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Mein Kamera-Setup für Makro und Vögel

Ich glaube eine der häufigsten Fragen, die mir hier und auf Instagram gestellt werden ist, welches Kamera-Setup ich für meine Naturfotos benutze und was ich empfehlen kann, und seit 2 Jahren sage ich: Ich mach da mal was drüber … und mach’s dann doch nicht. Aber say no more, jetzt habe ich mich mal aufgerafft und erläutere euch, mit welcher Ausrüstung ich Makros und Wildlife mache. Let’s go!

Wie viele Fotograf:innen habe ich chronisch viele Kameras und Objektive, weil ich eben auch super gern experimentiere. Ich beschränke mich hier jetzt aber auf zwei Aspekte: Auf Vögel/Wildlife und auf Makrofotografie, das wird so schon lang genug. Zuerst stelle ich dir mein Setup dafür vor, danach folgen ein paar Tipps, welches (deutlich budgetfreundlichere) Setup ich Einsteiger:innen empfehle. Das wird etwas länger, also scroll ruhig zu den Punkten oder Kameraherstellern, die für dich interessant sind und überspring das, was sowieso nicht für dich in Frage kommt.

Mein Setup

Ich habe so richtig angefangen zu fotografieren, als mir die Mutter meines ersten Freundes ihre alte Canon AE-1 und 3 Objektive geschenkt hat. Ich war 16, es war 2004 und damals gab es schon Digitalkameras (ich hatte auch eine, stolze 1,3 Megapixel bitte sehr!), aber so eine fähige Kamera wie diese analoge Spiegelreflex hatte ich definitiv nicht. Hier siehst du diese Veteranin, die immer noch gute Dienste verrichtet (ihr Batteriefach ist seit ich sie habe kaputt, normalerweise klebe ich das mit schwarzem Tape ab, aber da hatte ich gerade nur weißes):

Ich bin sogar noch 2010 damit auf Exkursionen gegangen. Alle hatten schon digitale Spiegelreflex-Kameras, mich mussten Kommilitonen vom Berg runter zum Dorfladen fahren, damit ich da noch die letzten abgelaufenen 35 mm Kleinbildfilme kaufen konnte, die es da noch in ner Kruschelecke neben den Postkarten gab.

2012 hatte ich dann meine erste digitale Spiegelreflex, eine Canon 600 D (APS-C). Was für ein Gamechanger! Darauf folgten Vollformat-Canons, und seit 2021 bin ich spiegellos unterwegs. Damals bin ich auf Sony umgestiegen, mittlerweile fahre ich Sony und Canon parallel im Bezug auf meine “Arbeitskameras”.

Breche ich mein Setup auf Makro und Vogelfotografie herunter, konzentriert sich das alles auf das hier: Die Canon R5, Die R5 Mark II und die Sony A7R5. Das sind professionelle und hochpreisige Bodys (wobei man beispielsweise die R5 auf dem Gebrauchtmarkt schon zu Preisen kriegt, bei denen schon eine 1 vorn steht, bei der A7RV zumindest eine 2), und bevor du denkst: Oh Gott, muss ich so viel Geld ausgeben? NEIN. Aber zu dem, was ich für dein Einstieg empfehle, kommen wir gleich noch. Gehen wir erstmal durch.

Von links nach rechts: Cygnustech Blittzdiffuser für Makro (diese Haube), Canon R5 MII mit dem 100-500 RF, Canon R5 mit dem 100 mm RF Makro, Sony A7RV mit dem 50-400 Tamron, daneben das 100 mm GM Makro. Vorn liegt ein auf zwei Slots erweiterter Spider Kameragürtel.
Die Sony A7RV mit dem 50-400 f4.5-6.3 Tamron Objektiv. Ein absoluter Gamechanger, erkläre dir gleich, wieso.
Das Sony 100 mm 2.8 GM Makro, das vor Kurzem neu herauskam. Es hat mein Sony 90 mm 2.8 Makro abgelöst, das schon 10 Jahre oder so auf dem Buckel hatte.
Hier hängt das Canon RF100-500mm f4.5-7.1 L IS USM an meiner Canon R5 Mark II. Die R5 Mark II ist (logischerweise) der Nachfolger der R5, die 2020 auf den Markt kam und die ich mir dann im Dezember 2021 zugelegt habe.
Hier hängt das Canon RF100mm F2.8 L MACRO IS USM am Body meiner R5.
Ich bin jemand, der erstens viel gebraucht kauft und zweitens nicht immer auf den neusten Kram setzt. Das obige RF-Makro habe ich erst seit Kurzem, bis dahin war ich laaaange mit diesem Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM unterwegs, und ja, ich benutze es immer noch, vor allem besonders gern für Flechten. Neu ist nicht immer besser, und man muss nicht immer ne Shitload of Money ausgeben. Was ich bei alten Objektiven besonders mag: Sie haben oft mehr Charakter, und je nachdem, was ich fotografieren will, ist mir das wichtiger als die neusten tollen Funktionen und 10000 % Schärfe. An dem Objektiv hängt hinten ein Adapter, damit dieses EF-Objektiv (das war das Bajonett (also der Anschluss) der Canon-Spiegelreflex-Kameras) an meine spiegellosen R-Kameras mit RF-Bajonett passt. Ich habe zwei Adapter, einmal den hier ohne Kontrollring, dann aber noch einen mit Kontrollring, damit ich die Blende darüber einstellen kann.
Wenn ich in Sachen Wildlife unterwegs bin, versuche ich oft, nicht so auffällig zu sein. Es gibt viele Tiere (darunter auch viele Vögel), die eine hohe Fluchtdistanz haben, also schnell abhauen, obwohl man noch nicht so nah ist. Ich tarne dann mich und die Kamera, damit ich etwas näher ran kann.

