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Baise-moi - Fick mich! (2000)

Nachdem Manu Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde, erschießt sie ihren toxischen Bruder, der ihr die Schuld daran gab. Zeitgleich erwürgt Nadine ihre Mitbewohnerin im Streit und muss mit ansehen, wie ihr bester Freund von Drogendealern getötet wird. Die beiden im Drogen- und Kriminellenmilieu lebenden Frauen verbünden sich auf ihrer Flucht und ziehen eine blutige Spur durch Frankreich. Sie verführen Männer zum Sex und bringen sie danach um. Alle Hemmungen verloren, beginnen sie, Menschen nur zum Spaß zu erschießen.

Baise-moi - Fick mich! ist ein französischer Spielfilm aus dem Jahr 2000. Der Thriller geht auf die gleichnamige Buchvorlage der feministischen Schriftstellerin Virginie Despentes zurück, die hier auch Regie führt. Die Hauptrollen übernehmen die Pornodarstellerinnen Karen Lancaume und Raffaëla Anderson. In Frankreich erschien der Film zunächst "ab 16", wurde dann aber nach der Klage einer rechtsextremen Partei auf "ab 18" hochgestuft und schließlich wegen der Hardcore-Szenen als Porno deklariert. Damit durfte er nur noch in Kinos gezeigt werden, zu denen Minderjährige keinen Zugang hatten. In Deutschland wurde das außergewöhnliche Werk nur in Programmkinos gezeigt und seine DVD-Veröffentlichung zensiert.

Baise-moi - Fick mich! mit seinem pseudo-dokumentarischen Stil, dem körnigen Bild und der wilden Musik gibt Einblick in eine Welt aus brutaler Gewalt und misslungener Integration, in der die Menschen nach Sex und Drogen gieren. Der Film zeigt eine Intensität an Misogynie und patriarchaler Gewalt, die nur schwer erträglich ist. Zunächst erscheinen einem die Hinrichtungen der Männer kathartisch: zwei Frauen, die endlich zurückschlagen und jedes Recht dazu haben. Doch die beiden Frauen reproduzieren die Gewalt der Männer letztendlich nur.

Damals wurde den Sex-Szenen in Baise-moi - Fick mich! eine Nähe zum visuellen Jargon der Pornoindustrie attestiert, heute sind das Standards, mit denen, Internet sei Dank, schon Jugendliche aufwachsen. Oberflächlich betrachtet scheint das Werk reinster Male Gaze zu sein. Ich bin mir aber sicher, dass die bekennende Feministin Virginie Despentes Laura Mulveys Theorie aus dem Jahre 1975 kannte, und dass das auf psychoanalytischen Werkzeugen basierende und heutzutage überall als Plattitüde verwendete Male Gaze-Konzept an dieser Stelle nicht so wirklich passt.

Baise-moi - Fick mich! ist wie Thelma & Louise (1991) für Erwachsene und geht mit seinen expliziten Sex- und Gewaltdarstellungen weit über das hinaus, was man bis dahin im Mainstream-Kino zu sehen bekam. Somit ist der Film ein revolutionäres und transgressives Stück Kino, was in jeder Hinsicht gut zu unterhalten weiß.

https://www.imdb.com/de/title/tt0249380/ (Opens in a new window)
Topic Film