Falls ihr schon ein bisschen Kontakt zur Natur habt und hier und da mal etwas über Natur- und Umweltschutz gelesen habt, dann wisst ihr sicher: Alles ist miteinander verbunden. Keine Pflanze, kein Tier und auch wir Menschen stehen nicht allein auf dieser Welt, sondern haben mindestens im Nährstoffkreislauf eine Aufgabe. Falls heute also ein Montag ist, an dem ihr wirklich nicht wach werdet und absolut keine Motivation habt, dann erinnert euch einfach daran, dass ihr allein mit eurer Existenz bereits eine Sache auf der To-Do-Liste der Natur abgehakt habt. Gleich viel besser, oder?

In Sachen Naturschutz ist diese Erkenntnis unglaublich wichtig. Also nicht die mit dem Montag, sondern die mit den Aufgaben im Kreislauf. Es gibt häufig bestimmte Tierarten, die medial genutzt werden, um zum Beispiel auf den Meeresschutz aufmerksam zu machen. Wale sind hierfür ein passendes Beispiel. Wale zu schützen, darunter können sich viele Menschen etwas vorstellen, auch, wenn sie bisher wenig Kontakt zum Ozean hatten. Und vielleicht gibt es da die Vorstellung, dass das doch leicht zu machen ist oder sogar, dass mit dem Walfang-Moratorium von 1986 genug getan sei.
Doch so einfach ist es leider nicht.
Denn auch, wenn wir Wale ganz wundervoll finden, ihre sexy Paarungsgesänge zum Einschlafen hören und ihre Anmut unter Wasser bewundern, reicht es leider nicht aus, nur den Walfang zu verbieten. Es muss größer und komplexer gedacht werden, dafür reisen wir heute in die Antarktis. Wale ernähren sich unter anderem von Krill: kleinen Krebstierchen, die in großen Schwärmen durch die kalten Meere schwubbeln und leider immer häufiger von sognannten Supertrawlern gefangen werden. Dabei handelt es sich um wirklich wirklich große Schiffe, die mit unvorstellbar großen Netzen die Tiere (und jede Menge Beifang) aus dem Meer schaufeln und somit Walen, Pinguinen und anderen Meeresbewohner*innen die Nahrungsgrundlage vor der Nase wegschnappen. Würde es denn reichen, diese Art der Fischerei ebenfalls zu regulieren oder gleich ganz zu verbieten, damit genügend Krill übrig bleibt? Ihr ahnt es: nein. Denn Krill ernährt sich von kleinen Algen, die an einer ganz bestimmten Stelle wachsen: an der Unterseite von Packeis (dicht nebeneinander schwimmende Eissschollen).

Die Klimakrise steht direkt vor unserer Tür und dass das Meereis immer mehr schmilzt, ist nun wirklich nicht mehr blanke Theorie. Durch das fehlende Eis fehlt den Algen ein Ort, zu wachsen, fehlt dem Krill die Nahrung, fehlt den Walen ihre Möglichkeit, sich für ihre Wanderungen und Geburten in nahrungsärmere tropische Gebiete zu stärken. Alles hängt miteinander zusammen und bedingt einander. Jede einzelne Maßnahme zum Schutz einer Tierart ist richtig und wichtig, darf uns aber nicht vergessen lassen, dass wir darüber hinausschauen müssen. Um den Kreis zu schließen: Wale binden in ihrem Körper eine große Menge Kohlenstoff, da sie sehr alt und sehr groß werden. Indem sie ihren Part für ein Gleichgewicht auf unserer Erde einnehmen, schützen sie damit auch uns und unsere Lebensgrundlage. Ich finde, es wird Zeit, uns ebenfalls einzubringen.
Hier gibt’s ein kurzes Video von Sea Shepherd, die die Krillfischerei in der Antarktis dokumentieren:
Außerdem könnt ihr auf savekrill.com (Opens in a new window)sehen, in welchen Läden Produkte aus Krill (Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik, etc.) angeboten werden und diese Firmen direkt anschreiben, um euch dagegen auszusprechen. Eine wirklich gute Möglichkeit, falls ihr grad das Gefühl habt, IRGENDETWAS tun zu müssen aber wenig Kapazitäten habt.
