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Wer lebt in deinem Komposter? + eBook 🎁

Heute geht es darum, mal anzuschauen, wer alles in deinem Komposter wohnt. Denn der ist nicht nur eine Erdfabrik, sondern auch ein Lebensraum für eine Vielzahl an Tieren und Mikroorganismen. Bonus: Zahlende Mitglieder erhalten ein ausführliches eBook mit mehr Tieren und Details, vielen handgemachten Illustrationen und Fotos!

Ein Kubikmeter Kompost beherbergt mehr Lebewesen, als du Menschen in einer Großstadt findest: Milliarden Bakterien, Millionen Fadenwürmer, Zehntausende Springschwänze, Hunderte Käfer und Würmer wuseln dort zwischen Rasenschnitt und Kartoffelschalen. Dazu kommen Igel, Amseln, Erdkröten und überwinternde Hummelköniginnen. All diese Bewohnerinnen und Bewohner haben eins gemeinsam: Sie verwandeln deine Küchenabfälle in den besten Dünger, den dein Garten bekommen kann.

Die Schredder-Crew: Erste am Buffet

Sobald Material auf den Kompost fällt, rücken die Asseln an. Als Landkrebse mit rudimentären Kiemen benötigen sie Feuchtigkeit und sind daher oft nachts aktiv. Ihr Kot liefert die perfekte Basis für Bakterien und Pilze. Zwischen ihnen wimmelt es von Tausendfüßern: Schnurfüßer (Diplopoda) schieben sich mit Dutzenden Beinchen durch das Material und fressen bevorzugt pilzbesiedeltes Laub. Bei Gefahr sondern sie oft Wehrsekrete ab, die nach Bittermandel riechen. Auch Saftkugler (Glomerida) gehören zu den Doppelfüßern. Sie sehen zwar den Asseln echt ähnlich, rollen sich bei Gefahr auch zu einer perfekten Kufel zusammen, haben aber mehr Beine (17-19 Beinpaare vs. 7 Beinpaare) als Asseln.

Auch Schnecken findest du im Komposter, sie nutzen ihre Raspelzunge (Radula), um Oberflächen abzuschmirgeln. Die Große Wegschnecke (Arion vulgaris), die ja sonst nicht super beliebt ist, leistet hier nützliche Dienste, indem sie Aas und Kot verwertet. Gehäuseschnecken wie die Weinbergschnecke (Helix pomatia) reichern den Boden beim Sterben mit Kalk an. In feuchteren Zonen finden sich zudem Bernsteinschnecken (Succineidae) oder Tellerschnecken (Planorbidae), die Bakterienrasen abweiden.

Mitten im Gewimmel lauern Ohrwürmer (Forficulidae). Ihre Zangen dienen der Verteidigung und Paarung. Als Allesfresser vertilgen sie Blattläuse ebenso wie Pilze. Bemerkenswert ist ihre Brutpflege: Die Weibchen lecken ihre Eier sauber, um Schimmel zu verhindern.

Wer ebenfalls sofort am Buffet auftaucht: Fliegen! Fruchtfliegen finden gärendes Material über große Distanzen. Innerhalb weniger Tage verwandeln ihre Larven frische Küchenabfälle in vorverdautes Substrat, eine neue Generation folgt nach etwa einer Woche. Diese extreme Geschwindigkeit machte Drosophila zum Modellorganismus der Genetik, im Kompost zählt jedoch allein ihre Leistung bei der Humusbildung.

Unterschiedliche Fliegenfamilien besetzen klar abgegrenzte Zonen. Trauermücken (Sciaridae) konzentrieren sich auf pilzreiche, feuchte Bereiche. Dungfliegen (Scathophagidae) nutzen stickstoffreiche Reste wie Grasschnitt. Waffenfliegen (Stratiomyidae, crazy Name, I know) arbeiten auch in sauerstoffarmen Schichten. Tierische Reste locken Schmeißfliegen (Calliphoridae) an. Ihre Maden zersetzen Gewebe sehr zügig und verschwinden nach Abschluss der Umsetzung wieder.

Gelegentlich erscheinen auch mal Larven der Schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens), wenn du weiter im Süden wohnst. Sie verarbeiten große Mengen organischen Materials in kurzer Zeit und können dann auch mal Überhand nehmen. Eigentlich kamen die nur in Amerika vor, haben sich mittlerweile jedoch weltweit verbreitet und können auch mal bei dir vorbeischauen.

Die Kleinsten der Kleinen: Mikroorganismen am Werk

Mikroorganismen wie Bakterien sorgen für die chemische Zersetzung. In der Anfangsphase steigt die Temperatur im Komposter oft auf über 60 °C an, was Krankheitskeime abtötet und dafür sorgt, dass Beikrautsamen deaktiviert werden. Sobald die leicht verdaulichen Stoffe verbraucht sind, folgen Aktinomyzeten (Actinomycetota). Diese pilzähnlichen Bakterien setzen Geosmin frei – jenes Molekül, das für den typischen Geruch nach einem warmen Sommerregen verantwortlich ist. Sie zerlegen selbst hartes Chitin und Zellulose, kein Problem für die!