Bei meinem Setup mischt sich Neu mit Alt. Eine meiner meistgenutzten Linsen außerhalb der Bereiche Makro und Vögel ist meine EF 50mm 1.2 L USM, also auch eine mit dem alten Anschluss für die Spiegelreflexkameras. Das Teil hat fast 20 Jahre auf dem Buckel, aber ich würde es niemals gegen die moderne Version mit RF-Anschluss austauschen, denn dagegen sprechen zwei Gründe: 2700 Euro Neupreis (gebraucht zumindest schon etwas günstiger, aber dennoch weit außerhalb meines Budgets dafür), aber vor allem: Die EF-Variante hat mehr Charakter. Die macht wunderschöne Flares, rendert total weich, die neue Version ist mir einfach zu scharf. Sowas würde bei ihr eben ganz anders aussehen:

Wenn jemand zu dir kommt und dich davon überzeugen will, ein teures neues Objektiv zu kaufen mit dem Argument “das ist aber so viel schärfer”, solltest du kurz innehalten und überlegen, ob du das eigentlich brauchst und willst, also so viel Schärfe. Denn neu und scharf bedeutet nicht automatisch besser und muss man deshalb haben.

Was man auch sagen muss: Meine Kameras und Objektive sind in dieser Preisklasse zum großen Teil sozusagen ein Profi-Setup, weil ich mit Fotos Geld verdiene. Sie landen in Büchern, hier oder ich mach auch mal Portrait-Shootings, beispielsweise für Autor:innenfotos. Ich werde also dafür bezahlt, sie finanzieren sich gewissermaßen selbst.

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Für Wildlife brauche ich nen schnellen Autofokus und ne okaye Blende, brauche aber auch ein kompaktes Maß, weil ich zu große Objektive nicht gut halten oder tragen kann (hab vor allem seit Covid ein Zitterhändchen), außerdem brauche ich guten Wetterschutz, da ich auch mal im Regen oder im Sandsturm unterwegs bin … und mit diesen Ansprüchen geht das dann doch ins Geld. Trotz allem bin ich bei vielem Kompromisse eingegangen, beziehungsweise habe mich von einigen “““““Profi-Varianten””””” getrennt und sie durch kostengünstigere ersetzt, denn: Du bist kein Profi, wenn du “Profi-Equipment” hast und damit herumrennst. Du bist Profi, wenn du mit deinen Fotos Geld verdienst, komplett egal, mit welcher Kamera und mit welchen Objektiven du das machst. Und das beinhaltet auch das Handy. Handyfotos sind scheiße und keine richtigen Fotos? Alles klar, dann guck mal hier:

Ein schönes Foto erkennst du nicht daran, dass es mit teurem Equipment gemacht wurde. Ein schönes Foto erkennst du daran, dass es halt gut aussieht, egal, womit du es gemacht hast. Und ein Foto muss nicht immer perfekt scharf oder sonstwas sein, um schön, spannend oder inspirierend zu sein. Viele Handykameras haben heutzutage eine Art “Makromodus”, damit kannst du auch bei Insekten schon viel erreichen. Gute Fotos erreicht man vor allem durch gute Komposition. Wenn du das nicht übst, kann dich auch kein 10000 Euro Setup retten.

Wenn du dir anschaust, mit was für Kameras und Objektiven die großen Fotograf:innen der letzten Jahrzehnte ihre ikonischen Bilder gemacht haben, checkst du das schnell. Würde man die Specs vergleichen, also die ganzen Eigenschaften auf Papier, stinken die Profi-Kameras von 2007 komplett ab gegen die günstigen Einsteiger-Kameras aus den letzten 5 Jahren. Und dennoch haben die Leute damit Bilder gemacht, bei denen man sich gar nicht fragt, mit welcher Kamera die gemacht worden sind, weil die einfach super aussehen. Bedeutet: Wenn jemand nicht so gute Fotos macht, wird es in den seltensten Fällen helfen, sich einfach eine teurere und neuere Kamera zu holen.

Meine Empfehlungen

Damit kommen wir so langsam zu dem, was ich dir empfehle. Wichtig: ich werde hier hauptsächlich Gebrauchtpreise angeben, da ich absolut fest daran glaube, so viel wie möglich gebrauchtes Equipment zu kaufen. Es spart dir massiv Geld und der Umwelt auch ne Menge Belastung. Die Neupreise kannst du ja ggf. selbst recherchieren.

Die Preise sind auch Stand Januar 2026, die werden in nem halben Jahr natürlich anders aussehen.

Ich kann dir mal eins meiner “Downgrades” zeigen. Ich hatte jahrelang das Sony FE 100-400mm F4.5-5.6 GM Objektiv. Ein absolutes Biest, unglaubliche Bildqualität, Einführungspreis lag glaube ich bei rund 2900 Euro. Damit habe ich Bilder wie diese hier geschossen:

Ich kann über die Qualität nicht klagen, und dennoch habe ich es verkauft. Wieso? Nun, ich habe damals nicht so viel Wildlife sondern mehr Makro gemacht (ja, das hat sich jetzt geändert), und ich hatte da kurz nur diese eine Arbeitskamera, denn: Ich hatte meine R5 verkauft, da ich dachte, ich brauch sie nicht (Fehleinschätzung), da ich ja sicher auch mit nur einer Kamera klarkommen würde (lol, nein). Letztlich habe ich nach nem Jahr eingeknickt und hab sie mir wieder gebraucht geholt. Ich hatte also eine Weile nur eine, und was mich dabei so richtig richtig RICHTIG abgenervt hat war es, dauernd das verdammte Objektiv zu wechseln. Denn das musste ich, da ich eben viele Nahaufnahmen und Makrofotos mache, aber auch gern mal die Umgebung festhalte. Das heißt, wenn ich durch den Wald gelaufen bin: Alle 3 Meter (keine Übertreibung) Objektivwechsel, es hat mich in den Wahnsinn getrieben. Und dann habe ich durch Zufall dieses Objektiv entdeckt: Das Tamron 50-400 mm F4.5-6.3. Aktuell erhält man es für rund 700 Euro auf dem Gebrauchtmarkt, gibt es für Sony und Nikon, und es ist die verdammte eierlegende Wollmilchsau. Diese Fotos habe ich auf einem Spaziergang mit diesem Objektiv gemacht, ich hatte kein anderes dabei:

Der Baumläufer war unfassbar weit weg und es war echt düster da, wo er saß (hab das Bild hinterher aufgehellt), Gott sei Dank hatte ich das Objektiv dabei, um ihn immerhin dokumentieren zu können.

