Dieses Thema - mit eben diesen Worten geht seit Längerem durch die Medien. Gut so. Bitte mehr. Bitte in echt - nicht nur in der Theorie…

Es kann jeden treffen. Heute noch Mitten im Leben – morgen vielleicht schon nicht mehr und am Rand der Gesellschaft. Und doch liegt genau darin eine bittere Ironie unserer Gesellschaft: Dass wir Barrierefreiheit und Inklusion oft erst dann wahrhaft begreifen, wenn uns das Leben selbst zur Betroffenheit ruft.
Ich bin nicht behindert. Oder doch. Schon - aber nicht weil ich mich so betrachte …
Ich werde behindert – durch Strukturen, durch Unachtsamkeit, durch eine Gesellschaft, die noch immer Mauern errichtet, wo Brücken notwendig wären.
Mein Leben ist lebenswert. Mehr noch – es ist reich, bunt, tief, herausfordernd, voller Liebe, Lachen und Sinn. Ich möchte dieses Leben nicht eintauschen. Was ich mir wünsche, ist kein Mitleid, keine Sonderstellung, keine mediale Inszenierung eines „besonderen Schicksals“.
Was ich mir wünsche, ist das, was jedem Menschen zusteht: Teilhabe. Zugehörigkeit. Würde. Ein Platz in der Mitte der Gesellschaft – nicht am Rand.
Meine Bedürfnisse sind keine „besonderen“.
Ich brauche Nahrung, Wasser, Schutz, Kleidung. Ich brauche Begegnung, Sinn, Gemeinschaft. Ich brauche Freundschaft, Familie, Zugehörigkeit.
So wie du. So wie jeder Mensch.
Was also ist daran „besonders“?
Besonders ist nur, dass ich tagtäglich gegen Hürden ankämpfen muss, die vermeidbar wären.
Wie viele Menschen mit Behinderungen.
Treppen ohne Rampen. Informationen ohne Untertitel. Entscheidungen ohne eigene Perspektive. Räume, die uns ausschließen. Systeme, die uns übersehen.
Inklusion bedeutet nicht, dass Menschen mit Behinderung dazu kommen dürfen, wenn es gerade passt.
Inklusion bedeutet, dass wir von Anfang an gemeinsam gedacht werden.
Nicht als Alibi, nicht als Dekoration – sondern als gleichberechtigte Partner*innen in diesem Leben, in dieser Gesellschaft.
Denn das ist der entscheidende Punkt: Inklusion ist kein Wohlwollen. Kein Geschenk. Keine freundliche Geste der Mehrheitsgesellschaft.
Sie ist ein Grundrecht.
Sie ist der Ausdruck einer demokratischen, ethisch reifen Gesellschaft, die verstanden hat, dass Vielfalt kein Makel, sondern ein Schatz ist.
Lasst uns also gemeinsam dafür eintreten.
Nicht, weil es „nett“ ist. Sondern weil es richtig ist.
Nicht, weil wir Mitleid haben. Sondern weil wir Gerechtigkeit wollen.
Nicht, weil wir ein Bild auf einem Flyer brauchen. Sondern weil wir gemeinsam leben, lieben, lernen, scheitern, wachsen – und dazugehören wollen. Auf Augenhöhe. Immer.
Inklusion ist kein Gnadenbrot.
Sie ist das tägliche Brot einer solidarischen Gesellschaft.
Und genau dafür setze ich mich ein.
Mach bitte mit.
Folge mir, sei Teil der Leserschaft. Erfahre mehr aus meinem Leben mit Barrieren, die ich mal mit Humor und auch Mal mit Frust nehme.