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Step by Step durch’s Zukunftstrainingslager

Die 7 Reiter der Apokalypse wüten und ehrlicherweise glaube ich, es müssen mehr sein angesichts des Ausmaßes und der Zahl der Apokalypsen. Aber weg von philosophischen Betrachtungen, hin zu einer etwas genaueren Vorstellungen der vier Themenfelder, die wir uns für unser (erstes) „Zukunftstrainingslager“ überlegt haben. Diese Schwerpunkte sind zunächst einmal unsere intuitive Antwort auf die Frage: was braucht es, wenn xy passiert? Woran denke ich dann sofort? Es sind somit Bereiche, die grundsätzliche Bedürfnisse abdecken und nicht spezifisch für ein bestimmtes Kollapsszenario sind.

Kommunikation

Versorgung mit Lebensmitteln & Logistik

Erste Hilfe/ Trauma Support

Schutz & kollektive Verteidigung

In den kommenden Wochen werde ich die vier nacheinander etwas näher beleuchten, um Euch noch mehr Bock auf unsere Idee zu machen und ein Stück weit mitzunehmen auf die Reise bis zum September: warum diese Themen und was machen wir warum damit. Das ist vermutlich nicht der Weisheit letzter Schluss und es ist sicher nicht der einzige Weg, Dinge anzupacken. Aber es ist unsere Idee und unser Angebot, um umzusetzen, was uns wichtig erscheint und vor allem um ins Handeln, um in Aktivismus und Aktivität (der Begriff passt teilweise besser meiner Meinung nach) einer anderen Art zu kommen.

Nach der Akzeptanz kommt Aktivität

Bezeichnend dafür, wie wichtig das ist, ist eine Nachricht aus einer Chatgruppe von kollapsbewussten Menschen, die mich ganz persönlich oft an den Rand des Wahnsinns treibt (andersrum ist es sicher genauso), weil diese Art Auseinandersetzung mit dem Thema „Kollaps“ aktuell nicht (mehr) meine ist. Ich möchte – auch im Zuge der Organisierung und dann in der Umsetzung unseres „Zukunftstrainingslagers“ Menschen finden, mit denen ich meine Art des Umgangs mit dem Thema Kollaps leben und vor allem bearbeiten kann: weg vom Reden und Auseinandersetzen, vom Verharren im Fühlen und dem nicht-Handeln, ehe alles perfekt und bedacht ist, hin zum Ausprobieren. Darin können und werden Scheitern und Fehler inbegriffen sein, was aber dennoch ein Schritt vorwärts ist, denn dann wird es beim nächsten Mal anders gemacht. Aus Fehlern lernt man, nicht aus der Inaktivität, um bloß keine zu machen.

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Ich zitiere hier einen Teil dieser Nachricht, um zu verdeutlichen, dass die nächsten Schritte und Angebote dringend benötigt werden: „Ich bin eigentlich seit 2 Jahren in einer Kollapsaktivismuskrise, da mir auch die Fantasie fehlt, wie sich solidarisches Preppen nun konkret umsetzen lässt. Wir haben es geschafft, einen Raum für solidarische Kollapspolitik zu öffnen und können Menschen ganz gut emotional abholen, aber danach treten wir nur noch auf der Stelle.“

Nun, diese Nachricht holt mich auf extrem vielen Ebenen ab, aber vermutlich anders, als beabsichtigt. Auf alle Punkte kann ich gar nicht eingehen, aber ein paar möchte ich kommentieren. Welcher Kollapsaktivismus? Sich dem Problem zu stellen, es anzuerkennen und emotional zu bearbeiten, ist ein erster, wichtiger Schritt, aber kein Aktivismus. In irgendeiner organisierten Form, die über lokale oder regionale Initiativen hinausgeht (und davon gibt es einige, was großartig ist und die in Teilen auch involviert sind in die Planung und Organisierung unseres Trainingslagers), gibt es keinen Kollapsaktivismus. Wie auch, wenn das Thema bzw. die Benennung und das in-den-öffentlichen-Diskurs-einbringen erst seit gut einem Jahr außerhalb ganz enger Kreise überhaupt stattfindet. Die Krise liegt also wie das Gefühl des auf-der-Stelle-tretens eher am eigenen Umgang mit dem Thema bzw. ist der Tatsache geschuldet, wo man selbst steht: geht es noch um das Realisieren und Anerkennen von Kollaps, um das Verarbeiten samt emotionalen Prozessen oder ist man bereit für die nächsten Schritte. Es ist jetzt an uns allen, Aktivismus/Aktivität anzubieten und zu entwickeln. Es fehlt die Fantasie zur Umsetzung von solidarischem Preppen und wir treten auf der Stelle? Nun, das mag auf einige zutreffen, aber sicher nicht auf alle. Es gibt Ideen zur Umsetzung und zum Vorwärtsgehen beim solidarischen Preppen. Das „Zukunftstrainingslager“ ist eine davon. Im internationalen Kontext gibt es zahlreiche spannende Projekte, die bereits umgesetzt werden, z.B. power-out-Wochenenden bei denen es darum geht, ohne Strom klarzukommen. Mit einigen dieser Projekte bzw. deren Organisator:innen sind wir im Austausch, um von deren Erfahrungen zu lernen und diese in unsere Szenarien zu integrieren. Gleiches gilt für Projekte in Deutschland, die nach dem Kollapscamp 2025 gestartet wurden. Es gibt in einigen Städten z.B. inzwischen Kollektive, die Kommunikation abseits von WLAN bereits organisiert haben, nachdem Menschen an Funkworkshops beim Camp teilgenommen haben. Das ist WOW und genau das muss ganz vielfältig passieren, sowohl geographisch als auch thematisch. Genau darum geht es für uns als Orga – Team beim solidarischen Preppen und genau da setzt unsere Idee an.