Auch echte Pilze erschließen sich Kohlenhydrate aus deinen Pflanzenabfällen, während spezialisierte Weiß- und Braunfäulepilze das komplexe Lignin im Holz knacken. In einem feinen Wasserfilm zwischen den Partikeln regulieren hilfreiche Einzeller wie Rädertierchen, Wimpertierchen und Amöben die Bakterienpopulation.

Fadenwürmer (Nematoda) sind mit Millionen Individuen vertreten. Sie setzen Stickstoff frei, werden aber selbst gejagt: Nematodenfressende Pilze wie Arthrobotrys oligospora bilden klebrige Schlingen, um die Würmer zu fangen und von innen zu verdauen.

Das Buddelkommando: Regenwürmer und Verwandte

Regenwürmer beschleunigen die Kompostierung massiv. Ihr Kot (Wurmhumus) ist extrem nährstoffreich. Vor allem zwei Vertreter sind dir bestimmt ein Begriff:

  • Der Kompostwurm (Eisenia fetida), auch Mistwurm genannt, lebt direkt in den oberen Schichten und verträgt Temperaturen bis 30 °C.

  • Der Gemeine Regenwurm oder Tauwurm (Lumbricus terrestris) legt senkrechte Gänge im Unterboden an. Er zieht Material in die Tiefe und sorgt für eine ideale Belüftung.

Ihre kleinen weißen Verwandten, die Enchyträen (Enchytraeidae), optimieren den Humus weiter, indem sie unter anderem den vorverdauten Regenwurmkot fressen und weiter aufspalten, sodass die Nährstoffe noch pflanzenverfügbarer werden.

Die Jäger: Räuberinnen und Räuber im Kompost

Wo viel Beute ist, sind natürlich auch Räuber nicht weit. Sie verhindern, dass einzelne Arten dominieren und kontrollieren das ökologische Gleichgewicht in deiner Rotte.

An der Spitze stehen Hundertfüßer wie der Steinläufer (Lithobius forficatus). Mit seinen Giftklauen (Maxillipeden) lähmt er Asseln im Handumdrehen. Erdläufer (Geophilomorpha) hingegen sind extrem schmal und jagen blind in den engsten Kapillaren des Haufens. Kurzflügelkäfer wie der Schwarze Moderkäfer (Ocypus olens) sind so beweglich wie Schlangen und dringen in die Gänge von Fliegenmaden ein. Auch Spinnen sind präsent: Baldachinspinnen spannen Fangnetze, während Wolfspinnen wie die Gartenwolfspinne (Pardosa amentata) ihrer Beute auflauern, sie aktiv anspringen und dann auch richtig vefolgen.

Die größeren Bewohner: Wirbeltiere im Kompost

Für Wirbeltiere ist der Kompost Vorratskammer und Heizung zugleich. Die Waldspitzmaus (Sorex araneus) und die Zwergspitzmaus (Sorex minutus) müssen aufgrund ihres hohen Stoffwechsels alle paar Stunden fressen. Sie jagen Käferlarven und Spinnen im dunklen Labyrinth. Von unten lockert der Maulwurf (Talpa europaea) das Material auf der Suche nach Regenwürmern auf.

Für den Igel (Erinaceus europaeus) bietet die Gärungswärme ein ideales, frostfreies Winterquartier. Erdkröten (Bufo bufo) schätzen die feuchten Randzonen und jagen nachts Schnecken. Reptilien wie die Zauneidechse (Lacerta agilis) nutzen die Wärme zur „Betriebstemperatur“, während die Blindschleiche (Anguis fragilis) als spezialisierte Schneckenjägerin im Verborgenen lebt. Die Ringelnatter (Natrix natrix) nutzt den Kompost sogar als Brutkasten: Sie legt ihre Eier im warmen Inneren ab, wo die Gärungswärme die Embryonen ausbrütet.

Auch Vögel wie Amseln, Rotkehlchen und Zaunkönige finde ich immer an meinen Kompostern. Sie sind natürlich scharf auf die Insekten, und dabei graben sie mir die oberste Schicht um. Danke dafür!

Du siehst also: In einem Komposter tummelt sich so viel mehr als nur der Otto-Normal-Regenwurm. Es ist ein wuseliges kleines Universum, in dem es unendlich viel zu entdecken gibt. Bist du neugierig geworden und willst mehr darüber erfahren und hast Bock auf noch mehr Illustrationen, Fotos und Fakten, kannst du als Mitglied hier ein eBook herunterladen.

Bis zum nächsten Mal!

Jasmin

Hier geht’s zum eBook:

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