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ZDF lehnt Programmbeschwerde gegen “nano”-Beitrag zum Laborursprung ab

Ansicht des ZDF-Hochhauses im ZDF-Sendezentrum in Mainz-Lerchenberg an einem bewölkten Herbsttag. (Opens in a new window)
Ansicht des ZDF-Hochhauses im ZDF-Sendezentrum in Mainz-Lerchenberg. Foto: Wikipedia-User:in PantheraLeo1359531, CC BY 4.0. | Zuschnitt: Gunnar Hamann.

Heute hat mich das Schreiben des stellvertretenden ZDF-Programmdirektors erreicht, aus dem hervorgeht, dass meiner Programmbeschwerde zum “nano”-Beitrag vom Juni 2025 (Opens in a new window) des öffentlich-rechtlichen Senders 3sat nicht stattgegeben wird.

Ich veröffentliche hier die Programmbeschwerde, die Antwort sowie meinen Widerspruch auf die Antwort des ZDF.

Meine Programmbeschwerde von Ende November im Wortlaut:

Einen schönen guten Tag,

ich lege hiermit Programmbeschwerde gegen den Beitrag „Corona-Pandemie: War doch ein Laborunfall der Auslöser?“ der 3sat-Sendung „nano“ vom 30.06.2025 ein.

Ich sehe einen Verstoß gegen mehrere Ziffern der ZDF-Programmrichtlinien. Darunter I (1), I (3), I (4), II (6), III (1), IV (2) und IV (3).

Im genannten Beitrag werden sowohl Falschbehauptungen, verzerrte Darstellungen bis hin zu Verschwörungserzählungen verbreitet, wie ich im Folgenden darstellen werde.

Im Beitrag wird von einem Gesprächspartner impliziert, dass der verstorbene Forscher Luc Montagnier wissenschaftlich seriöse Hypothesen zur Herkunft von SARS-CoV-2 aufgestellt habe. Einer der Beitragsautoren, Thomas Hauer, gab mir gegenüber an, dass die Aussage des Gesprächspartners gekürzt wurde, in der zumindest teilweise Bedenken zu seiner Arbeit eingeräumt wurden.

Nicht erwähnt wird dabei im Beitrag auch, dass die Behauptung von Luc Montagnier als wissenschaftlich widerlegt gilt. Darüber berichteten bereits im Frühjahr 2020 verschiedene journalistische Faktenchecks.

(1) https://correctiv.org/faktencheck/2020/05/20/nein-in-sars-cov-2-wurden-nicht-im-labor-sequenzen-von-hiv-eingefuegt/ (Opens in a new window)

(2) https://www.europeanscientist.com/en/big-data/no-sars-cov-2-does-not-contain-hiv-genetic-code/ (Opens in a new window)

(3) https://healthfeedback.org/did-the-covid-19-virus-originate-from-a-lab-or-nature-examining-the-evidence-for-different-hypotheses-of-the-novel-coronavirus-origins/ (Opens in a new window)

Weiter heißt es im Beitrag: „Trotz des Verdachts erschien im März 2020 im Magazin 'Nature Medicine' ein Artikel angesehener Virologen mit dem Titel 'Der unmittelbare Ursprung von SARS-CoV-2'. Sie verorten den Ursprung des Virus klar in der Natur, obwohl nichts klar war.“ Hierzu ist festzustellen, dass das fragliche Paper einen natürlichen Ursprung nicht völlig ausschließt. Im Paper selbst heißt es: “Although the evidence shows that SARS-CoV-2 is not a purposefully manipulated virus, it is currently impossible to prove or disprove the other theories of its origin described here.“

(4) https://www.nature.com/articles/s41591-020-0820-9 (Opens in a new window)

Im Beitrag wird die Mail eines an dem Beitrag beteiligten Autors folgendermaßen übersetzt: „Es scheint von Anfang an für die Ausbreitung durch den Menschen präpariert worden zu sein. Es ist die Epidemiologie, die ich am beunruhigendsten finde.“

Im englischen Original ist jedoch die Rede von „pre-adapted“. Es handelt sich um eine gängige Bezeichnung in der Biologie, die keinesfalls mit „präpariert“ zu übersetzen ist. Die Übersetzung kann für durchschnittliche Zuschauer:innen den Eindruck erwecken, dass der Autor des Papers einen menschlichen Eingriff annahm, obwohl dies nicht zwingend aus diesem Ausschnitt hervorgeht.

