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DFL

What would Fletcher do?

Ox-Interview von Daniel Schubert

DFL aka DEAD FUCKING LAST sind in den letzten Jahren in einen produktiven Jungbrunnen gefallen. Monty Messex (git) und Tom Davis (voc) als verbleibende Originalmitglieder aus den 1990er Jahren haben sich mit Jordan Jacques (dr) und Patrick Sullivan (bs) vor einigen Jahren neu aufgestellt, Touren seitdem permanent durch die Weltgeschichte und bringen neues Material auf SBÄM Records heraus. Nachdem es Häppchenweise online im Monatstakt einzelne Tracks als Teaser gab, wurde das Ganze jetzt in Albumform gegossen. Grund genug, nach dem letzten Interview in Ox Nr. 158 nach dem aktuellen Stand der Dinge zu fragen. Mit Monty, Pat und Jordan sprachen wir nicht nur über das neue Material, sondern auch die Anfangszeiten von DFL auf Grand Royal, dem ehemaligen Label der BEASTIE BOYS, und die Verbindung von Comic-Kultur und Punkrock.

Bandmitglieder von DFL
Foto: Rick Zoeller

Glückwunsch zum neuen Material. In eurer ersten Schaffensphase in den 1990ern war die Band knapp acht Jahre zusammen, nach der Reunion mittlerweile länger. Die Band wirkt sehr stabil. Woran liegt das?

Monty: Wir sind uns alle einig darüber, Musik machen zu wollen. Es ist eine Art Selbstverpflichtung, dran zu bleiben, zusammen zu bleiben. Das ist das Wichtigste.

Jordan: Wir verstehen uns alle gut. Das macht es einfach. Man muss sich einfach dafür engagieren und versuchen, durchzuhalten.

Gibt es einen inhaltlichen roten Faden bei den neuen Songs? Bestimmte Themen oder Erfahrungen aus den letzten fünf Jahren, die ihr festhalten wolltet? Songtitel wie „Second chances“, „Watch your step“ und „Heavy is the head“ scheinen auf den ersten Blick einen Zusammenhang zu haben.

Monty: Nicht beabsichtigt. „Second chances“ ist ein eher persönlicher Song, den ich über den Wert geschrieben habe, im Leben eine zweite Chance zu bekommen. Darüber, dass man manchmal Dinge noch einmal machen kann. So wie bei DFL. Und dabei auch an Freunde zu denken, die nicht mehr da sind und dies nicht mehr können, wir aber schon.

Jordan: Für jeden von uns ist diese zweite Chance etwas Persönliches. Einige von uns haben ein hartes Leben. Aus dem Alltag heraus touren zu können, mit tollen Leuten abzuhängen und eine gute Zeit zu haben, ist eine zweite Chance. Das ist für mich der Sinn dieses Songs.Wir versuchen, eine positive „Fuck You“-Attitüde in den Songs zu bewahren. Die positive mentale Einstellung in dieser Band aufrechtzuerhalten, weil alles andere heutzutage so trostlos ist.

„Die screaming“ ist der letzte Song des neuen Materials. Ist das auch als Motto zu verstehen, nach dem ihr die Band am Laufen haltet?

Monty: Auf der Platte wird der Song „Tour talk“ heißen. Ich fand es lustig, dass wir uns auf Tour immer alles Mögliche vornehmen, was wir abseits der Konzerte machen wollen und dann sehr wenig davon umsetzen. Das macht mich manchmal wütend und darum geht es in dem Song.

Mir ist aufgefallen, dass die Hälfte der Songs etwas catchier ist als vorher. Ist das vielleicht der „Fletcher-Effekt“? Fletcher Dragge von PENNYWISE hat die neuen Songs mit euch produziert.

Monty: Bezogen auf den Song „Fuck it“ hatte Fletcher direkt einen Einfluss. Er hat ihn komplett neu abgemischt, danach war er um Längen besser.

Pat: Wir haben ihn nicht neu aufgenommen. Fletcher hat nur mit seinem Toningenieur einige Dinge umgestellt. So, wie er es in seinem Kopf gehört hat. Ich finde, dadurch ist der Song eingängiger geworden. Er hat auch die Leadgitarre bei „WWFD“ übernommen, was meiner Meinung nach auch eine Bereicherung war. Seine Art, Leads zu spielen, hat natürlich etwas von PENNYWISE.

Jordan: Pat hat auch dieses Mal einige Songs geschrieben. Er bringt diese irische Würze mit ins Spiel. Das ist sicherlich sein Verdienst.

Mit Fletcher habt ihr euch nach Greg Hetson von CIRCLE JERKS und ehemals BAD RELIGION beim letzten Album wieder einen alten Freund als Produzenten ausgesucht. Ihr kennt euch schon aus der Schulzeit, oder? Lenkt das nicht von der Produktion ab, wenn man sich so gut kennt und sich viel zu erzählen hat?

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