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Sport statt Kaffee?

Seit einiger Zeit beginne ich meine Tage mit Sport.

Also nicht bloß mit dem ehrwürdigen Gang zur Kaffeemaschine – obgleich ich diesen Akt des morgendlichen Überlebens nach wie vor als eine durchaus respektable Disziplin anerkenne. Sondern mit Kraft, Dehnung, Gleichgewicht und Ausdauer. Ein Quartett, das mir mit sanfter Strenge nahegelegt wurde.

Der Körper, so hieß es, werde sich regulieren. Das System sich beruhigen. Das Wohlbefinden steigen, leise, aber verlässlich.

Nun denn.

Challenge accepted.

Die erste Zeit: nichts.

Gar nichts. Keine Erleuchtung, kein Triumph der Muskelfasern, kein inneres Feuerwerk.

Doof, dachte ich. Sehr doof. Und ein klein wenig unverschämt, wenn man bedenkt, wie viel guten Willen ich investierte.

Monate später jedoch – und wie so oft im Leben erst rückblickend – stellt sich eine Veränderung ein.

Eine leise, aber unumstößliche.

Wenn ich morgens nicht sportle, fehlt es mir. Der Körper quittiert dies mit stiller Sabotage: Die Verdauung streikt, der Rücken meldet sich ungefragt, Muskeln blockieren, Beweglichkeit wird zur nostalgischen Erinnerung. Ich bin matter, schwerer, unbeweglicher unterwegs.

Genau so, wie es früher mein Normalzustand war.

Heute hingegen sprinte ich zur U-Bahn – und bin nicht außer Atem, sondern euphorisiert. Endorphine statt Erschöpfung. Ein herzhaftes Lachen inklusive, wenn ich sie tatsächlich noch erwische.

Auch unterwegs, im Hotel, bei Seminaren, Fortbildungen oder beim Besuch lieber Menschen, beginne ich den Tag inzwischen sportlich. Und nun halten Sie sich bitte fest, Sie werden es nicht glauben – mein inneres Wiesel tut es nämlich bis heute nicht:

VOR dem ersten Kaffee.

Davor. Nicht dazwischen, nicht dazu, nicht danach.

Meine innere Wasserbüffelin hingegen nickt zustimmend, hebt ihre Tasse grünen Tee zum Gruß und wirkt, als habe sie es immer gewusst.

Es tut gut. Punkt.

Mehr hinterfrage ich nicht.

Und so begann auch dieser Morgen sportlich – obwohl ich mich im schönen Nordrhein-Westfalen befinde, gestern eine ausgesprochen ordentliche Bratwurst genossen habe (die kurzzeitig leicht quer im Magen lag), ich die U-Bahn nur knapp im Sprint erreichte und dabei herzlich lachen musste.

Heute also Bewegung auf dem Teppich im Wohnbereich. Leise. Rücksichtsvoll. Niemand soll

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