Auf einem Spaziergang mit einem Objektiv kann ich also alles machen: Die Landschaft, kleine Strukturen wie Flechten in Nahaufnahme, und eben Vögel. Das ist nämlich das Besondere an Tamron-Objektiven: Die haben meistens eine ganz ganz kleine Naheinstellgrenze, sodass man viele von ihnen für Nahaufnahmen verwenden kann.

Hätte ich mit dem Makro und dem Sony 100-400 noch bessere Bilder machen können? Vielleicht. Allerdings hätte ich halt beides nicht dabei gehabt, dementsprechend hätte ich keins dieser Bilder mit nach Hause gebracht. Deshalb ist es wirklich am wichtigsten zu verstehen: Die besten Objektive und die bestes Kameras sind einfach immer die, die du dabei hast. Darum habe ich das 100-400 verkauft, und gerade vor einer Woche auch mein Sony 200-600 G. Ich hab es einfach nie benutzt, weil es mir zu schwer zum Herumschleppen und zu unhandlich mit meinen kleinen Händen war. Ich hab immer so viel gezittert, und da ich Stative mit der Glut von Tausend Sonnen hasse, war das einfach nicht mein Objektiv. Das hat dann einen Teil des Preises für mein Canon 100-500 RF finanziert.

Ich kann dir also dieses Tamron-Objektiv absolut empfehlen, wenn du einsteigen und erstmal ausprobieren willst, was dir überhaupt Spaß macht. Das Objektiv kannst du beispielsweise sehr gut mit einer Sony Alpha 6700 verbinden. Die kostet aktuell auf dem Gebrauchtmarkt rund 1200 Euro. Wichtig zu wissen ist, dass es eine APS-C Kamera ist, also kein Vollformat. Vollformatsensoren haben oft einen lichtstärkeren Sensor und APS-C ein Cropformat. Falls dir das alles nichts sagt, solltest du dazu ein paar Youtube-Videos schauen, das würde hier jetzt den Rahmen sprengen. Aber: Der Crop-Faktor ist im Bezug auf Vögel etc. ein Vorteil, denn damit bist du “näher dran”, und das oben erwähnte Tamron 50-400 würde an der A6700 abbilden wie ein 75-600 Objektiv.

Falls dich hier der Umstand, dass es keine Vollformatkamera ist, abschreckt, weil du mal gehört hast, dass “Profis” kein APS-C verwenden: Es ist sehr wichtig, dass du nicht auf diese Leute hörst, denn das ist absoluter Unsinn. Solltest du das bei Tech-Youtubern gehört haben, empfehle ich dir hier, die alle zu de-abonnieren. Viele dieser Kamera- und Technik-Youtuber verdienen ihren Lebensunterhalt ausschließlich mit der Bewertung von Kameras und haben kaum ernstzunehmende Erfahrung damit, Kameras kreativ und künstlerisch einzusetzen. Da geht es nur um Specs, um Zahlen und Daten, die aber nichts darüber aussagen, wie gut man mit einer Kamera Bilder machen kann. Es gibt Ausnahmen, James Popsys schaue ich beispielsweise sehr gerne, oder Amazing Nature Alpha, da es da immer um die Praxis geht. Aber gibt leider sehr viele, bei denen das eher alles Theorie ist. Das wird dir nicht weiterhelfen, erst Recht nicht, wenn du gerade noch am Anfang stehst und dich nicht gut auskennst.

Natürlich kannst du auch überlegen, dir eine neue Vollformat-Kamera zuzulegen. Die haben alle einen super Autofokus, was vor allem bei kleinen schnellen Singvögeln echt hilft. Allerdings hatte ich ganz zu Anfang meiner Sony-Karriere auch die Sony A7 III, das ist eine Vollformat-Kamera, die du aktuell auf dem Gebrauchtmarkt um rund 700-800 Euro erwerben kannst. Und die macht tolle Fotos! Es muss also auch hier nichts das Neuste dein, denn: Nur, weil neuere Kameras rauskommen, wird die Kamera, die man hat, nicht automatisch schlecht. Die ist auch nach Erscheinen des Nachfolgers genau so gut wie vorher auch.

Bei Sony kann ich dir generell diese Produkte für Makro und Vögel hier empfehlen (nein, ich krieg kein Geld dafür, niemand sponsort mich, und ja, das sind alles Produkte, die ich mal hatte/noch habe):

Sony Kamerabodys:

  • A6500 (APS-C), gebraucht um rund 500-700 Euro, ältere Autofokus-Technik, dennoch eine tolle Kamera, die ich sehr empfehle.

  • A6700 (APS-C), gebraucht um rund 1100-1300 Euro, seeeehr fähige Kamera und auch sehr gut für Wildlife, wie ich finde.

  • A7 III (Vollformat), gebraucht um rund 700-800 Euro, ältere Autofokus-Technik, dennoch eine tolle Kamera, mit der du weit kommst. Wichtig jedoch: Anders als die Nachfolger oder die A7000 hat sie keinen dedizierten Vogel-Autofokus, sondern nur allgemein “Tiere”. Dennoch habe ich damit auch tolle Vogelfotos gemacht!