Insgesamt entsteht im Beitrag der mögliche Eindruck, dass sich die am Paper beteiligten Wissenschaftler verschworen hätten und intern eine andere Meinung äußerten, als letztlich im Paper dargestellt. Das ist falsch, zumal Mails / Nachrichten der Forscher, aus denen hervorgeht das diese auch einen natürlichen Ursprung der Pandemie für wahrscheinlicher hielten, im Beitrag nicht erwähnt werden. Dadurch kommt es zu einer Verzerrung, die sich mit einer sauberen journalistischen Recherche hätte vermeiden lassen können.

Der Genetiker Günter Theißen behauptet im Beitrag: „Die Autoren vom Lancet-Brief und vom 'Proximal Origin'-Paper waren so eine Art von, da fallen einem wirklich nur grenzwertige Begriffe ein. Seilschaft, so eine Art Wagenburg, die da gebildet wurde, Beutegreifergemeinschaft, ich weiß auch nicht, ich kann das kaum positiv ausdrücken. Das war eine extrem interessengesteuerte Gruppe.“

Die beiden Autoren des nano-Beitrages erklären im Verlauf des gesamten Beitrages nicht, welcher Zusammenhang zwischen beiden Autor:innegruppen bestehen soll. Nach meinen Recherchern handelt es sich um voneinander völlig unterschiedliche Wissenschaftler:innen. Auch auf Nachfrage konnte mir Günter Theißen nicht erklären, welcher enge Zusammenhang hier bestehen soll. Nach meinem Verständnis wird hier eine Behauptung, die eine Verschwörungserzählung enthält, von den Beitragsmachern nicht auf ihre Plausibilität hin abgeklopft und eingeordnet. Der Zoologe Peter Daszak, der Mitinitiator des fraglichen „Lancet-Briefes“ war, konnte mir im Gespräch zudem plausibel Widersprüche zur Darstellung liefern.

(5) https://radiocorax.de/phantasie-und-pandemie-das-grosse-raunen-bei-3sat-nano/ (Opens in a new window)

Im Beitrag wird zudem Bezug genommen auf ein gemeinsames Preprint des Bio-Ingenieurs Valentin Bruttel mit zwei US-amerikanischen Kollegen aus dem Jahr 2022 (im Beitrag fälschlich auf 2023 datiert), in dem diese vermeintlich Hinweise auf eine künstliche Herstellung von SARS-CoV-2 gefunden haben wollen.

Das Preprint wurde sowohl in einem begutachteten und veröffentlichten Paper des Forschers kritisiert, als auch durch drei von Bruttels Kollegen der Universität Würzburg.

(6) https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0013935123002736 (Opens in a new window)

(7) https://idw-online.de/de/news803622 (Opens in a new window)

Der Beitrag benennt weder diese Kritik, noch die medial bereits vor einiger Zeit erfolgte Kritik.

(8) https://www.doccheck.com/de/detail/articles/40622-corona-wilde-virus-bastelei-aus-dem-labor (Opens in a new window)

Mir gegenüber erklärte Beitrags-Co-Autor Thomas Hauer dazu, warum diese Kritik nicht abgebildet wird im nano-Beitrag: „Weil ich mit zwölf Minuten extrem lang war. Das war einfach nicht drin, weil die Diskussion gab es auch in der Redaktion, aber dann hieß es auch, wir haben gar keinen Platz dafür, wir zeigen jetzt mal bloß die Dokumente, was gerade diskutiert wird.“

Valentin Bruttel behauptet zur Ablehnung des Preprints im Beitrag: „Bei uns war die Antwort ganz klar, wir lassen das nicht zum Begutachtungsprozess zu. Wir wollen damit nichts zu tun haben.“

Dabei wird im Beitrag nicht dargestellt, dass der Co-Chefredakteur des Journals eLife, dass das Preprint von Bruttel et al. ablehnte, mit inhaltlicher Kritik am Preprint argumentierte, laut der notwendige phylogenetische Analysen in der Arbeit fehlten (siehe (5)).

Im Beitrag wird ebenso nicht erwähnt, dass Valentin Bruttel Mitglied der aktivistischen Initiative Biosafety Now!, was nach meinem Verständnis aus Gründen der Transparenz geboten wäre. Zudem wird nicht erwähnt, dass Bruttel bei mehreren Pandemien / Virusausbrüchen, darunter HIV / RSV sowie MPOX  im Jahr 2012 und zwei Ebola-Ausbrüchen ebenfalls Laborunfälle für möglich hält, obwohl diese wissenschaftlich hinreichend untersucht sind. Bruttel bestätigte mir, dass er Zweifel am natürlichen Ursprung dieser Pandemien / Ausbrüche hat (siehe (5)).

