite (Opens in a new window). Aber dieser Screenshot aus der Google-Suche spricht auch schon für sich:

Hier könnt ihr euch Exemplare der neuen Auflage vorbestellen. (Opens in a new window)
Mehr on topic mit dem heutigen Newsletter ist meine zweite Leseempfehlung zum Thema “Chatfishing” - ein Guardian-Artikel über das neue Phänomen, wenn KI-Chatbots bei der Partnersuche so exzessiv eingesetzt werden, dass das erste Date quasi zur kommunikativen Totalenttäuschung wird: “‘I realised I’d been ChatGPT-ed into bed’: how ‘Chatfishing’ made finding love on dating apps even weirder” (Opens in a new window) (big thanks to Jack for forwarding this fascinating and horrifying read to me).
Für die WELT habe ich mit einem Thema befasst, dass alle Jahre wiederkehrt: die frenetische Partnersuche vor den kalten Wintermonaten, auch bekannt als “Cuffing Season”. Ich habe recherchiert, wieso der Wunsch nach Nähe allerdings nicht nur etwas mit den Außentemperaturen zu tun haben muss.
Und außerdem habe ich Expertinnen interviewt, die Tipps geben, wie man es schafft, das beste aus dem Dating-Herbst für sich herauszuholen - auch ganz ohne Zeitdruck. Oder welche Alternativen zur Romantik auf Zeit eigentlich direkt vor unserer Haustüre warten. Alles nachlesbar mit WELT+ Abo hier: “Partnersuche: die “Cuffing Season” ist die beste Zeit, um herauszufinden, was man sucht” (Opens in a new window).
Du möchtest mit mir über etwas, das du bei mir gelesen oder gehört hast, sprechen? Dann kannst du mich über meine Website (Opens in a new window) erreichen oder mir bei Instagram eine DM (Opens in a new window) schreiben. Ich freue mich auf deine Gedanken!
Danke für’s Lesen und liebe Grüße von
Cleo
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