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Deine Aufmerksamkeit,

liebe Leserinnen, lieber Leser,

ist deine Superkraft!

So lässt sich der Lebensratschlag zusammenfassen, den Vincent Kompany in diesem Monat auf einer Pressekonferenz gab (Opens in a new window). Während der echte Ted Lasso für August eine neue Staffel (Opens in a new window) ankündigte, gab der Bayern-Trainer einen Lasso-artigen Ratschlag: Don’t believe the drama! (Opens in a new window)

Seit ich im vergangenen Mai auf der republica25 über Aufmerksamkeit sprach, lässt mich das Thema nicht mehr los. In diesem Monat nun werde ich mit Stefan Niggemeier auf der republica26 über bessere Debatten (Opens in a new window) sprechen. Sehen wir uns dort?

Außerdem möchte ich deine Aufmerksamkeit auf Lars Boettger lenken, der mich nach dem Optimismus-Talk bei Unprepared (Opens in a new window) in München ansprach: Lars schreibt seine Master-Arbeit über Optimismus im Design (Opens in a new window). Hast du dazu eine Idee?

Und ganz am Ende erzähle ich, wie DJ Ötzi meine Pläne durcheinander geworfen hat - und mir einen sehr alten Ohrwurm neu interpretierte.

Aber jetzt erstmal viel Freude bei der Lektüre - und auf einen guten Mai: Kümmer dich nicht um den Lärm!
Dirk von Gehlen

Mai 2026

Ich habe den Account journalist.memes auf Instagram interviewt - hier nachlesen! (Opens in a new window)

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Netzkultur

Eine reduzierte, aber vollständige Ausgabe der Netzkulturcharts

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Was mir im April 2026 im Netz aufgefallen ist: steht hier (Opens in a new window)
Digitaler Text

Don’t believe the drama!

Ich hätte gerne einen Superlativ-Blocker: Einen Filter, der zum Beispiel aus der brüllenden Überschrift „Friedrich Merz ist unbeliebteste Regierungschef der Welt (Opens in a new window)“ den Aussagesatz macht: „Friedrich Merz ist äußerst unbeliebt – sogar im weltweiten Vergleich„.

Vielleicht kann das eine Browser-Erweiterung lösen: jeder Superlativ wird umgewandelt in ein normales Adjektiv. Jede höchste Steigerung wird reduziert. Denn all die Superlativ-Behauptungen wollen ja nur eins: meine Aufmerksamkeit. Jetzt. Sofort. Am sofortigsten!

Die Zuspitzung auf die höchste Steigerungsform vermittelt uns das beständige Gefühl von Ausnahmesituationen. Die Folge: Es entsteht der Eindruck, wir lebten in herausragenden Zeiten. Dabei sind wir menschheitsgeschichtlich vielleicht einfach nur eine weitere Generation, die Probleme lösen muss, die sie für unlösbar hält. Jede Generation musste diese Aufgaben bewältigen.

Vielleicht fangen wir auch mal damit an!

Ich habe diesen Monat darüber nachgedacht, ob ein solcher Filter eine gute Idee wäre – weil mich zwei Themen daran erinnert haben, wie wichtig unsere Aufmerksamkeit ist. Sie bestimmt darüber, durch welche Tür wir in den Raum kommen, welche Perspektive wir auf die Welt einnehmen („einzigartig problematisch“ oder „unsere Aufgabe“). Und vielleicht könnte ein solcher Superlativ-Filter hilfreich sein, um in all dem Brüllen die Welt da draußen besser hören zu können.

Die beiden Aufmerksamkeits-Themen des Monats lassen sich als sehr schön und als etwas bedrückend beschreiben. Es geht einerseits um einen Ratschlag, den Bayern-Trainer Vincent Kompany nach dem Sieg gegen Real Madrid gab – und es geht um die Aufregung um den Wal, der in der Ostsee die Aufmerksamkeit der Medien bekommen hat.

Beginnen wir bei dem Wal-Debakel in der Ostsee. Es handelt sich dabei ein perfektes Beispiel für das Phänomen der selbstverstärkenden Berichterstattung. Indem die Medien über das Tier im Wasser und die Tierfreund:innen an Land berichten, umso mehr Aufmerksamkeit bekommt das Thema. Dahinter steckt die Google-Ranking-Logik: Was viele wichtig finden, kann nicht unwichtig sein.

Leider stellt sich diese Logik als zunehmend falsch raus. Das Wal-Debakel in der Ostsee (also vor allem die mediale Begleitung) zeigen dies sehr anschaulich. Vielleicht müssen wir also für einen medienkompetenten Umgang mit der Informationsflut lernen zu filtern. Dazu habe ich in diesem Monat einen wunderbaren Ratschlag von Vincent Kompany gehört. (Opens in a new window)

Nach dem sehr spannenden und nervenaufreibenden Spiel gegen Real Madrid im Münchner Stadion sass der Bayern-Trainer in der Pressekonferenz und beantwortete die Frage eines Reporters nach einem Lebensratschlag.

Ich finde seine sehr ruhige Antwort so beeindruckend, dass sie transkribiert habe:

Lernen
Was ich gelernt habe
(fortlaufende Liste im Blog) (Opens in a new window)

… dass Witze-erzählen eine Lehreinheit an der DJS (Opens in a new window) sein kann. Hat Spaß gemacht.

… Kevin Kelly hat das Wort Dumbsmarten (Opens in a new window) erfunden.

… “Der neue Wohlstand” von Ezra Klein und Derek Thompson ist ein richtig gutes Buch (Opens in a new window).

… Grönemeyer und Merz sind angeblich gleich alt (Opens in a new window).

… Bologna ist eine sehr tolle Stadt.

… Fanpost zu schreiben, kann richtig tolle Ergebnisse liefern (Opens in a new window).

Optimismus ist Pflicht (Opens in a new window).

Danke

Danke, DJ Ötzi, dass ich mich wegen dir durch 80er Jahre-Musik kämpfen musste, aber: Here I Am (Opens in a new window)