(9) https://biosafetynow.org/personnel/valentin-bruttel/ (Opens in a new window)

(10) https://x.com/VBruttel/status/1657351942153154565 (Opens in a new window)

(11) https://x.com/VBruttel/status/1943737991073063344 (Opens in a new window)

(12) https://x.com/VBruttel/status/1532852045614665732 (Opens in a new window)

Im nano-Beitrag heißt es zudem mit Bezug auf einen von der DARPA in den USA abgelehnten Forschungsantrag der EcoHealth Alliance, dass dieser „bis ins Detail eine komplette Bauanleitung des SARS-CoV-2-Virus“ beinhaltete. Diese Behauptung wird im Beitrag nicht weiter erklärt und ist laut Friedemann Weber, Direktor am Institut für Virologie der Justus-Liebig-Universität Gießen, falsch (siehe (5)).

Zum Antrag heißt es im nano-Beitrag zudem: „Das Pentagon lehnte aus Sicherheitsbedenken eine Finanzierung ab. Aber Daszak holte sich Geld von Anthony Fauci vom National Institute of Health, dem späteren obersten Corona-Berater der US-Regierung.

Damit wird für das durchschnittliche Publikum impliziert, dass die EcoHealth Alliance, die für den DARPA-Antrag vorgesehenen Forschungen, mit Mitteln des National Institute of Health des NIH weiterführten. Dazu stelle ich fest: Für diese Behauptung liefert der Beitrag keinerlei Belege und sie ist nach allem was öffentlich bekannt ist auch falsch. Beitrags-Co-Autor Thomas Hauer konnte mir auf Nachfrage keine Belege dazu liefern (siehe (5)).

Die Behauptung, dass die DARPA die Finanzierung des Antrags aus Sicherheitsbedenken ablehnte, ist irreführend, da im öffentlich einsehbaren Antrag gleich mehrere weitere Gründe zur Ablehnung angegeben sind.

(13) https://www.documentcloud.org/documents/21066966-defuse-proposal/ (Opens in a new window)

Weiterhin wird im Beitrag behauptet: „Als einzige westliche Virologin im dortigen Hochsicherheitslabor forschte die Australierin Danielle Anderson. Nach eigenen Angaben an Ebola-Viren, aber die meisten ihrer Veröffentlichungen handeln von SARS-Viren. Im November 2019, kurz vor dem Ausbruch der Pandemie, verschwindet sie aus Wuhan. Fakt ist, ihr Name taucht auch in dem DARPA-Antrag als leitende Forschungsmanagerin auf.“

Für das durchschnittliche Publikum kann hier der Eindruck entstehen, dass Danielle Anderson ihre Forschung an SARS-CoV-1 verschwieg. In Wirklichkeit hat Danielle Anderson eine eigene Seite auf der Plattform Researchgate, aus der ihre Forschung an SARS-CoV-1 hervorgeht. Zudem handeln die meisten ihrer Veröffentlichungen im relevanten Zeitraum ihrer Beschäftigung in Wuhan zwischen 2018 bis Ende 2019 nicht nur von SARS-CoV-1 sondern auch zu MERS.

(14) https://docs.google.com/spreadsheets/d/1F96uMXT8GafMkKU5D77TUwucbzZTn_2XA9-qs7BK4Z0/edit?gid=0#gid=0 (Opens in a new window)

Über den Virologen Christian Drosten wird danach im Beitrag behauptet: „Aber seit Anfang dieses Jahres hält er plötzlich doch einen Laborunfall zumindest für möglich.“

Dabei handelt es sich nach meinen Recherchen um eine falsche Tatsachenbehauptung. Drosten hat in den vergangenen Jahren mehrfach erklärt, dass er einen Laborursprung prinzipiell für möglich, aber nicht unbedingt plausibel hält.