  • A7IV (Vollformat), wurde kürzlich durch die A7V abgelöst, gebraucht um rund 1500 Euro (Tendenz fallend), richtig tolle Kamera, taugt auch sehr gut für Video.

  • A7RIV (Vollformat), Vorgänger meiner A7RV, die auch schon einiges auf dem Buckel hat. Gebraucht um rund 1700 Euro. Hat ein altes Autofokus-System, allerdings hat sie, wie meine auch, 60 Megapixel. Das ist insofern mega, dass du einfach sehr weit reincroppen, also zuschneiden kannst. Das wiederum bedeutet, dass du gar nicht sooo eine unendlich lange Brennweite brauchst, bei den Linsen also auch etwas sparen kannst.

  • A7RV (Vollformat): Das ist natürlich meine Kamera, und die ist sehr fähig. Neues Autofokus-System, rund 60 Megapixel, Bildschirm, den man in alle möglichen Richtungen klappen kann. Alles, was ich mir für Makro wünschen kann. Sie hat auch einen speziellen Insekten-Autofokus, der ist ein bisschen Hit and Miss, finde ich, kommt sehr auf das Insekt an (also wie abenteuerlich es gebaut ist und ob er es dann erkennt). Schmetterlinge und Bienen klappen gut, bei stark gepunkteten Wanzen und Käfern rafft der nicht wirklich konsequent, wo das Auge ist. Deshalb habe ich den meistens aus und fokussiere selber per mobilem Fokuspunkt. Kostenpunkt: Gebraucht aktuell irgendwo stark schwankend zwischen 2500 und 2800 Euro.

Objektive für Sony:

  • Das Tamron 70-300mm f4,5-6,3 ist mit den 70 mm etwas näher an allem dran, eignet sich also nur bedingt für Landschaft, allerdings kriegst du das schon gebraucht ab 370 Euro. Das ist eine gute Brennweite, um in die Vogelfotografie einzusteigen, und es macht gute Bilder.

  • Das Tamron 28-200mm F/2.8-5.6 Di III RXD hat den Vorteil, dass es mit der 2.8er Blende startet und dass du mit 28 mm auch echt gut Landschaft abdecken kannst. Mit den 200 mm hast du vor allem an einer APS-C-Kamera schon eine gute Reichweite, was Vögel angeht, denn da ist das eher 350 mm. Gebraucht kriegst du das ab rund 550 Euro.

  • Das weiter oben erwähnte Tamron 50-400 gibt es gebraucht ab rund 700 Euro. Ich liebe es so sehr! Es gibt es auch für das aktuelle Nikon-Bajonett. Du kannst dir das und vielleicht noch ein 24 mm holen, um zusätzlich ein bisschen mehr Landschaft machen zu können, dann bist du eigentlich gut ausgestattet und brauchst erstmal nichts anderes.

  • Günstige Makro-Variante mit gutem Autofokus: Sony 90 mm 2.8 G, gebraucht aktuell 400-500 Euro, weil es von dem neuen Makro abgelöst wurde. Guter Autofokus, sehr tolle Abbildungsleistung (über die Hälfte der Makrofotos von Im Schatten von Giganten (Opens in a new window) habe ich damit gemacht). War mein wichtigstes Objektiv. Es hat eine Abbildungsleistung von 1:1

  • Der Makro-Nachfolger hier ist das 100 mm f2.8 G Master, das neu rauskam. Es hat einen Maßstab von 1,4:1 und ist mit den Telekonverter-Ringen kompatibel, sodass du den Abbildungsmaßstab massiv erhöhen und in den Ultramakrobereich vordringen kannst. Kostet aber auch neu heftige 1599 Euro, es tauchen aber schon die ersten gebrauchten Modelle auf, die um die 100-200 Euro weniger auf den Geldbeutel schlagen.

  • Das Sony FE 200–600 mm F5,6–6,3 G OSS. Für mich war es auf Dauer doch zu schwer und unhandlich für meine stundenlangen Wanderungen, sodass ich es viel zu selten mitgenommen und dann eben lauter Shots nicht bekommen habe. Finde es dennoch super, der Autofokus läuft schnell damit und es rendert sehr hübsch. Kriegst du auf dem Gebrauchtmarkt schon ab 1100 Euro.

  • Das auch schon erwähnte Sony 100-400 GM. Aktuell findest du es auf dem Gebrauchtmarkt für rund 1500-1800 Euro. Superschneller Autofokus, kompaktes Maß, deshalb leicht zu halten, guter Blendenbereich von 4.5-5.6, um auch im etwas dunkleren Wald gut zurechtzukommen. Wenn du das Geld hast, empfehle ich dir das auf jeden Fall.

Wenn du also sanft einsteigen, aber dennoch ne gute Autofokus-Performance haben willst, kannst du dir die Sony A6700 und das Tamron 50-400 Euro holen und hättest dann mehrere Bereiche mit rund 1700-1800 Euro abgedeckt. Das ist immer noch ganz schön viel Geld. Startest du lieber günstiger und hast nicht den Anspruch, alles mit einem Objektiv abzudecken, kommst du auch schon mit einer Sony A7 III und dem Tamron 28-200 weit und bist mit zusammengerechnet 1000-1100 Euro dabei, je nachdem, wo du fündig wirst. Billig ist das auch nicht, aber machbarer.

Wichtig: Hier geht es wie gesagt um Tele- und Makro, beides Bereiche, in denen es oft schnell teurer wird. Für “normale” Fotos von Urlaubserinnerungen bist du schon deutlich, also deutlich, günstiger dabei. Da kommst du mit einem Gesamtbudget von 500 Euro schon viel weiter.

