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Stierkampf ist Poesie in Bewegung

Octavio Paz

🎨 Jeden Dienstag wird Kunst lebendig. Durch eine sorgfältige Auswahl der Werke lernst du, mit anderen Augen zu sehen. Kunst gehört dem, der sich traut, sie zu fühlen.

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Liebe Kunstfreundin, lieber Kunstfreund,

Stierkämpfe verschwinden zwar langsam, waren aber jahrhundertelang ein fester Bestandteil der spanischen und lateinamerikanischen Kultur und haben viele Künstler inspiriert. Heutzutage ist die Stierkampfkunst auf dem Rückzug, die Begeisterung dafür nimmt ab, während die Kontroverse um Tierquälerei zunimmt.

Zu den bekanntesten Künstlern, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben, gehören Francisco de Goya mit seiner Serie von 36 Stichen über die Stierkampfkunst, Picasso mit Hunderten von Werken zu diesem Thema und heute Miquel Barceló mit einer Vielzahl erschütternder Werke. In ihren Bildern haben sie über Mut, Gewalt oder Tod gesprochen und ihre künstlerische Sprache als Herausforderung genutzt, um diese Ideen auszudrücken.

In diesem Newsletter nehme ich dich mit auf eine Reise zum Thema Stierkampf, um zu entdecken, wie sich Künstler diesem Ritual genähert haben, das Tradition und Spektakel verbindet. Jeder dieser Künstler hat sich vom Thema inspirieren lassen, aber ihre Standpunkte haben zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen geführt. Traust du dich, dich damit auseinanderzusetzen?

Kubistischer Stierkämpfer

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Juan Gris. Der Stierkämpfer, 92 × 60 cm. 1913, Kunstmuseum von Céret. Frankreich.

Juan Gris (1887–1927) aus Madrid war einer der wichtigsten Vertreter des von Picasso und Braque ins Leben gerufenen Kubismus. Im Gegensatz zu Picassos intuitiver Herangehensweise gab Gris dieser Bewegung eine fast mathematische Formsprache. Wie dieser verbrachte Gris den größten Teil seines Lebens in Frankreich.

Das Bild hat er in Céret gemalt und es ist im dortigen Museum ausgestellt. Es zeigt einen Stierkämpfer, dargestellt durch eine Reihe von Volumen und facettierten Flächen. Zu erkennen sind die stilisierte Form der Figur, der typische Hut mit den beiden „Machos” an den Seiten, die Jacke und die Krawatte. Auch die Farbgebung mit den Farben Rot, Blau, Schwarz, Braun und Lila ist sehr ausdrucksstark und beschränkt sich nicht auf die für die meisten kubistischen Gemälde charakteristischen Brauntöne. Zwischen den Buchstaben kann man das Wort „Plaza” lesen.

Mit diesem sehr spanischen Thema bekräftigt Gris seine Identität gegenüber dem französischen Kubismus. Innerhalb dieser Vorstellungswelt malte er auch Gitarren, Fächer und Stiere mit dem gleichen Ziel. So machte er die Figur des Stierkämpfers zu einem kubistischen Helden und nicht nur zu einem Helden der Arena.

Im Folgenden zeige ich dir, warum Zuloaga, Edna Reindel und Fernando Botero Stierkämpfer gemalt haben. Werde jetzt Mitglied, um weiterzulesen.

Topic Geheimnisse der Kunst

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