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Gefühlskollaps: Demonstrieren wir uns zu tode?

Am 02.11.25 war ich zu Gast bei der Ökologin und YouTuberin Aerri (Opens in a new window). Wir sprachen über die Sinnhaftigkeit von Demonstrationen in einer kollabierenden Welt. Das machte es unausweichlich u.a. auch über Machtverhältnisse im Kapitalismus & Lobbyismus, die dunkle Seite der Demokratie & Propaganda sowie Klassenkampf & Vergesellschaftung als Lösungsansätze zu sprechen.

https://youtu.be/Io1F_IFPBdk?si=6zlc5LTg-7yoCVeL (Opens in a new window)

Ausgangspunkt für die Einladung war meine Teilnahme am ZEIT-WISSEN-Kongress in Berlin. Dort sprach ich mit der Klimapsychologin Katharina van Bronswijk über “Klimaoptimismus”. Worum es dabei ging, erzähle ich ich dir im zweiten Teil dieser Blogreihe.🤗

Eines vorweg

Dieser Beitrag ist der Beginn meiner neuen Blogreihe “GefühlsKollaps”.

Darin wird es um den Zusammenhang von Emotionen, & Wahrnehmung gehen. Schauplatz ist der sozialökologische Kollaps (Klimakatastrophe & Ökokatastrophe, Ungleichheit & Ausbeutung, Kapitalismus & Faschismus, Propaganda & Populismus,) und die damit einhergehenden Veränderungen, bedingt durch Umweltkatastrophen, Wetterextreme, Versorgungsknappheit und Demokratiezerfall.

Im Mittelpunkt stehen Gefühle und Emotionen, da sie der Motor für unser Handeln oder Nichthandeln sind.

Ich werde aufzeigen, wie eng der menschliche Verstand und seine Entscheidungsfindung an Emotionen gebunden sind und dass wir nur weiterkommen, wenn dies in politischen und medialen Debatten Beachtung findet. Fossile und rechte Kräfte haben dies unlängst erkannt und verwenden die Emotionalität der Menschen nicht erst seit gestern, um die Gesellschaft zu verunsichern, zu belügen, zu manipulieren und gegeneinander aufzuhetzen. Dadurch sind sie progressiven Kräften weit voraus.

In dieser Blogreihe wird es also einerseits um die Verantwortlichen und Ursachen gehen, die den Kollaps befeuern und andererseits um Lösungen, die ihre Kraft aus Emotionen und Gemeinschaftlichkeit ziehen. Sei gespannt, was ich aus Klimapsychologie und Sozialphilosophie kreiere.😊

“Angst & Hoffnungslosigkeit müssen nicht zwingend in Rage & Hass münden. Vielmehr sind sie das Fundament für positive Veränderungen. Im Gegenteil: Wächst aus ihnen kollektive Wut, werden sie zum Zündstoff für eine bessere Gesellschaft.“

Greifen wir zu allererst die grundlegende Frage auf:

“Machen Demonstrationen noch Sinn?”

Jain!

Damit keine Missverständnisse entstehen, Demonstrationen waren, sind und bleiben ein wichtiger Teil der Demokratie. Durch sie können wir als Gesellschaft auf Ungerechtigkeiten aufmerksam machen. Aber damit nicht genug, Demonstrationen können uns auch in unseren Anliegen bestärken, da wir durch sie erfahren können, dass wir nicht alleine sind. Ebenso bieten sie uns die Möglichkeit Menschen kennenzulernen und sich mit ihnen zu vernetzen. Dazu bieten sie uns die Möglichkeit uns Gruppen (wie Vereinen, NGOs oder anderen Initiativen) anzuschließen oder gar zu gründen.

Demonstrationen lassen unsere Gefühle aufleben, unsere innere Kraft spüren und das Aushalten der ganzen Krisen und Katastrophen ein wenig erträglicher machen. Sie sind also essentiell für eine funktionierenden Demokratie. Doch liegt es mir fern Demonstrationen zu romantisieren, um niemandem vor den Kopf zu stoßen.