Ebenfalls wichtig ist zu beachten, dass das hier meine Erfahrungswerte sind. Es sind definitiv nicht die einzig empfehlenswerten Kombis, vielleicht haben andere ja noch einen tollen günstigen Tipp zum Einstieg, die könnt ihr gern in die Kommentare posten. Mit Nikon und Wildlife habe ich beispielsweise keine Erfahrung, kann hier deshalb nichts empfehlen. Ich weiß aber, dass Nikon ganz toll in dem Bereich ist, solltest du dich also für Nikon interessieren, erkundige dich da unbedingt genauer! Ich empfehle nur eben keine Sachen, die ich nicht selber schonmal ausprobiert habe, und da ich keine Tech-Youtuberin bin und jedes Jahr 10 Kameras und 20 Objektive bei mir durchreisen, ist das eben nur eine begrenzte Auswahl.

Die Sache mit Canon

Nun zum Thema Canon, das ist so eine Sache. Seufz. Ich bin ja eigentlich seit rund 20 Jahren Canon-Girl, aber als die den RF-Mount eingeführt haben und dann Drittherstellern den Anschluss nicht freigegeben haben, ist mir die Hutschnur gerissen. Das bedeutet, dass man aktuell im Canon-Vollformat-RF-System nur Canon-Objektive nutzen kann, und eben keine nativen von anderen Herstellern, die eben oft günstiger sind und eben auch mal so seltsame Objektive wie mein heißgeliebtes Tamron 50-400 anbieten. Ja, man kann alte EF-Objektive anderer Hersteller adaptieren, allerdings gehen die auf die Kosten von Autofokus-Geschwindigkeit, und wenn ich halt gerade eine Haubenmeise verfolge, brauch ich da eben die beste Performance, weil die Viecher schnell sind. Sehr schnell.

Dementsprechend war ich wütend, hab meine R5 und alle Objektive verkauft und bin komplett zu Sony gewechselt und war dann tatsächlich auch seit Ende 2022, als ich die A7RV vorbestellt habe, weg von Canon. Und wer kam Ende letzten Jahres nach 3 Jahren leise und erbärmlich zu Canon zurückgekrochen?

Japp, ich. Ich kam winselnd angekrochen.

Das liegt daran, dass ich einfach die Canon-Farben und den Mikrokontrast da viel lieber mag als bei Sony. Viele bevorzugen Sony, weil es gesättigter und lebendiger ist, aber gerade bei Flechtenfotos hasse ich das. Es hat mich drei Jahre unglücklich gemacht, hab ZICH Objektive ausprobiert, an jedem Foto in Lightroom herumgedoktort, aber so richtig exakt lässt sich das nicht abbilden. Außerdem will ich nicht für jedes Foto massiv an Lightroom-Reglern schieben müssen. Bei Canon sind die Farben einfach direkt so, wie ich sie haben will, muss nur ggf. Helligkeit oder Kontrast noch optimieren, bisschen nachschärfen und das war es. Da muss ich an keinem Farbregler ziehen, die Bilder sehen dann eben so aus, wie ich es haben will:

Das ist total Geschmachssache, ich mag halt diesen neutralen, etwas erdigen (???) Farblook, meine Augen seufzen da einfach wohlig und das ist es, wie ich meine Fotos haben will. Deshalb habe ich mir jetzt wieder gebraucht die R5 und die R5 Mark II gekauft, weil ich sowieso immer zwei Bodies an mir habe. Ich trag die mit meinem Spidergürtel, sodass ich die Hände frei habe und keine schweren Objektive dauernd gegen meine Hüfte am Kameragurt hauen oder mir die Brüste halb abschneiden, denn das ist halt auch so ein Ding, wenn man Brüste hat: Die sind da echt im Weg. Außerdem muss ich so kein Objektiv wechseln, und gerade bei Wildlife-Fotografie muss man halt mal schnell hin und her wechseln, immer und immer wieder. Trage deshalb immer rechts meine Kamera mit Tele, rechts eine mit ner Makrolinse. Mit einem Kameragürtel sehe ich zwar aus wie ein Vater aus einer 90er Sitcom, ich finde aber, ich kann es tragen:

(In Wahrheit ist mir scheißegal, wie ich beim Fotografieren aussehe, muss halt praktisch sein und ich darf weder frieren noch nass werden, hehe. Und wollte eigentlich auch nur mal meinen Mann zeigen, wie cute ist er bitte?)

Jetzt ist es aber auch so: Das Canon RF-System ist sowas von teuer, das macht mich halt auch sauer. Deshalb: Wenn du Geld wie Heu hast und auch für deine Hobbys tausende Euros ausgeben kannst, kannst du mir das gern nachkaufen. Die Objektive und Kameras sind absolut top. Ich nutze hier auch nur Objektive aus der L-Serie, also die mit dem roten Ring, und die Qualität ist unmatched, wirklich. Wenn du aber einsteigen willst und kein Budget hast, das andere für Arbeitsgeräte (denn das sind die Kameras bei mir) ausgeben, würde ich dir empfehlen, einen Bogen um das RF-System zu machen. Wäre das einfach nur Hobby, hätte ich das alles nicht, da würde ich einfach mit meiner Fujifilm X100 VI als einzige Kamera herumrennen und würde mich nicht mit meinem Kram abschleppen müssen. Solltest du aber nicht professionell arbeiten oder unendlich viel Geld für Hobbys haben, empfehle ich dir was anderes: Canon EF, also die “alten” Spiegelreflex-Kameras.

Früher (2016) war meine Traumkamera die Canon 5D Mark IV. Damals finanziell absolut unerreichbar. Die kam damals für rund 4000 Euro auf den Markt, heute wären das wohl eher 5100 Euro, und dann kommen ja noch die Objektive dazu. Heutzutage kriegst du dieses absolute Biest von Kamera (man muss sagen, dass digitale Spiegelreflexkameras schwerer und größer als die modernen spiegellosen Systemkameras sind) für 600-700 Euro, gebrauchte EF-Objektive gibt es ebenfalls schon günstig. Eine DSLR-Kamera wie meine alte Canon 6D, mit der ich richtig viel fotografiert habe, kriegst du heute für 170-250 Euro (!), Neupreis damals 1.999 Euro. Wichtig ist dabei nur zu wissen, dass die keinen “EVF” haben, also keinen Electronic Viewfinder. Das heißt, durch den Sucher siehst du nicht schon das fertige Bild, wie heute bei den Spiegellosen, sondern einfach die Realität. Umso wichtiger, sich mit der Belichtung von Bildern vertraut zu machen (Blende, Verschlusszeit, ISO).

