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Hinter den Kulissen des Dunkelzimmers: Warum dieser Frühling mich so viel Kraft kostet.

Manchmal sieht ein Frühling von außen aus wie Neubeginn. Wie „alles wird leichter“. Wie „jetzt wird’s schön“.
Und manchmal sitzt du mittendrin – und fühlst dich, als würdest du durch zähen Sirup laufen, während um dich herum alle schon barfuß durchs Leben hüpfen.

Die letzten zwei Wochen waren kein „Ach, bisschen anstrengend“. Sie waren Kampf. Nicht der dramatische Filmkampf mit epischer Musik, sondern dieser leise, fiese, alltägliche Kampf, bei dem du morgens die Augen aufmachst und sofort weißt: Heute wird wieder so ein Tag.

Ich hab versucht, normal zu funktionieren. Natürlich hab ich das.
Ich hab mich durch To-dos geschoben, hab mich selbst überredet, hab mir kleine Listen gemacht, hab „gleich“ gesagt, „später“, „nur noch kurz“. Und während ich das gemacht habe, lief im Hintergrund dieses Dauerbrummen: Erschöpfung. Diese Sorte, die nicht weggeht, nur weil man früh ins Bett geht oder „sich mal zusammenreißt“.

Und dann war da dieses andere Ding: der innere Lärm.
Gedanken, die nicht helfen. Gedanken, die an dir zerren wie ein zu enger Pulli:
Du müsstest mehr schaffen.
Andere kriegen das doch auch hin.
Reiß dich zusammen.
Du hast keine Zeit für Schwäche.

Dabei ist das Dunkelzimmer nicht nur ein Ort der Schwäche. Es ist auch ein Ort, an dem sich Dinge entwickeln – unsichtbar. Langsam. Unromantisch.
Aber verdammt: Es kostet Kraft.

Es gab Tage, da hat sich selbst etwas Schönes angefühlt wie Arbeit. Da war die Kreativität nicht meine Rettung, sondern ein leiser Vorwurf, weil sie nicht so „fließen“ wollte wie sonst. Und ich kenne mich gut genug, um zu wissen: Wenn ich an dem Punkt bin, wo selbst das, was mich sonst trägt, schwer wird – dann ist das kein „Stell dich nicht so an“. Dann ist das ein Warnsignal.

Ich hab mich oft gefragt, was genau mich gerade so auslaugt.
Und die ehrlichste Antwort ist: Es ist nicht nur eine Sache. Es ist dieses Zusammenspiel aus allem: Erwartungen, Druck, die ganz normale Welt, die keine Pause-Taste kennt – und mein Kopf, der manchmal so tut, als wäre ich eine Maschine und nicht ein Mensch.

Und dann gibt’s noch diese ganz besondere Art von Schmerz: Wenn du merkst, wie du dich zurückziehst – und gleichzeitig das Bedürfnis hast, dass dich jemand sieht. Nicht im Sinne von „bitte rettet mich“. Sondern im Sinne von: „Ich kämpfe gerade. Und ich will nicht so tun, als wäre alles easy.“

Ich will ehrlich sein: Ich hab mich in diesen zwei Wochen nicht immer nett behandelt.
Ich war streng. Ich war ungerecht. Ich hab mich mit mir selbst verglichen, mich innerlich angezählt, mich schuldig gefühlt, weil ich nicht „besser“ funktioniere. Dabei würde ich keiner Freundin so begegnen. Keiner. Null. Und trotzdem mache ich es bei mir.

Was mir geholfen hat, waren nicht die großen Lifehacks. Es waren die kleinen Dinge, die wie Taschenlampen im Dunkeln sind:

  • eine Nachricht, die nicht nach Leistung fragt, sondern nach mir

  • ein Moment frische Luft, auch wenn ich erst keine Lust hatte

  • ganz bewusst klein denken: „Nur duschen. Nur essen. Nur einmal durchatmen.“

  • und dieses leise Anerkennen: Das ist gerade schwer. Punkt.

Ich schreibe das hier so ungeschönt, weil ich weiß, wie schnell man im Alltag die Kämpfe anderer übersieht – und auch die eigenen. Man lächelt, man postet, man macht weiter. Und innen ist man müde bis auf die Knochen.

Wenn du gerade auch in so einem Dunkelzimmer stehst: Du bist nicht allein.
Und wenn du heute nur das Minimum schaffst – dann ist das manchmal schon heroisch.

Ich weiß noch nicht, wie schnell sich das alles wieder sortiert. Aber ich weiß: Ich will mir nicht länger einreden, dass ich erst „okay“ sein darf, wenn ich wieder 120% gebe. Vielleicht ist genau das gerade die Lektion dieses Frühlings: Sanfter werden. Ehrlicher. Und trotzdem weitergehen.

Danke, dass du hier bist und mich hältst – leise, aber spürbar. 💛

Topic Leben mit Migräne

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