Wir haben ein Problem mit der Entscheidungsmacht

Am Anfang jeder Entscheidung steht die Machtfrage. Wer Macht über eine Sache hat, verfügt über sie. Wer über eine Sache verfügt, besitzt die Möglichkeit über sie zu entscheiden.

In der Theorie sind die Menschen innerhalb einer Gesellschaft allesamt die Chef*innen.

“Der Souverän ist der Inhaber der umfassenden Hoheitsgewalt im Staat (Opens in a new window), nach außen (völkerrechtlich) wie nach innen (staatsrechtlich). In demokratischen Republiken und parlamentarisch-demokratischen Monarchien ist das Volk der Souverän.”¹

Im Falle unserer parlamentarischen Demokratie bedeutet dies, dass die Entscheidungsgewalt von uns allen ausgeht. Damit wir jedoch handlungsfähig bleiben, wählen wir in regelmäßigen Abständen Vertreter*innen, die sich um die Entscheidungsfindung kümmern. Dies ist natürlich verzwickt, wenn es darum geht, dass unsere je eigenen Bedürfnisse und Interessen vertreten werden, da die Regierung schließlich nicht aus allen, sondern (nur) aus der Mehrheit gebildet wird.

Die Theorie der Demokratie stößt hier also an eine Grenze, da niemals - weder in der Vergangenheit, Gegenwart oder in der Zukunft - alle Interesse und Bedürfnisse von uns, als Souverän, befriedigt werden können. Um diese Spannung abzumildern gibt es nicht nur regelmäßig Wahlen, sondern auch politische Oppositionen, die für die Belange ihrer Wähler*innen einstehen können, zumindest mit Worten.

Das wohl größte Manko unserer Demokratie liegt in der Art der Entscheidungsfindung und der Art der Entscheidungen die getroffen werden.

Stellen wir uns vor, es sind gerade Wahlen vollzogen wurden und eine Regierung aus mehreren Parteien hat sich gebildet. Ja klar, schon während der Koalitionsverhandlungen wurden von den beteiligten Partei so manche Wahlversprechen realiviert oder gar völlig eliminiert. Ich finde, damit können wir bis zu einem gewissen Grad leben. Anders könnten Parteien mit verschiedenen Ansätzen und Versprechen nicht zueinanderkommen.

Doch was im deutschen Bundestag immer wieder passiert - egal ob die neue Regierung aus einer oder mehreren Parteien besteht - ist verwerflich und gefährlich. Denn egal welche Partei in den letzten Jahrzehnten an einer Regierung beteiligt war, es war immer - wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß - der gleiche Ablauf: Regierende Parteien verwerfen im Accord Wahlversprechen. Nicht etwa, weil sich plötzlich alles geändert hat. Der Grund ist ein ganz anderer.

Vielleicht ist dir der Begriff Lobbyismus bekannt. Das bedeutet, dass jemand sich dafür einsetzt, dass die Interessen für die Gruppe, die er vertritt, Gehör finden und danach gehandelt wird. Im Falle der Politik bedeutet dies, dass tausende Vertreter*innen von Firmen und Konzernen Einfluss auf die Bundespolitik nehmen wollen.

Und das wird ihnen im Bundestag ziemlich leicht gemacht!

