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Frida Kahlo. Was mir das Wasser gab. 91 × 70,5 cm. 1939, Sammlung Daniel Filipacchi, Paris.

… veränderst du durch das bewusste Betrachten deine Erfahrung von Kunst.

Ein Kunstwerk zu betrachten ist nicht dasselbe, wie es lesen zu können.

Meistens kannst du beim Betrachten eines Kunstwerks viele Informationen dazu erkennen: den Künstler, die Epoche, das Thema oder die dargestellte Szene. Das schafft jedoch ein falsches Gefühl des Verstehens.

Wenn du ein Werk liest, lernst du, genau hinzuschauen. Du verstehst, wie es aufgebaut ist, und die Rolle, die der Künstler dir als Betrachter zugeteilt hat.

In diesem Newsletter lernst du, Kunstwerke zu lesen und sie besser zu betrachten. Du musst keine Daten sammeln, sondern dein visuelles Verständnis trainieren. Du verstehst beispielsweise, warum eine Figur in der Mitte steht und eine andere versetzt oder warum ihr Blick deinen kreuzt. Oder warum eine Geste, die dir irrelevant erscheint, die Bedeutung der Szene verändern kann.

Nach und nach verstehst du die Methode, d. h. die Fragen, die du dir vor einem Werk stellen solltest, und die Fehler, die dir normalerweise unterlaufen. Das wirst du anhand des gesamten Inhalts merken.

Mit deiner Mitgliedschaft bekommst du aber nicht nur Zugang zu allen Inhalten. Du erlangst auch deine eigene Kompetenz: Du kannst dich den Bildern mit mehr Urteilsvermögen und Selbstständigkeit nähern. Du wirst dir bewusster, worum es dabei geht.

Du wirst nicht Mitglied, um mehr Namen und Daten zu erfahren. Jede Begegnung mit einem Kunstwerk wird reichhaltiger, komplexer und natürlich befriedigender sein.

Wenn du mehr als nur Bilder erkennen willst, ist das Erlernen des Betrachtens ein wichtiger Grund, dieses unabhängige Projekt zu unterstützen.

Denke daran, dass du zu Beginn deines Probemonats Zugriff auf alle bisher veröffentlichten Inhalte hast. Du hast genug Zeit, um zu entscheiden, ob du weitermachen möchtest. Ganz ohne Druck und ohne Eile.

Hier ist ein Beispiel zu diesem Bild:

Frida Kahlo (1907–1954) zeigt in diesem Gemälde ihre Füße aus ihrer eigenen Perspektive, während sie in der Badewanne sitzt. Zusammen mit ihrem Spiegelbild werden diese zu seltsamen Formen. Im Wasser schwimmen verschiedene symbolische Szenen und Objekte, durch die die Künstlerin Fragmente ihrer Biografie erzählt.

Zu sehen sind unter anderem ein ausbrechender Vulkan, aus dem ein New Yorker Gebäude ragt, eine Muschel, aus der Wasser fließt, das Porträt ihrer Eltern, ein schwebendes mexikanisches Kleid, die Vegetation ihres Landes, der Tod, der auf einem Hügel wartet, lesbische Liebe, ein kopfloser Mann, der sich ausruht, und eine Frau, die im Chaos ertrinkt.

Sie alle verweisen auf Ideen wie Geburt, Leben und Tod sowie Sexualität, Identität und körperliche Schmerzen. Die Füße im Hintergrund beobachten die Szene, während sie von der Künstlerin beobachtet werden. Der rechte Fuß ist sichtbar deformiert und hat eine gebrochene Zehe. Beide symbolisieren chronisches körperliches Leiden, werden aber gleichzeitig zum Motor ihrer Erinnerungen.

Das Werk ist auf Metall gemalt und hat zwei Ebenen: Auf der einen Seite ist ihr Körper in der Badewanne als greifbare Realität zu sehen, auf der anderen Seite die im Wasser schwebenden Elemente, die auf ihr Unterbewusstsein verweisen. Kahlo hat jedoch immer bestritten, surrealistisch zu sein, da sie sagte, dass sie nicht ihre Träume, sondern ihre eigene Realität male.

Das Bild ist ein Selbstporträt, auf dem das Gesicht der Künstlerin nicht zu sehen ist. Die schwimmenden Elemente erzählen von den Emotionen ihres Lebens, während ihre Füße ihren geschundenen Körper und ihr Leiden zeigen.

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