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Eine Schreibblockade überwinden

Liebste Lesende,

ich melde mich aus der Hotellobby in Regensburg. Derzeit bin ich mal wieder für ein paar Poetry Slam Auftritte in Bayern unterwegs und am Sonntag halte ich einen kurzen Vortrag auf der ÖLT - der Österreichischen Linguistiktagung in Klagenfurt (Opens in a new window). Es ist also Jahresendspurt. Aber ich sag wie es ist: ich wäre auch fein damit, die restlichen Tage von 2025 im Urlaub zu verbringen, aber das geht euch wahrscheinlich nicht anders. Also dann einfach weiter Vitamin D-Tabletten schlucken und das Beste hoffen, oder? Ich berichte euch in diesem Newsletter davon, was im November los war, wie es nach dem Zwei-Romane-Jahr weitergeht und habe auch wieder eine Buchempfehlung für euch!

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Wie man eine Schreibblockade überwindet

Nachdem ich Vienna Falling (Opens in a new window) und Miez Marple und die Tatze der Verdammnis (Opens in a new window) Mitte des Jahres abgegeben hatte, war ich wortwörtlich leergeschrieben. Ich hatte das große Bedürfnis, kurz durchzuatmen und weder die Kraft noch die richtigen Ideen, um überhaupt daran zu denken, was als nächstes kommen soll. Wer weiß, ganz EVENTUELL habe ich unterschätzt, was es bedeutet in kürzester Zeit zwei Texte mit sehr strikten Abgabefristen fertigzustellen. So gerne ich auch schreiben wollte: ich konnte einfach nicht. Und das fühlte sich wie ein Versagen an. Wie soll ich mich bitte professioneller Autor nennen, wenn ich nicht einmal einen halbgaren BlueSky-Post zustande bekomme? Sofort kickten bei mir Zukunftsängste. Ich weiß zwar bereits grob, wie es für Miez Marple weitergehen soll, aber diese Serie ist ja schließlich nur ein Teil meiner Arbeit. Auch die wirklich tollen positiven Rückmeldungen auf beide Bücher machen es nicht leichter. Was, wenn das nächste Buch enttäuscht? Was, wenn dann nie wieder ein Verlag meine Texte veröffentlichen will? Wie soll ich jemals dann etwas anderes machen?

Man kennt's.

Aber genug davon, wir gehen rein!

Foto: Tobias Köck, aufgenommen auf der BUCH WIEN

Aber die letzten Tage waren dann wieder etwas besser. Ich habe mich, wenn auch widerwillig, dazu gebracht, früh ins Bett zu gehen, mir wieder feste Zeiten ausgemacht, in denen ich irgendetwas schreibe und das hat tatsächlich etwas geholfen. Ich habe etwas angefangen, dem ich mich ohne Druck widme und schaue, wohin der Text mich führt. Außerdem sind mehrere Kurztexte entstanden für Slam und andere Wettbewerbe und derzeit habe ich das Gefühl, ich komme wieder rein. Einige der Texte werde ich hier für Mitglieder auf Steady auch veröffentlichen.

Was außerdem geholfen hat, war die Vorlesung von Brandon Sanderson (Opens in a new window) und das Hörbuch von Stephen Kings On Writing (Opens in a new window). Auch wenn bei Schreibratgebern häufig viel dabei ist, das ich bereits kenne, teilweise selber unterrichte in Workshops, hilft es mir doch einige Aspekte nochmal zu verinnerlichen. Und so arbeite ich gerade daran, zu lernen, den Schreibprozess selbst zu mögen, auch wenn das Ergebnis noch nicht klar ist. Weitergehen muss es ja irgendwie.

Fun beim Unterrichten

Derzeit gebe ich an der Universität Wien ein Tutorium begleitend zum Einführungskurs DH Tools and Methods, der im Grunde eine Einführung in die Programmiersprache Python ist. Ich liebe es, Menschen Dingen beizubringen. Wenn ich merke, dass ich Menschen tatsächlich helfen kann, wenn es bei schwierigen Themen "klick" macht oder einfach die Begeisterung überspringt, freut mich das sehr. Auch in Schreibworkshops ist das so. Ein schöner Nebeneffekt ist auch, dass ich mich in der Vorbereitung eines Kurses immer noch einmal intensiver mit den Inhalten auseinandersetzen muss und so vertiefe ich bereits vorhandenes Wissen. Alles eine absolute Win-Win-Situation. Daher überlege ich im kommenden Jahr vielleicht mal einen offenen Workshop fürs Schreiben anzubieten oder einen Grundkurs zum Programmieren. Die Frage ist natürlich, ob ich das online mache oder in Wien, aber prinzipiell fände ich es schon sehr reizvoll. Falls ihr Ideen oder Anregungen zu so etwas habt, schreibt mir gerne!

Buchempfehlung AIR - Christian Kracht 📚

Ich habe im Studium in Hamburg fast alles von Christian Kracht gelesen. Einerseits, weil meine Dozent*innen so große Fans waren und andererseits weil das glaube einer jener Autoren ist, die sehr zugänglich für junge Männer Anfang zwanzig ist. Ich mag es, wenn Texte dicht sind, sich sprachlich aber nicht künstlich hinter komplizierter Sprache verstecken. Ich finde Kracht schafft das immer wieder gut.

(Opens in a new window)

Sein neuer Roman AIR ist jetzt vielleicht nicht das crazy WOW-Erlebnis, das Faserland damals bei mir ausgelöst hat, aber das mag daran liegen, das es glaube eines seiner weirderen Bücher ist. Es ist durch und durch mystisch und sehr kunstvoll erzählt und steckt voller Querverweise, die ich sicher nicht im Ansatz alle gefunden habe, aber Spaß beim Lesen hatte ich auf jeden Fall.

Termine

Ich bin wieder viel unterwegs und freue mich, falls wir uns bei Gelegenheit sehen! Falls ihr zu einem Auftritt von mir kommen wollt, wo man Tickets braucht, konsultiert gerne den Vorverkauf. Obwohl Kultur allen Menschen zugänglich sein sollte, ist sie es oft nicht. Falls ihr also zu einem Termin kommen wollt, es euch aber gerade nicht leisten könnt, schreibt mir bitte und ich gebe mein Bestes, euch einen Gästelistenplatz zu organisieren.

05.12.2025 Poetry Slam - Regensburg (Alte Mälzerei)

06.12.2025 Poetry Slam - Ulm (Roxy)

29.12.2025 Jazz Slam - Kiel (Kulturforum)

30.12.2025 Poetry Slam - Amrum (Gemeindehaus)

03.01.2025 Slam Awards - Hamburg (Elbphilharmonie)

12.01.2025 Radio FM4 - Toaster am Tisch mit Elias Hirschl (Radio lol)

17.01.2025 Dicherschlacht - Darmstadt (Centralstation)Schreibblockade überwinden

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