Skip to main content

Ich mag mich. Und das ist neu.

Gestern stellte ich fest:

Oh. Ich mag mich.

Ich glaube, das war so noch nie der Fall. Je älter ich werde, desto mehr nehme ich mich an – nicht aus Resignation, sondern aus Milde.

Weil ich keine überzogenen Erwartungshaltungen mehr an mich selbst habe.

Das befreit. Sehr.

Natürlich habe ich Ziele, Ehrgeiz, Ambitionen.

Aber ich mag mich – endlich – als Mensch.

Als Person. Sogar als Frau.

„Lieber spät als nie“, murmelt die innere Wasserbüffelin gelassen, während das Wiesel sich gerührt die Rotznase schnäuzt.

Mein Wiesel, dieser vorlaute kleine Kerl, schiebt meine neu entdeckte Selbstliebe frech auf hormonelles Ungleichgewicht.

„Du bist in der Perimenopause – ätsch!“, ruft es kichernd von hinten.

Und ja – womöglich, ganz sicher sogar, ist das so.

Ich bin fein damit. Denn ich mag mich endlich.

Ist mir plötzlich warm, freue ich mich – wie absurd schön –, dass mir ausnahmsweise nicht zu kalt ist.

Richtiges Anziehen ist derzeit ohnehin ein Glücksspiel.

„Dumme Nuss!“, grinst die Wasserbüffelin, „der gute alte Zwiebellook rettet dich!“

Dann setzt sie sich mit majestätischer Ruhe auf das Wiesel, der gerade wieder fotzelnd loslegen wollte.

Der hat nun Sendepause.

Viele meiner Freundinnen berichten seit Jahren von dieser inneren Verschiebung, vom Werden und Verändern, vom Neuordnen der Hormone – und des Lebens.

Ich hielt das lange für eine hübsch verpackte Mär, um das Wort „verbraucht“ aus dem weiblichen Lebenslauf zu tilgen.

Denn so wollte man uns sehen – in Werbung, Medien, Gesellschaft:

Ab einem gewissen Alter sei die Frau, wenn nicht nutzlos, dann wenigstens unauffällig zu sein.

Wie tief diese falschen Narrative sitzen, spüre ich erst jetzt – sie kleben an uns wie Kaugummi an der Schuhsohle.

Ich fühle mich nicht verbraucht. Nicht einmal alt. Ich fühle mich… lebendig.

Heute weiß man:

Auch der Mann altert – und zwar nicht nur charmant ergrauend, sondern mit abnehmender Reproduktionsfähigkeit.

Während wir Frauen also noch immer kostbare Eizellen hervorbringen, liefert der Mann im besten Fall… na ja, sagen wir:

Genmaterial mit Patina.

Das Wiesel lacht sich kringelig.

Zu lange glaubten die Herren, sie seien Gottes Geschenk an die Menschheit.

Aber keine Sorge – dies wird kein Men-Bashing.

Ich möchte nur zeigen: Wir alle altern.

Allen voran – der Hodensack. (Der musste nicht sein, verzeiht)

Und während ich hier sitze, schwanke ich zwischen frieren und glühen und bin – erstaunlicherweise – völlig fein damit.

Zumindest heute. In dieser Zeit. Und solange die Teenager schlafen und schweigen. Denn wer sich diesen Umstand, das Wechseljahre und Pubertät der Kinder zur selben Zeit stattfinden, hatte wohl eine Kante zuviel Humor. Ja - ich lache mich scheckig. OK, Morgen vielleicht.

Mein Körper, stamt Hormonen, befindet sich im Umbau, und ich habe keine Ahnung, wie lange diese Baumaßnahmen dauern.

Aber sie gehören zu mir.

Viele denken bei Wechseljahren oder Perimenopause nur an Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen.

Doch das greift zu kurz.

Ein kleiner Exkurs:

Die Perimenopause kann zehn bis fünfzehn Jahre dauern – oft beginnt sie schon ab Mitte dreißig.

Es ist eine Zeit des hormonellen Umbruchs.

Die Periode bleibt – aber der Körper, die Zusammenstellung der Hormone verändert sich.

Ich selbst?

0 comments

Would you like to be the first to write a comment?
Become a member of Frau_Kruemelkuchen, Diana - hört! Oder doch nicht? - and start the conversation.
Become a member