Wie der Profitlobbyismus den Bundestag belagert

Laut dem offiziellen Lobbyregister des Deutschen Bundestags sind 6.222 Firmen, Verbände, Organisationen, Initiativen oder Einzelpersonen im Bundestag gelistet.² Insgesamt macht das ca. 27.000 Einzelpersonen.³ Das ist eine mittelgroße Kleinstadt.🤔

Vertreten werden dabei sehr unterschiedliche Interessengruppen. Die meisten davon stammen aus der Wirtschaft und ihre Vetreter*innen lassen sich als Profitlobbyist*innen bezeichnen, da sie für die Profitinteressen ihrer Firmen und Konzerne lobbyieren. Davon haben 778 Lobbyist*innen (Januar 2019) einen Hausausweis. Dadurch haben sie nahezu ungehinderten Zugang zum Bundestag und können kommen und gehen wann sie wollen.⁴ Man glaubt es kaum, vor allem im Verhältniss zu den 708 Abgeordneten die in der Zeit Teil des Bundestages wahren. 2022 kamen etwa 38 Lobbyist*innen auf eine Bundestagsabgeordnete.⁵

Aber damit noch nicht genug. Einen Fakt muss ich dir noch präsentieren.

Als wäre es nicht genug, dass tausende Profitlobbyist*innen das politische Zentrum unserer Demokratie förmlich belagern, sind einige der gewählten Abgeordneten selbst Teil davon. Ganze 73 Bundestagsabgeordnete fungieren nämlich neben ihrem Amt auch als Profitlobbyist*innen.⁶ Das lässt erhebliche Zweifel aufkommen, wenn es um die Vertrauenswürdigkeit geht, die letztlich Grundlage für das Wirken von gewählten Politiker*innen ist. Schließlich sind sie in unserem Auftrag dort und nicht für profitgierige Konzerne.

Propaganda & Lügen trichtern uns Meinungen ein

Nach meiner Beobachtung wird Politik in vielen Aspekten nicht für sondern mit uns gemacht. Für würde bedeuten, dass gewählte Politiker*innen bestrebt sind, das umzusetzen, was wir ihnen als Souverän in Auftrag gegeben haben: Sei es auch nur, dass eine gewählte Partei die Interessen ihrer Wähler*innen verfolgt. Mit bedeutet, dass Politiker*innen (allem voran von CDU/CSU, FDP & AfD) ganz bewusst Verzerrungen und Falschdarstellungen - ob im Wahlkampf oder in Regierungsverantwortung - in die Gesellschaft hineintragen, um Stimmung zu erzeugen. Diese Stimmung verkaufen sie dann als Wähler*innenwille.

Warum tun sie das? Ausgangspunkt dafür sind nicht selten ideologische und am meisten wohl interessengeleitete Gründe von Lobbyist*innen aber auch Politiker*innen. Ist dann eine Stimmung in der Gesellschaft künstlich erzeugt, kann man die Agenda - die schon zuvor existiert hat - durchsetzen.

Letzteres habe ich ja oben bereits erläutert. Es ist ein Trauerspiel für unsere Demokratie und einer der Hauptgründe für des Erstarken rechtem Gedankenguts in der Gesellschaft und faschistischer Parteien wie der Nazi-AfD. Doch nicht nur dass Profitpolitik die Demokratie erheblich beschädigt, vielmehr paktieren Ideologie- und Pfrofitstreben, wenn es darum geht eine folgsame und konsumierende Gesellschaft zu erhalten.

Vielleicht fragst du dich, was hinter dieser These steckt; Im Verlauf dieser Blogreihe werde ich dieses Thema ausführlich behandeln, weshalb du dich erstmal mit folgendem zufrieden geben musst: Wenn Regierungen Entscheidungen treffen, die nicht im Sinne oder nach den Erwartungen der Gesellschaft bzw. Wähler*innen sind, dann sind diese zurecht enttäuscht. Wiederholt sich dies über Jahre bis Jahrzehnte hinweg, dann gesellt sich zu zeitweiliger Enttäuschung hartnäckiges Misstrauen dazu. Man wächselt dann vielleicht die Partei oder lässt das Wählen ganz. Stellt man irgendwann fest, dass es fast egal scheint, welche Partei gerade regiert, wird aus dem Misstrauen eine Ablehnung. dies gilt dann nicht mehr nur einer einzelnen Partei oder Politiker*innen, sondern gegenüber dem ganzen System. Ein Gefühl von “die da oben stecken doch alle unter einer Decke” setzt sich dann fest.

