Im Jahr 1857 bleibt das dänische Expeditionsschiff "Horisont" unter der Führung von Kapitän Anderson am Nordpol im Eis stecken. Daraufhin findet die Crew einen schwer verletzten Mann auf dem Eis. Aufs Schiff gebracht, entpuppt sich der Mann als Baron Dr. Victor Frankenstein, ein brillanter und bösartiger Wissenschaftler. Da zeigt sich eine mysteriöse Kreatur, die einige Mitglieder der Crew tötet und die Herausgabe des Barons verlangt. Der wiederum ist selbst für die Erschaffung des Monsters verantwortlich und erzählt den Seeleuten seine Lebensgeschichte.
Frankenstein ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Horrorfilm von Guillermo del Toro, der sich mit der Adaption des gleichnamigen Romans von Mary Shelley aus dem Jahr 1818 einen schon lange gehegten Traum erfüllte. Die Rollen des Victor Frankenstein und Frankensteins Kreatur werden von Oscar Isaac und Jacob Elordi gespielt. Auch bei den Nebenrollen erleben wir mit Mia Goth, Charles Dance, David Bradley, Christoph Waltz und Felix Kammerer ein hochkarätiges Staraufgebot. Der Film wurde im Oktober 2025 zunächst in ausgewählten Kinos gezeigt, einem größeren Publikum wurde er aber erst mit der Aufnahme ins Netflix-Programm im November 2025 zugänglich gemacht. Dies könnte die Zukunft der Kinofilmvorführungspraxis sein.
Wie erwartet ist Frankenstein ein typischer Guillermo-del-Toro-Film: Opulent, düster-bunt und schaurig-schön mit einer Mischung aus gelungenen analogen und leider ein paar nicht so gelungenen CGI-Effekten sowie einer starken Frauenrolle. An einigen Stellen ist das Werk recht nahe am Buch, an anderen wiederum gar nicht. Für die imposante Filmmusik zeichnet Alexandre Desplat verantwortlich, der bereits für seine Arbeit in del Toros Shape of Water - Das Flüstern des Wassers (2017) einen Oscar erhielt.
Das Frankenstein-Monster ist auf der Leinwand wahrscheinlich noch nie so wenig hässlich dargestellt worden wie hier. Schade eigentlich. Die Sympathie für das Andere, das Fremde, das die menschliche Gesellschaft stets verabscheut, liegt del Toro in vielen seiner Filme sehr am Herzen. Warum er gerade Frankensteins Geschöpf so ansehnlich gestaltete, bleibt mir ein Rätsel. Man muss natürlich den opulenten Stil del Toros lieben, sein "Magischer Realismus" ist geprägt von einer überbordenden Ästhetik. Zusammen mit Nosferatu - Der Untote (2024) und Blood & Sinners (2025) gehört Frankenstein zu den ästhetisch gelungensten zeitgenössischen Filmen, die ich 2025 sah.
Inhaltlich kommt die Warnung vor der Arroganz des Fortschritts im richtigen Moment. In einer Zeit, in der Wissenschaft und Technik religiöse Züge tragen und mit ihnen alles rechtfertigt wird, kann es nicht schaden, sich Mary Shelleys "Frankenstein" wieder ins Bewusstsein zu holen.
https://www.imdb.com/de/title/tt1312221/ (Opens in a new window)