Solltest du drauf eingeschossen haben, dich trotz allem ins Canon-RF-System wagen zu wollen, gibt es auch hier günstige Alternativen. Die R7 ist eine APS-C-Kamera mit sehr gutem Ruf, selber habe ich keine Erfahrungswerte. Die kriegst du gebraucht schon für rund 1000 Euro. Die günstige Vollformat-Kamera R8 kriegst du auch schon hier und da gebraucht für nen Tausender. Willst du lieber ein etwas “hochpreisigeres” Vollformatsystem, würde ich dir eben die R5 empfehlen (gebraucht wie gesagt schon unter 2000), oder aber die R6 Mark II. Die hat ein neueres Autofokus-System und die macht unfassbar tolle Bilder, hat auch Precapture, was bei Wildlife sehr hilfreich ist. Lorenz hat die sich gerade in einem echt guten Sale-Angebot geholt, die Kamera ist ein Traum. Das Gute ist, dass gerade der Nachfolger rauskam, deshalb sinken hier gerade die Preise. Die Canon R6 Mark II kriegst du gebraucht schon für 1500 Euro, ihre Vorgängerin, die R6, für rund 1000 Euro.

Die Canon R50 mit dem 35 mm Makro 1.8 ist richtig handlich.

Es gibt aber auch die kleine Canon R50 (APS-C), die wohnt erst seit 2 Wochen bei mir. Man macht Abstriche, klar, sie hat aber auch sehr viele Vorteile – sie ist unglaublich klein und leicht, hat das RF-Bajonett, und sie ist vergleichweise günstig. Du kriegst diese APSC-Kamera neu aktuell an vielen Orten als Set: Canon EOS R50 schwarz + RF-S 18-45mm f4,5-6,3 IS STM für 699 Euro. Kit-Objektive sind ja so ne Sache, aber ich benutz die, wenn die kompakt sind, gern mal. Mit dem von Fujifilm habe ich einige meiner besten Fotos gemacht, die haben schon ihre Daseinsberechtigung. Gebraucht kannst du die Kamera allein schon um 550 Euro schießen.

Wenn du auf Leute triffst, die sagen “haha, mit einem Kit-Objektiv kann man keine guten Fotos machen”: Geh weg von denen. Mit Kamera-Snobs willst du nichts zu tun haben. Es zeigt eher, dass sie so schlechte Fotograf:innen sind, dass sie selber nur mit absolut teurem Equipment annehmbare Fotos machen können (du kannst bei einem großen Teil auch dann davon ausgehen, dass die Bilder langweilig sind und viel zu viele davon Sonnensterne haben). Wenn du übst, kannst du mit allem fotografieren. Ich adaptiere beispielsweise gern alte M42-Objektive (viele aus der DDR) an meine Kameras, die du für 10-15 Euro auf Flohmärkten oder bei eBay findest:

An der kleinen R50 hängt hier das Pentacon 50 mm 1.8 an einem Adapter. Kostenpunkt für die Linse: 15 Euro, Adapter 17 Euro.

Die R50 hab ich mir vor allem geholt, weil ich kleine RF-Objektive damit nutzen will. Canon hat nämlich eine Reihe sehr kleiner “Makro”-Objektive – das RF 85 mm ist da zu nennen, aber eben auch das 35 mm 1.8, das ich oben mit der Kamera in der Hand halte. Dieses Setup passt in meine Jacken- oder Bauchtasche, ich kann damit Street und Landschaft machen (beachte, dass 35 mm an einer APS-C Kamera eher 50 mm sind), mit der kleinen Blende auch gut in dunklen Umgebungen zurechtkommen, aber viel besser: Wenn ich tolle Flechten oder ein Insekt sehe, kann ich richtig nah ran. Deshalb habe ich mir das RF 35mm F1.8 MACRO IS STM gebraucht gekauft.

Preislich wärst du bei diesem kleinen fähigen Makro-/Immerdrauf-Setup für Kamera und Objektiv bei unter 1000 Euro, wenn du die R50 und das Objektiv gebraucht kaufst. Solltest du dann noch etwas Budget haben, kannst du dir für Vogelambitionen beispielsweise das Canon RF 100-400mm f/5,6-8 IS USM holen (ca. 650 Euro neu, gebraucht 550-580 Euro). Das ist eine Linse, die Klasse für den Einstieg ist, außerdem ist sie schön kompakt, sodass du sie gut in einer kleineren Kameratasche herumtragen kannst, ohne, dass dir die Schulter abfällt. Zudem sieht die nicht so absurd an der R50 aus wie mein 100-500er.

Wichtig: Nicht mit der R50 V verwechseln, die hat nämlich keinen Sucher. Würde ich bei Makro und Wildlife nicht empfehlen. Klar mache ich auch mal Fotos mit dem Display, aber meistens sollte man da schon den Sucher nutzen, da man dann erst sieht, ob der Fokus wirklich sitzt.