Auf der Suche nach Alternativen, kommen mehr und mehr rechte Akteure in Frage, da diese Enttäuschung, Misstrauen und Ablehnung füttern, indem sie durch Verzerrungen und Lügen die Situation auswegloser erscheinen lassen, als sie eh schon scheint. Unterstützt werden sie dabei von Konzernen und Überreichen, die Verbündete in ihnen sehen, die ihnen dabei helfen Macht und Profit auszuweiten. ein autoritäre Gesellschaft die konsumiert, sheint für viele Überreiche besser, asl eine frei Geellschaft die sich orgnisiert.

Aktuell haben Rechte und Überreiche dies so weit getrieben, dass es eine gehörige Zahl in unserer Gesellschaft gibt, die sogar meint von DieLinke bis Union sei alles eine “links-grün-versiffte” Bande. Währen bspw. die Union in immer mehr Positionen kaum mehr von der Nazi-AfD zu unterscheiden ist. All die berechtigte Kritik rückt dadurch in den Hintergrund und macht es unheimlich schwierig die unlauteren und korrupten Strukturen in der Politik anzuprangern und Veränderungen einzufordern. Vielmehr erleben wir derzeit den größten Angriff des Faschismus auf die deutsche Demokratie seit der Nachkriegszeit. Wahrheit, Logik und Fakten werden durch Lügen, Verschwörungserzählungen und faktenfreie Meinung ersetzt.

Der falsche K-Kampf

Hinzu kommt, dass gesellschaftliche Gruppen gezielt gegeneinander aufgehetzt werden. Ganz besonders werden aus den Reihen von Union und Nazi-AfD vor allem Bürgergeldempfänger*innen und Migrant*innen aber auch Queere, Linke und sonstige progressiv eingestellte Menschen zu Sündenböcken gemacht. Dadurch wird uns ein Kulturkampf aufgezwungen.

Statt den Fokus auf die gravierende Ungleichheit zwischen (Über-)Reichen und der Gesellschaft zu legen, werden Kulturfeind*innen erfunden, um von den eigentlichen Problemen abzulenken. Das führt dazu, dass wir uns innerhalb der Gesellschaft verfeinden und förmlich zerfleischen, statt gemeinsam gegen Überreichtum und Korruption anzukämpfen.

Letzlich können wir dem Kollaps nur entgegentreten, wenn wir aus dem erfunden Kulturkampf mit einem Klassenkampf antworten. Das setzt jedoch vorraus, dass wir verstehen, dass Überreiche, Großkonzerne und rechte Kräfte einer freien und solidarischen Gesellschaft nicht nur im Wege stehen, sondern darauf abzielen sie zu zersetzen.

Die Logik des Kapitalismus ist suizidal

Meiner Ansicht nach ist Kapitalismus mehr als ein Wirtschaftssystem. Sein weltumspannender Glaube ist in nahezu alle Sphären des menschlichen Lebens vorgedrungen. Er beeinflusst jede Beziehung zwischen uns und andern, sogar die Beziehung zu uns selbst. Er zwingt uns unaufhörlich uns selbst und unsere Gegenüber nach einer Wertigkeit zu durchleuchten: z.B. “sind wir gut genug?” oder “welchen Nutzen bringen uns die anderen?”

Wie ein religiöses Mantra begegnet diese Erzählung jeder von uns von Geburt an und geht weit über eine Ideologie hinaus. Vernunft und Logik lassen sich kaum mehr finden, vielmehr ist der Kapitalismus zu einem Wachstumsglaube herangewachsen, dem anbetend eine Übernatürlichkeit zugeschrieben wird. Hinzu kommt, dass sich der kapitalistische Wohlstand von der Zerstörung der Natur und der Ausbeutung von Menschen nährt, allem voran in Regionen und Ländern des Globalen Südens. Er zerstört unsere Lebensgrundlagen, damit er überhaupt funkionieren kann.

