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Warum ich mich ketogen ernähre – und warum das nichts mit Lifestyle zu tun hat

Ich ernähre mich – immer noch – ketogen. Nicht, weil es gerade en vogue ist. Nicht, weil ich Gewicht verlieren möchte. Und schon gar nicht, um Teil irgendeiner kulinarisch kodifizierten Identitätsbewegung zu sein.

Ich esse so, weil es meinem Körper gut tut. Punkt.

Viele erklärten mir zu Beginn mit ernster Miene, ketogene Ernährung sei lediglich eine Diät, eine temporäre Maßnahme – maximal drei Monate, dann drohe ein Mangel. Ich lächle heute milde über diese Sorge – nicht aus Arroganz, sondern aus Erfahrung.

Denn was ich lebe, ist keine Diät. Es ist eine bewusste, feinjustierte Form der Ernährung. Eine Lebensweise. Eine gesundheitlich fundierte Entscheidung, basierend auf Beobachtung, Reaktion und valider physiologischer Rückmeldung meines Körpers.

Ich ernähre mich ketogen, um systemische Entzündungen zu reduzieren. Um Schübe zu minimieren. Um nicht ausgeliefert zu sein – sondern gestaltend in Beziehung zu meinem Körper zu stehen.

Der Verzicht auf Kohlenhydrate ist dabei kein dogmatischer Akt, sondern eine pragmatische Entscheidung. Ich erlaube mir maximal 20 Gramm pro Tag – wohldosiert, fein verteilt. Nicht in Panik vor dem Reiskorn, sondern in Respekt vor meiner Biochemie.

Was ich esse, ist nährstoffreich. Energetisierend. Und ja – auch fett. Rund 70 % meiner Ernährung besteht aus hochwertigen Fetten: Leinöl, Walnussöl, MCT-Öl, nährende Samen und Nüsse, Butter aus Weidemilch. Ich achte genau darauf, woher meine Lebensmittel stammen.

Mein Fleisch stammt nicht aus industrieller Tierhaltung, sondern von Weiderindern mit belegbarem Omega-3-Profil. Ich prüfe Herkunft, Haltungsform – und erkenne darin kein Dogma, sondern Verantwortung. Ökologisch wie gesundheitlich.

Auch meine Auswahl an Gemüse erfolgt nicht zufällig, sondern mit Bedacht: Welche Mikronährstoffe bringt es mit? Welche Kombinationen sind sinnvoll, um ein physiologisch harmonisches Mahl zu gestalten?

Und ja – auch Eier stehen auf meinem Speiseplan. Bio, möglichst regional, möglichst grün gefüttert. Sie sind, entgegen landläufiger Cholesterinängste, kein Risiko, sondern ein Segen.

Ich bin nicht mangelernährt. Ich bin wach. Ich bin kraftvoll. Ich bin in Ketose. Meine Leber produziert Ketonkörper – kein Schreckgespenst, sondern ein stiller Hochleistungsmodus.

Und mittendrin in diesem Stoffwechselballett: mein inneres Wiesel.

Es nagt vor Freude an Rippchen, mit glänzenden Augen und fettigen Pfötchen. Springt begeistert zwischen Schwein und Schaf, stürzt sich hemmungslos in Fleischeslust, als hätte es einen Michelin-Stern verschluckt.

Daneben, mit gemächlicher Grandezza: der Wasserbüffel.

Er lutscht zufrieden am Salatblatt, kaut bedächtig, kaut nochmals, denkt über Leben, Liebe und Laktatwerte nach – und nickt schweigend in Richtung Omega-3.

Und bei aller Liebe: Mit einem Kaloriendefizit hat das Ganze herzlich wenig zu tun. Auch ketogen kann man zunehmen. Kalorien sind keine Ketone – und der Stoffwechsel kein einfaches Bilanzbuch.

Ich achte auf die Zusammensetzung meiner Mahlzeiten, auf Mikronährstoffe, Vitamine, auf Balance – nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung. Ich koche, ich plane, ich gestalte. Ich weiß, was mein Körper braucht – und was ihm schadet.

Und ja – auch im Urlaub bleibe ich mir treu.

Natürlich ist es in manchen Ländern herausfordernder, dieser Ernährungslinie zu folgen. Kohlenhydratfallen lauern hinter jedem Gericht mit glanzvollen Namen, jeder Soße, jeder marinierten Überraschung am Buffet.

Doch bisher wurde ich immer fündig. Mit etwas Spürsinn, Rückfragen, Improvisation – und manchmal einem verständnisvollen Grinsen. Es war nie ein Problem. Nur eine Frage der Haltung.

Ich esse nicht ketogen, weil es „funktioniert“.

Ich esse so, weil es zu mir passt.

Weil mein Körper mir dankt – Tag für Tag, Mahl für Mahl.

Und so werde ich mich auch weiterhin ketogen ernähren.

Darauf achten, dass ich in der Ketose bleibe.

Meine Leber Ketone ausschüttet.

Und dass ich Energie habe – und nicht zu viele Kohlenhydrate pro Tag vernehme.

Ich habe keine Mangelernährung. Ich habe Energie. Ich habe Klarheit.

Und ein Wiesel mit Rippchen.

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