Das Schulmädchen Yuzuki hat es endlich an eine angesehene katholische Privatschule geschafft. Doch schon der erste Tag an der neuen Schule wird zur Qual für sie, denn sie wird von einigen Mitschülerinnen in einen Folter-Club aufgenommen, der von der Schulleitung zur Bestrafung von Schülerinnen benutzt wird. Yazuki findet irgendwann Gefallen an den BDSM-Praktiken des Clubs und verliebt sich in ihre dominante Mitschülerin Aoi. Doch die strengen Regeln der etwas anderen Schul-AG verbieten Beziehungen zwischen den Mitgliedern.
Kôta Yoshidas The Torture Club aus dem Jahre 2014 ist ein typischer japanischer Erotikfilm dieser Zeit. Wieder einmal muss eine junge Frau lernen, aus sich herauszukommen, und ihre Sexualität finden. Hier geht es um die Schauwerte, die die Zuschauer mal offensichtlich, mal symbolisch an- und aufregen sollen. Jede Zeit hat ihre Ausdrucksformen und Yoshidas SM-Fantasie als Realfilm-Hentai ist nicht unsympathisch. Auch wenn ich nach all dem hysterischen Stöhnen, Jammern, Piepsen und Quietschen kurz einen Tinnitus hatte, so hat der Film auch ein gewisses subversives Potential, wenn z.B. beim gemeinsamen Höhepunkt von Aoi und Yazuki ihr Ejakulat literweise vor einem christlichen Kreuz an der Wand in die Luft spritzt.
Die Dialoge, die Szenen, die Ideen, der ganze Film ist so naiv und plakativ, dass er streckenweise richtig witzig ist und insgesamt zu unterhalten weiß. Dieses surreale Irrsinnswerk ist dabei tausendmal sympathischer als manche abendländische BDSM-Fantasie, die sich selbst viel zu ernst nimmt. Ich denke dabei z.B. an Fifty Shades Of Grey (2015).
https://www.imdb.com/de/title/tt3617996/ (Opens in a new window)