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Helau aus Elz

Liebe Kulturinteressierte,

dieses Jahr konnte ich leider nur eine Fastnachtsveranstaltung besuchen und war bei der Frauenfastnacht in Elz. Dabei war Fastnacht nicht immer mein Ding, dazu heute mehr. Viel Spaß beim Lesen!

“Was für ein Sch…”

So war mein Gedanken nach den ersten Sitzungen, die ich hier vor Ort miterlebt hatte. Ich bin mit Fastnacht nicht groß geworden. In meiner Heimat gab es zwar in Kindergarten und Schule den obligatorischen Faschingsball, aber Sitzungen und Umzüge waren mir ein Fremdwort, bis ich hier in den Landkreis Limburg-Weilburg kam. Über meine freie Mitarbeit bei der NNP kam ich zu meinen ersten Sitzungen, irgendwo im Hinterland in den Dorfgemeinschaftshäusern mit Lokalkolorit, denn ich nicht verstanden habe und Abenden, welche für mich persönlich nicht lustig waren. So haderte ich einige Jahre mit dem Thema und konnte mich nicht so recht damit anfreunden.

Und dann hatte ich meine erste Sitzung beim Rauchclub in Limburg, die so völlig anders war und nach der Session ein vierstündiges Kaffeetreffen mit einem ehemaligen Prinzen, dem ich alle meine Fragen stellen durfte. Und mit diesem Erlebnis änderte sich mein Blick auf das Thema. Ja, Fastnacht sind konzentrierte fünf Wochen zum Jahresbeginn und für manche ist es einfach zu viel. Ich bin niemand, der sich groß verkleidet, mein Zeitungsoberteil ist das höchste der Gefühle :-) Ich lache auch heute nicht über jede Nummer. Doch ich sehe die Vereine und Gruppierungen, die dahinter stehen. Die das ganze Jahr sich vor Ort engagieren, sich einbringen, Jugendarbeit leisten, weitere Veranstaltungen organisieren und uns dann einmal im Jahr vergnügliche Stunden bescheren. Daher ja, es ist in seiner Konzentration manchmal zu viel, es drängt sich uns auf in den Zeitungen, in den sozialen Netzwerken und in privatem Miteinander. Doch hat es genauso seine Berechtigung wie alle anderen Vereine und wer nichts damit anfangen kann, kann ja eventuell doch die Arbeit dahinter erkennen und muss sich nicht verächtlich dazu äußern.

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Doch genug mit meinem Blick. Nun nehme ich Euch mit zur Frauenfastnacht in Elz.

Frauenpower im Elzer Bürgerhaus

Ein Highlight in Elz ist die Frauenfastnacht. Ein bunter Abend mit viel Lachen, Tanzen und Musik begeistert seit vielen Jahren. Und der Erlös wird am Ende an verschiedene Projekte in der Region gespendet.

Neben vielen bekannten Gesichtern waren auch einige Neulinge auf der Bühne zu sehen. Der Aufruf im letzten Jahr hat gewirkt. Denn es braucht einige Hände vor und hinter der Bühne, um einen solchen Abend auf die Beine zu stellen.

Schwungvoll ging es los, als die „Karnevalsmäuse“ auf die Bühne kamen und direkt mit ihrem Lied zum Mitmachen animierten. In Anlehnung an “Ina`s Kneipe” eröffnete Bettina Wilhelm “Tinas Kneipe” und holte sich Sandy aus Elz von fast an der Lahn (Sandra Krüger) sowie den Bürgermeister Matthias Schmidt auf die Bühne, unterstützt vom Shanty-Chor „Die Blechköpp“. Sandy sei die Verkörperung all dessen, was in der Frauenfastnacht möglich ist. Von der Klofrau zum Prinz deiner Träume verkörperte sie schon zahlreiche Figuren auf der Bühne. Dann stellte sich der Bürgermeister einem schnellen Frage-Antwort-Spiel, was er für Unterwäsche trage und am liebsten trinke. Ob er seine Frau noch kenne und sie ihn bei all den Terminen, die er habe. „Sie kennt mich auch, folgt sie mir doch auf Facebook und Instagram“, so seine Antwort. Und warum so wenig Frauen in der Politik seien. Dem konnte er nicht zustimmen, denn es gebe schon einige tolle Frauen in der Politik. Und sowieso machen Frauen ganz viele Dinge besser, wie die Fastnacht, denn dies schaffen die Männer nicht mehr in Elz. Wohl eine kleine Anspielung darauf, dass es in diesem Jahr keine Kappensitzung der Rotjacken gab. Auf die Frage, wie es Sandy schafft, immer so frohgelaunt zu sein, fordert diese den ganzen Saal auf, mitzutanzen.

Eine Frau in rosa, ein Mann in Elfenkostüm und eine Frau in Bluse und schwarzer Hose sitzen gemeinsam auf einem Tisch.