(15) https://web.archive.org/web/20210614001443/https://www.ndr.de/nachrichten/info/92-Coronavirus-Update-Woher-stammt-das-Virus,podcastcoronavirus322.html (Opens in a new window)

(16) https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/drosten-coronavirus-ursprung-labor-1.5524513 (Opens in a new window)

(17) https://www.n-tv.de/panorama/Drosten-Laborunfall-moeglich-aber-unwahrscheinlich-article23115164.html (Opens in a new window)

Mir gegenüber sagte Beitrags-Co-Autor Thomas Hauer dazu: „Du wirst es natürlich immer in einem solchen Beitrag verkürzen, du hast nicht eine Doppelseite in einer Zeitung irgendwo, wo du alles im Detail beschreiben kannst, sondern hier war auch der Sonderfall, dass wir wirklich viel Zeit gekriegt haben, weil die Redaktion fand, dass es ein wichtiges Thema ist, ne, und natürlich wird jemand wie Christian Drosten, der ein Standardwissenschaftler ist, einfach die Falsifizierbarkeit mit einrechnen, das heißt, er wird sich immer eine Hintertür freilassen, das ist auch klug.“

Nach meinem Verständnis wird hier die Verbreitung von unwahren Tatsachenbehauptungen journalistisch in unzulässiger Weise relativiert und gerechtfertigt.

Im Beitrag heißt es zudem: „Allerdings sind bisher keinerlei Hinweise für einen natürlichen Ursprung aufgetaucht. Dafür weisen alle Indizien eher auf einen Laborunfall hin.“

Dazu stelle ich fest, dass dies eine nicht nur verzerrte sondern schlicht falsche Darstellung der wissenschaftlichen Debatte zum Ursprung von SARS-CoV-2 ist, da es Hinweise auf einen natürlich Ursprung gibt. Was fehlt, ist ein Beweis. Die Redaktion von nano antwortete mir auf Nachfrage zu dieser Falschdarstellung im Beitrag: „Auf Grundlage unserer Recherchen gibt es lediglich Indizien, aber keinen belastbaren Beweis für einen natürlichen Ursprung, der allgemein anerkannt wäre.“

Die Worte „Indiz“ und „Hinweis“ sind hier synonym zu verwenden.

Laut Beitrags-Co-Autor Thomas Hauer wurde abgesehen von Christian Drosten niemand von den Personen, denen im Beitrag implizit eine mögliche Verschwörung unterstellt wird, niemand angefragt. Unklar ist auch, ob beide Autoren den kritisierten eine Möglichkeit zur Gegendarstellung boten.

All das zusammengenommen, handelt es sich um einen hochgradig wissenschaftsjournalistisch unsauberen Beitrag, der Falsch-, Fehlinformationen und sogar Verschwörungserzählungen zur Herkunft von SARS-CoV-2 verbreitet.

Ich bitte um eine Reaktion der Intendanz sowie eine öffentliche Richtigstellung der falschen Behauptungen und eine interne wie öffentliche Aufarbeitung und Stellungnahme der Intendanten von 3sat / ZDF dazu.

Ich würde von einer Depublikation des Beitrags abraten und empfehle die Veröffentlichung einer Version, die den Beitrag einordnet, eventuell von einer anderen Wissenschaftsredaktion des ZDF.

Mit freundlichen Grüßen
Gunnar Hamann

Hier zum Nachlesen die Reaktion des stellvertretenden Programmdirektors des ZDF im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Hamann,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 30.11.2025 an den Fernsehrat des ZDF. Sie sprechen darin einen Beitrag im 3sat-Wissenschaftsmagazin „Nano" vom 30.06.2025 an. Die Fernsehratsvorsitzende hat Ihr Schreiben an mich zur Prüfung weitergeleitet. Gerne möchte ich Ihnen hiermit antworten.

Konkret kritisieren Sie, in dem Beitrag „Corona-Pandemie: War doch ein Laborunfall der Auslöser?" würden sowohl Falschbehauptungen, verzerrte Darstellungen bis hin zu Verschwörungserzählungen verbreitet".

In den Beiträgen des Magazins „Nano" werden unterschiedliche wissenschaftliche Positionen dargestellt, insbesondere bei komplexen und kontroversen Themen. Dabei wird stets auf eine ausgewogene und faktenbasierte Berichterstattung geachtet. Selbstverständlich orientiert sich die Redaktion dabei an den anerkannten Standards journalistischer Sorgfalt.