Fujifilm

Tja, und nun Fujifilm. Die bieten keine Vollformatkameras an, sondern nur APS-C und Mittelformat. Ich hab mich letztes Jahr einmal durchs ganze System (sowohl APS-C, als auch Mittelformat) probiert, wollte von Vollformat weg und darauf umsteigen. Es gibt Filmsimulationen, die tolle Looks machen, sodass ich tatsächlich viel direkt als JPG geschossen habe, diese hier zum Beispiel:

Die Kameras sind klein und leicht, und das gilt auch für die Objektive. Der Autofokus ist okayish, das war letztlich auch der Grund, wieso ich Fujifilm für Wildlife/Makro wieder verlassen hatte. Bei Menschen, Hunden und so weiter sitzt der super, aber bei sich schnell bewegenden Insekten, Vögeln und Co. kämpft er massiv. Ich brauche nicht den besten Autofokus der Welt, aber er soll bitte aufhören, die Kloake des Vogels zu fokussieren und stattdessen bitte den VERDAMMTEN KOPF anvisieren oder mir die Entscheidung überlassen, danke schön … ja, hier wurde ich leider nicht glücklich, OBWOHL ich lieber diese Kameras nutzen würde, weil die so so so viel leichter sind! Aber ich hab dann eben immer manuell fokussiert und mich dann irgendwann gefragt, wieso ich eigentlich so teure Autofokus-Objektive habe, wenn ich es dann doch lieber “selber mache”. Ich benutze Fujifilms immer noch gern “nur so”, oder eben mit manuellen Objektiven, doch habe ich das meiste aus dem Setup verkauft und renne eigentlich nur noch mit der X100 VI herum.

Folgende Kameras kann ich hier empfehlen (wie gesagt, geht mir hier um Makro und Wildlife, also lege ich den Fokus darauf):

  • Fujifilm X-T5. Die eignet sich super als Hauptkamera. Sie ist wetterfest, hat ein cooles Display und liegt fantastisch kompakt in der Hand. Gebraucht kriegst du sie aktuell ab 1200 Euro.

  • Fujifilm X-E5. Die kam neu raus, ist wie so eine X-T5 (allerdings ohne Wetterschutz) im Körper einer X100 VI. Gebraucht kriegst du die für rund 1200-1300 Euro.

  • Wenn du nicht planst, sich schnell bewegende Tiere zu fotografieren, solltest du dir die alten Fujis anschauen. Eine X-E2 (gebraucht rund 250 Euro), X-E3 (gebraucht rund 400 Euro), X-T4 (700-800 Euro gebraucht) kriegst du schon recht günstig. Allerdings schwanken die Preise bei Fuji massiv, weil die immer wieder gehyped werden, das heißt, wenn der Artikel raus ist, können die Kameras schon wieder teurer oder deutlich günstiger sein.

Bei Objektiven für Wildlife gibt es hier eine tolle Auswahl, die ich getestet habe, die ist aber nicht sehr groß:

  • Fujifilm XF 70-300 mm F4-5.6 R LM OIS WR. Juuuuunge, ist das ein Objektiv!!! Es ist absolut KLEIN, durch den APS-C Crop erreichst du damit eher 400. Ein Traum, wirklich. Es fiel mir unendlich schwer, das zu verkaufen, aber ich hab das Geld meiner Fujifilm-Ausrüstung gebraucht, um wieder zu Canon zurückkehren zu können. Ich kann dieses Objektiv gar nicht genug empfehlen. Gebraucht kriegst du es ab 620 Euro.

  • Fujifilm XF 150-600 mm F5.6-8 R LM OIS WR. Auch dieses Objektiv ist ein Traum, damit erreicht man natürlich eher 750 mm durch den APS-C-Crop. Es ist zwar lang, aber super leicht, ich hatte absolut keine Probleme, es zu halten. Es ist aber deutlich teurer und haut ab 1500 Euro gebraucht rein und strapaziert das Budget. Wenn du das Geld aber hast: machen.

  • Fujifilm XF 80 mm F2.8 R LM OIS WR Macro: Das hab ich auch sehr geliebt, wirklich. Es macht wunderschöne Fotos, klackert ein bisschen, wenn man es hin und her neigt, da muss man sich erstmal dran gewöhnen. Gebraucht schlägt das aber auch mit 800 Euro ganz schön zu Buche.

Es gibt noch einige andere Makro-Linsen, die ich auch getestet habe, die aber alle kein 1:1 aber deutlich günstiger sind. Nur finde ich es jetzt nicht sinnvoll, das alles aufzulisten, denn: Die obigen Linsen kann ich eben uneingeschränkt empfehlen, die anderen dürften dich vielleicht enttäuschen, wenn du wirklich ein 1:1 Makro willst. Dasselbe gilt für Teleobjektive: Hier lohnt es sich echt, nochmal selber ordentlich zu recherchieren, da ich da echt nur die obigen Teles ausprobiert habe, das Angebot aber gerade über Dritthersteller viel größer ist!

Was ist denn nun das beste Setup?

Puh, bin jetzt ganz schön erschöpft, du wahrscheinlich auch. So viele Infos, oder? Ich hab diesen Artikel auch als Referenz geschrieben, um den Link schicken zu können, wenn jemand fragt: Jasmin, womit machst du deine Fotos und eignet sich das auch für mich als Anfänger:in?

Vielleicht sitzt du jetzt hier und denkst dir: Okay, aber ich bin erschlagen, welches ist denn nun das beste Setup, das du empfiehlst?

Nun. Erst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass du, wenn du dich für ein System entscheidest, dich eher an die Objektive als an den Body bindest. Es heißt ja: Date the body, marry the lens. Irgendwann kommen neue Kamera-Bodys raus, und vielleicht haben die Funktionen, die du dringend brauchst. Man wechselt eher Bodys durch, als dass man Objektive dauernd kauft und verkauft. Deshalb meine erste Empfehlung: Investiere mehr Geld in die Objektive, als in den Body. Dein Budget reicht nicht für die affengeile R5 Mark II UND eine tolle Vogel-Linse? Gut, dann kauf das geile Vogelobjektiv und hängt den Body dran, für den du gerade Geld hast. Und wenn das eben nur die R50 ist, dann ist das eben erstmal so. Und irgendwann hast du vielleicht etwas gespart und hängst dann eine bessere Kamera an dein geiles Vogel-Objektiv, and so on. Dass ich Kamera-Objektive habe, die bei mir schon so lange wohnen, dass die jetzt in der Pubertät wären, zeigt: Es stimmt.

