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Reiten braucht Mut – und einen zweiten Blick

Liebe Reiterinnen, liebe Reiter,

wer kennt’s? Von außen ist alles wie immer: Das Pferd steht da, der Platz ist vertraut, der Ablauf bekannt. Man steigt auf – und plötzlich kommt‘s.

Das muss kein Ereignis oder Drama sein, nur ein gedämpftes Verschieben im Inneren. Der Atem wird flacher, die Hand ein wenig fester und irgendwo zwischen Kopf und Körper entsteht ein Gedanke, der keiner sein will: Huaaahh, ich bin mir gerade nicht mehr ganz sicher.

Das Merkwürdige daran ist gar nicht mal, dass dieses Gefühl auftaucht, sondern wie hartnäckig es sich halten kann – selbst dann, wenn man es besser weiß.

Denn Angst ist kein vernünftiges Phänomen, das sich wegargumentieren ließe. Sie interessiert sich auch nicht besonders für gute Vorsätze.

Fast jeder ist durch die eine oder andere Situation damit vertraut.

Nach klassischer Reitlehre beginnt Souveränität im System. Ein Pferd, das in Balance ist, das sich trägt, das die Hilfen versteht, verändert etwas Grundlegendes: Es macht den Reiter handlungsfähig.

Oder anders gesagt: Sicherheit ist eben kein vages Gefühl, sondern ein Ergebnis verlässlichen Trainings mit Klarheit, Wiederholbarkeit und Vertrauensaufbau.

Hier liegt oft der entscheidende Punkt: Angst ist kein „Problem“, das beseitigt werden muss. Häufig finden wir in unserem integrierten Ur-Warnsystem einen präzisen Hinweis darauf, dass etwas im (ja in der Tat nicht ganz ungefährlichen) Zusammenspiel mit dem anderen Lebewesen noch nicht trägt.

Das kann an Erfahrungen liegen: Überforderung, einem Pferd, das (noch) nicht vertraut ist oder schlicht daran, dass Erwartung und Realität auseinandergeraten sind.

Unter solchen Voraussetzungen passiert etwas sehr Menschliches: Man versucht, die Kontrolle zurückzugewinnen. Man hält ein bisschen mehr, wird vorsichtiger und möchte „alles richtig machen“.

Nur leider versteht das Pferd darunter oft etwas ganz anderes. Weil mensch plötzlich steif wird, zieht, krampft und damit keine „Normalität“ mehr ausstrahlt.

Im Mitglieder-Podcast sprechen wir über diese gemeinen kleinen Momente, die sich einschleichen und leider oft kleben bleiben.

·       Warum Angst so oft körperlich entsteht, bevor sie gedanklich greifbar ist.

·       Warum Vermeidung sie eher verstärkt als löst.

·       Und warum gerade reflektierte Reiter besonders anfällig dafür sind.

Und vor allem darüber, was tatsächlich hilft: Struktur, Unmissverständlichkeit und kleine, verlässliche Schritte.

Wer sich darin wiederfindet – oder jemanden kennt, der sich darin wiederfindet –,
kann die Folge hier hören:

👉 https://steady.page/de/podcast-mit-dem-pferd/posts (Opens in a new window)

So ist die Angst im Reiten vielleicht kein Störfaktor, sondern stattdessen ein sehr ernst zu nehmender Gesprächspartner. Mut heißt nicht, keine Angst zu haben. Es ist mutig, sich seiner Angst zu stellen, die Ursachen zu benennen und Schritt für Schritt die Konsequenz zu ziehen.

Herzliche Grüße
Dido & Christoph

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