Weiter ging es zu den wichtigen Fragen im Leben – was ziehe ich nur an? Nicole Braun und Judith Müller-Grunwald sinnierten darüber, was man zu einem Essen zum Kennenlernen der Schwiegereltern oder einem Arbeitsessen anzieht. Man müht sich in enge Strumpfhosen, bevorzugt die Schiesser Feinripp vor Shapewear, um am Ende dann doch bei der Jogginghose zu bleiben, die jedem Wetter standhält. Sowieso wäre manches im Leben leichter, wenn Frau sich alles bei Amazon und Zalando bestellen könnte. Man könnte sich einen Mann bestellen, der allen Vorstellungen entspricht. Und wenn es dann doch nicht passt, macht Frau eben von ihrem Rückgaberecht Gebrauch. So besangen es die Frauen in ihrem Chor.
Fehlen dürfen bei der Frauenfastnacht auch die Zwillinge Konny Neu-Müller und Ulrike Wingenbach nicht. Als sexy Bademeister Dieta und Volka sehnten sie den Sommer herbei, animierten die Besucherinnen zu einem Wettkampf mit dem Wasserball und ließen ihre ganze Sexyness mit Brusthaartoupet spielen.

armen Mai und Anja Wilhelm machten als Charles und Camilla ihre Aufwartung, besuchten das Elzer Schlösschen mit Krokodil und hoffen, dass die Grillhütte kein zu großes Loch in den Haushalt reißt. Butler Heike Braun kam gar nicht schnell genug hinterher, das Gläschen von Camilla zu füllen, die dem Alkohol sehr angetan war und so musste man sich dann doch recht bald wieder verabschieden.
Mit der Deutschen Bahn erlebt man so einiges – kein Boardrestaurant, weil es nur kaltes Wasser gibt, Gedichtvorträge in der Wartezeit, Englisch by DB oder auch die zahlreichen Gleiswechsel, weil der Zug doch nicht so will, wie man selbst. Ein großes Lob an Irina Brandt, die mehrmals mit ihren Koffern über die Bühne fegte, um ihren Zug zu erreichen und am Ende fiel er dann doch komplett aus.

Siiiischbert (Ilka Arnold) und seine Marie (Michaela Malm) waren seit langem mal wieder im Kino und ließen sich darüber aus, was das Eheleben so mit sich bringt. Früher war ihr Mann Legolas ähnlich, denn sie anhimmelte, doch heute gleiche er eher Gollum. Dies sei ja kein Wunder, Gollums Untergang begann auch, als der den Ring erhielt.

Neben den zahlreichen Sketchen durften auch die Tänze nicht fehlen. Die Beine flogen über die Bühne bei der Gardetanzgruppe des SV Elz. Die Diamond Dancers vom Royal Ballett stritten sich als Tom und Jerry um das letzte Stück Käse und die Illusion Dancers entführten das Publikum nach New York. Letztes Jahr pausiert, waren in diesem Jahr die Montanas wieder auf der Bühne, die mit einem ABBA-Medley die Stimmung im Saal anheizten. Diese Gruppe feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen.

Lustig und kurzweilig führten Anja und Bettina Wilhelm durch das Programm, überbrückten Pausen und gaben kleine Ständchen zum Besten. Für die musikalische Begleitung sorgten die Pink Flamingos (Michael Schenk und Thomas Schmitt). Zum großen Finale kamen alle Akteure nochmal auf die Bühne, um sich gemeinsam für die schöne Zeit mit „Thank your for the music“ beim Publikum zu bedanken.

Ganz viele Akteure auf und hinter der Bühne trugen zum Gelingen bei und auch wenn ich nicht alle namentlich erwähnen kann, gebührt ihnen ein großer Dank. Es war ein wunderbarer Abend, dem es gelang, alle Gedanken und das Weltgeschehen einfach mal vor der Tür zu lassen und abzuschalten. Vielen lieben Dank dafür.

Zum Schluss

Nachdem es im letzten Jahr zur Neuauflage des Elzer Hexenkessels kam, findet er auch in diesem Jahr wieder statt - am Donnerstag, 12.02.2026 ist es soweit. Ich wünsche allen noch eine schöne Fastnachtszeit, wenn ab nächster Woche auch der Straßenkarneval startet.

Euch wünsche ich noch ein schönes Wochenende,
Liebe Grüße
Eure Heike

 Über mich

Ich bin jahrelang als freie Journalistin im Landkreis Limburg-Weilburg unterwegs gewesen und habe ein besonderes Interesse am Ehrenamt und der Kultur. In Teilzeit bin ich beim DRK-Kreisverband Limburg für die Öffentlichkeitsarbeit angestellt. Neben dem Kulturnewsletter schreibe ich noch einen touristischen Blog zu den Sehenswürdigkeiten im Landkreis (Opens in a new window).

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