Für den Mai musste mein Newsletter ausfallen.

Letztes Wochenende habe ich einen Kurztripp nach Fribourg gemacht, wo ich die Arbeit T’es Bonne von Mélanie Cerezo Gobet gesehen habe. Eine choreografische Arbeit, die sich mit der Geschichte und der Struktur der philippinischen Putz- und Haushaltshilfen in der Schweiz und der EU beschäftigt und diese aus zweiter Generation betrachtet und insbesondere die Strukturen und Wirkung des Alltags auf die Menschen erfahrbar macht und gleichzeitig sich fragt, wie Fragen von Care und Sorgearbeit gesellschaftlich anders organisiert sein könnten.
Yi-Ju Chou, mit der ich bei Revision – Beobachtungen aus dem Saal 165C (Opens in a new window) (2022) und SWIPE MATCH LOVE (Opens in a new window) (2025) zusammengearbeitet habe, hat die wunderbare Bühne gestaltet. Die Arbeit schafft es, den weißen Blick sichtbar zu machen, das Erleben der Arbeiterin*nen und der Haltung der Nachgeborenen und der Familien zu erzählen.
Ende Mai hatte Annikas Schäfers Inszenierung „Rollenwandel: Schiff der Träume - nach einem Drehbuch von Federico Fellini“ am Theater Konstanz Premiere. Eine Arbeit, die sehr vielversprechend aussieht. Im Südkurier schrieb dazu Siegmund Kopitzki: „Mit viel Lust. Mit viel Spaß, der auf das Publikum übersprang. Das soll und kann Theater auch, unterhalten. Viel Applaus!“ Am 19.06. hat die Arbeit „«INSIDE_OUT» Kian Amadeus H. & Sarah Calörtscher“ in Zürich Wiederaufnahme an der Gessnerallee Zürich. „Ein partizipativer Persönlichkeitstest als Game über Innen und Außen und poröse Grenzen, mit Entscheidungen ohne falsche Antworten und einem Preis, der persönliches Wachstum symbolisiert.“ Eine Arbeit, die ich 2023 schon sehen konnte und die sich spielerisch mit den vielleicht nicht ganz so starren Grenzen von Zuschreibungen und Identität beschäftigt. Die Bühne ist von Chih Lin, mit der zusammen ich an meinem Masterabschluss „to end utopia/schönes leben“ gearbeitet habe.
Nun zum Grund, warum ich es im Mai nicht geschafft habe, diesen Newsletter zu schreiben.

Wir befinden uns gerade auf der Zielgeraden zu unserer Premiere von „Ha Ha Haltung“, der neuesten die apokalyptischen tänzerin*nen-Arbeit. Wir haben wieder das Glück, mit Sophia Sadzakov und Hannah Lyia zusammenzuarbeiten, die auch für „Wilde Ökologie“ unsere Bühne und das Kostüm gestaltet haben. Besonders spannend empfinde ich die Zusammenarbeit mit dem Renitenztheater Stuttgart. Einem Theater, das privatwirtschaftlich organisiert ist und dessen Fokus hauptsächlich auf Kabarett und Unterhaltungstheater liegt.
Auch haben wir diesmal ganz tolle Gäste. Aus der Performance-Szene Stuttgarts, aus der Wissenschaft und aus der Bundes-, Landes- und Lokalpolitik.
Inhaltlich und strukturell beschäftigen wir uns mit der Pfeffermühle Erika Manns und der Frage, welche Formen in Zeiten des Autoritären sich eignen, um zu unterhalten und gleichzeitig die Gegenwart für einen kurzen Moment unmöglich zu machen.
Wir probieren es diesmal mit einem Kabarettabend, der wie eine Nummern-Revue funktioniert und bei dem auch politisch diskutiert wird.
Herzliche Einladung zu unserer Premiere am 16.6.2026 und zu den weiteren Aufführungen am 22.6/23.6. jeweils um 20 Uhr im Renitenztheater Stuttgart.
Ha Ha Haltung
ein satirisches nach-oben-Treten von
“die apokalyptischen tänzerin*nen”
Tretet nach oben, tretet näher, tretet herein.
Diese Show sprengt Grenzen, lädt zum Lachen und zum ernsthaften Gespräch ein.
Am 16.06.2026 um 20 Uhr im Renitenztheater Stuttgart laden wir, die apokalyptischen tänzerin*nen, zu einem satirischen nach-oben-Treten ein!
Neben einem saftigen Obstteller der darstellenden Künste, gibt es tiefe Einblicke mit Gäst*innen aus Politik und Wissenschaft:
16.06.: (Opens in a new window) Ricarda Lang (MdB), Alex Maier (OB Göppingen), Cassis Kilian (Anthropologin, NoJoke Goethe Universität Frankfurt)
22.06.: (Opens in a new window) Erwin Köhler (MdL BW), Sara Dahme (GR Stuttgart), Simone Rafael (freie Journalistin mit dem Schwerpunkt digitaler Rechtsextremismus und Netzpolitik)
23.06.: (Opens in a new window) Maxime Van Velzen (Grüne Jugend Mannheim), Holger Marcks (Machine Against the Rage / Netzwerk gegen Hass im Netz und Desinformation, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft)
Neben uns, versüßen auch Peter Luttringer hinter der Gitarre, Beate Klose hinter dem Flügel, Athanasios Lampropoulos hinter dem Lenkrad des E-Porsches, Jule Lotte Bröcker hinter einer Maske, Hannah Liya & Sophia Sadzakov hinter genormten Kisten Mayha Suaysom zeichnend hinter Post-Its im Raum und zwei wechselnden Specialguests hinter wechselnden Requisiten.
Humorvoll politisch wird es außerdem mit Gäst*innen aus Politik und Wissenschaft, jeden Abend anders, jeden Abend neu.
Schnappt euch schnell Tickets (Opens in a new window), bevor sie euch andere wegschnappen. Mitglieder der Freie Szene können vergünstigt Tickets reservieren unter kbb@renitenztheater.de (Opens in a new window)
Wir freuen uns auf das gemeinsame Lachen