Step 1: Lasst uns kommunizieren

Skizze, 2 Strichmenschen, die mit 2 Dosen und einer Schnur "telefonieren"

Um es mit Simon & Garfunkel zu sagen: People talking without speaking, people hearing without listening…das ist etwas, was spätestens im Kollaps vermieden werden sollte, aus offensichtlichen Gründen. Wir werden uns also u.a. mit dem Thema der Kommunikation befassen. Warum? Weil es in jeglichem Kollapsszenario wichtig ist und dabei auch ganz am Anfang jeglicher Hilfe steht – ob es um klimabedingte Naturkatastrophen geht, um das, was der Faschismus mit sich bringt (siehe ICE, Abschiebungen, Nazi – Angriffe auf Unterkünfte, CSDs…) oder um Kollapsszenarien, die vermeintlich Wenige betreffen (Medikamente fehlen, Wohnung zu heiß und kein Ort zur Kühlung). In all diesen Beispielen und x weiteren ist die Notwendigkeit von Kommunikation der gemeinsame Nenner, ohne den keine Reaktion auf den jeweiligen Kollaps und keine Hilfe erfolgen kann. Ganz aktuell möchte ich einmal mehr auf den Stromausfall in Berlin am Jahresende verweisen: kein Strom, keine Kommunikation, die immer und überall zur Verfügung steht. Die Menschen mussten sich etwas einfallen lassen, angefangen von Orten, um ihre Handys zu laden, um mit Familie und Freund:innen zu reden bis hin zu Möglichkeiten, offizielle Informationen zu Hilfsangeboten und Anlaufstellen zu erhalten und zu verbreiten. Kommunikation im Kollaps stellt dabei einige Bedingungen, denn es geht in dem Moment nicht um Kommunikation um ihrer selbst willen, sondern um gezielte, zügige Weitergabe von Informationen in unterschiedliche Richtungen. Welche Informationen sind relevant, wer muss diese erhalten, wie geben wir sie weiter, ggf. auch dann, wenn die üblichen Kommunikationswege überlastet oder ausgefallen sind. All das sind Fragen, die wir einbeziehen, wenn wir aktuell mit ein paar Menschen das Programm erstellen, welches von Montag bis Donnerstag auf die Teilnehmer:innen wartet und das Dinge vermitteln soll, die am Samstag und Sonntag jeweils im Zusammenspiel mit den anderen Menschen und Themen genutzt und ausprobiert werden sollen. Menschen, die diese Woche mit uns gemeinsam erleben, lernen, üben, ausprobieren, Fehler machen…sollen all das mitnehmen und damit arbeiten, es nutzen, nicht nur für sich, sondern für andere, damit wir dem Ziel von handlungsfähigen Strukturen schrittweise näherkommen. Wir werden Grundlagen der Kommunikation lernen, Kommunikationsketten und -hierarchien, sichere Kommunikation jenseits von Verschlüsselung & Co. und wir werden vermutlich drei technische Optionen mit ihren Voraussetzungen, Vor- und Nachteilen kennenlernen und ausprobieren: Sprechfunk, Lora Meshtastic & Radio als Mittel der one-way-Kommunikation. Was braucht es, wie funktioniert es, kann man es wie selbst bauen, was ist mit Reichweite und Kosten, welche Option ist wann sinnvoll, was sind die Grenzen…das alles sind Fragen, die die Teilnehmer:innen vier Tage lang intensiv beschäftigen werden und auf die sie möglichst viele und hilfreiche Antworten bekommen sollen. Damit das sinnvoll und mit echtem Mehrwert für alle passieren kann, wird die Zahl der Teilnehmer:innen vermutlich irgendwo zwischen 20 – 50 Menschen liegen, was auch für die anderen Themenstränge gilt. Dabei geht es nicht um den Ausschluss von Menschen, sondern darum, ihnen, EUCH wirklich etwas zu vermitteln, allen die Chance zu geben, Dinge anzufassen, auszuprobieren und es geht darum in vier Tagen persönliche Verbindungen aufzubauen, eine Gemeinschaft zu bilden. Wenn unser Konzept funktioniert, wird es so immer wieder möglich sein, 20 – 50 Menschen handlungsfähig zu machen und dadurch ein Netzwerk zu schaffen.

Let’s get it started und weiter geht’s beim nächsten Mal mit Versorgung und Logistik.

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