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Synapsengulasch – hausgemacht

Der Tag begann ambitioniert: Wanderung! Ein Rundweg durch jahrhundertealte Olivenhaine, inklusive Lehrpfad. Malerisch schön – mein Schuhwerk allerdings verbesserungswürdig. Ich outete mich ungeniert als Tourist. Shame on me. Der Weg steinig, nicht ohne. Mit Sandalen stellenweise eher akrobatisch als bequem. Aber hey – ich komme aus dem Bayerischen Wald. Für mich wäre das sogar in High Heels machbar. (Hust.)

Die Beschilderung? Nun ja, stellenweise so diskret, dass man sie fast als Kunstinstallation hätte durchgehen lassen können. Also irrten wir fröhlich querfeldein durch die Haine, begleitet von drückender Vormittagshitze. Und doch: es war wundervoll. Ruinen alter Kirchen, bröckelnde Steinmauern, knorrige Bäume, die den Atem von Jahrhunderten in sich tragen. Dazwischen Schafe, die uns musterten, als hätten sie das Gelände schon seit Generationen gepachtet.

Nach diesem Abstecher durch Zeit und Landschaft hatte ich mir den Strand so was von verdient.

Wie ich dort mein hausgemachtes Synapsengulasch anrichtete? Ganz simpel: Nur mit Hörmine im Außenbereich eines Cafés Platz genommen, die Freundin gegenüber, Männer im Schlepptau, und als Beilage das volle Programm – Strandkulisse, kreischende Kinder, Restaurants im Dauermodus und Musikbeschallung als Topping.

Hören im Störlärm – das ist, als würde man versuchen, Chopin auf einer Baustelle zu genießen. Mit beiden Cochlea-Implantaten und Zusatztechnik funktioniert ein Eins-zu-eins-Gespräch halbwegs solide. Am Tisch mit mehreren Menschen jedoch steigt die Herausforderung exponentiell.

Dieses Mal aber war ich nur mit Hörmine da. Herausforderung? Untertreibung des Jahres.

Ich konzentrierte mich, filterte, blendete aus, starrte angestrengt auf die Lippenbewegungen meiner Freundin, verbog mich in akrobatischen Winkelungen, als wolle ich das Gespräch förmlich aus der Luft fangen. Die Spannung in mir: auf Konzertsaal-Niveau.

Und doch – ich verstand. Nicht alles, nicht sofort. Sie wiederholte geduldig, ich kämpfte mit Kontext als Zauberwort. Wir ratschten, stolperten, lachten. Irgendwie bekamen wir es hin.

Am Ende saß ich da – erschöpft, mit Kopfschmerzen, einer Migräne im Anflug und dem Gefühl, dass meine Synapsen in einem gusseisernen Topf landeten und zu Gulasch verkocht wurden. Aber: hausgemacht, ehrlich, erarbeitet. Und ich war stolz.

So stand dieser Tag wie ein Menü: vormittags Olivenhaine, nachmittags Synapsengulasch. Beides deftig, beides schwer verdaulich – aber auf seine Art köstlich.

Mahlzeit und Xund bleiben

Eure Frau Kruemelkuchen

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