Es gibt kein konkretes Datum, ab dem ich mich als Künstlerin gesehen habe und ich nehme an, dass viele andere in dieser Branche das nachvollziehen können. Wir tun, was wir lieben, und können nicht sagen, wann wir damit angefangen haben. Aber wir verändern uns im Laufe der Jahre, entwickeln unsere Fähigkeiten weiter, probieren Neues aus und justieren unseren inneren Kompass ständig neu. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, immer wieder dieselben Dinge zu malen, ohne mich auf neue Techniken oder Themen einzulassen. Die Welt um uns herum ist so groß und voller wunderbarer Dinge! Ich möchte sie alle erkunden, noch so viel lernen und immer wieder Neues entdecken. Mein Zugang dazu ist die Kunst in unterschiedlichster Form.

Fotografieren, Schreiben und Malen waren schon immer ein Teil meines Lebens, aber als Franzi und ich Ende 2020 „wildwasserfarben“ gründeten, wurde Letzteres auch zu meinem Beruf: Nun musste nicht nur die Fotografie, sondern auch die Kunst unseren Kühlschrank füllen. Viele wissen, dass das nicht immer einfach ist. Wir illustrierten Postkarten, Poster und im Laufe der Jahre immer mehr Produkte, um sie in unserem Onlineshop oder in lokalen Geschäften zu verkaufen. Unser Unternehmen wuchs, ebenso wie die Arbeitsbelastung, und es gab eine Zeit, in der sich meine Gedanken nur ums Verkaufen drehten. Und so sehr ich es liebe, meine Kunst in den Wohnzimmern anderer Leute zu sehen, hatte ich das Gefühl, dass das nicht genug ist, um nachhaltig glücklich zu sein. Ich brauche mehr, eines breiteres Spektrum. Ich will mehr Sinn in diese Welt bringen und etwas tun, das nicht nur für mich ist. Ich will andere Menschen auf meine Reise mitnehmen und sie inspirieren, meine Gedanken und Erfahrungen teilen. Hierbei liegt mir der Schutz unserer Natur im Allgemeinen und der Meere im Speziellen besonders am Herzen. Ich möchte Landschaften, Pflanzen und Tiere näher kennenlernen, sie illustrieren und fotografieren, euch von ihnen erzählen und mit all dem sichtbar und greifbar machen, wie wir zum Schutz unserer Umwelt beitragen können.

Mit Kunst kann ich Menschen emotional berühren. Einerseits kann ich Geschichten erzählen, die harte Wahrheiten beinhalten, Menschen aufrütteln oder sogar schockieren. Andererseits kann ich Schönheit und Faszination zeigen und zugänglich machen. Wenn ich diese Werkzeuge mit Bildung kombiniere, entsteht echter ARTisvism, oder auf deutsch: Kunst + Aktivismus = Kunstivismus. Wenn wir tief in ein Thema eintauchen, das uns wichtig ist, spüren wir eine Verbindung. Das Lernen über den Ozean hat mir ein völlig neues Verständnis unserer Welt gegeben, in der alles miteinander verbunden ist und ich nur ein Teil davon bin. Wusstet ihr, dass 50–70 % unseres Sauerstoffs von winzigem Phytoplankton im Ozean produziert werden? Mindestens jeder zweite Atemzug, den wir nehmen, kommt aus dem Meer. Wir sind mit Organismen verbunden, die nur wenige Millimeter groß sind! Wie spannend! Sobald wir so etwas lernen, können sich Bedeutungsebenen verschieben und unser Fokus eine neue Schärfe erreichen.
Als Künstlerin kann ich all diese Informationen in Bilder übersetzen, die von vielen Menschen weltweit über Sprachgrenzen hinweg verstanden werden. Ich kann Emotionen wecken, und wenn ich es richtig mache, erzeugen sie Empathie. Und genau dieses Einfühlungsvermögen ist die Grundlage dafür, sich für etwas zu begeistern und zu engagieren. In meinem Fall möchte ich meine eigene Leidenschaft für die Natur und den Ozean in meine Kunst einfließen lassen. Und zwar nicht nur, um sie zu verkaufen und meine Rechnungen zu bezahlen. Sondern auch, um euch alle zu erreichen, euch zu inspirieren und euch mitzunehmen auf meiner Reise zum Schutz des Umwelt, in der wir leben, und jedes noch so kleinen Lebewesens darin.

Ich denke, sobald wir eine gewisse Reichweite entwickeln, insbesondere in den sozialen Medien, wird unsere Stimme lauter. Menschen schenken uns ihr Vertrauen, ihr Geld oder ihre Aufmerksamkeit, und das sollten wir wertschätzen. Wir müssen uns gleichzeitig unserer eigenen Verantwortung bewusst sein, die damit einhergeht. Ein Vorbild zu sein, kann manchmal eine Belastung sein, bietet uns aber auch großartige Möglichkeiten, für Menschen, Tiere, Pflanzen oder andere Dinge zu sprechen, die keine laute Stimme haben. Ich bin sicher, auch viele von euch haben einen starken moralischen Kompass, und ich möchte jede*n ermutigen, auf diese innere Stimme zu hören: Was ist dir wichtig? Wo siehst du Ungerechtigkeit oder Fehlinformationen? Gibt es ein Thema, über das du mehr erfahren möchtest oder über das du dich bereits auskennst? Großartig! Vielleicht hast du auch Lust, all das kreativ umzusetzen, lass deine Pinsel und Stifte es zum Ausdruck bringen und diese Welt zu einem besseren Ort machen. Kunst hatte schon immer diese Kraft und wird sie auch weiterhin haben. Lass andere daran teilhaben und lass kleine und unbeachtete Dinge sichtbar werden. Vielleicht liegt deine Stärke aber auch in anderen Bereichen und Naturschutzinitiativen in deiner Region würden sich freuen, wenn du dich aktiv vor Ort beteiligst. Was wirklich alle machen können: dreht die Lautstärke für diejenigen hoch, deren Stimmen gehört werden sollen. Unterstützt sie in den Sozialen Medien, teilt spannende wissenschaftliche Erkenntnisse, unterschreibt Petitionen und helft dabei, Faszination, Leidenschaft und Engagement zu entfachen.
Drei Möglichkeiten, das genau jetzt und hier zu tun:
1. Teile den Link zu diesem Newsletter mit einer Person in deinem Umfeld, die sich auch für das Meer begeistert.
2. Bestell dir deine eigenen Ozean-Kunstwerke in unserem Onlineshop.
3. Unterstütze mich mit einer Steady-Mitgliedschaft und hilf mir dabei, die Naturschutzgebiete an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern kennenzulernen.
