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Sie schlug Sisera, zerschmetterte seinen Kopf und durchbohrte seine Schläfe

(Richter 5:26b NIV)

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Liebe Kunstfreundin, lieber Kunstfreund,

in der Serie „Gemalte Krimis” kommt man an der biblischen Geschichte von Jael und Sisera nicht vorbei. Sie hat sich im Laufe der Jahrhunderte in der Kunst wiedergespiegelt. Darin tötet eine Frau namens Jael den feindlichen Feldherrn Sisera, was die Geschichte Israels maßgeblich beeinflusste.

Man erzählt, dass die Kanaaniter Israel unterdrückt haben und ihr König Jabin eine mächtige Streitmacht besessen hat, deren Anführer Sisera war. Der israelitische General Barak versammelte unter der Führung der bei den Hebräern am meisten geschätzten biblischen Frau, der Prophetin Debora, eine Armee, um sich Sisera entgegenzustellen. Sie gewannen die Schlacht, doch Sisera floh und suchte Zuflucht im Zelt von Jael und ihrem Mann Héber, die nomadische Freunde der Kanaaniter waren.

Sisera wähnte sich in Sicherheit, denn Jael war sehr freundlich zu ihm und bot ihm Milch und einen Platz zum Ausruhen an. Doch als er einschlief, nahm sie einen Zelthering und einen Hammer und trieb ihn durch seine Schläfe.

Je nach Moralvorstellung wird Jael unterschiedlich dargestellt, was nicht nur das Verbrechen, sondern auch die Beweggründe der Frau zeigt. Manchmal wird sie als ruhiges Symbol für weibliche Stärke dargestellt. Ein anderes Mal wird deutlicher, dass sie nur ein Mittel des göttlichen Willens ist. Für die Gewinner ist Sisera hingegen ein gewalttätiges und arrogantes Wesen, das seinem Schicksal nicht entkommen kann.

Heute zeige ich dir einige Werke aus dem Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert, um zu sehen, wie diese makabren Geschichten die Jahrhunderte und verschiedene Kulturen überdauert haben.

Geschichte in Szenen

Jael und Sisera. Morgan Bibel. Paris, Frankreich. 1244-1254. New York, The Pierpont Morgan Library.

Die im 13. Jahrhundert in Paris geschaffene Morgan-Bibel zählt zu den faszinierendsten Illustrationen der mittelalterlichen Geschichte. Mit stilisierten Figuren, leuchtenden und goldenen Farben sowie einem pädagogischen Zweck wird in drei Szenen die gesamte Geschichte ohne Worte erzählt.

Auf der linken Seite zeigt die erste Szene, wie Jael Sisera als Zeichen ihrer Gastfreundschaft Milch in ihrem besten Becher anbietet. Sisera willigt ein, sich in ihrem Zelt auszuruhen, und schläft ein. In der zweiten Szene, die sich in der Mitte befindet, hebt Jael den Hammer, hält den Pfahl an Siseras Schläfe und ist im Begriff, ihn im Schlaf zu töten.

Beachte, dass die Werkzeuge, die sie für das Verbrechen benutzt, alltäglich sind. Da sie ein Nomadenvolk ist, ist sie es gewohnt, Zelte mit Pfählen zu befestigen. Dies ist von Bedeutung, denn Gott offenbart sich durch eine kleine, vertraute Geste, um das Schicksal seines Volkes zu verändern.

In der dritten Szene zeigt Jael Barak und seinen Soldaten, dass der Feind tot ist, und präsentiert sich als Heldin – immer noch mit dem Hammer in der Hand. Die Geschichte meint es gut mit der Attentäterin, denn ihr Ende war glorreich.

Jede Frau kann eine Heldin sein

Artemisia Gentileschi. Jael und Sisera. 93×128 cm. 1620. Museum der Schönen Künste. Budapest.

Drei Jahrhunderte später stellte Artemisia Gentileschi (1593–1653) die Geschichte dar und wählte den Moment der größten Gewalt und Spannung, den Augenblick vor dem schweren Hammerschlag, mit dem sie ihn tötet. Trotzdem ist dieses Gemälde weniger gewalttätig als das acht Jahre zuvor entstandene Bild Judith tötet Holofernes (Opens in a new window), auf dem das Blut über die gesamte Szenerie fließt.

Topic Ikonografie - Mythologie

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