Westliche Demokratien sind eng mit dem Kapitalismus verwoben, da er sie durch seine koloniale Expansion überhaupt möglich machte. Menschen in Regionen und Ländern des Globalen Südens wurden über Jahrhunderte unterdrückt, ausgebeutet, ermordert und vergewaltigt. Die brachiale Gewalt reichte bis zur Auslöschung ganze Kulturen und hält - wenn auch deutlich subtiler - bis heute an. Bis zur Jetztzeit ist der Wachstumsglaube tief in den westlichen Demokratien verwurzelt. Die liberale Demokratie ist seit jeher eine Gefangene des Kapitalismus. Dieser lässt sie so lange gewähren, wie sie ihm aufopferungsvoll und unterwürfig Nutzen bringt. Sieht er seinen Wachstumglauben bedroht, ist er bereit Verbindungen mit dem Faschismus einzugehen. Vielmehr ist der Kapitalismus eine Vorstufe des Faschismus und es ist nur eine Frage der Zeit, bis letzterer wieder die Oberhand gewinnt.

Das Wirken das Kapitalismus ist als suizidal zu verstehen. Einerseits zerstört er alles um sich herum, um funkionieren zu können, andererseits ist er bereit dem Faschismus die Macht zu übergeben, sollte es nicht so laufen wie er es braucht.

Da kann man nur Angst bekommen oder wütend werden

Angesichts dieser Sachlagen können ein Menge Emotionen aufkommen. Allem voran sind Wut und Unverständnis weit verbreitete Emotionen, über diese ungerechte, gemeine, widerliche, ekelhafte Wachstumsreligion, sofern man sich auf das Thema einlässt. Die kapitalistische Relegion hat es, neben der kolonialen Ausbeutung mittlerweile so weit getrieben, dass Klimakipppunkte überschritten werden, ganze Ökosysteme zerbersten, weite Teile der Welt vermüllt, vergiftet & verseucht sind.

Das kann viele von uns in große Angst versetzen. Eine Emotion die uns lähmen kann oder durch die wir uns zur Flucht entscheiden. Angst kann aber auch etwas gutes sein, nämlich dann, wenn wir durch sie zum Angriff, zu Gegenwehr, zum Handeln motiviert werden.

Nun bin ich beim Hauptthema dieser Reihe angekommen: Den Emotionen. Angst wird dabei ein wichtiges Thema sein. Sie ist eine der sogenannten evolutionären Emotionen, die unser Überleben sichert. Was genau damit gemeint ist, erfährst du im nächsten Teil: Gefühlskollaps (2): Ist Klimaoptimismus noch gerechtfertigt?

Bevor der Beitrag abschließt, müssen wir aber nochmal über Demonstrationen sprechen.

Warum demonstrieren nicht reicht

Wie ich oben ja bereits erwähnte, können Demonstrationen vieles bewirken, doch zeigt die Realität, dass die vorherrschenden Machtverhältnisse nicht ansatzweise in Frage stellen können. Das ist vor allem darauf begründet, dass Politiker*innen und Wirtschaftstreibende nicht nur Teil des Problems sind, vielmehr bilden sie das Zentrum, der immer und immer wieder falschen Entscheidungen, aus Sicht des Souveräns. Mögen sie für ihre Profitgier und Machtansprüche nützlich sein, geben sie dem aufkommendem sozialökologischen Kollaps Treibstoff, statt ihn zu drosseln. Wir richten uns mit Demonstrationen also an die Falschen.

Wenn demonstrationen - neben Wahlen und Petitionen - weiterhin das einzige massenfähige Mittel bleibt, druch das wir an der Demokratie teilhaben können, dann lautet die Antwort auf die Frage im Titel leider Ja. Wir werden uns zu wortwörtlich zu tode demonstrieren, da die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen druch sie nicht aufhören wird.