Dies gilt auch für den von Ihnen angesprochenen Beitrag, der Äußerungen des Bundesnachrichtendienstes und verschiedener bekannter Wissenschaftler zum Anlass nahm, die Indizien, die für einen Laborunfall sprechen, zu beschreiben, ohne dabei eine abschließende Bewertung vorzunehmen. Auch die Moderation ordnet den Beitrag entsprechend ein. Das Ziel des Beitrags war es nicht, die Laborthese und die These eines natürlichen Ursprungs („Marktthese") in Konkurrenz zu setzen. Stattdessen ergänzt der Beitrag diesen aktuellen Aspekt der wissenschaftlichen Debatte zu den vielfältigen weiteren Berichten bei „Nano", die die These eines natürlichen Ursprungs umfassend betrachtet haben.

Seien Sie versichert, dass wir die wissenschaftlichen Darlegungen in all unseren Beiträgen stets sorgfältig und selbstkritisch reflektieren. Dies gilt insbesondere für Magazinbeiträge, die in ihrer Länge zwangsläufig begrenzt sind und sich auf zentrale Aspekte konzentrieren müssen. Dafür ist auch Ihre Rückmeldung wichtig, die Sie ja zusätzlich bereits in einem ausführlichen persönlichen Gespräch mit dem Autoren des Beitrags ausgeführt haben.

Vor diesem Hintergrund danke ich Ihnen, sehr geehrter Herr Hamann, für die kritische Begleitung unseres Angebots und freue mich, wenn Sie dem Angebot der ZDF-/3sat-Senderfamilie verbunden bleiben.

Ich bin gegenüber den ZDF-Fernsehrat in Widerspruch gegangen. Mein Schreiben dazu vom Abend des 5. Januar 2026:

Einen schönen guten Abend,

bezugnehmend auf das Schreiben vom 30. Dezember des stellvertretenden Programmdirektors des ZDF, möchte ich Ihnen hiermit ebenfalls antworten.

Auf Grundlage der im Schreiben von Ihnen vorgetragenen Antwort, halte ich meine Beschwerde weiterhin aufrecht.

In Ihrer Antwort wird nicht detailliert auf die von mir geschilderten nachweislichen Verstöße gegen die journalistische Sorgfaltspflicht eingegangen. Das Schreiben widerspricht sogar meinen Schilderungen. So schreiben Sie: "Das Ziel des Beitrags war es nicht, die Laborthese und die These eines natürlichen Ursprungs („Marktthese") in Konkurrenz zu setzen."

Ich zitiere erneut aus dem Beitrag: "Allerdings sind bisher keinerlei Hinweise für einen natürlichen Ursprung aufgetaucht. Dafür weisen alle Indizien eher auf einen Laborunfall hin." Das ist eine direkte Gegenüberstellung von Laborhypothese und der Hypothese vom natürlichen Ursprung, die, wie der wissenschaftliche Diskurs zeigt, zudem als falsch angesehen werden muss nach Stand Ende Juni 2025 sowie Stand heute. Die Abmoderation des Beitrags fängt dies nicht ausreichend auf. Es genügt nicht zu sagen, dass die Frage nach dem Ursprung weiterhin ungeklärt sei, wenn Zuschauer:innen zuvor fälschlich vermittelt wird, dass es keine Hinweise auf einen natürlichen Ursprung gebe.

Sie schreiben weiter: "Seien Sie versichert, dass wir die wissenschaftlichen Darlegungen in all unseren Beiträgen stets sorgfältig und selbstkritisch reflektieren. Dies gilt insbesondere für Magazinbeiträge, die in ihrer Länge zwangsläufig begrenzt sind und sich auf zentrale Aspekte konzentrieren müssen." Wollen Sie damit rechtfertigen, dass bspw., um hier nur einen der kritisierten Aspekte herauszugreifen, die im Beitrag verbreitete Falschbehauptung zu Christian Drosten und seiner Haltung zu einem Laborursprung von der journalistischen Sorgfaltspflicht gedeckt sei, weil schlicht nicht die Zeit in einem solchen Magazinbeitrag sei, um sich ausreichend mit den Fakten auseinanderzusetzen?

Falls nein: Ich bitte um Bestätigung des Erhalts meines Widerspruchs und eine Auseinandersetzung mit der Programmbeschwerde im ZDF-Fernsehrat.

Meine Beschwerde sowie Ihre Antwort darauf können Sie hier noch einmal nachlesen: http://steady.page/de/gunnarhamann/posts/8e3d6d35-108e-43e0-b597-01ecc6ff9e76 (Opens in a new window).

Mit freundlichen Grüßen
Gunnar Hamann

Topic Pandemia