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„Ehrenamt braucht Unterstützung – keine Überforderung.“

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Du liest eine Sonderveröffentlichung der ”Post aus Dachau”, des wöchentlichen Kultur-Newsletter von Stadtführung mit Matthias (Opens in a new window) in Dachau & München.

Als Gästeführer weiß ich was in der Stadt los ist.
Und was sich lohnt.

Für Menschen, die ihre Stadt genauso lieben, wie Du und ich.

exklusiv

Nachgefragt bei Markus Erhorn (FW)

Fragen an alle Kandidat*innen

 1. Dachaus Kulturszene nennt Raummangel als Kernproblem. Welche drei konkreten Schritte setzen Sie innerhalb der ersten 12 Monate Ihrer Amtszeit, um zusätzliche kulturelle Räume oder Zwischennutzungen zu ermöglichen?

Erhorn: “Raummangel ist das zentrale Strukturproblem unserer Kulturszene. Deshalb würde ich in den ersten zwölf Monaten drei Dinge umsetzen:

Erstens: eine systematische Erhebung aller städtischen und stadtnahen Immobilien mit Blick auf temporäre kulturelle Nutzungen. Leerstand darf nicht ungenutzt bleiben.

Zweitens: Einrichtung eines transparenten Zwischennutzungsmodells mit klaren, einfachen Vergabekriterien.

Drittens: frühzeitige kulturelle Mitplanung bei größeren Bauprojekten – Kulturflächen müssen von Beginn an mitgedacht werden, nicht als Restgröße.

Als Vorsitzender der Ampertaler organisiere ich selbst regelmäßig Kulturveranstaltungen in Dachau. Ich kenne die Raumsuche aus eigener Erfahrung – nicht theoretisch, sondern ganz praktisch.

Ich rede nicht nur über Kulturpolitik – ich lebe sie. So habe ich in der laufenden Legislaturperiode beispielsweise die Stadtverwaltung darum gebeten, dass den Vereinen teile des leerstehenden Zieglerbräus als Räumlichkeiten zu Verfügung gestellt worden. Leider ist diese Idee im Sande verlaufen.”

2. Die städtischen Kulturmittel stehen seit Jahren unter Druck. Welche Maßnahmen planen Sie, um Kulturförderung abzusichern, ohne dass sie zum politischen Spielball oder Opfer künftiger Sparrunden wird?

Erhorn: “Kultur darf nicht das erste Opfer von Sparrunden sein. Ich setze auf mehrjährige Fördervereinbarungen mit klar definierten Zielen, um Planungssicherheit zu schaffen.

Zudem braucht es transparente Förderkriterien und eine regelmäßige Evaluation, damit Entscheidungen nachvollziehbar bleiben.

Ich habe an mehreren Buchprojekten zu Dachauer Themen mitgewirkt. Kulturarbeit bedeutet Ausdauer, Verlässlichkeit und langfristige Perspektive – genau das muss auch die Stadtpolitik gewährleisten.

Kultur ist kein freiwilliger Luxus, sondern Teil unserer städtischen Identität und ein Standortfaktor.”

3. Kulturinitiativen klagen über bürokratische Hürden. Was werden Sie innerhalb Ihrer Amtszeit organisatorisch verändern, damit die Stadtverwaltung stärker als Ermöglicherin wirkt?

Erhorn: “Ich möchte die Verwaltung stärker als Partnerin der Kulturszene positionieren. Konkret heißt das: eine feste Ansprechperson für Kulturinitiativen, klar definierte Bearbeitungsfristen und vereinfachte Antragsverfahren – insbesondere für kleinere Projekte.

Wer selbst Veranstaltungen organisiert hat, weiß, wie wichtig Planungssicherheit und pragmatische Lösungen sind. Vertrauen statt Misstrauen muss das Leitprinzip sein.”

4. Welche langfristige Kulturvision verfolgen Sie bis 2031? Welche zwei strategischen Leitlinien sollen das kulturelle Profil der Stadt prägen?

Erhorn: “Bis 2031 soll Dachau kulturell sichtbar, vielfältig und generationenübergreifend wirken.

Leitlinie eins: Räume schaffen – physisch und digital – für professionelle, freie und ehrenamtliche Kultur.

Leitlinie zwei: Kultur als verbindendes Element zwischen Tradition und Gegenwart stärken. Dachau steht für Geschichte, aber auch für zeitgenössische Kunst und neue Formate.

Ganz konkret möchte ich, dass in unseren städtischen Einrichtungen (Bezirksmuseum, Gemäldegalerie) wieder verstärkt Ausstellungen und Veranstaltungen mit wirklichem Dachauer Bezug durchgeführt werden.”

5. Wenn der Haushalt erneut unter Druck gerät: Welche kulturellen Bereiche haben für Sie absolute Priorität – und welche könnten, falls nötig, zurückstehen?

Erhorn: “Absolute Priorität haben für mich die kulturelle Grundversorgung, die Unterstützung von Vereinen sowie Angebote für Kinder und Jugendliche.

Zurückgestellt werden könnten punktuell Einzelveranstaltungen oder Projekte mit rein repräsentativem Charakter. Substanz geht vor Event.”

6. In München tritt 2026 erstmals ein kulturpolitisches Wahlbündnis („Bündnis Kultur“) an. Halten Sie ein solches Modell – Kultur als eigenständige politische Kraft – für Dachau für denkbar oder notwendig? Warum bzw. warum nicht?

Erhorn: “Ein eigenes kulturpolitisches Wahlbündnis halte ich in Dachau nicht für notwendig, wenn Kultur in der Mitte der Stadtpolitik verankert ist. Kultur darf kein Randthema sein, sondern muss integraler Bestandteil kommunaler Entscheidungen sein.

Wenn Politik Kultur ernst nimmt, braucht es kein Sonderbündnis.”

Individuelle Fragen zum Programm

(Diese drei Fragen sind speziell auf Markus Erhorns öffentlich kommuniziertes Programm bzw. seine kulturpolitische Schwerpunktsetzung zugeschnitten.)

  1. Wie fördern Sie zeitgenössische und freie Kultur jenseits von Vereinen und Brauchtum?

    Erhorn: “Zeitgenössische und freie Kultur braucht gezielte Projektförderung, niederschwellige Zugänge zu Räumen und Sichtbarkeit im öffentlichen Raum. Ich möchte bewusst neue Akteure ansprechen, nicht nur etablierte Strukturen.”

  2. Welche neuen Räume oder Formate würden Sie aktiv anstoßen?

    Erhorn: “Ich würde modulare Pop-up-Kulturflächen, Open-Air-Formate in neuen Quartieren und digitale Präsentationsmöglichkeiten anstoßen. Kultur sollte dort stattfinden, wo Menschen leben – nicht nur in festen Häusern.”

  3. Wie definieren Sie die Rolle der Vereine als kulturelle Anker – und wo braucht es mehr als Ehrenamt?

    Erhorn: “Vereine sind das kulturelle Rückgrat unserer Stadt. Ihr ehrenamtliches Engagement verdient höchste Anerkennung.

    Gleichzeitig braucht es professionelle Strukturen dort, wo Projekte dauerhaft, komplex oder wirtschaftlich relevant sind. Ehrenamt braucht Unterstützung – keine Überforderung.”

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Dein Matthias



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Mitglied im Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e.V. (BVGD) und Vorstandsmitglied des Dachauer Gästeführer e.V.

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