Dann: Kaufe gebraucht, wo es nur geht, und du brauchst nicht immer das neuste (Die R5 kam 2020 raus, jetzt haben wir 2026 und ich habe sie mir wie gesagt gerade nochmal gekauft). Gerade bei den Spiegellosen Systemkameras sind Auslösezahlen nicht mehr so wichtig wie bei den Digitalen Spiegelreflex-Kameras. Zudem fotografiere ich beispielsweise viel mit dem Elektronischen Auslöser, das heißt, dass ich Kameras habe, bei denen der mechanische Auslöser (das ist der Part, der sich abnutzen könnte) vielleicht 100 oder 200 Mal ausgelöst hat. Auslösezahlen können dir einen Indiz geben, wie viel mit der Kamera gearbeitet wurde und wie sie vielleicht generell in Schuss ist (sind die Knöpfe schon ausgeleiert, ja, nein, vielleicht), aber wirklich feste Aussagekraft hat das nicht.

Wenn du bei Händlern wie Calumet, Foto Mundus oder ähnliches gebraucht kaufst, hast du noch die Gewährleistung und natürlich hauen die dich nicht übers Ohr. Kaufst du bei eBay: Schau, dass der Verkäufer ein älteres Profil als irgendwie 6-12 Monate oder so hat, und dass er einiges an positiven Bewertungen als Verkäufer (!) erhalten hat. Zahle per Paypal, damit du das Geld im Zweifelsfall zurückholen kannst. Versuche nie, den Kauf außerhalb von eBay abzuwickeln, sende keine Daten wie Ausweisfotos oder ähnliches. Wenn du das befolgst, sollte es keine Probleme geben.

Du kannst die Sachen natürlich auch neu kaufen, aber ehrlich: Ich mach das kaum. Wenn, dann vielleicht bei neu angekündigen Bodys (da bestelle ich auch mal vor), Objektive kaufe ich wirklich in 90 Prozent der Fälle auf dem Gebrauchtmarkt. Die haben keinen eingebauten Akku, der sich irgendwann verabschiedet, kein Betriebssystem, das irgendwann nicht mehr aktualisiert wird. Alte Objektive sind toll, und du sparst teilweise wirklich extrem viel Geld.

Und dann: Hör auf keinen Fall auf Tech-Youtuber. Hör auch nicht auf mich. Hör dir viele Meinungen an und achte auf die Sachen, die dir besonders wichtig sind. Robustheit und sehr guter Wetterschutz? Schau bei Canon, Nikon, Sony vorbei. Kompaktheit und Flexibilität? Schau mal bei Fujifilm, Panasonic oder OM-Systems. Ein Reviewer sagt aber, du musst sofort die neue Canon R6 Mark III kaufen, weil die so viele bessere Funktionen hat? Ach ja? Zähle sie auf und erkläre mir, was die machen, ohne zu spicken. Kannst du nicht? Dann sind diese tollen mega geilen neuen Funktionen nicht relevant für dich. Man muss nicht die beste und teuerste Kamera kaufen, um dazuzugehören. Man muss sie nicht kaufen, um endlich eine “richtige Fotografin” oder ein “richtiger Fotograf” zu sein. Wenn jemand mit nem Canon RF 600mm f4 L IS USM für schlappe 15000 Euro (ja, drei Nullen) ne Meise im Flug in der Dämmerung fotografiert, denke ich: Nettes Foto. Wenn jemand mit ner Flohmarkt-Canon AE-1 und nem analogen Teleobjektiv ein 35 mm Kleinbildfilm-Foto von ner Meise im Flug macht, denke ich: Ach du scheiße, ist das krass!

Ausrüstung, bei der man Abstriche machen muss, ist nicht immer ein Nachteil. Sie kann dich motivieren, nach kreativen Lösungen zu suchen. Hätte ich nicht angefangen analog zu fotografieren und nicht direkt gelernt, dauernd um irgendwelche Hindernisse herumarbeiten zu müssen, wäre ich jetzt eine deutlich beschissenere Fotografin. Sieh ein “schwächeres” Setup nicht als Makel an, sondern als Herausforderung und Möglichkeit, eine sehr steile Lernkurve zu erreichen. Und wenn du das beherrschst, bist du so viel besser im Fotografieren als all die Tech-Youtuber mit toll ausgeleuchteten Studios (Schreibtisch, buntes Licht im Hintergrund, Holzregal mit verschwommen zu sehenden Kameras, Pflanzen und Büchern drin) jemals sein werden. Kein Witz.

Also, mein Schlussfazit ist dieses hier:

Das beste Setup ist das, das du dir leisten kannst, ohne Schulden zu machen oder deine Rücklagen aufzubrauchen. Das beste Setup ist das, das gut in deiner Hand liegt und das du angenehm herumtragen kannst. Das beste Setup ist das, was du gern mitnimmst, weil es leicht und kompakt genug in deinen Augen ist. Das beste Setup ist das, das aus einem System kommt, das vielleicht schon Freund:innen oder Familienmitglieder haben, sodass du dir Objektive auch mal ausleihen kannst. Man muss nicht immer alles selber kaufen. Das beste Setup ist das, das dich motiviert, rauszugehen und zu fotografieren, das dir hilft, die Natur aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Das beste Setup ist das, das dich inspiriert, neue Dinge auszuprobieren, das dir ein gutes Gefühl beim Fotografieren gibt.

That’s it. So einfach ist das.

Viel Spaß und immer gut Licht,

Jasmin

Das Foto hat Lorenz von mir mit seiner R6 Mark II und meinem 24-105 f4 L geschossen.

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