Die richtigen Adressat*innen sind wir selbst. Daher plädiere ich dafür, dass wir darüber nachdenken, wie wir die Energie, die Kraft und den Aufwand auch anderweitig einsetzen können, um vom Bitten und Betteln - was wir schlussendlich tun, wenn wir auf den Straßen immer wieder hoffen, dass Regierung und Wirtschaft endlich zur Vernunft kommen - tatsächlich ins Handeln kommen. Diese Kraft von Gemeinschaftlichkeit die wir durch Demonstrationen erzeugen können, müssen wir natürlich unbedingt beibehalten. Denn nur in Gruppen sind wir stark und können uns nach unseren Bedürfnissen entfalten und die wichtigen und richtigen Entscheidungen treffen, um dem immer schlimmer werdenden Desaster entgegenzutreten. So wird es in den folgenden Beiträgen, neben den Emotionen auch um Akte und Formen der Vergesellschaftung gehen, die es uns ermöglichen durch Selbstverwaltung die nötige sozialökologische Transformation in Gang zu bringen.

Wir müssen uns selbst ermächtigen

Dieser Beitrag hat verschiedene Themenbereiche angerissen und womöglich so einige Fragen aufgeworfen. Das ist gut so.✊🏽

Als Startschuss - für die GefühlsKollaps-Reihe - soll dieser Beitrag erstmal einen groben Einblick in die Thematik geben, die ich dir in den nächsten Monaten ausführlicher darlegen werde.

Ich werde dir aufzeigen, wie wir die erwähnten und andere negative Gefühle dazu nutzen können, um die vorherrschenden Machterverhältnisse aufzulösen. Denn wer Macht über eine Sache hat, verfügt über sie; und wer über etwas verfügt, kann darüber entscheiden.

Die Macht zu entscheiden liegt am Anfang jeder politischen Handlung. So muss es - als demokratische Souverän - unser Ziel sein, Macht den Überreichen und Konzernen zu entziehen, um sie zurück in unsere Gesellschaft zu bringen. So haben wir die Möglichkeit unsere mangelhafte Demokratie zu einer echten solidarischen Demokratie zu verwandeln.

Nun gut, dabei werde ich es erstmal belassen. Ich hoffe du konntest etwas mitnehmen.

PS: Schau gerne in den Talk mit Aerri rein, dort gehen wir auf viele dieser Themen etwas tiefer ein.

https://youtu.be/Io1F_IFPBdk?si=WM6KcsqxAhIB9L7_ (Opens in a new window)
Ende des beitrags

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Mehr zum Thema sozialökologischer Kollaps kannst du auch in meinen Sammelbänden finden.

Vielen Dank für dein Interesse und deine Unterstützung.:)

Solidarisch, Tino

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https://www.bundestag.de/services/glossar/glossar/S/souveraen-247392#:~:text=Der%20Souver%C3%A4n%20ist%20der%20Inhaber%20der%20umfassenden,das%20V%C3%B6lkerrecht%20und%20die%20Grundrechte%20der%20Einzelnen. (Opens in a new window)

2

https://www.lobbyregister.bundestag.de/startseite (Opens in a new window)

3

https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/lobbyismus-bundestag-einfluss-finanzbranche-kritik-100.html (Opens in a new window)

4

https://www.abgeordnetenwatch.de/recherchen/lobbyismus/neue-hausausweisliste-diese-lobbyisten-koennen-jederzeit-in-den-bundestag (Opens in a new window)

5

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/lobbyregister-in-berlin-kommen-38-lobbyisten-auf-jeden-abgeordneten-li.252461 (Opens in a new window)

6

https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/lobbyregister-bundestag-drehtuereffekt-bekannte-lobbyisten-100.html (Opens in a new window)

7

https://www.lobbycontrol.de/lobbyregister/hausausweise-wer-nimmt-die-hintertuer-23620/ (Opens in a new window)

Topic GefühlsKollaps

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